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Beiträge von Teresia
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Rezensionen verfasst von
Teresia

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Bezaubernde Lügen
Bezaubernde Lügen
DVD ~ Audrey Tautou
Preis: EUR 6,96

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unsere Amelie, mal wieder fabelhaft, 12. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bezaubernde Lügen (DVD)
Wieder ein verquerer Liebesfilm mit "Amelie", Audrey Tautou ( siehe DVD-Cover).

Er gefällt mir recht gut, da er in der Figur der Mutter von "Amelie" hervorragend das allgegenwärtige Liebesbedürfnis der Frauen als einzigem Motor ihrer Lebendigkeit und Verbundenheit mit dem Leben und dessen Frustration zeigt.

Allerdings erinnerte er mich zu SEHR an „Die fabelhafte Welt der Amelie“ – die dort noch sehr zündende aber mittlerweile etwas verbrannte Idee, mit angeblichen Briefen etwas in Bewegung zu setzen, der weiblichen Sehnsucht auf's Fahrrad zu helfen und den Kuppler zu spielen - wurde aufgegriffen und noch mal ausgeschlachtet.
Sogar von hier einem anderen Filmemacher, dem Tunesier Pierre Salvadori.

Daneben gibt es natürlich noch weitere teilweise sehr lustige Einfälle, und die Tendenz von Audrey, immer wieder einen verqueren, einfallsreichen eigenmächtigen und eigensinnigen NERD zu spielen, ist auch noch nicht gänzlich verbraucht.

Zu ihr als Jugendliche ( Amelie) passte das aber irgendwie besser als heute; damals fand ich sie überwältigend schön, aber nun – mehr als 10 Jahre älter- nicht mehr so berauschend, das Kindliche oft eher etwas albern wirkend, aufgrund des vorgeschrittenen Alters manchmal eher maskenhaft.

Die Hauptfigur in diesem Film war für mich aber ihre Mutter, eine Schauspielerin mit einer zu ihrem Alter passenden Schönheit, die eine umwerfende Ausstrahlung hat und sich in diesem Film auch sehr angenehm und glaubhaft aus ihrem schwarzen Loch des Liebeskummers und den Ansätzen zum Liebeswahn heraus mausert.


Eagle vs Shark - Liebe auf neuseeländisch
Eagle vs Shark - Liebe auf neuseeländisch
DVD ~ Jemaine Clement
Wird angeboten von Film_&_Music
Preis: EUR 29,95

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neuseeländisch PUR, 15. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Diesen Film entdeckte ich erst jetzt bei Amazon unter dem Betreff "Neuseeland in allen Kategorien"

Als Comedy als solche finde ich ihn nur normal; einfach eine Komödie mit vielen lustigen Einfällen und Szenen.
Das allein würde mir noch keine Verteilung von 5 Sternen entlocken.
Diese gebe ich für "neuseeländisch pur", was ich beurteilen kann, weil ich ein ganzes Jahr lang dort lebte.

Allein das neuseeländische Englisch, das man auf der englischen Tonspur hören und genießen kann, da hier endlich mal alle Schauspieler Neuseeländer sind, macht die Anschaffung und das Mehrfachschauen lohnenswert, denn für mich ist dieses Englisch überaus liebreizend, den Charme der Kiwis ausmachend, und das beste "Englisch" der ganzen Welt.

Aber auch die Besonderheiten der neuseeländischen Kultur sind hervorragend gut in Szene gesetzt.

Sehr typisch für das heutige Neuseeland ist die in dem Film gezeigte Freizeitgestaltung mit bereits sehr schräg aufgemachten Kinos; und Treffen von mehr als zwei Personen immer mit Spielen, die Partys dort immer als sog. Mottopartys.

Auf einer dieser Mottopartys - Thema Lieblingstiere - lernen sich diese beiden NERDS, Jarrod und Lilly, kennen ( siehe Cover der DVD) und sich dann in Folge trotz vieler Anlaufschwierigkeiten zu einem Liebespaar zusammen raufen.

Jarrod ist ein unbeholfener Macho, und Lilly das schüchterne und anfangs unscheinbare Pendant zu ihm, welches offenbar besonders in Sachen Liebe schon so viel einstecken musste, dass sie trotz seines ruden Verhaltens hartnäckig an ihm dran bleibt und ihn damit am Ende "knackt".

Er wollte an sich ihre Freundin, aber da statt dieser sich Lilly auf die Mottoparty mogelte, als Hai, nimmt er eben sie mit.

Nach Aussage des Drehbuchautors und Regisseurs in dem Interview mit ihm gibt es in Neuseeland, besonders in den karg besiedelten Gebieten mit familienorientierten Dorfgemeinschaften, wirklich sehr viele NERDS, wie man den unbeholfenen Menschen mit wenig "social skills" aber um so mehr Marotten, heutzutage nennt.

Meiner erfahrungsbegründeten Ansicht hat er sie hier nicht einmal sehr überzeichnet präsentiert.

Der Drehbuchautor und Regisseur - ein vierzigjähriger Maori namens Taika Waititi ( Cohen) , der aber sehr hellhäutig ist und mir jedenfalls genetisch schon wie ein Halbblut vorkommt - hat es mit einigen Filmen schon zu einem weltweiten Bekanntheitsgrad gebracht.
Er spielt hier in einer Nebenrolle mit, und hat mir besonders in dem Interview überaus gut gefallen.

Der männliche Hauptdarsteller namens Jemaine Clement nennt sich laut Wikipedia eine Mischung aus Maori und Europäer.
Da er aber kein Europäer ist, muss das nicht heißen, dass er wirklich Maori ist.
Optisch ist er aber mit Sicherheit ein Halbblut, und da er einen Namen hat, der französisch klingt, könnte er einen französichen und einen maorischen Elternteil haben.

Er gefiel mir bereits in diesem Film, auch wenn er maximal schlecht gestylt war und einen Nerd gibt.
Um so mehr haute es mich dann um, ihn im Interview zu sehen und zu erleben, wo er super gestylt ist, geradezu bombastisch gut aussieht und als Mann von Welt rüber kommt.
Diese DVD erteilte mir neben allem anderen noch mal eine Lehre darin wie viel Styling ausmacht; wichtiger aber noch darin, was wirklich gute Schauspielkunst ist.

Gegen Clement ist z.B. Richard Gere, der in wirklich allen Filmen immer denselben Mann spielt und über nur an die 3 Gesichtsausdrücke verfügt- die langweilig werden, obwohl sie so klasse und fast unnachahmlich sind, dass sie sein Markenzeichen wurden- kein wirklich guter Schauspieler.

Clement ist übrigens auch einer von den beiden neuseeländsichen Kabarettisten in der Fernsehserie " Flight of the Conchords", die ich mir bestellt habe, und deren Ankunft hier ich nun kaum erwarten kann.

Bei der weiblichen Hauptdarstellerin handelt es sich um eine britische Kiwi, von der modernen Schauspielerin Loren Horsley supergut als ebenfalls eine NERD gespielt, obwohl sie dem Interview mit ihr nach nichts weniger ist als das: also auch sehr gutes Schauspiel liefert.

Der Streifen ist einfach klasse, immer schöner werdend- besonders Lilly wird immer schöner, je mehr sie zu sich selbst findet und dadurch dann zu ihm- und glaubhaft ( wenn man die Kiwis kennt); einfach toll.

Von mir eine unbedingte Kaufempfehlung.


Kiri Te Kanawa - Ein Porträt
Kiri Te Kanawa - Ein Porträt
DVD ~ Kiri Te Kanawa
Wird angeboten von All We Ever Look For
Preis: EUR 15,56

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der erste Weltstar aus Neuseeland, 11. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Kiri Te Kanawa - Ein Porträt (DVD)
Dieses Portrait von DAME KIRI TE KANAWA gehört in jede Sammlung von Musik-, Biographie- und auch Neuseelandliebhabern.

Die DVD sollte unbedingt bei Amazon auch unter dem Oberbegriff Neuseeland erscheinen, und ich hoffe, mit meinem Rezensionstitel diesbezüglich nachgeholfen zu haben.

Denn sie ist eine britisch-neuseeländische Coproduktion- aus dem Jahre 1991 - mit 157 Minuten Laufzeit, davon 105 Minuten Porträt und 52 Minuten mit drei Konzerten.

Eines davon das erste klassische Openair-Konzert, das auf neuseeländischem Boden stattfand, in der Hauptstadt Wellington; 75.000 Zuhörer trotz Regen.
Eine Kiwis-Sensation !
Denn die Kiwis hatten ihr erstes Opern/Konzerthaus erst 1991 fertig erbaut; wohl sozusagen um diesen "ihren" Superstar herum, der erst in diesem Jahr nach 30 Jahren wieder die Heimat besuchte; somit wohl durch dieses "erste Gebäude für Kunstkultur" angelockt werden musste.

Man erfährt hier nicht nur viel über diese Grande Dame, sondern von ihr selbst in zahlreichen Interviews auch sehr viel über Neuseeland.
Mehr als in machen anderen Filmen und Büchern mit diesem Thema.

Da Kiri eine sog. Halbmaori ist, erzählt sie auch viel von der neuseeländischen Bi-Kultur und der früheren Unterdrückung der Ureinwohner dieses von ihnen "Weiße Wolke" genannten Landes.

Auch Bilder der herrlichen Landschaft Neuseelands fehlen nicht.

Kiri wurde 1944 im neuseeländischen Gisborne geboren, und zwar unehelich als Kind einer irischen Mutter und eines maorischen Vaters.
Die biologischen Eltern gaben sie zur Adoption frei, und sie blieb 6 Monate im Heim, weil ihre späteren Adoptiveltern- ebenfalls eine irische Mutter und ein maorischer Vater - lieber einen Jungen annehmen wollten.
Sich dann aber doch mit Kiri begnügten.

Die strenge und ehrgeizige Mutter "erkannte" dann schnell deren musikalische Begabung ( die Mehrheit der Maoris verfügt darüber !) und hat sie von Kindesbeinen an zu schon einem Kinderstar gedrillt- scheint's fast so wie Joe Jackson seinen Michael.
Übrigens ist auch sie im Laufe ihres Lebens immer weißhäutiger geworden, wenn meine Augen mich nicht trügen.

Zusammen mit einer Nonne in einem katholischen Internat in Auckland machte sie recht schnell einen Star aus ihr - DIE strahlende Sopranstimme der weniger bekannten und in Sachen Kunst noch wenig ambitionierten südlichen Erdhalbkugel.

Da ich persönlich nicht finde, dass Kiri eine sehr besondere Stimme hat - zweifelsohne sehr gut, aber für mich ohne Wiedererkennungswert, jedenfalls verglichen z.B. mit der Callas - zeigt das wohl wieder mal, dass Drill im Kindesalter wirklich die halbe Miete zum Erfolg in einem Stardasein ist.
Und immer mit dem Nachteil einer halbverlorenen Kindheit verbunden.

Kiri hat den Drill eher gehasst und ist mit ihrer Karriere auch nicht nur glücklich geworden .

Sie bekennt in dem Porträt, dass sie an sich Rock& Roll als " liberated music" lieber mag als Oper, und dass sie z.B. Tina Turner irgendwie besser findet als sich selbst; sich jedenfalls immer danach sehnte, liberated music zu machen, was sie sich aber nie traute.
Ihre strenge und ehrgeizige Mutter dagegen auf die Barrikaden gestiegen wäre.

Maorisongs durfte sie aber neben der Oper noch singen, und auch so was wie seichte, nur halbklassische Songs.

Nach dem Tod ihres Vaters ist Kiri schon im Alter von 16 Jahren mit der Mutter nach England ausgewandert, wo sie erst noch völlig unbekannt war, aber auch da ihren Durchbruch schaffte und dann zu Weltruhm gelangte, das Lebenswerk ihrer Adoptivmutter also erfüllte.

Sie lebt noch heute in England, mit einem englischen Ehemann und 2 oder 3 Kindern; bei der jungen Frau, die bei einem der vielen Interviews mit am Familientisch sitzt, weiß ich nicht, ob auch sie eine Tochter war, oder nur eine in die Familie integrierte Hausangestellte.

Von mir eine unbedingte Kaufempfehlung auch für Neuseelandinteressierte .


Was scheren mich die Schafe: Unter Neuseeländern. Eine Verwandlung (KiWi)
Was scheren mich die Schafe: Unter Neuseeländern. Eine Verwandlung (KiWi)
von Anke Richter
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr vielseitig, informativ, amüsant, kulturvergleichend, gelungen, 5. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Für mich ein tolles und sehr aufschlussreiches Buch über gleich zwei Themen, die mich brennend interessieren: zu 80 % Neuseeland UND zu 20 % der Journalismus.

Natürlich ist es kein Reiseführer, der alle Orte der aus 3 Inseln bestehenden "Weißen Wolke" ab- und durchklappert und prall voll steckt von praktischen Tipps für Touristen und/oder Auswanderungswillige.
Soll es ja auch nicht sein, schon dem Titel nach nicht.

Es ist ein amüsanter und dennoch sehr informativer, bunter Erfahrungs- und Selbsterfahrungsbericht in und mit diesem schönsten "Arsch der Welt" und seinen Bewohnern.
Jedenfalls den Briten; etwas zu wenig den Maoris.

Für mich genau das Richtige.

Ich war nämlich vor 33 und 31 Jahren selbst dort- zwei Male, fast ein ganzes Jahr- und bin uninformiert über die Kultur besonders der Briten dort von einem Fettnäpfchen ins andere gestolpert, weil es damals Bücher dieser Art noch nicht gab, und ich so was wie eine Pionierin sein musste.

Hätte ich dieses Buch VORHER lesen können, wären meine Gastspiele dort - eines mit Tätigkeit in einer Anwaltsfirma in Wellington- besser für beide Seiten verlaufen.

Wie segensreich wäre für mich allein die Info von Frau Richter in diesem Buch gewesen, mit Neuseeländern nicht deren Essen zu thematisieren, obwohl sie immer danach fragen, wie man es findet, weil sie selbst wohl stolz darauf sind.
Das hätte den ersten und bekanntlich unheilbaren schlechten Eindruck verhindern können, den ich auf meine Kollegen damit machte, dass ich ihre Frage, ob mir ihr Bier gefalle, mit einem ehrlichen: "Ich mag es, aber Bier würde ich es nicht nennen" beantwortete und dann noch in ihre allgemeine Schockstarre hinein einen Vortag über das deutsche Reinheitsgebot besonders beim Bier hielt.

Bis heute blieb ich mit vielen noch nicht aufgeklärten Fragen zurück, in die dieses Buch nun doch endlich mal viel glaubhafte Aufklärung brachte.

Den von der Autorin Anke Richter behandelten "cultural cringe" ( den Hinterwäldlerkomplex der britischen Kiwis, das Schämen im Kollektiv ) habe auch ich damals deutlich gespürt.

Zwar wurde ich nie als eine "Heil-Hitler" angegangen, was die Damaligen wohl auch noch höflich für sich behielten, aber diesem Buch nach heute wohl gerne mal gen Deutsche raus lassen.
Ich wurde wenn dann eher bei der RAF eingeordnet, womit man damals Deutschland wohl noch mehr identifizierte.

Aber als eine Frau eingeschätzt, die natürlich Heinrich Heine und alle anderen deutschen Dichter und Denker auswendig kannte und auf deren geistigem Niveau lebte, so dass sie sich offensichtlich jedem Austausch mit mir jenseits des "Small Talks" von Vornherein nicht gewachsen sahen.
Neben ihrer Allergie gegen Tiefschürfereien und Direktheiten aller Art - wie die Autorin hier zutreffend beschreibt- auch echte Angst vor einer Blamage in meinen Augen hatten, und solchen Unterhaltungen vorsorglich gekonnt auswichen, indem sie mir nur als Gruppe mit vereinten Kräften, in ihrer Hausbar - damals HOTEL genannt, da es Bars nur in Hotels gab und diese außer am Freitag schon um 20 Uhr schlossen - und auf Parties- damals anders als dem Buch nach heute noch keine Mottoparties- begegneten.
Der Höhepunkt war daher ein Austausch über "Die Bremer Stadtmusikanten" da auch sie ihren Kindern deutsche Märchen vorlasen, die mir Gott sei Dank ebenfalls mal vorgelesen wurden.

So konnte ich leider nicht bekennen, dass auch ich Heinrich Heine nur vom Hörensagen kannte, und dass mich ihre spielerische, freudige Oberflächlichkeit im Gegensatz zur deutschen Überseriösität und zwanghaften Verbissenheit geradezu magisch anzog, und dass ich meinerseits Angst vor einer Blamage in ihren Augen hatte.

Was leider - neben der Tatsache, eine mit 30 noch unverheiratete allein reisende Frau in einem Männerberuf zu sein, und dass ein Dinner unter 4 Augen zusätzlich auch noch anrüchig gewesen wäre-zu einer bedauerlichen Isolation auf meiner Seite führte;jedenfalls bei meinem ersten beruflichen Aufenthalt von 5 Monaten Dauer mit ausschließlich den Briten.

Der einzige Brite, der es sich leisten konnte, mit mir essen zu gehen, obwohl auch er verheiratet war, war ein Hochangesehener, ein über jeden Zweifel erhabener alter Leiter einer anderen Anwaltsfirma, der zufällig sogar Heinrich Heine gelesen hatte, lach.

Meine spätere Zeit mit den Maoris dort verlief Gott sei Dank völlig anders.

Auch die in diesem Buch beschriebene Berührungsfeindlichkeit und viktorianisch angehauchte Prüderie der britischen Kiwis habe ich damals erfahren müssen, aber anfangs nicht genug wahrhaben wollen, nicht berücksichtigt.

Was ich aber auch nicht korrigieren konnte, da sie keine offene Kritik zeigen, sondern - wie Frau Richter mir nun leider 30 Jahre zu spät verklickert hat- ihre Verhaltensempfehlungen in Bergen von Lob verpacken, und wohl nur die ausländischen Elefanten im Porzellanladen diese nicht überhören, die über diese Sitte ausreichend informiert sind.

Ihre mir damals geradezu noch unvorstellbare Prüderie stand für mich auch so dermaßen im Widerspruch zur ihrem eher spielerischen, leichten, lässigen und ungekümmert unverkrampftem Verhalten, dass ich da keinen klaren Sender empfing.

Sie herrscht aber- so die Autorin- offenbar noch heute, und die britischen Privatschulen als Verursacher - so die Autorin- gefallen mir gut.
Ich dachte bisher eher an calvinistische Kirchen oder katholische Internate und Mütter mit dem Vornamen Victoria.

Wie auch immer: ihre sportlichen Outdor-Aktivitäten, lockeren frivolen Sprüche und immer unbezahlbar süß lächelnden und somit wohlwollend wirkenden Pokerfaces und ihr bezaubernder Charme mit Flirtfaktor 100 sagen halt nichts aus über ihre viktorianische Sexualität; und bei den Männern nichts über ihre hinter der lässigen Fassade lauernde Doppelmoral und ihren fast mittelalterlichen Chauvinismus.

In diese Tiefen ist Frau Richter nicht geraten, da sie als Familie ausreiste und den Versuch einer näheren Verbindung mit einem Kiwi daher nicht nötig hatte.

Ein Vorrezensent zog einen Punkt ab, weil ihn das Thema Sexualität darin nicht so arg interessierte, und ich ziehe einen Punkt ab, weil es nur am Rande berührt wurde.
Und auch, weil ich nicht finde, dass von einer Umwandlung wirklich die Rede sein kann.
Frau Richter lebt als deutsche Familie mit überwiegend deutschen Kontakten dort.
Sie wandelte jedenfalls bis Ende des Buches weder sich nennenswert um, noch die Kiwis.

Welche Folgen diese von ihr erwähnte Prüderie beim Sex für eine Frau hat, hat sie nicht offenbart; weil sie diese nicht erleben musste.

Anders als ich, die dazu noch ein ganzes weiteres Buch nachzulegen hätte.
Und dann wird das mit der Prüderie ja erst spannend- oder langweilig. Wie man`s nimmt.

Das Buch ist daher also ein wenig unvollständig, auch wenn das unverschuldet ist.

Meinen damaligen Erlebnissen nach ist Neuseeland als Auswanderungsland für deutsche Singlefrauen über 25 nicht wirklich zu empfehlen; außer sie streben ein Eremitendasein in der herrlichen Natur an.
Die Kiwis sind absolute Familienmenschen und beginnen schon ab 18 bis Mitte 20 mit der Familiengründung.
Jedenfalls zu meiner Zeit GING eine Singlefrau mit 30, die selbstverständlich auch alleine
ausging und eigene Vorstellungen von Sexualität hatte, GAR nicht.

Die Freundin der Autorin, eine sich Claude nennende lesbische Neuseeländerin, und deren Kommentare zu ihren Landsleuten -die hier oft wieder gegeben werden- sind daher goldeswert für mich, aber immer noch reine Andeutungen.

Wer Genauers wissen will, sollte sich die Filme der Neuseeländerin Jane Campion anschauen, besonders ihren jüngsten Film " Top of the lake".

Claude weist hier aber auf wirklich gute noch weitere ältere Filme über Neuseeland hin- alle von ihr zurecht als wahrhaftiger als "Whale Rider" oder gar "Herr der Ringe" empfohlen - zum Beispiel auf: " In my father`s Den" ( deutscher Titel sehr irreführend: Als das Meer verschwand), die diesbezüglich deutlich mehr zur Sache und auf den Punkt kommen.

Natürlich beschreibt Frau Richter auch den Ort, an dem sie lebt - und die Landschaften auf der Nordinsel, der Südinsel und der Vogelinsel Stewart Island, die sie meist als beauftragte Journalistin themenorientiert besucht- sowie auch neuseeländische Großereignisse und Festivitäten, sehr anschaulich und zutreffend, und wirklich auch genug davon.
Von diesem möglicherweise ersten "Jungel Camp" der Welt, in Westport an der Westküste der Südinsel hatte ich bis jetzt noch nichts gehört.
Auch nichts von dem jährlichen "Heiratsmarkt" auf der Stewart Island.
KÖSTLICH !

Das Buch steckt voller kostbarer Informationen, die nur denen entgehen können, die sich von Vornherein gegen jede Vermischung mit Selbstdarstellung sperren.

Von mir also eine unbedingte Kaufempfehlung.


Lolita [DVD]
Lolita [DVD]
DVD ~ Jeremy Irons
Wird angeboten von RAPIDisc
Preis: EUR 6,94

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Pipi Langstrumpf als Lolita ?, 5. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Lolita [DVD] (DVD)
Mit Spannung habe ich die Verfilmung von Nabokov`s Lolita durch Adrian Lyne erwartet.
Denn die von Kubrick hatte mir nicht gefallen, traf meiner Ansicht nach nicht auf den Punkt.

Sehr viel versprochen hatte ich mir von Jeremy Irons als HH, denn er spielt ja sehr oft Männer mit einer grenzwertigen Sexualität und Neigung zur Besessenheit ( z.B. im Film "Verhängnis" ) und sieht auch schon so leidenschaftlich verzerrt aus in seinem von inneren Konflikten gezeichnetem Gesicht.
Von ihm war ich auch hier nicht enttäuscht.

Aber DIESE Lolita war für mich zunächst eine so unerträgliche Zumutung, dass ich erst mal in der Mitte des Filmes ausschalten und aussteigen musste.

Sie ist krass überzeichnet und deshalb unglaubhaft und unglaubwürdig.
Sie wurde hier nun - anders als von Kubrick- extra und überbetont als Kind dargestellt.
Mit Zöpfen und Zahnspange und Kaugummi etc.
Mit dem nervigen Verhalten, der Mimik und der Gestik einer frechen und tollpatschigen Sechsjährigen, obwohl ja auch diese Version schon 13-14 Jahre alt ist.

Vor allen Dingen rennt sie immer so wie nur Kinder rennen.

Sie küsst auch so wie ein Kind - betont noch gar keine Ahnung davon habend, warum es dabei geht, obwohl sie ja in dem Feriencamp schon geübt hatte.
Und sie ist auch plump in der Verführung: haut ihm immer wieder eine Puppe auf`s Bein, berührt ihn "unabsichtlich" und zwar -anders als in dem Roman- so dermaßen plump, dass jeder die Absicht erkennen muss.

Sie ist hier eine reine Nervensäge.
Eine Art Pipi-Langstrumpf im geschlechtsreifen Alter von 13.

Und hat mit der Lolita von Nabokov eindeutig nicht viel zu tun.

Die Lolita in dem Klassiker von Kubrick war mehr der Vamp; sie spielte die Erwachsene, imitierte ihre Mutter, machte sich älter als sie war und sah auch schon aus wie eine Frau.
Sie war die Frau in einem Kind.
Diese Pipi-Langstrumpf hier ist aber das Kind in einer - schon fast- Frau.

So war ich zuerst verärgert.

Aber da ich meine, dass diese Verfälschung nicht zufällig war und kein unabsichtliches Ergebnis von Missverständnis und Inkompetenz habe ich darüber nachgedacht.
Mich gefragt, welche dieser beiden filmischen Lolitas zwar nicht der Romanvorlage am nächsten kommt, aber dem Profil einer sog. Nymphe.

Diese ist ja meist - als immer noch geleugnetes Geheimnis- Missbrauchsopfer; durch Kindsmissbrauch sexualisiert und Expertin in Verführungskunst der besonderen Art.
Sie lernt in ihren frühen Lebensjahren im Umgang mit einem Pädophilen- oft dem Vater- dass kindliche Koketterie und Anmache mit "unschuldigem", kindlichem Habitus unfehlbar ankommt, und wird genau darauf durch ihr Missbrauchstrauma programmiert.
Versucht auch später noch, das Beste für sich aus ihrem Trauma zu machen und unterliegt dem Wiederholungszwang, hält zwanghaft an dieser eingeübten Rolle fest.

Und sie weiß, dass diese Männer eben nicht die Frau in einem Kind suchen, sondern das Kind in einer Frau.
Diese Lolita wäre also realistischer, wenn es um die Thematisierung der Pädophilie ginge.

Darum geht es aber bei Nabokov nicht unbedingt.
Es ist bekanntlich umstritten, ob seine Romanfigur HH wirklich ein pädophiler Mann war.

Denn erstens litt HH an einem unverarbeiteten Trauma: seine erste Liebe, die 14 Jahre alt war und er 15 oder 16, war an Typhus gestorben, nachdem sie gerade mal 4 Wochen des unschuldigen Liebesglücks miteinander verlebt hatten; und DER hat er immer nachgehangen.

Zweitens ging die Verführung und das ganze Verhängnis von Lolita aus, nicht von HH.
Auch wenn sie sofort erkannte, dass er was anderes von ihr wollte als ihr Onkel, später Stiefvater, zu sein. So etwas riechen Missbrauchsopfer nämlich 100 Meter gegen den Wind.
Und auch wenn alle Pubertierenden ihre Wirkung auf ältere Männer prüfen und gerne kokettieren: nur eine sexualisierte Missbrauchte geht wirklich so "ran" wie sie.

Und drittens blieb HH seiner Dolores treu, auch als sie schon eine Frau war.
Sie blieb DAS Licht seines Lebens, seine zweite große Liebe.

Das alles gehört nicht in das Profil eines Pädophilen, der krankheitsbedingt jedes Interesse verliert, sobald die Kindlichkeit seines Opfers sich verabschiedet, und der immer neue Opfer sucht und findet, bis zu Tausenden in nur einer Lebensbahn.

Weiter ist in dem Buch - wenn ich mich recht erinnere- nie hinterfragt worden, warum dieses Mädchen so aktiv verführend und darin so meisterhaft war; eben eine sog. klassische Nymphe.

Man weiß nur, dass sie mit ihrer schrägen, allein erziehenden Mutter aufwuchs.
In einem Milieu, dass nach Kindsmissbrauch riecht.
Sie könnte/müsste also eins von diesen durch Missbrauch schon im Alter ab 2- 7 Jahren traumatisierten und sexualisierten Mädchen gewesen sein, denn sonst hätte sie sich älteren Männern gegenüber nicht so benommen wie sie sich benahm.
Ja nicht nur HH gegenüber, sondern allen älteren Freaks gegenüber, die sie sofort "erkannte"; besonders stark gezeichnet bei ihrer Begegnung mit diesem alten Mann mit Hund in jenem Hotel.

Nachdem ich mir den Film so erklärt hatte, konnte ich ihn dann noch ein zweites Mal anschauen, und bis zum Ende.

Ja, ich meine, dass hier mehr auf diese Lolita fokussiert wurde als auf HH.

Dass diese Verfilmung zwar weniger dicht dran war an der Romanvorlage als Kubrick, aber dichter dran am brisanten Thema des Kindsmissbrauchs.
Und zwar nicht mit HH als Ersttäter- sondern mit einem unbekannten eindeutig pädophilen Ersttäter als Schattenfigur in der Kindheit dieser "frühreif zurück gebliebenen" Kindfrau Lolita.

Und das finde ich wirklich gut.
Daher 5 Sterne von mir und eine Kaufempfehlung.


Mad Men - Season 2 [4 DVDs]
Mad Men - Season 2 [4 DVDs]
DVD ~ Jon Hamm
Preis: EUR 12,29

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sexismus pur- wie Alice Schwarzer ihn nicht besser brandmarken könnte, 26. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Mad Men - Season 2 [4 DVDs] (DVD)
Mich bewegte vor einer Woche ein Satz der Coverausschreibung auf der ersten Staffel zum Kauf dieser Serie:
" MadMen ist ein bissiger Rückblick auf die Sexy Sixties. Eine Zeit, in der Sexismus, Zigaretten und das tägliche Glas Whiskey noch zum guten Ton gehörten."

Ich wollte mit ihr einen noch unerledigten Alptraum verarbeiten, nämlich meinen Aufenthalt als Rechtsreferendarin in einer Lawfirm in Neuseeland vor 30 Jahren, was ungefähr den Sixties in den USA entsprechen durfte; bei dem ich mich zwar mehr als Frau fühlte als sonst in meinem Leben zuvor und danach - was durchaus seine Reize hatte - aber nie als auszubildende angehende Kollegin; und diese "Ausbildung" nach sechs von vereinbarten zwölf Wochen entsetzt abbrach, zu den Maoris auf die Südinsel flüchtete.
Mein Verarbeitungswunsch ist mir schon jetzt, nach zwei Staffeln, bestens erfüllt worden. DANKE.

Die Serie hält, was das Cover verspricht.

Gleich am Anfang haute mich trotz der Vorwarnung noch um, mit welcher Maßlosigkeit dort gequalmt wird.
"Getrunken" natürlich auch- wohl eher eine Flasche als nur ein Glas - aber das tut man ja auch heute noch, während dieser Hang zum Nikotin doch schon weitgehend verpönt ist.
Immer und überall greifen hier sowohl Mann als auch Frau zur Fluppe.
Ein Gynäkologe raucht bei der Untersuchung einer Frau genau so leidenschaftlich wie diese Patientin auf seinem Stuhl.
Frauen rauchen auf der Couch ihres Psychiaters ebenso selbstverständlich wie ihr Psychiater beim Lauschen.

Die Serie ist auch ein optisches Vergnügen mit vielen wunderschönen Frauen, die noch "Frisuren" tragen, die man heute nirgendwo mehr sieht; und meist diese weiten Röcke, teilweise noch über diesen Petticoats.
Sie sehen - auch in ihren engen Kleidern, in denen sie auch noch üppig Po zur Schau stellen durften-wirklich umwerfend aus.
Nachahmenswert, wenn frau nicht wüsste, wie unbequem das Leben in so einer Gewandung ist und wie viel Selbstbeherrschung, Arbeit und Zeit es erfordert, diese pflichtgemäße Verstellung auf " schön, unterwürfig, bewundernd, dumm und meinungslos aber sexy, mitfühlend und verfügbar" nahezu 25 Stunden am Tag abzuleisten.

Die weibliche Hauptfigur ist Betty Draper - liebreizende Ehefrau von Donald Draper, des stärksten Kreativkopfes dieser Werbefirma, der sie einst vom Job des Modelns befreite, und die nun als Mutter seiner zwei Kinder den ganzen Tag lang rauchend darauf wartet, dass abends endlich sein Wagen wieder die Auffahrt hoch rollt; sie und die Kinder sehen ihn nur beim Frühstück und ab und an beim Dinner, wo er nur physische Präsenz und Befehlsgewalt bietet, aber keinerlei emotionale Beteiligung.
Betty hat die Frisur von Grace Kelly, und zwar so dauerhaft perfekt, selbst morgens beim Aufstehen, dass es sich eigentlich nur um eine Perücke handeln kann.
Es sei denn, sie würde nachts nicht wirklich schlafen, was durchaus vorstellbar ist, da sie im Bett auch immer diese ärmellosen und durchsichtigen Nylons trägt, in denen ich noch nie eine Nacht verbrachte und die sicher sehr hautunfreundlich sind; jedenfalls ich darin kein Auge zu bekäme.
Aber das wohlige Schlafenkönnen gehört eben nicht zu den Pflichten einer Hausfrau unter dem Diktat des Sexismus, sondern sie muss sexuellen Anreiz bieten und stete sexuelle Verfügbarkeit demonstrieren.
Betty besonders jetzt, wo sie bereits 27 Jahre alt ist und immer wieder Ängste vor der Schallgrenze des Frauenalters von 30 Jahren formuliert, wo Frauen in die Unsichtbarkeit abrutschen und von Entsorgung bedroht sind.

Und: dieses paradiesische Leben führten auch nur die Frauen von reichen Männern, die Personal hatten sowohl für die Hausarbeit als auch für die Kinderbetreuung etc.

Eine interviewte Frau in einem " Extra" dieser Serie kritisiert, dass in den normalen Porträts der Gesellschaft in den 3 Jahrzehnten, in denen dieses Familienmodell gelebt wurde ( nach dem zweiten Weltkrieg bis Ende der Sechziger) die Frauen als Hausfrauen im eigentlichen Sinne dargestellt werden, die es offenbar schaffen, neben all der Hausarbeit und Kinderaufzucht etc auch immer noch so aussehen wie aus dem Ei gepellt und immer entspannt und gut gelaunt dabei zu sein; also übermenschlich.
Was aber ganz und gar nicht stimmt, denn diese Luxusweibchen hatten mit den Hausfrauenarbeiten nicht mehr zu tun als sie zu kontrollieren - und ansonsten jeden Tag voll und ganz dafür zur Verfügung, sich um sich selbst und um ihr Äußeres zu kümmern, ihre Kleidung zu wählen, zum Friseur zu gehen und entspannt auf die abendliche Heimkehr ihres Gatten zu warten.
Den sie dann mit einem tollen Essen ( das nicht sie gekocht hatten sondern eine Köchin ) und mit dem Glas Martini - den allein sie selber einschenken mussten - zu empfangen und erotische Abende damit einzuleiten.
Eine normale Frau ohne Personal hat dieses Spiel auch in jenen 3 Jahrzehnten dieses Familienmodels genau so wenig hin bekommen, wie vorher und nachher alle anderen Hausfrauen und Mütter im wahren Sinne des Wortes auch.

Auch das Heer der Sekretärinnen in dieser Firma ist perfekt gestylt und die meisten auf Modelniveau.
Zu ihrem Berufsbild gehörte es, die Arbeitsmoral der Männer durch optische und erotische Anreize zu erhöhen oder für Entspannung damit zu sorgen.
Der Spiegel im Aufenthaltsraum der Sekretärinnen ist für die Männer in deren angrenzendem Pausenraum ein Fenster, vor dem sie zusammen hocken und die Mädels bewerten und kreischen, wenn diese dicht vor dem vermeintlichen Spiegel immer wieder ihre Lippen nachmalen; zum Schein auch die beiden natürlich ungeouteten Homosexuellen unter ihnen.

Die Chefsekretärin Joan, eine ebenfalls wunderschöne und perfekt gestylte Frau - die neue Sekretärinnen einweist und ihnen dabei verrät, dass sie hauptsächlich als Kellnerinnen und Mütter der ihnen zugewiesenen Chefs zu fungieren haben, also neben Tabletten, Alkohol und Zigaretten immer Nähzeug, Verbandszeug, Fleckentferner und Trost für sie bereit halten müssen- ist 31 Jahre alt und die jüngere Konkurrenz hat sie damit geoutet, indem sie ein Papier, das ihr wahres Geburtsdatum zeigt, ans schwarze Brett pinnte und davor hämisch kicherte.
Offenbar dürfen auch Sekretärinnen nicht älter als 30 sein, und der Sekretärinnenpool in dieser Firma wird ebenso gnadenlos immer wieder erneuert und verjüngt wie die heimische Rollenbesetzung.

Die meisten von ihnen suchen dort einen Mann, eine gute Partie, und verkennen, dass sie ohnehin schon die Zweitfrauen der Männer dort sind - die gelegentlich auch mal ad hoc für den Druckabbau in deren Lendenregion zu sorgen haben, was oft hinter noch nicht einmal abgeschlossenen Bürotüren passiert- und daher in der Regel keine "Aufstiegschancen" mehr haben.
Auch mein Ausbilder in NZ vernaschte jede neue Sekretärin, die nicht bei 3 auf dem Baum war, und entsorgte sie danach durch Entlassung, da er schließlich verheiratet und Vater von zwei Kleinkindern war und einen Ruf zu wahren hatte.
Heiratsanträge werden in diesem Klima zwar verteilt, aber meist von Chefs, die noch schwer verheiratet sind und es auch bleiben.
So sieht man immer mal wieder eine von ihnen auf der Toilette heulen und schluchzen. Eine von ihnen beklagt sich beim Nachschminken über taube Wangen: meist ein Symptom für ein krankmachendes Ausmaß an Selbstentfremdung.

Die MadMen unterhalten alle neben ihrer Ehefrau eine feste Affäre, und in der dritten Liga spielen die Sekretärinnen als Zweitfrauen mit.

Aber das alles reicht noch nicht.
Natürlich spielen auch noch Professionelle mit und das Texten findet oft in Tabledancebars etc statt.

Weiter veranstaltet diese Firma auch Castings für eine Besetzung in irgendeinem Werbespot, wobei es diese Rolle oft gar nicht gibt, sondern diese Madmen sich da nur Gespielinnen für Gruppensex nach Feierabend im Empfangsraum vor ihren Büroräumen raus picken.
Erstaunlicherweise spielen auch diese Möchte-Gern-Models, oft erst um die 18 Jahre alt, bei so etwas mit ohne mit der Wimper zu zucken; auch gerne mal das Pferdchen in Strapsen für einen von ihnen als Reiter, vor seinem/n lachenden Kollegen.
Bei der Nummer erleidet der Chef von Don seinen ersten Herzinfarkt, was für Don eine Warnung ist und er sofort mit seiner derzeitigen Geliebten nach Paris fliehen will; und als die ihm einen Korb gibt, sofort bei einer Kundin anklopft, diese zu seiner neuen Affäre macht und nun mit ihr
"abhauen" will.

Sex wird in dieser Serie allerorten bekleidet und ohne Vorspiel in Missionarsstellung absolviert, wobei die Mädels künstlich und sinnlos quieken.
Von den neuseeländischen Sekretärinnen habe ich auch dieses ewige Kichern und Quieken nach jedem Satz, den die 20 Firmenhengste von 75 bis Anfang 20 absonderten, in Erinnerung behalten und meinen Alptraum damit genährt.
Ich hielt es für ein Zeichen von Dummheit und Naivität, aber es war - wie hier - nur Rollenspiel; und die Naive vor 30 Jahren, die war ich; da ich mir als Nachachtundsechzigerin in Berlin diese Art von Sexismus so wenig vorstellen konnte, dass ich diese Firmenwelt mit eigener grenzlegaler Gesetzmäßigkeit - ihrem unangefochtenen Herrenrecht - einfach nicht kapierte.

Faszinierend für mich auch, mit welcher dreisten Überzeugungskraft Don seiner Betty immer wieder den treuen Ehemann vorspielt, und dass sie das bis Ende der zweiten Staffel auch noch glaubte.
Allerdings hat sie bereits taube Hände ohne organische Ursache dafür, und wird von einem Psychiater behandelt, der alle ihre aufmüpfigen Ansagen auf der Couch mitschreibt, weil er ihrem Ehemann Bericht erstatten muss für dessen Geld.
Sie ahnt also durchaus, dass Don ein Doppelleben führt, will es nur noch nicht wahr haben.

Überall dieselbe spaßig-traurige Realität wie in den Sechzigern in Amerika.

Weltweite Übung, in etwas abgeänderter Form ( heute gibt es Silikon, während die üppigen Busen dieser Frauen noch echt waren ? LOL ) sicher auch heute noch.

Wobei diese Variante ja noch gnädig ist verglichen mit dem Sexismus in der sog. Dritten Welt.

Allerdings geht es auch anders, wenn frau nur will und sich traut.
In dem Sekretärinnenpool befindet sich auch Peggy, die als naive Landpomeranze dort einstieg;
ihrem Chef Don aber auch gleich ihre Hand auf die seine legte, ihn dabei unbeholfen "bereitwillig" anlächelte, dann aber aufatmet, als er sich dankend dagegen abgrenzt.

Sie lässt sich dann aber von dem ehrgeizigen Grünschnabel Peter Cambell vernaschen, der in der Nacht vor seiner Heirat einer karrieredienlichen "Tochter von Familie" an die Tür ihrer Wohnung klopft, und wird schwanger von ihm, was sie erst bei den Wehen bemerkt.
Während ihrer verdrängten Schwangerschaft - wo alle dachten, dass sie aus Frust zu viel isst- schon an ihrer eigenen Karriere arbeitete und bei der Geburt gerade schon zur Texterin aufgestiegen war.
Sie folgte dem Vorbild der anderen nicht, sondern entdeckte die Freuden eigenen kreativen Schaffens.
Ließ sich von dem Sohn, den sie sich ungewollt einfing, nicht auch nicht aufhalten, sondern gab ihn bei ihrer Schwester ab.

Allerdings wird sie darin von Don Draper unterstützt, der ihre beruflichen Qualitäten nicht nur erkennt sondern auch zum Wohle der aufstrebenden Firma nutzen will.
Am Ende wird sie sicher Partnerin an seiner Seite sein.
Falls Don nicht die männliche Zeichenfigur ist, die im Vorspann vom Seil stürzt.

Einen wirklichen Einblick in die Werbung bekam ich bisher leider nicht, z.B. im Vergleich zu der Serie Nip&Tuck, die einen vollen Einblick in die Welt der Schönheitschirurgie bietet.
Hier reduziert sich das vermittelte Wissen auf die wiederholte Ansage, dass Werbung die heimlichen Sehnsüchte der Zielgruppe triggern muss, aber detailliert und konkret wurde es bislang nicht.
Deshalb gibt es von mir auch nur 4 Punkte.


Tubular Bells 2003 (CD + DVD)
Tubular Bells 2003 (CD + DVD)
Preis: EUR 10,49

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht - sofort., 20. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Tubular Bells 2003 (CD + DVD) (Audio CD)
Mit diesem Remix des Jahrhundertklassikers Tubular Bells habe ich an diesem Wochenende eine sehr
erstaunliche und beeindruckende Erfahrung gemacht:

Noch heute Morgen schrieb ich hier erbost und empört einen Verriss, bei dem ich diesem Werk nur einen einzigen Stern verlieh mit Betreff: Bitte keine Remixe von Jahrhundertklassikern !

Und soeben komme ich von einem ausgedehnten Herbstspaziergang zurück, bei dem ich dem Remix noch eine Chance gab, ihn auf MP3 dann 2 Male anhörte; das erste Mal so bemüht unvoreingenommen wie es mir nur möglich war, das zweite Mal schon begeistert.
Sitze jetzt mit einer gänzlich geänderten Meinung am PC und würde dem Remix hier nun auch offiziell 5 Sterne geben, wenn ich es nicht interessanter fände, meine Rezension hier unter den Kritikern platziert zu lassen.

Ich habe erfahren, dass ich einfach nur fanatisch fixert war auf die Erstversion der Tubular Bells I , die ich 1975 - auf Vinyl von Virgin Records- monatelang hörte, oft 10 x hintereinander, und mittlerweile sicher an die 500 Male genossen habe; jede Note kenne und jede Atempause, jeden noch schiefen Ton von damals liebe, und immer noch nicht genug habe davon.
Die mir also so was wie heilig ist.

Diesen Remix habe ich mir gestern erst gekauft, und er tat mir richtig weh, sogar physisch.
Ich erlebte ihn als Verschandelung und erkannte die Originalversion darin echt nicht wieder !

Mittlerweile weiß ich, dass ich einfach nur die Scheibe hören wollte, die ich festgemeißelt in meinem Kopf habe, und geradezu beleidigt war, etwas serviert zu bekommen, das mir völlig anders, gänzlich verfremdet und verzerrt, und einfach skandalös unmöglich vorkam.
Dabei sind die Unterschiede objektiv nur gering !

Ich war nur programmiert, borniert und daher ZU !

Jetzt finde ich nur noch ein Stück, den Track Nummer 7 von Part I, schlechter als in der Originalversion, wo der Gitarrenriff irgendwie kerniger, klarer, mehr auf dem Punkt ist.
Alles andere ist erstens sehr wohl klar erkennbar Tubular Bells I und zweitens verfeinert, angereichert, perfektioniert, objektiv gesehen also BESSER.

Tut mir Leid, Mike, heute morgen noch schrieb ich das nachfolgende Fehlurteil, das ich mal drin und hier nach dem Strich folgen lasse, damit u.U. auch andere dem Remix auch noch eine Chance geben und dieselbe Erfahrung machen wie ich:
_______

Finger weg von einem Jahrhundertklassiker !
Bisher dachte ich, dass der große Meister Mike Oldfield nichts flasch machen kann, aber das hier ist grundflasch.

Er hat aus der höchst abwechslungsreichen Version, die sich durch einen faszinierenden Wechsel von seicht und überirdisch auf krasse Rock§Roll Passagen auszeichnete, nun so was wie "esoterische Fahrstuhlmusik" gemacht, die abwechslungsfrei und ohne Höhepunkte vor sich hin säuselt, die Töne unklar sind, sich wechselseitig verschlingen, und wo Kenner der Originalversion verzweifelt versuchen, noch was von dem alten Sound und vor allen Dingen von dem alten Geist dieses Jahrhundertwerkes heraus zu lauschen.

Was hat er sich dabei nur gedacht ?!
Traut er dem heutigen Publikum denn gar nichts mehr zu ?

Ich weiß aus seiner Autobiographie, dass er mit seinem Meisterwerk immer auf Kriegsfuß stand.
Vielleicht weil es ihm damals nach LSD-Horrortrips so dreckig ging.
Aber wenn er das hier echt besser findet, dann geht es ihm heute zu gut.

Seine Musik aus dem Jahren ab 2000 ist ja ohnehin nicht mehr recht zu vergleichen mit der aus seinen Sturm- und Drangjahren, ist für meine Ohren zu einem spannungslosen Geplätscher verkommen.
Kommt aber auch sehr gut an, und so vermute ich, dass er auch seine neuen Fans mit diesem Remix erfassen wollte, denn er scheint mir eine Anpassung an seinen neuen Stil zu sein.

Nun, jedem das seine.
Aber dieses hier halt übertrieben nichts für mich.

Gott sei Dank habe ich sie mir im Jahre 2001 noch als DVD gekauft, die ebenfalls noch von Virgin Records heraus gegeben wurde, und wirklich das Original wieder gibt, 1 zu 1.
Ja, so eine CD gibt es; gab es jedenfalls.
Derzeit kann ich sie leider nicht einmal mehr unter gebraucht finden.
Vermutlich, weil keiner sie mehr her gibt.

Unbezahlbar ist deshalb seine DVD " Elements", wo man Mike und seine alten Kumpels ganz am Anfang , 1976, nicht nur hört sondern auch dabei sieht, wie sie dieses Meisterwerk ebenfalls im Original abliefern, knapp eine halbe Stunde lang.
Andächtig wie in einer Church of Rock & Roll.

Wenn die DVD hier in dieser Packung wenigstens dieser Mitschnitt wäre, der einen Vergleich mit dem Original ermöglichen würde - statt nur noch mal der Plätschersound mit ein paar Naturaufnahmen überlegt- dann wäre diese Ware kaufenswert und absolut voll und rund.
Aber so ?!

Ich empfehle hier allen noch mal diese DVD, die sein Gesamtwerk zeigt, und auf der sich auch noch seine Incantations in Originalversion befinden, überlegt mit Bildern aus dem Weltall.
Sie ist hier zur Zeit für rund 45 Euro zu bestellen, und diesen Preis mehr als wert.

________

Gut, jetzt nach dem unvoreingenommenen Hörerlebnis in der Natur gebe ich auch diesem Remix 5 Punkte und sage wieder: Mike Oldfield ist und bleibt ein Genie, der weiß was er tut und der wirklich nichts falsch machen kann.
Ich fand ja auch seine "Incantations" an Anfang nur unmöglich, konfus, nichtssagend.
Und nach dem vierten Anhören dann genial, eine echte Konkurrenz für Tubular Bells I.


Die neue Liebesordnung: Frauen, Männer und Shades of Grey (edition suhrkamp)
Die neue Liebesordnung: Frauen, Männer und Shades of Grey (edition suhrkamp)
von Eva Illouz
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,99

20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Geheimnis des Erfolges von Shades of Grey, 23. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Frau Eva Illouz, Professorin für Soziologie an der Hebräischen Universität in Jerusalem, die besonders durch ihren vieldiskutierten Bestseller aus dem Jahre 2011 "Warum Liebe weht tut" bekannt wurde, untersucht in diesem Buch die Frage, wie ein triviales und unbestreitbar miserabelst geschriebenes Buch - Shades of Grey - binnen kurzer Zeit zu einem der besten Weltbestseller werden konnte; nach dem ersten Teststück ( dem meistgekauften Band 1) auch noch zwei in Windeseile nachgelegte Folgen reißendsten Absatz fanden und die Filmindustrie Schlange stand für die Filmrechte, demnächst wieder ein dreiteiliger Blockbuster die Straßen leerfegen und die Rubel rollen lassen wird.

Sie hat dieses Rätsel, über das ich selbst schon nachgesonnen hatte, auf den 77 Seiten dieses Buches von allen erdenklichen Seiten beleuchtet und für mich wirklich zufriedenstellend gelöst.

Shades of Grey ist ihrer Bewertung nach weder ein "Mamiporno" ( allerorten so betitelt) noch ein antifeminitisches Machwerk ( natürlich aber auch kein feministisches !), sondern funktioniert wie ein gut gemachter Ratgeber, der zeigt, wie sich die Aporien zeitgenössischer heterosexueller Liebesbeziehungen praktisch überwinden lassen.
Es gehört ihrer Ansicht nach der Selbsthilfekultur an, bis hin zu praktischen Anweisungen zur Erreichung besserer Orgasmen.

Ansonsten werde hier die Phantasievorstellung von der absoluten Liebe - die immer noch in den meisten Frauen lebt, die sich aber derzeit nur noch schwer auch nur eingestehen lässt- bedient und im Mantel einer BDSM-Interaktion wundersam befriedigt.

Sie stellt heraus, dass hier nicht etwa die Liebesgeschichte dazu diene, die Sexszenen in rosafarbenes Papier der Gefühle einzuwickeln ( was die Mehrheit vermutet), sondern dass es sich um eine klassische, romantische Liebesgeschichte handele, die in Sex verpackt wurde.
Was zeitgemäß sei, da heute kaum noch Verliebtheiten zu Sex führen, sondern meistens Sex der Opener ist, der entgegen den eigentlichen Wünschen der Frauen zu selten zu einer nahen Liebesbeziehung erwächst.
Dieses aber sehr wohl könne, was Ana Steele ihren Leserinnen vorführt und beweist !
Und Ana Steele ist eine durchschnittliche Frau, die Christian Grey am Ende damit "knackt" , heilt und erobert, dass sie Charakter zeigte.

Sie kommt zu dem Ergebnis, dass diese Trilogie ( neben dem pornographischen Inhalt, der sich in diesen Zeiten immer gut verkauft und neben einer ausgeklügelten Marketingstrategie ) deshalb zu einem Besteller werden konnte, weil es ein tatsächlich bestehendes soziokulturelles Problem zugleich darstellen als auch lösen konnte.

Das Problem ist, dass Autonomiestreben und Gleichseinwollen dem Begehrtwerdenwollen in der Realität meist abträglich sind, in einer solchen SM-Phantasie - in der zumindest hier ja stets neu verhandelt und gekämpft wird - aber dazu geeignet, das wechselseitige Begehren zu steigern und Nähe herzustellen.
Hierbei setzt sie sich intensiv mit dem Phänomen des BDSM auseinander und bringt viele Zitate von anderen Autoren und Wissenschaftlern ein, die äußerst aufschlussreich sind.

Sie erwähnt auch, dass - von mir jetzt nur sinngemäß und nach meinem Verständnis übersetzt- der feministische Versuch, das Begehrverhalten der Männer umzuprogrammieren, kläglich gescheitert ist, und in diesem Buch nun eine Antwort angeboten wurde, wie frau sozusagen von Hinten durch die Brust ins Auge die beiden miteinander unvereinbaren Ziele von Autonomie und gleichzeitig Begehrtwerden und Hingabebedürfnis unter einen Hut bringen könnte.

Das hat mich überzeugt-vor allen Dingen mir gezeigt, warum diese Trilogie so dermaßen gut angekommen ist.

Nur leider, leider - ist und bleibt auch diese Lösung wohl nur eine Phantasie, an der Frauen ebenfalls scheitern werden.

Sie erörtert aber noch viele andere Aspekte; und alles natürlich sehr ausführlich.

Ich gebe dieser Abhandlung 5 Punkte und kann sie sehr empfehlen.


Original Album Classics
Original Album Classics
Preis: EUR 16,49

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Geist der jungen Jahre; anfällige CDs, 15. Juni 2013
Rezension bezieht sich auf: Original Album Classics (Audio CD)
Die nach dem Strich folgende Rezension schrieb ich - bei Verleihung von 5 Sternen- vor ca. einem Jahr.

Nun sehe ich mich dazu gezwungen, 2 Sterne abzuziehen, denn es hat sich heraus gestellt, dass die CDs in dieser Original Album Series offenbar minderwertig sind:
Meine Lieblingstracks konnte ich nur ca. 20 Male anhören, und schon gab es darin einen Defekt, der sich auch mit sorgfältiger Reinigung nicht beheben ließ/lässt.
Das Gleiche habe ich leider auch bei anderen CDs aus dieser Serie hinnehmen müssen.

Und leider auch bei Fela Complete, den 20 CDs mit dem gesamten Lebenswerk von Fela Kuti.

Diese billigeren CD-Drucke gehen offenbar schnell kaputt; was ich bei EinzelCD`s zu normalen Preisen noch nie erlebt habe.

Sie sind meiner persönlichen Erfahrung nach also gut zum Kennnenlernen, aber nichts auf Dauer !!!
Wer etwas für Dauer haben will, sollte ich lieber die EinzelCD`s zum Normalpreis anschaffen.

___________

Wieder so ein "unbezahlbares Geschenk" der Original Album Classics.
Bei dem Erkennen, dass Santana nun schon zu dem Klassikern zählt, deren Lebenswerk auf Ramaschtischen gelandet ist, befällt mich sowohl Stolz darauf, dass ich schon damals dabei sein durfte, als und Trauer darüber, dass diese geniale Musik heute schon wie Sauerbier feilgeboten werden muss, damit die Oldies sie wieder entdecken und auch das Jungvolk darauf aufmerksam gemacht wird.

Ich hoffe, dass das wenigstens klappt.

In diesem billigen Kompaktpäckchen befinden sich drei maßgebliche frühere LP`s :
Caravanserai ( 1972)
Barboletta ( 1974)
Amigos ( 1976)

sowie zwei Alben, die mir noch unbekannt waren und die ich zeitlich nicht einordnen kann:
Welcome
Love Devotion Surrender ( mit Carlos Santana, John McLaughlin und Mahavishnu)

Die beiden letzteren dürften wohl der jazzigen Phase, die ein Vorrezensent benennt, entstammen.
Für mich sind es Kostbarkeiten aus einer anderen Zeit, und nicht so ganz das, was ich unter Santana verstehe. Aber dennoch unbedingt hörenswert !

Die ersten 3 dagegen sind für mich SANTANA, so wie ich sie in Erinnerung habe.

Auch bei Satana ist es mir nämlich passiert, dass ich die kaum noch hörte, weil ich sie nur auf Vinyl besitze und mein Plattenspieler schon ewig kaputt ist.
Ich hatte mir zwar ab und an mal CD`s mit so was wie "Best of Santana" gekauft, aber dabei dann immer gedacht : man, das sind die doch gar nicht . Jedenfalls war ich nicht mehr begeistert.

Jetzt, durch dieses Album hier, bin ich wieder begeistert, und zwar total.
Es ist eben doch besser, sich die alten gesamten LP-Kompositionen zu Gemüte zu führen, und nicht irgendwelche Zusammenschnitte.

Mein Lieblingsalbum den 3 ersten von "Original Santana" ist CARAVANSERAI, das ich persönlich eher unter Psychedelic Rock einordnen würde.
Jedenfalls ist es sowohl eine Entführung in die Traumwelt der Wüsten und deren Karawansereien - den Herbergen für Karawanen, die auch auf dem tollen Cover, Vor-und Rückseite, abgebildet sind- als auch in die Church of Rock&Roll, mit tollen Gitarrenriffs von Carlos und toller Percussion etc.

Diese Platte dürfte etwas unbekannter geblieben sein, ist aber meiner Ansicht nach eines der Meisterwerke von Santana.

Amigos dann ist das, woran kein Mensch aus meiner Generation damals vorbei kam. Hoffe ich.
Auch nach 20-30 Jahren der Versenkung in alten Vinylbeständen wird da jeder noch mittrommeln und mitsingen können, so wie ich.

5 Punkte - holt Euch diesen geschenkten Genuss.


Liebe Zwei
Liebe Zwei
Preis: EUR 13,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erste Sahne, 9. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Liebe Zwei (Audio CD)
Diese schon etwas bejahrtere "Liebeserklärung" von Hagen Rether rezensiere ich heute deshalb, weil ich sie soeben mal wieder angehört und mich an ihr erfreut und mich dabei köstlichst amüsiert habe.

Seine noch älteren oder jüngeren Programme auf CD sind genau so gut.
Alle sind in meinen Augen und Ohren so unverschämt atemberaubend klasse, dass ich sie so lange anhören werde, bis ich sie auswendig kann, und dann wohl hoffentlich auch mein eigener Geist schon etwas ähnlicher tickt als bisher.

Lange Zeit sah ich in Georg Schramm unseren besten Kabarettisten, gefolgt von Dieter Nuhr.
Aber momentan gefällt Hagen mir mindestens eben so gut.

Die einzelnen Abhandlungen auf dieser CD lauten wie folgt:

1. Novemberblüte

In der man im November von Grillpartys allmählich die Schnauze voll hat und Maikäfer schlüpfen, weil sie doof sind.
Und dass wir hier bald 15 Millionen Holländer unterbringen müssen.
In diesen Tagen darf ich fragen : in Deggendorf ?

2. Bin Beten

Die längste und beste Lachnummer auf dieser CD, wo z.B. der Pabst sich in seinem sog. Papamobil- einem fahrenden Tresor mit Panzerglas- vor seinen Gläubigen schützt und ihnen Gottvertrauen damit vorleben will.

Wo ein Kardinal beim Jobcenter gefragt wird, was er denn könne und u.a. antwortet : " Ich kann Rosenkranz" - und auf das zynische Abwinken seines verzweifelten Vermittlers: " vor und zurück ?"
Nach weiterem Abwinken sagt er dann : " Angst machen kann ich auch noch, und sie wieder nehmen, und sie wieder machen.
Und mit Kindern kann ich gut."

Für Pabst Woitila erhofft er sich, dass er als allein erziehende Mutter in Niederbayern wieder geboren wurde.

Weiter führt Hagen uns hier kurz, bündig und extrem witzig alle Weltreligionen als nichts als feuchte Männerträume vor.
Sein Bild von dem Dalai-Lama als Knutschkugel, für enttäuschte Christen, und als ewig kicherndem Wackeldackel als Folge davon, dass er als Kind von Greisen seinen Eltern geraubt und nicht artgerecht gehalten wurde, befindet sich auf "Liebe 4" , glaube ich zu erinnern.

Hier sagt er : "Der Buddhismus ist ja ganz schön, aber muss man da denn gleich eine Religion
daraus machen ?"

3. Nachbarn
4. Sudoku

5. Alphatiere

Hier u.a. die These, dass Angela Merkel sich den Pfiffi ( womit ihre viel kommentierte Frisur gemeint ist) doch nur jeden Morgen als Perücke aufsetze, weil sie von ihrem Nichtstun beim geschäftigen Herumlaufen ablenken wolle.

Gequiekt habe ich über : "Übrigens kann ich den Köhler nicht mehr richtig anschauen, da ich dabei immer den Riechling sehe", denn genau deshalb konnte ich zur Reichlingzeit fast keinen Politiker mehr anschauen, weil sich immer der Riechling mit ins Bild schob.
DER hat echt ein gutes Werk an uns getan !

Dann meint Hagen noch dazu : Ob das dem Köhler selber wohl auch so geht ( wenn er in den Spiegel schaut) ?

6. Luft

7. Hühnerfresser

Hier stellt Hagen fest, dass wenn der Bär Bruno erschossen werden musste, weil er Hühner fraß, doch wohl auch noch viele andere Leberwesen ---

Und dass wer trotz langer und intensiver Suche nicht dazu in der Lage sei, ein hausgroßes Raubtier zu finden, die weitere Suche nach Bin Laden einstellen sollte.

8. Frauenversteher

Mit u.a. dem richtigen Hinweis, dass Frauen immer noch nicht verstanden werden, und erst recht nicht
gleichberechtigt gehalten werden.

9. Draufgänger
10. Desperado

Erst bei den letzten beiden Themen lässt er uns seine Kunst zukommen, perfekt Klavier zu spielen, während zur selben Zeit sein brillanter Kopf auf Hochtouren arbeitet und seine Sprache nicht als Gesang - nicht mal als Sprechgesang - eingesetzt wird.
Da soll noch mal wer behaupten, dass Männergehirne nicht auf "multiple tasking" eingerichtet wurden.
GENIAL, einfach genial.

Dennoch habe ich es begrüßt, dass die Musik hier etwas in den Hintergrund trat, denn sie ist manchmal doch zu ablenkend von der verbalen Aufklärung, die er uns angedeihen lässt.
Na, vielleicht bin auch nur ich - als Frau- nicht gut in multiple tasking.

Hoffentlich arbeitet Herr Rether bereits mit Hochdruck an der Veröffentlichung seiner 5. Liebeserklärung.

Ich brauche dringend immer mal wieder eine mir sehr ehrlich und authentisch erscheinende geistige, politische und künstlerische Vollwertkost wie diese ; als Ausgleich auch für neue heftig promotete Bücher, die Bestseller werden wollen; die sich angeblich ebenfalls mit der Wahrheit über Deutschland befassen - betont akademisch - und dabei was ganz anderes absondern.

5 Sterne +++


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