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H.Schwoch "hschwoch"
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Duracell Plus Power Batterie AAA (MN2400/LR03) 8er
Duracell Plus Power Batterie AAA (MN2400/LR03) 8er
Preis: EUR 6,45

0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Teuer und gut, 7. April 2014
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Es ist der alte Konflikt: Soll man für Markenbatterien viel Geld ausgeben (wie in diesem Falle gut ein Euro pro Stück), oder reicht es völlig aus, beim Discounter 1,99 .- € für acht Batterien zu bezahlen? Tests haben bewiesen, dass das Preis- Leistungsverhältnis im Regelfalle zugunsten der Billigvariante ausfällt, auch wenn man vielleicht öfter mal neue Batterien nachkaufen muss.

Darüber, dass Duracell-Plus-Power-Batterien qualitativ durchaus hochwertig sind, besteht kein Zweifel, doch schneiden sie bei der Langlebigkeit nicht auf einem Spitzenrang ab (Stiftung Warentest) und waren dort mit 1,35 .- € pro Stück auch mit Abstand die teuersten. Der derzeitige Preis hier bei amazon beträgt allerdings 'nur' 1,01 .- €, und damit wären sie im Preisvergleich ein ganzes Stück nach unten gerutscht.

Gesamturteil also: teuer und gut, aber nicht sehr gut.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 2, 2014 5:40 AM MEST


Kissing The Roof Of Heaven
Kissing The Roof Of Heaven
Wird angeboten von RAREWAVES-DE
Preis: EUR 16,40

4.0 von 5 Sternen Einzigartig, 7. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Kissing The Roof Of Heaven (Audio CD)
Zwei Iren namens Donal Coghlan (Gesang, Keyboards, Bass) und Gerry Leonard (Gitarren) trafen sich Ende der achtziger Jahre in Kopenhagen und gründeten eine Rockband namens Hinterland (eines von vielen deutschen Worten, die man im Laufe der letzten Jahrzehnte für den englischen Sprachraum adaptiert hat).

Sie ergatterten einen Plattenvertrag bei Island Records und veröffentlichten 1989 die Single "Dark Hill". Obgleich diese erfolglos blieb, durften Hinterland ein Album machen, das schließlich im Herbst 1990 auf den Markt kam. Coghlan und Leonard hatten sich dafür mit dem Schlagzeuger Wayne P. Sheehy verstärkt und gingen anschließend auch auf Tour.

KISSING THE ROOF OF HEAVEN wurde in Irland aufgenommen, in England abgemischt und in New York von dem legendären Bob Ludwig gemastert. Ihre Musik war von Dramatik, Sehnsucht und Melancholie durchzogen. Leonards unglaublich kunstvolles, sensibles Gitarrenspiel erinnerte dabei gelegentlich an The Edge von U2, und Coghlans Gesang kann man sich als eine Mischung aus Steve Hogarth, Jim Kerr und Bryan Adams vorstellen.

In ihren Songs ging es zum Teil um ernste Themen. So ist "Reporter" der erschütternde Bericht eines Kriegsreporters. "Stanley's Minutes" handelt von den letzten Lebensminuten eines Verlierers, der auf jeder Seite seines Bettes in einem billigen Hotel eine Flasche Guinness zu stehen hat. "Aeroplanes" ist die Geschichte eines 17-jährigen Iren, der für England in den Krieg zog und von seinem Flugzeug aus Bomben 'on foreign lands' abwerfen musste.

Leider wurde auch KISSING THE ROOF OF HEAVEN ein Flop. 1992 erschien noch eine heute fast verschollene EP namens RESURRECT mit vier Songs, und das war es dann leider auch schon mit Hinterland.

Während Donal Coghlan nur noch ein einziges Mal wieder auftauchte (1999 auf einem Album namens BRING TROUBLE von einem gewissen Brian), ist Gerry Leonard, der in den Neunzigern nach New York zog, seit vielen Jahren ein äußerst gefragter Studio- und Tourgitarrist, der u.a. für David Bowie, Laurie Anderson, Cyndi Lauper, Sophie B. Hawkins und Suzanne Vega in die Saiten greift.

Die Atmosphäre dieser Scheibe ist bis heute einzigartig. Songs wie "Handle Me", "Reporter", "Stanley's Minutes", "Galway Bay", "The Artist" hätten einen Platz im oberen Viertel des Rock-Pantheon verdient. Leider gehen die letzten beiden Songs dann eher in Richtung eingängiger, poppiger Folkrock à la The Hooters & Co. und zerstören die erwähnte Atmosphäre damit ein wenig. Daher lasse ich diese Songs beim Hören des Albums auch gerne mal weg.

Fazit: Wer Namen wie U2, Runrig, Clannad, Marillion oder die Simple Minds zu schätzen weiß, der müsste dieses Album eigentlich lieben.


One Man's Refuge
One Man's Refuge
Preis: EUR 19,10

4.0 von 5 Sternen Melodie und Harmonie, 5. April 2014
Rezension bezieht sich auf: One Man's Refuge (Audio CD)
Primitive Instinct aus Maidstone / Kent in England existieren bereits seit 1987, haben aber in all den Jahren erst vier Alben veröffentlicht: ICE FOR ESKIMOS (1993), FLOATING TANGIBILITY (1994), BELIEF (2000) und eben dieses.

ONE MAN'S REFUGE ist die erste Scheibe, die ich von dieser, offenbar über lokale Reputation hinaus nicht weiter bekannten Gruppe gehört habe. Sie selbst bezeichnen sich als 'Classic / Nu Prog / Alternative Rock Band' und setzen hinzu: 'We sound like US!! Oh ok, a teensy weensy bit like Pink Floyd, a teensy weensy bit like Hogarth era Marillion, a dash of BJH, but a lot like US!!'

Diese Selbsteinschätzung ist interessant, denn außer einigen leichten gitarrenmäßigen Ähnlichkeiten mit den Pink Floyd der ANIMALS-Ära (z.B. in "Breathing") und der ofttmals etwas weinerlichen Dramatik von Marillion mit Steve Hogarth vermag ich diese Berührungspunkte kaum zu erkennen.

Ich finde zum Beispiel, dass Leadsänger Nick Sheridan eine viel angenehmere Stimme als Steve Hogarth hat. Und musikalisch erinnern mich Primitive Instinct eher an sehnsuchtsvolle 80er- und 90er-Jahre-Bands wie Cry Before Dawn oder Hinterland.

Dabei springen dann einige wundervolle Songs wie "Solitary Man" (nicht der gleichnamige Klassiker von Neil Diamond), der Titelsong "One Man's Refuge", "Still Finding My Way", das epische, achtminütige "Regrets" und weitere eingängige Nummern heraus. Manchmal wird's auch arg leichtgewichtig ("No Way"!), aber da kann man drüber hinwegsehen.

Insgesamt ist dies ein sehr schönes Album, das ich, im Gegensatz zur Band selbst, allerdings eher nicht dem Progressive Rock und erst recht nicht dem Alternative Rock zuordnen würde. Hier zählen viel mehr Melodie und Harmonie.

Give it a try!
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The Other Side
The Other Side
Preis: EUR 4,95

4.0 von 5 Sternen Runterladen, zuhören, gut finden, 4. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Other Side (MP3-Download)
Jonas Lindberg dürfte Anfang bis Mitte Dreißig sein, ist ganz offensichtlich ein Schwede (man hört's an seinem typischen Akzent) und spielt mit seiner Band The Other Side laut eigener Homepage eine Mischung aus Progressive Rock und AOR.

Den genauen Background seiner sauber produzierten Musik zu ergründen, fällt auch nach mehrmaligem Hören nicht ganz leicht. Laut Homepage ist sie von vielen Bands des 'progressive genre' wie den Flower Kings, Spock's Beard und Pink Floyd beeinflusst, während 'some people' den Sound angeblich als Mixtur aus Pink Floyd, Sting und Genesis beschreiben.

Also, Pink Floyd sind meiner Meinung nach auf dieser mit knapp dreißig Minuten wohl als Mini-Album zu bezeichnenden Scheibe nun wirklich überhaupt nicht herauszuhören, ebensowenig wie Sting (höchstens gelegentlich bei Lindbergs Gesang). Und Genesis? Hm. Vielleicht eher späte Marillion?

Ich fühle mich hingegen zum Beispiel manchmal an die ersten Alben der deutschen Band Lake erinnert (vor allem in "The Other Side"), und in "Where To Begin" geht der Gesang auch schon mal in Richtung Supertramp.

Mein Lieblingsstück "Little Girl" ist eine wunderschöne Ballade mit abgrundtiefem Bass, den man selbst im übernächsten Raum noch spürt, und das abschließende "Line No. 18" geht mit seinen achteinhalb Minuten tatsächlich in Richtung melodischer Prog-Rock.

In jedem Fall macht es durchaus Spaß, diesen fünf Nummern zu lauschen. Und man muss ja gar nicht wie der Teufel hinter der armen Seele ständig nach irgendwelchen Einflüssen forschen.

Runterladen, zuhören, gut finden, so einfach ist das. Vor allem angesichts des günstigen Preises. ;-)


Seven Deadly
Seven Deadly
Preis: EUR 16,06

4.0 von 5 Sternen Business as usual, aber ordentliche Arbeit, 3. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Seven Deadly (Audio CD)
Nach dem mittelmäßigen Album YOU ARE HERE von 2004 meinte ich eigentlich, mit UFO so ziemlich abgeschlossen zu haben. Warum ich mir nun ihr bisher letztes Werk von 2012 doch noch heruntergeladen habe, kann eigentlich nur mit dem äußerst günstigen Preis und - natürlich - mit meinen nostalgischen Erinnerungen an eine einstmals so großartige Band zusammenhängen.

SEVEN DEADLY bietet zunächst mal alt gewohntes Hardrock-Handwerk, niemals wirklich langweilig (vielleicht mit Ausnahme des belanglosen "Year Of The Gun"), aber eben auch schon lange nicht mehr besonders aufregend. Business as usual.

Das schleppende "Fight Night" ist nun wahrlich kein perfekter Opener. "Wonderland" macht da mit metal-mäßigem Tempo schon etwas mehr her, zieht aber auch nicht gerade den Hering vom Teller. Und so geht's dann weiter: immer ganz okay, aber niemals wirklich berauschend.

Und dann kommt Track 8 namens "Burn Your House Down". Was für ein großartiges, episches Stück. Und Vinnie Moores Soli (besonders das erste) erinnern in ihrer wunderbaren Sensibilität tatsächlich an die goldenen Jahre mit Michael Schenker. Fazit: Dieser Song ist jetzt schon ein neuer UFO-Klassiker.

"The Fear" klingt wie ein harter T.Rex-Boogie von 1972. Irgendwie erwartet man jeden Augenblick, dass gleich Marc Bolan seine Stimme erhebt. Allerdings hat jener niemals eine bluesige Harmonika verwendet, wie sie hier eine Hauptrolle spielt. Eigentlich mag ich dieses Instrument ja überhaupt nicht, aber hier passt es wirklich gut rein. Klassenummer.

Und schließlich die rockende Halbballade "Waving Goodbye", erneut mit sehr feiner Gitarrenarbeit. Macht ebenfalls richtig Freude, das Ding, und so heben ausgerechnet die letzten drei Songs dieses Album dann doch noch auf ordentliche vier Sterne.

Hinzu kommt: Der Sound auf SEVEN DEADLY hat Power und Transparenz, Phil Mogg singt nach wie vor gut, wenn er auch altersbedingt inzwischen immer dunkler und (noch) rostiger klingt, und Vinnie Moore hat sich als Gitarrist inzwischen sehr schön eingegroovt. Er gehört jetzt wirklich dazu.

Letztlich finde ich es bewundernswert, dass diese Band, ähnlich wie Deep Purple und Uriah Heep, anstatt sich aufzulösen oder nur noch als als Best-of-Damals-Kombo durch die Lande zu ziehen, immer wieder neues Material erarbeitet. Auch wenn's natürlich nicht neu klingt - aber wer will das schon ernsthaft? Und wenn dabei dann gelegentlich noch eine Übernummer wie "Burn Your House Down" herausspringt, ist es um so besser.

Also, zum guten Schluss: Ordentliche Arbeit, Männer!

PS: Live sind UFO sowieso noch immer eine Bank. Also rein in ein Konzert in Ihrer Gegend!


Beurer EM 20 Neck Elektrische Muskel-Stimulation, weiß
Beurer EM 20 Neck Elektrische Muskel-Stimulation, weiß
Preis: EUR 22,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Lassen Sie sich lieber von einem Menschen massieren, 1. April 2014
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Ich finde es erstaunlich, dass ein solches Produkt im freien Handel erhältlich ist, denn laut Gebrauchsanweisung ist von der Anwendung des EMS-Pad neben diversen anderen Gründen 'dringend abzuraten' (!) bei 'bekannten oder akuten Herzrhythmusstörungen und anderen Erregungsbildungs- und Leitungsstörungen am Herzen'. Und was bitte kann durch die Verwendung des Pads passieren, wenn diese Herzprobleme zwar nicht 'bekannt', aber trotzdem vorhanden sind? Darüber schweigt man sich aus.

Bei mir war es so, dass schon Stufe 4 von 15 (!) möglichen Intensitätsstufen unangenehme Nachwirkungen in Form von Unwohlsein und gefühltem 'Herzstolpern' zur Folge hatte, obwohl mein Herz laut ärztlichem Befund völlig normal funktioniert.

Hinzu kommt, dass die Verwendung des Pads umständlich und die sehr, sehr klein gedruckte Gebrauchsanweisung zudem in vielen Punkten unklar und verwirrend ist. Jedenfalls trägt sie keinesfalls dazu bei, das Vertrauen in dieses Produkt zu fördern.

Nach allem kann ich aus meiner Sicht von der Verwendung nur abraten. Lassen Sie sich die versprochene 'entspannende Massage im Nacken- und Schulterbereich' lieber von einem dafür ausgebildeten, fachkundigen Menschen verabreichen. Menschlicher Hautkontakt ist doch eh schöner als solcher durch Strom, oder etwa nicht? ;-)
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 25, 2014 4:54 PM MEST


Rave Tapes
Rave Tapes
Preis: EUR 12,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schräge Romantiker aus Glasgow, 29. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Rave Tapes (Audio CD)
Im Gegensatz zu den anderen Rezensenten bin ich absolut kein Mogwai-Experte, denn RAVE TAPES ist tatsächlich die erste Platte, die ich von dieser Band aus der schottischen Metropole Glasgow jemals gehört habe.

Vor etwa fünfzehn Jahren wurde in Rockzeitschriften wie dem 'Musik Express' ihr Album COME ON DIE YOUNG rezensiert, das mich sowohl vom Titel als auch vom Cover-Artwork her offenbar dermaßen abschreckte, dass ich mich nie um ihr Werk gekümmert habe.

Vor einigen Wochen hörte ich dann ein Edit ihres Titels "Remurdered" auf einer Sampler-CD und war sofort davon fasziniert. Später kamen einige interessante Kritiken zu RAVE TAPES hinzu, und so habe ich mich schließlich entschieden, das Album herunterzuladen.

Die zehn zumeist instrumentalen Stücke sind im Einzelnen sehr verschieden, während das Album im Gesamteindruck dann doch recht homogen klingt. Irgend jemand hat für diese Art von flächig arrangierter, sowohl von Gitarren als auch von Elektronik bestimmter Musik vor geraumer Zeit einmal den etwas hilflosen Begriff 'Postrock' erfunden. Dabei berufen sich Mogwai genauso auf Hardrock-Einflüsse der 70er wie auf Alternative Rock, Shoegazer-Mucke, Progrock, Synthiepop, Ambient oder moderne Filmmusik.

Der Opener "Heard About You Last Night" ist zur Zeit auch schon mein Lieblingsstück. Ich fühle mich zunächst an Soundtracks zu Filmen wie "Der Eissturm" oder "Lost In Translation" erinnert, ehe dann auf einmal ein liebliches Piano und ein zutiefst romantisches Synthesizerthema erklingen. Gänsehautatmosphäre.

"Simon Ferocious" gemahnt ein wenig an späte Depeche Mode. Jeden Augenblick erwarte ich, dass Dave Gahan und/oder Martin Gore ihre Stimmen erheben, doch letztlich bleibt es instrumental.

Das schon bekannte "Remurdered" entwickelt sich zu einem rockigen und zugleich träumerischen Gitarren-Elektronik-Kunststück, das passagenweise entfernt an deutsche Pioniere wie Tangerine Dream erinnert.

Dann folgt das faszinierende "Hexon Bogon", dem u.a. das Wissen um Led Zeppelins legendäres "No Quarter" anzuhören ist.

Apropos Led Zep: "Repelish" ist eine Spoken-Word-Performance, in der das altbekannte Thema bearbeitet wird, nachdem Rockbands früher angeblich versteckte satanische Botschaften in ihren Songs verbreitet haben, die dadurch zum Vorschein kamen, dass man die (Vinyl-)Platten rückwärts laufen ließ. Mogwai erwähnen hierzu ausgerechnet Led Zeppelins Klassiker "Stairway To Heaven", aber auch Namen wie Mick Jagger und Alice Cooper. Sehr seltsam, dieses Stück, aber auch total reizvoll.

In "Master Card" nervt ein simples, ständig wiederholtes Gitarrenmotiv, das von schraddelnden Elektronikschlieren umrahmt wird. Gewöhnungsbedürftig.

"Deesh" erinnert dann wieder an Depeche Mode, und zwar seltsamerweise an sehr frühe (A BROKEN FRAME, CONSTRUCTION TIME AGAIN) als auch an sehr späte. Könnte aber auch wiederum Filmmusik sein. Auf jeden Fall wunderbar.

In "Blues Hour" wird zu sanften Pianoklängen und schrammelnden Gitarren sehr anrührend gesungen (!). Ein weiterer Höhepunkt.

"No Medicine For Regret" (was für ein wahrer Titel!) ergießt sich über den Hörer wie ein Füllhorn aus bombastischen Romantizismen und alternativer Energie.

Und schließlich "The Lord Is Out Of Control", ein träumerisch dahinfließender Strom aus Vocoderstimme und 'dronigen' Gitarren, dazu ein verschleppter Rhythmus. Beispiellos.

RAVE TAPES klingt aus verschiedenen Tonquellen sehr unterschiedlich. Auf der guten Anlage im Wohnzimmer strahlt die Musik viel mehr Tiefe und 'Gewalt' aus als auf bescheidenerem Equipment, zum Beispiel im Auto, wo man die Scheibe viel entspannter wahrnimmt. Mir geht es jedenfalls so.

Mogwai sind schräge Romantiker, deren romantische, manchmal geradezu melancholische Seite sich mit zunehmendem Alter und wachsender Reife immer mehr durchzusetzen scheint. Aber das ist nur die Vermutung eines Unwissenden, denn wie schon erwähnt ist RAVE TAPES meine erste, zumeist bewegende Bekanntschaft mit einer faszinierenden Band.


Gravitas
Gravitas
Preis: EUR 13,99

8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Weder Fisch noch Fleisch, 23. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Gravitas (Audio CD)
Hier ist es also, das vierte Album seit der Wiedervereinigung der Originalbesetzung, doch halt: Gitarrist Steve Howe hat Asia ja erneut verlassen.

Der Neue an den sechs Saiten heißt Sam Coulson, ist ein echter Baby-Boy und darf gelegentlich den ein oder anderen härteren Beitrag liefern, ohne sich aber wirklich in den Vordergrund zu spielen. Und dabei hätte eben dies der Band so unheimlich gut getan!

GRAVITAS (eine der römischen Tugenden, zu übersetzen mit Gewicht, Ernsthaftigkeit, Würde oder Umfang) scheint anfangs eine der besseren Asia-Platten zu werden, denn sowohl der melancholisch-bombastische Opener "Valkerie" (Walküre) als auch der 8-minütige (!) Titeltrack "Gravitas" machen Hoffnung auf mehr. Doch dann beginnt auch schon der jähe Abstieg.

"The Closer I Get To You" ist eine langweilige, nicht enden wollende Pop-Ballade, der Coulson erst ganz am Ende ein wenig viel zu kurze Spannung verleiht.

"Nyctophobia" (Angst vor Dunkelheit) mit einem schönen, aber erneut zu knappen Solo von Sam Coulson macht wieder ein wenig Hoffnung, nervt aber am Schluss mit dem unendlich oft wiederholten, lediglich aus einem Wort bestehenden Refrain.

"Russian Dolls" klingt nach hübschem Beginn wie ein besseres Home-Demo mit billigen Computer-Drums.

"Heaven Help Me Now" bietet ein richtig tolles orchestrales Intro, ehe akustische Gitarre und Piano einen recht typischen Asia-Song einleiten. Also: Klischees, Klischees. Trotzdem in Ordnung.

"I Would Die For You" hätte DER Ohrwurm schlechthin werden können, endet jedoch eigentlich bereits nach zwei Minuten und fünfundvierzig Sekunden, um letztlich in einem unspektakulären Finale zu versickern. Trotzdem ist es für mich der mit Abstand beste Song des Albums und hätte sich sogar auf ALPHA hervorragend eingefügt.

"Joe DiMaggio's Glove" ist eine recht sentimentale Halbballade über den legendären Baseballspieler. Netter Refrain, aber insgesamt leider ein wenig zu drucklos und seicht.

Und schließlich "Till We Meet Again", auch nicht wirklich schlecht, aber letztlich weder Fisch noch Fleisch.

Ich denke, es ist hohe Zeit, einem Produzenten wie Mike Stone (1951-2002) nachzutrauern, der Asia einst jenen dichten, bombastischen Touch verlieh, der ihre AOR-Ohrwürmer zu etwas ganz Besonderem formte. Und es ist Zeit, der Band ernsthaft vorzuwerfen, dass man seine Songs zwar aus hin- und her geschickten Audiodateien im heimischen Wohnzimmer zusammenkleistern kann, dass man das aber verdammt noch mal auch deutlich hört, vor allem auf guten Anlagen.

Selbst wenn diese Band schon lange nicht mehr Millionen Einheiten verkauft, und auch wenn von den Millionen damit verdienten Bucks unverständlicherweise nicht mehr allzuviel übrig sein sollte, so kann man sich dennoch der Mühe unterziehen, in ein professionelles Aufnahmestudio zu gehen, einen professionellen Produzenten zu verpflichten und ein ... genau: professionell klingendes Album aufzunehmen.

GRAVITAS ist also wieder mal ganz okay, aber letztendlich weit, weit von dem entfernt, was alte Zirkuspferde wie John Wetton, Geoff Downes und Carl Palmer eigentlich zu leisten imstande wären. Letzteres scheint auch Cover-Gestalter Roger Dean zu nerven, denn das, was er geschaffen hat, entspricht einmal mehr mitnichten seinem ehemals so hohen Standard.

Wer heutzutage wirkliche Leidenschaft unterstützen möchte, der kaufe z.B. ein phantastisches AOR-Album wie I WILL SURVIVE von Seventh Key. Aber die kennt ja leider, im Gegensatz zu Asia, keine Sau. ;-)
Kommentar Kommentare (11) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 16, 2014 1:48 PM MEST


Raketenmänner
Raketenmänner
von Frank Goosen
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen So ist halt das Leben, 22. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Raketenmänner (Gebundene Ausgabe)
Wahrscheinlich sind diese sechzehn Geschichten viel raffinierter miteinander verwoben, als man es beim ersten Lesen vermuten würde. Vielleicht aber auch nicht.

Der Buchtitel verdankt sich zum einen dem herrlichen Song "Rocket Man" von Elton John aus dem Jahre 1972, der nur oberflächlich betrachtet eine Antwort auf David Bowie's legendären Hit "Space Oddity" war, sondern eigentlich die Geschichte eines recht durchschnittlichen Menschen, der davon träumt, dass seine Leute daheim endlich begreifen, dass er nicht der Mann ist, der zu sein er scheint. 'Eigentlich bin ich ganz anders, ich komm' nur viel zu selten dazu', brachten Udo Lindenberg und Jan Delay es 2008 auf den Punkt. Von solchen Männern handelt dieses Buch.

Zum anderen ist RAKETENMÄNNER - in der Phantasie des Autoren - das geniale, aber vollkommen unbekannt gebliebene Album eines gewissen Stephan Moses aus dem Jahre 1974, also aus jener Zeit, als, abgesehen von Schlagersängern und sogenannten Liedermachern, eigentlich nur Udo L. in Deutsch zu singen sich traute.

Die Geschichten handeln von heterosexuellen Männern auf der Suche nach einem anderen Leben als dem, das sie haben, von Männern, die Kamerke, Frohnberg, Wenzel, Kobusch, Riedel, Sabolewski, Lemming, Ritter, Wolff oder Krupke heißen. Sie sind gefangen in der Nostalgie der Erinnerung an ihre Jugend und in der nicht sehr kuscheligen Realität ihres aktuellen Berufs- und Privatlebens. Die Ergebnisse ihrer Ausbruchversuche werfen sie immer wieder auf die Zumutungen des Alltags zurück. Der ganz normale Wahnsinn. So ist halt das Leben. Und irgendwann ist es vorbei.

RAKETENMÄNNER ist ein witziges und ein trauriges Buch, ein Buch zum Lachen und zum Weinen. So wie man Frank Goosen seit vielen Jahren kennt. Und wie immer spielt Musik auch hier eine große Rolle. In diesem Falle zum Beispiel von Edwyn Collins, Leonard Cohen, Marvin Gaye, Richard Ashcroft, Grateful Dead, Fleetwood Mac (respektive Stevie Nicks), Deep Purple oder Paul Simon. Lassen Sie sich überraschen.

Noch ein Wort zur äußeren Gestaltung: Der Einband ist sehr rot mit ein wenig weiß und blau, das Buch selbst ist blau. Ich finde, dass rot und blau hervorragend zueinander passen. Aber das nur nebenbei.


Waves
Waves
Preis: EUR 2,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Gegenentwurf zu "Happy", 18. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Waves (Audio CD)
Da lauscht man an einem Sonnabendnachmittag wie üblich der Bundesliga-Konferenz auf NDR 2, und plötzlich bekommt man ausgerechnet dort Musik zu hören, die einem nicht nur gefällt, sondern die einen geradezu anspringt.

Zum einen handelte es sich um die Schweden von Mando Diao mit einem formidablen Ohrwurm namens "Another Black Saturday", der noch gar nicht veröffentlicht zu sein scheint, und zum anderen um ein Stück, das ich dank des guten alten Internets anhand von Textfetzen inzwischen als "Waves" von einem gewissen Mr. Probz identifiziert habe.

Der Mann mit diesem sperrigen Namen wurde, so informiert mich Wikipedia, 1984 geboren, heißt eigentlich Dennis Princewell Stehr und ist ein niederländischer Rapper. Wie ein solcher hört er sich auf dem von ihm mit rauer Stimme gesungenen, unglaublich traurigen "Waves" zum Glück nun überhaupt nicht an.

'I'm slowly drifting away (drifting away) / Wave after wave, wave after wave / I'm slowly drifting (drifting away) / And it feels like I'm drowning / Pulling against the stream / Pulling against the stream'.

Nicht nur diese Worte, sondern der gesamte Text und die dazu perfekt passende Musik erzeugen bei jedem Hören wieder Gänsehaut und die ein oder andere Träne, die man schamhaft zu unterdrücken sich vergeblich bemüht.

Die Maxi-CD bietet zwei verschiedene Versionen der Wundernummer, die Download-Version sogar drei, die alle auf ihre ganz eigene Weise zu beeindrucken wissen. Man wünschte, dies würde ein ganz großer Hit in den Singlecharts werden, sozusagen als melancholischer Gegenentwurf zu Pharrell Williams' inzwischen nur noch nervendem Gute-Laune-Liedchen "Happy".


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