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H.Schwoch "hschwoch"
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Spear Of Destiny - The Price You Pay CD
Spear Of Destiny - The Price You Pay CD

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Melodisches Spätwerk, 10. September 2015
Kirk Brandon war sicherlich nicht der begabteste Sänger aller Zeiten, und die Band, der er vorstand, hatte auch so ihre Probleme (heißt: sie klang stets ein wenig steif und unbeholfen), und doch hatten Spear of Destiny das gewisse Etwas, um ihre dramatische Dark-Wave-Mucke unters junge Volk zu bringen. Zumindest in England reichte das für diverse Album- und Single-Chartplatzierungen.

Ihr recht kommerzielles und melodisches Spätwerk THE PRICE YOU PAY von 1988 kletterte immerhin bis auf Platz 37, und die ausgekoppelte Single "So in Love With You" erreichte Platz 36. Das war, nach dem grandiosen "Never Take Me Alive" anderthalb Jahre zuvor (Platz 14), ihr zweitgrößter Hit in Great Britain.

Auch hier in Deutschland hatte die Band viele Anhänger, konnte sich jedoch nie in den Charts platzieren. Woran das lag, weiß der Himmel.

Neben "So in Love With You" können vor allem Songs von der B-Seite der LP punkten. Warum "Radio Radio" kein Hit wurde, bleibt ein Rätsel, und "If the Guns" sowie "View From a Tree" sind wunderbare Bombastballaden.

Die Fans von damals sind heute in ihren Vierzigern oder gar frühen Fünfzigern. Erinnern sie sich noch an durchtanzte Nächte zu Worten wie 'All those nights when you can't hold on / Needing someone there, someone'?

PS: Warum gibt es diese Scheibe nicht als Download?


Back to Front (Remastered+Bonustracks)
Back to Front (Remastered+Bonustracks)
Preis: EUR 11,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Musik für die Oma von Nebenan, 4. September 2015
Es war zu jener Zeit, als der Hardrock regierte (Deep Purple, Led Zeppelin, Black Sabbath, Uriah Heep), der Progrock erste auch kommerziell erfolgreiche Wellen schlug (Yes, ELP, Genesis) und der Glamrock sein schillerndes Haupt erhob, um mit T.Rex, The Sweet, Gary Glitter, Slade, Roxy Music und natürlich David Bowie in glitzernde, kaum versteckte Rock'n'Roll-Revival-Sphären abzuheben.

Zu jener Zeit war es aber auch, dass Singer-/Songwriter Don McLean aus den USA mit "American Pie" und "Vincent" Welthits feierte, dass ein gewisser Elton John aus England zum Star wurde ("Rocket Man", "Crocodile Rock") und ein irischer Mittzwanziger namens Gilbert O'Sullivan mit Popschlagern wie "Clair" und "Alone Again (Naturally)" sowie seinem dazu passenden zweiten Album mit dem vollkommen unpassenden Titel BACK TO FRONT so viele Platten verkaufte, dass er in kürzester Zeit für sein weiteres Leben ausgesorgt haben dürfte.

Das Liedgut auf dieser Scheibe, zumeist versehen mit Klimperklavier und klebrigen Strings, war dermaßen flach, dass selbst die Oma von Nebenan fröhlich mitsummen oder mitpfeifen konnte. Man musste jedenfalls keinesfalls befürchten, dass sie sich bei der Hausverwaltung mal wieder über die viel zu laute 'Beatmusik' beschweren würde.

BACK TO FRONT schoss in Great Britain auf Platz 1 und hielt sich satte 65 Wochen in den Charts - darin übertroffen nur von dem Vorgängeralbum HIMSELF, das letztlich gar 82 Wochen darin verbleiben sollte.

Hier in Deutschland schaffte es die Platte auf Platz 2 und verblieb für 52 Wochen in den Charts, darunter allein 20 Wochen in den Top 10. Für mich bis heute unbegreiflich.

Der absolute Tiefpunkt (pardon: Höhepunkt des Erfolges) kam aber erst 1973 mit dem Megasuperhit "Get Down", den man über Wochen ca. ein gefühltes halbes Dutzend Mal täglich im Radio ertragen musste. Ich war unschuldige 14 Jahre alt damals und musste lernen, dass auch englischsprachige Musik entsetzlich schlecht sein konnte. ;-)
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 7, 2015 3:32 PM CET


Balance
Balance
Wird angeboten von gimmixtwo Kontakt Widerrufsbelehrung AGB
Preis: EUR 13,92

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Second Hand, 3. September 2015
Rezension bezieht sich auf: Balance (Audio CD)
Die Frage ist: Wie weit kann das ... nun ja: Entleihen von Einflüssen anderer, erfolgreicher Bands gehen, ohne dass es allzu offensichtlich und geradezu peinlich wird? Was diesen Punkt betrifft, ging die Dreimann-Kapelle Balance aus New York City anno 1981 eindeutig zu weit, denn hier wurde ein immerhin gut produzierter Second-Hand-Trödelmarkt zum musikalischen Prinzip erhoben.

Also wen haben wir denn hier so alles? Chicago, Toto, Van Halen, Queen, Meat Loaf, Rainbow reichen wohl fürs Erste. ;-)

Verdientermaßen erreichte zwar ihr Debütalbum nicht einmal die Hot 100 in den USA, gleichwohl gingen zwei daraus ausgekoppelte Singles in die Charts, wobei "Breaking Away" es sogar bis auf Platz 22 schaffte, während "Falling in Love" immerhin Platz 58 belegte.

Ein Jahr später erschien ihre zweite LP IN FOR THE COUNT, floppte jedoch ebenfalls. Und das war es dann auch - bis 2009 (!), als mit EQUILIBRIUM ein weiteres Album auf den Markt kam.


99 Miles from L.A.
99 Miles from L.A.
Preis: EUR 10,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Bannig schlapp, 1. September 2015
Rezension bezieht sich auf: 99 Miles from L.A. (MP3-Download)
Albert Hammond schrieb reichlich Welterfolge für andere und konnte, trotz einer nicht sehr beeindruckenden Gesangsstimme, auch selbst so manchen Hit einfahren ("It Never Rains in Southern California", "The Free Electric Band" oder das von ihm selbst gehasste "I'm a Train").

Für ganze Albumlängen reichten seine Künste allerdings eher nicht aus, wie er mit diesem, bannig schlappen Schlagerpop transportierenden Mittsiebzigerwerk deutlich unter Beweis stellte.

Den Titelsong "99 Miles from L.A." verzauberte noch im selben Jahr Art Garfunkel ein wenig, und "To All the Girls I've Loved Before" machte das seltsame Duo Julio Iglesias und Willie Nelson in den Achtzigern zu einem Evergreen.

Mit dem munteren "Down by the River" schaffte Hammond seinen fünften und letzten Top-Ten Hit hier in Deutschland, und "Good Old Days" erreichte immerhin Platz 14, während das Album selbst lediglich auf Platz 32 landete. Lang, lang ist's her.

Trotz seiner mittlerweile 71 Jahre ist der sympathische Albert Hammond aber auch heute immer noch fleißig unterwegs und verzückt seine Fans mit, wie man hört, sehr anständigen Liveauftritten. Und das ist doch schön, oder etwa nicht? ;-)


Dressed In Mirrors [Vinyl LP]
Dressed In Mirrors [Vinyl LP]

3.0 von 5 Sternen Kunstdrucke großer Meister, 27. August 2015
Rezension bezieht sich auf: Dressed In Mirrors [Vinyl LP] (Vinyl)
Jean Park war kein Interpret, sondern eine Band, die aber eigentlich nur aus einem Mitglied bestand, nämlich einem gewissen Andi Toma (Vocals, Gitarren, Bass, Keyboards, Drums). So weit, so verwirrend.

Das Debütalbum DRESSED IN MIRRORS erschien 1987 bei einem deutschen Alternative-Label und orientierte sich sehr eindeutig an dem Glamrock von T. Rex der Jahre 1971/72 und David Bowie in seiner HUNKY DORY-Phase sowie dem damals aktuell auf dem Höhepunkt des Ruhms befindlichen Prince.

Toma konnte zwar ebensowenig oder eher noch schlechter singen als Marc Bolan und Prince und verfügte zudem über eher geringe kompositorische Fähigkeiten, meinte aber offenbar trotzdem, eine Karriere im Musikbusiness anstreben zu können.

Und tatsächlich erhielt er trotz des Misserfolgs seines Debüts kurz darauf immerhin einen Vertrag bei Epic Records, wo er zwei weitere Alben veröffentlichen durfte, ehe sich endgültig der Vorhang des Vergessens über ihn senkte - was aber eigentlich unlogisch ist, denn wie kann jemand vergessen werden, der niemals wirklich wahrgenommen wurde?

DRESSED IN MIRRORS enthält einige ganz interessante Stücke (z.B. "Doowadadeedee", "He'll Never Know", "Special Offer"), aber auch ganz viel zielloses bis einfach langweiliges Zeug.

Ein Kritiker meinte seinerzeit wohlwollend: 'Es ist wie mit Kunstdrucken großer Meister: Sie sind kaum etwas wert und machen sich doch gut'.

Das wollen wir dann mal so im Raum stehen lassen.


Oh Boy
Oh Boy
DVD ~ Tom Schilling
Preis: EUR 5,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Klassiker, 14. August 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Oh Boy (DVD)
Berlin. Wieviele Filme haben sich schon dieser ebenso gewöhnlichen wie faszinierenden Stadt gewidmet und versucht, sie in irgendeiner Form 'abzubilden'? Sehr oft gelang das denn auch in beeindruckender Weise, denn sie macht es der Spezies 'Filmemacher' nicht wirklich schwer. Und "Oh Boy" ist ohne jeden Zweifel einer der schönsten 'Berlin'-Filme aller Zeiten.

Wer dreht heutzutage noch in Schwarz-Weiß? Oder wieder? Na, Michael Haneke zum Beispiel, dessen Welterfolg "Das weiße Band" in Farbe überhaupt nicht denkbar gewesen wäre. Und Regisseur Jan Ole Gerster ist mit seinem Debütfilm auch so einer von denen.

Hauptdarsteller Tom Schilling ("Crazy", "Napola", "Elementarteilchen", "Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe", "Der Baader Meinhoff Komplex", "Bloch - Tod eines Freundes"), geboren 1982 in der DDR , ist ein echter Schnuckel, und das weiß er natürlich auch. Gelegentlich schien dies sein Spiel zu beeinflussen, aber in seinen besten Rollen trat sein gutes Aussehen in den Hintergrund, und er war einfach nur da.

'Da' ist er auch (und ganz besonders) als vollkommen planloser Endzwanziger aus wohlhabendem Hause, der den arroganten, gleichsam obligatorischen Weltekel seiner Sippe ebenso verinnerlicht hat wie ein nicht zu bändigendes Gefühl der Traurigkeit und der Sinnlosigkeit allen Bemühens.

"Oh Boy" spielt an einem einzigen Tag bis zum frühen nächsten Morgen in Berlin und Umgebung. Der Film atmet eine Art von Woody Allen-Großstadt-Humor ("Manhattan") ebenso wie die genial umgesetzte Verlorenheit von Sofia Coppolas "Lost in Translation", das, wie "Oh Boy", erst nach mehrmaligem Genuss zu dem unvergesslichen Meisterwerk wird, das es zweifellos ist.

Wie auch "Lost in Translation" lebt "Oh Boy" von perfekt aneinander gehefteten Szenen, die sich tief ins Gedächtnis brennen und den unweigerlichen Wunsch auslösen, den Film immer wieder zu sehen. Und irgendwann könnte man dann fast alle der herrlichen Dialoge auswendig mitsprechen.

Der 'Idiotentest' auf dem Amt, der 'Überfall' eines aufdringlichen und zutiefst unglücklichen Nachbarn mit den selbstgebratenen Frikadellen seiner kranken Frau, das Wiedersehen mit einer früheren Mitschülerin in einem Szenelokal, die Begegnung mit einem erfolgreichen Filmschauspieler, das durch Geldmangel erzwungene Treffen mit seinem Vater auf einem Golfplatz, der gescheiterte Kauf eines Bechers Kaffee, die Kneipenszene mit einem betrunkenen, scheinbar nervigen alten Mann und das sich daraus ergebende höchst melancholische Ende des Films, und ... und ... und.

Großartige Nebendarsteller wie Justus von Dohnányi, Ulrich Noethen, Marc Hosemann, Michael Gwisdek und selbst die 'nervigen' Frauen wie Friederike Kempter prägen dieses kleine große Wunder eines Films, der zu Recht Preise und Nominierungen ohne Ende eingeheimst hat und jetzt schon ein Klassiker ist.

Die Bonussektion der DVD zeigt u.a. diverse Szenen, in denen die Schauspieler sich des Lachens nicht erwehren konnten. Köstlich. Das 'Making of' besteht hingegen ganz wesentlich aus Studioaufnahmen der Musiker, die den teilweise etwas aufdringlich lauten Jazz-Soundtrack eingespielt haben. Jazz? Also auch hier: Woody Allen, ick hör' dir trappsen! ;-)


On Flight to the Light
On Flight to the Light
Preis: EUR 20,87

3.0 von 5 Sternen Eher unauffällig, 31. Juli 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: On Flight to the Light (Audio CD)
Zur Veröffentlichung dieses Albums haute die Phonogram in ganzseitigen Anzeigen anno 1980 folgenden Spruch 'raus: 'SWP Music präsentiert Dreamworld und ihr sensationelles erstes Album ON FLIGHT TO THE NIGHT'. Und darunter stand: 'Die 80er Jahre schreien nach Geborgenheit. Dreamworld's Musik gibt eine beglückende Antwort'.

Ja, so war das damals, als sich zwei Brüder namens Klaus und Rolf Fichter aus Freiburg im Breisgau nach ihrer Zeit bei der Krautrock-Formation Yatha Sidra und Einsätzen in weiteren Bands zur Gründung eine Duos entschlossen, um ihren Traum von einer friedlichen, von Keyboards beherrschten Musik im Umfeld von Electronic, Ambient, Krautrock, Spacerock und Jazzrock zu verwirklichen.

Das Ergebnis war ... nun ja: eher unauffällig. Sicherlich gelangen ihnen einige hübsche Sequenzen, doch letztlich sorgten der emotionslose Gesang (ähnlich wie bei der seinerzeit sehr erfolgreichen deutschen Band Jane) und die wenig spektakuläre Produktion für ein letztlich nicht voll befriedigendes Gesamterlebnis.

Dass sich das französische Label Spalax 1997 zu einer Wiederveröffentlichung auf CD entschloss, war eine nette Idee. Dass dafür nicht das Original-Coverartwork verwendet wurde, ist dann schon weniger nett. Letzteres wird allerdings durch ein hübsches Digipack mit Songtexten und ausführlichen Informationen ausgeglichen.


Rattle That Lock
Rattle That Lock

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Netter Blues-Pop-Rock, 28. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: Rattle That Lock (MP3-Download)
'So long sin, au revoir chaos / If there's a heaven, it can wait'.

Mit fast 70 Jahren geruht der Meister, uns also doch noch einmal mit neuem Material zu beglücken. Das Titelstück seines erst in zwei Monaten zu erwartenden Albums RATTLE THAT LOCK (frei übersetzt: 'Rüttle am Türschloss') kommt als recht eingängiger Blues-Pop-Rock daher, der mich stark an jene vielen Jahre erinnert, als Eric Clapton sich von einem gewissen Simon Climie in die kommerzialisierte Bedeutungslosigkeit produzieren ließ. Oder an die schwächeren Songs der letzten beiden Pink Floyd-Studioalben von 1987 und 1994 (ausgenommen der grandiose Nachklapp THE ENDLESS RIVER). Zudem scheint Gilmours Stimme altersmäßig (?) inzwischen doch stark angegriffen zu sein.

Will heißen: Dieser Titel ist ganz nett, aber zugleich völlig überflüssig. Braucht eigentlich kein Mensch. Und doch wartet man natürlich gespannt auf das Gesamtergebnis, sprich: das Album. So ist das nun mal mit uns verdammten Nostalgikern. ;-)


Another Life
Another Life
Preis: EUR 4,59

4.0 von 5 Sternen Zaubert ein Lächeln in die Seele und auf die Lippen, 4. Juli 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Another Life (MP3-Download)
Nach dem unrühmlichen Finale der Discowelle Ende 1979 war reine Tanzmucke verpönt, doch bereits etwa 1982 kehrte sie, zunächst fast unbemerkt, zurück. Junge Leute wollen halt immer tanzen, und die damals vorherrschende New Wave-/Synthiepop-Mucke gab ihnen zwar genügend tanzbare Songs, aber eben nicht genügend echtes Feeling.

Für Abhilfe sorgte unter anderem das italienische Studioprojekt Kano (angeblich benannt nach einer Stadt in Nigeria), das 1980 gegründet wurde. Drei Jahre später feierte es mit dem fabulösen "Another Life" ihren ersten und einzigen Charthit hier in Deutschland, der bis auf Platz 10 der Singlecharts kletterte.

Das Album zur Single erreichte Platz 19 und enthielt sechs melodische, abwechslungsreiche, im Durchschnitt sechsminütige Titel, die alle von Keyboarder Stefano Pulga geschrieben worden waren.

Kano hatten sicherlich von Bands wie Kool & The Gang gehört ("Dance School"), überraschten aber auch mit einem epischen Disco-Instrumentalstück ("Ikeya-Seki") und ganz am Ende sogar mit reinem Synthiepop à la Yazoo und Depeche Mode ca. 1982 ("China Star"). Und sie beeinflussten sicherlich ganze Horden nachfolgender europäischer Dance-Acts.

Damals interessierte mich das überhaupt nicht (ich hörte Anfang der Achtziger lieber Bands wie Genesis, Saga oder Foreigner), aber kürzlich habe ich mir ANOTHER LIFE herunter geladen, und seither läuft das Album sozusagen in Dauerschleife bei mir im Auto. Und warum? Weil es einfach für gute Laune sorgt. Es zaubert ein nostalgisches Lächeln in die Seele und auf die Lippen.

Der Klang des Downloads ist satt und voll, wobei seltsamerweise ausgerechnet der große Hit ein wenig spitzer und dünner klingt als der Rest. Zudem hätte ich mich als Zugabe über den Single-Edit von "Another Life" gefreut, der damals rund drei Minuten kürzer war als die Albumversion.

Aber was soll's: Bei diesem Preis sollte man sich wirklich nicht beschweren.


Rough Diamond
Rough Diamond
Wird angeboten von HURRICANE RECORDS BERLIN
Preis: EUR 12,90

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Allianz der Verzweifelten, 3. Juni 2015
Rezension bezieht sich auf: Rough Diamond (Audio CD)
Im Sommer 1976 trafen Uriah Heep die schwere Entscheidung, ihren Leadsänger David Byron aus der Band zu werfen. Die Gründe dafür wurden in der deutschen Zeitschrift 'Pop' wie folgt verharmlost: 'Er hatte sich mit Ken Hensley, dem er den Führungsanspruch streitig machte, und seinen anderen Band-Kumpels längst in die Haare gekriegt. Denn Byron spielte den Star, und die anderen fühlten sich übergangen. Insider wissen es: Ken Hensley hatte ursprünglich die Schnauze voll gehabt und war während einer Heep-Tournee durch Amerika ausgestiegen. Zurück in London bereute er seinen Beschluss, berief eine Gruppensitzung ein und feuerte stattdessen den aufmüpfigen Sänger Byron'.

In Wirklichkeit hatte Byron durch jahrelangen Alkoholmissbrauch und die damit verbundenen Ausfälle sowie seine immer 'angestrengter' werdende Stimme das Wohlwollen seiner ehemaligen Freunde an den absoluten Rand des Erträglichen getrieben.

Wie auch immer: Der angekratzte Heldentenor gründete flugs eine neue 'Überband' ('Pop'), die aber in Wahrheit eher eine Allianz der Verzweifelten war: Gitarrist David 'Clem' Clempson (ex- Bakerloo, ex- Colosseum, ex-Humble Pie) war ebenso auf der Suche nach einer Brotarbeit wie der Schlagzeuger Geoff Britton, der in den späten Sechzigern bei East of Eden und Mitte der Siebziger kurzzeitig bei Paul McCartneys Wings gespielt hatte. Hinzu kamen mit Keyboarder Damon Butcher und Bassist Willie Bath zwei vollkommen unbeschriebene Blätter.

Das Quintett nannte sich Rough Diamond ('Rohdiamant'), ging im Dezember 1976 in London ins Studio und nahm sein Debütalbum auf, das, nach kurzem Rechtsstreit mit einer gleichnamigen anderen Band, schließlich im März 1977 erschien. Im Innencover der LP ließ Byron seinen Abschied von Uriah Heep aus seiner Sicht kommentieren: Er habe sich von der Band und nicht sie sich von ihm getrennt. Nun gut, geschenkt.

Musikalisch ließ sich das Ganze zunächst sehr konventionell an: "Rock'n'Roll" war ein sehr simpler Song, der auf einer UH-Scheibe als typische Box/Byron-Komposition irgendwo als Nummer vier oder sieben gelaufen wäre, aber ganz sicher nicht als Auftakt. Und dann quäkte irgendwann auch noch ein Saxophon (!) in die Nummer. Brrrr ...

"Lookin' for You" kam wesentlich lässiger daher und war eine Mischung aus Heep und Deep Purple Mark III. Nicht schlecht.

"Lock and Key" präsentierte sich als Mixtur aus Rock und einer Art Stevie Wonder-Pop-Soul-Funk. Das war '75/'76 sowohl bei Purple als auch bei Led Zeppelin ("Trampled Under Foot") recht angesagt gewesen. Schönes Solo von Clempson.

Mit dem Siebeneinhalbminüter "Sea-Song" endete die erste Seite der LP sanft und ein bisschen West-Coast-orientiert. Man könnte es etwas gewagt als Mischung aus "When a Blind Man Cries" und "Soldier of Fortune" (beide Purple) bezeichnen. Byron zeigte darin erneut, dass seine Stimme sich wieder erholt hatte. Lustig geriet eine Textzeile im Booklet der CD: Statt "'Cross the sea I hear our favourite song' heißt es dort nämlich ''Cross the seal I hear our favourite song'. ;-)

"By the Horn" war dann eine Art Southern Rock'n'Roll, der, genau wie das äußerst entspannt groovende "Scared" an irgendwas anderes erinnerte - wie eigentlich alles auf dieser Platte.

"Hobo" schien nix besonderes zu werden, ehe dann Butcher und Clempson loslegten und es noch etwas später auf einmal in Richtung Jazzrock und Fusion abging. Wirklich interessant!

Richtig strange wurde es mit dem gut zwei Minuten kurzen Keyboard-Instrumental "Link", bei dem man glauben konnte, dass die Klassikanhänger Rick Wakeman (Yes) und Keith Emerson (ELP) mal eben im Studio vorbei geschaut hätten.

Dieses Stück ging nahtlos über in den bluesrockigen Abschlusssong "End of the Line", bei dem Clem Clempson noch einmal zeigte, wozu er fähig war. Cool.

ROUGH DIAMOND wurde kein Erfolg. In England ging gar nichts (es war schließlich Punk-Time!), und in den USA landete das Album lediglich auf Platz 103 der Billboard-Charts. Etwas überraschend war es, dass die Scheibe selbst in der Uriah Heep-Hochburg Deutschland wie Blei in den Regalen lag.

Die damals hierzulande erschienene Langspielplatte litt unter einem dumpf-dünnen Klang, der auch durch die CD-Version von 2006 nicht wesentlich besser wurde. Aber immerhin ein bisschen.

Der globale Misserfolg entzweite die so hoffnungsvoll gestartete 'Supergroup' sehr schnell. David Byron flüchtete überstürzt, während der verbliebene Rest ein Album unter dem neuen Bandnamen Champion aufnahm, das jedoch komplett floppte.

Rough Diamond blieben eine Randnotiz der Rockgeschichte. Wer weiß, was geschehen wäre, wenn die Jungs ein wenig länger alle zusammen durchgehalten hätten, denn schlecht war diese Formation keineswegs.


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