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Chato Segerer (Amberg, Bayern)

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Fragile Dimension
Fragile Dimension
Preis: EUR 0,99

5.0 von 5 Sternen Super JazzRockFunkFusion !!, 12. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Fragile Dimension (MP3-Download)
Das hier ist mittlerweile schon das 2. Album des HSK Trios. Das erste kam noch unter dem Titel HopfSandKoke raus (benannt nach den Nachnamen des Bassisten Daniel Hopf, des Gitarristen Benjamin Sand und des Drummers Fabian Koke, aber der Herr Sand hat die Band verlassen, deshalb die Umbenennung. Neu dazugekommen ist Steffen Schöps). Man bedenke, dass die Musiker dieses instrumentalen JazzRockFunkFusion Trios immer noch am Musikstudieren sind und schon das zweite Album rausgehauen haben. Respekt schon mal an der Stelle. Schauen wir uns doch mal die Songs genauer an (fürs Fazit des Albums runterscrollen)

Es fängt gleich gut und kraftvoll an mit „Fragile Dimension“: Die Akkorde sehr Fusion-like, aber doch sehr funky. Es beinhaltet ein gutes ausführliches Bass-Solo, wo mir ab 2:56 einer abgeht, besonders bei diesen tiefen Tönen im Hintergrund.

Danach folgt das Titelstück „Rise Up“, der auch der längste Titel der CD ist. Erster Gastauftritt des sehr jungen Keyboarders Simon Oslender (17 Jahre zur Zeit dieser Rezension). Er hat besonders die Hammondorgel für sich entdeckt. Aber nun zum Song: Die musikalischen Themen klingen sehr poppig (an dieser Stelle positiv gemeint ;), aber durch die teils ungewöhnlichen Akkordprogressionen sehr anspruchsvoll gehalten. Ich finde so sollte Musik sein: für jedermann verdaulich, aber doch anspruchsvoll.

Nächster Titel ist „Mister X“. Hat bei mir erst nach ein paar Hördurchgängen Klick gemacht, dafür aber richtig. Der Track macht mir gute Laune, weiß auch nicht warum. Mir gefällt besonders die 1. Melodie und der Ende des 2. Themas, wo alle Akkorde kurz vor der 1 kommen. Danach folgt ein plötzlicher Stilbruch mit einem Hip-Hop-Teil, was für mich eine leicht humoristische Note beinhaltet, besonders durch den Ringmodulator-Bass.

Nun folgt die 1. Ballade des Albums „The Other Side”. Ich bin überhaupt kein Balladenheini, aber diese hier hat mich nach ein paar Hördurchgängen echt überzeugt. Sehr sexy/romantischer Easy Listening Song mit schönen Melodien (von der Akustikgitarre/Bass gespielt). Was mich sehr anspricht, sind die Sounds, die sie hier verwenden: schnelles Tremolo beim Bass (was glaub ich vor diesem Bassisten noch keiner auf diese Art gemacht hat, aber ich irre mich wahrscheinlich) und Rückwärtseffekte, die hier sehr zur Stimmung passen. Man muss aber auch sagen, dass ich ein Rückwärtsfanatiker in der Musik bin. Ich liebe einfach Rückwärtsklänge, aber das ist ein anderes Thema.

Mit „Jam with Mario“ wird es gleich wieder etwas jazzrockiger. Der Songtitel kommt daher, dass der erste Takt des Titelsongs von Super Mario Bros. hier öfters vorkommt, später sogar ein längerer Teil des Spiels Super Mario World. Außerdem ist es auch eine Anspielung auf ihr 1. Album, wo es einen Titel namens „Jam with Luigi“ gibt (zum 1. Album werde ich auch noch eine Rezension schreiben). „Jam with Mario“ ist so ziemlich der Kracher des Albums (im Sinne von der rockigste). Fun Fact: der Schluss dieses Songs ist eine Anspielung auf den Schluss der Live-Version von „Smoke on the Water“ von Deep Purple.

„New O’“ ist sehr bluesig/soulig gehalten, deswegen weniger was für mich. Es dient aber als gutes Vehikel für Simon an der Hammondorgel.

Als Nächstes kommt „In my Bag“, das überraschenderweise Gesang hat vom Gastsänger Daniel Durst (ein Mitstudent der anderen Musiker). Wieder ein sexy gehaltener Funk-Song, der mich jetzt weniger umhaut, der aber dank des Gesangs für Abwechslung fürs Album sorgt. Der Sänger hat mich sehr überzeugt, muss ich zugeben: gute Stimme und viel Können, mit dem er die sexy Stimmung rüberbringt.

Mit dem Song „Whazzup“ schleicht sich bei mir das 1. Mal das Gefühl ein, dass die Jungs sich wiederholen. Eigentlich ein guter Track, aber irgendwie tuts der nicht für mich.

„Better Run“ ist einer meiner Favouriten des Albums, auch wenn das ruhige 2. Thema mich von der Melodie nicht so überzeugt. Recht rockig und verspielt, mit ausgefuchstem Drum-Solo.

„Junkin’ Fection“ ist musikalisch definitv der komplexeste des Albums und zählt auch zu einer meiner Favouriten. Man beachte, wie während des Themas, das einem rhythmischen Minenfeld gleicht, der Bassist die Harmonien tappt, während er die Basstöne spielt. Der Mittelteil des Songs ist besonders geglückt: Ein weiterer Hip-Hop-ähnlicher Teil mit grandiosen Sounds von himmlischen Synths im Hintergrund mit einem Moog Solo von Simon im Vordergrund. Der Sound der Snare ist besonders toll, da fragt man sich echt, wie die das gemacht haben (sehr Snarky puppy mäßig). Bei diesem Teil des Songs geht echt der Himmel auf.

Zum Abschluss des Albums folgt eine weitere Ballade namens „Musing“, die sehr auf Sound ausgelegt ist. Nur mit Bass, Gitarre und mehrfachem Delay (teilweise Rückwärtsdelay). Der Track erweckt bei mir den Anschein, als ob sie den Song schnell im Studio geschrieben haben, als das Schlagzeug schon abgebaut wurde. Aber das ist ja nichts schlechtes: Der Track gefällt mir sehr gut und ist ein schöner Abschluss fürs Album.

Fazit: Die drei Musiker habens definitiv auf den Kasten, sie spielen wirklich recht virtuos und obwohl sie erst am Anfang ihrer Karriere sind, können sie schon ganz gut mit den Alben der Großen mithalten. Steffen Schöps ist ein guter Ersatz für den vorherigen Gitarristen, obwohl er sich für meinen Geschmack ein bisschen zu sehr zurückhält. Ihre Kompositionen haben sich definitiv gesteigert im Vergleich zum 1. Album. Die CD ist recht abwechslungsreich gehalten und ist nicht nur für Fusionfans. Da es kein Auf-Die-Fresse-Fusion ist, ist es auch für "Anfänger" bzw. Leute, die eher leichtere Kost bevorzugen, zu empfehlen. Von mir gibt’s 4,5 Sterne, aber da es das bei Amazon nicht gibt, runde ich auf 5 auf. Macht weiter so, Jungs. Und für alle anderen: Bitte unterstützt die jungen Musiker und holt euch am besten die CD, die es auf ihrer Website zu kaufen gibt.


Rise Up
Rise Up
Preis: EUR 7,99

5.0 von 5 Sternen sehr gutes JazzRockFunkFusion Trio!, 10. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Rise Up (MP3-Download)
Das hier ist mittlerweile schon das 2. Album des HSK Trios. Das erste kam noch unter dem Titel HopfSandKoke raus (benannt nach den Nachnamen des Bassisten Daniel Hopf, des Gitarristen Benjamin Sand und des Drummers Fabian Koke, aber der Herr Sand hat die Band verlassen, deshalb die Umbenennung. Neu dazugekommen ist Steffen Schöps). Man bedenke, dass die Musiker dieses instrumentalen JazzRockFunkFusion Trios immer noch am Musikstudieren sind und schon das zweite Album rausgehauen haben. Respekt schon mal an der Stelle. Schauen wir uns doch mal die Songs genauer an (fürs Fazit des Albums runterscrollen)

Es fängt gleich gut und kraftvoll an mit „Fragile Dimension“: Die Akkorde sehr Fusion-like, aber doch sehr funky. Es beinhaltet ein gutes ausführliches Bass-Solo, wo mir ab 2:56 einer abgeht, besonders bei diesen tiefen Tönen im Hintergrund.

Danach folgt das Titelstück „Rise Up“, der auch der längste Titel der CD ist. Erster Gastauftritt des sehr jungen Keyboarders Simon Oslender (16 Jahre zur Zeit dieser Rezension). Er hat besonders die Hammondorgel für sich entdeckt. Aber nun zum Song: Die musikalischen Themen klingen sehr poppig (an dieser Stelle positiv gemeint ;), aber durch die teils ungewöhnlichen Akkordprogressionen sehr anspruchsvoll gehalten. Ich finde so sollte Musik sein: für jedermann verdaulich, aber doch anspruchsvoll.

Nächster Titel ist „Mister X“. Hat bei mir erst nach ein paar Hördurchgängen Klick gemacht, dafür aber richtig. Der Track macht mir gute Laune, weiß auch nicht warum. Mir gefällt besonders die 1. Melodie und der Ende des 2. Themas, wo alle Akkorde kurz vor der 1 kommen. Danach folgt ein plötzlicher Stilbruch mit einem Hip-Hop-Teil, was für mich eine leicht humoristische Note beinhaltet, besonders durch den Ringmodulator-Bass.

Nun folgt die 1. Ballade des Albums „The Other Side”. Ich bin überhaupt kein Balladenheini, aber diese hier hat mich nach ein paar Hördurchgängen echt überzeugt. Sehr sexy/romantischer Easy Listening mit schönen Melodien (von der Akustikgitarre/Bass gespielt). Was mich sehr anspricht, sind die Sounds, die sie hier verwenden: schnelles Tremolo beim Bass (was glaub ich vor diesem Bassisten noch keiner auf diese Art gemacht hat, aber ich irre mich wahrscheinlich) und Rückwärtseffekte, die hier sehr zur Stimmung passen. Man muss aber auch sagen, dass ich ein Rückwärtsfanatiker in der Musik bin. Ich liebe einfach Rückwärtsklänge, aber das ist ein anderes Thema.

Mit „Jam with Mario“ wird es gleich wieder etwas jazzrockiger. Der Songtitel kommt daher, dass der erste Takt des Titelsongs von Super Mario Bros. hier öfters vorkommt, später sogar ein längerer Teil des Spiels Super Mario World. Außerdem ist es auch eine Anspielung auf ihr 1. Album, wo es einen Titel namens „Jam with Luigi“ gibt (zum 1. Album werde ich auch noch eine Rezension schreiben). „Jam with Mario“ ist [neben "Better Run] so ziemlich der Kracher des Albums (im Sinne von der rockigste). Fun Fact: der Schluss dieses Songs ist eine Anspielung auf den Schluss der Live-Version von „Smoke on the Water“ von Deep Purple.

„New O’“ ist sehr bluesig/soulig gehalten, deswegen weniger was für mich. Es dient aber als gutes Vehikel für Simon an der Hammondorgel.

Als Nächstes kommt „In my Bag“, das überraschenderweise Gesang vom Gastsänger Daniel Durst hat (ein Mitstudent der anderen Musiker). Wieder ein sexy gehaltener Funk-Song, der mich jetzt weniger umhaut, der aber dank des Gesangs für Abwechslung im Album sorgt. Der Sänger hat mich sehr überzeugt, muss ich zugeben: gute Stimme und viel Können, mit dem er die sexy Stimmung rüberbringt.

Mit dem Song „Whazzup“ schleicht sich bei mir das 1. Mal das Gefühl ein, dass sie sich wiederholen. Eigentlich ein guter Track, aber irgendwie tuts der nicht für mich.

„Better Run“ ist einer meiner Favouriten des Albums, auch wenn das ruhige 2. Thema mich von der Melodie nicht so überzeugt. Recht rockig und verspielt, mit ausgefuchstem Drum-Solo.

„Junkin’ Fection“ ist musikalisch definitv der komplexeste des Albums und zählt auch zu einer meiner Favouriten. Man beachte, wie während des Themas, das einem rhythmischen Minenfeld gleicht, der Bassist die Harmonien tappt, während er die Basstöne spielt. Der Mittelteil des Songs ist besonders geglückt: Ein weiterer Hip-Hop-ähnlicher Teil mit grandiosen Sounds von himmlischen Synths im Hintergrund mit einem Moog Solo von Simon im Vordergrund. Der Sound der Snare ist besonders toll, da fragt man sich echt, wie die das gemacht haben (sehr Snarky puppy mäßig). Bei diesem Teil des Songs geht echt der Himmel auf.

Zum Abschluss des Albums folgt eine weitere Ballade namens „Musing“, die sehr auf Sound ausgelegt ist. Nur mit Bass, Gitarre und mehrfachem Delay (teilweise Rückwärtsdelay). Der Track erweckt bei mir den Anschein, als ob sie den Song schnell im Studio geschrieben haben, als das Schlagzeug schon abgebaut wurde. Aber das ist ja nichts schlechtes: Der Track gefällt mir sehr gut und ist ein schöner Abschluss fürs Album.

Fazit: Die drei Musiker habens definitiv auf den Kasten, sie spielen wirklich recht virtuos und obwohl sie erst am Anfang ihrer Karriere sind, können sie schon ganz gut mit den Alben der Großen mithalten. Steffen Schöps ist ein guter Ersatz für den vorherigen Gitarristen, obwohl er sich für meinen Geschmack ein bisschen zu sehr zurückhält. Ihre Kompositionen haben sich definitiv gesteigert im Vergleich zum 1. Album. Die CD ist recht abwechslungsreich gehalten und ist nicht nur für Fusionfans. Da es kein Auf-Die-Fresse-Fusion ist, ist es auch für "Anfänger" bzw. Leute, die eher leichtere Kost bevorzugen, zu empfehlen. Von mir gibt’s 4,5 Sterne, aber da es das bei Amazon nicht gibt, runde ich auf 5 auf. Macht weiter so, Jungs. Und für alle anderen: Bitte unterstützt die jungen Musiker und holt euch am besten die CD, die es auf ihrer Website zu kaufen gibt.


We Want Mohr/Luxus-Edition
We Want Mohr/Luxus-Edition
Preis: EUR 18,49

4.0 von 5 Sternen mal was anderes..., 25. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: We Want Mohr/Luxus-Edition (Audio CD)
Soso ein neues Knorkator-Album...da das letzte Album mich schon nicht so vom Hocker gerissen hat (mittlerweile gefällts mir aber gut), habe ich erstmal reingehört, habs aber doch gekauft, weil die Limited Edition mit DVD mit einem Preis von knapp 20 € einfach ein guter Deal ist. Aber bevor wir auf die zu sprechen kommen, schauen wir uns doch mal jeden Titel an: (wer gleich mein Fazit lesen will, kann runterscrollen)

Die Hymne – für mich DER gelungenste Titel des Albums. Live bekommt man da bestimmt Gänsehautfeeling. Wirklich sehr schön, sehr gut in Szene gesetzt, versehen mit dem typischen Knorkator-Humor und macht richtig Bock auf das, was noch kommt....
Und mit „Zoo“ geht’s auch gleich richtig los! Schöner rockiger Song. OK, beim 1. Hören ist der Song jetzt nicht so geil, da der Song eigentlich nicht viel bietet, musikalisch oder lyrisch: es werden sämtliche Tiere aufgezählt und der Refrain ist „Zoo Zoo Zoo Zoo“. Gut, das kennt man ja von diesen Herren hier, siehe „Jetzt wird abgerechnet“, „Alles ist Scheiße“ oder „Tötet sie alle“, was meiner Meinung nach Alf Ator's Art ist zu sagen „hey es ist ganz einfach, Songs zu schreiben“. Er hält sich ja quasi an das Schema: man nehme ein Thema, schildere die Details in den Strophen und bring das Thema im Refrain in einem Satz unter - fertig ist der Song. Nach öfteren Hören find ich den Song gut, mit einem etwas experimentellen Buzz Dee Solo. Der Platz am Anfang ist gut gewählt für den Song.
Weiter mit „L“. Das Thema ist das allbekannte Problem einiger Männer, die nicht das L-Wort sagen können. Der Song hat mir gleich beim Probehören gut gefallen und ist einer meiner Favoriten des Albums. Weich und hart im Wechsel. Fantastisch finde ich die Geige im Zusammenspiel mit der Mandoline. Hach, wie beim Griechen! Nur das ständige „tabu tabu tabu...“ gegen Ende geht ein bisschen auf den Zeiger, aber man wird durch ein köstliches Wah-Wah Solo entschädigt. Beim Schluss ist dem Herrn Ator leider nix mehr eingefallen, das enttäuscht mich ein bisschen. Aber trotzdem ein guter Track insgesamt.
Bisschen ruhiger wird’s mit der „Antwort“. Starker Refräng, Gesangsmelodie bei den Strophen leider nicht vorhanden, sondern nur eine tiefe non-pitch Sprechstimme. Ansonsten ist der Titel gut, Text ist grandios.
„Konrad“ kannte man ja schon vom Video, das übrigens ausgezeichnet ist, anschauen ist Pflicht! Besonders wenn man den Struwwelpeter kennt, denn das ist eine Vertonung einer der Geschichten, 2 weitere folgen auf dem Album noch. „Konrad“ ist definitiv der härteste, metallischste Titel des Albums, so wie man Knorkator eigentlich kennt. Besonders Stumpens Schrei ist geil, beim 1. Hören musste ich lachen. Stumpen ist einfach ein grandioser Sänger. Gute Bassarbeit gegen Ende.
„Fortschritt“ fängt gut an mit Stumpens lustig verstellter Stimme. Der Refräng hat aber meiner Meinung nach nen NDW Charakter, was ich nicht so geil find. Ab der 2 min Marke wird (mal wieder) aufgezählt, diesmal was die Menschheit so alles erfunden hat. Und der Song dauert 5 min ! Das Aufzählen von Dingen war bei „Zoo“ noch amüsant, hier geht es aber auf die Nerven, weil’s so lange geht. Die Akkordfolge ist zwar ganz interessant, aber nicht interessant genug, um sie 3 min ständig zu wiederholen. Sorry, der Track wird bei mir in Zukunft übersprungen.
„Ich geb es auf“ gefällt mir sehr gut. Ist halt auch wieder etwas ruhiger, aber sehr gut gelungen. Der Text ist sehr poetisch. Die Klavierläufe erinnern mich ein bisschen an Alice Coopers „My Stars“. Like!
2. Hälfte des Albums beginnt mit „Robert“, Struwwelpeter Vertonung Nr. 2. Der Chorus ist ein guter Ohrwurm, erinnert ein bisschen an den Chorus von „Ich verachte Jugendliche“. Die Strophe ist auch sehr gut gemacht: Im Laufe der Strophe wechseln sich die Rhythm section, die Orgel, die Celli und die Klarinette mit ihren Einsätzen immer ab, wodurch ein schönes musikalisches Gebilde entsteht. Klasse komponiert. Buzz Dees Gitarrensolosound gefällt mir, mal was anderes, aber das Solo an sich? Weiß nicht was ich davon halten soll.
„Victorious“ ist auf Englisch, was es bei Alfs Kompositionen selten gibt. Aber dafür gibt’s einen Grund: Der Text beschreibt, wie sie mit diesem Song die englischsprachigen Menschen der Erde erreichen wollen. Ich hoffe sie erreichen ihr Ziel, denn der Song ist echt Hammer! Das sollten sie als Single veröffentlichen. Zwar nicht Metal, auch nicht Rock, aber einfach gut. Besonders wieder der Refräng ist super, bleibt sehr gut im Kopf hängen. Auch ein sehr geschmackvolles Solo von Buzz Dee ist dabei. Bei Stumpens Englischaussprache kann man ein Auge zudrücken ;)
„Breaking the Law“ ist eine Coverversion vom Judas Priest Song, durch den Fleischwolf gedreht von Alf. Dabei rausgekommen ist eine ruhige Ballade. Gefällt mir sehr gut, auch wenn schon länger nix mehr zum Headbangen auf dem Album zu hören war. Auf der 2. Hälfte des Albums bisher noch gar nichts, eigentlich. Breaking the law ist leider ein bisschen kurz geraten, aber das Original ist auch nicht länger.
„Friederich“ Struwwelpeter Vertonung Nr. 3. Die Musik hat hier nicht Alf geschrieben, sondern Andreas Ockert, der Bassist Rajko und Stumpen. Nach einem langen schönen Streicherensemble Intro, kommt ein Drum Beat, dazu so ein Telefongedudel. Stumpen rattert den Text im Sprechgesang runter. Im Prinzip passiert hier keine Musik. Erst beim Chorus kommt ein Riff und das ist ziemlich schwach, dazu sagt Stumpen „Der böse Friederich“. Mehr ist da nicht. Dabei hat doch Stumpen mit „Schlüpfer“ bewiesen, dass er auch Songs schreiben kann. Schade, der Track ist echt ne Enttäuschung.
Bei „Time to Rise“ gibt’s erst mal Verwunderung: eine Frau singt. Auf Englisch. Ein Blick in die Credits verrät, dass die Sängerin Jana Groß heißt und sie den Text geschrieben hat. Die Musik stammt von Alf. Sehr ruhige Ballade. 1. Gedanke: „was hat das hier verloren?“ Aber mir gefällts trotzdem. Auch wenn ich mir denk, dass es zu einem Alf-Ator-Nebenprojekt besser passen würde als hier, aber was solls. Es bringt mich auf jeden Fall dazu, mehr Infos zu Jana Groß zu suchen, ihre Stimme gefällt mir gut.
„Adé“ ist 4 sek. lang und besteht aus einem A- und einem D-Akkord. Ein ziemlich platter Gag. Es ist ironischerweise der härteste Track der 2. Hälfte vom Album. Moment mal, das kommt mir irgendwie bekannt vor...ja das gibt’s doch schon von Fredl Fesl! Das heißt auch Adé und besteht auch nur aus diesem Gag. Wenn ich mich recht erinnere, waren vor diesen 2 Akkorden noch ein oder zwei und er hatte einen Text, nämlich „Adé“. Hmm, hoffentlich kriegt Alf damit keinen Stress. Vielleicht hat er’s ja nicht gewusst, ich mein, wer kennt schon den bayerischen Komödianten Fredl Fesl? Aber halt, nach den 4 sek. da kommt noch was: nach einer etwas längeren Pause gibt’s dann noch die Flügelversion der Hymne, nur Klavier allein. Schönes Ende fürs Album, jedenfalls besser als nur das Adé.

Ingesamt: Der neue Drummer macht seinen Job gut, man merkt gar nicht, dass da wer anders trommelt. Bei Alfs Gesängen ist hörbar ein Autotune o.ä. eingesetzt worden, dass seine Töne glatt bügelt, stört mich aber nicht. Kann mir vorstellen, dass das einige nicht mögen. Das Booklet ist sehr schön gestaltet mit Illustrationen zu jedem Lied, aber nur in der Luxus-Edition. Auch die Texte gibt es in der Standard-Version nicht, was ich schon schwach finde. Selbst wenn man die Texte haben will, muss man die Luxus-Version kaufen, ein fieser Schachzug.

Allein die DVD ist 20€ wert! Der Inhalt ist nämlich besonders: Es gibt ein Deluxe-Konzert mit vielen Gästen, incl. Backgroundsängerinnen, ein Streicherensemble bei einem Titel, eine Gitarristin namens Jen Majura, die Geigerin Ally und der Sohn von Alf und die Tochter von Stumpen singen. Insgesamt gibt es viele Überraschungen zu sehen, u.a. Songtitel, die live seltener gespielt werden. Oder Buzz Dee singt bei einem Song (!). Ein zweiter kleinerer Konzertausschnitt und Fotos gibt’s auch noch, wobei bei der Diashow eine geremixte Instrumentalversion von „Victorious“ zu hören ist.

Fazit: Was als 1. auffällt, ist, dass die Jungs etwas ruhiger geworden sind. Sind sie erwachsen geworden? Ne, die sind immer noch kindisch wie immer, aber musikalisch reifer geworden. Altersbedingt? Keine Ahnung. Besonders die 2. Hälfte des Albums bietet keinen einzigen Song zum Abrocken. Es gibt sehr viel Geigen und Celli zu hören, die spürbar Buzz Dee wegdrängen. Nicht, dass ich das schlecht finde, ist mir nur aufgefallen. Mir ist auch aufgefallen, was für ein gesitteter klassischer Komponist Alf eigentlich ist. Das war ja vorher schon zu erkennen, aber hier wird es richtig deutlich. Das Streicherensemble auf der DVD verstärkt meine Einschätzung. Mir kommt es fast schon so vor, als ob er viel lieber klassischer Komponist wäre als ein Metalschreiber, wie ein Schaf im Wolfspelz. Die verzerrte Gitarre kommt nur noch sporadisch vor, so als ob er gezwungen wäre sie einzubauen. Deswegen hab ich immer Buzz Dees Solo erwähnt, weil das nicht allzu oft vorkommt. Wer ein Rock- bzw. Metalalbum erwartet, wird definitiv enttäuscht. Wenn man sich aber darauf einlässt, entdeckt man ein gutes Album und ich hör das Album täglich durch. Die Jungs sind für mich eine der besten Acts, die Deutschland zu bieten hat. Von mir gibt’s 4 Sterne, weil ich mir 1 oder 2 Kracher mehr gewünscht hätte.


Metal Kartoon
Metal Kartoon
Preis: EUR 11,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen einfach fantastisch: Steve Vai Fans aufgepasst !!!, 3. Juni 2009
Rezension bezieht sich auf: Metal Kartoon (MP3-Download)
Dieses Album ist ein Soloprojekt von Christphe Godin, aber auch ein Nebenprojekt von ihm denn er ist auch Mitglied der Band Mörglbl, was ein Teamprojekt ist. Das heißt: alle drei sind am Schreiben der Songs beteiligt. Metal Kartoon könnte man als Mörglbl + Geige/Keyboards bezeichnen. Hier hat Christophe alles allein geschrieben. Das soll aber nichts Schlechtes heißen: Dieses Album ging durchgehende 2 Monate nicht aus meinem Kopf, weil
1. es ziemlich abwechslungsreich ist
2. es für Zappa-Fans auf jeden Fall notwendig ist (Humor in Musik, schwierige Kompositionen)
3. die 4 Musiker einfach Virtuosen ihres Fachs sind, vor allem Ivan Rougny mit seinem 6-saitigen Bass und Godin, der an der Gitarre alles meistern kann.
Großes Kompliment an das Song-writing,denn da ist für jeden was dabei: Titel mit Popcharakter (triangle des bermudas, little voice), ziemlich rockige Sachen wie the 70s, Metal im Titelstück (mit Gastgitarristen wie Kumpel Mattias Eklundh und Bumblefoot), Jazz (When we were kings, Experience), Mischformen von Metal und Jazz (Nancy & Joe, Mörglbled again), Funk (David Vincent, orientalisches/Indisches (AuPays de Gandhi) und vor allem Steve Vai Fans sollten sich the Dance of the Fat Boy anhören. Was für eine Konkurrenz!
Für mich eins der besten Alben, die in diesem Jahrtausend veröffentlicht wurden.Schade, dass es keine CDs davon gibt, sondern nur mp3s.
Übrigens: Verpasst nicht das neue (Juni 2009)Album von Mörglbl. Ich weiß jetzt schon, dass es gut ist
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 25, 2013 10:11 AM CET


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