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Rezensionen verfasst von
A. Winnefeld (Niedersachsen)
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Pope Innocent III and His Times
Pope Innocent III and His Times
von Joseph Clayton
  Taschenbuch
Preis: EUR 25,26

2.0 von 5 Sternen Achtung, veraltet!, 26. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Pope Innocent III and His Times (Taschenbuch)
Kessinger Publishing ist ein Verlag, der auf Nachdrucke lang vergriffener und schwer aufzufindender Bücher spezialisiert ist. Es handelt sich bei diesem Buch also keinesfalls um eine aktuelle Monographie zu Innozenz III.!
Das Buch ist ursprünglich bereits 1941 erschienen und ist dementsprechend veraltet. Störend wirkt vor allem die einseitige Heldenvereherung des Autors für Innozenz, die einhergeht mit einer grundsätzlichen Verdammung des feudalen Adels, der pauschal als kriegstreibende, zerstörerische Kraft beurteilt wird. Zudem stört das offen zur Schau getragene, z.T. recht aggressive katholische Christentum des Autors, das etwa seine Bewertung des Albigenserkreuzzuges deutlich beeinflusst. Insgesamt ist das Buch für den heutigen Leser wenig hilfreich.


Die Räuber
Die Räuber

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kampf der Brüder bis aufs Blut, 8. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Die Räuber (Taschenbuch)
Schillers "Die Räuber" schildert das Schicksal der Grafenfamilie von Moor; neben dem alten kränkelnden Grafen Moor gibt es den intriganten Bösewicht Franz, seinen jüngeren Sohn, sowie den älteren Sohn, Karl; letzterer ist der schwärmerische Protagonist des Dramas. Ebendieser Karl Moor glaubt, auf Grund eines von Franz fingierten Briefes, bei seinem Vater in Ungnade gefallen zu sein und gibt sich einem Leben als "edler" Räuber hin.
Doch hier gibt es schließlich kein so klares Gut und Böse, wie man es oftmals aus Stücken dieser Zeit kennt, es gibt keinen überlebensgroßen Helden, auch keinen die Ordnung rettenden Verrina wie in Schillers Fiesco. Franz, der vor nichts zurückscheut, um sich das zu holen, was ihm seiner Meinung nach die Natur verweigert hat, und der seinen Bruder aus der Gunst des Vaters zu verdrängen sucht, wird schließlich von seinem Gewissen bedrängt. Dieses meldet sich jedoch keinesfalls von selbst zu Wort - das Fegefeuer fürchtet Franz erst, als Karls Räuber in das Schloss eindringen um ihn in selbiges zu hinabzuschicken.
Auch Karl muss jedoch letztendlich zu Grunde gehen. Das "edle" Räuberleben fordert immer wieder das Blut unschuldiger. Karl ist kein Racheengel, sondern maßt sich nur eine richterliche Gewalt an, die er nicht haben dürfte - einerseits distanziert er sich von zwielichtigen Figuren wie Spiegelberg und wirft den Kindsmörder Schufterle aus seiner Bande, andererseits setzt er eine ganze Stadt in Brand und nimmt den Tod unschuldiger in Kauf, um einen Kameraden vom Galgen zu holen. In seinen hysterischen Momenten vergisst er die Gefährten, die ihm so treu ergeben sind: Roller und Schweizer, die beiden am positivsten gezeichneten Bandenmitglieder, die ihm aber bedingungslos ergeben sind, führt er in den Tod. Schweizer, seinem treusten Knecht, der sich von ihm Absolution erhoffte, weint er nicht eine Träne nach, als dieser sich, in seinem Auftrag Franz Moor lebendig zu fassen gescheitert, selbst erschießt, um seinen Schwur zu erfüllen. Schließlich muss Karl Moor erkennen, dass die Moral nur dann siegen kann, wenn er selbst verliert. Diese Einsicht kommt freilich erst, als seine Welt in Trümmern liegt.

Negativ zu bemerken ist an dieser Ausgabe der fehlende Kommentar; es gibt zwar Worterklärungen, aber ein umfassendes Nachwort fehlt. Wer Reclam Ausgaben wie die zum "Nibelungenlied" kennt, ist da besseres gewöhnt.


Wirtschaft und Gesellschaft
Wirtschaft und Gesellschaft
von Max Weber
  Taschenbuch

16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Unschlagbar günstig, aber..., 30. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Wirtschaft und Gesellschaft (Taschenbuch)
Voltmedia bietet mit dieser Ausgabe Max Webers grundlegende Schrift "Wirtschaft und Gesellschaft" als Hardcover zu einem unschlagbar günstigen Preis. Zu dem Buch an sich will ich auch nichts weiter sagen - es ist einfach eines der grundlegenden Werke nicht nur der Soziologie, sondern der Geisteswissenschaften insgesamt.

Zu berücksichtigen ist allerdings, dass diese Ausgabe durchaus auch ihre Macken hat. So fehlt z.B. jede Form von editorischem Bericht, und der nicht mit Vorinformationen versehene Leser muss glauben, uns läge ein von Weber persönlich abgesegneter, geschlossener Text vor - während sich die tatsächliche Lage etwas komplizierter darstellt, da "Wirtschaft und Gesellschaft" posthum veröffentlicht wurde.
Auch fehlt dem nicht unbedingt leicht zugänglichen Werk ein Anmerkungsapparat, so dass Webers Thesen z.T. nur schwer zu folgen ist. So ergibt sich alles in allem ein zwiespältiges Bild, auf Grund des günstigen Preises lässt sich jedoch durchaus eine Empfehlung unter Vorbehalt aussprechen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 7, 2012 5:28 PM MEST


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