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Rezensionen verfasst von
Wild West

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Die wahre Geschichte des Jacob Wunschwitz: Roman
Die wahre Geschichte des Jacob Wunschwitz: Roman
von László Márton
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 23,50

2.0 von 5 Sternen Gute Ansätze, aber zu ausladend umgesetzt, 26. September 2014
Das Buch wurde mir zum Geburtstag geschenkt. Ich habe, ehrlich gesagt, drei Anläufe gebraucht, bis ich, zum einen mangels alternativen Lesematerials und zum anderen aus Wertschätzung für die Person, die mir das Buch geschenkt hat, zum Durchhalten und Abschluss der Lektüre "gezwungen" wurde.

Zunächst einmal: Dem Autor gelingt es gut, ein buntes, eindrückliches Bild des vielschichtigen Lebens in einer Stadt - Guben an der Neiße - und einer ganzen Region - der Niederlausitz - am Vorabend des Dreißigjährigen Kriegs zu zeichnen. Auch die durchaus verworrenen politischen Beziehungen der damaligen Zeit beschreibt er sehr plastisch. Doch gerade wenn man bedenkt, dass das Buch in erster Linie als Parabel und weniger als historischer Roman funktionieren soll, sprengt die sowohl sprachliche als auch inhaltliche Abundanz den Rahmen des gewählten Formats von 360 Taschenbuchseiten bei weitem. Hätte man die ganzen Inhalte in einen gut verständlichen Roman integrieren wollen, hätte man der doppelten Seitenzahl bedurft. Umgekehrt wäre bei der gewählten Seitenzahl mancher Inhalt verzichtbar gewesen.

Es werden so viele Charaktere namentlich (und ich meine: NUR namentlich, ohne nähere Beschreibung) eingeführt, dass man schnell den Überblick verliert. Blättern ist vorprogrammiert, da manche Personen hundert Seiten später wieder auftauchen und man sich fragt, wer das noch gleich war. Auch kann man häufig nicht einordnen, wer für den Fortgang der Handlung wichtig ist und wer nicht. Weniger Personal hätte dem Zweck des Romans, die Willkür und Verlogenheit der Machthabenden und die Zerstörung des Lebens einer "ehrlichen Haut" im Ränkespiel der Machthaber anzuprangern, nicht entgegengestanden. Zudem hätte ich mir mehr Plastizität bei der Beschreibung wenigstens der Hauptcharaktere gewünscht. Sie bleiben seltsam blass und unwirklich.

Zunächst fand ich das konsequent bis zum Ende des Romans durchgehaltene Stilmittel der Imitation des sehr ausladenden, unübersichtlichen Satzbaus frühneuzeitlicher Berichte spannend; im Verlauf des Romans wurde es aber sehr anstrengend, sich durch die oft seitenlangen Sätze, Neben- und Untersätze zu kämpfen und der Handlung zu folgen. Definitiv keine Lektüre für einen entspannten Abend nach einem anstrengenden, arbeitsreichen Tag. Ärgerlich zudem die vielleicht auf die Übersetzung zurückzuführenden Fehler, wenn mehrfach beispielsweise Nebensätze falsch angeschlossen oder Bezüge falsch hergestellt wurden. So musste ich manchen Satz wenigstens zweimal lesen, bis ich ihn verstanden hatte. Das trübt Lesefluß und -freude.

Márton gelingt es indes ganz gut, die Spannung aufrecht zu erhalten. Als ich beim dritten Anlauf endlich S. 100 passiert hatte, fragte ich mich schon ab und an, was wohl als nächstes geschehen und wie der Weg zum vom Autor früh angedeuteten Ausgang des Romans sein würde.

Auch der fastnachtlich wilde, mehrseitige "Exkurs" in die Neuzeit, der die zeitlich übergreifende Intention und den Anspruch des Romans nicht zuletzt durch Wechsel des Schreibstils deutlich vor Augen führt, gefiel mir ganz gut. Er ist im Hinblick auf das Ende des Romans von großer Bedeutung, lässt den Leser jedoch - vermutlich gewollt - zunächst einmal etwas ratlos zurück.

Mich persönlich hat das Ende des Romans dann aber doch verärgert. Diese ganze Vielfalt, das riesige Panorama des beginnenden 17. Jahrhunderts wird auf zu knappen 360 Seiten nur entworfen, um mit dem Satz "Doch selbst wenn er das Leben des Tuchfärbers hätte auslöschen können, wird er dazu in unserer Geschichte kaum noch eine Möglichkeit haben, denn in diesem Moment nimmt Die Wahre Geschichte des Jacob Wunschwitz ihr Ende" abzuschließen. Der Schenkelklopfer geht ausschließlich auf meine, des Lesers Kosten, und ich fühle mich um eine "Auflösung", eine Katharsis betrogen. Ich verstehe schon die Absicht des Autors, der sich vielleicht gerade durch meinen Ärger bestätigt und sein Ziel erreicht sieht. Doch mir stellt sich die Frage, zumal die Botschaft des Romans ja nicht neu ist: Und dafür die ganze Mühe dieser aufwändigen Lektüre?!


Mirage: Roman
Mirage: Roman
von Matt Ruff
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 21,90

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Intelligenter Blickwechsel, 22. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Mirage: Roman (Gebundene Ausgabe)
Als großer Matt-Ruff-Fan habe ich mir "The Mirage" sofort im englischen Original besorgt, und wie immer: es hat sich gelohnt! Ruffs Idee, die gängigen Perspektiven der westlichen Welt mit einer arabischen Sichtweise zu vertauschen und einen Gegenentwurf zur vermeintlich vertrauten Welt zu erschaffen, hat es in sich, zumal man die Akteure ja aus der "wirklichen" Weltgeschichte kennt und meint zuordnen zu können. Ruffs Stilmittel, gewissermaßen mit Mitteln moderner Medien (erinnert sei an eine große Internet-Enzyklopädie) kompakte Hintergrundinformationen zur Handlung seines Romans zu geben, gefiel mir sehr gut. Auch die durchaus bezweckten Missverständnisse beim Leser über die Rolle etlicher Romanfiguren bereiteten mir viel Vergnügen. Besonders schön finde ich zudem, dass es Ruff gelungen ist, seine "Spiegelungen"/"Fatamorgana" bis zum Ende konsequent durchzuziehen. Überflüssig zu erwähnen, dass Ruff durch seinen intelligenten Perspektivwechsel in gewohnter, ironischer Manier Kritik an den politischen Zuständen seines Heimatlandes übt. Daher eindeutig: Fünf Sterne!


Les gens heureux lisent et boivent du café
Les gens heureux lisent et boivent du café
Preis: EUR 2,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Herz-Schmerz für zart Besaitete, 7. September 2013
Über das Buch bin ich im Frankreich-Urlaub gestolpert, wo es als Newcomer der Saison angepriesen wurde. Cover und Titel sprachen mich an, auch das Thema schien Möglichkeiten zu bieten, also kaufte ich es.

Der Inhalt ist in zwei Sätzen erzählt: Eine junge Frau verliert durch einen Autounfall Mann und Kind. Nach einem Jahr der Zurückgezogenheit und Depression reist sie zur Trauerbewältigung nach Irland, wo sie langsam zurück ins Leben findet.

Kurz: Die ersten zehn Seiten des Buches waren auch die besten. Leider bleiben - und das verwundert bei einer ausgebildeten Psychologin als Autorin - sämtliche Charaktere, vor allem der der Protagonistin, nur oberflächlich ausgearbeitet. Es werden zahlreiche Stereotype und Vorurteile bedient. Manchmal angedeutete, vielversprechende Ansätze (z.B. der Konflikt der Protagonistin mit Eltern und Schwiegereltern) werden nicht weiter verfolgt. Die gesamte Entwicklung der im Zentrum des Buches stehenden neuen Liebesbeziehung ist unglaubwürdig. Ein Spannungsbogen ist im ganzen Buch nicht erkennbar. Auch eine nach der Ausgangssituation zu erwartende Katharsis der Protagonistin findet nur sehr oberflächlich statt. Zudem fehlt die im Klappentext angekündigte Situationskomik.

Die zahlreichen französischen Rezensenten sind sich weniger einig als die deutschen (Amazon-Durchschnitt 3,5 Sterne), doch bleibe ich bei meinem Urteil: Seichtes Herz-Schmerz-Gedusel und eine verpasste Chance.


Die fröhliche Querflöte: Querflötenschule für den Einzel- und Gruppenunterricht. Band 1. Flöte.
Die fröhliche Querflöte: Querflötenschule für den Einzel- und Gruppenunterricht. Band 1. Flöte.
von Gefion Landgraf
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,50

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gut strukturierter Aufbau, 31. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Diese Querflötenschule richtet sich an Kinder zwischen 7 und 10 Jahren, die noch ganz am Beginn ihres musikalischen Lebens stehen. Sie setzt keinerlei Kenntnisse voraus und führt schrittweise in das musikalische Grundwissen (Notation, Rhythmus etc.) ein. Dabei geht sie kleinschrittig vor. Gut gefällt, dass die Notensysteme relativ groß gezeichnet sind. Dies erleichtert den Kindern das Notenlesen im Vergleich zur ähnlich konzipierten "Flötenmaus" sehr. Schön ist auch, dass zunächst mit bekannten Liedern und Melodien gearbeitet wird und auch relativ früh bereits auf leichte klassische Literatur zurückgegriffen wird (da macht sich im Vergleich zu anderen Schulen positiv bemerkbar, dass der Verlag im Besitz vieler Rechte ist). Dementsprechend wird bei Erreichen des notwendigen Niveaus auf weitere, vom selben Verlag herausgegebene Bände mit Literatur verwiesen, die das Repertoire im Bereich Solo, Duo und Trio angemessen erweitert.
Auch das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Also: Alles in allem sehr empfehlenswert für das Lernen mit Kindern.


PLAYMOBIL 5119 - Neuer Bauernhof mit Silo
PLAYMOBIL 5119 - Neuer Bauernhof mit Silo
Preis: EUR 99,99

4.0 von 5 Sternen Hoher Spielfaktor, 31. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Der Playmobil-Bauernhof ist vergleichsweise leicht und schnell (eine gute Stunde) zusammen zu bauen. Das zahlreiche Zubehör ermöglicht einen direkten Einstieg in das Spiel; besonders das Silo und der Flaschenzug fanden bei unseren Kindern großes Interesse.

Einziger Wermutstropfen: Die Silage ist sehr klein, und es geht öfter etwas daneben. Wir haben einen Fliesenboden und deshalb immer den Handfeger griffbereit, um alles wieder an die richtige Stelle zu befördern. Doch bei Teppichboden ist dies sicher ein großer Nachteil.


Kinder, Kinder! Zitate für den Erziehungsalltag: Don Bosco Zettelbox
Kinder, Kinder! Zitate für den Erziehungsalltag: Don Bosco Zettelbox
von k.A.
  Zubehör

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein perfektes Geschenk für Eltern, 23. September 2011
Ich habe diesen Block mit seinen 40 unterschiedlichen Sprüchen für den Erziehungsalltag schon öfter mit Erfolg verschenkt. Ein nützliches, aber gleichzeitig amüsantes Mitbringsel, dessen Zitate zudem einen hohen Wiedererkennungswert besitzen. Hoffentlich wird die Zettelbox noch lange aufgelegt!


Das große Buch der Kinderkrankheiten
Das große Buch der Kinderkrankheiten
von Miriam Stoppard
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Gutes Konzept, unzureichende Umsetzung, 23. September 2011
Der mittlerweile neu aufgelegte Ratgeber von Miriam Stoppard ist eigentlich sehr benutzerfreundlich konzipiert. So ist die Auswahl der behandelten Kategorien (Körper und Pflege des kranken Kindes, ABC der Krankheiten, Sicherheit und Erste Hilfe, ergänzende und alternative Heilmethoden) sowie deren Anordnung im Buch gut. Anhand eines farblich markierten, auch von außen erkennbaren Registers kann man schnell die unterschiedlichen Kategorien aufschlagen und relativ zielgerichtet nach der vermuteten Krankheit bzw. den zu ergreifenden Maßnahmen suchen.

Allerdings ist wenigstens die mir bekannte, hier vorliegende Auflage von 2001 nicht dem deutschen Gesundheitssystem angepasst. So erfolgt z.B. meiner Erfahrung mit zwei Kindern nach viel zu häufig der Hinweis, sofort den Arzt zu konsultieren bzw. ein Krankenhaus aufzusuchen; dies entspricht womöglich eher amerikanischen Verhältnissen.
Mir ist vollkommen klar, dass ein Ratgeber keinen Arztbesuch ersetzen kann, doch gerade für den Hausgebrauch hätte ich mir bei gängigen Beschwerden etwas mehr konkrete Linderungsvorschläge für eine sofortige Anwendung erwartet. So wird etwa bei Halsschmerzen als Ersthilfe empfohlen: "Schicken sie ihr Kind nicht zur Schule, bis es beim Arzt war." Der Hinweis, dem Kind genügend zu trinken zu geben, kommt hingegen erst ganz am Ende, gepaart mit dem Vorschlag, Paracetamol gegen die Schmerzen zu verabreichen.
Des weiteren ist die Auswahl der Krankheiten von A-Z meiner Ansicht nach etwas willkürlich. Etliche sehr schwere, seltene Krankheiten, für die ein allgemein ausgelegter Ratgeber nicht der richtige Informationsort ist, werden relativ intensiv behandelt, wohingegen vergleichsweise häufig vorkommende Krankheiten fehlen oder nur sehr unzureichend beschrieben werden; auch die durchaus sinnvollen Diagnosetafeln sind nicht vollständig und führen manchmal gar komplett in die Irre. Zudem ist der Erste-Hilfe-Teil wider alle Vernunft nicht alfabetisch sortiert, so dass man gerade bei Notfällen u.U. lange suchen muss.

Vielleicht sind diese Mängel in der Neuauflage von 2009 behoben worden; ich habe mich jedenfalls entschlossen, für unsere Familie nach einer Alternative Ausschau zu halten.


Ein diskretes Wunder: Erzählungen (suhrkamp taschenbuch)
Ein diskretes Wunder: Erzählungen (suhrkamp taschenbuch)
von Corinna Santa Cruz
  Taschenbuch
Preis: EUR 5,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nette Urlaubslektüre, 9. September 2011
Diese Kurzgeschichtensammlung ist ein ideales, handliches Buch für den Strandurlaub. Einige der darin enthaltenen Geschichten (meinem Empfinden nach die besseren) stammen aus den "Geschichten der Eva Luna". Es hätte in der Tat deutlicher angemerkt werden können, dass es sich beim Inhalt des Buches großenteils nicht um neue Erzählungen handelt; auch deshalb gibt es nur drei Punkte von mir.
Es geht - wie eigentlich immer bei Allende - um Liebe, Erotik, zwischenmenschliche Beziehungen und Surreales. Die politische Situation in Südamerika spielt nur am Rande, als "Background" eine Rolle. Die durchaus witzigen Episoden sowie die Kürze der Geschichten (jeweils ca. 20 Seiten) machen das Bändchen zu einem leicht verdaulichen Schmankerl für zwischendurch.


Unscharfe Bilder: Roman
Unscharfe Bilder: Roman
von Ulla Hahn
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Was ist Wahrheit?, 28. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Unscharfe Bilder: Roman (Taschenbuch)
Ulla Hahns Auseinandersetzung mit der deutschen Kriegsvergangenheit wird in einen interessanten, auch persönlichen Konflikt zwischen den Generationen der "Zeitzeugen" und der "Nachgeborenen" eingebunden. Doch ist mein Fazit zur von ihr gewählten Behandlung dieses - zugegebenermaßen schwierigen Themas - zwiegespalten. Die Figur des Vaters überzeugt in ihrer psychologischen Entwicklung und in ihren Berichten über die Vergangenheit auf ganzer Länge. Doch ist die Figur der Tochter leider nicht stringent durchgeführt. So kam es in ihrer Entwicklung zu teils nicht nachvollziehbare Sprüngen, bei aller sie bewegenden Hin- und Hergerissenheit zwischen Liebe und Unverständnis für den Vater. An einer Stelle habe ich gar nachgeschlagen, ob ich nicht eine Seite überlesen hätte, weil ich die Reaktionen der Tochter nicht mehr verstehen konnte. Das hat das Lesevergügen und den ansonsten "runden" Eindruck, den die Geschichte machte, doch teils sehr beeinträchtigt. Die das gesamte Buch überspannende Frage nach dem, was (bewußte oder unbewußte) Lüge und was (objektive?) Wahrheit ist, kann, oder besser gesagt: will die Autorin letzten Endes gar nicht lösen. Somit erspart sie dem Leser auch ein(e) vorweggenommene (Ver)Urteil(ung); dies muß, so er denn will, der Leser selbst leisten. Hahn entwickelt auf feinfühlige Art ein Plädoyer für gegenseitige Rücksichtnahme und Verständnis, die nur durch Kommunikation entstehen kann. Diesen roten Faden hält sie in den Dialogen der Protagonisten konsequent durch, was mich im Endeffekt doch mit dem Buch versöhnt hat.


Gebrauchsanweisung für die Eifel
Gebrauchsanweisung für die Eifel
von Jacques Berndorf
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Eifel-Kenner mit Bildungslücken, 6. Oktober 2010
Zwar ist dieser vom angeblichen "Eingeborenen-Kenner" und Krimi-Autor Jacques Berndorf (alias Journalist Michael Preute) verfaßte Eifel-Guide zu Beginn ganz witzig zu lesen, doch nutzt sich der Wortwitz des Autors schnell ab. Auch die leicht schnoddrige Darbietung historischer Fakten, die oft nicht genau recherchiert sind, nervt auf Dauer.
Für mich war der Höhepunkt des Buches das Kapitel zum Nürburgring, in dem der Schreiber seinen Spekulationen zur dortigen Finanzierung und der Rolle eines gewissen Herrn Kafitz munteren Lauf läßt. Hier blitzten die Recherchefähigkeiten des über Insider-Kontakte verfügenden Ex-Journalisten nochmal auf. Doch sind diese Spekulationen, wiewohl sie von der Weitsicht des Krimi-Schreibers bzw. seines Informanten zeugen, mittlerweile von der Tagespolitik überholt.
Nett sind die Anekdoten, die der Autor aus seiner eigenen Erfahrung einfließen läßt: Treffen mit Urgewächsen, Insider-Tipps zu guten Restaurants etc. Allerdings hat mich das Kapitel zu den angeblich in jedem Dorf anzutreffenden "Wunderheilern" als "Eifel-Genträger" doch sehr genervt - welches Eifel-Bild wird denn hier bitteschön kolportiert?! Ich lebe nun seit mehr als 30 Jahren hier und habe noch nie etwas von einer derartigen "Besprechung" gehört!
Störend darüber hinaus die fehlerhafte Überblickskarte: Ich wüßte zu gern, wie viele Touristen in dem kleinen Kaff Manderscheid in der Westeifel landen (durchaus sehenswerte Landschaft übrigens) und sich wundern, wo bloß die beiden beeindruckenden Burgen versteckt sein mögen (ca. 40 km entfernt nämlich!). Sowieso ist das nahezu komplette Fehlen einer Beschreibung des Deutsch-Luxemburgischen Naturparks in den Kapiteln sehr bedauerlich.

Fazit: Der "Einheimische" findet durchaus gute Anregungen für Tagestouren, aber mehr auch nicht; der informationshungrige "Auswärtige" hingegen greift wohl besser auf einen seriöseren Reiseführer zurück.


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