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Rezensionen verfasst von
Melanie Holtmann "Mekko!" (Utopia)
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Zimmer 13
Zimmer 13
DVD ~ Joachim Fuchsberger

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wenig Fleisch auf den Rippen... (Achtung, SPOILER!), 28. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Zimmer 13 (DVD)
...hat dieser Wallace-Film bei genauem Hinsehen. Wahrscheinlich bin ich gerade nicht ganz gerecht und "Zimmer 13" schneidet im Vergleich zu meinen übrigen Wallace-Film-Rezensionen etwas zu schlecht ab. Trotzdem: Hier werden zwei weitgehend uninspiriert nebeneinander her laufende Plots benutzt, um gegenseitig die Schwächen des jeweils anderen zu übertünchen. Die Story um den geplanten Überfall auf den Postzug ist ziemlich halbgar und ergeht sich in flott klingen wollenden Lagebesprechungen und unmotiviert zusammengeschnittenen Vorbereitungen. Der Angelpunkt beider Subplots - die Verbindung des Obergangsters zum Unterhausabgeordneten Manley, dessen Tochter Denise er als Druckmittel benutzt - ist denn auch unter der Lupe höchst willkürlich und dazu noch unglaubhaft - ein gerissener Ganove würde wohl kaum seine Beziehung zu dem Mann, bei dem er seine Beute später zwischenlagern will (weil bei einem respektablen Unterhausabgeordneten wohl kaum eine Haussuchung stattfände), derart öffentlich zelebrieren. Der zweite Plot um den geheimnisvollen Rasiermessermörder ist zu eindeutig eine epigonenhafte Reverenz an damals aktuelle Filme à la "Psycho" (da spritzt sogar in einer Szene das Blut) und entpuppt sich als psychologisch höchst dilettantisch formulierte Störung, die im besten Falle grotesk, eher jedoch albern wirkt. Und da beide Plots - wie bereits erwähnt - bis auf Oberflächenberührungen keineswegs in irgendeiner Form verschränkt werden, verliert sich auch der Reiz der finalen Auflösung im Nichts.

Zu den Darstellern - denn das ist der einzig positive Aspekt, den ich gerade gelten lassen möchte: Joachim Fuchsberger und Karin Dor sind sozusagen das Wallace-Traumpaar, hier funktioniert jedoch aus mehreren Gründen die Chemie nicht so richtig. Und insbesondere Karin Dors (veritabler SPOILER!) finale Interpretation der sich selbst gewahr werdenden Wahnsinnigen ist doch eher Schauspielkindergarten als seriöse Kunst. Richtig ärgerlich, wie ich fand. Zum Rest des Casts aber: Eddi Arent hat hier - was den komischen Part angeht - eine seiner besten Rollen in Wallace-Krimis, Siegfried Schürenberg sorgt ebenfalls für Heiterkeit. Richtig ins Gewicht fallen schon eher Richard Häussler und Walter Rilla, die angenehm charismatisch auffallen. Und auch Hans Clarin weiß in seiner Rolle des etwas weinerlichen Ganoven zu gefallen.

Insgesamt hat mich dieser Wallace-Film zwar leidlich unterhalten, aber ganz und gar nicht überzeugt, was ich ihm aus mir selbst nicht recht erfindlichen Gründen sehr übelnehme. Vielleicht liegt es an den so positiven Rezensionen an dieser Stelle, vielleicht am so offensichtlich vorhandenen Anspruch (u. a. die "Psycho"-Ranschmeiße), der keinesfalls eingelöst wird. Wie auch immer: 3 Sterne.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 27, 2011 12:12 PM CET


Hokuspokus oder wie lasse ich meinen Mann verschwinden
Hokuspokus oder wie lasse ich meinen Mann verschwinden
DVD ~ Heinz Rühmann

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Curt Goetz ist einfach besser (und jetzt auch auf DVD zu haben!)..., 10. Juni 2007
... im Original zu genießen. Diese enorm artifiziell wirkende Version mit einer etwas nervenden Lilo Pulver und einem etwas fehlbesetzten Heinz Rühmann kann Goetz' Witz und Geist einfach nicht konservieren. Der Versuch einer zumindest inszenierungstechnischen Aktualisierung ist durchaus lobenswert; aber wenn man sich dann nur um die Essenzen drückt und schlicht eine parasitäre Form draufstülpt, macht das wenig Sinn.

Zum Glück liegt jetzt endlich auch die Verfilmung mit Goetz und Valerie von Martens auf DVD vor, und das sogar mit ausgewähltem Bonusmaterial. Wer seinen "Hokuspokus" mit Rühmann/ Pulver begonnen hat, der sei dringlich an das Original verwiesen: Es ist seinem Epigonen in nahezu allen Belangen überlegen.


Tödlicher Irrtum oder Feuerprobe der Unschuld
Tödlicher Irrtum oder Feuerprobe der Unschuld
von Agatha Christie
  Taschenbuch

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Durchschnittliches von der Queen of Crime (milde Spoiler zum Schluss!), 27. Mai 2007
"Tödlicher Irrtum" ist einer der Agatha-Christie-Krimis, in denen die Meisterin nicht Hercule Poirot oder Miss Marple als Super-Detektive auftreten ließ. Beide Figuren bieten meistens zwei enorme Pluspunkte: Sie sorgen für witzig-skurrile, manchmal auch schlicht humorvoll-warmherzige Aufhellung der oft doch düster gehaltenen Plots. Zweitens und noch wichtiger: Marple- und Poirot-Romane bieten fast immer raffinierte Auflösungen, deren Erreichen auch deshalb so unterhaltsam ist, weil beide Detektive genialisch daran werkeln und man den "So war es wirklich" - Moment genussvoll begleiten kann. Wenn in AC-Romanen also Marple und Poirot fehlen, dann muss man auf eine starke Geschichte hoffen - wie sie zum Beispiel die "Zehn kleinen Negerlein" bieten.

"Tödlicher Irrtum" nun laboriert ganz außerordentlich an beiden Fehlern und verliert sich oft in einer nutzlosen Geschwätzigkeit. Die Handlung: Arthur Calgary entdeckt, dass er einem vor zwei Jahren wegen des Mordes an seiner (Adoptiv-)Mutter verurteilten und mittlerweile verstorbenem jungen Mann ein Alibi hätte geben können, was unglückliche Umstände verhinderten. Von Schuldgefühlen getrieben, betreibt er eine Wiederaufnahme des Falles und sticht so in ein Wespennest, denn die Familie von Opfer und Täter hatte sich mit der Erklärung, der Sohn sei krankhaft veranlagt gewesen und für den Mord an der Mutter nicht vollständig zur Rechenschaft zu ziehen gewesen, bis jetzt gut arrangiert. Jetzt ist jeder jedem verdächtig...

Agatha Christie entwirft erstaunlich oft das Bild einer im Kern faulen Familie, deren (unschuldige) Mitglieder dann aber quasi erlöst aus dem Ganzen hervorgehen, so in "Hercule Poirots Weihnachten", "Rendezvous mit einer Leiche" oder "Das fehlende Glied in der Kette". Dieses Motiv ist auch hier vertreten, aber nicht sehr sorgfältig ausgezeichnet: Die meisten Figuren bleiben blässlich. Das ist Manko Nummer eins. Viel schlimmer aber: Über weite Strecken wird einfach nur geplappert, an Beziehungen untereinander gearbeitet und ein bisschen ertraglos ermittelt, bis zum Schluss in einer Art deus-ex-machina-Effekt jemandem die richtige Lösung einfällt, die dann auch prompt an den Mann/die Frau gebracht wird und flugs das Ganze beendet. Im Grunde betreibt also Agatha Christie Hochstapelei: Ein Krimi ist das eigentlich nicht. Und die Identität des Mörders ist denn dann auch doppelt und dreifach uninteressant, weil er vorher kaum als Person eingeführt worden ist, weil das Motiv zu schwach scheint und weil sich eigentlich von vornherein keiner wirklich dafür interessiert hat, wer's denn nun war.

Fazit: Das alles wirkt wie eine kleine Trainingseinheit fürs Meisterhafte, weil viele typische Christie-Elemente drin sind. Das alles spielt aber nur in der Kreisklasse. Wer Champions League lesen will, sollte besser einen anderen Christie zur Hand nehmen.


Galgenvögel
Galgenvögel
von Anthony Berkeley
  Gebundene Ausgabe

2.0 von 5 Sternen Schuss in den Ofen (mittelschwere SPOILER!), 21. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Galgenvögel (Gebundene Ausgabe)
Nachdem ich Berkeleys sehr unterhaltsamen und geistreichen "Fall mit den Pralinen" genossen hatte, freute ich mich auf seine "Galgenvögel". Pech gehabt. Worum geht's? Auf einer Party wird die allen Anwesenden verhasste Ina Stratton ermordet. Der Detektiv Roger Sheringham, auch Gast an diesem Abend und zunächst selbst kurz verdächtig, findet rasch heraus, dass der zuvor angenommene Selbstmord keiner war...

In aller Kürze lautet mein Urteil: Nervtötend. Der Leser erlebt den Mord quasi-live mit und erfährt auch gleich die Identität des Mörders, der dann erstmal aus dem narrativen Rampenlicht verschwindet. Aus diesem Szenario folgen schon zwei böse Mankos: Der Täter ist weder böse noch charismatisch noch gerissen, und er taucht nach der Tat als handelnde Figur, als Antagonist gar, überhaupt nicht mehr auf. Fast logischerweise bemüht sich auch Sheringham gar nicht um Wahrheitsfindung, sondern betreibt eher Wahrheitsvermeidung, weil er eigentlich nur den Verdacht vom sympathischen und gebeutelten Ehemann der Toten ablenken will (den er für den Täter hält). Bis zur Schlusspointe (die zwar nett ist, das Ganze aber keineswegs rettet und auch nicht das vorausgehende Blabla rechtfertigt) ist außerdem der Leser dem Detektiv immer soweit voraus, dass dessen Bemühungen täppisch und stümperhaft wirken. Spannung kommt im Grunde zu keiner Zeit auf.

Die "Galgenvögel" funktionieren aus mehreren Gründen nicht. Die inkonsistente Erzählperspektive und eine eher ungeschickte Dramaturgie kommen zu den oben genannten hinzu. Als Kriminovelle würde das Ganze vielleicht durchgehen, als Detektivroman ist es eher mickrig.


Horst Buchholz ...mein Papa
Horst Buchholz ...mein Papa
DVD ~ Horst Buchholz

19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Horst Buchholz. In eigenen Worten und wie sein Sohn ihn sah., 31. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Horst Buchholz ...mein Papa (DVD)
Vorweg: Die Ein-Stern-Wertung des Erstrezensenten kann ich ganz und gar nicht nachvollziehen. Christopher Buchholz' Auseinandersetzung mit und Gespräche über seinen Vater sind sehr persönlich und zuweilen rührend, aber nie darauf aus, Fallen zu stellen oder Buchholz senior gar zu desavouieren. Wer ein objektives Porträt des Schauspielers erwartet, wird sicherlich ein wenig enttäuscht sein, denn hier geht es vom ersten Moment an nur um den Menschen Horst Buchholz. Und das ist eigentlich auch ganz logisch, denn was mehr oder Besseres kann ein filmischer Zugang leisten, den der eigene Sohn ebnen will? Man ist als Zuschauer hier mehr als sonst und ausgesprochener in einer bloßen Beobachterrolle, wenn sich Bruder und Schwester über den Vater unterhalten, über seinen Tod und ihre Beziehung zu ihm. Und man merkt: Buchholz junior geht es einfach darum, an den Vater heranzukommen. Das Ergebnis ist ein zwiespältiges und muss es wohl auch sein: Weil Horst Buchholz sich manchen Fragen einfach verweigert und weil der Sohn dann auch nicht - wie es ein neutraler Journalist tun würde - bohrt oder provoziert, muss oft das Ungesagte sprechen, müssen die Pausen und das Stocken im Redefluss dem Zuschauer als Lücken gleichsam Inhalt sein. Es gibt keine (ein-)ordnende oder relativierende Kommentarstimme aus dem Off. Christopher Buchholz lässt den Zuschauer mit dem, was er gesammelt hat, allein. Natürlich ist das montiert und geschnitten, ausgewählt und teilweise mit etwas manipulatierend-suggestiver Musik unterlegt. Und am Ende wird deutlich, dass es eben doch eine Liebeserklärung war, die der Sohn erzählen wollte. Das Erstaunliche: Sie gerät gegenüber der Mutter mindestens genauso eindringlich. Denn Myriam Bru ist - wenn man Buchholz senior als das (wertfrei so adressierte) Objekt des Künstlers (denn das muss der Sohn eben doch auch sein) versteht - die eigentliche Heldin dieses Films.

Am Ende noch, was vielleicht am Anfang hätte stehen sollen: Der Aufbau des Films. Parallel montiert sind Gespräche zwischen Horst und Christopher Buchholz, Gespräche mit Mutter und Schwester (wobei mir nicht ganz klar war, ob alle oder nur einige erst nach dem Tod von Buchholz senior entstanden sind) und Szenen, in denen Christopher Buchholz - einige Zeit nach diesem Tod - in der jetzt leeren Wohnung des Vaters umherstreift. So gerät der Film zur fast meditativen Sinnsuche, zum bewussten Blick auf Leerstellen und - irgendwie - auch zum Memento für den Zuschauer.

Man versteht Horst Buchholz nicht, wenn man diesen Film gesehen hat. Sein Sohn gibt uns Außenstehenden sehr wenig an die Hand; eine Chronologie oder der erklärende Hinweis auf Ereignisse, Brüche oder andere Marken im Lebensweg des Vaters fehlen. Christopher Buchholz stellt sich und sein filmisches Dokument unter die Imperative von Instinkt, Intuition und Assoziation. Und diese drei Tugenden werden auch dem Zuschauer abverlangt. Das ist weit entfernt von Voyeurismus und boulevardesker Spekulation. Man versteht nicht, aber man spürt. Vielleicht.


Was Mädchen wollen
Was Mädchen wollen
DVD ~ Amanda Bynes
Wird angeboten von Eliware
Preis: EUR 17,45

6 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Zwei Sterne, auch wenn's schmerzt..., 29. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Was Mädchen wollen (DVD)
..., einem Film mit Colin Firth nicht höher bewerten zu können. Und Firth selbst spielt auch ganz ordentlich, wenn auch nicht mit dem gewohnten Engagement (zumindest nach meiner Beobachtung). Aber diese Geschichte hat man nun wirklich schon so oft gehört und auch schon tausendmal herzlicher und nicht derart manipulativ aufgetischt. Das ewige Spielchen "Ami-Göre zeigt den steifen Briten, wo's langgeht" wirkt hier manchmal regelrecht unsympathisch, zumal wirklich die allerhärtesten Klischees ausgepackt werden (böse Stiefmutter /-schwester in spe, nette weise Oma, vertrottelte Aristokraten, schrullige Ladies, snobistische Jungadlige, loyale Butler, nicht standesgemäßer, aber dafür voll cooler Freund und so weiter...). Ganz witzig ist zumindest Firths (bzw. Dashwoods) kleine Rebellion inklusive schräger Luftgitarreneinlage in Rockerkluft. Aber dann wird's auch schnell wieder öde: Töchterchen und Freund (der natürlich - nein wie cool - Musiker ist) machen London unsicher, fallen in den obligatorischen Teich, danach gibt's Geknutsche im Boot. Aber nein, da muss noch eine kleine Wendung her: Plötzlich wird gekuscht, Töchterchen passt sich Daddy zuliebe an und schaut demonstrativ traurig von allen Society-Fotos herunter, Freund ist sauer ("Wo ist die alte Daphne?" - noch so ein schöner Standardsatz), anstatt sich mal mit der Entwicklung auseinanderzusetzen, und irgendwann steuert man dann doch aufs Happy End zu. Die reihenweisen fünf Sterne hier haben mich doch sehr überrascht, denn die wäre er mir beim besten Willen nicht wert. Trotz Firth: Wegwerfware.


Der Zauberer von Oz [Special Edition] [2 DVDs]
Der Zauberer von Oz [Special Edition] [2 DVDs]
DVD ~ Judy Garland
Wird angeboten von MEDIMOPS
Preis: EUR 6,08

7 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Beeindruckende Edition eines bezaubernden Films, 28. März 2007
Zuerst war ich skeptisch: Musical-Filme fesseln mich in der Regel wenig, und Judy Garland war bis jetzt mein persönliches Kassengift. Das hat sich nach dem "Zauberer von Oz" definitiv geändert. Man merkt dem Film zwar sein Alter an; die Geschichte ist bei näherem Hinsehen gar nicht vorhanden - aber das alles und selbst die altersbedingten Unzulänglichkeiten besitzen einen unverwechselbaren Charme. Dorothys (bzw. Judy Garlands) "Somewhere Over The Rainbow" ist einfach ein magic moment; ihre Begegnungen mit dem Tin Man, Scarecrow und Cowardly Lion witzig, geistreich und zum Immer-wieder-schauen. Auch die Szenen in Munchkin Land sind einfach so unvermeidbar putzig, dass man öfters zurückspult und sich die niedlichen Gesänge nochmal antut. Und man versteht nur zu gut, warum das American Film Institute die Wicked Witch of the West auf Platz vier der größten Leinwandbösewichte führt (knapp geschlagen übrigens von Hannibal Lecter, Norman Bates und Darth Vader ;-)): Margaret Hamilton gibt sie als leibhaftigen Kinderalptraum, ohne dabei von allzu viel Schnickschnack abhängig zu sein. Die Melodien summt oder singt man sowieso bald mit - allerdings unbedingt im Original.

Warum sind es also nicht fünf Sterne geworden? Zum einen - siehe oben - wegen der doch bei näherem Hinsehen zutage tretenden narrativen und dramaturgischen Defizite. Dem Film geht für meinen Geschmack zwischendurch manchmal ein bisschen die Luft aus. Zum anderen: Auch wenn ich Märchen mag und auch auf die simpel-herzerwärmendsten Botschaften mit alles anderem als Zynismus reagiere: Das kuschelige "Zuhause ist's am Schönsten", auf das man am Ende alles zusammenschnurren kann, ist mir doch ein bisschen zu sehr apologetisch und platt kuschelig.

Trotzdem: Der "Zauberer von Oz" ist ein wertvolles Stück Film und auch heute noch allemal sehenswert. Die Extras sind es ohnehin: Angela Lansbury führt durch eine interessante (allerdings schon ältere) Dokumentation, dazu gibt's allerlei Wissenswertes rund um die gesamte Produktion. Zugreifen lohnt sich!


Wellen
Wellen
DVD ~ Marie Bäumer
Preis: EUR 11,49

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gemalte Bilder auf düsterem Grund. Edel., 26. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Wellen (DVD)
Sollte irgendwann mal der deutsche Film (oder das deutsche Kino) die Qualität zum Beispiel britischer period dramas erreichen wollen, dann müsste das Ergebnis in etwa eine Weiterführung einer solchen Vorlage wie der "Wellen" sein. Das meine ich durchaus ernst. Man kann die Hohlheit der Bilder, die strömende Langeweile oder die erstarrten Klischees beklagen, wenn über diesen Film gesprochen wird. Aber.

Erstes ABER: Die grandiose Besetzung, deren in der Dichte hohe Qualität man selten im Fernsehfilm findet. Marie Bäumer als aus der Zeit gefallene Gräfin. Sebastian Blomberg (mit winzigen Abstrichen) als betrogener Liebhaber. Matthias Habich als geistiger Vetter des "Untertanen" Diederich Heßling. Sunnyi Melles als neurotisch-hysterische Bella von Buttlär. Kati Eyssen als liebende und leidende Lolo. Florian Stetter, Monica Bleibtreu, Christian Grashof, Peter Fitz... Jede Darbietung ist für sich schon sehenswert. Wie die Charaktere changieren und irrlichtern im Geflecht von Dünkel, Not, Einsamkeit und Konvention, wie sie im manierierten Reden doch und gerade das Bild einer ganzen Epoche ahnbar werden lassen.

Zweites ABER: Die Bilder. Ja, sie sind ausgestellt. Aber sie sind gleichzeitig von traumhafter, ja traumwandlerischer Schönheit, von elegischer Dekadenz und blasiertem Gleichmut, dass sie gerade den Kontrapunkt, die Folie und den Verstärker anbieten für die Dramen, die in sie gemalt und geschrieben sind. Der Mensch steht in der Natur und hat sich im selben Augenblick grausam weit entfernt von allem Natürlichen, Ungekünstelten, Freien.

Drittes ABER: Vielleicht treffen wir auf Klischeegestalten. Vielleicht ist alles ein bisschen viel: Die adlige Emanze, die blasierte Hysterikern, der kriecherisch-despotische Baron, der junge Adlige, in dem sich stürmische Schwärmerei und technokratische Brutalität so unfassbar und doch so fürchterlich logisch miteinander verquicken, der romantische Maler, die unschuldige junge Frau, die sich in die Gräfin verliebt... Aber diese - fast - Archetypen: Man versteht sie so unglaublich gut oder glaubt es zumindest. Man kann sich vorstellen, wie das war oder - in der Filmzeit - ist, wie kleine und große Katastrophen wachsen können auf dem Boden dieser oft so unheilvollen gesellschaftlichen und persönlichen Dispositionen.

Macht all dies einen brillanten Film? Nein. Aber es macht einen guten. Noch kurz angefügt sei Christian Grashofs geradezu bezaubernder Auftritt. Wellen. Eine ist bei mir angekommen.


Der Herr der sieben Meere
Der Herr der sieben Meere
DVD ~ Errol Flynn
Wird angeboten von svalv
Preis: EUR 24,99

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht der beste Mantel-Degen-Piraten-Flynn, aber knappe vier Sterne, 26. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Der Herr der sieben Meere (DVD)
Der "Herr der sieben Meere" fällt im Vergleich zu anderen Flynn-Filmen doch ein wenig ab, was vielleicht auch daran liegen mag, dass ihm hier der starke weibliche Konterpart fehlt. Was in "Piratenflagge" oder "Robin Hood" mit Olivia de Havilland vorzüglich funktionierte, nämlich die Mann-und-Frau-kabbeln-sich -> Mann-und-Frau-lieben-sich - Variation, fällt hier fast vollständig aus. Die weibliche Hauptdarstellerin bleibt blass. Es gibt auch keinen besonders präsenten oder charismatischen Antagonisten; die direkte Konfrontation erledigt sich erst ganz zum Schluss. Auch der Plot zwischendurch - weniger Witz und Esprit als gewohnt. Die Szenen mit der Königin sind durchaus lustig, und Flynns draufgängerischer Charme wirkt halt, wo er wirken kann und darf. Trotzdem ist der Film nicht so gelungen wie seine Vor- und Nachläufer. Knappe vier Sterne dennoch.


Die KriegsBraut /Juttas Befreiung
Die KriegsBraut /Juttas Befreiung
von Hedwig Courths-Mahler
  Taschenbuch

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nicht die besten von HCM, 26. März 2007
Es gibt unter den Unmengen von HCM-Heftchen und Büchern, die ich verschlungen habe, solche, die ich immer mal wieder zur Hand nehme und an den schönsten Stellen hängen bleibe. Bei den meisten weiß ich (und weiß der HCM-erfahrene Leser allgemein) schon nach den ersten Sätzen - oder zur Not: Seiten - wer die Bösen und wer die Guten sind, was passieren wird und wo es verschollene Väter, Erbschaften und andere Dramen zu entdecken geben wird. Besonders witzig ist das immer an den Namen der Protagonisten abzulesen: Wer Hans, Heinz, Rüdiger, Lothar oder ähnlich getauft ist, darf zu neunzig Prozent unter die Helden gerechnet werden, wem HCM den Namen Kurt oder Alfred verpasst hat, der ist in 99 von hundert Fällen ein Schwächling oder Garstigeres. Bei den Damen verhält es sich ähnlich, und Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel.

Nach diesem kleinen Exkurs zurück zu den vorliegenden Erzählungen. Beide gehören für mich nicht in die oben genannte Kategorie der immer wieder (gern) Gelesenen. Die "Kriegsbraut" wirkt an manchen Stellen durchaus lieblos und weniger herzlich denn hart, was vielleicht mit dem damals natürlich aktuellen Kriegsbeginn und dessen Verarbeitung in der Geschichte zusammenhängt. "Juttas Befreiung" dagegen ist leider ebenso langweilig wie vorhersehbar. Letzteres ist bei HCM - siehe oben - kein Nachteil, sondern eher verlässlicher Standard, aber ersteres erlebe ich zumindest bei ihr selten. Dieses Qualitätskriterium ist natürlich ungeheuer subjektiv. Aber was man sonst in so vielen HCM-Geschichten findet: Den Herzschmerz, die zugekitschten und doch so rührenden Szenen und Dialoge, kurzum: alles, was Fans und Verehrer an HCM lieben - das alles wird hier irgendwie nicht geboten.

Trotzdem: Viel Spaß beim Lesen! ;-)


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