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Rezensionen verfasst von
Peter Steiner

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Sei der Wandel, den du dir wünschst: Die verändernde Kraft der Meditation
Sei der Wandel, den du dir wünschst: Die verändernde Kraft der Meditation
von Ed & Deb Shapiro
  Gebundene Ausgabe

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Meditation als grosse Erfahrung, 14. Dezember 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich frage mich manchmal: Weshalb muss man 400 Seiten über etwas so Einfaches wie Meditation schreiben? Wieso so viele Worte verlieren über etwas, das sich mit Worten doch nicht treffend beschreiben lässt, weil es sich um eine Erfahrung handelt, die über alle Worte hinausgeht? Aber dann lese ich auf Seite 336 dieses Buches eben diesen Satz, und denke, okay, dann halt 400 Seiten: "Die Meditation macht es möglich, dass wir nicht mehr von Gier oder Selbstsucht beherrscht werden, sondern auf eine tiefere, von allen äusseren Dingen unabhängige Ebene der Zufriedenheit und des Glücks gelangen."

Das trifft den Punkt der Meditation doch wirklich sehr schön.

Und solche Sätze verzeihen die manchmal auch wenig langatmigen 400 Seiten und auch, dass der zweite Teil (von ingesamt vier) vielleicht ein bisschen sehr 'therapeutisch' ausgefallen ist, und dass das Buch überhaupt mindestens zur Hälfte aus Interview-Zitaten geübter Meditierender besteht. Manchmal gehen die Zitate über mehrere Seiten, und so machen sie sicher die Hälfte des Buches aus. Man findet Worte von Jack Kornfield, Yongey Mingyur Rinpoche, Jon Kabat-Zinn und vieler anderer spirituellen Kapazitäten darin, aber ebenso Gedanken von Menschen wie den Schauspielern Jane Fonda oder Michael J. Fox, die man so nicht erwartet hätte.

Was nach 400 Seiten bleibt ist im Wesentlichen:
- Meditation ist etwas ungemein Bereicherndes
- Jeder muss seine eigene Form der Meditation finden
- Meditation ist in Wahrheit ein Lebensweg, nicht eine Übung, die man eben mal kurz macht und dann hat man es
- Das Leben kann manchmal trotzdem schwierig sein, aber man kann wesentlich leichter mit allem umgehen, weil man aus einer tieferen Ruhe und Übersicht heraus agiert

'Sei der Wandel den du dir wünschst' ist kein Buch, das mit Detailangaben zur Praxis auftrumpft, es ist eher ein Stimmungsbuch, das einem auf dem eigenen Weg begleiten kann. Es gibt viele schöne Episoden und Gedanken darin, und wir merken, dass zwar alles nicht so ganz einfach ist, aber auch nicht so schwierig.

Vickie Dodd sagt gegen Ende des Buches irgendwo: "'Ich meditiere, um in dieser Welt ein freundlicheres und vernünftigeres Wesen sein zu können.'"

Allein dafür gibt es 5 Sterne. Damit ein paar Menschen vielleicht dieses Buch kaufen, um es Vickie Dodd gleich zu tun.

Peter Steiner, Autor von "Das Zen des glücklichen Arbeitens", "Weisheit für Minimalisten" u.a.

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Muße: Vom Glück des Nichtstuns
Muße: Vom Glück des Nichtstuns
von Ulrich Schnabel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

42 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer klug ist, tut öfter nichts, 12. Dezember 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ein schönes und notwendiges Buch in diesen hektischen Zeiten. Denn wenn uns klar wird, dass wir, je mehr wir tun, desto weniger bekommen, weil wir uns damit selbst überfordern und uns so um den wahren Genuss bringen, dann erst können wir zu einer ganz neuen Lebensart finden: Einer entspannteren, kreativeren und beglückenderen. Im Leben geht es eben weniger um Quantität, wie wir oft meinen, sondern viel mehr um Qualität. Und wer das verstanden hat, der tut eben weniger, aber das dafür besser und mit mehr Freude.

Grundlage dafür ist das Nichtstunkönnen. Denn wenn wir nichts tun, ordnet und klärt sich unser Geist und unser Gehirn. Und so ist Nichtstun eigentlich sich selbst Gutes tun. Ulrich Schnabel erklärt dies in seinem Buch auf sehr schöne und einleuchtende Weise - auch wenn er dafür vielleicht einen ein bisschen sehr wissenschaftlich-nüchternen Ton anschlägt, z.B. sagt er: "Befreit vom Input, kann das Gehirn gewissermassen in sich selbst spazieren gehen, frische Verbindungen zwischen Nervenzellen knüpfen und so neue Zusammenhänge zwischen gespeicherten Fakten herstellen. Auf diese Weise entstehen ganz von selbst neue Gedanken und, wenn wir Glück haben, auch unerwartete Geniestreiche."

Zur Ruhe kommen können ist also einer der wesentlichen Schlüssel zum Glück und zum Fortschritt. Wer seine Hirnwindungen permanent auf Trab hält, überfordert es und sorgt dafür, dass es nur noch in starren Schemen und Mustern agiert. Wahre Lebenskunst hat schon immer aus der richtigen Balance zwischen Aktivität und Ruhe bestanden, zwischen Kreativität und Nichtstun - da entsteht das Leben, das einen selbst immer wieder überrascht.

Die Tipps, die Ulrich Schnabel uns gibt, mögen manchmal ein wenig banal klingen, aber sie sind ein Anfang. Der beste Weg führt irgendwann zur Meditation, der absoluten perfekten Kunst des Nichtstuns. Das ist die Krönung und eröffnet uns völlig neue Sichtweisen und Welten. Wir sitzen dann da und fragen uns: "Wie konnten wir früher nur bei diesem wahnhaften Aktionismus mitmachen?" "Was hat uns so sehr in die Irre geführt?", "Wie konnten wir übersehen, was immer da war?"

Die besten Erkenntnisse kommen tatsächlich wie aus dem Nichts.

Peter Steiner, Autor von "Das Zen des glücklichen Arbeitens", "Weisheit für Minimalisten" u.a.


Meditation für Skeptiker: Ein Neurowissenschaftler erklärt den Weg zum Selbst
Meditation für Skeptiker: Ein Neurowissenschaftler erklärt den Weg zum Selbst
von Ulrich Ott
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

87 von 99 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Meditation für den Kopf, 9. Dezember 2010
Wir im Westen sind ja wissenschaftsgläubig und so ist dieses Buch keine Überraschung: Ein Neurowissenschaftler erklärt uns die Meditation. Im Untertitel wird sogar gesagt: "'Ein Neurowissenschaftler erklärt den Weg zum Sein".' Das ist aber wirklich zu hoch gegriffen.

In meinen Augen hat Ulrich Ott ohne Frage ein sehr fundiertes Buch geschrieben, aber es ist schon auch sehr, sehr nüchtern. Meditation für den westlichen Geist eben. Und so liest man in diesem Buch Sätze wie: "Das begriffliche Denken basiert auf grammatikalischen Strukturen, in denen wir als Subjekt, als "'Ich"', eine zentrierte Position einnehmen.'" Aber kann und soll man Meditation in erster Linie zu solch einer mechanischen, formalistischen Sache degradieren?

Ich glaube, das Gute an diesem Buch ist, dass es vielleicht auch Nüchterne und kopflastige Menschen für die Meditation zu interessieren vermag - Menschen, die einfach eine Technik zur Entspannung suchen. Und so leitet Ulrich Ott im ersten Teil seines Buches auch rudimentär zur Praxis an: Sitzen, Atmen, Fühlen, Denken, Sein. Im zweiten Teil geht es dann um die 'wissenschaftliche Vertiefung', wie er es nennt, die beispielsweise daraus besteht, welche Veränderungen sich im Hirn durch Meditation ergeben (z.B. die altbekannte EEG-Erhöhung der Gamma-Aktivität oder dass z.B. "in der hinteren unteren Hirnwindung im Temporallappen die Gefühle der Präsenz und Freude zuhause sind", die durch Meditation ebenfalls aktiviert werden )... usw. usw. Jon Kabat-Zinn, ein amerikanischer Arzt, der 1979 die erste Klinik eröffnete, in der man gezielt Meditation zur Unterstützung von Heilungsprozessen anwandte, und der die heute recht bedeutungsvolle MBSR-Methode begründete, hat in seinen Büchern sehr viele dieser wissenschaftlich relevanten Erkenntnisse bereits ausführlich dargelegt - wenn auch sicher nicht mit dieser Fülle neurowissenschaftlicher Einzelheiten, die erst in den letzten Jahren bekannt geworden sind.

Das ist alles gut und klug. Aber es ist eben ein bedeutender Unterschied, ob man nur weiss, in welchem Hirnareal sich 'Mitgefühl' ausdrückt oder ob man Mitgefühl wirklich selbst zu empfinden vermag. In diesem Sinne kam mir das Buch von Ulrich Ott manchmal schon eher mechanisch und kopflastig vor.

Das Buch ist also nach meiner Auffassung eine schöne Ergänzung zu allen andern Büchern, die es bereits über Meditation gibt und sicher erhalten Interessierte, die sich über dieses Thema ohne jeden religiösen oder mystischen Ballast orientieren wollen, einen guten Einstieg. Ich glaube jedoch nicht, dass man einer so ausserordentlichen Sache, wie Meditation sie ist, auf derart nüchterne Weise gerecht werden kann. Meditation ist so unglaublich viel mehr als nur eine lokalisierbare Reaktion im Gehirn - und das sollte man nicht vergessen.

Wenn dieses Buch Ihnen einen ersten Zugang verschafft, ist das wunderbar. Und wenn Sie Meditation zu praktizieren beginnen, werden Sie erkennen, dass es gar keine Wissenschaft braucht, wenn man selbst erfährt, was es einem bringt. Man sitzt da und etwas völlig Neues erscheint.

Jede solche Erfahrung ist mehr wert als eine Vielzahl von Zahlen und Tabellen.

Peter Steiner, Autor von "Das Zen des glücklichen Arbeitens", "Weisheit für Minimalisten" u.a.


Glänzende Zeiten: Fast ein Roman
Glänzende Zeiten: Fast ein Roman
von Adam Soboczynski
  Gebundene Ausgabe

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schöne neue Welt, 22. November 2010
Zu was haben wir es nicht alles gebracht in unserer schönen neuen Welt? Damit befasst sich Adam Soboczynski in seinem Buch auf überaus lakonische und teilweise ein wenig leidend anmutende Weise. 29 Kapitel zu Themen wie Liebe, rauchfreie Bars, Wohnungswechsel und '- natürlich unvermeidbar! - dem Trend zum rasierten Männeroberkörper.

Soboczynski schreibt sonst für das Feuilleton der ZEIT ' - und man merkt ihm den Journalismus und den Kritiker an. Herber Spott über unsere moderne und oft seltsam verdrehte und teilweise verbissene Lebensart durchzieht das Buch. So ortet Soboczynski das Grundproblem in erster Linie in falsch gesetzten Akzenten: '"Dort, wo man sich disziplinieren müsste, lässt man sich gehen, dort, wo man sich gehen lassen sollte, diszipliniert man sich heute"', schreibt er. Als banales Bild könnte man vielleicht folgendes aufführen, um zu verdeutlichen, wie das gemeint ist: Wir gehen gerne zu McDonalds, aber das wenigstens in Gesundheitsschuhen, um unser schlechtes Gewissen zu beruhigen. So manches ist absurd geworden, aber gleichzeitig so selbstverständlich, dass wir es gar nicht mehr merken.

Wer über unser Leben schmunzeln möchte, wer das Ironische und Persiflierende liebt ' - und wer danach doch nichts ändern will, der wird dieses Buch lieben. Das Buch vereint kluge Beobachtungen mit geschliffenen Worten und raffinierten Querverweisen ' - gehobener Journalismus fürwahr. Solch klug geschriebene Frotzeleien sind erheiternd zu lesen, zum Schluss bleibt man aber doch ein wenig hungrig vor dem geschlossenen Buch sitzen. Es fühlte sich an wie eine herrliche Vorspeise, die den Gaumen des Geistes munter kitzelte. Man wartet auf den Hauptgang, aber da kommt nichts mehr. Das Leben als Aneinanderreihung intellektuell durchforsteter und lakonischer Episoden - ' ist es das? Könnte da nicht mehr sein? Ein Leben, lustvoll und wahrhaft erfüllt, und wenn ja, woher käme es?

Peter Steiner, Autor von "Das Wesentliche so nah", "Weisheit für Minimalisten" u.a.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 27, 2011 3:10 PM CET


Der Vogel im Wind: Die Weisheit des Zen
Der Vogel im Wind: Die Weisheit des Zen
von Osho
  Gebundene Ausgabe

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mehr Osho als Zen, aber schön, 3. November 2010
Nein, das ist kein typisches Zen-Buch, es ist in erster Linie ein Osho-Buch, wie es all die andern Bücher von Osho eben auch sind: Voller Geschichten, lebendig, zwischen allen Themen hin-und herschweifend, manchmal ungemein präzise, manchmal eher schwadronierend. Wie immer handelt es sich bei Osho-Büchern nicht um formulierte Texte, sondern um frei gehaltene Vorträge (in diesem Fall 1974 in Pune anlässlich eines Meditationsretreats). Vor jedes der elf Kapitel wurde eine kleine Zen-Geschichte vorangestellt und anhand dieser legt Osho dann los mit seinen Erklärungen über die Welt, das Leben, Meditation und Erleuchtung. Wer aber meint, anhand dieses Osho-Buches Zen verstehen zu können oder erklärt zu bekommen, der wird enttäuscht werden. Wer aber einfach wieder einmal Osho lesen möchte und sich einige schöne Gedanken zu Gemüte führen will, der darf beherzt zugreifen.

Osho ist sehr frisch und lebendig. Und in diesem Sinne ist er und dieses Buch ganz Zen. Unangepasst und tiefsinnig. Sehr befreiend. Wohltuend.

Peter Steiner, Autor von "Das Zen des glücklichen Arbeitens", "Weisheit für Minimalisten" u.a.


Das Richtige geschieht ganz von allein: Loslassen mit Alexander-Technik und Zen
Das Richtige geschieht ganz von allein: Loslassen mit Alexander-Technik und Zen
von Helmut Rennschuh
  Broschiert
Preis: EUR 19,95

35 von 38 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schlüssel zur Veränderung, 25. Oktober 2010
Natürlich gefällt mir der Titel des Buches. Als optimistischer Minimalist und grosser Zen-Freund bin ich schliesslich ganz dieser Meinung. Aber das Problem liegt wie immer nicht in der Theorie, sondern in der Praxis. Wie können wir erreichen, dass "das Richtige eben tatsächlich ganz von alleine geschieht"? Dass es sich nicht nur um einen schönen Kalenderspruch handelt? Wie finden wir zur Lebenskunst, die vielleicht darin besteht, dem Leben nicht weiter unnötig im Wege zu stehen, so dass es seine wahre Schönheit und seinen wirklichen Zweck entwickeln kann?

Helmut Rennschuh erzählt uns darüber viele interessante Dinge. Sein Buch ist ein Sammelsurium aus Alexander-Technik, Zen, Eckhart Tolle, Meditation, ein bisschen Quantenphysik, Nullpunkt-Feld-Theorie, Bewusstsein-und Hirnforschung und einigen Ansätzen mehr. Vielleicht wollte er damit beinahe zu viel. Vielleicht wollte er zuviel miteinander verbinden und verlor darob ein wenig den roten Faden. Trotzdem halte ich dieses Buch alles in allem für einen schönen Gewinn.

Es besteht aus vier Teilen:
I Nicht-Tun: Eine Qualität, die alles verändert
II Alexander-Technik: Nicht-Tun lernen
III Nicht-Tun als spirituelle Praxis
IV Evolution des Bewusstseins

Soweit mir bekannt ist, sind sich alle spirituellen Traditionen darin einig, dass Ruhe, Innehalten, Loslassen, Nichtsmehrwollen usw. die Schlüsselelemente dafür sind, damit wir nicht weiter von unserem munter agierenden und uns stets verwirrenden Ich an der Nase herum geführt werden, sondern nach und nach zu erkennen, wer wir hinter dieser oberflächlichen Fassade wirklich sind. "Nicht-Tun" ist dafür der Kernbegriff, der aus dem Taoismus kommt und da als "Wu-Wei" bezeichnet wird. Es bedeutet im Grunde nichts anderes, als dass nicht mehr unser kleines Ich die Federführung in unserem Leben übernimmt, sondern wir unsere Einheit mit etwas Grösserem erkennen, und so mit diesem natürlichen Fluss des Ganzen mitgehen und folgedessen entspannter, glücklicher und mit weniger Anstrengung leben können. Das wäre alles vermutlich eine wundervolle Sache, wenn eben nur unser kleines Ich nicht so hartnäckig dagegen wäre.

Wer viele schöne und kluge Gedanken und einiges an Inspiration zu diesem Thema lesen möchte, ist mit dem Buch von Helmut Rennschuh gut bedient. Wer hingegen der Praxis konkret näher kommen möchte, wer lernen will, wie sich das erreichen lässt, wird mit dem Buch wohl nicht sehr weit kommen. Zu vieles wird nur angetippt. Die Alexander-Technik wird zwar in Teil II ansatzmässig behandelt, aber gerade das war für mich der schwächste Teil von allen, weil er eben Praxis sein will, aber doch auf seltsame Weise nur Theorie bleibt. Auch Zen wird nur in groben Zügen gestreift. Hingegen halte ich für sehr wertvoll, wie sehr Helmut Rennschuh betont, dass es der Körper ist, durch den wir den Weg zum "Nicht-Tun" finden. Alles, was uns hindert, liegt in unserem Körper verborgen. In ihm liegt der Kern unseres Problems und in ihm liegt auch die Lösung. Gerade im Zen ist das etwas, was meiner Meinung nach oft falsch verstanden wird, weil Zen gerne als "Schulung des Geistes" verkauft wird. Aber Zen ist eine Körperübung, auch wenn sie ohne Bewegung auskommt und sich in erster Linie auf die Haltung, den Atem und die Achtsamkeit konzentriert. Je mehr man übt, desto klarer und unmissverständlicher wird einem das - und je befreiender ist es.

Aber das ist ja ein anderes Thema.

"Das Richtige geschieht ganz von allein" ist über das Ganze gesehen in meinen Augen also ein schönes und inspirierendes Buch. Aber wenn man es dann zugeklappt hat, muss man eben den nächsten und entscheidenden Schritt machen: es tun. Ob Zen, Alexander-Technik oder etwas anderes. Immer und immer wieder. Bis es zum "Nicht-Tun" wird.

Peter Steiner, Autor von "Das Zen des glücklichen Arbeitens", "Weisheit für Minimalisten" u.a.


Suche nichts - finde alles!: Wie Ihre tiefste Sehnsucht sich erfüllt
Suche nichts - finde alles!: Wie Ihre tiefste Sehnsucht sich erfüllt
von Frank Kinslow
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

296 von 303 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kinslows grosse Leistung..., 6. Oktober 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Kinslows grosse Leistung ist, dass er altbekannte Methoden in eine neue, zeitgemässe Sprache gegossen hat und sie mittels ein paar frischer und vielversprechender Begriffe (Quantum Entrainment, Momentum, EU-Gefühle, Tor-Technik usw.) zu einem neuen Trend machte: Quantenheilung! Dagegen ist rein nichts zu sagen - wie immer man Zugang zu dem findet, was einem helfen kann, jeder Weg ist der richtige, wenn er funktioniert.

Kinslow ist dabei zweifellos ein Mann mit grosser Erfahrung und breitem Wissen. So erzählt er uns in diesem Buch über rund 300 Seiten denn auch sehr viel über unser Denken, das Ego, Probleme, Glück, Erinnerung, Angst usw. Kinslow selbst hat 35 Jahre mit seiner Suche nach Erkenntnis und viel Zeit mit Meditation verbracht, was sich darin zeigt, dass er diese Themen gedanklich wirklich beherrscht. Seine grösste Begabung liegt aber in meinen Augen darin, die Dinge zu verpacken und darzubringen. Darin ist er im Moment wohl unerreicht. Ihm gelingt es, einen Sog zu entwickeln und ein Selbstbewusstsein für seine Methoden zu schaffen, die für einen enormen Erfolg sorgen. In seinen Büchern findet man eine Einfachheit und Selbstverständlichkeit, die es sonst nur sehr selten gibt bei Büchern zu solchen Themen.

Die Methoden selbst sind - wie gesagt - alt und auch altbewährt, z.B.
- Sich auf den Raum zwischen zwei Gedanken konzentrieren
- Die Aufmerksamkeit auf das richten, was hier und jetzt geschieht, ohne etwas zu bewerten
- Positive Empfindungen entwickeln
- Das Bewusstsein ausdehnen
- usw.

Das sind allessamt uralte, fernöstliche Meditations-Techniken. Sie sind in der klassischen buddhistischen Praxis zu finden oder im Zen. Kinslow packt das einfach zusammen und nennt es nicht mehr 'Meditation', sondern 'Erfahrung' (In diesem Buch als Erfahrung 1 - 8 bezeichnet).

Ich will das überhaupt nicht bewerten. Mir ist alles recht, was einem Menschen weiterhilft. Ob jemand Zen praktiziert oder Quantum Entrainment ist unwesentlich, im Endeffekt geht es ohnhin um dasselbe: Wir müssen den uns so sehr einschränkenden Verstand hinter uns lassen, um an etwas viel Bedeutenderes heranzukommen.

Kinslows leichter Umgang mit der Sprache und die Art der Vermittlung hat vielen Menschen Zugang zu diesen Methoden verschafft '- und das ist wirklich bewundernswert und verdient Respekt. Für mich als Zen-Freund ist das alles vielleicht ein wenig zu bombastisch und auch mit ein bisschen sehr viel Versprechungen garniert, aber im Kern ist das sicher ein interessanter Weg.

Und noch ein Tipp für Leser, die noch gar kein Buch von Frank Kinslow gelesen haben: Zum heutigen Zeitpunkt (Okt. 2010) sind drei Kinslow-Bücher erhältlich. Das hier besprochene, dazu "'Quantenheilung'" sowie "'Quantenheilung erleben"'. Müsste man jemanden, der alle drei noch nicht kennt, eines empfehlen, wäre das für mich zweifellos '"Quantenheilung"'. Dort bringt Kinslow das Wesentliche 'seiner Methode' auf der halben Anzahl Seiten beinahe deutlicher auf den Punkt. Aber wie alles, ist wohl auch das Geschmacksache.

Und der Weg zum eigenen Entdecken der Wahrheit führt ja bekanntlich weder über 150 oder 300 Seiten, sondern über einen selbst. Und jedes Buch, das uns einen Schritt in diese Richtung bringen kann, ist ein Gewinn.

Peter Steiner, Autor von "Weisheit für Minimalisten", "Das Zen des glücklichen Arbeitens" u.a.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 15, 2011 12:49 PM CET


Nach der Erleuchtung Wäsche waschen und Kartoffeln schälen: Wie spirituelle Erfahrung das Leben verändert
Nach der Erleuchtung Wäsche waschen und Kartoffeln schälen: Wie spirituelle Erfahrung das Leben verändert
von Jack Kornfield
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

188 von 193 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aussergewöhnliches über Erleuchtung, 4. Oktober 2010
Jack Kornfield hat hier ein wunderbares und sehr hilfreiches Buch zum Thema "'Erleuchtung"' geschrieben. Ohne abzuheben, ohne den so oft gehörten esoterischen Überschwang, sondern in einer Art und Weise, die vermuten lässt, dass er weiss, wovon er spricht.

Über "'Erleuchtung"' gibt es viele Missverständnisse. Das vielleicht grösste: Es herrscht die Meinung, dass sie einfach irgendwann da ist und dann auch bleibt. Ein '"Erleuchteter'" wandelt dann quasi selig im ewigen Nirvana auf Erden. Das ist natürlich nicht so -' höchstens die Hollywood-Happy-End-Erleuchtungs-Version. Es gibt zwar durchaus beglückende und über alle Beschreibungen sprengende Erleuchtungserfahrungen (im Zen: Satori), also Einsichten, die über das kleine Ich hinausgehen und uns absolut befreiende Erfahrung machen lassen, aber sehr, sehr selten gibt es eben das, was man als "'vollkommene Erleuchtung'" bezeichnet: Dieser Zustand, der dann voll und ganz so bleibt ' trotz irdischen Daseins. Jack Kornfield meint sogar, dass es seiner Meinung nach zur Zeit im Westen keinen einzigen Menschen gibt, der über diese "vollkommene Erleuchtung" 'verfügt'.

Kornfield hat mit vielen Lehrern, Heiligen, Zen-Meistern, Nonnen und Mönchen gesprochen 'und lässt diese auch in sehr ausführlichen und teilweise seitenlangen Zitaten zu Wort kommen. Alle bestätigen sie diese Erkenntnis: '"Erleuchtung"' ist nichts, was geschieht und dann so bleibt. Es handelt sich bei ihr zwar um ein absolut tiefgreifendes Erlebnis, das unsere Sicht des Lebens ganz grundlegend verändert, aber dieser Zustand ist damit eben nicht ein für allemal '"da'". Es mag sicher die eine oder andere seltene Ausnahme geben, aber in aller Regel benötigt es weitere Praxis, um diesen Zustand zu stabilisieren und in auch in den Alltag zu bringen. Also das, was man als '"die Praxis leben"' bezeichnet.

Das ist für mich der wesentliche Kern dieses Buches: Wir alle können diese Erfahrungen durch geduldiges Üben und durch Hingabe machen, aber wir dürfen nicht der irrigen Meinung verfallen, dies wäre es dann. Es geht immer weiter. Es gibt nichts festzuhalten ' nicht einmal Erleuchtung.

Jack Kornfield hat in meinen Augen eines der wenigen Bücher geschrieben, in denen das so klar zum Ausdruck kommt. Er hat es nicht nötig, in seinem Buch auf eine Weise über "Erleuchtung" zu schreiben, die uns glauben machen soll, dass wir es hier mit einem '"vollkommenen Erleuchteten" ' oder gar Heiligen zu tun hätten. Er bleibt ganz Mensch.

Das zeigt vielleicht gerade einen wahren erleuchteten Geist. Wenn er wirklich nichts mehr nötig hat. Nicht einmal die Prahlerei mit Erleuchtung.

Peter Steiner, Autor von "Das Zen des glücklichen Arbeitens", "Weisheit für Minimalisten" u.a.

PS: Vorsicht, es handelt sich um dasselbe Buch, das 2001 bereits unter dem Titel "Das Tor des Erwachens" im Kösel-Verlag erschien! (Vergleichen Sie die Buchcovers.) Es handelt sich hier also nicht um ein neues Buch von Jack Kornfield, sondern viel mehr um eine Art Reprint - worauf vom Verlag eigentlich hingewiesen werden müsste!
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 15, 2012 11:57 PM CET


Tao heißt leben, was andere träumen
Tao heißt leben, was andere träumen
von Theo Fischer
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das ewige Tao in manch schönem Satz und anhand von Rührei mit Schinken, 13. September 2010
Das dürfte mittlerweile wohl in etwa Theo Fischers 8. Buch über das Tao sein und natürlich gibt es da ein Problem, denn Theo Fischer schreibt ja immer über dasselbe, was man den verschiedenen Büchern aber natürlich möglichst nicht anmerken soll. Dieses Mal hat er sich damit beholfen, dass er sehr viel aus seinem Leben erzählt. Theo Fischer erzählt uns von seinen verschiedenen Hauskäufen und seinen Hausverkäufen, seinen Krisen, seinem Alltag. Manchmal mutet es auch ein wenig seltsam an, was er da berichtet, wenn er beispielsweise zum Thema "Gewohnheiten" rät, dass ein Mensch, der Vegetarier ist, doch einfach einmal Rührei mit Schinken essen soll, um diese 'Fixierungen' zu durchbrechen oder er uns an anderer Stelle wissen lässt, wie er auf taoistische Weise "mental" seinem bevorzugten Bürgermeister zum Wahlerfolg verhalf oder er erklärt, dass das Tao es schon richtig gemacht hätte, als er und seine Frau mit dem Auto schwer verunfallten, sie sich aber danach mit dem Geld der Versicherung wenigstens die nötigen Hausrenovationen leisten konnten. Das erinnert manchmal eher ein wenig an eine Lektion in Positivem Denken oder "Bestellungen beim Universum" als dass es etwas mit "dem ewigen und absichtlosen Tao" zu tun hätte.

Nichts desto trotz gibt es auch sehr schöne Gedanken in dem Buch. Wenn man das herausdestilliert, was wirklich mit taoistischem Denken und der Annäherung an dieses zu tun hat, dann bleibt von den gut 200 Seiten vielleicht ein Drittel übrig, aber in dem lässt sich einiges an Beglückendem finden. Natürlich geht es immer um dasselbe: Wir dürfen uns nicht von unserem Ego und unserem Denken übertölpeln und in die Irre führen lassen. Das ist der Grundansatz des Taoismus und des Zen. Beobachte einfach, ohne einzugreifen und ohne zu werten, werde so eins mit allem, dann taucht "dieses Andere, Wesentlichere, Umfassender" auf. Theo Fischer beschreibt dies so: "Sie spüren in Ihrem Innern einen Wesenszug, der unabhängig von Geburt und Tod vorhanden ist." Das ist wirklich schön und treffend gesagt, und so bedauert man umso mehr, wie sehr er zwischen solch schönen Sätzen nicht ganz so zwingende Episoden und Erklärungen einbaut. Vielleicht wäre der Text auf das rein Taoistische reduziert einfach zu kurz geworden. Aber vielleicht auch wesentlich prägnanter und glaubhafter.

"Tao heisst leben, was andere träumen" war für mich also ein Buch "Des-hin-und-her-gerissen-Seins". Aber man soll ja gemäss taoistischer Devise nicht werten, also höre ich jetzt auf damit. Da man hier auf Amazon aber werten muss, muss ich es halt doch tun: also vier Sterne. Drei dafür, dass ein Buch über das Tao allein schon so viele Sterne wert ist (dass jemand das Unerklärliche zu erklären versuchen, dafür bin ich allein schon dankbar), eines für so manch schönen Gedanken in dem Buch, und ein Sternlein Abzug für die erwähnten, für mich eher nicht ganz so taoistischen Ausführungen.

Peter Steiner, Autor von "Das Wesentliche so nah", "Weisheit für Minimalisten" u.a.


Genug
Genug
von John Naish
  Gebundene Ausgabe

115 von 120 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Genug und doch zu wenig?, 16. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Genug (Gebundene Ausgabe)
Ich habe dieses Buch mit grossem Interesse gelesen - und doch blieben am Ende einige Zweifel. John Naish schreibt klug, hat auch gut recherchiert, legt den Finger in die richtigen Wunden, man ertappt sich dabei, wie man nickt und nickt und sich sagt: "So ist es" - und doch fehlte mir etwas. Es scheint mir, als würden diese knapp 300 Seiten nichts verändern können. Das Buch wirkte auf mich seltsam blutleer.

Woran mag das liegen?

In meinen Augen erklärt Naish sehr schlüssig, dass wir zuviel haben von allem (Information, Genuss, Dinge, Stress...), dass wir blind hinter dem Konsum her sind und dass uns das alles nichts hilft, um zufrieden zu sein. Er plädiert im Gegensatz dazu für Einfachheit und die Philosophie des Genughabens. Das ist alles sehr einleuchtend, aber eben auch sehr rational. Im Kopf wissen wir das ja wohl alle. Wir wissen, dass wir zuviel haben. Aber wir Menschen entscheiden eben nicht rational. Und genau hier kommt für mich der Mangelpunkt dieses Buches zum Ausdruck. John Naish gibt uns Ratschläge wie "Machen Sie eine Datendiät" (weniger Information), "Lernen Sie wieder zu geniessen" oder "Nehmen Sie keinen Kredit auf", aber der entscheidende Punkt liegt für mich darin, was wir eigentlich gewinnen, wenn wir uns mit weniger zufrieden geben? Was bringt es uns, wenn wir uns der Philosophie des Genughabens zuwenden?

Hier kommt kaum Begeisterung auf. Hier bleibt der Autor in meinen Augen eigentümlich nüchtern. Die Philosophie des Genughabens vermag keine Freude zu entfachen. Hier hätte ich mir mehr Begeisterung vom Autor selbst gewünscht, denn in der Einfachheit und in der Erkenntnis des Genughabens kann ein wirklich grosses Glück und eine tiefe Zufriedenheit liegen. Darüber hätte ich gerne mehr erfahren.

Der Kopf nickt also begeistert bei diesem Buch, doch der Bauch grummelt ein wenig.

Peter Steiner, Autor von "Weisheit für Minimalisten" und "Das Zen des glücklichen Arbeitens" u.a.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 15, 2013 9:43 PM CET


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