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Beiträge von Peter Steiner
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Rezensionen verfasst von
Peter Steiner

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Leben, Denken, Schauen
Leben, Denken, Schauen
von Siri Hustvedt
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,95

14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr inspirierend, 3. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Leben, Denken, Schauen (Gebundene Ausgabe)
In meinen Augen ist dieses Buch mit gesammelten Essays von Siri Hustvedt etwas vom Besten, was man lesen kann, wenn man inspiriert werden möchte: klug, leicht, wissenschaftlich, persönlich, tiefsinnig, rational, beglückend, wahrheitssuchend, menschlich und natürlich vor allem auch äusserst gut geschrieben.

Es gibt drei Teile in diesem Buch. Der erste, mit "Leben" überschrieben, beinhaltet vor allem Persönliches, der zweite (Denken), ist eher intellektuellen Rätseln auf der Spur, und im dritten (Sehen) geht es vor allem um Kunst und Wahrnehmung.

Aber generell geht es einfach um das Leben. Wer sind wir und was macht uns aus? Was bedeutet es, ein Mensch zu sein?

Auf mehr als 400 Seiten gibt uns Siri Hustvedt wundervolle kleine Antworten. Sie selbst bezeichnet diese Texte als "geistige Reisen". Das trifft es gut. Ob sie nun nur eine Seite lang über das Wort "Zweideutigkeit" nachdenkt oder zwanzig Seiten darüber schreibt, was es bedeutet, ein Kunstwerk zu betrachten, immer ist man auf berührende Weise fasziniert: Sie schenkt uns den Blick für eine genauere Wahrnehmung. Und das ist ein sehr schönes Geschenk. Nur ein Satz als Beispiel - es ist gleich der erste des Buches und führt uns in den Text "Variationen über das Begehren" ein: „Begehren tritt als Gefühl, als Flackern oder als Bombe im Körper auf, aber es ist immer ein Hunger nach etwas, und es treibt uns immer anderswohin, zu der Sache, die fehlt.“

Siri Hustvedt lesen und dann das Leben ein bisschen anders wahrnehmen. Es braucht nicht so viel, aber man muss es einfach können wie sie.

Peter Steiner ( Autor "Das Zen des glücklichen Arbeitens", "Weisheit für Minimalisten" u.a.)


Atmen jetzt mit CD: Heilübungen aus dem Yoga
Atmen jetzt mit CD: Heilübungen aus dem Yoga
von Lucia Nirmala Schmidt
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,00

10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein sehr schönes Buch, 18. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Welche Möglichkeiten uns der Atem bietet, wird generell wohl noch unterschätzt und dieses kleine, wirklich sehr schöne Buch könnte da vielleicht ein wenig etwas ändern. Das Allerschönste ist meiner Meinung daran, dass es sehr grundlegend an das Thema „Atem“ herangeht und nicht wie meist üblich im Yoga sich auf starre Pranayama-Übungen konzentriert – ganz im Gegenteil: es geht darum, wieder zu seinem eigenen, seinem eigenen natürlichen Atem zu finden. Denn darin liegt die grosse Kraft, die wir für uns entdecken können. Beispielsweise schreibt Lucia Schmidt: „Kein Wunder, dass die Art und Weise, wie wir atmen, für unsere Gesundheit eine mindestens ebenso grosse Rolle spielt wie usnere Ernährung.“ Wer ist sich dieser Tatsache schon bewusst?

Der Atem ist das, was unser Inneres und Äusseres verbindet, was uns mit der Welt und allem zu einer Einheit macht. Wenn wir mit dieser Möglichkeit bewusster umgehen, kann sich unsere ganze Sichtweise von uns selbst ändern und wir können einen ganz neuen Reichtum in uns entdecken.

Dieses kleine Buch geht sehr weise, sanft und offen mit diesen Möglichkeiten um. Es wird nichts vorgeschrieben, sondern vielmehr klar gemacht, dass wir durch die Achtsamkeit auf unseren Atem viel gewinnen können. Es geht in erster Linie um Atembetrachtung, nicht um das Erlernen ausgefallener Atemübungen – und diese Herangehensweise, wie sie auch im Zen praktiziert wird, scheint mir ein guter Weg zu sein.

"Bewusst atmend lösen sich alle Gefühle und Konzepte des Getrenntseins im wahrsten Sinne des Wortes in Luft auf." Schöner kann man es eigentlich nicht sagen als Lucia Schmidt.

Peter Steiner (Autor von „Das Zen des glücklichen Arbeitens“, „Weisheit für Minimalisten“ u.a.)


Das einfache Leben: Vom Glück des Wenigen
Das einfache Leben: Vom Glück des Wenigen
von John Lane
  Broschiert
Preis: EUR 16,95

20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein beglückendes Buch, 11. Oktober 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es hat nur 140 Seiten, es geht um Einfachheit, um "weniger haben und mehr sein", um das Glück in uns selbst, um Bescheidenheit und Dankbarkeit, manchmal lehnt es sich auf gegen die vorherrschende Verschwendungssucht und unsere Verantwortungslosigkeit der Natur gegenüber, aber die wirklich grosse Leistung dieses kleinen Buches liegt darin, dass es uns diese Einfachheit, in der so viel steckt, wahrhaft spüren lässt. Man kann sie beim Lesen nachempfinden. Man weiss, um was es geht. Und das macht das Lesen tatsächlich zu einem beglückenden Erlebnis.

John Lane ist zweifellos ein weiser Mann, er hat sich mit östlichen Philosophien (wie Zen und Taoismus) auseinandergesetzt und genauso mit den alten Griechen oder Montaigne usw., aber im Kern ist seine Botschaft einfach: Wenn wir zuviel haben, verlieren wir das Wesentliche. Wir selbst gehen unter inmitten aller Dinge und Wünsche und Anforderungen und Vorstellungen. Das Spirituelle, die Seele, bleibt auf der Strecke. Und genau dies können wir nicht mehr erkennen, weil wir eben schon zu sehr von allem eingenommen sind und wir uns in einem Strudel befinden, der uns ganz normal scheint, obwohl er das nicht im Geringsten ist: wir haben uns nur daran gewöhnt - und dann kommen uns eben auch solch herabziehenden Kräfte als reine Selbstverständlichkeiten vor.

Dabei geht es nicht um den reinen Verzicht, es geht darum, weniger zu haben und mehr zu geniessen. Es geht vor allem um das "mehr geniessen". Das "weniger haben" ist nur eine Voraussetzung dafür, denn jeder Genuss schmälert sich, wenn er nur einer von vielen ist und so nicht die nötige Zeit erhält, um sich voll und ganz entfalten zu können. Es geht um Qualität und Zeit und Wertschätzung und die Freude an dem, was nicht nur Oberflächlichkeit ist und uns so unweigerlich auch mehr geben kann. Die grosse Kunst ist, auf das Unnötige zu verzichten und dem Wichtigen mehr Raum zu geben. Es geht um Kreativität, um Menschlichkeit, um inneren Reichtum, um Zufriedenheit und um die Bescheidenheit, ohne die das alles nicht möglich ist. John Lane schreibt: "Wenn du spürst, dass deine Lebensweise den Wert deines Lebens mindert, dann mag es an der Zeit sein, etwas zu verändern."

Wir können das Leben vereinfachen, Prioritäten setzen, uns für andere und wichtigere Dinge einsetzen, wir können sogar lernen "einfach nur zu sein". Darin liegt vielleicht tatsächlich mehr Glück verborgen als in all dem, was uns die Werbung vollmundig anpreist, um uns einzureden, wie schlecht unser Leben sei ohne dies und das. Wir müssen auf Annehmlichkeiten nicht verzichten, wir müssen nur weise wählen. Und John Lane lesen.

Peter Steiner (Autor von "Das Zen des glücklichen Arbeitens", "Weisheit für Minimalisten" u.a.)


Das Gehirn eines Buddha: Die angewandte Neurowissenschaft von Glück, Liebe und Weisheit
Das Gehirn eines Buddha: Die angewandte Neurowissenschaft von Glück, Liebe und Weisheit
von Rick Hanson
  Broschiert
Preis: EUR 19,90

52 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wie verlockend, 22. Juli 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
"Das Gehirn eines Buddha" zu erreichen, hört sich tatsächlich ungemein verlockend an. Mit völliger Gleichmütigkeit alle Höhen und Tiefen des Lebens durchschreiten, nicht mehr auf dieses kleinliche und ewig klammernde Ich fixiert sein, mit seinen Ängsten und Sorgen völlig gelassen und unangestrengt umgehen... was könnten wir mehr wollen? Und hilft uns dieses Buch dabei? Dieses Buch von Rick Hanson, einem amerikanischen Neuropsychologen, hilft zweifellos. Es ist interessant zu lesen, er erklärt spannende Zusammenhänge zwischen buddhistischer Praxis und modernen Forschung, es führt an die 100 Übungen, Tipps und Ratschläge auf, wie wir unseren Geist ruhiger und weniger wankelmütig werden lassen können. Es hört sich eigentlich alles ziemlich einfach an. Und hier liegt vielleicht der Kritikpunkt an dem Buch. Es gibt keine Linie vor, wie das alles in der täglichen Praxis zu handhaben ist, es sagt nicht, wie ungemein konsequent man üben muss, damit es zu wirken beginnt. Denn um diesen schönen Geisteszustand von Weisheit und Mitgefühl zu kultivieren, von dem Rick Hanson immer wieder spricht, müssen buddhistische Mönche über Jahre und Jahrzehnte jeden Tag intensiv praktizieren. Natürlich müssen wir nicht unbedingt diese geistigen Höhen erklimmen, aber es verlangt eben doch einiges, um unseren unruhigen und meist wild umher turnenden Geist zu besänftigen und ihm diese schönen Qualitäten zu verleihen, die für unser Leben dann so wohltuend und bereichernd sind.

Dieses Buch kann einem in der Tat viel bringen, es inspiriert einen zu einigen schönen Übungen, es zeigt, dass wir unserem Gehirn gegenüber nicht so willenlos ausgeliefert sind, wie uns das manchmal scheint. Mitgefühl und Weisheit sind keine willkürlichen Begabungen, sondern Fähigkeiten, die jeder von uns entwickeln und ins Leben einbringen kann. Das ist doch schon einiges. Wir können durch eigene Übung etwas verändern. Das ist ungemein spannend in der Theorie und noch viel interessanter in der Praxis. Wenn wir jeden Tag die dafür nötige Zeit einsetzen, wird sich unser Gehirn langsam über sich selbst zu wundern beginnen.

Peter Steiner (Autor von "Das Zen des glücklichen Arbeitens", "Weisheit für Minimalisten" u.a.)
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 27, 2015 9:45 AM CET


Schnelles Denken, langsames Denken
Schnelles Denken, langsames Denken
von Daniel Kahneman
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 26,99

54 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Buch beweist sich in gewissem Sinne selbst, 16. Juni 2012
Wenn der Nobelpreisträger und Psychologieprofessor Daniel Kahnemann als Grund aufführt, dass uns oft mentale Müdigkeit zu Fehlurteilen verleitet, so betrifft dies auch sein eigenes Buch. Meine Rezension sollte also ebenso unter diesem Gesichtspunkt betrachtet werden, denn das Buch ist zwar sehr klug, aber auch überaus anstrengend. Eine gewisse mentale Müdigkeit stellte sich beim Lesen schon ein. Aber immer wieder gelingt es Kahnemann spannende Fakten einzustreuen (z.B. eben die "Richter-Studie", die zeigt, wie sehr Justiz-Entscheide von der momentanen mentalen Verfassung der urteilenden Richter abhängen), die verwundern und uns aufzeigen, wie sehr wir uns falsch einschätzen und uns einer Objektivität verdächtigen, die es nicht gibt. Und so lassen wir uns aufgrund unserer nicht erkannten Limiten und Gewohnheiten immer wieder die schönsten Chancen entgehen oder ordnen Dinge in einer Art und Weise ein, die nicht den Tatsachen entspricht.

Das Buch ist kein Ratgeber, sondern ein wissenschaftlich fundiertes Sachbuch, das Kahnemanns jahrzehntelanges Forschen und Betrachten zusammenfasst. Es zeigt uns, wie sehr unser Denken uns in die Irre führen kann, aber wie schwierig es gleichzeitig auch ist, dieser Falle zu entkommen. Denn es ist ja zuerst einmal unser Denken das dieses falsche Denken erkennen müsste - was naturgemäss schwierig ist.

Die Lösung liegt im Akzeptieren dieser Tatsachen, in einer täglich grössen Achtsamkeit und in vielen kleinen Schritten. Nur durch das Bewusstwerden können wir diese Trittfallen in unserem Leben mehr und mehr wahrnehmen und ihnen entkommen.

Aber wenn wir das angehen, werden wir mit etwas Grossartigem belohnt: mit mehr Freiheit, einer offeneren Sichtweise und neuen Möglichkeiten, unser Leben zu gestalten.

Peter Steiner, Autor von "Weisheit für Minimalisten", "Das Zen des glücklichen Arbeitens" u.a.


Atem: Die Essenz des Yoga / Eine Anleitung zu innerer Stille
Atem: Die Essenz des Yoga / Eine Anleitung zu innerer Stille
von Sandra Sabatini
  Broschiert
Preis: EUR 19,95

13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein ganz besonderes Yoga-Buch, 30. Mai 2012
Das ist für mich ein ganz aussergewöhnliches Buch, weil es zeigt, dass die wahren Meister letztendlich immer zurück zur Einfachheit kommen, in der die tatsächliche Essenz von allem zu finden ist. Natürlich ist dies kein Buch, das Yoga, wie das heute üblich ist, als Leistungsdisziplin zeigt - ganz im Gegenteil: es lässt uns verstehen, wie wenig nötig ist, wenn wir es mit grosser Achtsamkeit und Verständnis tun. Und der Atem bietet sich uns da als beste aller Möglichkeiten an. Wenn es uns gelingt, ihn von unseren Vorstellungen und Verhärtungen zu befreien, kann er uns zu einer Sichtweise und Tiefe an Erkenntnis führen, die unserem Leben eine ganz andere Erfahrung vermittelt. Und das lässt auch die Praxis des Yoga in einem ganz anderen Licht erscheinen.

Sandra Sabatini beschreibt das so subtil, wie ich das nirgends sonst gelesen habe. Sie zeigt uns auf, dass die ganze Kunst im Geschehenlassen liegt und nicht im Tun, und dass nur so die tiefere Intelligenz in uns zum Tragen kommen kann, die schon da ist. Wir müssen nichts mehr erzwingen, wenn wir über das richtige Verständnis verfügen, denn die grösste Freude liegt im reinen Erkennen, wie es ist und wovon wir Teil sind.

So sagt Sandra Sabatini: "Du wirst feststellen, dass diese vermehrte Beobachtung des Atems eine Tür zum Unerwarteten öffnet."

Das allein sollte eigentlich schon unsere Neugier entfachen. Und dazu gibt es in diesem schönen Buch auch noch viele weitere wundervolle Gedanken und Yoga-Anleitungen.

Peter Steiner, Autor von "Das Zen des glücklichen Arbeitens", "Weisheit für Minimalisten" u.a.


Gedanken dichten: Essay
Gedanken dichten: Essay
von George Steiner
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,90

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Sehr interessant, aber fordernd, 16. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Gedanken dichten: Essay (Gebundene Ausgabe)
"Votreffliches ist selten und anspruchsvoll", zitiert George Steiner Spinoza im Vorwort - und das könnte man getrost auch über dieses Buch sagen. Ein weiter Bogen wird geschlagen von den Vorsokratikern bis Heidegger auf der Suche nach den Gemeinsamkeiten von Poesie und Philosophie. Nicht gerade leichte Kost. Namen und Bezüge wirbeln einen beinahe schwindlig - aber zum Glück gelingen George Steiner selbst auch immer wieder schöne Sätze wie z.B. "Heraklits Aussprüche formen Bögen hoher Spannung, die den Raum zwischen Wörtern und Dingen zum Leuchten bringt." Solche Sätze waren es, die mich faszinierten, weniger die hochwissenschaftlich-intellektuelle Analyse bezüglich des Themas. Wenn George Steiner im Zusammenhang mit Dante von "der mühsamen Pilgerfahrt des Geistes..." oder hinsichtlich Paul Valéry von "... der Einsamkeit des reinen Denkens..." zu sprechen beginnt, dann freut sich die eigene poetische Ader. Denn so wie die Philosophie nur durch die Sprachmacht des Philosophen ihren Ausdruck finden und ihre Wirkung entwickeln kann, so ist dies in diesem Buch selbst auch der Fall. Intelligenz, die sich nicht auszudrücken vermag, die nicht durch Worte einen Raum schafft, in dem das Unaussprechliche seine Wirkung entfalten kann, hilft uns nicht weiter. Reine Klugheit ist auf diesem Gebiet eben nicht genug, sie braucht auch die Flügel der Poesie, um nicht im allzu verstandesmässig-nüchternen steckenzubleiben. So gesehen hat George Steiner völlig recht, wenn er dieses Buch diesem interessanten Zusammenhang widmet, und er selbst ist für mich ebenfalls am eindrücklichsten, wenn er entsprechend auch danach verfährt.

"Gedanken dichten" ist also ein Buch, das einen wirklich fordert (in einer Rezension wurde es sogar als "Buch für Hochgebildete" taxiert), aber immer wieder auch mit schönen Gedanken und Sätzen belohnt. Auf Seite 291 zitierte George Steiner dann noch den Kritiker H. Crowther: "Das Stimmengewirr innerhalb und ausserhalb deines Kopfes hat die Stille und die Reflexion getötet." Genauso ist es mir mit diesem Buch ergangen: Viele, viele kluge Gedanken, die danach einen grossen Wunsch nach Ruhe aufkommen liessen.

Peter Steiner, Autor von "Weisheit für Minimalisten" u.a.


Man sagt sich mehr als einmal Lebewohl
Man sagt sich mehr als einmal Lebewohl
von David Servan-Schreiber
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Welch grossherziges Buch, 6. April 2012
Ich habe allergrössten Respekt vor diesem Mann - und vor diesem Buch. In Anbetracht des eigenen Schicksals einen solch versöhnlichen Ton anzuschlagen und eine solche Dankbarkeit auszustrahlen, sagt viel über den Charakter des Mannes, der mit seinen beiden Bestseller-Büchern "Die neue Medizin der Emotionen" und "Das Antikrebs-Buch" so vielen Mensch Mut machen konnte. Dass David Servan-Schreiber zum Schluss noch einmal seine ganze Kraft zusammennahm, um dieses Buch fertigzustellen und uns damit so viel Persönliches und so wohltuend Aufrichtiges mitteilt, können wir ihm nicht hoch genug anrechnen.

Er hat uns ein wundervolles Abschiedsgeschenk gemacht.

Es zu würdigen, liegt nun an uns.

Peter Steiner, Autor von "Das Wesentliche so nah" u.a.


Blaue Stunden
Blaue Stunden
von Joan Didion
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,00

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bemerkenswert, 3. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Blaue Stunden (Gebundene Ausgabe)
Das ist ein Buch mit einem ganz eigenen Klang: mehr hingehaucht als geschrieben. Ein Gedanke da, ein Erinnerungsfetzen dort, Banales trifft auf Tragisches. Joan Didion verfügt über etwas ganz Eigenes in ihrer Art zu erzählen, auch wenn ich persönlich diese kurzen, stakkato-artigen, beinahe klinisch kühlen Sätze nicht so sehr mag, die sie immer wieder verwendet und die oft ein bisschen etwas Kurzatmiges an sich haben, so war dies doch über alles gesehen ein Buch, das mich sehr faszinierte. Es ist interessant mitzuerleben, wie Joan Didion Episode an Episode reiht, bemüht, sich in ihrem Schmerz nicht allzu weit hinauszuwagen, so hat ein Kapitel manchmal gerade nur zwei Seiten, aber es ist schon sehr gekonnt, wie sie mit den Worten und der Sprache umgeht, wie sie Abstand hält und nie zu sehr in die Tragik abgleitet - wie sie aus kleinen Begebenheit ein Leben entstehen lässt.

Das ist wirklich auf eine ganz eigene Weise komponiert, wie es nur wenige können. Auf Seite 116 schreibt sie: "Im Grunde war das, was ich damals tat, überhaupt kein Schreiben: Ich skizzierte bloss einen bestimmten Rhythmus und liess den Rhythmus mir sagen, was ich sagte." Mir scheint, dass ihr Schreiben auch heute noch weitgehend davon bestimmt ist.

Dazu immer wieder auch schöne Erkenntnisse, kleine versöhnende Weisheiten, kluge Sätze. Man muss dieses Buch in Ruhe lesen, so dass sich auch das zwischen den Zeilen entfalten kann, dann wird man etwas für das Leben daraus gewinnen.

Vielleicht so etwas wie Dankbarkeit.

Peter Steiner, Autor von "Das Wesentliche so nah" u.a.


Bluescreen: Essays (edition suhrkamp)
Bluescreen: Essays (edition suhrkamp)
von Kevin Vennemann
  Taschenbuch
Preis: EUR 15,00

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Gabe des eigenen Blicks, 26. März 2012
Erfreulich ist ja schon einmal, dass sich jemand noch auf so eigenständige Weise seine Gedanken zu den Gegebenheiten der Welt macht. Mark Greif gilt als aussergewöhnlich sprachbegabter Essayist, und über weite Strecken wird er diesen doch recht angenehmen Vorurteil auch gerecht. Nach meinen Geschmack hätte man jedoch den 50 Seiten langen Essay "Rappen lernen" getrost weglassen können, es war für mich der mit Abstand schwächste Beitrag des Buches und zudem wurde der Text separat schon vom Suhrkamp Verlag veröffentlicht. Aber vielleicht brauchte man ja einfach noch ein wenig Füllmenge, um das Buch nicht zu schmal werden zu lassen.

Mark Greif schreibt einerseits ziemlich unverfroren und frisch, andererseits aber durchaus auch mit philosophischer Ader. Beispielsweise auf Seite 10, wo es um den zivilisatorischen Fortschritt geht: "Wir wollten Paläste des Geistes errichten oder zumindest eine Stadt auf einem Hügel. Stattdessen haben wir die westliche Welt in ein gigantisches Wartezimmer verwandelt, in dem es bunte Magazine gibt und einen Fernseher, der unablässig dröhnt."

Oder dann stellt Mark Greif uns beispielsweise die Frage, für welche Art von Freude wir eigentlich leben?

Das trifft alles ziemlich den Punkt, an andern Stellen des Buches wird es manchmal leider aber auch deutlich ausufernder, aber immer gelingt es Mark Greif in einer sehr eigenen Mischung aus Analyse, hintergründigen Gedanken, Prägnanz und Füllmenge eine durchaus eigene Form von Text zu kreieren, die es sonst selten zu lesen gibt. (Wenn er beispielsweise in dem Text "Santa Cruz" über die "fransigen Ränder des offiziellen Amerika" schreibt.) Besonders herausheben sollte man vielleicht den mehr als dreissigseitigen Essay "Anästhetische Ideologien", der wohl zu etwas vom Besten gehört, was man im Genre des Essays zur Zeit lesen kann.

Wer also gerne kluge und inspirierende Texte liest, dem sei dieses Buch empfohlen - und dazu möchte ich nur noch einen Satz von Mark Greif erwähnen und mich auch ganz an seine Seite stellen, weil ich denke, dass das ein sehr schöner Gedanke ist und gleichzeitig auch ein perfekter Schluss: "Ich würde lieber ein wenig langsamer in einer gerechteren Welt leben." (S. 113)

Wie wahr.

Peter Steiner, Autor von "Das Wesentliche so nah" und "Weisheit für Minimalisten"


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