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Rezensionen verfasst von
Michael Schäfer "Kaká" (Dortmund, NRW)

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Stromberg - Staffel 3 [2 DVDs]
Stromberg - Staffel 3 [2 DVDs]
DVD ~ Christoph Maria Herbst

5.0 von 5 Sternen Eine runde Sache - die beste und heiterste Stromberg-Staffel, 13. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Stromberg - Staffel 3 [2 DVDs] (DVD)
Staffel 3 ist für mich die im Ganzen gelungendste und rundeste der allesamt hervorragenden, bislang vier Staffeln des hochintelligenten und bitterbösen deutschen TV-Comedy-Formats "Stromberg". Das liegt aus meiner Sicht daran, dass hier alle relevanten Charaktere des Büroalltags richtig gut zum Zuge kommen, die SchauspielerInnen ihre Charakteristika richtig toll darstellen, und zudem eine unerreichte Balance aus trashigem, politisch inkorrektem Humor einerseits und der charakteristischen Melancholie und Nachdenklichkeit dieser durchaus die Eigenheiten und Härten unserer Arbeitswelt ernsthaft reflektierenden Serie erreicht. Während letzteres gerade bei den Staffeln 2 und 4 doch sehr überwiegt (was nicht zwingend negativ sein muss, wenn auch die zweite Staffel es meiner Meinung nach etwas zu weit treibt), halten sich die menschlichen Abgründigkeiten, von der fatalen letzten Folge abgesehen, doch in vergleichsweise überschaubaren Grenzen. Ja, Stromberg steigt zwischenzeitlich sogar regelrecht zum Sympathieträger seiner ansonsten ja (zurecht) eher widerspenstigen Abteilung auf, auch wenn er schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt wird. Zu den gelungensten Neuerungen dieser Staffel zählt für mich die Einführung des Chefs Hans-Jürgen Wehmeyer, der als zugleich knallharter und jovialer, Stromberg durchaus zugetaner Chefetagenvertreter dem Stromberg-Feind Becker - der ihn zuvor ja immer ziemlich im Griff hatte - vor die Nase gesetzt wird und so in Stromberg einige Blütenträume reifen lässt. Des Weiteren überragt Bjarne Mädel als Ernie einfach alles. Es mag gemein anmuten, aber Ernie nach dem Tod seiner Mutter ist einfach nur köstlich - und nachdem er dann seine Gute-Laune-Pillen nimmt umso mehr. Dass die Staffel ein tragisches Ende nimmt, sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie insgesamt eine, gerade im Vergleich zur zweiten und vierten, eher heitere, leichter bekömmliche Stromberg-Variante ist, bei der das Humoristische das Nachdenklich-Melancholische eher an den Rand drängt, um es durch die Hintertür - nach mehrfacher Betrachtung - wieder hervortreten zu lassen. Das Abgründige in Strombergs Charakter schreit einen nicht so an; es tritt eher subtil zutage, während die Spleens der anderen wahrscheinlich nie so lustig waren wir hier.


Stromberg - Staffel 4 [2 DVDs]
Stromberg - Staffel 4 [2 DVDs]
DVD ~ Christoph Maria Herbst
Preis: EUR 18,33

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Viele gelungene Neuerungen, trotzdem mit dem Reiz des Altbekannten, 13. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Stromberg - Staffel 4 [2 DVDs] (DVD)
Ich habe erst neulich die Fortsetzung der grandiosen dritten Stromberg-Staffel, die für mich die stärkste ist, an drei Abenden durchgeschaut, und ich muss sagen, dass ich trotz einigen Misstrauens, ob die Fortsetzung da mithalten kann, wirklich begeistert bin von der Art und Weise, wie es dem Team um Autor Ralf Husmann, Regisseur Arne Feldhusen und dem Schauspielensemble um Herbst, Mädel und Co. gelungen ist, die gewohnten Stärken der Serie - sprich den unwiderstehlichen Strombergschen Wortwitz und seine schamlose Dreistigkeit sowie die typischen Charakteristika der Mitarbeiter der Capitol-Versicherung - mit neuen Elementen zu verbinden, die wider Erwarten tatsächlich funktionieren und tatsächlich überhaupt nicht nach verzweifelten Versuchen aussehen, der Serie irgendwie neue Elemente aufzudrücken. Vielmehr lebt die mittlerweile vierte Staffel geradezu davon, dass nicht versucht wird, das Flair der fast ausschließlich im Büro spielenden dritten Staffel einfach fortzuführen, sondern dass diesmal einiges ausgelagert wird - allen voran der Protagonist Stromberg selbst!
Was den Handlungsstrang angeht, erzählt die vierte Staffel vor allem drei Geschichten: Erstens Strombergs völlig unnötige Strafversetzung nach Finsdorf und sein Kampf, mit dieser Niederlage nach einem kurzen anfänglichen Triumph (Ernennung zum Gesamtleiter der Schadensregulierng) sowie mit dem Provinzmuff seines neuen Arbeitsplatzes irgendwie zurechtzukommen - und ihm mit einem unfassbar perfiden Intirgengeflecht wieder in Richtung Hauptstelle der Capitol zu entfliehen; Zweitens Tanjas Wandlung von der hochkompetenten und allseits beliebten Büroschönheit zu einer Chefin, die - nach anfänglichen Erfolgen - irgendwann die Kontrolle verliert; und drittens Strombergs hölzernen Bemühungen um die Zuneigung Jennifers, die ein weiteres Leitmotiv der Staffel darstellen. Erwähnenswerte Nebenschauplätze sind zudem eine Intensivierung der psychischen Probleme Ernies sowie einige launige Episoden aus dem Dorfleben in Finsdorf, in das Stromberg eher unfreiwillig Einzug erhält.
Meiner Meinung nach ist das Ganze so stimmig und wieder mal ebenso amüsant wie zum Nachdenken über die menschliche Natur im Allgemeinen und unsere Wirtschafts- und Arbeitswelt im Besonderen anregend, weil die sich die wohlbekannten Charaktere wandeln, ohne ihr altes Gepräge zu sehr abzulegen: So ist Stromberg einerseits fies, perfide, ja geradezu bösartig wie nie, doch verbindet sich dies mit zahlreichen Momenten, in dem er dem Zuschauer geradezu sympathisch erscheinen muss, so etwa wenn er (tatsächlich!) ganz ohne Hintergedanken aus dem puren Impuls heraus von Jennifers tollem Charakter schwärmt.
Die vierte Stromberg-Staffel treibt die menschlichen Härten und Abgründigkeiten ihrer Charaktere sicherlich noch stärker auf die Spitze als es schon die (meiner Meinung nach in dieser Hinsicht etwas zu platt verfahrende) zweite Staffel getan hat, doch ihr gelingt es dabei, durch einen intelligenter angelegten Plot, ausgleichende Elemente sowie überraschend viele gelungene neue Elemente in Sachen Setting und Charaktere für ein richtig tolles Stromberg-Vergnügen zu sorgen. Bleibt zu hoffen, dass die im November im Fernsehen anlaufende fünfte Staffel da nochmal mithalten - oder vielleicht sogar "einen draufsetzen" kann.


Über alle Berge: Der definitive Haldenführer Ruhrgebiet
Über alle Berge: Der definitive Haldenführer Ruhrgebiet
von Wolfgang Berke
  Broschiert

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr hilfreich für Besucher und Bewohner des Ruhrgebiets, 11. Oktober 2011
Halden sind größtenteils aus Abfallmaterial der Montanindustrie aufgeschüttete, "künstliche Berge" (wenn man so will), die sich seit dem (weitgehenden) Ende des Steinkohlenbergbaus zu großen Teilen zu begehbaren Naturrefugien inmitten des verstädterten rheinisch-westfälischen Ballungsraumes namens "Ruhrgebiet" entwickelt haben. So sind die Bergehalden mittlerweile an vielen Stellen zu regelrechten Besuchermagneten geworden, da sie stellenweise Zurückgezogenheit und Naturerlebnisse, stellenweise Attraktionen und Freizeitspaß für Groß und Klein bieten, aber vor allem tolle Aussichten über diese vielschichtige und lebenswerte Metropolregion ermöglichen.
Dass man zur Erkundung dieser Berggipfel des Ruhrgebiets tatsächlich einen Haldenführer braucht, hat aus meiner Sicht seine Begründung darin, dass die verschiedenen Halden sehr unterschiedlich groß und unterschiedlich attraktiv für Besucher mit verschiedenen Ansprüchen sind. Manche sind riesengroß und haben das Potential zu Stammausflugszielen vieler Menschen zu werden, andere hingegen lassen sich in 20 Minuten komplett begehen und bieten dabei nur wenig mehr als ein Spaziergang durch ein Schotterfeld neben den Bahngleisen. Und genau in der ehrlichen und genauen Darstellung dieser Unterschiede liegt die Stärke des vorliegenden Haldenführers. Hier wird nicht um jeden Preis Werbung für das Thema gemacht und jede Halde angepriesen, sondern der Leser erfährt genau, wo es sich lohnt Station zu machen und wo eben nicht. Zudem sorgen die genauen Beschreibungen und kriteriengeleiteten Bewertungen der Halden dafür, dass man sich auch unter den attraktiven Ausflugszielen den zu den eigenen Interessen am besten passenden Ort aussuchen kann. So bietet etwa die Halde Großes Holz in Bergkamen durch ihre Lage am fast schon ländlich anmutenden östlichen Rand des Ruhrgebiets Möglichkeiten zu Ruhe und Einkehr sowie attraktive Lauf- und Mountainbikestrecken, während das riesige Haldengebilde Hohewardt/Hoppenbruch zwischen Herten, Herne und Recklinghausen an Sommerwochenenden geradezu als überlaufenes Ferienresort (wenn auch [noch] ohne Übernachtungsmöglichkeiten auf dem Gipfel ;- daherkommt.
Für jeden, der ansatzweise in der Nähe des Ruhrgebiets wohnt oder mal hier vorbeikommt, kann sich die Anschaffung des Haldenführers in jedem Falle nur positiv auf die Qualität der eigenen Freizeitgestaltung auswirken.


The Crane Wife
The Crane Wife
Wird angeboten von BestSellerRecordshop
Preis: EUR 15,89

4.0 von 5 Sternen Gutes Album - aber nicht ihr Bestes!, 29. September 2011
Rezension bezieht sich auf: The Crane Wife (Audio CD)
Das vierte Album der Decemberists, "The Crane Wife", orientiert sich stilistisch im Großen und Ganzen an seinen Vorgängern: Weitgehend akustischer Folk-Rock mit der richtigen Prise E-Gitarre und/oder Hammond-Orgel, dazu melancholische bis beschwingte Melodien und poetische, oft mit historischem Stoff aufgeladene Texte, vorgetragen von der markanten Jungen-Stimme Colin Meloys, des Songwriters und kreativen Kopfes dieser tollen Band von der amerikanischen Westküste. Der Sound der Band klingt dabei allerdings so gar nicht amerikanisch, ihr Folk mutet eher britisch an, und der Einsatz von Harmonium und Glockenspiel entführt den Hörer so manches Mal auch aufs europäische Festland, sei es an die Seine in Paris oder an den Amsterdamer Hafen. Insofern liefert "The Crane Wife" also das, wofür Fans die Band seit ihrem Debüt "Castaways and Cutouts" lieben. Auf "The Crane Wife" kommt zu dem ein aus meiner Sicht neues Niveau in Sachen Produktionstechnik hinzu, der den Sound deutlich druckvoller erklingen lässt als auf den Vorgängern. Davon profitieren hier vor allem die rockigeren Stücke, die aus meiner Sicht im Vergleich zu "früher" sowohl qualitativ als auch quantitativ Boden gegenüber den langsameren, melancholischen Folk-Stücken gut gemacht haben. Besonders hervorzuheben sind für mich die Titeltracks (Vol. 1 bis 3), die das Album quasi einrahmen, eine ebenso verzückend schöne wie skurile japanische Sage aufgreifen und musikalisch als facettenreiche kleine Folk-Opern daherkommen. Diese Form etwas größer angelegter Songs beherrschen die Decemberists wirklich gut, was sie mit der dreigeteilten Nummer "The Island" unter Beweis stellen: Der erste Teil, "Come and See" kommt schwungvoll und spannungsreich daher, auf "The Landlord's Daughter" wird's hochdramatisch und brutal, sowohl musikalisch als auch textlich, und "You'll not Feel the Drowning" ist der düstere Abgesang. Zieht man nun noch das ebenfalls düstere "When the War Came", den beschwingten "Summersong" sowie die Abschlusshymne "Sons and Daughters" hinzu, sind auch die Highlights der Scheibe schon benannt. Und deshlab gibt es von mir auch nur 4 Sterne für diese schöne Scheibe, denn gerade in der Mitte gibt es, anders als bei den perfekten Vorgängern "Castaways and Cutouts" und "Picaresque", einiges an Füllmaterial; Songs, die es qualitativ auf besagte Alben wohl nicht geschafft hätten. Hierzu zähle ich vor allem das eintönige "Perfect Crime" und die laffe Folk-Nummer "Shankill Butchers". Sieht man jedoch von diesen kleineren songschreiberischen Schwächen ab, hat man ein sehr hörenswertes Album im gewohnten Decemberists-Stil vor sich - also auf jeden Fall eine lohnenswerte Anschaffung für die CD-Sammlung jedes Folk- und Rockfreundes.


Stop the Clocks
Stop the Clocks
Preis: EUR 17,29

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessante Tracklist für ein Best of - aber mit ein paar Mängeln!, 28. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Stop the Clocks (Audio CD)
Bei Best of-Veröffentlichungen großer Rock-Bands scheiden sich oftmals die Geister zwischen den Fans: Während die einen von einer wertvollen ersten Übersicht über das Gesamtwerk schwärmen, kritisieren die notorischen Nörgler die Songauswahl und sehen ihre Lieblinge schlecht oder zumindest ungenügend repräsentiert, gerade mit Hinblick darauf, dass so eine Best of ja vor allem neue Fans gewinnen soll. Ich selbst erlaube mir im Falle von "Stop the Clocks" eine Zwischenposition:
Positiv zu bewerten ist an "Stop the Clocks" aus meiner Sicht die Tatsache, dass hier nicht nur auf die naheliegendsten Single-Hits gebaut wird (die Aufgabe der Abbildung der Single-Veröffentlichung übernimmt als gute Ergänzung die Doppel-CD "Time Flies...1994-2009"), sondern auch einige ursprünglich nur als B-Seiten der frühen Singles herausgebrachte und zwischenzeitlich bereits durch die B-Seiten-Kollektion "The Masterplan" zu Fanlieblingen gewordene Tracks den Weg auf diese Best of gefunden haben. Hierzu zählen natürlich das majestätische "The Masterplan" und das mitreißende "Acquiesce", aber auch - und hier überraschen mich die für die Songauswahl verantwortlich zeichnenden Personen äußerst positiv - die ruhigen Noel-Nummern "Talk Tonight" und "Half the World Away". Das sind mal schöne Beiträge zu so einer Highlight-Scheibe, denn sie verdeutlichen, wie produktiv und großartig die Band in ihrer Frühphase, während der Alben "Definitely Maybe" und "What's the Story Morning Glory" auch jenseits der allseits bekannten Single-Hits unter der Federführung des genialen Songwriters Noel Gallagher gearbeitet hat.
Weniger angetan bin ich jedoch von der Abbildung der Alben 3-6. Dass ihnen insgesamt etwas weniger Raum zugestanden wird als den Highlights der Frühphase ist richtig und spiegelt den leisen Qualitätsverlust in Sachen Songwriting in angemessener und ehrlicher Weise wieder. Dass jedoch das manchmal zwar etwas protzig arrangierte, aber auch mit schönen Nummern wie "Stand By Me", "All Around the World" oder "I Hope, I Think, I Know" gespickte dritte Album "Be Here Now" wird gänzlich ausgespart, was nun tatsächlich ein Unding ist. Die Nachfolger "Standing on the Shoulders of Giants" sowie vor allem das aus meiner Sicht überragende, für Oasis-Verhältnisse "späte" Highlight "Heathen Chemistry" sind mit nur einem Song ebenfalls unterrepräsentiert. Dabei hält besonders letztgenanntes Album mit Krachern wie "The Hindu Times", "Force of Nature", "Little By Little" oder Liams "Born on a Different Cloud" wirkliche Höhepunkte der Bandgeschichte bereit, die hier völlig verleugnet werden. Dafür darf dann das unsägliche "Don't Believe the Truth" als zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Kompilation aktuelles Oasis-Album seine beiden eher laffen Singles "Lyla" und "The Importance of Being Idle" ins Rennen schicken, was der erwähnten damaligen Aktualität der Tracks geschuldet sein mag, aber sicherlich nicht ihrer musikalischen Qualität.
So bleibt aus meiner Sicht ein gemischtes Urteil über die Songauswahl dieser Oasis-Best of: Stellenweise nimmt sich die Tracklist interessant aus und ist alles andere als eine plumpe Aneinanderreihung der ohnehin bereits bekanntesten Tracks, dann wiederum aber lässt sie Songs bzw. gar (fast) ganze Alben unter den Tisch fallen, die das absolut nicht verdient haben.


Time Flies...1994-2009
Time Flies...1994-2009
Preis: EUR 8,99

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Singles-Collection, 28. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Time Flies...1994-2009 (Audio CD)
Best of-Kompilationen großartiger Bands sind immer eine schwierige Sache. Einerseits sind sie unerlässlich, um HörerInnen Zugang zur Musik der entsprechenden Band zu verschaffen, die kein Interesse daran haben, sämtliche Studioalben zu durchforsten; andererseits stößt man aber durch die Notwendigkeit, gute und wichtige Songs auszulassen, oftmals den geneigten Fan vor den Kopf, der seine Lieblinge durch die Veröffentlichung schlecht repräsentiert sieht. Bei Oasis, die mittlerweile nicht mehr existieren und es in den 15 abgebildeten Jahren auf immerhin 7 Studioalben gebracht haben, hat man für dieses Dilemma eine aus meiner Sicht ganz gute Lösung gefunden: "Time Flies...1994-2009" ist einfach eine Zusammenstellung sämtlicher Single-Veröffentlichung der Band. Dies mag dazu führen, dass entscheidende Tracks der Bandgeschichte fehlen, weil sie schlicht und ergreifend nicht als Singles veröffentlicht wurden (sei es, weil sie zu lang fürs Radio erschienen wie "Slide Away" oder weil sie den typischen Bandsound nicht so recht repräsentierten wie das von Noel gesungene und akustisch instrumentierte "The Masterplan"), doch es hat den entscheidenden Vorteil, dass man sich jegliche Diskussionen um die Zusammenstellung der Songs sparen kann. Insofern ist dieses Vorgehen konsequent zu nennen, und es ist besonders deshalb sehr verträglich, weil es ja noch "Stop the Clocks", die andere Best of gibt, die die Gegenbewegung zu den harten Auswahlkriterien der Singles-Collection darstellt, nämlich die relativ frei gestaltete Zusammenstellung (vermeintlich) repräsentativer Tracks der Band.
Trotz dieses geschickten Vorgehens in Sachen Best ofs sollte man deutlich machen, dass "Time Flies..." sich als Kauf nur dann anbietet, wenn man die Studioalben nicht besitzt und auch kein Interesse daran hat, sie sich noch im Nachhinein zu besorgen. Ansonsten hat man einfach alles schon, und im Original-Albumkontext kommen die Stücke natürlich umso besser, weil mit ihrer unmittelbaren Entstehungsgeschichte verknüpft, zur Geltung. Das zwischen den ersten beiden Alben lediglich als Single veröffentlichte "Whatever" mag für den ein oder anderen ein Argument sein, hier doch nochmal zuzugreifen - allerdings gibt es die Nummer mittlerweile auch wieder sowohl als Maxi-CD als auch als Download, sodass man von einer lohnenden Investition bei "Time Flies..." nur sprechen kann, wenn man sich auf ein Best of beschränken will.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 30, 2013 5:38 PM MEST


Cassadaga
Cassadaga
Wird angeboten von Bridge_RecordsDE
Preis: EUR 7,03

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genau die richtige Prise Country!, 26. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Cassadaga (Audio CD)
Als Nachfolger der Doppelveröffentlichung "I'm Wide Awake It's Morning"/"Digital Ash in a Digital Urn", auf der Conor Oberst und seine Freunde den Spagath zwischen gewohnt folkigen Songwriter-Klängen auf der einen und einem sehr gelungenen Ausflug in die Electronica-Szene auf der anderen Seite wagten, liefert der Ausnahmesongwriter und Sänger mit der markanten Jungen-Stimme mit "Cassadaga" ein facettenreiches und im Sound sehr variables, insgesamt aber doch wieder stark dem Folk und Country-Sound verbundenes Album voller ganz starker Songs ab. Dass er dabei über die Länge von 13 Tracks fast komplett ohne Füllmaterial auskommt, ist ebenso bemerkenswert wie seine nach dem ganz starken digitalen Vorgänger nicht selbstverständliche, aber für meine Begriffe sehr kluge und entschlossene Rückkehr in sein Kern-Genre.
In Sachen Songwriting scheint er dabei nochmal eine Spur gereift zu sein. Der etwas nebulös daherkommende Opener "Clairaudients" ist dabei noch eine der etwas schwächeren Nummern, das schwungvolle "Four Winds" mit seinen markanten Country-Fiedeln führt dann direkt die ganz große Stärke Obersts und seiner Mistreiter vor Augen: ihr perfektes Stilbewusstsein für den genau richtigen Grad an Country-Sound, der einen in die Prärien des amerikanischen Kernlands entführt, ohne dabei Hinterwäldler-Assoziationen zu erzeugen und den intellektuellen und politisch liberalen Anspruch Obersts zu untergraben. Genau dieses Stilbewusstsein prägt den Sound vieler weiterer Tracks: "If the Breakman Turns My Way" kracht mitreißend und mit einem superkraftvollen Refrain durchs Midtempo, "Make a Plan to Love Me" bezaubert mit wundervollen Holzbläsern und einem tollen Love-Song-Text, der genau so knapp die Grenze zum Kitsch meidet, dass es einen so richtig anrührt, der 6/8 "Soul Singer in the Session Band" packt den Hörer mit seiner ebenso simplen wie effektvollen Melodieführung und "Classic Cars" ist eine richtig starke Country-Nummer mit Honky Tonk-Piano, im Mid-Tempo ähnlich akzentuiert dahingeschmettert wie schon "Brakeman". Das trotzig-wertkonservativ-augenzwinkernde "I Must Belong Somewhere" schlägt, mit Slide-Guitar und im hektischem 2/4-Takt, ebenfalls so richtig schön in diese Country-Kerbe, während Songs wie das düstere "Middleman" oder der hypnotisch-hypermodern daherkommende "Coat Check Boat Dream Song" das nötige Gegengewicht zu den eher traditionell klingenden, zuvor erwähnten Tracks darbieten und so Obersts Verwurzeltsein im Hier und Jetzt unterstreichen. Auch wenn diese Elemente unerlässlich für die Stärke des Albums als Ganzheit sind, überragen insgesamt - sowohl quantitativ als auch qualitativ - die countryartigen Stücke alles. Ihnen verdankt "Cassadaga" seinen für Conor Oberst und Bright Eyes so wunderbar charakteristischen und ebenso facettenreichen wie mit hohem Wiedererkennungswert ausgestatteten Sound. Ein echtes Top-Album vom schönen Knaben aus Omaha, Nebraska!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 10, 2011 9:44 PM CET


War Child - Remastered
War Child - Remastered
Preis: EUR 7,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Verspieltes, kompaktes Tull-Album der Mid-70s, 25. September 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: War Child - Remastered (Audio CD)
Jethro Tull sind in den 70er-Jahren sicherlich mit die produktivste Rock-Band überhaupt gewesen; allein 10 reguläre Studioalben haben sie in dieser Dekade auf den Markt geworfen, dazu zahlreiche Singles, E.P.s und ähnliches; dabei sind einige der großartigsten und richtungweisendsten Rockplatten dieser Zeit entstanden, die sich bei dieser Band wie bei kaum einer anderen durch ein breites Spektrum an stilistischen Variationen auszeichnen. Dass dabei nicht jedes Album ein Meilenstein werden kann, ist klar. Deshalb war es für mich nicht überraschend, dass "War Child", welches für mich eines der letzten "neuentdeckten" Tull-Alben der 70er war/ist, zwar solide Tull-Qualität verkörpert, aber sicherlich kein Highlight der Bandgeschichte darstellt. Zwischen den groß angelegten Alben "Passion Play" und "Minstrel in the Gallery" kommt "War Child" eher kompakt und etwas unscheinbar daher. Der Sound wirkt, wie schon auf dem oft geschassten Vorgänger, relativ verspielt und durch den Einsatz von Instrumenten wie Saxophon und Akkordeon zwar stellenweise bereichert, aber insgesamt etwas weniger würde- und stilvoll wie auf dem kompromisslosen Rocker "Minstrel" oder der Prog-Rock-Perle "Thick as a Brick". Auch die Qualität der Songs ist für Tull-Verhältnisse eher guter Durchschnitt. Der Funke will nicht recht überspringen, einprägsame Hook-Lines bleiben nur bei den bekannten "Skating Away" und "Bungle in the Jungle" hängen; ansonsten hat man Mühe, sich dem Album zu widmen, wenn so starke Vorgänger und Nachfolger bereits im heimischen CD-Regal bereitstehen. Dennoch lohnt mehrfaches und konzentrieres Hören, man gewinnt dem Album dann doch seine Stärken ab. Der Titelsong zum Auftakt rockt ebenso kompromisslos durchs Midtempo wie "Queen and Country"; das folkige "Ladies" mutet augenzwinkernd an, und vor allem die Instrumentalpassagen von "Back Door Angels" und dem im Refrain karnevalesk-verfremdeten "Sealion" weisen bereits mit wuchtig-akzentuiertem E-Gitarrenrock in Richtung "Minstrel in the Gallery". Es folgen die bereits erwähnten "Hits" der Scheibe, das folkige "Skating Away..." und das rockige "Bungle in the Jungle", die zwei eingängigsten Nummern der Scheibe. Das Ende ist für meine Begriffe dann eher etwas mau: Das kurze "Only Solitaire" kann ebenso wenig für Begeisterung sorgen wie das marsch-artige "The Third Hoorah" (eine Variation über das Motiv des Titel-Tracks); das schwungvolle "Two Fingers" sorgt dann nochmal für einen versöhnlichen Abschluss. Hierzu tragen auch die zahlreichen Bonus-Tracks bei, die wie bei einigen der Remaster-Ausgaben der alten Tull-Alben für interessante Einblicke in die Entstehensprozesse einzelner Songs sorgen.
Insgesamt ist "War Child" also ein eher verspielt daherkommendes Tull-Album mit einigen guten Songs, das jedoch an keiner Stelle die songschreiberische Perfektion eines "Thick as a Brick", die Power eines "Minstrel in the Gallery" oder das Flair eines "Heavy Horses" erreicht.


Castaways and Cutouts
Castaways and Cutouts
Preis: EUR 16,99

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großes Debüt der melancholischen Folk-Rocker aus dem Nordwesten der USA, 25. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Castaways and Cutouts (Audio CD)
Das Debütalbum der Decemberists zeigt die Akustikrocker aus den Staaten direkt von ihrer besten Seite. Mit wunderschön dahinperlendem, oft klavier- und akustikgitarrendominierten Folk-Rock sorgen sie für unglaublich stimmungsvolle Momente, teils schwungvoll-augenzwinkernd, zumeist allerdings melancholisch-melodiös, getragen von der ebenso markanten wie unerreicht-angenehmen Stimme des hauptverantwortlichen Songwriters und Frontmanns Colin Meloy. Dieses Erfolgsrezept geht dabei vor allem deshalb schon auf dem Debütalbum so reibungslos auf, weil einfach die Qualität und Variabilität im Songwriting da ist, und diese Songideen zudem perfekt auf den Akustik-Rock-Sound der Band abgestimmt sind. Charakteristisch hierfür sind bereits die ersten Sekunden des Albums: Die voluminösen, wie Regentropfen an einem Herbsttag aufs Fenster prasselnden Akkorde der 12-saitigen Akustikgitarre bei "Leslie Anne Levine" machen von Anfang an deutlich, wohin die musikalische Reise mit den Decemberists geht: stringent in Richtung angenehm-herbstlicher Melancholie, textlich durchaus ernsthaft-reflektierend und auch mal die dunklen Seiten der menschlichen Existenz beleuchtend (wie in besagtem Titelsong). Der zweite Song "Here I Dreamt I Was an Architect" ist dann bereits einer der Highlights des Albums. Ein ebenso simples wie eingängiges Riff der clean gespielten E-Gitarre kennzeichnet den Song, der melodieverliebt durchs Midtempo schwebt, ehe mit "July, July" eine erste schwungvolle und eher fröhlich gestimmte Nummer für die nötige Abwechslung sorgt. Auf "A Cautionary Song" kommt dann das bei den Decemberists immer präsente musikalische Geschichtsbewusstsein zum Ausdruck: Es handelt sich um eine maritim und altertümlich anmutende, akkordeondominierte Nummer in langsamem Marschtempo, die sich textlich an ein Kind wendet, das vom lyrischen Ich des Songs davon überzeugt werden soll, seine Mutter wertzuschätzen, die es nur als Prostituierte durchbringen kann; eine ebenso nachdenkliche wie auch stellenweise ironisch verfahrende Nummer über ein ernstes Thema. Das von Tempowechseln geprägte "Odalisque" lässt sich ähnlich charakterisieren, ehe zwei absolute Highlights des Albums folgen: "Cocoon" ist eine lang angelegte, langsame 6/8-Nummer mit wunderbar dahinschwelgender Charakteristik, irgendwo zwischen traurig und erbaulich bewegt sich die Charakteristik dieser traumschönen Klavierarpeggios und Gitarrenakkorde. "Grace Cathedral Hill" folgt diesem Song, und steht ihm in nichts nach: Etwas temporeicher und kürzer, dafür umso eingängiger präsentiert sich dieser melancholische Pop-Song als perfekte Folk-Rock-Komposition. Es folgt die schwungvolle Shuffle-Nummer "The Legionnaire's Lament" mit seinem Pariser Akkordeon-Charme und seinem mitreißenden Refrain, ehe mit dem im Singer/Songwriter-Stil präsentierten "Clementine" einmal mehr die sanftmütige Seite der Decemberists überzeugend, ja regelrecht rührend zum Ausdruck kommt. Den Abschluss macht das 10 Minuten lange, zweigeteilte "California One/Youth and Beauty Brigade", dessen erster Teil ein sehr eingängiger Slow-Rock-Song ist, der nahtlos in einen schwungvollen Part 2 übergeht, der dieses Album ohne Schwächen gekonnt abschließt. Auch wenn die Decemberists auf späteren Alben sicherlich ihr stilistisches Repertoire gut erweitern konnten, ohne ihre melancholische Seite zu verleugnen, bildet für mich doch kein anderes Album der Band aus Portland, Oregon die Grundstimmung ihrer Musik in Songs von so hoher songschreiberischer Qualität ab. Ein Pflicht-Album für Freunde des Folk-Rocks jüngerer Prägung!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 7, 2014 11:00 AM MEST


Kleine Ente Nelli/m. Buggy-Band (Bücher für die Kleinsten)
Kleine Ente Nelli/m. Buggy-Band (Bücher für die Kleinsten)
Preis: EUR 5,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schöner erster Begleiter für den Buggy, 21. September 2011
Dieses kleine Büchlein mit der Ente Nelli als Buggy-Band ist ein idealer erster Begleiter für den Buggy: Klein und handlich auch schon für ca. 1-jährige Kinder sowie aus stabilem Pappmaterial, das auch gerne mal herunterfallen kann, erzählt das am Kinderwagen mit dem Klettband leicht zu befestigende Büchlein von der kleinen süßen Ente Nelli, die ihre Freunde, die Schwäne, Frösche und Fische besucht, um abends wieder zu ihrer Mama und ihren Geschwistern zurückzukehren - also etwas für die ganz Kleinen, es geht erstmal um die Wahrnehmung der bunten Tierfiguren. Die kleine Ente kann man sogar streicheln: Durch ein Kuckloch auf dem Cover kommt man an ihr Federkleid. ;-)


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