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Rezensionen verfasst von
Michael Schäfer "Kaká" (Dortmund, NRW)

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Stop the Clocks
Stop the Clocks
Preis: EUR 15,28

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Interessante Tracklist für ein Best of - aber mit ein paar Mängeln!, 28. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Stop the Clocks (Audio CD)
Bei Best of-Veröffentlichungen großer Rock-Bands scheiden sich oftmals die Geister zwischen den Fans: Während die einen von einer wertvollen ersten Übersicht über das Gesamtwerk schwärmen, kritisieren die notorischen Nörgler die Songauswahl und sehen ihre Lieblinge schlecht oder zumindest ungenügend repräsentiert, gerade mit Hinblick darauf, dass so eine Best of ja vor allem neue Fans gewinnen soll. Ich selbst erlaube mir im Falle von "Stop the Clocks" eine Zwischenposition:
Positiv zu bewerten ist an "Stop the Clocks" aus meiner Sicht die Tatsache, dass hier nicht nur auf die naheliegendsten Single-Hits gebaut wird (die Aufgabe der Abbildung der Single-Veröffentlichung übernimmt als gute Ergänzung die Doppel-CD "Time Flies...1994-2009"), sondern auch einige ursprünglich nur als B-Seiten der frühen Singles herausgebrachte und zwischenzeitlich bereits durch die B-Seiten-Kollektion "The Masterplan" zu Fanlieblingen gewordene Tracks den Weg auf diese Best of gefunden haben. Hierzu zählen natürlich das majestätische "The Masterplan" und das mitreißende "Acquiesce", aber auch - und hier überraschen mich die für die Songauswahl verantwortlich zeichnenden Personen äußerst positiv - die ruhigen Noel-Nummern "Talk Tonight" und "Half the World Away". Das sind mal schöne Beiträge zu so einer Highlight-Scheibe, denn sie verdeutlichen, wie produktiv und großartig die Band in ihrer Frühphase, während der Alben "Definitely Maybe" und "What's the Story Morning Glory" auch jenseits der allseits bekannten Single-Hits unter der Federführung des genialen Songwriters Noel Gallagher gearbeitet hat.
Weniger angetan bin ich jedoch von der Abbildung der Alben 3-6. Dass ihnen insgesamt etwas weniger Raum zugestanden wird als den Highlights der Frühphase ist richtig und spiegelt den leisen Qualitätsverlust in Sachen Songwriting in angemessener und ehrlicher Weise wieder. Dass jedoch das manchmal zwar etwas protzig arrangierte, aber auch mit schönen Nummern wie "Stand By Me", "All Around the World" oder "I Hope, I Think, I Know" gespickte dritte Album "Be Here Now" wird gänzlich ausgespart, was nun tatsächlich ein Unding ist. Die Nachfolger "Standing on the Shoulders of Giants" sowie vor allem das aus meiner Sicht überragende, für Oasis-Verhältnisse "späte" Highlight "Heathen Chemistry" sind mit nur einem Song ebenfalls unterrepräsentiert. Dabei hält besonders letztgenanntes Album mit Krachern wie "The Hindu Times", "Force of Nature", "Little By Little" oder Liams "Born on a Different Cloud" wirkliche Höhepunkte der Bandgeschichte bereit, die hier völlig verleugnet werden. Dafür darf dann das unsägliche "Don't Believe the Truth" als zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Kompilation aktuelles Oasis-Album seine beiden eher laffen Singles "Lyla" und "The Importance of Being Idle" ins Rennen schicken, was der erwähnten damaligen Aktualität der Tracks geschuldet sein mag, aber sicherlich nicht ihrer musikalischen Qualität.
So bleibt aus meiner Sicht ein gemischtes Urteil über die Songauswahl dieser Oasis-Best of: Stellenweise nimmt sich die Tracklist interessant aus und ist alles andere als eine plumpe Aneinanderreihung der ohnehin bereits bekanntesten Tracks, dann wiederum aber lässt sie Songs bzw. gar (fast) ganze Alben unter den Tisch fallen, die das absolut nicht verdient haben.


Time Flies...1994-2009
Time Flies...1994-2009
Preis: EUR 8,97

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Singles-Collection, 28. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Time Flies...1994-2009 (Audio CD)
Best of-Kompilationen großartiger Bands sind immer eine schwierige Sache. Einerseits sind sie unerlässlich, um HörerInnen Zugang zur Musik der entsprechenden Band zu verschaffen, die kein Interesse daran haben, sämtliche Studioalben zu durchforsten; andererseits stößt man aber durch die Notwendigkeit, gute und wichtige Songs auszulassen, oftmals den geneigten Fan vor den Kopf, der seine Lieblinge durch die Veröffentlichung schlecht repräsentiert sieht. Bei Oasis, die mittlerweile nicht mehr existieren und es in den 15 abgebildeten Jahren auf immerhin 7 Studioalben gebracht haben, hat man für dieses Dilemma eine aus meiner Sicht ganz gute Lösung gefunden: "Time Flies...1994-2009" ist einfach eine Zusammenstellung sämtlicher Single-Veröffentlichung der Band. Dies mag dazu führen, dass entscheidende Tracks der Bandgeschichte fehlen, weil sie schlicht und ergreifend nicht als Singles veröffentlicht wurden (sei es, weil sie zu lang fürs Radio erschienen wie "Slide Away" oder weil sie den typischen Bandsound nicht so recht repräsentierten wie das von Noel gesungene und akustisch instrumentierte "The Masterplan"), doch es hat den entscheidenden Vorteil, dass man sich jegliche Diskussionen um die Zusammenstellung der Songs sparen kann. Insofern ist dieses Vorgehen konsequent zu nennen, und es ist besonders deshalb sehr verträglich, weil es ja noch "Stop the Clocks", die andere Best of gibt, die die Gegenbewegung zu den harten Auswahlkriterien der Singles-Collection darstellt, nämlich die relativ frei gestaltete Zusammenstellung (vermeintlich) repräsentativer Tracks der Band.
Trotz dieses geschickten Vorgehens in Sachen Best ofs sollte man deutlich machen, dass "Time Flies..." sich als Kauf nur dann anbietet, wenn man die Studioalben nicht besitzt und auch kein Interesse daran hat, sie sich noch im Nachhinein zu besorgen. Ansonsten hat man einfach alles schon, und im Original-Albumkontext kommen die Stücke natürlich umso besser, weil mit ihrer unmittelbaren Entstehungsgeschichte verknüpft, zur Geltung. Das zwischen den ersten beiden Alben lediglich als Single veröffentlichte "Whatever" mag für den ein oder anderen ein Argument sein, hier doch nochmal zuzugreifen - allerdings gibt es die Nummer mittlerweile auch wieder sowohl als Maxi-CD als auch als Download, sodass man von einer lohnenden Investition bei "Time Flies..." nur sprechen kann, wenn man sich auf ein Best of beschränken will.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 30, 2013 5:38 PM MEST


Cassadaga
Cassadaga
Preis: EUR 7,97

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Genau die richtige Prise Country!, 26. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Cassadaga (Audio CD)
Als Nachfolger der Doppelveröffentlichung "I'm Wide Awake It's Morning"/"Digital Ash in a Digital Urn", auf der Conor Oberst und seine Freunde den Spagath zwischen gewohnt folkigen Songwriter-Klängen auf der einen und einem sehr gelungenen Ausflug in die Electronica-Szene auf der anderen Seite wagten, liefert der Ausnahmesongwriter und Sänger mit der markanten Jungen-Stimme mit "Cassadaga" ein facettenreiches und im Sound sehr variables, insgesamt aber doch wieder stark dem Folk und Country-Sound verbundenes Album voller ganz starker Songs ab. Dass er dabei über die Länge von 13 Tracks fast komplett ohne Füllmaterial auskommt, ist ebenso bemerkenswert wie seine nach dem ganz starken digitalen Vorgänger nicht selbstverständliche, aber für meine Begriffe sehr kluge und entschlossene Rückkehr in sein Kern-Genre.
In Sachen Songwriting scheint er dabei nochmal eine Spur gereift zu sein. Der etwas nebulös daherkommende Opener "Clairaudients" ist dabei noch eine der etwas schwächeren Nummern, das schwungvolle "Four Winds" mit seinen markanten Country-Fiedeln führt dann direkt die ganz große Stärke Obersts und seiner Mistreiter vor Augen: ihr perfektes Stilbewusstsein für den genau richtigen Grad an Country-Sound, der einen in die Prärien des amerikanischen Kernlands entführt, ohne dabei Hinterwäldler-Assoziationen zu erzeugen und den intellektuellen und politisch liberalen Anspruch Obersts zu untergraben. Genau dieses Stilbewusstsein prägt den Sound vieler weiterer Tracks: "If the Breakman Turns My Way" kracht mitreißend und mit einem superkraftvollen Refrain durchs Midtempo, "Make a Plan to Love Me" bezaubert mit wundervollen Holzbläsern und einem tollen Love-Song-Text, der genau so knapp die Grenze zum Kitsch meidet, dass es einen so richtig anrührt, der 6/8 "Soul Singer in the Session Band" packt den Hörer mit seiner ebenso simplen wie effektvollen Melodieführung und "Classic Cars" ist eine richtig starke Country-Nummer mit Honky Tonk-Piano, im Mid-Tempo ähnlich akzentuiert dahingeschmettert wie schon "Brakeman". Das trotzig-wertkonservativ-augenzwinkernde "I Must Belong Somewhere" schlägt, mit Slide-Guitar und im hektischem 2/4-Takt, ebenfalls so richtig schön in diese Country-Kerbe, während Songs wie das düstere "Middleman" oder der hypnotisch-hypermodern daherkommende "Coat Check Boat Dream Song" das nötige Gegengewicht zu den eher traditionell klingenden, zuvor erwähnten Tracks darbieten und so Obersts Verwurzeltsein im Hier und Jetzt unterstreichen. Auch wenn diese Elemente unerlässlich für die Stärke des Albums als Ganzheit sind, überragen insgesamt - sowohl quantitativ als auch qualitativ - die countryartigen Stücke alles. Ihnen verdankt "Cassadaga" seinen für Conor Oberst und Bright Eyes so wunderbar charakteristischen und ebenso facettenreichen wie mit hohem Wiedererkennungswert ausgestatteten Sound. Ein echtes Top-Album vom schönen Knaben aus Omaha, Nebraska!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 10, 2011 9:44 PM CET


War Child - Remastered
War Child - Remastered
Preis: EUR 7,97

4.0 von 5 Sternen Verspieltes, kompaktes Tull-Album der Mid-70s, 25. September 2011
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: War Child - Remastered (Audio CD)
Jethro Tull sind in den 70er-Jahren sicherlich mit die produktivste Rock-Band überhaupt gewesen; allein 10 reguläre Studioalben haben sie in dieser Dekade auf den Markt geworfen, dazu zahlreiche Singles, E.P.s und ähnliches; dabei sind einige der großartigsten und richtungweisendsten Rockplatten dieser Zeit entstanden, die sich bei dieser Band wie bei kaum einer anderen durch ein breites Spektrum an stilistischen Variationen auszeichnen. Dass dabei nicht jedes Album ein Meilenstein werden kann, ist klar. Deshalb war es für mich nicht überraschend, dass "War Child", welches für mich eines der letzten "neuentdeckten" Tull-Alben der 70er war/ist, zwar solide Tull-Qualität verkörpert, aber sicherlich kein Highlight der Bandgeschichte darstellt. Zwischen den groß angelegten Alben "Passion Play" und "Minstrel in the Gallery" kommt "War Child" eher kompakt und etwas unscheinbar daher. Der Sound wirkt, wie schon auf dem oft geschassten Vorgänger, relativ verspielt und durch den Einsatz von Instrumenten wie Saxophon und Akkordeon zwar stellenweise bereichert, aber insgesamt etwas weniger würde- und stilvoll wie auf dem kompromisslosen Rocker "Minstrel" oder der Prog-Rock-Perle "Thick as a Brick". Auch die Qualität der Songs ist für Tull-Verhältnisse eher guter Durchschnitt. Der Funke will nicht recht überspringen, einprägsame Hook-Lines bleiben nur bei den bekannten "Skating Away" und "Bungle in the Jungle" hängen; ansonsten hat man Mühe, sich dem Album zu widmen, wenn so starke Vorgänger und Nachfolger bereits im heimischen CD-Regal bereitstehen. Dennoch lohnt mehrfaches und konzentrieres Hören, man gewinnt dem Album dann doch seine Stärken ab. Der Titelsong zum Auftakt rockt ebenso kompromisslos durchs Midtempo wie "Queen and Country"; das folkige "Ladies" mutet augenzwinkernd an, und vor allem die Instrumentalpassagen von "Back Door Angels" und dem im Refrain karnevalesk-verfremdeten "Sealion" weisen bereits mit wuchtig-akzentuiertem E-Gitarrenrock in Richtung "Minstrel in the Gallery". Es folgen die bereits erwähnten "Hits" der Scheibe, das folkige "Skating Away..." und das rockige "Bungle in the Jungle", die zwei eingängigsten Nummern der Scheibe. Das Ende ist für meine Begriffe dann eher etwas mau: Das kurze "Only Solitaire" kann ebenso wenig für Begeisterung sorgen wie das marsch-artige "The Third Hoorah" (eine Variation über das Motiv des Titel-Tracks); das schwungvolle "Two Fingers" sorgt dann nochmal für einen versöhnlichen Abschluss. Hierzu tragen auch die zahlreichen Bonus-Tracks bei, die wie bei einigen der Remaster-Ausgaben der alten Tull-Alben für interessante Einblicke in die Entstehensprozesse einzelner Songs sorgen.
Insgesamt ist "War Child" also ein eher verspielt daherkommendes Tull-Album mit einigen guten Songs, das jedoch an keiner Stelle die songschreiberische Perfektion eines "Thick as a Brick", die Power eines "Minstrel in the Gallery" oder das Flair eines "Heavy Horses" erreicht.


Castaways and Cutouts
Castaways and Cutouts
Preis: EUR 16,77

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großes Debüt der melancholischen Folk-Rocker aus dem Nordwesten der USA, 25. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Castaways and Cutouts (Audio CD)
Das Debütalbum der Decemberists zeigt die Akustikrocker aus den Staaten direkt von ihrer besten Seite. Mit wunderschön dahinperlendem, oft klavier- und akustikgitarrendominierten Folk-Rock sorgen sie für unglaublich stimmungsvolle Momente, teils schwungvoll-augenzwinkernd, zumeist allerdings melancholisch-melodiös, getragen von der ebenso markanten wie unerreicht-angenehmen Stimme des hauptverantwortlichen Songwriters und Frontmanns Colin Meloy. Dieses Erfolgsrezept geht dabei vor allem deshalb schon auf dem Debütalbum so reibungslos auf, weil einfach die Qualität und Variabilität im Songwriting da ist, und diese Songideen zudem perfekt auf den Akustik-Rock-Sound der Band abgestimmt sind. Charakteristisch hierfür sind bereits die ersten Sekunden des Albums: Die voluminösen, wie Regentropfen an einem Herbsttag aufs Fenster prasselnden Akkorde der 12-saitigen Akustikgitarre bei "Leslie Anne Levine" machen von Anfang an deutlich, wohin die musikalische Reise mit den Decemberists geht: stringent in Richtung angenehm-herbstlicher Melancholie, textlich durchaus ernsthaft-reflektierend und auch mal die dunklen Seiten der menschlichen Existenz beleuchtend (wie in besagtem Titelsong). Der zweite Song "Here I Dreamt I Was an Architect" ist dann bereits einer der Highlights des Albums. Ein ebenso simples wie eingängiges Riff der clean gespielten E-Gitarre kennzeichnet den Song, der melodieverliebt durchs Midtempo schwebt, ehe mit "July, July" eine erste schwungvolle und eher fröhlich gestimmte Nummer für die nötige Abwechslung sorgt. Auf "A Cautionary Song" kommt dann das bei den Decemberists immer präsente musikalische Geschichtsbewusstsein zum Ausdruck: Es handelt sich um eine maritim und altertümlich anmutende, akkordeondominierte Nummer in langsamem Marschtempo, die sich textlich an ein Kind wendet, das vom lyrischen Ich des Songs davon überzeugt werden soll, seine Mutter wertzuschätzen, die es nur als Prostituierte durchbringen kann; eine ebenso nachdenkliche wie auch stellenweise ironisch verfahrende Nummer über ein ernstes Thema. Das von Tempowechseln geprägte "Odalisque" lässt sich ähnlich charakterisieren, ehe zwei absolute Highlights des Albums folgen: "Cocoon" ist eine lang angelegte, langsame 6/8-Nummer mit wunderbar dahinschwelgender Charakteristik, irgendwo zwischen traurig und erbaulich bewegt sich die Charakteristik dieser traumschönen Klavierarpeggios und Gitarrenakkorde. "Grace Cathedral Hill" folgt diesem Song, und steht ihm in nichts nach: Etwas temporeicher und kürzer, dafür umso eingängiger präsentiert sich dieser melancholische Pop-Song als perfekte Folk-Rock-Komposition. Es folgt die schwungvolle Shuffle-Nummer "The Legionnaire's Lament" mit seinem Pariser Akkordeon-Charme und seinem mitreißenden Refrain, ehe mit dem im Singer/Songwriter-Stil präsentierten "Clementine" einmal mehr die sanftmütige Seite der Decemberists überzeugend, ja regelrecht rührend zum Ausdruck kommt. Den Abschluss macht das 10 Minuten lange, zweigeteilte "California One/Youth and Beauty Brigade", dessen erster Teil ein sehr eingängiger Slow-Rock-Song ist, der nahtlos in einen schwungvollen Part 2 übergeht, der dieses Album ohne Schwächen gekonnt abschließt. Auch wenn die Decemberists auf späteren Alben sicherlich ihr stilistisches Repertoire gut erweitern konnten, ohne ihre melancholische Seite zu verleugnen, bildet für mich doch kein anderes Album der Band aus Portland, Oregon die Grundstimmung ihrer Musik in Songs von so hoher songschreiberischer Qualität ab. Ein Pflicht-Album für Freunde des Folk-Rocks jüngerer Prägung!


Kleine Ente Nelli/m. Buggy-Band
Kleine Ente Nelli/m. Buggy-Band
von Maria Wissmann
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 4,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schöner erster Begleiter für den Buggy, 21. September 2011
Dieses kleine Büchlein mit der Ente Nelli als Buggy-Band ist ein idealer erster Begleiter für den Buggy: Klein und handlich auch schon für ca. 1-jährige Kinder sowie aus stabilem Pappmaterial, das auch gerne mal herunterfallen kann, erzählt das am Kinderwagen mit dem Klettband leicht zu befestigende Büchlein von der kleinen süßen Ente Nelli, die ihre Freunde, die Schwäne, Frösche und Fische besucht, um abends wieder zu ihrer Mama und ihren Geschwistern zurückzukehren - also etwas für die ganz Kleinen, es geht erstmal um die Wahrnehmung der bunten Tierfiguren. Die kleine Ente kann man sogar streicheln: Durch ein Kuckloch auf dem Cover kommt man an ihr Federkleid. ;-)


ministeps® Bücher: Wenn kleine Tiere müde sind: Erste Reime für die gute Nacht. Ab 12 Monaten
ministeps® Bücher: Wenn kleine Tiere müde sind: Erste Reime für die gute Nacht. Ab 12 Monaten
von Sabine Cuno
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 7,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ideal für Einschlafrituale, 21. September 2011
"Wenn kleine Tiere müde sind" lesen wir unserer kleinen Tochter (jetzt 13 Monate) schon seit ihrem vierten Lebensmonat als Einschlafritual vor. Es ist ein Buch mit stimmungsvoll-vorabendlichen Bildern süßer Tiere, die alle auf ihre individuelle Art und Weise schlafen gehen. Nicht nur die Bilder sind schön, sondern auch das stabile Pappmaterial ist genau richtig für kleine Kinder, die langsam lernen, mit sowas wie einem Buch umzugehen und dabei auch gern mal etwas kräftiger zulangen. Die Kleinen können dabei nicht nur das Schlafengehen als etwas Schönes kennenlernen, sondern auch nach und nach immer mehr Details auf den schönen Bildern wahrnehmen und entdecken. Gerade bei ganz Kleinen wie unserer Tochter ist es anhand dieses Buches toll zu sehen, wenn sie plötzlich in der Lage sind, die schön gezeichneten Tierfiguren vom Hintergrund zu unterscheiden. Irgendwann kommen dann auch die ebenso schön geschriebenen wie simplen und kindergerechten Verse dazu, die das Schlafengehen der Tiere liebevoll beschreiben. Als Eltern macht es großen Spaß, diese Reime vorzulesen, und dabei auch die charakteristischen Tiergeräusche nachzumachen, was bei den Kleinen für großes Gelächter sorgen kann. Alles in allem ist "Wenn kleine Tiere müde sind" ein tolles und süßes Buch, das sich besonders für Einschlafrituale mit kleinen Kindern ganz hervorragend eignet, dabei ohne großen Schnickschnack auskommt und sich auf einfache und klare Szenen rund um das Thema Schlafen im Tierreich beschränkt.


Literaturgeschichten / Geschichte der deutschen Literatur: Epochen - Autoren - Werke
Literaturgeschichten / Geschichte der deutschen Literatur: Epochen - Autoren - Werke
von Hans Gerd Rötzer
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,90

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unverzichtbar für Germanistikstudenten und Literatur-Einsteiger, 21. September 2011
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Hans-Gerd Rötzers Literaturgeschichte liefert einen aus meiner Sicht gerade für den Einstieg in die Beschäftigung mit der deutschen Literaturgeschichte perfekten Überblick über Epochen und wichtige Beispielwerke unter Einbeziehung von Seitenblicken auf kulturhistorische Hintergründe und soziopolitische Begleiterterscheinungen der präsentierten literarischen Strömungen. Die herausragende Eigenschaft dieser Literaturgeschichte ist die unerreicht gute Balance zwischen einer angenehmen Übersichtlichkeit auf der einen und einem Verzicht auf Vergröberungen und Vereinfachungen, die in die Sphäre des Unwissenschaftlichen weisen würden, auf der anderen Seite. Zudem besticht Rötzers literaturgeschichtliche Übersicht durch ihren reichen Schatz an angenehm lesbaren und dabei nie übersimplifizierenden Zusammenfassungen der Handlungsstränge und herausragenden stilistischen Eigenschaften von Beispielwerken jedes/r bedeutenden Autors/in sämtlicher Epochen, sodass man nicht nur den groben Überblick über die Zuordnung von literarischen Epochen zu Zeiträumen und AutorInnen zu Epochen erhält, sondern sich auch gezielt zu bestimmten Werken informieren und so den Grad ihrer Relevanz für das jeweilige persönliche (Forschungs-)Interesse schnell bestimmen kann. Doch auch über dieses gezielte, vor allem im Rahmen eines Germanistikstudiums interessante Vorgehen hinaus läd Rötzers Band zum launigen Schmökern durch die deutsche Literaturgeschichte ein, bei dem man sich ebenso anspruchsvolle wie interessante Leseanregungen für den nächsten Urlaub oder überhaupt die nächste (gehobene) Belletristik-Lektüre holen kann. Dementsprechend ist Rötzers "Geschichte der deutschen Literatur" nicht nur ein unverzichtbarer Begleiter für Germanistikstudenten jedweden Semesters, sondern kann sowohl fortgeschrittenen Literaturexperten als auch interessierten Laien vielerlei Anregungen bieten und vor allem für Übersicht im manchmal verworrenen Garten der deutschen Literaturgeschichte sorgen.


Living in the Past
Living in the Past
Wird angeboten von ZUMM31
Preis: EUR 7,60

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das urige Flair der frühen Jehtro Tull! - Wichtiger Bestandteil jeder Tull-Sammlung, 9. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Living in the Past (Audio CD)
Die "Living in the Past"-Kompilation ist zwar kein reguläres Studioalbum der Progressive-Rocker um den ebenso exzentrischen wie genialen Frontmann Ian Anderson, aber dennoch die ideale Ergänzung zu einer vollständigen Sammlung der Originalveröffentlichungen der Band. Es handelt sich nämlich um eine (nicht komplette, aber doch sehr ausführliche) Zusammenschau der als Singles, B-Seiten, Bestandteile von E.P.s oder ähnliches veröffentlichten, aber nie auf einem Album gelandeten Tracks bis 1972, ergänzt um ein paar interessante Liveaufnahmen aus dieser Zeit. Das Schöne an einer solchen Veröffentlichung, die keineswegs lange im Nachhinein, sondern schon 1972 erstmals erfolgte, ist aus heutiger Sicht, dass man als Tull-Hörer, der nach und nach den Back-Katalog der Band durchforstet, relativ kostengünstig und unaufwändig an dieses Songmaterial kommt, das qualitativ den regulären Studioalben in nichts nachsteht, wenn auch die Stücke natürlich etwas zusammengewürfelt daherkommen. Und trotzdem gelingt es auch "Living in the Past" irgendwie - und sei es zufälligerweise -, nach einem geschlossenen Ganzen zu klingen, ja eine ganz eigene Wirkung zu entfalten, was bei Kompilationen sonst nur selten gelingt. Gerade die Singles etc. der Frühphase der Band haben ein solch uriges und ungeschliffenes Flair, das sie das Image der Band bis heute fast deutlicher prägen, als die technisch und musikalisch sicherlich deutlich "perfekter" gestalteten Meisterwerke der mittleren und späten 70er.
Dabei wirkt das sehr blues-lastige, noch dem Einfluss des schnell nach Bandgründung wieder abgewanderten Mick Abrahams verpflichtete (wenn auch aus Andersons Feder stammende) "A Song for Jeffrey" als Opener noch etwas wie ein Fremdkörper, ehe die drei Single-Veröffentlichungen des Jahres 1969 für eine erste stimmige Einheit innerhalb der CD sorgen: Das melodisch-verspielte "Love Story" und der melancholisch-mahnende "Christmas Song" als Single/B-Seitenpaar überzeugt ebenso wie die beschwingte 5/8-Takt-Single "Living in the Past", deren blues-lastige B-Seite "Driving Song" und das dramatisch anmutende "Sweet Dream" (die B-Seite der letztgenannten Single, "17", hat es nicht auf diese Kompilation geschafft, ist aber als Bonus-Track der letzten Remaster-Ausgabe des Albums "Stand Up" beigefügt worden).
"Singing all Day" aus dem Jahre 1970 ist ein klarer Verwandter des fantastischen "Benefit"-Albums aus diesem Jahr, ebenso wie die Singles "Witches' Promise" und "Inside", wobei letzteres auch auf dem Original-Album zu finden ist, während ersteres als regelrecht verwunschene Folk-Nummer ein Highlight der hier besprochenen Veröffentlichung darstellt. "Just Trying to Be" ergänzt als schöne Rarität aus dieser Zeit den Überblick über diese sehr produktive Schaffensphase Jehtro Tulls.
Es folgen die Live-Mitschnitte aus der Carnegie Hall, die die Band von ihrer jazzig angehauchten Seite zeigen, vor allem durch die extensiven Klavier-Soli und experimentellen Umsetzungen der präsentierten Songs "By Kind Permission of" und "Dharma for One".
Es folgen mit "Wondring Again" eine ausführlichere Variation über das kurze, vom "Aqualung"-Album bekannte "Wondring Aloud" - eine weitere tolle Rarität - sowie eine Live-Version des scheinbar unumgänglichen "Locomotive Breath".
Zum Abschluss liefert "Living in the Past" noch ein weiteres Highlight: Es handelt sich nämlich um die Abbildung einer kompletten E.P.-Veröffentlichung aus dem Jahre 1971! Genau für diese Dinge liebt man diese Scheibe. "Life is a Long Song", "Up the Pool", "Dr. Bogenbroom", "For Later" und "Nursie" sind dabei verspielte Folk-Nummern in "klassischem" Tull-Sound, denen der (für mein Empfinden manchmal etwas weit gehende) Pathos des dennoch über jeden Zweifel erhabenen "Aqualung"-Albums - des großen Wurfes aus dem gleichen Jahr - völlig abgeht, was das Hörerlebnis dieser E.P.-Tracks zu einer sehr angenehmen, einfach "urigen" Sache macht.
Abschließend kann man noch über die Klangqualität dieser Veröffentlichung sprechen. Ich denke, dass es selbstverständlich jeder Scheibe aus dieser Zeit gut tun würde, als Remaster neu aufgelegt zu werden. Aber gerade bei diesen zumeist klein angelegten und urigen Folk-Stücken macht es meiner Meinung nach nichts, wenn der Sound nicht immer so druckvoll daherkommt wie etwa auf dem Re-Issue von "Songs from the Wood" oder ähnlichem. Der Fokus bei "Living in the Past" liegt für mich eindeutig auf dem Aspekt der Entdeckungsreise durch die Nischen der Entstehungsphasen der frühen Tull-Alben, in denen man zahlreiche kleine, aber feine Folk-Perlen vorfinden kann, die für viel Freude beim geneigten Hörer sorgen und zudem jede Jethro Tull-Sammlung würdig komplettieren. Fazit: Eine Veröffentlichung, für die man als Tull-Fan durchaus dankbar sein kann!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 31, 2011 12:23 PM CET


Funeral
Funeral
Preis: EUR 9,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beeindruckendes Debüt, 9. September 2011
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Funeral (Audio CD)
Da ich erst 2007 durch "Neon Bible" auf Arcade Fire aufmerksam und 2010 mit dem überragenden "The Suburbs" so richtitg zum Fan der kanadisch-amerikanischen Indierocker "The Arcade Fire" geworden bin, war ihr Debütalbum "Funeral" aus dem Jahr 2004 für mich paradoxerweise das Album, das sich an den hohen Vorgaben der späteren! Veröffentlichungen messen lassen musste. Zunächst fehlte mir da etwas der Zugang, doch als ich auf dem Arcade Fire-Konzert in Düsseldorf im Winter 2010 feststellte, dass trotz der unbestreitbar fatastischen Neuveröffentlichung "The Suburbs" auch fast das komplette "Funeral"-Material gespielt und von den eingefleischten Fans geradezu frenetisch gefeiert wurde, legte ich die für mich zu dem Zeitpunkt maßgeblich Arcade Fire-Platten "Neon Bible" und "The Suburbs" mal zur Seite und gewann genauere Einblicke in dieses Debüt-Album - und es hat sich gelohnt! "Funeral" steht den anderen beiden Alben in nichts nach, auch wenn es stilistisch doch etwas anders geartet ist.
Im Schnitt muten die Songs dieser Scheibe sehr hymnisch an, und dabei versprühen den im Vergleich zu den Nachfolgeplatten weniger subtilen, dafür sehr direkten Charme mitsingbarer Folk-Songs im Indie-Rock-Gewand - die Erklärung für den Appeal dieser Songs auf Live-Konzerten. Stilistische Elemente, die diese Wirkung begünstigen, sind die zahlreichen mehrstimmigen Gesangspassagen, die gerade die großen Arcade Fire-Hymnen wie "Laika", "Wake Up", "Haiti" oder "Rebellion (Lies)" prägen, sowie der ungeschliffene Charme einer nach vorne polternden Rhythmusabteilung, die mitunter konstante Tempoverschärfungen ("Tunnels") oder auch punktuelle Dynamikwechsel ("Une année sans lumière", "Crown of Love") verantwortet. Hinzu kommen die kreative, stets vielstimmige und abwechslungsreiche Instrumentierung, und natürlich der unvergleichlich leidenschaftliche Gesang des Frontmannes Win Butler, dem man Verzweiflung und unglückliche Verliebtheit ebenso abkauft wie reflektierte Melancholie oder grenzenlosen Überschwang.
Auch das Songwriting ist auf diesem beeindruckenden Debüt-Longplayer über jeden Zweifel erhaben. Das Album beginnt mit dem majestätischen Intro-Riff zu "Tunnels", einem Song, der sich nach und nach zur treibenden Rock-Hymne entwickelt. Es folgen das hektische "Laika" mit seiner bestechend-aufgeregten Melodieführung und das zur Abkühlung angenehm ruhig gehaltene, melancholische "Une année sans lumière", ehe mit dem Kracher "Power Out" wieder so richtig Druck gemacht wird - eine absolute Stadion- und Mitgröhlhymne. Mit "Kettles" wird es dann wiederum etwas unspektakulärer, ehe die kompositorisch wie textliche denkbar simpel und eingängig gehaltene 6/8-Nummer "Crown of Love" eine erfolgreiche Gratwanderung zwischen Kult und Kitsch vollführt. Es folgt "Wake Up", vielleicht die Arcade Fire-Hmyne überhaupt, die so bedächtig beginnt, und sich dann so mächtig über den Hörer ergießt, dass man sich einfach nur mitreßen lassen kann. Das beschwingte, von Régine Chassagne gesungene "Haiti" mit seiner betörenden leitmotivisch eingesetzten Synthie-Melodie ist aus meiner Sicht Geschmackssache, und der Abschlusssong "Rebellion (Lies)" ist ein stilistisch den ersten beiden Tracks der Scheibe verwandter, typischer früher Arcade Fire-Song, der das Album auf diese Weise gekonnt abrundet, ohne nochmal für so ganz viel Furore zu sorgen.
Insgesamt kann man sich nur beeindruckt zeigen von so viel Emotion und Melodie in Verbindung mit einer solchen nach vorne strebenden Power mit immensem Live-Potential. Für die meisten Fans von Win Butler und Co. längst Kult, können "Nachzügler" und "Suburbs"-Begeisterte wie ich hier, wie bei allen Veröffentlichungen dieser bunten Truppe, bedenkenlos zugreifen und genießen!


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