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S. Kapper (Niedersachsen)
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Tief im Wald und unter der Erde: Thriller
Tief im Wald und unter der Erde: Thriller
von Andreas Winkelmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Fürchten lernen..., 24. Oktober 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
... kann man bei der Lektüre dieses Buches.

Das Grundthema dieses Thrillers ist sicher nicht neu. Ein in der Kindheit schwer mißbrauchter Mensch wird zum Mörder und tötet innerhalb kürzester Zeit mehrere Frauen. Wie üblich ist ihm danach natürlich die Polizei auf den Fersen, man verfolgt die Ermittlungen und rätselt mit.
Doch Andreas Winkelmanns Roman kann mit mehr aufwarten. Er versteht es außerordentlich gut, seine Leser das Fürchten zu lehren. Ich halte mich für relativ abgebrüht, aber seine Szenen an den Bahnübergängen und in dem Bunker scheinen so real, dass ich mich wirklich richtig gegruselt habe und sogar tagsüber an geschlossenen Bahnschranken an dieses Buch denken muss.
Auch seine Ermittlerin Nele fällt etwas aus dem üblichen Raster. Nicht nur was ihre sexuelle Orientierung betrifft, auch ihre Arbeitsweise kam mir ziemlich modern und realitätsnah vor.
Das Schicksal des Mörders hat mich besonders berührt. Beide Elternteile haben ihn auf ihre Art schwer mißbraucht und tragen so tatsächlich große Schuld an seiner Entwicklung. Allerdings hätte ich mir mehr Hintergrundinfos über die Andersartigkeit des Täters gewünscht, da man allzu wenig darüber weiß. Doch mit ein wenig Recherche kann man auch diese Lücken füllen...

Insgesamt ist "Tief im Wald und unter der Erde" ein klasse Thriller, der mich richtig mitgerissen hat. Ich bin sehr gespannt auf weitere Bücher des Autors und freu mich schon aufs Gruseln und Zähneklappern...


Bleicher Tod: Psychothriller
Bleicher Tod: Psychothriller
von Andreas Winkelmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bestie Mensch, 23. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Bleicher Tod: Psychothriller (Taschenbuch)
Andreas Winkelmann hat mir mit "Bleicher Tod" erneut aufregende, mitreißende Lesestunden und viel Gänsehaut beschert, und so warte ich nach der Lektüre genauso sehnsüchtig auf seinen nächsten Thriller wie auf diesen. Ein Teufelskreis...

Der Einstieg ins Buch ist dem Autor mal wieder perfekt gelungen. Ich war spätestens nach dem Prolog absolut gefesselt, der die Bilder, die der Buchtrailer zeigt, noch verstärkt und dafür sorgt, dass die Fantasie schon nach den ersten Seiten verrückt spielt. Man kennt erst wenige Details, aber die bloßen Andeutungen sorgten bei mir schon für Gänsehaut.
Seinem gewohnten Schema folgend, stellt Winkelmann seinen Lesern zuerst die verschiedenen Protagonisten in unterschiedlichen, noch zusammenhanglos erscheinenden Handlungssträngen vor. Deren Zusammenführung geschieht langsam, aber mit schnellen Perspektivwechseln, sodass man sich kaum vom Buch losreißen kann.
Die Identität des Mörders gibt lange Rätsel auf. Zwar kann an als Leser teilweise sein Handeln verfolgen, erste Vermutungen anstellen und Spuren verfolgen, doch der Autor versteht es bis zum Ende, Zweifel zu streuen und den Leser zu verwirren.
Mit Nele Karminter und Anouschka Rossberg trifft man auf zwei alte Bekannte aus "Tief im Wald und unter der Erde". Es ist schön, zu erfahren, wie es den beiden ergangen ist und wie es ihnen mittlerweile geht, auch wenn man nicht gerade positive Entwicklungen erkennen kann. Ein Jahr nach den Morden und dem Tod Karel Murachs fordert nun ein neuer Fall ihre ganze Kraft, bringt sie an ihre persönlichen Grenzen.
Neben den Ermittlungen erfährt man auch ein wenig über die private Situation der beiden Frauen, doch überlagert das nie die eigentliche Handlung, die Jagd nach einem grausamen Psychopathen, dessen Art zu Töten auch die hartgesottensten Polizisten schockt.
Andreas Winkelmann hat dieses Buch "allen starken Frauen dieser Welt" gewidmet und solche begegnen einem auch in seiner Geschichte. Neben Karminter und Rossberg stehen fähige und sympathische Kolleginnen wie Tanja Schildknecht oder Dr. Barbara Sternberg an ihrer Seite, die die Ereignisse auf ihre Art beeinflussen. Aber auch in Nicola Sadowski und Miriam Singer, den Frauen, die hier auf den ersten Blick als Opfer erscheinenden, schlummern enorme Kräfte, die im richtigen Moment für absolute Hochspannung sorgen.
Doch all die Frauen sind auch stark genug, Schwächen zu zeigen, was sie in meinen Augen sehr authentisch wirken lässt. Die glaubwürdig agierenden Charaktere haben mich in den Büchern von Andreas Winkelmann schon immer beeindruckt. So fiel es mir auch hier wieder leicht, mich in sie hinein zu versetzen, mit ihnen zu fühlen und mitzufiebern.

"Bleicher Tod" konnte mich von Anfang bis Ende fesseln und macht ein weiteres Mal klar, dass das "Böse" mitten unter uns weilt. Ich mag Andreas Winkelmanns Art sich auszudrücken, fühle ich mich dadurch trotz aller Schrecklichkeiten immer auch emotional berührt. Eine weitere Stärke des Autors ist eindeutig, dass er gut vorstellbare Geschichten schreibt, die genau so gleich nebenan passieren könnten. Gerade das ist es, was die Faszination seiner Geschichten ausmacht und darum jagen sie mir beim Lesen auch unzählige Schauer über den Rücken und sorgen dafür, dass man sie lange nicht vergisst. Einer von fünfundzwanzig. Beunruhigend.


Phantom - Gefahr aus der Tiefe: Thriller
Phantom - Gefahr aus der Tiefe: Thriller
von Markus Bennemann
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ordentliches Thriller-Debüt, 10. Oktober 2011
Der Thriller "Phantom - Gefahr aus der Tiefe" ist Markus Bennemanns Debüt in diesem Genre, und zwar eines, das sich sehen lassen kann.
Bisher konzentrierte sich der Autor eher auf den Sachbuchbereich, veröffentlichte in den letzten drei Jahren ebenso viele Bücher, die sich auf amüsante, aber vor allem aufschlussreiche Weise mit dem Paarungs- bzw. Jagdverhalten in der Tierwelt beschäftigen. Bei der Arbeit an "Im Fadenkreuz des Schützenfisches - Die raffiniertesten Morde im Tierreich" kam ihm die Idee zu "Phantom" und man merkt während der Lektüre deutlich, wie viel Wert Bennemann auch im Bereich der Unterhaltungsliteratur auf gute Recherche legt.
In die eigentliche Handlung dieses Thrillers fügt er immer wieder interessante Infos über Kraken und ihre Unterarten ein, deren hauptsächlich in Dialogen sachliche, gut verständliche Darstellung einer der Gänsehautfaktoren des Buches ist. Es ist ihm gelungen, eine gute Mischung aus wohldosierter Spannung, ausreichend Action, ein wenig Mystery und Information zu Papier zu bringen, die selten Längen aufweist und bis zum Buchende für aufregende Lesestunden sorgt. Der angenehm flüssige Schreibstil macht es leicht, in der Geschichte zu versinken und dabei die Zeit zu vergessen.

So sorgfältig, wie Bennemann den Plot entworfen hat, widmete er sich auch seinen Protagonisten. Egal ob Neben- oder Hauptfigur, mit vielen Details und markanten Eigenschaften macht er sie zu Persönlichkeiten, die auf den ersten Blick teilweise ein wenig übertrieben dargestellt wirken, im Grunde aber perfekt zur Story passen.
Der Malakologe Steven Schuster ist zwar ein Professor, verhält sich aber selten so, wie man sich einen solchen vorstellt. In seiner Begeisterung für seine Forschungen wirkt er oft wie ein großer Junge, der nicht erwachsen werden will. In brenzligen Situationen steht er zwar seinen Mann, aber selbst am Ende des Buches wird noch einmal klar, dass Vernunft nicht unbedingt zu seinen Stärken gehört. Doch er ist ein Typ, den man sympathisch finden muss, dessen Leidenschaft auf den Leser überspringt.
Sergeant Jessica Sanchez stellt das genaue Gegenteil dar. Sie ist die Vernunft in Person, gradlinig und immer darauf bedacht, sich an die Regeln der Logik zu halten. Dass es zwischen diesen unterschiedlichen Charakteren zu Spannungen kommt, ist vorhersehbar, die aufkeimende Liebesbeziehung der beiden ebenso. Überraschender wäre es gewesen, wenn Bennemann auf den romantischen Aspekt verzichtet hätte, der für die Story an sich auch nicht unbedingt nötig gewesen wäre, ebenso wie auf die schwierige Vergangenheit der jungen Polizistin.
Die wichtigste Nebenfigur stellt der Reporter Reginald Finch dar, der Schuster und Sanchez mit seinen Recherchen in den Wahnsinn treibt und ihnen sogar bis in den Dschungel Venezuelas folgt. Seine ganze Art wirkt stark parodistisch und bringt ein wenig Humor in diese abenteuerliche Story. Doch auch die weiteren Akteure sind zumeist markante Persönlichkeiten, die die Geschichte bereichern und interessanter machen.

Alles in allem legt Markus Bennemann hier ein ordentliches Thriller-Debüt vor, das zwar einige Schwächen im Bereich der Figurentwicklung aufweist, aber ab der ersten Seite fesseln und mitreißen kann.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 11, 2012 8:51 AM CET


Dein Wille geschehe - Sonderausgabe
Dein Wille geschehe - Sonderausgabe
von Michael Robotham
  Audio CD
Preis: EUR 11,99

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fesselnd und mitreißend..., 9. Oktober 2011
Mit "Dein Wille geschehe" hat Michael Robotham einen psychologisch ausgefeilten und zutiefst erschreckenden Thriller geschaffen, der für schlaflose Nächte sorgen kann.
Die meiste Zeit erlebt man die Geschehnisse aus der Perspektive des Ich-Erzählers Joe O'Loughlin, doch immer wieder kommt auch der anfangs noch unbekannte Täter zu Wort, was der Story eine unheimliche, manchmal fast bedrohliche Atmosphäre gibt, die es fast unmöglich macht, eine Lauschpause einzulegen. Dem Sprecher Frank Arnold ist es gelungen, diesen beiden Männern ganz unterschiedliche Stimmen zu geben. So verstärkt er die vom Autor erzeugte Spannung noch und lässt alles sehr real wirken. Die Handlung selbst ist gut durchdacht, überrascht mit unerwarteten Wendungen und lässt nie Langeweile aufkommen. Arnold schafft es mühelos, sich jeder Stimmung anzupassen, erzeugt teils nur durch kleine Schwankungen im Tonfall eine Gänsehaut.

Joe O`Loughlin ist ein komplexer Charakter, der authentisch handelt und einem schnell sympathisch ist. Seine Parkinson-Erkrankung schränkt ihn im Alltag immer wieder ein, doch mit seinem fast schon schwarzen Humor lässt er dieses Handicap auf angenehme Weise im Hintergrund verschwinden. Neben den Ermittlungen stehen auch seine Eheprobleme im Fokus, was zunächst überflüssig erscheint, im Laufe der Story jedoch logisch und ausschlaggebend für die Entwicklungen ist.
Auch die Motive des Täters werden beleuchtet und machen das Wesen dieses Mannes fassbar, trotz der Eiseskälte, die er ausstrahlt, und den Grausamkeiten, die er begeht. Insgesamt wirken alle handelnden Charaktere sehr lebendig, was neben der textlichen Vorlage wieder dem Können des Sprechers zu verdanken ist, der mit keiner seiner Aufgaben überfordert ist. Die weiblichen Parts meistert er ebenso gut, wie die der männlichen Charaktere, ohne dabei angestrengt oder übertrieben zu wirken. Durch ihn erwachen die Protagonisten zum Leben, sodass man sich der Story nicht entziehen kann. Er zieht den Lauscher in seinen Bann und sorgt so für ein aufregendes, mitreißendes Hörvergnügen.

"Dein Wille geschehe" hat alles, was ein Psychothriller braucht, um von Anfang an zu fesseln und bis zum Ende bestens zu unterhalten.


Folge 149/Der namenlose Gegner
Folge 149/Der namenlose Gegner
Preis: EUR 7,99

5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Und alles nur wegen einer Wiese, einem Baum und einem Leguan..., 2. Oktober 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Folge 149/Der namenlose Gegner (Audio CD)
Der neue Fall der drei ??? führt Justus, Peter und Bob nach Seven Pines. Ein Art Nachbarschaftskrieg in der kleinen Siedlung steht kurz vor der Eskalation. Die Anwohner schrecken mittlerweile auch vor Gewalt nicht mehr zurück, um wieder friedlich leben zu können. Obwohl ihnen der Auftrag zunächst gar nicht offiziell erteilt wird, wollen die drei Jungen Beweise finden, dass eine in der Gegend bekannte Jugendgang für den Ärger verantwortlich ist und somit nicht nur Schlimmeres verhindern, sondern dem Ganzen endlich ein Ende bereiten.
Da Bob mit seinen Eltern verreisen muss, sind Justus und Peter dieses Mal auf sich allein gestellt. Bald kommt es zu einem Zusammenstoß mit den vermeintlichen Übeltätern, doch noch ahnt keiner von ihnen, wer ihm da eigentlich gegenüber steht.

Autorin Kari Erlhoff hat sich mit "Der namenlose Gegner" mal auf unbekanntes Terrain gewagt. Was erst so klassisch beginnt, wandelt sich schließlich zu einer nie dagewesenen Situation im Drei-???-Kosmos. Gegner werden zu Verbündeten, Verbündete zu Gegnern.
Wer hätte je gedacht, dass sich zwei der Fragezeichen mal ernsthaft prügeln könnten? Dass einer von Ihnen zum quarzenden Rocker mutiert oder dass ein Erzfeind sich freundschaftlich verhalten könnte? Ich jedenfalls nicht und gerade deshalb ist diese Geschichte so erfrischend anders.
Auch die Hörspielumsetzung ist toll gelungen. Anstatt wie so oft einen weiteren Handlungsstrang aus der Buchvorlage nur in Nebensätzen erzählt zu bekommen, erlebt man diese Ereignisse hautnah mit und ist den drei Detektiven so einige Zeit ein paar Schritte voraus. Doch gerade durch diese besondere Entwicklung bekommt die ganze Story mehr Tiefgang, als man es gewohnt ist, was im Buch allerdings noch stärker zu spüren ist und hier durch die nötigen Kürzungen ein wenig untergeht. Nichtsdestotrotz ist es den Machern gelungen, den Charme und die Stimmung der Buchvorlage erhalten und eine der unterhaltsamsten Folgen seit langem aufzunehmen.

Den Sprechern merkt man an, wie viel Spaß ihnen die Arbeit gemacht hat. Luise Lunow als Mrs. McGowan ist wie immer großartig. Ihre großmütterliche Stimme sorgt für Wohlbefinden und das richtige Hörspielfeeling gleich zu Beginn der Folge. Andreas Fröhlich hat hier mal wieder die Gelegenheit zu zeigen, was er kann. Wie er Bobs besondere Situation meistert ist absolut überzeugend. Im Zusammenspiel mit Andreas von der Meden als Skinny Norris entsteht so eine tolle Atmosphäre. Oliver Rohrbeck und Jens Wawrczeck sind gewohnt professionell, ebenso wie die bekannten Nebensprecher. Einzig Henry König und Konstanze Ullmer als Mr. und Mrs. Andrews wirken auf mich etwas gestelzt, ihr kurzer Auftritt lässt das aber verzeihen.
Die Geräuschkulisse unterstützt die Story sehr gut. Sei es Bobs Unfall, den man durch die furchtbaren Geräusche direkt vor Augen hat, die stimmige Hintergrundmusik während der Szenen im Bauwagen oder der Einsturz der Fabrikhalle im großen Finale. Immer fühlt man sich mittendrin und folgt gespannt dem Geschehen. Was die Musik betrifft muss man ebenfalls ein Lob aussprechen. Jeweils passend zur Situation wurden die Stücke ausgewählt, egal ob es gerade spannend oder auch mal sehr kitschig zugeht.

Insgesamt eine runde Sache, die mich sehr gut unterhalten hat und beim zweiten Hören noch mehr Spaß macht.


Totengelächter
Totengelächter
von David Lozano Garbala
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Puerta Oscura öffnet sich erneut..., 28. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Totengelächter (Gebundene Ausgabe)
Wie schon sein Vorgänger kann dieser Jugendroman zunächst mit seinem ansprechenden Äußeren punkten. Wieder zieren unzählige Skelette den Schutzumschlag des nachtschwarzen Schmökers, dieses Mal jedoch in Schwarz auf weißem Grund. Auch an den Kapitelanfängen trifft man stets auf die knochigen Gesellen, sodass die Gestaltung wieder sehr stimmig wirkt und perfekt zu Band I passt.

Während David Lozano Garbala in "Totenreise" Mühe hatte, die Spannung nach dem Prolog zu halten und eine passende Atmosphäre zu schaffen, gelingt ihm das in "Totengelächter" ab der ersten Seite. Was sich auf den letzten Seiten des Vorgängerbandes andeutete, setzt sich hier fort, die Geschichte kommt sofort in Fahrt und das Tempo wird bis zum tragischen Ende gehalten. Hatte man in Band I noch das Gefühl, dass sich der spanische Autor bei der Fülle seiner Ideen nicht mehr auf die Handlung konzentrieren konnte, merkt man nun, dass er sich auf das Wesentliche besinnt und erfreulicherweise vor allem auf seine Protagonisten.
Endlich kommt man ihnen nahe und sie werden zu fassbaren Charakteren, die sich entwickeln dürfen und mit denen man mitfiebern kann. Obwohl immer noch recht zügig zwischen den Handlungsorten und somit auch den Personen hin und her gesprungen wird, lässt David Lozano Garbala nun viel mehr Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelt der wichtigsten Protagonisten zu. Dadurch sind ihre Handlungen wesentlich besser nachzuvollziehen und wirken viel authentischer. Man merkt deutlich, dass die Ereignisse aus "Totenreise" alle verändert haben und kann verfolgen, wie jeder auf seine Weise mit dem Erlebten umgeht.
Durch seine nun gefühlvollere Art zu erzählen schafft Lozano Garbala es, der Geschichte, seiner Welt und den Figuren, die in ihr agieren, Leben einzuhauchen. Dabei verzichtet er weitestgehend auf allzu brutale Szenen, die ja in "Totenreise" recht häufig vorkamen. Nun geht er meist subtiler vor, um beim Leser Gänsehaut zu erzeugen. Gruselige und beklemmende Momente erhalten die unheimliche Stimmung permanent und animieren dazu, Seite um Seite zu lesen. Langweilige oder besonders vorhersehbare Passagen findet man nun nicht mehr, vielmehr darf man sich so manches Mal von den Entwicklungen überraschen lassen.

Nach dem eher schwachen Auftakt seiner Reihe legt David Lozano Garbala nun also nach und überzeugt mit einer bis zum Ende in sich schlüssigen, sehr spannenden und vor allem gefühlvollen Story, die man innerhalb kürzester Zeit verschlungen hat. So darf es gern weitergehen.


House of Horrors-Haus der Angst
House of Horrors-Haus der Angst
Preis: EUR 9,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ist zwar ein wenig mühsam, macht aber Spaß..., 25. September 2011
Rezension bezieht sich auf: House of Horrors-Haus der Angst (Audio CD)
Begrüßt von der alten Titelmelodie, fühlte ich mich sofort an die älteren Fälle der drei Detektive erinnert. Doch schnell ist klar, dass man hier nicht einfach gemütlich zuhören und zwischen den Tracks hin und her zappen kann. Um den richtigen Weg für die drei Detektive zu finden, muss man aufmerksam lauschen und clever mitdenken, sonst ist das Abenteuer in der Geisterbahn schnell vorbei und man muss von vorn beginnen. Dabei gibt es mehrere verschiedene Möglichkeiten, die Geschichte zu gestalten. Die Variationen sind schön angelegt und halten die ein oder andere Überraschung, witzige Momente und kuriose Erlebnisse bereit, die man in einem Drei ???-Fall nicht unbedingt erwarten würde, sogar ein paar Outtakes haben sich auf CD 1 versteckt. Es lohnt sich also, sich wirklich durch alle Tracks zu klicken.

Die Story an sich bietet mit dem Schauplatz auf der Kirmes eine tolle Atmosphäre. Stimmungsvolles Gekreische, unheimliches Gelächter und Fahrgeräusche in der Geisterbahn sorgen für erlebtes Hören, ständig ist das Stimmengemurmel der Menschen auf dem Rummel und die Musik der Fahrgeschäfte im Hintergrund zu hören. Man hat das Gefühl, wirklich mittendrin zu sein. Für Kurzweil sorgen natürlich auch die kuriosen Gestalten, die sich dort tummeln. Wenn z.B. Santiago Ziesmer seinen Auftritt als bärtige Marilyn hat, kann man sich ein Grinsen nicht verkneifen und auch Klaus Dittmann als Bubba Detroit amüsiert mit seinem Wunsch, Justus' Gewicht zu schätzen. Schön ist es außerdem, alten Bekannten wie Skinny Norris, Kommissar Reynolds oder Morton zu begegnen.
Dieses ungewöhnliche Hörspiel benötigt ungewöhnlich viele Sprecher und Sprecherinnen, die durchweg einen guten Job machen und die besondere Atmosphäre prima rüberbringen. Kein Wunder, finden sich in der Sprecherliste doch einige bekannte Namen. Die meisten Rollen sind eher klein angelegt, doch wird so die Vielfalt einer Kirmes nur noch verdeutlicht. Eher fehl am Platz wirkt allerdings Claudia Stocksieker als Stimme aus dem Off, die am Ende der Tracks relativ emotionslos die verschiedenen Auswahlmöglichkeiten vorliest. Stimmiger wäre es gewesen, wenn Thomas Fritsch, der in den regulären Hörspielfolgen den Erzähler gibt, hier eingesetzt worden wäre.

Es sollte einem vor dem Hören dieses Hörspiels auf jeden Fall klar sein, dass entspanntes Lauschen etwas anderes ist. Bei diesem Mitmach-Hörspiel ist Aufmerksamkeit, Konzentration und Durchhaltevermögen gefragt. Unter diesen Voraussetzungen kann man im "House of Horrors" viel Spaß haben.


Stahlhart
Stahlhart
von Henning von Melle
  Taschenbuch
Preis: EUR 4,54

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Konnte mich insgesamt nicht überzeugen..., 24. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Stahlhart (Taschenbuch)
Zu wenig kriminalistische Spannung kann ich bei diesem Lokalkrimi eigentlich nicht bemängeln. Schnell hattte ich seine vom Leben gerade besonders stark gebeutelte Hauptfigur Rainer West ins Herz geschlossen und war eingenommen von der gut aufgebauten Handlung. In angenehm zügigem Tempo erzählen die Autoren Henning von Melle und Volkmar Joswig ihre Geschichte, doch der Erzählstil wirkt auf Dauer etwas eintönig, erinnert die meiste Zeit an Zeitungsberichte der Boulevard-Presse. Da dies irgendwie zum Job Rainer Wests passt, konnte ich mich aber nach einer kleinen Eingewöhnungsphase damit arrangieren und es mit einigem Wohlwollen als beabsichtigte Wirkung der Autoren einstufen.
Die oft sehr hölzern, unnatürlich wirkenden Dialoge, viel zu viele Erwähnungen der Bremer Örtlichkeiten, wohl um das Lokalkolorit zu fördern, uninteressante Informationen oder auffällige Verweise auf bekannte Persönlichkeiten, die zufälligerweise diesen Krimi gelesen und für großartig befunden haben, lassen den Lesefluß leider immer wieder stocken. Recht plump wird auch auf das satirische Projekt des Autorenduos hingewiesen, was einen eher peinlich berührt und die Frage aufkommen lässt, wieso die beiden diese Eigenwerbung nötig haben.
Was die zentralen Figuren der Story betrifft, konnten mich die Autoren auch hier nicht durchweg überzeugen. Rainer West lernt man während des Lesens gut kennen und kann sich mit ihm identifizieren. Die Nebenfiguren jedoch bleiben blass, dürfen ihr Potential nicht ausleben, was wohl dem Tempo der Geschichte geschuldet ist. Einzig Wests Kollege Jens Goldstein sorgt für etwas Farbe im charakterlichen Grau und ein wenig zwischenmenschliche Spannung.

Durch diese leider so deutlichen Schwächen leidet die Qualität dieses Krimidebüts ziemlich stark. Hätten von Melle und Joswig ihr Augenmerk mehr auf den gut durchdachten, am Ende durchaus überraschenden Kriminalfall gelegt, hätten sie statt einem nur im unteren Durchschnitt rangierenden Roman einen wirklich guten Krimi zu Papier bringen können. So eignet er sich als lockere Lektüre für zwischendurch, vermag es aber nicht, nachhaltig zu fesseln oder gar zu begeistern. Schade.


Der letzte Werwolf
Der letzte Werwolf
von Brigitte Endres
  Gebundene Ausgabe

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fantastisches Leseabenteuer..., 18. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Der letzte Werwolf (Gebundene Ausgabe)
Mit "Der letzte Werwolf" ist der Autorin Brigitte Endres ein wunderbar fantastisches Leseabenteuer gelungen, das alles beinhaltet, was ich zum Abtauchen in eine Geschichte brauche. Endres bringt durch einfache, aber wirkungsvolle Elemente Magie und Übersinnliches in unsere Welt und schaffte es so, mich ab der ersten Seite zu fesseln. Von Anfang an liest sich die Geschichte sehr flüssig und leicht, bis zum Buchende finden sich keine Längen oder zähe Passagen. Wenn es gerade mal nicht spannend oder aufregend ist, gibt es viel zu lachen und auch einige romantische Momente. Dorian sorgt mit seiner Ahnungslosigkeit in unserer Welt und seiner altertümlichen Aussprache für reichlich heitere Szenen und lässt einen beim Lesen oft vor sich hin kichern. Sie zarte Romanze, die sich zwischen ihm und Valentina entwickelt ist einfach nur süß, nimmt aber nur einen kleinen Platz neben der eigentlichen Handlung ein, sodass junge Leserinnen ein wenig ins Träumen kommen können, junge Leser sich dadurch aber auch nicht gestört fühlen oder zu viel Kitsch befürchten müssen.
Die Mystery-Werwolf-Story mag manche bei einem Blick auf den Titel abschrecken, man kann sie aber so gar nicht mit den Geschichten über Werwölfe zu vergleichen, die man zurzeit so häufig in diesem Genre findet. "Der letzte Werwolf" findet seine Grundlage natürlich auch in den alten Sagen über Werwesen, diese dient jedoch nur als Gerüst für ein spannendes Abenteuer dreier Kinder, die Zusammenhalt, Freundschaft und Mut beweisen müssen. Die Suche nach dem Geheimnis der Mondlilie macht so viel Spaß, weil Phil, Valentina und Dorian so glaubwürdig agieren. Sie akzeptieren die seltsamen Vorkommnisse nicht einfach, sondern versuchen ihnen mit Logik auf den Grund zu gehen.
Auch das Zwischenmenschliche wird sehr authentisch dargestellt. Sei es die Verliebtheit Valentinas und Dorians, der Umgang der Geschwister miteinander oder die Gespräche mit ihrer lustigen Oma Isolde. Die Charaktere wirken natürlich und frisch, weshalb man sie innerhalb kürzester Zeit ins Herz schließt und mit ihnen mitfiebert.

Brigitte Endres schreibt Geschichten, die auch ihre älteren Leser wieder ins Träumen bringen. Man spürt ihre Freude am Schreiben und der Fantasie auf jeder Seite des Buches, zwischen jeder Zeile. "Der letzte Werwolf" ist ein toller Lesespaß für Jungen und Mädchen ab ca. 11 Jahren, bietet aber auch erwachsenen LeserInnen wie mir gute und kurzweilige Unterhaltung.


Das verbotene Eden. David und Juna: Roman (PAN)
Das verbotene Eden. David und Juna: Roman (PAN)
von Thomas Thiemeyer
  Gebundene Ausgabe

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anders, aber gut., 14. September 2011
Thomas Thiemeyer schrieb in den letzten Jahren einige spannende Mystery-Thriller wie "Nebra" oder "Korona" und tobte sich in seinen "Chroniken der Weltensucher" bereits im Jugendbuchbereich aus. Immer verstand er es, mich mit seinem Erzähltalent zu begeistern und mitzureißen. Nun schlägt er mit seiner dystopisch angelegten Reihe "Das verbotene Eden" ein neues Kapitel auf.
Die Vision, die er im ersten von drei geplanten Bänden zu Papier gebracht hat, erscheint keinesfalls abwegig. Die Idee die Mutation von Viren zugrunde zu legen, ist eine denkbare Variante, die vielleicht schon heute Realität werden könnte. Einfach wie faszinierend ist der Gedanke, dass diese mutierten Viren die naturgegebene Verbindung zwischen Mann und Frau kappen.
Thiemeyer beschreibt die Auswirkungen der Katastrophe und den Alltag im Jahr 2085 so anschaulich, dass ich ab der ersten Seite vom Geschehen gefesselt war. Die Schilderungen der menschlichen Siedlungen, der gesamten Umgebung und vor allem der Lebensstandards, erinnert ans Mittelalter. Die Stimmung ist spürbar bedrückend und es herrscht eine sehr seltsame Atmosphäre. Einerseits sind die Umstände mediäval, werden aber immer wieder mit modernen, mittlerweile veralteten bzw. unbrauchbaren Details gespickt. Autowracks stehen herum, die Überreste der alten Städte sind zu sehen, es gibt noch einige wenige fahrbereite Wagen und Waffen. Alles wirkt extrem düster und verstörend. Dazu kommt die Präsenz der Kirche wie zu den schlimmsten Zeiten der Hexenverfolgung, man ist gefangen in dieser fiktiven, aber so beklemmend vertrauten Welt. Die Geschichte regte ab der ersten Seite zum Nachdenken an, las sich aber sehr flüssig und hatte mich sofort gut im Griff. Die Stimmung dieser gezeichneten Zukunft überträgt sich beim Lesen, wühlt auf und lässt einen gespannt Seite um Seite umblättern. Man kann sich vorstellen, dass so etwas passieren könnte, genau das macht den besonderen Reiz der Geschichte aus.
Zu Beginn der drei Buchteile erwarten den Leser kurze Botschaften aus der Vergangenheit, ein Brief, eine Radiomeldung, ein Tagebucheintrag längst vergessener Personen, verfasst zur Zeit des Anbruchs der dunklen Jahre. Durch die grafische Hervorhebung und die jeweilige Brisanz dieser kurzen Sprünge in die Vergangenheit entsteht noch mehr Spannung und Dramatik. Die vom Autor gestaltete Karte auf den Vorsatzseiten ermöglicht einen Blick aus der Vogelperspektive auf den Handlungsbereich des Buches rund um die alte Stadt und zeigt, wie wenig noch von der Vergangenheit übrig ist.

Die Charaktere sind allesamt sehr interessant gezeichnet, auch die weniger präsenten Nebenfiguren. Bei einigen hätte ich mir vielleicht noch einen etwas genaueren Blick auf die Hintergründe gewünscht, aber man darf auch nicht vergessen, dass man hier ein Jugendbuch in den Händen hält. Da abwechselnd aus der Sicht Davids und Junas erzählt wird, sind es natürlich vor allem diese beiden, denen man als Leser nahe kommt. David schloß ich aufgrund seiner ruhigen, ehrlichen Art schnell ins Herz, Juna macht es einem da schon etwas schwerer. Sie ist für ihr Alter ziemlich hart, ihre Meinung schon sehr eingefahren. Sie ist vielleicht nicht von Anfang an sympathisch, aber genau das macht ihre Person interessant. Ihre Entwicklung im Laufe der Zeit wirkt sehr natürlich. Mit dem Wissen aufgewachsen, dass Männer furchtbare Monster sind, bringt David sie ganz schön aus dem Konzept. Er entspricht so gar nicht dem Bild, das ihr bisher vermittelt wurde. Es ist schön zu beobachten, wie sie ihren Gefühlen vertraut und sich nicht an die Lehren ihrer Gemeinschaft klammert. Thomas Thiemeyer lässt seinen Protagonisten Raum sich zu entfalten und neue Erfahrungen zu sammeln, die Auswirkungen auf ihr Verhalten und den Verlauf der Geschichte haben.

Unglaublich spannend und aufregend kann man diese Geschichte nicht nennen, aber das hat mich ehrlich gesagt nicht gestört. Vielmehr war ich fasziniert von Thiemeyers neuer Welt, das Handeln der einzelnen Personen und ihre Entwicklung sind es, die es nie langweilig werden ließen. Die zarte Romanze zwischen den beiden Hauptfiguren kann einen aufgrund der Umstände nicht kalt lassen, ihre Verbindung durch Shakespeares "Romeo und Julia" hebt sie auf eine besondere Ebene, die in dem düsteren Umfeld für helle, gefühlsbetonte Momente sorgt. Glücklicherweise fehlt es ihr dabei an Kitsch und schnulzigen Momenten, womit sie in diesem Genre angenehm aus dem Rahmen fällt.

Wer die anderen Bücher von Thomas Thiemeyer gelesen hat, wird feststellen, dass diese Geschichte ganz anders ist, als man es bisher von ihm kennt. Thiemeyer geht neue Wege und er geht sie festen Schrittes. Ihn auf dieser Reise zu begleiten und seine Vielseitigkeit zu genießen, war wie gewohnt ein besonderes Lesevergnügen für mich.


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