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Rezensionen verfasst von
S. Kapper (Niedersachsen)
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Bighead: Ein brutaler, obszöner Thriller
Bighead: Ein brutaler, obszöner Thriller
von Edward Lee
  Broschiert
Preis: EUR 13,95

6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nichts für zarte Seelchen..., 5. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
"Sie schlug dem Baby mit einer gusseisernen Bratpfanne den Schädel ein. Der Kopf zerplatzte wie eine bleiche, reife Frucht."

Wenn einem dieser erste Satz aus "Bighead" bereits Magengrimmen beschert, tut man gut daran, gar nicht erst weiterzulesen, denn er ist harmlos, verglichen mit dem, was auf den nächsten 350 Seiten noch geschildert wird. Für zarte Seelchen ist dieses Buch gänzlich ungeeignet und wenn man nicht gerade ein vollkommen durchgeknallter Psychopath ist, werden auch die hartgesotteneren Leser das ein oder andere Mal schlucken müssen ob der dargebotenen Schilderungen. Egal, ob Vergewaltigung, Mord, Kannibalismus oder Nekrophilie, mit viel Liebe zum Detail und einem bewundernswerten Einfallsreichtum lässt Edward Lee seine Leser daran teil haben. Er nimmt kein Blatt vor den Mund, ihm ist keine Grausamkeit fremd, keine Fantasie zu abgedreht. Kurz gesagt: ihm ist nichts heilig. Gar nichts. Und genau deshalb ist es auch ein Riesenspaß, dieses Buch zu lesen. Manchmal kann man nur staunen, was den Gehirnwindungen dieses Autors entsprungen ist, bisweilen bleibt einem nichts anderes übrig als hysterisch zu lachen, zu krass ist das, was einem hier vorgesetzt wird.

Zu den Hauptfiguren gehört zum Einen der titelgebende Bighead. Tief in den Wäldern Virginias versteckt wuchs der entstellte und stark zurückgebliebene Junge bei seinem Großvater auf und lernte schon in frühster Jugend, alles und jeden zu zerstören und zu missbrauchen. Nach dem Tod des alten Mannes ist Bighead auf sich allein gestellt.
Er macht sich auf den Weg in die Zivilisation. Einen Weg, der von unzähligen Leichen gepflastert ist und der schließlich in einer scheinbar beschaulichen, ländlichen Gegend den der anderen Protagonisten kreuzt. Zu nennen sind da der fluchende Pater Alexander, die Sex- und Kokainabhängige Reporterin Jerrica und ihre Begleiterin, die frigide Landpomeranze Charity, deren alte Tante Annie und die beiden Schmuggler Balls und Dicky, die in ihrer Brutalität und Abgedrehtheit Bighead starke Konkurrenz machen.
Die Handlungsstränge wechseln sich in angenehmen Rhythmus ab und trotz aller Obszönitäten und Gewaltszenen lässt sich das Buch so ausgesprochen flüssig lesen. Lees Schreibstil variiert je nach Perspektive, er passt sich sprachlich deutlich den jeweils agierenden Personen, ihrem Intellekt und Charakter an. Dies verstärkt die Wirkung der geschilderten Szenen noch zusätzlich und so manches Mal reicht allein die Wortwahl, um Gänsehaut, wenn nicht gar Ekel zu erzeugen.
Geschickt verbindet der Autor die Fäden schließlich miteinander, deckt die Hintergründe um Bigheads Geschichte auf und lässt alle Beteiligten in einem hübsch blutigen Finale aufeinander treffen. Manchem mag das Ende unpassend erscheinen, doch letztlich rundet es die Story perfekt ab.

Abschließend kann ich mich der ausdrücklichen Warnung des Festa Verlags nur anschließen: "Edward Lee ist der führende Autor des Extreme Horror. Seine Werke enthalten überzogene Darstellungen von sexueller Gewalt. Wer so etwas nicht mag, sollte die Finger davon lassen."
Wer so etwas aber mag, wird "Bighead" mit Entzücken verschlingen und sich vor Begeisterung nicht mehr einkriegen.


Das PARTEI-Buch: Wie man in Deutschland eine Partei gründet und die Macht übernimmt
Das PARTEI-Buch: Wie man in Deutschland eine Partei gründet und die Macht übernimmt
von Martin Sonneborn
  Broschiert
Preis: EUR 9,99

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Selten so gelacht..., 31. August 2012
Was in den neunziger Jahren als alkoholschwangere Idee einer rettenden Übernahmeaktion für die FDP begann, endete im August 2004 schließlich in der Gründung einer Partei, die die Machtübernahme in Deutschland ansteuert und die erneute Teilung unseres Landes anstrebt. Mit ihrem liebevoll GröVaZ (Größter Vorsitzender aller Zeiten) genannten Bundesvorsitzenden Martin Sonneborn an der Spitze und einer stetig wachsenden Zahl von Mitgliedern ist Die PARTEI (Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative) acht Jahre nach ihrer Gründung auf dem besten Wege dahin, in billigen, grauen C&A-Anzügen ihre Ziele und vor allem die Wünsche der Bürger (wie aussagekräftige Umfragen ergaben) umzusetzen.

Martin Sonneborn lässt uns in seinem in fünf Abschnitte gegliederten Buch teilhaben an seinen ersten Erfahrungen im Wahlkampf, die er zusammen mit Redaktionsmitgliedern der Titanic erlebte, damals noch für andere, bereits etablierte Parteien wie CDU, SPD oder die "liberale Trümmerpartei" FDP, die schließlich vollkommen nachvollziehbar und logisch zur Gründung einer eigenen Partei führten, die sämtliche anderen Parteien überflüssig macht. Die PARTEI.
Mit Aussagen wie "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen! Außer uns." oder "Die endgültige Teilung Deutschlands - das ist unser Auftrag!" rufen Sonneborn & Co. mühelos die Kollegen und Kolleginnen der Presse auf den Plan, die sich zumeist wie erwartet echauffieren, ebenso wie diverse wichtige Persönlichkeiten aus Politik und Gesellschaft, die nur zu gern ihren persönlichen, weichgespülten Senf zu all dem abgeben und somit nur zum Erfolg der Sonneborn-Truppe beitragen.
Sonneborns locker verfasster Text wird nahezu auf jeder Seite von ausgewählten und sachdienlichen Hinweisen der Medien, Zitaten und Leserbriefen ergänzt, die ausgesprochen gelungen zur guten Unterhaltung der Lektüre beitragen. Großartig, wie manch einer sich hier selbst entlarvt; absolut komisch, wie naiv andere in die gelegten Fallen tappen; bestürzend, erkennen zu müssen, wie eingeschränkt die Sicht mancher ist, ebenso wie ihre Fähigkeit in anderen Bahnen zu denken, als die Masse es vorgibt; indes auch erfreulich zu erkennen, dass es genug Menschen gibt, die den Gedankengängen und Aktionen der Titanic-Leute folgen können und sie als das erkennen, was sie sind. Satire.
Nach demselben Schema erlebt der Leser die erste Landtagswahl der PARTEI und den Weg dorthin, die Neugründung diverser Landes- und Ortsverbände und damit die unaufhaltsame Ausbreitung der PARTEI auf das ganze Bundesgebiet, das Casting der ersten PARTEI-Kanzlerkandidatin unter dem Motto "Frau - ja, aber schöner!", die Geschichte der legendären HLX-Wahlwerbespots im ZDF und schließlich erste Erfahrungen im außenpolitischen Bereich. Zahlreiche Bilder, mittig im Buch auch Farbfotos, belegen die Geschehnisse.
Im neunzehn Seiten starken Anhang schließlich findet man nicht nur den offiziellen Mitgliedsantrag der PARTEI (den auszufüllen und abzuschicken an dieser Stelle nur die einleuchtende Konsequenz der Lektüre ist), sondern auch ein Handbuch "Die Partei von A – Z", diverse Anmerkungen zu den im Buch angegebenen Fußnoten und den aufrichtigen Dank des Autors selbst.

Wer sich darauf einlässt, ein wenig geschichtliches Vorwissen mitbringt und ein Faible für satirische Unterhaltung hat, wird mit diesem Buch seine wahre Freude haben. Ausgeprägtes politisches Interesse ist nicht vonnöten, ein wenig gesunder Menschenverstand kann jedoch nicht schaden. Man darf die Entwicklung der PARTEI gespannt beobachten und in diesem Zusammenhang mit Interesse auf die in Zukunft anstehenden Wahlen blicken.


MindNapping, Folge 09: Montana oder Eine seltsame Schleife (1 Audio-CD)
MindNapping, Folge 09: Montana oder Eine seltsame Schleife (1 Audio-CD)
von Astrid Meirose
  Audio CD
Preis: EUR 8,90

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Seltsam trifft's ganz gut..., 30. August 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Mittlerweile gehört MindNapping zu den Hörspielreihen auf deren neue Folgen ich sehnsüchtig warte. War ich anfangs noch gespannt, ob das zu Beginn vorgelegte Niveau gehalten wird, kann ich nun sicher sein, dass ich ausgesprochen gute Geschichten zu Hören bekomme, die hervorragend produziert werden und von Folge zu Folge für angenehme Abwechslung sorgen.
Mit "Montana oder Eine seltsame Schleife" wartet auf den Lauscher eine komplexe Story, die auf jeden Fall mehrmals gehört werden kann, muss und sollte. Geschickt spielt das Autorenteam mit den Zeiten und selbst kreierten Möglichkeiten, und es ist unmöglich, schon beim ersten Hören alle Zusammenhänge zu erfassen. Die vielfältigen Interpretationsmöglichkeiten fordern den Zuhörer heraus und tragen neben der gespannten Atmosphäre dazu bei, dass man mitfiebert und permanent über die Hintergründe nachgrübelt. Hier wird wahrhaftig mit dem Verstand gespielt – was Fiktion oder Realität ist muss am Ende jeder für sich selbst entscheiden.
Die Sprecherriege kann sich wie immer sehen lassen und zeigt durchweg eine großartige Leistung. Neben "Stammsprechern" wie Gordon Piedesack, Konrad Halver, Sascha Rotermund und Douglas Welbat sind Anne Moll und Peter Weis hervorzuheben. Sie leihen Dr. Kate Manson und Claude Montana ihre Stimmen und sorgen zusammen mit den Kollegen und Kolleginnen für realistisch klingende Dialoge und ein ausdruckstarkes Spiel.
Die musikalische Untermalung tat ihr Übriges, um mich in die passende Stimmung für diese Story zu bringen. Die Klänge erinnern teils angenehm an Songs aus dem Pulp Fiction-Soundtrack bzw. Westernklassiker, was toll zum mystischen Aspekt des alten Indianermythos passt und die Atmosphäre insgesamt zu etwas Besonderem macht.

Dieses Hörspiel fordert erhöhte Aufmerksamkeit und ist nicht für's entspannte Hören geeignet. Mit seiner einzigartigen Story reiht es sich jedoch mühelos neben seinen Vorgängern ein.


Die Mädchenwiese: Thriller
Die Mädchenwiese: Thriller
von Martin Krist
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein durchaus fesselnder Thriller, wenn auch mit einigen Schwächen..., 27. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Mädchenwiese: Thriller (Taschenbuch)
Was Spannung, Tempo der Story und Schreibstil betrifft bin ich wirklich begeistert. Besonders der Perspektivwechsel hat es mir angetan, auch und gerade, dass er oft fließend ist und so im ersten Moment nicht immer erkennbar.
Etwas anders verhält es sich mit den Protagonisten und der Story selbst. Bis zum Buchende ist es mir nicht gelungen zu einer der Personen eine wirkliche Bindung aufzubauen. Die einzige Person, bei der man einen guten Einblick in ihr Seelenleben bekommt, ist Berta. So ist ihr Handeln nachvollziehbar, doch Nähe entstand bei mir persönlich trotzdem nicht. Die Familie Theis hat mich zudem oft regelrecht genervt. Sei es die überforderte Laura, ihr unsensibler Ex oder dessen arroganter Bruder. Und vor allem Sam. Keiner von ihnen lernt aus seinen Fehlern, immer wieder treffen sie dieselben Entscheidungen, wiederholt sich ihr Handeln. Die Kommunikation untereinander (und auch nach außen) ist grausam schlecht und zeichnet sich durch Unhöflichkeit und Desinteresse aus. Und ja, ich weiß natürlich, dass Sam erst acht Jahre alt ist, aber er ging mir trotzdem auf den Keks. Der Einsatz seiner Person war irgendwann einfach ausgereizt...
Schade fand ich außerdem, dass man Alex Lindner nicht besser kennenlernt. Am Ende bekommt man noch einige Infos über seine Vergangenheit, aber insgesamt muss man sich vieles selbst zusammenreimen. Die Gespräche zwischen ihm und seinen Freunden zeigen zwar die Vertrautheit untereinander und dass nicht immer alles ausgesprochen werden muss, für mich als Leser ist das aber auf Dauer eher anstrengend.
Die Story selbst ist weitestgehend gut durchdacht und man kann sich bis zum Schluss nicht sicher sein, ob die eigenen Vermutungen bezüglich der Auflösung tatsächlich stimmen. Wenn man ein bisschen mitdenkt, leitet einen das allerdings schon recht früh in die richtige Richtung.

Trotz dieser Faktoren konnte ich das Buch irgendwann nicht mehr aus der Hand legen, was letztlich auch zu der guten Bewertung führte. Es ist mitreißend geschrieben und nach einem eher ruhigen Anfang schließlich sehr spannend. So hat es mir einige unterhaltsame Lesestunden beschert, auch wenn am Ende ein paar kleine Ungereimtheiten übrig blieben. Insgesamt gesehen also ein durchaus fesselnder Thriller, wenn auch mit einigen Schwächen.


Tiefes Land: Amsterdam-Krimi
Tiefes Land: Amsterdam-Krimi
Preis: EUR 0,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Rasant, spannend, unterhaltsam., 21. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Tiefes Land: Amsterdam-Krimi (Kindle Edition)
"Tiefes Land", ein Thriller aus dem Hause der Psychothriller GmbH und der Feder des Autors Carsten Steenbergen, entführt seine Leser nach Amsterdam, wo man gemeinsam mit dem AIVD-Agenten Willem van den Dragt und seiner Assistentin Tessa Boyens ihren ersten gemeinsamen Fall erleben kann.

Was haben der Überfall auf das Labor der Tifor Pharmaceuticals, der Tod eines Wissenschaftlers und zweier Studenten und der Diebstahl des gefährlichen Nervengifts BTX-8 miteinander zu tun?
Wer sind die Hintermänner und was wollen sie?
Alles deutet auf einen verheerenden Anschlag mitten in Amsterdam hin und Willem bleiben nur 36 Stunden Zeit, die Täter aufzuhalten. Und die Uhr tickt unaufhaltsam...

Rasant, spannend, unterhaltsam. So kann man Carsten Steenbergens Auftakt dieser Thrillerreihe wohl am besten beschreiben. Der erste Mord lässt nicht lange auf sich warten und ehe man sich versieht, wird man mitgerissen von den Ereignissen, auch wenn man wie die Ermittler lange im Dunklen tappt, was die Beweggründe und Ziele der Täter betrifft. Gerade dieses Rätselraten um die Hintergründe der so zusammenhanglos erscheinenden Taten macht natürlich den besonderen Reiz der Story aus. Tempo und Spannung stimmen ab der ersten Seite, sodass es schwer fällt eine Lesepause einzulegen. Der Autor streut immer wieder Begriffe und Ortsbezeichnungen in der Landessprache ein, was es zudem einfach macht, gedanklich nach Amsterdam zu reisen.
Neben dem gelungenen Aufbau der Story waren es aber vor allem die beiden Hauptpersonen, die mich fesselten. Willem van den Dragt und Tessa Boyens sind ein ungleiches Team. Gemeinsam haben sie Sturheit, Willensstärke und den Ehrgeiz, diesen Fall unbedingt lösen zu wollen. Doch ihrer beider Eigenarten sorgen regelmäßig für Konflikte untereinander, was manches Mal ziemlich amüsant ist. Dies sorgt neben den Ermittlungen zusätzlich für Spannung und bringt einem die Charaktere Stück für Stück näher.

"Tiefes Land" hat mir unterhaltsame, actionreiche Lesestunden beschert, aber man merkt am Buchende auch, dass Carsten Steenbergen sich noch ein wenig zurück gehalten hat. Band II verspricht noch spannender zu werden.
Ich freue mich drauf.


Blanche, Band 01:  Der Erzdämon
Blanche, Band 01: Der Erzdämon
von Jane Christo
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,90

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen I love it!, 29. April 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Blanche, Band 01: Der Erzdämon (Taschenbuch)
Als Achtjährige flüchtet die Waise Blanche aus dem Kinderheim und der Obhut der dort tätigen gar nicht Barmherzigen Schwestern. Fortan lebt sie in den Straßen und Gassen von Paris, noch immer in Angst, aber wenigstens ohne Schmerzen und seelischen Terror. Drei Jahre später ist sie dem Tod näher als je zuvor, als sie von dem Profikiller Wayne gefunden und gerettet wird. Er nimmt sich des Mädchens an, wird ihr Mentor und bildet sie zu einer waschechten Killerin aus, bis er sie aus Sicherheitsgründen in ein Schweizer Internat schickt. Denn das Leben eines Mannes wie Wayne ist gefährlich, seine Feinde unermüdlich. Schließlich gelingt es ihnen, Wayne zu töten, doch haben sie die Rechnung ohne seinen Schützling gemacht.
Blanche kehrt zurück nach Paris und will Waynes Mörder für seinen Tod bezahlen lassen. Sie ahnt allerdings nicht, dass Wayne ihr etwas ganz Besonderes hinterlassen hat. Seinen letzten Auftrag hat er nicht erfüllt und nun soll Blanche ihn zu Ende führen. Dass ihr Auftraggeber Saetan persönlich und ihr Verhandlungspartner ein waschechter Erzdämon namens Beliar ist, der die Seele Waynes am Höllentor abliefern soll, bringt die junge Frau nur kurzfristig aus dem Konzept. Von einem höllisch gutaussehenden, unglaublich arroganten Dämon mit sexy Lederschwingen lässt Blanche sich ganz sicher nicht aufhalten, auch wenn er in ihr Gefühle weckt, die sie für immer unter Verschluss halten wollte, die schönsten sturmgrauen Augen hat, die sie je gesehen hat und zum Niederknien nach Starbucks duftet. Notgedrungen lässt sie sich also auf die Zusammenarbeit mit dem Dämon ein und stürzt sich in den Kampf um Waynes Seele gegen den Rest der Welt ... und natürlich der Unterwelt.

Der Klappentext von "Blanche. Der Erzdämon" verspricht zunächst nur eine genretypische Story mit einer taffen weiblichen Hauptfigur, die sich ausgerechnet in einen Dämon verliebt, doch dem Blick, der einen vom anziehenden Cover her trifft, sollte man nicht widerstehen. Zwischen den gelungen gestalteten Buchdeckeln verbirgt sich nämlich eine witzige und actiongeladene Story, unter deren spritziger Oberfläche man Tiefgang und viel Gefühl entdecken kann, wenn man es denn wagt, ein wenig genauer hinzuschauen und sich auf die provokante Hauptfigur einzulassen.
Blanche ist eine ungewöhnliche Persönlichkeit. Das Leben hat sie hart gemacht und sie gelehrt, keine Gefühle zuzulassen. Ihre Art zu denken und zu reden ist geprägt von Kraftausdrücken und Flüchen sowie einer bestechenden Direktheit. Manch einem mögen ob dieser Schnoddrigkeit manches Mal die Ohren schlackern, doch Blanche ist eben Blanche, so wie ihr Wesen ist, spricht sie auch. Und zwar genau so, wie ich es von einer um sich ballernden, messerschwingenden und eiskalten Killerin erwarte. Gerade ihre Ausdrucksweise verleiht ihr diesen besonderen Charme und eine Natürlichkeit, der man sich nicht entziehen kann. Um ihr näher zu kommen, muss man genau hinschauen und mitfühlen, im rasanten Tempo der Story Pausen finden, die einen Blick hinter die Mauer der jungen Frau zulassen.
Doch auch die übrigen Protagonisten sind durchweg speziell und nahmen mich durch ihre immer spürbare Intensität für sich ein, egal auf welcher Seite sie stehen mögen. Das Interesse an ihrer Geschichte wird geweckt und so ließ ich mich gern mitreißen.
An erster Stelle ist natürlich Beliar zu nennen. Der Erzdämon, seines Zeichen Seneschall Saetans und Herr des Nordens, bringt nicht nur Blanche durcheinander sondern sicher auch so manches Leserinnenherz zum Schmelzen. Einige Passagen stellen seine Sicht auf die Geschehnisse dar, sodass man auch diesem Wesen der Hölle näher kommen kann, ohne die eigentliche Hauptdarstellerin aus den Augen zu verlieren.
In einem weiteren Handlungsstrang verfolgt man das Leben der Prostituierten Nella und die Geschäfte ihres Chefs Enzo, dem Oberhaupt der Pariser Mafia, der ebenfalls ein Interesse daran hat, Waynes Widersacher am Boden zu sehen. Diese ruhigeren Inseln nehmen der Story ab und zu das Tempo und geben den Lesern und Leserinnen so Gelegenheit, wieder zu Atem zu kommen und das bisher Erlebte zu verarbeiten.
Von Anfang bis Ende ist jedoch klar, das dies Blanches Geschichte ist, der man nur allzu bereitwillig folgen wird.

Abschließend bleibt mir nur zu sagen: unbedingt lesen! Jane Christo bietet mit ihrem Debüt mal etwas ganz anderes und das kommt erfrischend, mitreißend und vor allem sehr amüsant daher. Eine klasse Mischung, die mich insbesondere auf Hinblick der überraschenden Enthüllungen am Buchende auf den zweiten Band der geplanten Trilogie hin fiebern lässt, der glücklicherweise bereits im Herbst diesen Jahres erscheinen soll.


Dark Canopy
Dark Canopy
von Jennifer Benkau
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wow..., 3. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Dark Canopy (Gebundene Ausgabe)
Schon auf den ersten Seiten dieser Geschichte ist eine unglaubliche Spannung zu spüren. Ein Blick auf das Cover lässt einen die Düsternis der Story nicht nur erahnen, sondern in Verbindung mit dem Text auch sehen und spüren. Jennifer Benkau beschreibt die fast sonnenlose Zukunft, in der ihre Protagonisten agieren, sehr anschaulich und illustrativ, sodass es mir ein Leichtes war, mich von ihren Worten mitreißen zu lassen. Man lernt Joys Lebensumstände kennen und bekommt Zeit, sich in ihre Welt einzufühlen. Die von Beginn an sehr angespannte, packende Atmosphäre wird durch überraschende Ereignisse die ganze Zeit über am Leben erhalten. Zunächst ergeben sich viele Fragen, die für mich aber nur ein weiterer Anreiz waren, so schnell wie möglich weiterzulesen.
Die Ich-Erzählerin Joy ist eine sympathische Hauptfigur, ich brauchte allerdings ein wenig Zeit, um mit ihr warm zu werden. Ihre Ehrlichkeit, auch gegenüber sich selbst, machte dies aber einfach, ebenso wie ihre entschlossene Art, die Dinge anzupacken. Ihr Verhalten wirkte auf mich durchweg glaubwürdig, ihre Reaktion auf die Geschehnisse immer stimmig.
Neben ihr tauchen einige interessante Charaktere auf, deren Entwicklung ich ebenso interessiert verfolgte. Faszinierend sind aber natürlich vor allem die Percents, allen voran Joys Ausbilder Neél, der aus der Masse der gefühlslosen Soldaten heraussticht, obwohl man die Gründe dafür erst auf den zweiten, dritten oder vierten Blick erkennt. Man muss die Regeln der Gemeinschaft der Percents erst einmal begreifen und sich in ihrer Welt zurecht finden. Diese ist alles andere als emotionslos. Es liegt viel Spannung in der Luft, nicht nur zwischen Percents und Menschen, auch untereinander gibt es immer wieder explosive Situationen, die auch mich den Atem anhalten ließen. Die meisten Entwicklungen sind unvorhersehbar, sodass ich beim Umschlagen jeder Seite mit dem Schlimmsten rechnete.
Die Konflikte zwischen den einzelnen Personen sind komplex dargestellt und weisen stets eine angenehme Tiefe auf, die jegliche Oberflächlichkeit verhindert. Man merkt, dass die Autorin sich in jede ihrer Figuren wirklich hinein gedacht hat und ihr Innerstes nach außen kehrt, die lichten wie die dunklen Seiten. Dies schuf eine besondere Nähe, die nur wenige Autoren so intensiv bei mir entfachen können. Benkaus Art, dies alles in Worte zu fassen, begeisterte mich dabei außerdem. Sie formuliert sensibel und sorgfältig, gleichzeitig sehr gradlinig und klar. Eine Mischung, der ich mich nur schwer entziehen konnte. Und so fesselte sie mich mit Leichtigkeit über 500 Seiten lang.

Als dann die letzten Sätze gelesen waren, stand die Zeit kurz still...
Eins ist klar: dies ist einer der bestgewähltesten, emotionalsten, grausamsten und unerträglichsten Schlußpunkte, den man sich vorstellen kann. Besser hätte man ein Buchende wirklich nicht wählen können, aber ganz ehrlich, liebe Jenny Benkau, seine Leser so auf die Folter zu spannen, ist schon ein kleines bisschen fies. Erst im März 2013 soll die Fortsetzung dieser packenden Dystopie erscheinen und ich weiß jetzt schon, dass mir die Wartezeit bis dahin wie eine Ewigkeit vorkommen wird...


Ondragon: Menschenhunger (Mystery-Thriller)
Ondragon: Menschenhunger (Mystery-Thriller)
Preis: EUR 8,99

19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Legende vom Wendigo, 29. März 2012
Im Laufe eines Jahres lese ich wirklich viele Bücher. Oft Fortsetzungen einer bestimmten Reihe oder mir schon bekannter Autoren, bei denen ich in etwa weiß, was mich erwartet. Aber natürlich mache ich auch immer wieder neue Lesebekanntschaften, die mal sehr unterhaltsam, mal enttäuschend oder auch nur ganz nett sind. Jedes Jahr sind aber auch immer einige wenige Bücher dabei, die mich richtig begeistern und ihre Verfasser samt allen vorhandenen Werken und all dem was noch kommen mag, auf meiner Wunschliste ganz nach oben katapultieren. Anette Strohmeyer und ihr Buch "Menschenhunger", der erste Band ihrer Thriller-Serie "Die mysteriösen Fälle des Mr. Ondragon", gehören zu den Letztgenannten. Zusammen mit ihrer Hauptfigur Paul Eckbert Ondragon bin ich mit Affenzahn durch diese Geschichte geschlittert und jetzt sitz ich hier und will mehr...

Die Story selbst ist schnell zusammengefasst: Ondragon checkt in der Cedar Creek Lodge ein, einer exklusiven und teuren psychiatrischen Privatklinik, die mitten in den Wäldern Nord Minnesotas am Fuße des Mount Witiko liegt. Ihr Leiter Dr. Arthur, anerkannter Spezialist für Phobien, Angstzustände und Erforscher des Kannibalismus, hat den Ruf, auch bei schwierigen Fällen große Erfolge zu erzielen und genau so jemanden braucht Ondragon für sein spezielles Problem. Viel Zeit, sich auf seine Therapie zu konzentrieren, hat der Unternehmensberater der etwas anderen Art aber nicht, denn in unmittelbarer Nähe zur Klinik wird eine Leiche gefunden. Die Polizei glaubt an einen tragischen Unfall mit einem wilden Bären, doch von anderer Seite wird immer wieder eine alte Legende der Indianer erwähnt. Ein Wendigo soll in den Wäldern leben. Ein ruheloses Wesen, getrieben vom Nordwind, mit dem unbändigen Hunger auf Menschenfleisch.
Ondragons Neugier und seine Neigung, sich in analytischen Gedankenspielchen zu verlieren, machen es ihm unmöglich, sich aus den Ermittlungen der Polizei heraus zu halten und so ermittelt er auf eigene Faust. Doch was als spielerischer Zeitvertreib gedacht war, entpuppt sich als ein gefährliches Katz-und-Maus-Spiel mit einem erbarmungslosen Gegner...

Paul E. Ondragon hat innerhalb kürzester Zeit mein Herz erobert. Selbstbewusst und arrogant spaziert er durch die Geschichte, zieht gegen alle Widerstände einfach sein Ding durch. Er ist nicht nur überdurchschnittlich intelligent, sondern auch hartnäckiger als viele Menschen. Eine für seinen Beruf sehr wichtige Eigenschaft, die auf seine Mitmenschen allerdings eher abschreckend wirken kann. Ich finde ihn einfach nur cool und liebe seine durchdachte, aber direkte Art.
Die Geschichte wird neben dieser charismatischen Hauptfigur außerdem von teilweise sehr skurrilen Personen bevölkert, doch diese Vielfalt fand ich äußerst unterhaltsam. Kateri Wolfe, eine dunkle, indianische Schönheit sorgt für eine Prise Sexappeal, Pete Parker, der etwas dusselige Kofferträger der Klinik und der Deathmetal-Sänger Hatchet sind für die eher spaßigen Passagen zuständig. Einige Patienten wie der aufdringliche Tommy Shamgood und sein Kumpan Norrfoss sorgen ebenso wie ihr behandelnder Arzt Dr. Arthur für die brisanten oder unheimlichen Szenen. Und dann ist da natürlich noch die Ungewissheit, ob tatsächlich ein Wendigo durch die Wälder Nord Minnesotas streift, die für permanente Spannung sorgt.
Neben den Ereignissen in der Gegenwart kann man in einem weiteren Handlungsstrang die Erlebnisse des alten Fallenstellers Alan Parker und seiner Freunde Lacroix und Two-Elk verfolgen. Im Jahr 1835 haben sie es ebenfalls mit einigen bestialischen Morden zu tun. Als Täter steht auch hier ein Wendigo unter Verdacht. Am Ende des Buchs werden schließlich alle Fäden gekonnt miteinander verknüpft und nicht nur das Geheimnis um die menschenfressende Bestie gelüftet, sondern auch die Verbindung der beiden unterschiedlichen Geschichten offen gelegt.

Sprache und Ausdruck Anette Strohmeyers haben mich ebenso überzeugt. Hätte ich es nicht besser gewusst, hätte ich auf einen männlichen Autor getippt. Ihre Wortwahl wirkte auf mich eher maskulin, was natürlich perfekt zu ihrer äußerst männlichen Hauptfigur und auch dem Inhalt der Story passt. Sie schafft es, ab der ersten Seite eine tolle Atmosphäre zu schaffen, die sich in ihren Beschreibungen der abgeschiedenen Wildnis frei entfalten kann. Die Mischung aus indianischer Mystik und modernem Thriller hat es mir jedenfalls angetan und ich kann es kaum erwarten, in "Ondragon: Toten Ernte" (Arbeitstitel) zusammen mit Paul E. Ondragon auf Zombiejagd zu gehen.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 24, 2012 4:04 AM MEST


Das Lufer Haus
Das Lufer Haus
Preis: EUR 13,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Toll gemacht..., 28. März 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das Lufer Haus (Audio CD)
Autor Kai Schwind hat mit seiner Geschichte um das Lufer Haus sicher nicht das Rad neu erfunden, zumal sie tatsächlich auf einer wahren Begebenheit beruht. Doch wie er sie zusammen mit allen Mitwirkenden hörbar gemacht hat, ist definitiv etwas Besonderes.

Die Aufnahmen entstanden alle in einem extra angemieteten alten Gutshof, wo jede Szene so realistisch wie möglich nachgespielt wurde. Angesichts der authentischen Umgebung konnten sich die Sprecher wesentlich tiefer in ihre Rollen einfühlen als es ohne das Beschreiten dieses besonderen Wegs der Produktion möglich gewesen wäre. Unter "normalen" Bedingungen hätte man sicher kaum ein so intensives Hörerlebnis kreieren können, auch wenn die beteiligten Akteure in der mehr oder weniger sterilen Umgebung des Studios natürlich ebenfalls ihr Bestes gegeben hätten. Doch so, quasi direkt am Ort des Geschehens, konnten sie die Grenzen überschreiten, die ihnen sonst gesetzt worden wären. Einen von ihnen hervorzuheben ist mir nicht möglich. Alle beteiligten Künstler liefern eine bemerkenswerte Leistung ab. Ihre Dialoge wirken durchweg natürlich und spontan, die Emotionen erschreckend glaubwürdig. Da die Aufnahmen nicht besonders nachbearbeitet wurden, hatte ich tatsächlich das Gefühl, einem echten Mitschnitt zu lauschen. Oft musste ich ganz genau hinhören, um wirklich alles zu verstehen oder Geräusche zuzuordnen, doch genau das sorgte von Track zu Track für dieses gewisse Gruselgefühl und unzählige Schauer, die mir beim Lauschen über den Rücken laufen. Normalerweise höre ich meine Hörspiele zum Einschlafen, aber bei diesem musste ich tatsächlich das Licht anlassen. Im Dunkeln war es mir einfach zu gruselig... :D
Die fehlende musikalische Untermalung lässt zudem Pausen entstehen, die die sich während der zwei Stunden Laufzeit kontinuierlich aufbauende Spannung noch unterstützen. Ein Bonustrack, den man online abrufen kann, rundet das Hörerlebnis schließlich ab, ist aber meiner Meinung nach nicht zwingend nötig, um letztlich die Hintergründe zu verstehen.

Auf der Website zum Hörspiel erfährt man einige interessante, aber vor allem real wirkende Hintergründe. Neben einem Making Of-Video finden sich dort Informationen über die vermissten Personen, Interviews mit ihnen und Einblicke in die nachfolgenden Ermittlungen der Polizei, diverse Fotografien und vieles mehr. Realität und Fiktion wurden hier auf geschickte Art und Weise miteinander verknüpft und geben dem Lauscher zudem die Möglichkeit, hinter die Kulissen zu blicken.
Das Experiment Lufer Haus ist mehr als gelungen und macht Lust auf weitere Hörspiele dieser Art.


Tiefes Land (Amsterdam-Thriller, Band 1)
Tiefes Land (Amsterdam-Thriller, Band 1)

25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Rasant, spannend, unterhaltsam., 19. März 2012
"Tiefes Land", der neuste Thriller aus dem Hause der Psychothriller GmbH und der Feder des Autors Carsten Steenbergen, entführt seine Leser nach Amsterdam, wo man gemeinsam mit dem AIVD-Agenten Willem van den Dragt und seiner Assistentin Tessa Boyens ihren ersten gemeinsamen Fall erleben kann.

Was haben der Überfall auf das Labor der Tifor Pharmaceuticals, der Tod eines Wissenschaftlers und zweier Studenten und der Diebstahl des gefährlichen Nervengifts BTX-8 miteinander zu tun?
Wer sind die Hintermänner und was wollen sie?
Alles deutet auf einen verheerenden Anschlag mitten in Amsterdam hin und Willem bleiben nur 36 Stunden Zeit, die Täter aufzuhalten. Und die Uhr tickt unaufhaltsam...

Rasant, spannend, unterhaltsam. So kann man Carsten Steenbergens Auftakt dieser Thrillerreihe wohl am besten beschreiben. Der erste Mord lässt nicht lange auf sich warten und ehe man sich versieht, wird man mitgerissen von den Ereignissen, auch wenn man wie die Ermittler lange im Dunklen tappt, was die Beweggründe und Ziele der Täter betrifft. Gerade dieses Rätselraten um die Hintergründe der so zusammenhanglos erscheinenden Taten macht natürlich den besonderen Reiz der Story aus. Tempo und Spannung stimmen ab der ersten Seite, sodass es schwer fällt eine Lesepause einzulegen. Der Autor streut immer wieder Begriffe und Ortsbezeichnungen in der Landessprache ein, was es zudem einfach macht, gedanklich nach Amsterdam zu reisen.
Neben dem gelungenen Aufbau der Story waren es aber vor allem die beiden Hauptpersonen, die mich fesselten. Willem van den Dragt und Tessa Boyens sind ein ungleiches Team. Gemeinsam haben sie Sturheit, Willensstärke und den Ehrgeiz, diesen Fall unbedingt lösen zu wollen. Doch ihrer beider Eigenarten sorgen regelmäßig für Konflikte untereinander, was manches Mal ziemlich amüsant ist. Dies sorgt neben den Ermittlungen zusätzlich für Spannung und bringt einem die Charaktere Stück für Stück näher.

"Tiefes Land" hat mir unterhaltsame, actionreiche Lesestunden beschert, aber man merkt am Buchende auch, dass Carsten Steenbergen sich noch ein wenig zurück gehalten hat. Band II verspricht noch spannender zu werden.
Ich freue mich drauf.


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