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Rezensionen verfasst von
S. Kapper (Niedersachsen)
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Trix Solier, Zauberlehrling voller Fehl und Adel: Roman
Trix Solier, Zauberlehrling voller Fehl und Adel: Roman
von Sergej Lukianenko
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,95

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Großartig..., 13. November 2010
"Trix Solier: Zauberlehrling voller Fehl und Adel" ist für mich persönlich eine Geschichte, die man mehr als einmal lesen muss. Mit viel Liebe zum Detail, zur Literatur und dem Leben an sich hat Lukianenko eine Welt erschaffen, die sich auf den ersten Blick sehr von unserer unterscheidet, auf den zweiten Blick aber doch so einige Gemeinsamkeiten aufweisen kann.

Anfangs liest sich die Geschichte eher wie ein Märchen, doch schnell stellt man fest, dass man hier viel mehr geboten bekommt. Neben Lukianenkos feinem Humor, der einen immer wieder zum Grinsen bringt, begeistert mich vor allem seine Karikatur unserer Gesellschaft, die ihm in bester Pratchett-Manier gelungen ist.
Mal versteckt, mal offen, nimmt er die Menschheit, ihre Eigenarten und ihre Geschichte auf die Schippe. Mit einfachen, aber wohlgewählten Worten erklärt er uns die Magie, wie Fast Food das Leben aller Menschen verändern kann oder welchen Vorteil vorgefertigte Kleidung hat. Durch diese ironischen Passagen werden besonders erwachsene Leser ihre Freunde an der Lektüre haben. Jüngere Leser werden vielleicht nicht jeden Verweis entdecken und verstehen können, der Handlung kann man jedoch grundsätzlich gut folgen.

Hauptsächlich lebt die Geschichte natürlich von ihren Charakteren. Trix Solier schließt man sofort ins Herz, auch wenn er am Anfang eher ein verhätschelter Prinz als ein tapferer Abenteurer ist. Doch Trix wächst mit seinen Aufgaben und entwickelt sich zu einem liebenswürdigen jungen Herrn, der Verantwortung übernehmen kann. Seine Wegbegleiter konnten mich allerdings genauso begeistern. Paclus, der Ritter mit Zwergenblut und Radion Sauerampfer sind Trix' väterliche Freunde, die sich bisweilen jedoch eher wie Gleichaltrige benehmen. Die rauschkrautsüchtige Blumenfee Annette, die Trix sich mehr oder weniger aus Versehen als Gefährtin herbeizaubert, sorgt mit ihrer theatralischen Art immer wieder für heitere Augenblicke, ebenso wie der altkluge Hallenberry oder der freche Ian. Hier tummeln sich neben Zauberern und Rittern auch Schauspieler, Könige, Feen, Zwerge und sogar Untote, die alle immer wieder für Überraschungen und so für eine kurzweilige Handlung sorgen. Zusammen mit ihnen begleitet man Trix gerne auf seiner Suche nach Wahrheit, Wissen, Gerechtigkeit und letztendlich sich selbst.

Auf jeder Seite, in jeder Zeile spürt man Sergej Lukianenkos Freude am Erzählen und Fabulieren, seine Liebe zum geschrieben Wort. So ungern ich mich selbst zu einer Lektüre nötigen lasse, dieses Werk kann ich nur jedem ans Herz legen, der liebevoll ausgearbeitete Geschichten liebt. Dabei ist das Alter des Lesers oder der Leserin vollkommen unerheblich.

Dieser fantastische Mix aus Märchen, Abenteuer, Humor und Magie hat mich absolut begeistert und ich freue mich jetzt schon auf Trix' nächstes Abenteuer.


Für die Krone. Magierdämmerung 01.
Für die Krone. Magierdämmerung 01.
von Bernd Perplies
  Broschiert
Preis: EUR 12,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gelungener Auftakt..., 11. November 2010
"Magierdämmerung. Für die Krone" ist mein erstes Buch von Bernd Perplies.
Der Einstieg in die Geschichte fiel mir leicht, auch wenn es etwas Zeit brauchte, die Vielzahl der Personen kennenzulernen. Das Personenregister am Ende des Buches ist dabei eine gute Hilfe. Zusammen mit der alten Europa-Karte und dem Stadtplan Londons in den Innenseiten der Buchdeckel kann so eigentlich nix schief gehen.

Nach den ersten 100 Seiten war ich gefangen von der Story und mehr als gespannt, wie sich alles entwickelt.
Mit der Art der Magie die Bernd Perplies beschreibt, konnte ich mich schnell anfreunden und alles gut vorstellen, weil ich es, zumindest was die Wahrsicht betrifft, ähnlich schon in einer anderen Reihe gelesen habe. Die Fadenmagie war mir neu, aber sie ist so bildhaft beschrieben und erklärt, dass es kein Problem ist, sie zu begreifen. Mir kam Spiderman zwischendurch in den Sinn, der ja mit seinen Spinnenfäden ähnlich agieren kann.

Der Autor wechselt von Anfang an zwischen mehreren Handlungssträngen hin und her. Einerseits befindet man sich mit dem Magier Wellington und einigen Anhängern in den Tiefen des Atlantiks, parallel spaziert man mit dem Reporter Jonathan und einigen höchst interessanten Charakteren durch Londons Straßen im Jahr 1897 und entdeckt nebenbei noch die Highlands Schottlands zusammen mit der jungen Kendra und ihrem Großvater. An allen Orten spielt Magie eine große Rolle, die Geschichte liest sich sehr flüssig, auch wenn man noch gar nicht so richtig versteht, was vor sich geht und wie alles zusammen passt. Teilweise stockt die Handlung ein wenig, aber in diesen Abschnitten kommt man dann den Personen näher, erfährt etwas über ihr Leben und versteht ihr Handeln besser. Nicht alle Protagonisten sind sympathisch, das ist klar, aber durchweg konnten sie mich begeistern. Sie haben Geheimnisse, die es zu ergründen gilt, Tiefe, die man nicht unbedingt erwartet kann. Sie dürfen unüberlegt und spontan handeln, was natürlich für Überraschungen sorgt. Selten ist die Story vorhersehbar, ein weiterer Pluspunkt.

Bernd Perplies erzielt bei mir mit seinen Worten eine große Wirkung. Viele Szenen hat man direkt vor Augen und man wird emotional mitgerissen. Ich hatte das Gefühl, je mehr man liest, desto besser wird es. Nach und nach begreift man "das große Ganze" und seine magische Welt wird nahezu fassbar. Die lebendige Erzählweise gepaart mit einer großen Portion geistreichem Humor ist wirklich großartig.
Was mir außerdem gut gefallen hat ist, dass man immer wieder auf bekannte Namen und auch Orte aus Literatur, Film und Geschichte stößt. Da tummeln sich Holmes und Watson, Jules Verne, Edith Nesbit, H.G. Wells, Grigori Rasputin, Spellman, McGowan, Whitby u.v.a. Es macht richtig Spaß, nach diesen Personen und Namen, fiktiv oder real, Ausschau zu halten.

Viel zu schnell näherte sich meiner Meinung nach das Buchende. Ohne Probleme hätte ich noch einmal so viel lesen können. Doch der Schluss dieses ersten Bandes von dreien ist gut gewählt. Die einzelnen Handlungsstränge haben zueinander gefunden, manches wurde aufgeklärt, vieles liegt noch im Dunklen. So findet man einen gewissen Abschluss, hibbelt aber schon Band II entgegen.

Ein wirklich toller Auftakt, irgendwie erfrischend anders, der hohe Erwartungen an seine Nachfolger weckt.


Der Hexenturm: Roman
Der Hexenturm: Roman
von Deana Zinßmeister
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lebendige Geschichte..., 10. November 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Hexenturm: Roman (Taschenbuch)
Mit Das Hexenmal: Roman gelang es Deana Zinßmeister vor gut zwei Jahren, einen unterhaltsamen und fesselnden historischen Roman zu platzieren, der sich mittlerweile zum Longseller entwickelt hat. In "Der Hexenturm" erzählt die Autorin nun die Geschichte ihrer Protagonisten weiter...

Johann und Franziska, Clemens, Katharina und Burghard sind weiterhin auf der Flucht und bleiben nie länger als eine Nacht am selben Ort. Obwohl sie nach monatelangem Wandern erschöpft sind, treibt sie die Angst vor ihren Verfolgern immer weiter. Wie klug es ist, dass die fünf Freunde weiterhin auf der Hut sind, wird dem Leser schnell klar. Sie finden zwar vorerst Zuflucht und Arbeit auf dem Gestüt des Pferdehändlers Rehmringer, doch freut sich dort nicht jeder über ihre Ankunft. Auch der Magier Barnabas und sein wenig geliebter Begleiter Servatius sind noch immer auf Wanderschaft und kommen den jungen Leuten manchmal näher als sie alle es ahnen. Mit den beiden Männern wandert später ein seltsames Mädchen, eine Kinder-Hexe, wie sich die Leute zuflüstern. Welche Fähigkeiten das Kind hat und was es im Schilde führt, wird jedoch erst nach und nach aufgedeckt. Und noch ein alter und vor allem gefährlicher Bekannter hat erneut die Verfolgung aufgenommen, mit dem Ziel, dieses Mal auf keinen Fall zu scheitern...

Ehe man sich versieht, ist man wieder zum Reise- und Wegbegleiter der fünf Eichsfelder geworden und kann auf der im Buch integrierten Karte des Saarlands um 1618 den gemeinsamen Weg verfolgen. Schon nach den ersten fünfzig Seiten ist man mittendrin im Geschehen und fiebert richtig mit. Alle Personen kommen einem schnell nah, die Erinnerung an sie wird durch geschickt platzierte Informationen aufgefrischt. Die Autorin hat die bisherige Geschichte ihrer Hauptfiguren informativ, doch angenehm kurz und knapp eingebaut. Freund und Feind sind bereits klar erkennbar, zumindest auf den ersten Blick. Eine perfekte Zusammenfassung sowohl für die Leser des "Hexenmals" als auch für Neueinsteiger.
Es ist spannend mitzuerleben, wie jeder der fünf jungen Menschen und auch ihre Gegner sich entwickeln. Es gibt überraschende Veränderungen zu beobachten, die sogar die Freundschaft der Gruppe zu zerstören drohen. Deana Zinßmeister scheut sich nicht, den offenkundig "Guten" auch einmal hässliche Gedanken und Handlungen zuzugestehen oder sie ihre Meinung ändern zu lassen, sodass ihre Charaktere beständig an Tiefe gewinnen.
Wie schon im Vorgänger arbeitet die Autorin auch hier mit verschiedenen Handlungssträngen. Da die einzelnen Passagen recht kurz sind, kann man sich alles gut einprägen und verliert nie den Überblick. Erzählstil und Sprache sind wie gewohnt angenehm locker und flüssig. Einfach authentisch, nicht zu gestelzt und altmodisch, aber trotzdem passend zur damaligen Zeit. Der beständige Wechsel zwischen den Perspektiven macht die Geschichte lebendig, reißt den Leser mit. Geschickt gelingt es Deana Zinßmeister schließlich, die einzelnen Handlungsstränge miteinander zu verknüpfen, sodass sie in einem spannenden Finale zusammentreffen.
Besonders die unterschiedlichen Persönlichkeiten machen hier den Reiz aus, man lernt die Menschen und das Leben aus ganz unterschiedlichen Gesellschaftsschichten der damaligen Zeit kennen und erfährt so auch einiges über den Alltag im 17. Jahrhundert. Statt sich eines "großen" historischen Themas zu widmen, setzt Deana Zinßmeister wieder auf kleine, spannende Details und ihre vielschichtigen Charaktere. Man merkt, wie viel Wert die Autorin auf gute Recherche legt, und so hat sie es wieder geschafft, Geschichte lebendig werden zu lassen.

Sich von Deana Zinßmeister in die Vergangenheit vor knapp 400 Jahren entführen zu lassen, beschert einem nicht nur kurzweilige, unterhaltsame Lesestunden sondern auch einen direkten Blick auf das oft schwierige Dasein unserer Vorfahren zu Zeiten der Hexenverfolgung.
Zufrieden schlägt man am Ende das Buch zu, nicht ohne noch eine gewisse Zeit gedanklich bei ihren einnehmenden Protagonisten zu verweilen.


Kein Titel verfügbar

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Moderne, unterhaltsame Fabel..., 5. November 2010
Dieses von Katja Riemann geschriebene und produzierte Hörspiel ist den Kindern im Kindersoldatenheim Bukavo (Ostkongo) gewidmet, spricht jedoch alle Kinder auf unserer Welt an, auch die längst erwachsenen. Die Geschichte von Chili und Lanka handelt von Ausgrenzung und Einsamkeit, von Freundschaft und Toleranz, ohne den Lauscher dabei den erhobenen Zeigefinger spüren zu lassen. Es ist eine fröhliche Geschichte trotz des etwas ernsten Themas.

Katja Riemann fungiert selbst als Erzählerin, die sich zwischendurch aktiv in die Handlung einbringt, ohne zu großen Einfluß zu nehmen. Im Vordergrund stehen eindeutig Sidney Franz und Paula Riemann, die Chili und Lanka ihre Stimmen leihen. Den beiden jungen Sprecher zu lauschen, macht richtig Spaß, denn sie sind voll dabei, überzeugen spielend wie singend gleichermaßen und erwecken ihre Rollen mit viel Spielfreude zum Leben.
Als helfender Freund steht Chili und Lanka der gelbe Postvogel Nane zur Seite, dessen trocken, sympathische Art durch Sprecher Andreas Fröhlich toll rüber gebracht wird. Peter Sattmann ist sowohl als roter als auch als blauer Vogelchef zu hören und macht so deutlich, dass manche Herrscher sich manchmal nur durch ihr Äußeres unterscheiden.
Alle weiteren Sprecher machen ihre Sache ebenso gut und so entsteht schnell eine tolle Stimmung, mal fröhlich, mal bedrohlich oder auch traurig.

Für die musikalische Leitung ist Arne Jansen, der bekannte Berliner Jazzgitarrist, verantwortlich. Mit zum Teil von Katja Riemann selbst geschriebenen Songs wertet er ihre Erzählung auf und trägt viel zu ihrer spielerischen Leichtigkeit bei.

Die Verpackung ist ebenfalls gut gelungen. Das Cover des Digipacks prägt sich schnell ein, das Booklet ist sehr liebevoll gestaltet. Es beinhaltet neben Sprecher- und Trackliste ein kleines Wörterbuch, ein Vorwort von Joschka Fischer, Text und Noten zu den Liedern "Südsee" und "Chili's Song". Außerdem finden sich auf allen Seiten viele bunte kleine Vögel, sogar bei den Rollennamen wurden die passenden Farben berücksichtigt.

Alles in allem bekommt man hier eine moderne, unterhaltsame Fabel präsentiert, die spielerisch zum Nachdenken anregt. Geeignet für Kinder ab 6 Jahren, aber auch für Erwachsene, die sich nicht scheuen, ihr Herz zu öffnen.


Teppichporsche
Teppichporsche
von Sonja Ullrich
  Broschiert
Preis: EUR 9,90

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erfrischend anders..., 30. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Teppichporsche (Broschiert)
Der Einstieg ins Buch war wirklich leicht. Sonja Ullrichs erfrischender Schreibstil bringt einen sofort zum Grinsen, die Erlebnisse ihrer Protagonistin und Ich-Erzählerin Esther Roloff sind aber teilweise auch echt zum Brüllen. Fast durchweg macht sie seltsame Sachen, ist unvernünftig, hysterisch oder lässt sich rumkommandieren. Sie wirkt nicht wie 34 sondern eher wie 20. Das Leben, das sie führt, wäre absolut nix für mich, verwirrt und absolut planlos irrt sie durch die Welt, aber sympathisch ist diese Chaosbraut schon irgendwie. Da sieht man dann auch mal über diverse Ungereimtheiten hinweg und weiß gar nicht, wen man schräger finden soll: Esther oder ihre Weggefährten.
Da wäre zunächst ihr Chef Metin, der gerne mal zuschlägt, immer am Motzen ist und selbst bei 10 Grad in der Butze noch schwitzt, die Praktikantin Corinna, die fast nie etwas tut, geschweige denn spricht und Esthers Familie, die an Skurrilität nichts zu wünschen übrig lässt. Lauter Bekloppte auf einem Haufen...

Im Mittelteil lässt die Story leider merklich nach. Von Anfang an schon etwas unglaubwürdig, fehlt hier nun größtenteils der Humor und der Kriminalfall wird anstatt spannender immer verwirrender. Irgendwann habe ich einfach nicht mehr durchgeblickt. Doch mit dem Auftauchen Gregors, einem sehr undurchsichtigen Typen, wird das Interesse des Lesers wieder geweckt. Er ist die interessanteste Figur der Geschichte und auch wenn er ziemlich viele unangenehme Eigenarten hat, ist er nicht unsympathisch. Statt weiter nach dem Mörder zu suchen, verlegt man sich automatisch darauf, sein Geheimnis zu ergründen. Und auch Esther kann sich seiner Anziehungskraft nicht entziehen...

Dieses Krimidebüt ist erfrischend anders, auch wenn die Handlung stellenweise ziemlich unglaubwürdig ist. Es geht immer hoch her und wenn man nicht alles bierernst nimmt, kann man viel Spaß haben mit dieser Geschichte.
Insgesamt hat mir "Teppichporsche" gut gefallen, auch wenn es absolut nicht meinen Erwartungen entsprach. Aber es ist ja immer wieder schön, sich mal auf etwas Neues einzulassen. Schade nur, dass der titelgebende Teppichporsche lediglich kurz auftaucht...
Den zweiten Band möchte ich schon deshalb lesen, um zu erfahren, was aus den ganzen Leuten geworden ist, ob sie sich weiter entwickeln (vor allem Esther) und einfach, weil es lustig ist, von ihren Erlebnissen zu lesen.


Fetzer du Bist Untot,du Bist Ein Star !
Fetzer du Bist Untot,du Bist Ein Star !
Preis: EUR 9,18

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gern mehr davon..., 26. Oktober 2010
Nach den ersten Minuten des Hörens war ich schon recht angetan von diesem Hörspiel. Zwar hat mich zunächst etwas überrascht, dass Jürgen Holdorf, der hier den Teamleiter Bot spricht, gleichzeitig als Erzähler fungiert, doch ich muss sagen, daran gewöhnt man sich schnell, zumal beide Rollen nahezu mit einander verschmelzen.
Die Geräusche, mit denen man gleich zu Beginn beschallt wird, sind auf jeden Fall erstklassig. Genauso habe ich mir das gewünscht. Man hört fieses Knochenkrachen, widerwärtige Essgeräusche der Zombies und natürlich deren genussvolles Untoten-Stöhnen. Herrlich! ;-)
Autor Markus Heitz hat nicht mit Details gespart und einige krasse Szenen eingebaut. Nicht umsonst wird dieses Hörspiel erst ab 16 Jahren empfohlen.
Von Anfang an entsteht eine düstere, beklemmende Stimmung, aufgeladen und angespannt lauscht man den Geschehnissen. Doch neben Spannung und Brutalität hat die Story auch einen feinen Humor. Das Ende hat mich ein wenig überrascht, mir jedoch gut gefallen. Den Song im letzten Track finde ich richtig gut. Der muss immer gleich mehrmals hintereinander gehört werden.

Über die Sprecher und Sprecherinnen kann ich kein schlechtes Wort verlieren. Obwohl besonders Jürgen Holdorf zum Zuge kommt, können auch seine Kollegen bzw. Kolleginnen überzeugen. Katharina von Daake als Miré wirkt sehr glaubhaft. Frech und aufgedreht haucht sie ihrer Rolle Leben ein. Auch Dorothea Hagena gibt alles und lässt einen deutlich spüren, dass mit der erbarmungslosen Frau Michelsbacher nicht zu spaßen ist. Außerdem mit dabei sind bekannte Stimmen wie Ranja Bonalana, Uwe Hügle und Regisseur Günter Merlau, der sich hier außerdem wieder der Musik gewidmet hat, die passend zur Story einfach fetzt.

Ich wünsche mir noch mehr Projekte von Heitz und LAUSCH.


P. S. Ich töte dich: 13 Zehn-Minuten-Thriller
P. S. Ich töte dich: 13 Zehn-Minuten-Thriller
von Sebastian Fitzek
  Broschiert

15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Macht Lust auf mehr..., 24. Oktober 2010
Kurzgeschichten sind ja eigentlich nicht so mein Fall, nur gelegentlich kaufe ich mir solche Sammlungen, eigentlich nur von meinen Lieblingsautoren.
Da ich bisher alle Bücher von Sebastian Fitzek gelesen habe und in "P.S. Ich töte dich" auch Thomas Thiemeyer, Markus Heitz und Steve Mosby vertreten sind, griff ich aber dieses Mal wieder zu. Schuld daran ist sicher auch die Optik des Buches, die an ein Moleskine Notizbuch erinnert. Das Gummiband lässt sich auch super als Lesezeichen nutzen. Die farbliche Gestaltung passt zum Inhalt, Nachtschwarz, Blutrot, Schneeweiß. Da hat man doch gleich blutige Szenen in einer kalten Winternacht vor Augen...

Besonders blutig geht es aber in keiner der dreizehn Kurz-Thriller zu. Vielmehr haben es alle Autoren geschafft auf subtile Art Beunruhigung, Gänsehaut und Beklemmung zu vermitteln.
Den Auftakt macht Herausgeber Fitzek mit seiner Story "Nicht einschlafen", die sofort Lust auf mehr macht. Spannend ab der ersten Seite, unheimlich und am Ende überraschend. Besonders gut gefallen hat mir außerdem "Ein ehrenwertes Haus" von Markus Heitz, der mit seiner Geschichte nicht nur für den Titel dieser Thriller-Sammlung gesorgt hat sondern vor allem beweist, dass er auch auf nur achtzehn Seiten fesseln und begeistern kann. Die mir unbekannte Judith Merchant konnte mich mit "Monopoly" überzeugen, worin ihre Protagonistin erkennen muss, dass man nicht vorschnell urteilen sollte. Für mich eine Neuentdeckung, ebenso wie Markus Stromiegel, dessen "Das Haus auf dem Hügel" mich echt umgehauen hat.

Man findet hier wirklich einige Perlen, die neugierig auf mehr machen oder einen wieder mal darin bestätigen, wie gut einige Autoren doch sind, deren Romane und Thriller man regelmäßig verschlingt. Keine der Storys ist schlecht, manche aber nicht wirklich spannend oder überraschend. Zum Beispiel habe ich mich darüber gefreut, in Val McDermids Geschichte "Schöne Bescherung" auf Carol Jordan und Tony Hill zu treffen, empfand die Handlung aber nur als durchschnittlich.
Insgesamt bekommt man hier aber eine gut ausgewählte Thriller-Sammlung, die es unmöglich macht, immer nur eine der Storys zu lesen. Da wird aus zehn Minuten schnell eine halbe Stunde...

Als besonderes Extra findet man vor jeder Geschichte noch eine kurze Schriftprobe des Verfassers bzw. der Verfasserin, deren graphologische Deutung man am Buchende nachlesen kann. Ein kleiner Einblick auf das Innenleben dieser dreizehn Thrillerautoren wird einem damit gewährt, was mitunter genauso spannend ist wie ihre Geschichten.


Winterkartoffelknödel: Ein Provinzkrimi
Winterkartoffelknödel: Ein Provinzkrimi
von Christian Tramitz
  Broschiert

15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Amüsant erzähltes Dorfleben plus ein wenig Krimi..., 23. Oktober 2010
Durch die urige Gestaltung des Covers mit blauer Tapete, Kuckucksuhr und rotweiß karierter Tischdecke erwartet man natürlich schon vor der Lektüre, was der Untertitel "Ein Provinzkrimi" verspricht. Und genau das bekommt man erfreulicherweise auch...

Ich-Erzähler Franz Eberhofer, seines Zeichen einziger Dorfgendarm im bayrischen Niederkaltenkirchen, erzählt auf charmant direkte Art von seinem Alltag in dem beschaulichen Örtchen. Dabei nutzt er natürlich auch einige Begriffe des dortigen Dialekts, die aber im Glossar des Buches übersetzt werden. Sprachlich gibt es also keinerlei Probleme, vielmehr wirkt die Geschichte dadurch viel glaubhafter. Franz' Ausdrucksweise ist eher schlicht, aber ungemein amüsant. Er bringt die Dinge auf den Punkt und nimmt den Leser so schnell für sich ein.
Auch die anderen Bewohner Niederkaltenkirchens überzeugen besonders durch ihre kuriosen Eigenarten, die sie teilweise ziemlich skurril wirken lassen. Da gibt es Franz' schwerhörige und ebenso sture Oma, die ständig auf der Jagd nach Schnäppchen ist und ihren Kopf stets durchzusetzen weiß, notfalls auch mal mit einem festen Tritt ans Schienbein, Franz' Vater, der zu der Musik der Beatles gern mal einen Joint durchzieht oder Leopold, Franz' arroganten Bruder, dessen rumänische Schnalle Roxana keinem Mann widerstehen kann, vor allem nicht dem Franz. Häufig musste ich schmunzeln oder sogar herzhaft lachen, ich habe mich wohl gefühlt in der Geschichte und alle Personen schnell ins Herz geschlossen, egal wie nervig oder anstrengend einzelne von ihnen auch sind.

Das Dorfleben steht jedoch deutlich im Vordergrund, der Kriminalfall geht deshalb ziemlich unter, besonders weil er nicht gerade raffiniert aufgebaut ist. Echte Spannung ist deshalb eher selten zu spüren.
Trotzdem habe ich mich nicht eine Sekunde gelangweilt. Rita Falk versteht es, mit Witz und Leidenschaft zu unterhalten, auch ohne aufregende Szenen und blutige Morde. Ihr Schreibstil ist sehr angenehm, locker und flüssig zu lesen.

Am Ende des Buches findet man neben der selbstverfassten Vita der Autorin, die besten Rezepte aus dem Kochbuch der Oma Eberhofer abgedruckt, liebevoll kommentiert vom Franz. Ein schönes Extra, das toll zur Geschichte passt und allem einen runden Abschluss gibt.

Mit "Winterkartoffelknödel" kann man einige amüsante Lesestunden verbringen, perfekt für ein verregnetes Herbst-Wochenende.


Folge 141/...und die Fußball-Falle
Folge 141/...und die Fußball-Falle
Preis: EUR 7,97

5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Akzeptabel..., 17. Oktober 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eine Fußball-Folge?! Bei der Aussicht darauf bekam ich schon eine Gänsehaut. Nicht aus Vorfreude, nein, aus Angst vor einem weiteren Reinfall. Die bisherigen Sport-Folgen der drei Detektive aus Rocky Beach waren einfach zu schlecht, als dass man ihren Nachfolgern mit froher Erwartung entgegen blicken könnte.
Die Aussichten schienen also nicht gerade rosig, weshalb es der 141. Folge vielleicht auch gelungen ist, mich ein wenig zu überraschen. So schlecht wie erwartet ist sie nämlich nicht, gut wäre allerdings auch übertrieben. Einigen wir uns auf ein gesundes Mittelmaß, was in Anbetracht des Themas ja schon ein enormes Lob ist. ;-)

Mal davon abgesehen, dass die Story aus der Feder Marco Sonnleitners scheinbar rigoros im Umfeld von Fußballspielern stattfinden musste (jede andere Person, fernab jeglicher Sportart, hätte sowohl das vermaledeite Bild ersteigern, als auch vom "Fluch" betroffen sein können), und seltsam verschachtelt auf unnötigen Umwegen zur Auflösung des Falles führt, ist das Grundgerüst ganz in Ordnung. Die Auktion zu Beginn der Folge weckte bei mir das gewisse Drei ???-Feeling, Justus darf bald ausgiebig sein umfangreiches Wissen und seine gehobene Ausdrucksweise zur Schau stellen, Peter sich fürchten, um kurz darauf über sich hinaus zu wachsen und Bob hat gefühlt einige Sätze mehr als sonst bekommen.
Kunstdiebstähle, umher wandelnde Geistergestalten und Stimmen aus dem Nichts sind zwar nichts Neues im Drei ???-Kosmos, aber irgendwie gehört es doch dazu, oder? Bedauerlich ist es nur, dass Monsieur Hugenay bei den Diebstählen nicht mitmischen darf. Irgendwie habe ich die ganze Zeit auf sein Erscheinen gewartet...

Wie immer kann man die Specherleistung nicht bemängeln. Gastsprecher wie Tobias Meister als Theodor Brewster, Jörg Gillner als William de Haas oder Patrick Bach als Eric erfreuen den Lauscher und passen sich den Stammsprechern in Qualität und Spielfreude an. Musikalisch geht es recht dramatisch und klangvoll zu, die Stücke harmonisieren wieder sehr gut mit den jeweiligen Geschehnissen.

Insgesamt eine akzeptable Folge der Hörspielreihe, die wohl eher den jüngeren Lauschern zusagen wird. Mir fielen die Unstimmigkeiten und die fehlende Spannung der Story zu sehr auf, was die Freude am Hören deutlich geschmälert hat.


Das Gewicht der Seele
Das Gewicht der Seele
von Oliver Kern
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Irre Reise quer durch Europa..., 15. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Gewicht der Seele (Taschenbuch)
Auf dieses Buch bin ich mehr oder weniger per Zufall gestoßen. Das Thema interessierte mich, über das Vorhandensein der menschlichen Seele wird ja immer wieder mal diskutiert, wenn bisher auch ohne wirkliches Ergebnis...
Ich hatte eine gewisse Vorstellung davon, was mich bei der Lektüre erwartet, doch ich wurde überrascht. Weder finden sich hier ellenlange wissenschaftliche Erklärungen noch wird es auch nur annähernd esoterisch. Nein, man hält einen witzigen und gleichzeitig spannenden Thriller in den Händen, der ab der ersten Seite gut unterhalten kann.

Zusammen mit Ich-Erzähler Paul Tucholsky begibt man sich auf eine irre Reise quer durch Europa mit vier mordlustigen alten Damen im Gepäck, die mit ihren Eigenarten für diverse Schmunzler und Lacher sorgen. Auch der Kleinkriminelle Paul ist sehr sympathisch, was vor allem an seinem frechen Mundwerk und seiner direkten Art liegt.
Die Rentnerinnen sind auf einem Rachefeldzug, dessen Hintergründe sich erst nach und nach offenbaren. In ihrer Kindheit wurde ihnen etwas Schreckliches angetan, wofür nun ihre Peiniger büßen sollen. Der Buchtitel verrät, dass es hier um Experimente an der menschlichen Seele geht. Kern stellt diesbezüglich seine eigene Theorie auf und hat darauf gekonnt seine Geschichte aufgebaut, die am Ende einen phantastischen Verlauf nimmt, was vielleicht nicht jedermans Sache ist. Dennoch wirken diese Entwicklungen glaubhaft und gut durchdacht.

Der Schreibstil des Autors ist knapp und direkt und fördert so die immer stärker werdende Spannung der Story. Ohne sich in unwichtigen Details oder Beschreibungen zu verlieren, treibt er das Geschehen beständig voran, sodass man gefesselt ist und unbedingt die Hintergründe der Story verstehen will. Mit knapp 200 Seiten ist das Buch zwar recht dünn, und doch enthält es alles, was ein guter Thriller braucht.

Oliver Kern ist sicher eine meiner Neuentdeckungen des Jahres und ich freue mich auf weitere Bücher von ihm.


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