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Rezensionen verfasst von
Kunz Vogelgesang

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Bellini, Vincenzo - I Puritani [2 DVDs]
Bellini, Vincenzo - I Puritani [2 DVDs]
DVD ~ Anna Netrebko
Preis: EUR 20,82

33 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die schöne Anna in romantischer Ausstattung - und mit teilweise schwächelnden Partnern, 29. Dezember 2007
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Bellini, Vincenzo - I Puritani [2 DVDs] (DVD)
Bei der vorliegenden DVD handelt es sich um eine der ersten Live-Übertragungen der Metropolitan Opera, die seit letztem Jahr weltweit in Kinos und Radio übertragen werden. Eine aufregende Sache, und die Nervosität merkt man den Protagonisten anfangs auch ganz schön deutlich an, was aber meiner Meinung nach nicht schlimm ist und sehr verständlich ist. Sänger heutzutage brauchen wirklich Nerven aus Stahl.
Die Inszenierung von Bellinis "Puritani" stammt aus den Siebzigerjahren (die Premiere damals hatten noch Pavarotti und die Sutherland gesungen!) und ist dementsprechend klassisch, verschwenderisch ausgestattet und ein wahrer Augenschmaus. Verstaubte Rampensteherei würden die Anhänger des modernen Regietheaters sich wohl eher mokieren. Aber ich persönlich bin heilfroh, die wunderbare Netrebko auch einmal in einer "normalen" Inszenierung bewundern zu können, und sie ist darstellerisch absolut überzeugend und sieht in ihren Roben einfach hinreißend aus. Rein gesanglich bin ich hin- und hergerissen in meinem Urteil: ich halte die Netrebko von ihrer Anlage mehr für einen lyrischen Sopran. Die Brillanz der Koloraturen läßt ein wenig zu wünschen übrig und die Spitzentöne werden im ersten Akt nur mit Mühe erreicht und auch nur kurz gehalten - sicher auch aus nervlicher Anspannung. Im zweiten Akt scheint sich das gelegt zu haben und die große Wahnssinnsszene gelingt ihr packend und überzeugend. Auch die große Kantilene des "Qui la voce" scheint ihr besser zu liegen als "Son vergin vezzosa". Alles in allem eine sehr schöne Leistung, nicht ganz so virtuos wie Gruberova und Sutherland, aber darstellerisch und von der Schönheit des Timbres wundervoll.
Die männliche Riege vermag nicht ganz so zu überzeugen. Franco Vassallo und John Relyea singen vorwiegend schön und strahlend, sind aber darstellerisch etwas blasse Persönlichkeiten.
Eric Cutler in der horrend schweren Tenorpartie als Arturo ist eher zu bemitleiden. Er sieht attraktiv aus und passt optisch hervorragend zur Netrebko, kämpft aber deutlich mit seinen Nerven und der hohen Tessitura der Partie. Er bewältigt sie zwar gerade noch, aber Pavarotti darf man da nicht im Ohr haben. Schade, dass für die Produktion nicht Juan Diego Floréz zur Verfügung stand.
Die kleinen Rollen sind mit der fabelhaften Enrichetta von Maria Zifchak und dem schön timbrierten Bruno von Eduardo Valdes hochwertig besetzt.
Als Bonusmaterial ist ein köstliches Radiointerview mit der wenige Monate später verstorbenen Beverly Sills und eine Backstage-Führung, moderiert von Renèe Fleming (!) enthalten, die auch in den Pausen die Netrebko interviewt. (Bewundernswert, was diese Frau für Nerven hat, dass sie sich auch noch in den Pausen mit der Kamera verfolgen lässt).
Fazit: keine Jahrhundertvorstellung, aber eine sehr schöne Puritani-Aufnahme in traditionellem Gewande. Und für Anna-Fans ohnehin unentbehrlich.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 23, 2011 10:09 AM MEST


Les Contes D'Hoffmann
Les Contes D'Hoffmann
Preis: EUR 28,39

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine der allerschönsten "Hoffmann"-Aufnahmen!!!!, 22. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Les Contes D'Hoffmann (Audio CD)
Mit Offenbachs "Les contes d'Hoffmann" ist das ja so eine Sache. Es gibt keine definitive und endgültige Version dieser Oper, da der Komponist die Uraufführung selbst nicht mehr miterlebt und das Stück unvollendet hinterlassen hat. Um das Stück auf die Bühne bringen zu können, wurden im Laufe der Zeit immer mehr "Versatzstücke" hinzukomponiert und entfernt, gesungene Rezitative statt gesprochener Dialoge hinzugefügt usw. Vor allem der sogenannte "Giulietta"-Akt ist davon betroffen. Im Laufe der letzten Jahrzehnte ist aber immer mehr originales Notenmaterial mit Entwürfen Offenbachs aufgetaucht, und so gibt es mittlerweile mindestens fünf gängige Fassungen auf dem Markt.
Schon vor Auftauchen dieser neuen Notenentwürfe, in den frühen Siebzigerjahren hat sich der Dirigent Richard Bonynge darum bemüht, eine möglichst autenthische Version zu erstellen, die Offenbachs Intentionen so nahme wie möglich kommen sollte. Bonynge wollte vor allem den Stil der "Opéra comique" wieder herstellen und ersetzte daher alle Rezitative (die nicht von Offenbach selbst komponiert wurden) durch gesprochene Dialoge. Auch die Handlung des "Giulietta"-Aktes ist leicht verändert.
Wenn denn eines an dieser Aufnahme bedauerlich ist, dann, dass sie zu früh entstanden ist und somit einiges an interessanter Musik, die etwa in den Fassungen von Oeser und Kaye enthalten ist, noch nicht zur Verfügung gestanden hat. Trotzdem ist sie von dramaturgischer Geschlossenheit und vor allem musikalisch äußerster Delikatesse!
Der Dirigent trifft mit dem in Genf beheimateten Orchestre de la Suisse Romande hervorragend den Stil und die Atmosphäre von Offenbachs Meisterwerk. Perfekt austarierte Klangfarben und wunderbar ausbalancierte Tempi bilden die Grundlage dieses Klangschmauses. Vor allem der herrlich delikate Klang der Holzbläser des Orchestre de la Suisse Romande sind hervorzuheben. Aber auch die Streicher und das nie zu wuchtig wirkende Schlagwerk sind eine reine Wonne.
In diesem Klangteppich kommen dann die wunderbaren Sängerleistungen umso besser zur Wirkung:
Placido Domingos Hoffmann ist heute schon legendär, und wahrscheinlich hat kein anderer eine solche Einheit aus sattem, baritonalem Klang, männlicher Eleganz und solcher Leidenschaftlichkeit gehabt. Natürlich gibt es viele andere tolle Hoffmann-Darsteller wie Alfredo Kraus und Nicolai Gedda, aber die hatten andere Qualitäten.
In den vier Bösewicht-Partien ist der große französische Bassbariton Gabriel Baquier zu hören. Und mit jedem Ton und jedem Wort ist er restlos überzeugend. Man höre nur das abgrundtief höhnische Lachen, das er ausstößt, wenn Antonia leblos zur Erde sinkt, einfach grandios. Baquiers Stimme ist von herrlich dunkler Farbe und üppigem Volumen. Es gibt Sänger, die beispielsweise die "Diamanten"-Arie etwas eleganter gesungen haben, aber das fällt angesichts dieser fulminanten Gesamtleistung nicht ins Gewicht. Für mich hat niemand diese vier Bösewichter besser dargeboten (auch nicht der hervorragende José van Dam).
Das gilt auch für die beiden weiblichen Stars der Aufnahme.
Huguette Tourangeau in der Doppelrolle der Muse und des Nicklausse wartet mit ihrem absolut einmalig timbrierten Mezzosopran auf und bietet Brusttöne vom Feinsten. Auch die Dialoge spricht sie sehr idiomatisch und elegant.
Und Joan Sutherland in den vier Rollen Olympia, Giulietta, Antonia und Stella? Ich glaube, dass es keinen Sopran gegeben hat, der in solchem Maß musikalisch allen Partien besser gerecht worden ist. Bei fast jeder Sängerin, die sich an diese Aufgabe gewagt hat, gibt es in der einen oder anderen Rolle gesangliche Abstriche zu machen (entweder hapert es an der Koloraturgeläufigkeit für die Puppe oder an den tiefen Passagen der Giulietta). Die Sutherland brilliert in allen technischen Aspekten jeder der vier Figuren. Die Puppe Olympia ist ein Triumph an Virtuosität, die Koloraturen sprudeln wirklich wie ein Uhrwerk in atemberaubender Agilität herunter. Natalie Dessay etwa kann noch höher singen, aber ihre Stimme hat nicht so viel Farbe wie Sutherlands und diese gibt der der Figur durch schnelleres Tempo auch noch einen virtuoseren Kick.
Als Giulietta wartet sie mit der entsprechenden Dramatik im Spiegelduett auf und ihre Antonia ist ein Traum an empfindsamer Lyrik und warmem, leuchtendem Klang. Das Terzett mit Dr. Miracle und der Stimme der Mutter (der hervorragenden Margarita Lilowa) ist einer der schönsten Momente der ganzen Plattengeschichte.
Das schöne Ergebnis runden noch die hervorragenden Nebendarsteller ab, wie der köstliche Hugues Cuénod in den vier Dienerrollen und vor allem der Puppenmacher Spalanzani in Gestalt des urkomischen Schauspielers Jaques Charon.
Von "Hoffmanns Erzählungen" sollte man ruhig mehrere Aufnahmen haben, schon allein wegen der verschiedenen Versionen.
Aber diese sollte auf keinen Fall fehlen!!!!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 24, 2011 3:55 PM MEST


Hänsel & Gretel
Hänsel & Gretel

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Sehr schöne Aufnahme - obwohl sicher nicht die Beste, 8. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Hänsel & Gretel (Audio CD)
Ich finde es schön, dass diese "Hänsel und Gretel"-Aufnahme nun wieder erhältlich ist. Ich besitze sie seit vielen Jahren und mag sie sehr gern.
Zwar kann sie von der Gesamtqualität nicht mit den Einspielungen unter Solti, Davis und Karajan mithalten, aber sie ist durchaus von hoher Qualität und immer wieder herrlich anzuhören.
Es gibt zwei Darbietungen, die leider nicht gelungen sind: zum einen die Mutter von Christa Ludwig. Die große deutsche Mezzosopranistin muss sich zum Zeitpunkt der Aufnahme in einer argen Stimmkrise befunden haben. Da wird mehr gekreischt als gesungen, leider wirklich nicht gut. Wer Christa Ludwig in Form erleben möchte, muß zu ihrer absolut fabelhaften Aufnahme als Knusperhexe unter Kurt Eichhorn greifen.
Der zweite "Störfaktor" ist das für mich eindeutig zu langsame und uninspirierte Dirigat von John Pritchard. Das Gürzenich-Orchester Köln spielt allerdings unter seiner Leitung durchaus klangvoll und sauber. Die ganze Aufnahme ist auch ein wenig zu sehr behallt, was aber Geschmackssache ist.
Jetzt will ich aber aufhören zu meckern und die positiven Seiten dieser Aufnahme hervorheben:
Ileana Cotrubas als Gretel ist Poesie pur! Einfach zauberhaft, wie sie mit ihrer silbrigen Stimme schafft, vor dem Auge das Bild eines kleinen, unschuldigen Mädchens hervorzuzaubern. Cotrubas scheint die Rolle sehr zu genießen und wirft sich mit herrlichem Charme in die Aufgabe. Es gibt viele großartige Gretel-Interpretationen (Berger, Köth, Popp, Gruberova). Aber ich finde Cotrubas fast die Beste.
Frederica von Stades Hänsel passt mit ihrer herrlich cremigen Mezzosopranstimme vorzüglich zu Cotrubas' eher kristallenem Timbre. Ihre Interpretation ist von der Darstellung nicht ganz so gelungen wie das der Partnerin. Von Stade kämpft ein wenig mit der deutschen Aussprache und ist vom Temperament her ein wenig weinerlich.
Der Vater von Siegmund Nimsgern klingt eher hell und sehr jugendlich. Aber sein Bariton ist von sehr schöner Farbe und sein Vortrag absolut überzeugend, sympathisch und von erster Qualität.
Kiri te Kanawa als Sandmännchen und Ruth Welting als Taumännchen sind klanglich absolut betörend. Für diese winzigen Rollen wahrlich eine Luxusbesetzung!
Zum Schluss die Hexe der großen skandinavischen Sopranistin Elisabeth Söderström: zum einen ist ein Heidenspaß, dieser delikaten Interpretation zu lauschen. Söderström gestaltet die Rolle herrlich verteufelt und raffiniert, singt (sogar mit passendem Lispeln!) oft im Piano und gibt einen wahren Satansbratan zum Besten. Man kann sich die Figur regelrecht wie in einem Bilderbuch vorstellen. Allerdings kann sie es von der stimmlichen Potenz nicht mit der so überwältigenden Christa Ludwig aufnehmen. Aber egal.

Um es zusammenzufassen: nicht die Referenzaufnahme von "Hänsel und Gretel". Aber sehr, sehr schön ist sie doch.
Gott sei Dank gibt es schließlich mehrere tolle Aufnahmen des Werkes.
Ich möchte diese hier nicht missen!!


Inés meines Herzens: Roman
Inés meines Herzens: Roman
von Isabel Allende
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,07

23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht Allendes bestes Buch - aber ein sehr lesenswertes!, 28. Oktober 2007
Ich liebe Isabel Allendes Bücher seit jeher wegen ihres farbigen und sinnlichen Schreibstils.
Ihre Geschichten erzählen meist von starken Charakteren und schillernden Figuren, die ihr Schicksal in unruhigen Zeiten ihrer Heimat Südamerika meistern. Schon allein deshalb war dieses neue Buch für mich ein Muss.
Anfangs war ich allerdings etwas enttäuscht.
Ein wenig hatte ich das Gefühl, die Autorin hätte diesmal die Inspiration verlassen und in Routinearbeit einen zweiten Aufguß ihres Romans "Fortunas Tochter" serviert.
Die Geschichte um die historisch autenthische Gestalt Inés Suárez, die ihrem Mann von Spanien nach Südamerika folgte und an der Seite der Konquistadoren an der Gründung Chiles maßgeblich beteiligt war, liest sich anfangs wie ein etwas trockener Reise- und Lebensbericht ohne besondere Höhepunkte. Ab der Hälfte gewinnt die Geschichte dann allerdings wirklich an Intensität und Spannung und am Ende war ich wie immer hingerissen. Die Figuren wachsen einem immer mehr ans Herz und man fiebert dem Geschick von Inés und ihrem geliebten Pedro unweigerlich mit. Daß dieses Buch auch mit Abstand das blutrünstigste und grausamste aus der Feder Allendes ist, sei auch erwähnt. Für schwache Mägen ist das streckenweise nicht die ideale Lektüre. Auch erreicht es nicht ganz die Spannung von "Das Geisterhaus" und die Sinnlichkeit von "Eva Luna", die meiner Meinung nach Allendes beste Bücher sind.
Aber ansonsten kann ich dieses Buch durchaus jedem Freund von romantischen und Abenteuergeschichten empfehlen. Ich freu mich schon aufs nächste!!


Hänsel und Gretel
Hänsel und Gretel
Preis: EUR 14,88

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Referenz-Klassiker in klanglich schlechter Ausgabe, 7. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Hänsel und Gretel (Audio CD)
Die vorliegende Aufnahme von Humperdincks Märchenoper gilt als historischer Klassiker - und das großteils zu Recht. Die Besetzung ist hervorragend (auch wenn Elisabeth Schwarzkopf als Gretel meiner Meinung nach keine Idealbesetzung ist).

Trotzdem möchte ich vom Kauf dieser CD ausdrücklich abraten. Und zwar deshalb, weil die Firma Naxos diese Aufnahme, die ursprünglich dem EMI-Katalog entstammt, in wesentlich schlechterer klanglicher Aufbereitung als alle vorigen EMI-Ausgaben auf den Markt gebracht hat - und dies zu einem Preis, der sich vom originalen Markenprodukt kaum unterscheidet.
Die Aufnahme wurde wesentlich höher ausgesteuert und klingt somit automatisch lauter. Das Klangbild wurde aber nicht etwa transparenter und räumlicher, sondern lediglich greller und fast noch dumpferes Mono als in der allerersten CD-Ausgabe aus den spätern Achtzigerjahren.

Deshalb: Wenn man diese Aufnahme haben möchte (und ich möchte durchaus dazu raten), so sollte man am besten doch zur EMI-Ausgabe aus der Reihe "The Great Recordings of the Century" greifen. Die kostet bei Amazon nämlich fast genau gleich viel und man hat außer einem viel besseren Klang auch noch ein üppiges Beiheft dazu.

Eigentlich wollte ich nur einen Stern für diese Ausgabe geben, ich gebe allerdings zwei, weil in dieser Aufgabe zumindest einige interessante Bonus-Tracks mit historischen Hänsel-Ausschnitten mit Meta Seinemeyer, Gerhard Hüsch und Conchita Supervia enthalten sind. Die kann man allerdings auf anderen Recitals auch bekommen.


Ballette (Gesamtaufnahme)
Ballette (Gesamtaufnahme)
Preis: EUR 22,97

11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderschöne Gesamtausgabe, 16. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Ballette (Gesamtaufnahme) (Audio CD)
Wenn man alle drei Ballette von Tschaikowsky in einer Kompilation haben möchte, ist man meines Erachtens mit dieser Ausgabe am besten bedient.
Richard Bonynge und das National Philharmonic Orchestra bieten Ballettromantik vom Feinsten. Klanglich betörend und von feinster orchestraler Pikanz, farbig und transparent dargeboten, weiß der Dirigent mit Temperament und feinem Gespür für theatralische Effekte und Dramatik auf die märchenhafte Atmosphäre dieser unvergänglichen Klassiker einzugehen. Auch wählt er großteils wunderbare Tempi.
Am gelungensten halte ich den "Schwanensee", den es auch separat ausgekoppelt bei DECCA gibt - dort allerdings leider um eine der schönsten Nummern (den Pas de deux im dritten Akt) gekürzt. Ganz vollständig findet man die Partitur also nur hier wiedergegeben.
Abgesehen vielleicht von Andrè Previns Ausgabe bei EMI (und der derzeit nicht erhältlichen unter Ernest Ansermet) kann es meiner Meinung nach keine Gesamtausgabe mit dieser hier aufnehmen.


Ballettsuiten
Ballettsuiten
Preis: EUR 8,97

22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Märchenhafter Traum, 16. August 2007
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ballettsuiten (Audio CD)
Von allen Aufnahmen der Ballettsuiten Tschaikowskys (und ich kenne mindestens zehn, darunter Ormandy, Ansermet, Dutoit, Rotropowitch etc.) ist dies auf jedenfall die musikalisch opulenteste.
Karajan breitet mit den fabelhaften Berliner Philharmonikern einen opulenten Klangteppich aus und schwelgt in klanglicher Seidigkeit und Delikatesse - ein einziger Traum.
Jede einzelne Nummer wird liebevoll zelebriert und genußvoll ausgekostet. Ganz besonders seien das wunderbar elegische Eingangsmotiv aus dem "Schwanensee" genannt, das nirgends so schön melancholisch und ruhig dargeboten wird wie hier. Und auch das Panorama aus dem "Dornröschen", das fast wie aus der Ferne klingt und einmalig das Bild des schlafenden Königsschlosses evoziert.
Poesie pur, eine traumhaft schöne CD! Auch für Kinder als Einstieg in klassische Musik geeignet. Absolut empfehlenswert!!!


Tosca (Ga)
Tosca (Ga)
Preis: EUR 16,94

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dramatisch und musikalisch fulminant! Herrlich!!!, 16. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Tosca (Ga) (Audio CD)
Der einzige Grund, warum ich dieser Aufnahme nicht fünf volle Punkte gebe, ist, daß ich die Callas-De-Sabata-Einspielung von 1953 für unwiederholbar und einmalig halte und sich damit keine andere messen kann.

Ansonsten hätte die vorliegende Einspielung mindestens sechs (!) Punkte verdient! Sowohl von der orchestralen Brillanz und den gesanglichen Leistungen ist das einfach eine fabelhafte Aufnahme - von vorn bis hinten!
Leontyne Prices Sopran war einfach ein Gottesgeschenk an Schönheit. Das rauchig dunkle Timbre gepaart mit einer strahlenden Höhe und einer erlesenen Gesangskultur lassen sie die meiner Meinung nach klangschönste Tosca zu Gehör bringen, die ich auf Schallplatte kenne (nicht einmal Renata Tebaldi singt so leuchtend und rein, hat dafür aber mehr Spinto-Qualität). Auch vom dramatischen Aspekt her ist die Price absolut in ihrem Element und gibt die kapriziöse Diva, als wäre ihr die Rolle auf den Leib geschneidert; obgleich sie von der schauspielerisch-deklamatorischen Finesse natürlich hinter der Callas zurückbleibt - aber wer täte das nicht? Callas konnte dafür nicht in diesen sehrenden Klängen "baden" wie die farbige Fachkollegin.
Giuseppe di Stefano wird für seinen zweiten Cavaradossi in vielen Kritiken gescholten. Viel zu sehr, wie ich finde. Natürlich hat er seine Glanzzeit hinter sich und kann die hohen Töne nicht mehr mit solcher Leichtigkeit bilden wie acht Jahre vorher unter De Sabata, aber das ist alles noch im akzeptablen Bereich. Kein anderer Cavaradossi liebkost die Phrasen in den Duetten und der herrlichen Arie im dritten Akt mit solcher Zärtlichkeit und Delikatesse. Ob da hie und da ein Ton zu weit offen gesungen oder ein wenig gequetscht wird, ist mir anhand eines so überzeugenden Portraits ehrlich gesagt WURSCHT. Giuseppe di Stefano IST Cavaradossi. Von total ausgesungen, wie ein Vorredner sagte, kann keine Rede sein. Das war bei Di Stefano erst einige Zeit später der Fall.
Giuseppe Taddei als Scarpia komplettiert das Trio. Und er tut dies auf absolut großartige Weise. Sein Scarpia ist stimmlich in vollem Saft, männlich und brutal, und seine Darstellung ist von unglaublichem Raffinement. In seiner deklamatorischen Imaginationskraft ist er einfach so ausdrucksvoll, daß einem manchmal während der Verhörsszene regelrecht der Atem stockt. Sein Scarpia ist so grausam und gemein, dabei auch kraftvoll gesungen - atemberaubend. Da muß sogar der legendäre Tito Gobbi beinahe den kürzeren ziehen. Allein wegen Taddei möchte ich die Platte nicht missen.
Der einzige von den Sängern, der mir auf dieser Aufnahme nicht gefällt, ist Fernando Corena als Mesner. Er übertreibt es mit seinen Späßchen einfach zu sehr und outriert wie der Kasperl vom Dienst. Das nervt leider ziemlich, aber die Rolle ist ja Gott sei Dank kurz.
Die absolute Krone der Einspielung gehört aber meiner Meinung nach dem Dirigenten und den absolut fabelhaften Wiener Philharmonikern.
Karajan gibt hier alles, haut sozusagen in die Vollen und peitscht das Orchester zu einer furiosen Klangorgie an, in der es vor Dramatik lodert und regelrecht "knallt", während die lyrischen Teile mit einer Zärtlichkeit und Weichheit zelebriert werden, daß es einem das Herz höher schlagen lässt. An manchen Stellen ist es vielleicht ein klein wenig langsam, aber das stört angesichts solcher Delikatesse nicht. Zu dieser hinreißenden - und im übrigen auch fabelhaft transparenten - Klangpracht trägt natürlich auch ganz bedeutend die Klangtechnik bei. John Culshaw und die DECCA at their best's!!!
Was mir auch besonders gut gefällt, ist daß man beim Zuhören beinahe das Gefühl hat, einer Live-Aufführung beizuwohnen. Für eine Studio-Aufnahme ist das wirklich extrem lebendig und überzeugend dargestellt. Man glaubt sich geradezu in einem richtig spannenden Thriller. Und das muß bei "Tosca" so sein, finde ich.
Fazit: wenn man die Callas-"Tosca" hat, sollte man unbedingt noch diese besitzen!!! (Zusammen mit Tebaldi/Molinari-Pradelli belegt sie Ex aequo Platz zwei.)
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 7, 2009 6:03 PM MEST


Römische Affären: Roman
Römische Affären: Roman
von Andrea Isari
  Taschenbuch

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Viel besser als Brunetti!, 11. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Römische Affären: Roman (Taschenbuch)
Ich muß gestehen, daß ich diesen Romanerstling von Andrea Isari geradezu verschlungen habe.
Mit der liebenswerten, herrlich unangepassten Kommissarin Leda Giallo hat sie eine wunderbar sympathische und charismatische Detektivin geschaffen, die einem nach kurzer Zeit ans Herz wächst.
Die Autorin ist mit der römischen Geographie und dem dortigen Lebensstil offensichtlich bestens vertraut, und so hat sie dem Roman eine ausgesprochen autenthische und glaubhafte Atmosphäre zugrunde gelegt, in dem Commissaria Giallo dem mörderischen Ränkespiel auf den Grund geht. Das alles geht in einem locker, elegantem und flüssig aufbereitetem Schreibstil vonstatten, so daß man richtig süffig "schmökern" kann.
In diesem Buch geht es um unsaubere Geldgeschäfte zwischen dem Vatikan und einer großen Bankkette, mehr will ich nicht verraten.
Der Vergleich zu Donna Leons Brunetti-Serie drängt sich unweigerlich auf. Was mir aber im Vergleich zur venezianischen Serie deutlich besser gefällt, ist, daß Andrea Isari den moralischen Zeigefinger, den Frau Leon so gern erhebt, Gott sei Dank vermeidet, und daß ihre Haupt- und Nebenfiguren wesentlich vielschichtiger sind. So hat Leda Giallo durchaus ihre Krisen im Privatleben hinter sich und mit der Gewichtskontrolle hapert es auch. Sehr symphathisch!
Ein Fest für Krimifans und Italophile. Ich habe direkt Lust gekriegt, gleich wieder mal nach Rom zu fahren.


Des Teufels Werk: Roman
Des Teufels Werk: Roman
von Minette Walters
  Gebundene Ausgabe

9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mittelmässig..., 9. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Des Teufels Werk: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich habe zu diesem Buch von Minette Walters gegriffen, da mich der aktuelle Bezug zum Irakkrieg interessiert hatte und ich damit gerechnet hatte, daß die Autorin sich sicher eine äußerst spannende Geiselstory dazu ausgedacht hatte.
Meine Erwartungen wurden aber nur teilweise erfüllt.
Parallel zu der Geschichte um die verschleppte Reporterin Connie Burns findet man sich während des Großteils des Buches in einem englischen Landhauskrimi wieder, der gelinde gesagt, etwas träge verläuft und ziemlich konstruiert wirkt. Da geht es um Erbschaft und lieblose Kinder, komplizierte Verwandtschaftsverhältnisse und so weiter. Das würde alles einer Agatha Christie Ehre machen, nur hätte die daraus mit Sicherheit etwas weitaus Raffinierteres geschaffen.
So richtig plausibel wirkt dieses Buch dadurch nicht.
Ich finde die einzelnen Charaktere zwar interessant und teilweise sympathisch und auch die Idee, dass sich ein Entführungsopfer von seinem Peiniger verfolgt fühlt, aber der richtige Showdown stellt sich leider nicht ein. Das Buch versandet in vorhersehbarer Fadheit. Am Ende stellte ich mir die Frage: "War das jetzt alles?"
Ich suchte Gänsehaut. Bei diesem Buch leider vergebens.


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