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Rezensionen verfasst von
dizzy "dizzy" (Rhein-Main-Gebiet,Hessen)

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Bekannte Ouvertüren
Bekannte Ouvertüren
Wird angeboten von music-center
Preis: EUR 19,92

5.0 von 5 Sternen Brillante Einspielung der bekanntesten Suppé-Ouvertüren unter Zubin Mehta, 20. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Bekannte Ouvertüren (Audio CD)
Ouvertüren stehen oftmals alleine in Konzerten von den bekanntesten Sinfonie-Orchestern, aber auch von unzähligen Laienorchestern aller Qualitätsstufen. Schon immer haben von den Opern die Ouvertüren überlebt, während die zugehörige Oper längst in Vergessenheit geraten ist.

Einer der berühmtesten Komponisten von Ouvertüren war eben jener Francesco Ezechiele Ermenegildo Cavaliere Suppé Demelli, so sein richtiger und vollständiger Name. Wir kennen ihn einfach uner Franz von Suppé. Er schrieb über 250 Bühnenwerke, und gilt als DER Nachfolger eines Jacques Offenbach oder Goachino Rossini der Österreicher.

Wer immer 1989 die wunderbare Idee hatte, den langjährigen Dirigenten der Wiener Philharmoniker mit eben diesem Klangkörper ins Studio zu schicken um die bekanntesten Suppé-Ouvertüren einzuspielen, muss man auch heute noch dazu herzlich gratulieren. Mehta versteht es vorzüglich, diesen Werken die richtige Mischung aus Schwung, Schmelz und schneidigem Pfeffer einzubringen, und das Orchester folgt einem seiner Lieblingsdirigenten mit famosem Spiel.

Die Solisten werden leider nicht namentlich erwähnt, aber sie sind natürlich grandios. Sie passen sich meisterlich dieser, meiner Lieblings-Einspielung der Ouvertüren, an.

Klangtechnisch exzellent eingefangen, ist diese Einspielung auch 25 nach ihrer Einspielung noch erste Wahl, was die Interpretation angeht. Wenn ich könnte, würde ich sieben Sterne geben. Absolute Kaufempfehlung !!


As He Wanted to Be Remembered
As He Wanted to Be Remembered
Preis: EUR 14,15

5.0 von 5 Sternen Fantastischer Kammer-Swing mit einem hervorragenden Musiker Walt Levinsky von 1996, 20. Februar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: As He Wanted to Be Remembered (Audio CD)
Warum schreibt man eine Rezension über einen Musiker, den im Grunde alle Leute kennen, aber trotzdem dessen Namen nie gehört haben? Ja, genau DESHALB !!!

Walt Levinsky wurde 1929 geboren, also etwas zu spät, um noch direkt die Swing-Ära hautnah miterleben zu können, aber früh genug, um in den Bigbands von u.a. Tommy Dorsey, Les Elgard, Benny Goodman und Ralph Flanagan mitzuwirken. Doch sein eigentliches Betätigungsfeld war für viele Jahrzehnte das Studio gewesen.

Er wirkte bei Produktionen von mehr als 5000 (!!!) Aufnahmen mit. Darunter befanden sich Tony Bennett, Stan Getz, Gerry Mulligan, Frank Sinatra, Barbra Streisand, Liza Minelli, Blood,Sweet&Tears, dem New York Philharmonic Orchestra, Dox Severinsen, dem Tonight Show-Orchestra, aber auch zu vielen Filmen von Woody Allen (u.a.Zelig, Broadway Danny Rose und Radio Days).

Er spielte im Grunde alle Holzblas-Instrumente, arrangierte und dirigierte. Er komponierte viele Erkennungs-Melodien des CBS oder fürs Fernsehen. Ab 1987 leitete er eine erfolgreiche Bigband, die u.a. in Japan auftrat.

Als Musiker wurde er vor allem für sein an Benny Goodman und Buddy de Franco erinnerndes Spielen auf der Klarinette bekannt. Qualitativ sich auch auf deren Niveau bewegend, wie man hier auf dieser wirklich exzellenten CD in jedem Stück hören kann.

Souverän und mit feinster Technik gelingen ihm hier Improvisationen, die unglaublich an einen Benny Goodman in Höchstform erinnern. Mann höre nur seine Fassungen von "Air Mail Special", dem "B.G.Medley" oder auch "After You've Gone". Man höre sein Spiel auf dem Sopransax, was er "Sophisticated Lady" spielt. Das ist großartig, wenn man bedenkt,dass er zu diesem Zeitpunkt bereits einen Tumor hatte, der ihn dann leider auch viel zu früh von der Welt nahm im Dezember 1999.

Seine ebenfalls ausgezeichneten Mitstreiter hier sind vielleicht außer der exzellente Gitarrist Howard Alden auch nicht so bekannt, aber deshalb nicht von minderer Qualität als Levinsky selbst. Da wären noch der fingerfertige Derek Smith am Klavier, Bassist Lynn Seaton (der u.a. mit Count Basie und Woody Herman spielte) und Drummer Joe Cocuzzo (der noch mit Benny Goodman spielte) bilden ein erstklassiges Rhythmus-Team, was wunderbar zu Levinsky passt.

Eine wirklich von der ersten bis letzten Note eine gelungene CD, live eingespielt von einem Musiker, den man dem Namen nach nicht kennt, aber trotzdem schon oftmals gehört hat. Absolute Kaufempfehlung meinerseits!!!


The Woody Herman Band-Digipack
The Woody Herman Band-Digipack
Wird angeboten von cdgirl666
Preis: EUR 4,85

5.0 von 5 Sternen Woody Herman's Third Herd im Studio 1954, 19. Februar 2015
Rezension bezieht sich auf: The Woody Herman Band-Digipack (Audio CD)
Woody Herman galt neben den großen schwarzen Bigbands von Count Basie und Duke Ellington als die vermutlich Swingste der anderen damaligen Bigbands, auch wenn Stan Kenton zu diesem Zeitpunkt eine ebenso erstklassige Band leitete. Dies kann man auf dieser CD auch vom ersten Ton an hören.

Die CD beginnt fulminant mit dem alten Herman-Klassiker "Wild Apple Honey", was er bis zu seinem Ende immer wieder spielen musste. Hermans Power-Trompetensatz mit zwei der besten Lead-Trompeter (Al Porcino und John Howell) zeigt hier seine ganze Klasse. Solistisch treten Charlie Walp und vermutlich Bill Castagnino (High Note-Trompete) hervor, Das "Posaunen-Solo" spielt dagegen kein Posaunist, sondern Bass-Trompeter Cy Touff. Als Tenoristen sind Bill Perkins und Dick Hafer zu hören

"Strange" ist ein Feature für - nun ist es auch ein Posaunist, der zu hören ist - Dick Kenney, der stark von seinem Vorgänger Bill Harris beeinflusst wurde. Herman ist hier auf dem Altsax zu hören.

"Misty Morning", ein Ralph Burns-Stück, swingt gemächlich vor sich hin, mit wunderbaren Passagen für die Saxophongruppe der Band und Hermans Altsax. Das Tenorsolo ist extrem "cool" und "edel" im Ton, das ist der großartige Bill Perkins, der hier glänzt.

"Would He?" stammt aus der Feder von Manny Albam. Cy Touff (Bass-Trompete) und erneut Bill Perkins am Tenorsax.

"Sleep" kommt überhaupt nicht schläfrig daher, sondern swingend im "Basie-Young"-Bereich anzusehen. Das erneut sehr "coole" Tenorsolo stammt erneut von Bill Perkins. Jack Nimitz ist der Baritonsax-Solist. Am Klavier sitzt Nat Pierce, dem man den Titel "Der weiße Count Basie" gegeben hat, was man hier auch gut hören kann.

Der "Autobahn-Blues" stammt aus der gerade zuende gegangenen Europa-Tournee der Band und stammt wieder von Ralph Burns. Bill Perkins (Tenor), Nat Pierce (Klavier), eines der sehr seltenen Soli von John Howell (Trompete) und Herman an der Klarinette sind die Solisten. Auch hier wieder steht Herman in enger Verbindung zur Basie-Band.

"By Play" ist eine Up Tempo-Nummer von Manny Albam. Cy Touff (Bass-Trompete) und Herman (Klarinette) sind die Solisten hier.

"La Cucaracha Mambo" ist natürlich das bekannte Thema von der "Küchenschabe". Hier steuerte Billy May, der Ex-Charlie Barnet und Glenn Miller-Trompeter und Arrangeur, das Arrangement dazu bei.

"Ill Wind" ist dann wieder einer der herrlich gespielten Medium-Titel mir Dick Collins an der Trompete, der auch nie den ganz großen Durchbruch geschafft hat, trotz einer ausgezeichneten Vita. Herman spielt wieder Altsax hier, Bill Perkins ist wieder der Tenor-Solist.

"Boo Hoo" hat Soli von Dick Collins und Cy Touff. Herman spielt nun Klarinette.

"Hittin' the Bottle" ist eine Up Tempo-Nummer aus den 30-er Jahren mit Soli von Herman (Klarinette), Cy Touff (Bass-Trompete), Bill Perkins (Tenorsax), Dick Collins (Trompete) und wohl Bill Castagnino (High Note-Trompete). Das Stück beginnt und endet im Latin-Rhythmus.

Eine tolle Bigband-CD, aufgenommen am 07./08.September 1954 in Los Angeles. Der Klang ist auch 60 Jahre später noch erstaunlich gut.


BEBOP - Die Geschichte einer musikalischen Revolution und ihre Interpreten
BEBOP - Die Geschichte einer musikalischen Revolution und ihre Interpreten
von Iron Werther
  Broschiert

1.0 von 5 Sternen Schwach geschriebenes Büchlein zum Bebop, 19. Februar 2015
Ich habe mir das Buch mal günstig gekauft, als es noch nicht so selbstverständlich war, Bücher über das I-Net beziehen zu können. Nur selten habe ich ein so schwach recherchiertes Buch gelesen, das zudem mit geklauten Zitaten und falschen Angaben so "glänzt".

Leider tut man hier der Musik und dem Musik-Stil "Bebop" keinen großen Gefallen mit diesem 191 Seiten dünnen Büchleins, sollte man es kaufen oder gekauft haben.

Viele Abschnitte wurden wörtlich aus dem Buch "Das Jazzbuch" von J.E.Berendt übernommen, dass man sich schon fragen muss, was überhaupt Iron Wherthers Beitrag dazu gewesen ist. Es würde wirklich dauern, bis ich alle Zitate hier raussuchen und benennen würde. Alleine im Bereich über Charlie Parker wird man eine Menge Stellen finden, die man wörtlich auch im von mir erwähnten Berendt-Buch in der 1978-er Ausgabe nachlesen kann.

Des Weiteren werden schlicht Unwahrheiten geschrieben (z.B., dass Bariton-Saxophonist Bob Gordon durch seine Drogensucht ums Leben kam. Hier war ein Tumor an der Wirbelsäule verantwortlich, der ihn nicht nur an den Rollstuhl fesselte, sondern auch den Tod brachte, oder auf Seite 53, als er auf Berendts Bemerkung zu Dizzy Gillespies Titel "Things to come" einging, und schlicht falsch das von Berendt Geschriebene interpretierte, obwohl Berendt selbst ganz klar dazu Stellung genommen hat in seinem eigenen Buch.).

Ich könnte noch seitenweise daraus etwas schreiben, aber wozu? Jedem potentiellen Leser, der sich das Buch aus Interesse kaufen würde, könnte die Passagen leicht finden, wenn man denn Berendts Buch zwei Mal gelesen hat.

Jeder Cent hier (zur Zeit liegt der Preis bei 0,04 €) ist ein verschenkter Cent, einfach grausam schlecht recherchiert und auch vom Verlag erstaunlich schlampig überprüft. Noch dazu, wenn Fiacher sowohl Berendts Buch von 1978 und dieses Buch hier veröffentlicht hat.

Auch die Musiker werden auf einige Wenige außer Acht gelassen. Dabei fehlen Namen wie Howard McGhee, Doug Mettome, Clark Terry, Budde de Franco, Barney Kessel, Milt Jackson, Al Haig oder auch einer der ersten weißen Musiker, Drummer Stan Levey völlig.

Alternativen wären : "Bebop" von Scott Yanow, "Bebop-The Music and it's Players" von Thomas Owens, "The Biographical Encyclopedia of Jazz" von Leonard Feather oder eben Joachim Ernst Berendts Buch "Das Jazzbuch".

Fazit : Dieses "Werk" ist zwar sehr handlich, aber leider sonst nur die Niete in der großen Lostrommel der Jazzbücher weltweit, die man hier erwerben kann. Eigentlich ist der eine Stern noch zu viel, es tut mir wirklich sehr leid.


Übungen zum Aufbau von HÖHE - KRAFT - AUSDAUER - FLEXIBILITÄT - SICHERHEIT - TON
Übungen zum Aufbau von HÖHE - KRAFT - AUSDAUER - FLEXIBILITÄT - SICHERHEIT - TON
von Ralf Willing
  Musiknoten
Preis: EUR 17,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Da weiß jemand genau was er schreibt - super Buch!!, 16. Februar 2015
Ich kenne das Buch und die Übungen sehr gut, auch kenne ich den Autor persönlich, und kann jedem Trompeter nur ans Herz legen, sich darauf einzulassen.

Natürlich ist es hilfreich, wenn jemand bereits Erfahrungen im Trompetenspiel hat, doch es ist alles wirklich super erklärt und beschrieben.

Nein, es ist keine Rezension, die man wegen "Befangenheit" einfach achtlos zur Seite schieben sollte. Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass Ralf Willing wirklich weiß, wovon er schreibt. Auch mir hat er mehrfach durch persönliche Tipps weitergeholfen, und er wird durch dieses Buch vielen anderen Trompetern weiter helfen, wenn sie denn bereit sind, sich ernsthaft damit zu beschäftigen.

Ich kann nur DANKE dazu sagen, und kann deshalb völlig beruhigt und zu recht hier die volle Punktzahl vergeben.


And His Birdland Dream Band Vol.1+2
And His Birdland Dream Band Vol.1+2
Preis: EUR 19,98

5.0 von 5 Sternen Maynard Fergusons Dreamband von 1956, 10. Januar 2015
Ich kann mich im Großen und Ganzen nur dem Rezensenten vor mir anschließen. Immerhin war man damals so intelligent, diese Band nicht nur ins Leben zu rufen, sondern eben auch Aufnahmen zu machen, die auch klantechnisch ordentlich geworden sind.
Bedauerlich dabei ist nur, dass sie noch nicht in Stereo, sondern noch in Mono aufgenommen wurden.

Die Qualitäten der Arrangements und er ausführenden Musiker ist enorm. Al Cohn, Bill Holman, Ernie Wilkins, Bob Brookmeyer, Manny Albam, Johnny Mandel, Jimmy Giuffre, Willie Maiden, Marty Paich und Herb Geller schrieben hier für die Band.

Als Musiker mit dabei waren :

Al de Risi (Lead-Trompete), Ernie Royal, Nick Travis, Jimmy Nottingham, Joe Ferrante, Stan Fishelson, Al Stewart (Trompeten)
Jimmy Cleveland, Eddie Bert, Sonny Russo (Posaunen)
Herb Geller (Lead-Alto), Al Cohn, Budd Johnson und Frank Socolow (Tenor-Sax), Ernie Wilkins (Bariton-Sax)
Hank Jones (Klavier) , Milt Hinton und Arnold Fishkin (Bass) , Jimmy Campbell und Don Lamond (Drums)

Die Solisten wurden bereits genannt. Ergänzen möchte ich da noch, dass die Soli auf der Ventil-Posaune von Maynard Ferguson gespielt wurden, so dass neben Jimmy Cleveland auch Ferguson hier zu hören ist. Bei Track 20 würde ich bei dem Tenor-Solo aber eher auf Budd Johnson und das einzige Bariton-Sax-Solo könnte dann auch von Al Cohn stammen, der damals auch viel Bariton spielte. Das ist aber nur eine Vermutung meinerseits.

Die CD beinhaltet die beiden LPs "The Birdland Dream Band Vol.1 und auch die Vol.2" zusammen. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, sind auf der CD keine Bonus-Tracks dabei. Auf dem Cover gibt es dazu auch keine Hinweise.

Leider wurde keines der Arrangements von anderen Bands übernommen, meines Wissens nach, so dass man hier durchaus mal einen Hinweis an die wenigen noch bestehenden Bigbands geben kann, sich hier mal umzuhören. Sicher, es wird kaum möglich sein, sie besser zu spielen als es hier getan wurde, aber es wäre schade, sie nicht wieder zu hören.

Ein MUSS für die Freunde des Mainstream-Bigband-Jazz, die hier aber in jedem Stück mit "voller Power und Wucht" rechnen müssen. Man wird quasi in den Sessel hinein geworfen, und das von der ersten bis zur letzten Sekunde dieser so hochklassigen CD. Eigentlich wären hier sieben Sterne noch zu wenig!! Kaufen, einfach kaufen UND hören!!! Viel Spaß dabei!!


Blues in Orbit
Blues in Orbit
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen Duke Ellington : Blues in Orbit 1958-1959, 1. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Blues in Orbit (Audio CD)
Duke Ellington war sicher alles Andere als ein Blues-Musiker, wie der eine Rezensent sich hier geäußert hat. Man könnte ihn viel eher als "Ein Meister der Drei-Minuten-Stücke" titulieren, auch wenn er sich nur all zu gerne mit seinen Suiten eher so manchem Klassiker nähern wollte, der er selbst im Jazzbereich immer war.

Man könnte ihn auch als einer der Wegbereiter der später oftmals so wertlos benutzen Worte "Cross Over" bezeichnen, zwei Worten, die er ebenfalls nie in den Mund genommen hätte.

Er hätte auch viel eher MIT Leuten wie Eric Clapton gespielt, als diese in irgend einer Form abzuwerten. Solche Aussagen wären auch nicht im Sinne des Meisters selbst gewesen.

Zu den Aufnahmen selbst komme ich jetzt. Die Titel "Three J's Blues", "Pie Eye's Blues", "Sweet&Pungent", "C-Jam Blues","Sentimental Lady", "Brown Penny" nebst einigen "Alternate Takes" stammen vom 02.12.1959 und wurde von einem um drei Trompeten reduzierten Orchester eingespielt. Nur Ray Nance an der Trompete und Violine war mit dabei.

"Smada", "In a Mellow Tone", "Blues in Blueprint", "The Swingers get the Blues,too" und "The Swinger's Jump" stammen vom 03.12.1959.

Hier wird der Kenner feststellen, dass eine neue Phase des Umbaus der Band begonnen hat. Bei den Posaunen hat Booty Wood den Platz von Quentin Jackson als Plunger-Solist übernommen, Mathhew Gee jenen von John Sanders. Gee spielt dann auch in "The Swinger's Jump" das bis dato noch nicht bei Ellinton gehörte Bariton-Horn, ein Ventil-Blasinstrument, was wärmer als eine Posaune klingt, und damals wie heute kaum im Jazz zu finden ist.

Schlagzeuger bei den Aufnahmen war Jimmy Johnson, einem eher hart treibenden Musiker, der leider nicht annähernd die subtile Art vom Sam Woodyard hatte, und auch nur ca. 6 Monate blieb, da Wooydard wieder zurück kam. In dieser Zeit aber, war Johnson an vier interessanten Aufnahmen mit dabei (dem Album hier,Ellington '59,Ellington at Newport '59 & Festival Session. Hier zusammen mit Sam Woodyard gemeinsam).

Der Trompetensatz musste den Weggang von Clark Terry und Cat Anderson verkraften, deshalb wohl auch hier nur Ray Nance an der Trompete. Willie Cook kam dann zurück und Ed Mullens kam neu von der Lionel Hampton Band, um auch das zu ergänzen.

Die Sessions vom Februar 1958 haben als kleine Überraschung Bill Graham für Johnny Hodges am Altsax. Hodges war damals wohl gesundheitlich angeschlagen und Graham wurde bis März als Back Up verpflichtet, um den Satz zu komplettieren. Die Titel hier lauten "Track 360" und "Blues in Orbit".

Ich selbst halte die CD für ein wenig unglücklich zusammen gestellt. Die Hauptaufnahmen stammen vom Dezember 1959

, darum geht es eigentlich hier und vor allem. Sie bilden den Kern dieser CD. Den Titel aber bekommen sie von einem Stück, was am 12.02.1958 eingespielt wurde, "Blues in Orbit". Man muss es nicht verstehen, aber es ist eben so, dass im Zeitalter der CD gerne Alben zusammen gelegt werden, oder eben die fehlende Spielzeit mit anderen Stücken ergänzt wird. So werden auch heute die Zweitaufnahmen mit verwertet, was wiederum recht interessant sein kann, weil man hier hören kann, wie weit der Solist sich an ein bestimmtes Solo hält oder vollkommen neu etwas erfindet.

Mir persönlich sind die Dezember-Einspielungen noch als LP in Erinnerung. War ich zunächst vielleicht etwas enttäuscht, weil die Stücke doch etwas "banal" sind, sehe ich heute die Sache etwas anders. Bestimmt wurden sie direkt im Studio ohne große Vorarbeit erstellt und wie bei einer Jam Session eingespielt. Immerhin sind es "Raritäten", die man später nicht wieder zu hören bekommen hat, noch dazu mit frischen Solisten, die der Duke gerne dem Fan präsentierte.

Leider bleiben weder Booty Wood noch Matthew Gee lange beim Duke. Wood kehrte später noch einmal zurück, doch er hinterließ nie einen bleibenden Eindruck bei mir. Seine wahren Qualitäten konnte er von 1979-1983 in der Count Basie-Band zeigen, wo er als Plunger-Solist in die Fußstapfen von Al Grey trat.

Fazit der CD: Ein wenig Blues, viel Ellington und Improvisation, selten zu hörende Solisten (neben den Genannten wären da noch Jimmy Hamilton auch am Tenorsax, Clark Terry, Billy Strayhorn, Harry Carney, Paul Gonsalves, Jiimmy Woode) und eine exzellente Aufnahmetechnik von CBS damals. Vier Sterne insgesamt, also ein empfehlenswertes Album, wenn auch kein Spitzen-Produkt.


Casa Loma in Hi-Fi!
Casa Loma in Hi-Fi!
Preis: EUR 18,01

4.0 von 5 Sternen Glen Gray 1957 in Stereo, 15. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Casa Loma in Hi-Fi! (Audio CD)
Glen Gray leitete noch vor Benny Goodmans Erfolg 1935 eine Bigband, die direkt auf die vielen College Bands zurück geht, die es auch heute noch in den Staaten gibt. Die Ursprünge der Band lassen sich auf die späten 1920-er Jahre zurück verfolgen, er selbst übernahm sie 1935. Der Name "Cssa Loma Band" entstand durch Zufall. Die Band trat häufig im Csa Loma Hotel in Toronto auf, woher eben der Name stammt.

Die immer etwas "statisch" wirkende Band wurde dann von Konkurrenten wie Benny Goodman, Tommy Dorsey, Harry James oder Glenn Miller übertroffen, so dass er sich trotz einiger guten Solisten in späteren Zeiten 1950 zurückzog.

Ab Mitte der 1950-er Jahre wurde er von der Schallplattenfirma Capitol beauftragt, nicht nur seine alten Hits, sondern auch jene anderer großer Bigbands neu in Hifi einzuspielen. Die Besetzung bestand weitgehend aus den gleichen Musikern, die in Hollywood für unzählige Aufnahmen im Studio sorgten, aber in der großen Bigband-Ära in eben diesen Bands saßen und diese Stücke täglich spielten.

Hier nun die erste CD, die eben 1957 entstand und vor allem von der originalen Casa Loma Band eingespielt wurden. Was damals nie so recht gelang (weil die Rhythmusgruppe einfach zu schwach war), wurde hier um so besser umgesetzt. Die Band swingte unglaublich gut, dazu die vielen exzellenten Solisten.

Zu hören sind u.a. die Titel "NoName Jive", "Memories of You", "White Jazz", "I cried for You", "Come and Get it", "Sunrise Serenade", der berühmte "Casa Loma Stomp", "Black Jazz", "Sleepy Time Gal" oder "Smoke "Rings".

Die ganzen Einspielungen wurden mit den Original-Arrangements eingespielt. Von "statischem Spiel" wie früher ist hier absolut nichts mehr zu hören. Alle Solisten haben sich auch bei den Soli an die Originale gehalten, bzw, ihnen weitestgehend angenähert.

Hier die komplette Besetzung:

Conrad Gozzo(Lead), Shorty Sherock und Manny klein - Trompeten
Si Zentner, Joe Howard, Murray McEachern (er auch Altsax) - Posaunen
Skeets Herfurt (Lead-Alto), Gus Bivona (Cl, As), Babe Russin (Ts, alle Tenor-Soli), Ted Nash (Ts), Chuck Gentry (Bs)
Ray Sherman (Klavier) - George van Eps (Git.) - Mike Rubin (Bass) - Nick Fatool (Dm.)

Diese Musiker haben ihr Handwerk in den Bands von u.a. Benny Goodman, Artie Shaw, Glenn Miller, Tommy Dorsey, Les Brown oder Harry James gelernt, bevor sie in den Fimstudios von Hollywood ihr Geld verdienten.Murray McEachern spielte auch bei Glen Gray, und rekonstruiert hier in "Sleepy Zime Gal" sein altes Solo neu.

Ebenfalls wichtig für diese Aufnahmen war der damalige Arrangeur der Band, Larry Wagner, der sich hier erneut zur Verfügung stellte.

Auch heute nach fast 60 Jahren wirken diese Einspielungen frisch und vital. Das Gleiche kann man auch über die Klangtechnik sagen, die damals von Capitol verwendet wurde. Ob die Aufnahmen hier 2008 von EMI nochmals bearbeitet wurden, kann ich nicht sagen, wäre aber denkbar.

Ich stehe hier mit der Bewertung vor einer schweren Aufgabe. Sind meine vier Sterne nun zu wenig, oder doch genau richtig? Doch sie auf einer Stufe zu sehen mit z.B. Ellingtons "Newport Jazz Festival-Auftritt" oder Goodmans Carnegie Hall Konzert von 1938 , fällt mir dann doch schwer.


Salute to Glenn Miller
Salute to Glenn Miller
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 19,95

4.0 von 5 Sternen Jerry Gray spielt Glenn Miller in Stereo 1958, 12. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Salute to Glenn Miller (Audio CD)
Glenn Miller seine Reverenz zu erweisen, heißt auch immer, mit Glenn Miller zu konkurrieren und mit ihm gemessen zu werden. Billy May, Tex Beneke, Ray McKinley, Billy May,Ray Anthony oder der Brite Ted Heath machten solche Einspielungen, oftmals mit vielen Sidemen aus Glenn Millers Bands zwischen 1938-1945.

Nun also auch Jerry Gray. Bis auf Ted Heath haben alle sonst von mir erwähnten Musiker mehr oder weniger eng mit Miller zusammen gearbeitet. Jerry Gray hatte dazu sicher seine Berechtigung, Immerhin gehörte er fast fünf Jahre zu Millers engsten Mitarbeitern, der auch noch in der Air Force Band seinen Dienst verrichtete.

Auf dieser CD befinden sich nun 12 Stücke, allerdings fehlen doch viele der Stücke, die Miller bekannt gemacht hatte. Man kann das jetzt kritisieren, vor allem dann, wenn man als Schlusstitel den "One o'clock Jump" findet, den Miller meiner Meinung nach niemals im Programm hatte.

Immerhin waren Hits wie "Serenade in Blue", "Pennsylvania 6-5000", "Poinciana", "Sun Valley Jump" oder auch eine Rarität wie "Elmer's Tune" mit dabei, dazu mit "Restringing The Pealrs" ein herrlich "seitwärts" gespieltes "String of Pearls". Humor hatte Gray, das muss man ihm lassen.

Wie ist nun die Qualität der Einspielung? Gray hatte sich eine sehr erlesene Truppe zusammen gesucht. Zeke Zachey und John Best (Trompeten), Jimmy Priddy (Posaune), Willie Schwartz (Klarinette,Altsax), Babe Russin (Tenorsax) und Rollie Bundock (Bass) waren alle auch wichtige Stützen bei Miller gewesen, darunter gleich drei Lead-Musiker. Schwartz spielte dabei die vielleicht wichtigste Rolle, denn er spielte die berühmte Lead-Klarinette bei der Aufnahme der "Moonlight Serenade" 1939.

Die weiteren Musiker galten viele Jahre lang als exzellente Bigband-und/oder auch Studio-Musiker, angetrieben vom großartigen Schlagzeuger Mel Lewis, der auch einige Zeit bei Tex Beneke spielte.

Man verzichtet darauf, die Soli nachzuspielen, was vielleicht manchen Hörer irritieren wird, aber mir kommt das sehr entgegen. So wird das Ganze nicht "Museums-Musik", sondern wirkt zeitgemäß, ohne aufgesetzt zu wirken.

Zu den Solisten. Ray Linn (Trompete;u.a. mit Les Brown,Tommy Dorsey,Woody Herman) spielte in "Jersey Bounce" und das Dämpfer-Soli im "One o'clock Jump", sonst ist Johnny Best der Trompetensolist. Alle Tenorsax-Soli stammen von Babe Russin (u.a. Tommy Dorsey,Benny Goodman,Harry James). Im "Johnson Rag" war Dave Harris der Solist.

Alle Arrangements stammen natürlich von Jerry Gray selbst. Er wusste natürlich genau, wie seine Band klingen sollte, schrieb er doch für Artie Shaw seinen Hit "Begin the Beguine" oder für Miller "String of Pearls" oder "Pennsylvania 6-5000".

Aufnahmetechnisch ist das Alles in erstaunlich gutem Stereo eingefangen worden. Immerhin schrieb man das Jahr 1958. Die digitale Aufbereitung wurde von den originalen Bändern vorgenommen.

Zurück zur Bewertung. Die Band swingt, das Miller-Flair wurde gut getroffen, aber trotzdem kommt etwas Wehmut auf, wenn man Stücke wie "In the Mood" oder die berühmte "Moonlight Serenade" nicht hört, denn DAS waren nun einmal DIE Miller-Stücke, wie aber so viele Andere auch.

Hierfür scheinen aber die Gründe bei den Nachlass-Verwaltern von Glenn Miller zu liegen. Konnte man noch Werke anderer Komponisten wie Mel Powell, Bill Finnegan oder Miller selbst verbieten, war das mit Grays eigenen Werken kaum möglich gewesen.

Ich kann auch nicht die Meinung von Fred Hall teilen, der sich für das Booklet verantwortlich zeigt. Er fand die Soli insgesamt "besser" als jene der Original-Aufnahmen. Das mag im Einzelnen noch stimmen, aber insgesamt ist es wohl eher Ansichtssache.

Die Spielzeit der CD mit rund 34 Minuten ist hingegen eine Frechheit. Sicher, für eine LP mag das lange genug sein, aber als CD kann ich es nicht für gut heißen.

Die Aufnahme entspricht einem hohen Standard, aber es ist keine "Ausnahme-Einspielung", die man mit auf die berühmte "einsame Insel" mitnimmt, aber sie ist sehr gut gespielt und produziert worden.

Wenn man alle Komponenten berücksichtigt, ziehe ich einen Stern ab. Damit stehen vier Sterne von mir hier zu Buche. Den Abzug begründe ich mit der kurzen Spielzeit und auch der "sehr guten" und nicht "hervorraganden" künstlerischen Darbietung.


The Cotton Club (Ost)
The Cotton Club (Ost)
Preis: EUR 12,44

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen The Cotton Club - Original Soundtrack, 7. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: The Cotton Club (Ost) (Audio CD)
Ich möchte vielleicht etwas genauer auf den Soundtrack eingehen als dies meine Vor-Rezensenten getan haben. Warum das mein Anliegen ist, hat den einzigen Grund, dass kaum jemand sich der Musiker angenommen hat, die dafür letztendlich verantwortlich waren.

Die Hauptattraktion im "Cotton Club" war damals der noch recht unbekannte Bandleader Duke Ellington, der die ganzen Shows musikalisch untermalen musste egal, ob die berühmten Nicholas-Brothers (Steptänzer) oder die berühmten Sängerinnen und Sänger auftraten, oder einfach nur eine Tanzeinlage der berühmten Chorus-Tänzerinnen an der Reihe war.

Ellington schrieb damals viele seiner heute legendären Stücke, teilweise im Minutenakt zwischendurch. Eine Leistung, die man heute kaum hoch genug bewerten kann.

Die hier im Soundtrack spielende Bigband wird hier ziemlich stilecht eingesetzt, da man die Stücke transkripierte, bzw. man sich beim Arrangieren auf den damaligen Stil orientierte. Dass man das Unterfangen nur mit ausgemachten Spitzenmusikern machen konnte, wurde entsprechend viel Zeit, Liebe zum Detail, aber auch viel Sachkunde in die Musik gelegt.

Hauptarrangeur war Bob Wilber, einem Reed-Spezialisten, Arrangeur und Ellington-Kenner, auch wenn er selbst nie der Band angehörte. Neben ihm waren es Sy Johnson, Randy Sandke und John Berry selbst, alte Hasen in solchen Dingen, die hauptverantwortlich waren für die Musik.

Großartige Solisten wurden eingesetzt, die sich auch mit der Spielweise dieser Musik auskannten, hier vor allem die Crowl-Technik der Trompeten und Posaunen, aber auch der speziellen Art des Klarinettenspiels, wie es Barney Bigard damals tat.

Ebenso wichtig war die Behandlung der Rhythmus-Gruppe, die damals noch nicht im Swing-Stil der späten 30-er Jahre spielte, sondern noch den alten Two-Beat-Rhythmus draufhaben musste, der doch auf den Charleston und bis nach New Orleans zurück ging.

Dafür wurden u.a. die Trompeter Lew Soloff und Randy Sandke, Posaunist Dan Barrett, der einzige Musiker, der runde 10 Jahre noch selbst beim Duke spielte, Britt Woodman, Bob Wilber selbst, aber auch der großartige Bariton-Saxophonist Joe Temperley geholt. Auch er hat Ellington-Luft geatmet, wenn auch erst nach dem Tode Dukes von 1974-1975.

Die hervorragende Rhythmus-Gruppe um Drummer Chuck Riggs waren John Goldsby, Kontrabass, Mike Peters, Gitarre und Banjo, sowie Mark Shane am Klavier.

Diverse Sänger, darunter Gregory Hines und Larry Marshall, der Cab Calloway so wunderbar in "Minnie the Moocher" nachamte, ohne als Kopie zu gelten,sorgten für den entsprechenden Gesang.

Diese CD ist auch aufnahmetechnisch gesehen, eine ausgezeichnete Scheibe, die dem späteren Soundtrack zu Richard Altmans Film "Kansas City" in nichts nachsteht. Es mag jetzt eine Frechheit sein, wenn ich anmerke, dass die Bigband hier fast schon zu "glatt und perfekt" agierte, damit das Original deutlich übertreffend. Die "Dirtyness" der alten Ellington-Band kann eben keine andere Band der Welt erreichen...


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