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lebens[leseliebe]lust

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Frostkuss: Mythos Academy 1
Frostkuss: Mythos Academy 1
von Jennifer Estep
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen Genialer Reihenauftakt (Schreibstil schwächelt), 30. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Frostkuss: Mythos Academy 1 (Broschiert)
Inhalt:
Gwen Frost besitzt ein ganz außergewöhnliches Talent: sie besitzt die Gypsy-Gabe. Fasst sie einen Menschen oder einen Gegenstand an, so hat sie einen Einblick in die Gedankenwelt und Erinnerung der Person bzw. des Gegenstandes. Nur widerwillig benutzt sie diese Gabe.
Auf der Mythos Academy soll sie lernen, ihre Gabe sinnvoll einzusetzen und sie zu kontrollieren. Ihre Mitschüler sind Kampfmaschinen und werden ausgebildet, um den finsteren Gott Loki zu bekämpfen. Doch was hat Gwen dann dort verloren? Sie hat keinerlei Talent im Bereich Kampf, Waffen oder Sport. Und was hat es mit dem heißen Spartaner, ihrem unnahbarem Mitschüler, auf sich?

Wie hat's mir gefallen :
Okay, die Handlung ist nun wirklich ein alter Schuh: junges unverstandes Mädchen, Außenseiter noch dazu geht auf eine Schule für Jugendliche mit außergewöhnlichen Talenten. Auch die griechischen Gottheiten sind dazu keine Neuigkeit, aber ich steh einfach auf solche Bücher. Ich mag die magischen Elemente, die Göttermythen, ich liebe die unverstandenen Außenseiterprotagonisten und ich liebe das Hin und Her zwischen Gwen und Logan.

Ehrlich gesagt, hatte ich wenig erwartet. Eher halbherzig begann ich das Buch und konnte es schon nach wenigen Seiten kaum mehr aus der Hand legen. Gwen ist derart sympathisch, dass man sie keine Sekunde mehr alleine lassen möchte. Sie ist neu auf der Mythos Academy und weiß gar nicht so recht, was sie unter den ganzen Kampfmaschinen verloren hat. Als Freak lebt sie allein, zurückgezogen und abgeschieden - auch ihre Gypsy-Gabe hilft da nicht.
Auch wenn man anfangs merkt, dass es sich um einen Reihenauftakt handelt und somit viel erklärt und eingeführt wird, nimmt das Buch schnell Fahrt auf und wird keine Seite langweilig. Neben dem üblichen HighSchool-Geplänkel geschehen furchtbare Dinge: ein Mädchen wird kaltblütig ermordet. Gwen, die bisher nicht an die Mythen und Geschichten glaubt, beschäftigt sich nun zusehends mit Loki, Nike und Co. Vielleicht ist doch etwas Wahres an den Erzählungen dran? Was alles passiert, müsst ihr - wie immer - selbst nach lesen. Nur über das Ende sei gesagt: der Clou kam letztendlich gegen Ende des Buches nicht ganz so überraschend für mich kam, fand ich es doch schlüssig, gut gelöst und packend. Ich will definitiv mehr lesen.

Ein großer Pluspunkt sind die gut ausgearbeiteten Nebencharaktere. Im Vordergrund steht wohl unangefochten Logan, der Bad Boy des Buches, in den sich nicht nur Gwen unsterblich verliebt. Doch nicht nur ihre Gypsygabe steht zwischen ihnen, der Bad Boy verbirgt so einige Geheimnisse und außerdem ist er ein Playboy, wie er im Buche steht. Ich liebe das Hin und Her, das Necken und Fallen lassen und vor allem die Unsicherheit darüber, ob er mit Gwen spielt oder sie wirklich mag. Dieses Spiel mit dem Feuer ist der Autorin unglaublich gut gelungen. Ich habe mit vollends in den Spartaner verliebt, obwohl ich jetzt schon weiß, dass er Gwen das Herz brechen wird.
Auch Daphne mochte ich sehr. Die Walküre ist ein Traum in Pink, kennt sich mit Tratsch aus und würde niemals mit so einem Looser wie Gwen abhängen. Doch so unnerdig ist die Computerspezialistin auch nicht und in Zeiten der Not, stellt sie sich als gute Verbündete dar.

Leider, leider stellt der Schreibstil des Buches einen großen Schwachpunkt dar. Gwen wiederholt sich derart oft, das man richtig genervt ist. Dabei handelt es sich nicht nur um inhaltliche Wiederholungen (à la "Und ich soll der Freak sein?"), sie sind sogar immer gleich formuliert. Da fragt man sich doch, ob der Lektor geschlafen hat oder gänzlich fehlte. Ständig wird wiederholt, das Gwen eine Außenseiterin ohne Freunde ist, wie ihre Mutter starb und wie Paige damit zusammenhing. Hier hätte ich eine Kürzung bevorzugt, aber nun gut. Legt man nicht den größten Stellenwert auf einen abwechslungsreichen Schreibstil, sondern (wie ich gerne mal) auf eine brodelnde Hassliebe, so kann man über die zahlreichen Wiederholungen hinwegsehen und dennoch viel Spaß haben.

Sieht man über den Schreibstil hinweg, so hat man einen atemberaubend guten Serienauftakt in der Hand, der alles bietet was man sich wünscht: Mythologie, Kämpfe, Intrigen, Witz, Spannung und eine Liebesgeschichte, die unter die Haut geht. Ich will definitiv mehr davon.

Gut zu wissen :
1. Frostkuss
2. Frostfluch
3. Frostherz
4. Frostglut
5. Frostnacht
6. Frostkiller

Fazit:
Ich gebe ganz klar eine Leseempfehlung, denn "Frostkuss" ist ein spannender Fantasyauftakt voller Witz, Emotionen und Action. Besonders der Bad Boy Logan hat es Gwen (und mir) angetan.
Wer allerdings einen penible ausgearbeiteten Schreibstil bevorzugt, sollte die Hände von dem Buch lassen. Zahlreiche Wiederholungen schmälern ein wenig das Lesevergnügen.

Bewertung 4,5/5


Marienkäfertage
Marienkäfertage
von Uticha Marmon
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,95

5.0 von 5 Sternen Tiefgängig, berührend und wunderschön, 16. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Marienkäfertage (Gebundene Ausgabe)
cInhalt:
Eigentlich schreibe ich gerne meine eigenen Inhaltsangaben, doch der Magellanverlag hat sich so viel Mühe gegeben um es treffend (und ohne Spoiler!) zu erzählen, dass ich heute mal den Umschlagtext vorstelle:
Endlose helle Tage, Sonnenlicht, das flirrend durch Baumkronen fällt, kaltes Seewasser und frische Zimtbrötchen – so war ihr Sommer, jedes Jahr. Jetzt sind das alles nur noch Erinnerungen an eine Zeit, als sie Elin und noch nicht Lykke war. Doch was heißt das überhaupt – Lykke sein? Und wie passt dieser fremde Junge in ihr neues Leben, Rasmus, der ihr Angst macht, den sie aber auch ein kleines bisschen mag? Während sie sich vorsichtig an ihre neuen Gewissheiten herantastet, erkennt sie eines: Das Glück ist vielleicht ein scheuer Gast, aber es liegt an uns, ob wir ihm die Tür öffnen.

Wie hat's mir gefallen:
Da der Klappentext nur eine vage Auskunft darüber gibt, in welche Richtung das Buch wohl gehen wird, hatte ich ein klein wenig Einstiegsprobleme. Wer schreibt die Briefe? Was hat es mit Lykke auf sich? Wieso ist Elin alleine in Dänemark? Was ist bloß geschehen? Der anspruchsvolle und tiefgängige Schreibstil, der teilweise in einem stakkohaften Stil verfällt, machte mir den Einstieg auch nicht leichter. Aber gerade die Ungewissheit, die Fragen und meine naturgegebene Neugierde banden mich an das Buch, an Elin und an die wunderschöne und tiefemotionale Handlung. Eine Reise voller Entzückungen konnte beginnen.

Ehrlich gesagt, werde ich versuchen nicht zu sehr den Inhalt zu beleuchten, denn ich denke einige Leute könnten vom Hauptthema abgeschreckt sein, da unsere Gesellschaft derartabgestumpft ist, das manche Themen kein Gehör mehr bekommen. Weil man es einfach schon kennt. Auch wenn ich lange Zeit eine Vermutung hatte, so konnte ich Elins dunkles Geheimnis nur erahnen. Uticha Marmon gibt immer nur Brotkrumenweise preis, was es mit dem jungen Mädchen auf sich hat und genau das ist derart faszinierend, das man nicht aufhören kann zu lesen. Auch wenn die Spannung nicht thrillermäßig gehoben ist, so flirrt sie auf einem durchgehend Level, sodass es auf keiner Seite langweilig wird. Auch wenn Elin 'nur' Beeren pflückt oder ihre heiß geliebten Zimtbrötchen mampft, ist der Plot immer unterhaltsam, nachdenklich und höchst spannend.

Größtenteils mag dies am hervorragenden Schreibstil liegen, der mich zunächst irritiert hat. Kurze abgehackte Sätze entschleunigen das Lesen und man wird gezwungen über jeden Satz, ja sogar über jedes wohl gewählte Wort nachzudenken. Man lernt Stück für Stück zwischen den Zeilen zu lesen und darüber nachzudenken, was es zu bedeuten hat. Ich liebe es zu interpretieren und wachsam zu lesen, denn nur so bemerkt man, das "Vogelbeeren essen" so viel mehr bedeutet, als sich nur den Magen zu verstimmen.
Daher empfehle ich das Buch mit ausreichend Zeit am Stück zu lesen. Nicht in einer Stunde. Nicht an einem Tag. Aber man sollte es nicht definitiv neben dem Kaffee und dem Marmeladenbrötchen vor der Arbeit lesen, sondern es bei einer warmen roten Grütze mit selbstgemachter Vanillesoße genießen.

Genießen kann man auch die Vielfalt der Charaktere. Elin ist ein sehr liebes Mädchen, die unentwegt flücklich zu sein scheint. Doch Stück für Stück bröckelt die Fassade. Lykke hingegen ist aufmüpfig, manchmal zickig und mag das Alleinsein. Es gibt Tage, an denen Elin Lykke nicht ausstehen kann, doch manchen Begegnungen kann man nicht aus dem Weg gehen. Nur gut, dass den Beiden Silje zur Seite steht, die sich nicht so leicht aus das Fassung bringt und immer für alte Freunde da ist. Und es gibt auch noch Rasmus, den Elin zwar mag, aber nicht immer versteht, denn Rasmus verschwindet gerne mal ohne ein Abschiedswort. Auch wenn diese Gruppe nicht unterschiedlicher sein könnte, so verbindet sie doch eine Menge - letztendlich dieselben Teilchen, aus denen sie bestehen.

Sehr besonders in diesem Buch ist der Schauplatz. Elin, halb Deutsch und halb Dänin, verbringt oft mit ihren Eltern den Sommer im Marienkäferhaus, dem wohl schönsten Platz in Dänemark. Dort sind alle sorgen vergessen und die Familie verbringt zusammen mit dem muckeligen Opa Knut eine schöne Zeit. Doch nun verweilt Elin alleine dort und so sehr sie sich Mühe gibt, den Alltag aufrecht zu erhalten, die heile Welt bröselt ihr wie Sand durch die Finger. Die Autorin schafft eine eigene Welt, die ich mir plastischer nicht vorstellen könnte. Ich sehe innerlich die hellen Haare von Elin, kann den leisen Wind auf meinen Wangen spüren und höre Silje 'Kanebullar' rufen.

Ich denke nicht, dass ich erwähnen muss, wie begeistert ich bin, wie sehr mir das Buch gefallen hat, trotz des teils schweren Themas. Es geht um Glück, um Familie, um Lasten und um Freundschaft. Es geht um Sichtweisen, um Leiden, um Lügen und Vergeben. Eine Geschichte, wie es nur das Leben schreiben kann. Und Utichai Marmon.

Cover/ Buchgestaltung:
Ich habe selten so ein wunderschönes Cover gesehen. Es fängt den Sommer und das Glücksgefühl, welches man damit verbindet perfekt ein und führt den Leser schon vorab auf eine Reise nach Dänemark.
Schlägt man das Buch auf, so sieht man zahlreiche bunte Marienkäfer. Auch ohne Schutzumschlag ist das Buch ein Hingucker und zählt nun zu meinen absoluten Lieblingscovern. Hier steckt viel Liebe zum Detail drin - wow.

Fazit:
Uticha Marmon entführt den Leser auf eine Reise nach Dänemark und auf eine Reise zu sich selbst. Mit einem beeindruckend tiefgängigen Schreibstil erzählt die Autorin die Geschichte von einem Mädchen, das zu sich, ihrer Familie und zu ihren Freunden findet. Es geht um Glück und wie man es behält. Ein schöneres und bewegenderes Buch habe ich lange nicht gelesen.

Bewertung 4,5/5


Das Ornament - Auf den Spuren der Macht I
Das Ornament - Auf den Spuren der Macht I
von Ulrike Münch
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,50

4.0 von 5 Sternen Geeignet für Kinder ab 9+, 15. Januar 2015
Inhalt:
Lukas, der schüchterne und behütete Junge, findet eines Tages ein geheimnisvolles Pergament und einen mysteriösen Lederbeutel. Doch was hat es damit auf sich? Zu Anfangfehlt ihm der Mut um den Geheimnissen auf die Spur zu gehen, doch zusammen mit seinem besten Freund Moppel macht er sich auf Entdeckungstour und löst so einige Rätsel.
Auf die Beiden warten Drachen, Piraten, Zeitreisen und schreckliche Schurken. Zusammen gehen sie durch Dick und Dünn, doch das Ornament bedeutet nicht nur Macht, sondern zugleich auch schreckliche Gefahr.
Ob die beiden Freunde all dies überstehen können? Was es mit dem Ornament auf sich hat? Lest selbst ;).

Wie hat's mir gefallen:
Ich gestehe, ich habe einige Zeit gebraucht um mich einzufinden. Einerseits hatte ich so meine Probleme mit der dünnen Schriftart auf dem doch stechendweißen Papier, andererseits hatte ich eher ein Jugend- als ein Kinderbuch erwartet. Anfänglich waren mir die Schulszenen zu detailliert und die Kapitel um das Ornament zu kurz. Ich hatte das Gefühl, dass sich die Unterrichtsstunden genauso zogen, wie man sie als Schüler selbst durchlebt hat und wurde es spannend, so rannte die Autorin durch die Szenen, das ich kaum mitbekam, was passierte.
Doch nach und nach gewöhnte ich mich an den jungen Lukas, an den Schreibstil und an die Zielgruppe. Das Abenteuer konnte starten.

Nachdem das Buch eher ruhig begann, nahm der Spannungsbogen zunehmends zu. Man wurde als Leser immer neugieriger, was es eigentlich mit dem Ornament und vor allem dem Lederbeutel auf sich hat. Was weiß Lukas' verschrobene Tante über die Magie? Und auch der fiese Schuldirektor scheint mehr zu wissen, als er sollte. Doch wie hängt all dies zusammen?

Die Charaktere sind sehr ausgewogen und absolut unterschiedlich. Der kleine schmächtige Lukas ist eher schüchtern und nicht mutig. Mit der Zeit wird er zwar mutiger, doch so recht mag er nicht aus der Schwächlingsrolle entschlüpfen. Mutig, dafür etwas pummeliger ist Lukas' Freund Moppel. Den Namen finde ich zwar gerade in einem Kinderbuch sehr unpassend und oberflächlich, doch den freundlichen Daniel scheint der Spitzname kaum zu stören. Mir gefiel es besonders gut, dass die Autorin einen gesteigerten Wert auf Freundschaft legt, denn Loyalität und Zusammenhalt werden hier groß geschrieben.

Ein kleiner Minuspunkt war für mich die Zeitreise, die für meinen Geschmack falsch betitelt wurde. Erst hab ich mich gefragt, wieso sie bei einer Zeitreise immer am gleichen Ort starten und an völlig unterschiedlichen Orten herauskommen. Doch dann zeigte sich, dass das Buch sie an verschiedene Stellen schickt und somit die Bezeichnung 'Dimensionssprung' besser passen würde. Ansonsten ist die Handlung aber gut durchdacht, abwechslungsreich und trotz spannungsgeladener Szenen absolut kindgerecht. Ich gebe meine persönliche Leseempfehlung bei 9+, aber ich denke junge Jugendliche fühlen sich hier ebenso noch wohl.

Auch wenn das Ende abgeschlossen wirkt, so lässt der Inhalt Spielraum für eine Fortsetzung. Ich bin gespannt, wie es mit Lukas, Daniel und den bösen Dämonen weitergeht.

Fazit:
"Das Ornament" ist wegen seinem kindgerechten Schreibstil sehr gut für Leser ab acht/neun Jahre geeignet, aber auch Jugendliche werden viel Spaß mit dem schüchternen Lukas und dem freundlichen Daniel haben, die zusammen durch Dick und Dünn gehen wenn sie gegen Drachen, Dämonen und Piraten kämpfen.
Ich fühlte mich ab dem zweiten Drittel gut unterhalten, empfehle es aber doch eher jüngeren Lesern.

Bewertung 3,5/5


Nur eine Stimme entfernt: Roman (feelings emotional eBooks)
Nur eine Stimme entfernt: Roman (feelings emotional eBooks)
Preis: EUR 4,99

2.0 von 5 Sternen Leichte Unterhaltung mit mäßig gutem Ende, 7. Januar 2015
Wie hat's mir gefallen:
Ich liebe Briefromane und fand die Idee absolut faszinierend, dass sich mal nicht SMS, Emails oder Briefe geschrieben werden, sondern dass die Protagonisten miteinander reden, aber dennoch ein wenig ihrer Anonymität bewahren. Sie telefonieren.

Die Geschichte handelt einerseits von Daniel, der sehr hartnäckig ist um Isobel kennen zulernen. Er ist verheiratet und scheint auch glücklich zu sein, jedoch fehlt ihm irgendetwas. Genauso auch Isobel, die einen eigenen Partyservie betreibt. Auch wenn sie immer wieder versichert, sie wäre glücklich mit ihrem Mann, wartet sie sehnsüchtig auf die Anrufe von Daniel.
Auch wenn dies ein altbewährtes Modell ohne viele Neuerungen ist, mag ich das sehr gerne. Allein die Vorstellungen sich übers Telefon zu verlieben ist äußerst romantisch.

Weniger romantisch ist hingegen, dass beide nicht nur einen Partner haben, sondern ihn auch nicht verlassen wollen. So scheinen die Telefonate ins Nichts zu führen und keinen tieferen Sinn zu haben, weswegen manche Kapitel sich einfach nur zogen und Gesagtes ständig wiederholt wurde. Besonders genervt war ich von der selbstgerechten Isobel, die vornerum so tut, als wöllte sie keinem wehtun wollen, hintenrum sich aber zwei Männer warm hält. Genau dieses Verhalten hat mich durchweg gestört. Das man nicht sofort seine Ehe beendet ist absolut klar. Aber muss man sich nicht irgendwann entscheiden? Die Autorin zeigt somit dem Leser: es ist gar nicht falsch zweigleisig zu fahren und das hat mich einfach nur gestört.

Trotz aller Kritik hatte ich Freude beim lesen der kurzweiligen Kapitel. Gerade wenn man nicht so viel Zeit hat, kann man immer mal nur ein Kapitel genießen und das Buch weglegen. Der Einstieg fällt immer wieder sehr leicht, da die Handlung nur so vor sich hinplätschert.

Für meinen Teil hat das Ende viel kaputt gemacht. Es war war absolut überraschen und nicht vorhersehbar, aber es wollte einfach nicht um Rest der Handlung passen. Ob man nun Befürworter der Eheretter ist oder lieber ein Happyending zwischen den Protagonisten mag ist ganz egal. Aber dieses besondere Ende lässt den Leser absolut unbefriedigt zurück. Ich hatte das Gefühl, die Autorin weiß selbst nicht so recht, wie sie es enden soll, ohne eine Partei zu verletzten und endet so wie sie beginnt. Das ganz hat mich wirklich frustriert, denn hier kann man sich eben nicht seinen Teil denken. Es zeugt von absoluter Charakterschwäche der Protagonisten, die sich während der Handlung sowieso einige Male umentscheiden und kaum Loyalität beweisen, dass sie sich nicht nur nicht entscheiden können, sondern auch nicht zu ihrem Wort stehen.
Schade, da habe ich mehr erwartet. Vielleicht überrascht mich aber die Autorin auch mit einem hervorragenden zweiten Teil, dann nehme ich mein barsches Urteil gerne zurück.

Fazit:
Auch wenn mich das Ende zu "Nur eine Stimme entfernt" absolut nicht überzeugen konnte, so hatte ich beim Lesen der kurzweiligen Kapitel viel Spaß. Ganz im Stil von Telefonaten und Briefen gibt es keinen langweiligen Erzähler, sondern nur direkte Gespräche zwischen den Protagonisten. Wer leichte Unterhaltung für Zwischendurch sucht, ist hier genau richtig.


Something like love: Wenn dich die Liebe findet
Something like love: Wenn dich die Liebe findet
von Susane Colasanti
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,99

2.0 von 5 Sternen Zu vorhersehbar, zu esoterisch, 30. Dezember 2014
Inhalt
Erin ist unsterblich in Jason verliebt. Zwischen ihnen läuft es perfekt. Jason findet Erin cool, aber in dem Moment, als er Erins beste Freundin Lani kennenlernt, weiß er: Richtig tiefe Gefühle hat er nur für Lani. Lani glaubt an das Schicksal, die große Liebe und an ihre Freundschaft zu Erin. Um keinen Preis will sie Erin verlieren. Doch wie lange wird sie ihre Gefühle für Jason noch unterdrücken können?

Wie hat's mir gefallen
Leider muss ich gestehen, dass mir das Buch so gar nicht gefallen hat. Alles fing sehr leicht und jugendlich an. Lanis beste Freundin verliebt sich in Jason und die beiden werden ein Paar. Auch wenn sich Lani einredet, dass sie nicht auf Jason steht, so ist dem Leser von der ersten Seite an klar, dass sie ihn mag und sie später ein Paar werden.

Lani, die Protagonistin des Buches scheint zuerst sehr sympathisch, vernünftig und scheint eine gute Freundin zu sein. Je weiter man liest, desto mehr merkt man wie scheinheilig sie ist. Sie ist derart illoyal ihrer Freundin gegenüber, badet sich aber später im Selbstmitleid, als sie schlecht behandelt wird von ihr. Selten war ich so angewidert von einer Protagonistin. Sie beweist nicht nur, dass sie kein Rückgrat hat, sondern nutzt ihre Doppelmoral als Schutzschild.
Auch Jason scheint keinen Deut besser zu sein. Obwohl er mit Erin zusammen ist, zieht es ihn zu Lani hin und er macht keineswegs rechtzeitig (und vernünftig) Schluss mit Erin.
Jede Seite habe ich gehofft, dass Lani endlich aufwacht und bemerkt, dass ihr Banknachbar aus dem Kunstunterricht echtes ehrliches Interesse zeigt. Ob dies geschieht? Das verrate ich natürlich nicht, ein bisschen Spannung muss bleiben.
Wirklich sympathisch allerdings war der schwule Freund von Lani, der stereotypisch noch ein Coming-Out während des Buches hat. Trotz aller Chlichés mochte ich ihn sehr und war froh, wenn er neuen Wind in die sonst so vorhersehbare Handlung brachte.

Ein großer Minuspunkt war die Vorhersehbarkeit. Dadurch wurde dem Leser so viel Spannung genommen, das man wenig Lust hatte weiterzulesen. Hinzu kam die Zukunftsvorhersage durch die Wahrsagertante, die auch noch ein Happy Ending andeutete. So war sogar der bevorstehende Konflikt zwischen Erin und Lani schon vorhergesagt. Schade, schade.

Doch nicht nur die Vorhersehbarkeit war ein Manko, sondern auch das Thema Schicksal, Wahrsagen, Horoskop und Co. Ich selbst bin diesen Dingen nicht abgeneigt und glaube auch an Sternzeichen, positive Energien und ja wieso soll es nicht auch Schicksal geben. Aber Lani geht derart naiv an diese Sachen heran, dass ich nur noch den Kopf schütteln konnte. Alle Fehler die sie begeht, alle Lügen die sie ausspricht, rechtfertigt sie vor sich und ihren Freunden mit dem Schicksal und einer höheren Macht. Aber hat sie nicht selbst entschieden Jason zu treffen? Wieso sagt sie nicht ihrer Freundin die Wahrheit, dass sie nun mit Jason zusammen ist? Wieso lügt und betrügt sie ohne es zuzugeben? Nein, das ist wahrlich kein gutes Beispiel für Jugendliche, schließlich bekommt sie für die ganzen schlechten Taten nicht mal eine angemessene Strafe und wird sogar noch belohnt.

Alles in allem war es ein nettes Buch ohne Tiefgang für Zwischendurch. So recht empfehlen mag ich es aber keinem, da hier fragwürdige Moralvorstellungen weitergegeben werden und es auch sonst kaum sympathische Charaktere gibt. Da hat mich das Cover leider getäuscht. Einzig der flüssige und nicht besonders markante Schreibstil führten dazu, dass ich das Buch beendet habe.

Cover/Buchgestaltung
Das Cover ist wirklich wunderschön gestaltet. Es ist zugleich mädchenhaft, verschnörkelt und detaillreich, aber auch leicht und nicht zu schwer. Gerade der reine weiße Hintergrund lockert die Spielereien wieder auf. Man bekommt richtig Lust das Buch zu lesen.

Fazit
Stereotypischer könnte eine Geschichte nicht sein: Mädchen verliebt sich in den besten Freund der Freundin und macht so ziemlich alles falsch. Leider konnten mich weder die Protagonistin noch der Spannungsbogen überzeugen. Vorallem die allgegenwärtige Vorhersehbarkeit und das ständige Esoterik-Gerede haben mich besonders genervt. Jedoch regt der leichte und flüssige Schreibstil zum Weiterlesen an.


Das Mädchen, das Geschichten fängt: Roman
Das Mädchen, das Geschichten fängt: Roman
von Victoria Schwab
  Broschiert
Preis: EUR 13,99

4.0 von 5 Sternen Phantastischer, als man denkt, 18. Dezember 2014
Inhalt:
Wenn ein Mensch stirbt, wird seine Lebensgeschichte in einer Art Bibliothek abgelegt. Manchmal jedoch erwachen die Geschichten und versuchen in die Welt der Lebenden zurückzukehren. Dann kommt Mac ins Spiel, denn sie ist eine Hüterin und ihre Aufgabe ist es, die entlaufenen Geschichten zurückzubringen. Doch plötzlich häufen sich diese Vorfälle, und die Grenzen zwischen Leben und Tod drohen zu verschwimmen. Mac beschleicht der schreckliche Verdacht, dass jemand die Lebensgeschichten manipuliert. Gemeinsam mit dem Hüter Wes versucht Mac, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Quelle

Wie hat's mir gefallen:
Zuerst war ich ein wenig überrascht, denn ich hatte eine poetische tiefgehende Handlung über Geschichten erwartet. Tatsächlich fängt Mackenzie, die Protagonistin, keine Geschichten, sondern die Abbilder von Toten, sogennante Chroniken. Somit verwirren Titel und Cover ein wenig und ich befürchte, es zieht die falschen Leser an Land. Zum Glück mag ich aber magische und phantastische Geschichten sehr.

Mac lebt in einer Welt aus Lügen. Ihre Eltern sprechen nicht über den Tot ihres Bruders Ben. Um über den Verlust hinwegzukommen flüchtet sich Mac in die düsteren Narrows und das mysteriöse Archiv, denn sie ist eine Wächterin und muss aufgeweckte Chroniken zurückbringen. Dies ist nicht immer leicht, trotz der guten Ausbildung durch ihren Großvater.

Den Schreibstil mochte ich sehr gerne. Kursiv-geschriebene Rückblicke, die den Leser direkt ansprechen und zugleich ein Monolog von Mac an ihren Großvatern sind, machen die Szenen sehr persönlich und binden den Leser direkt ein, was ich wirklich mochte. Ich war somit von Anfang an Teil der Geschichte und fühlte mich ganz besonders mit Mac verbunden.
Aber auch die nicht-kursiven Abschnitte, die deutlich mehr Anteil des Buches ausmachen, sind wunderschön geschrieben. Man fühlt regelrecht die Emotionen der jungen Mac, denn ihr Leben ist geprägt durch Schmerz, Verlust und Einsamkeit. Die Autorin schafft es sehr bildlich und detailliert zu schreiben, sodass man sich wie in einem Film fühlt und jede Szene genau vorstellen kann.

Einen Abzugspunkt gibt es allerdings für die Spannung, die oft einfach abwesend ist. Manche Kapitel ziehen sich wie Kaugummi und man möchte das Buch fast weglegen. Einzig das Auftauchen von Wes, demm arroganten und charmanten Wächter, bringt etwas frischen Wind in die teils langatmigen Kapitel. Zu viel möchte ich nicht über ihn verraten, denn ob man ihn hasst oder mag, muss man definitiv selbst herausfinden. Ich finde ihn durch und durch interessant und keineswegs zu gradlinig. Er ergänzt Mac um einige Punkte und doch gleicht er ihr sehr.

Gerade gegen Ende des Buches steigt die Spannung ins Unermässliche, sodass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen wollte. Es gibt viele schockierende Wendungen und Auflösungen, die ich so keienswegs erwartet hätte. Gerade das Ende gibt dem Buch das gewisse Etwas und hat mir viel Lesefreude bereitet.

Ingesamt ist das Buch wie ein Mix aus "Seiten der Welt" und "Bookless", was für mich persönlich eine gute Mischung ist. Auch wenn es nicht immer actionreich zu Gange geht, so wird das Buch nie gänzlich langweilig. Die Autorin schafft es den Leser stets neugierig zu machen, sodass man am liebsten die ganze Nacht lesen möchte.
Es ist überraschend anders!

Cover/Buchgestaltung:
Ehrlich gesagt, war das hübsche Cover mein Kaufgrund. Nach dem Lesen muss ich gestehen, dass es eher romantisch und magisch aussieht, und zu wenig phantastisch und abenteuerlich. Ich befürchte, einige Fantasyfans könnten einfach an dem Buch vorübergehen und es ignorieren. Und andere Liebesgeschichtenschnulzenemotionsliebhaber könnten hier etwas Falsches erwarten.

Fazit:
Das Buch entführt den Leser überraschenderweise in eine magische Welt der Narrows und Chroniken, voller Abenteuer und Geheimnisse. Auch wenn nicht immer die Spannung aufrecht erhalten werden kann, so überzeugt die Autorin mit einem detailverliebten Schreibstil und charakterstarken Protagonisten.


Die Bestimmung - Fours Geschichte
Die Bestimmung - Fours Geschichte
von Veronica Roth
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

4.0 von 5 Sternen Für Fans ein Muss, 15. Dezember 2014
Inhalt:
Aus der Bestimmung-Trilogie kennen wir bereits Tris, ihre Vergangenheit und ihre Zukunft. Doch was ist mit Four? Was hat er durchlebt bevor er auch Tris traf? Wie war seine Zeit, als er zu den Ferox stieß? Was ist ihm widerfahren?
In fünf Kurzgeschichten erfahren wir mehr über ihn und seine Vorgesschichte bis hin zu den ersten Treffen mit Tris.

Wie hat's mir gefallen:
Zuerst war ich ein wenig abgeschreckt, da ich unzusammenhangslose Kurzgeschichten erwartet habe. Umso überraschter war ich, dass die ersten Zweidrittel des Buches sehr fließend ineinander übergehen. Doch beginnen wir von Anfang an:

Four war den Lesern bisher als harter und mutiger junger Mann bekannt, doch hier entdeckt man neue Seiten an ihm. Auch wenn seine Aufnahme bei den Ferox nicht so kampfreich war, als zu Tris' Zeiten, so war es keineswegs einfach. Schon hier kristallisieren sich erste heimliche Verbrüderungen zwischen Ferox und Ken ab. Four versucht Eric auf die Schliche zu kommen und gelangt somit ungewollt ins Netz von Intrigen und steht absofort unter Beobachtung.
Dachte man im ersten teil zu die Bestimmung noch, dass Four hart zu Tris war, so sieht man, dass er sein Bestes tat, um sie zu beschützen.

Was mir besonders gefiel ist, dass die Autorin keinen Kitschroman schreibt, wie es so oft passiert, wenn der männliche Part zu Wort kommt. Auch wenn man Four besser versteht und man hinter die Fassade schauen kann, so ist er keineswegs ein Weichei oder unpassend romantisch. Das war wirklich sehr erfrischend. Trotz allem merkt man, wie sehr er sich von Tris angezogen fühlt. Hach, wirklich schön.

So gut mir die fünf Kurrgeschichten gefallen haben, etwas gibt es auch zu bemängeln. Die ersten drei Kurzgeschichten gehen ineinander über und man erkennt einen roten Faden. Doch die beiden letzten sehr kurzen Geschichten scheinen losgelöst, zeitversetzt und scheinen gar nicht recht dazuzupassen. Ich hatte das Gefühl, die Autorin wollte diese Kurzgeschichten unbedingt an den Leser bringen und hat es nicht geschafft, sie inhaltlich schon vorab einzubauen. Wirklich schade, das hätte man auch anders lösen können.

Alles in allem ist es eine nette Ergänzung für Fans der Bestimmung Trilogie. Auf keinen Fall sollte man das Buch aber als Einstieg in die Reihe lesen, da es einige Spoiler enthält (siehe Gut zu wissen). Das Buch bietet dem Leser die Chance noch einmal in die Welt von Tris und Four einzutauchen, doch für meinen Geschmack war der Abstecher etwas zu kurz.

Fazit :
"Fours Geschichte" ist eine nette Ergänzung, jedoch kann ich sie nur absoluten Fans empfehlen. Man erfährt einiges neues über Four, jedoch war dem Leser schon viel aus seiner Vergangenheit bekannt. Ich hatte viel Spaß mit den Kurzgeschichten und bin froh, dass die Autorin uns nocheinmal in die Welt von 'Die Bestimmung' hat eintauchen lassen.


Die Zeitrausch-Trilogie, Band 3: Spiel der Gegenwart
Die Zeitrausch-Trilogie, Band 3: Spiel der Gegenwart
Preis: EUR 3,99

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wäre das Ende nicht, wäre es wieder mal perfekt ;), 9. Dezember 2014
Inhalt:
Alison hat genug, Sie will nicht weiter Teil der Show Top The Realities sein, doch ihr Plan ist waghalsig. Sie will zusammen mit Kay in ihre Gegenwart zurückkehren. Doch was wird sie dort erwarten? Ist sie dort wirklich vor den Ports sicher? Was wird mit ihrer Familie geschehen, wenn sie plötzlich wieder auftaucht?
Doch so leicht kann Alison der Show kein Ende setzen...

Wie hat's mir gefallen:
Ich gestehe, der Einstieg in das Buch fiel mir wirklich schwer. Auch wenn ich die beiden ersten Teile abgöttisch geliebt hab, steckte ich einfach nicht mehr so in der Handlung, wie es die ersten Kapitel erfordert hätten. Deswegen gebe ich euch vorab den Tipp: lest alle drei Teile direkt am Schluss ohne nur die kleinste Pause, so habt ihr keinerlei Probleme in die Handlung hineinzukommen.

Ich möchte gar nicht zu viel über den Inhalt erzählen, denn die Buchbeschreibung spoilert für meinen Geschmack schon viel zu sehr und nimmt Wendungen vorweg. Alison muss sich erneut dem Spiel stellen, muss Wum Randy bekämpfen, muss um ihre Liebe zu Kay kämpfen und zugleich ihre Familie und ganz besonders ihren Bruder beschützen.

Auch wenn das Buch viel in der Gegenwart spielt, spielen die verschiedenen Geschehnisse in den verschiedenen Zeitebenen. Es ist gar nicht so leicht, da noch mitzukommen, was wann passiert war, passieren würde und passieren könnte. Manchmal bin ich echt nicht hinterhergekommen und habe über so einige (vermeintliche?) Logikfehler nachgedacht. Da gab es dann schließlich ein Ereignis, was mir gar nicht gefiel und Totgeglaubte standen von den Lebenden auf. Nein, das war mir zu viel.

Zu viel war mir leider auch das Ende. Die letzten 10% des Buches hätten für meinen Geschmack nicht sein dürfen. Einerseits erinnerte es zu stark an "Bis(s) zum Ende der Nacht", andererseits veränderten sich dadurch die Charaktere einfach zu stark. Ich bin absolut gegen eindimensionale Charaktere, aber wo ist mein starker, mürrischer, stiller und männlicher Kay geblieben? Ich kann mit diesem weichen Liebesgewinsel leider nichts anfangen, denn es passt einfach nicht zu dem Kay, in den wir Leser uns verliebt haben. Alison hingegen wirkt härter, gefasster und emotionskühler denn je, was ich wiederum gar nicht mal so schlecht fand. Die Show hat sie verändert, die Erlebnisse verhärmt. Diesen Wandel kaufe ich ihr durch und durch ab.

Der Schreibstil ist einerseits gewohnt gut und jugendlich, wirkte zugleich, aber oft sehr gehetzt. Ich hatte das Gefühl, die Autorin kann es nicht abwarten zum Showdown zu kommen, der nebenbei gesagt, gar nicht so groß und bombastisch ist, wie man erwarten könnte.
Außerdem nervte mich die dauernde und immer wieder aufkehrende Wiederholung des Wortes 'linear'. Ich weiß, das Kim Kestner nur dem Leser helfen will, die Zeitebenen zu verstehen, dennoch war ich zum Schluss so genervt, dass ich beinahe ein Trinkspiel daraus gemacht hätte. Das hätte man auch anders lösen können, schade.
Dennoch fühlte ich mich auf jeder Seite unterhalten und es war trotz allem so spannend, dass ich nicht aufhören wollte zu lesen. Schließlich wollte ich wissen, wie es endet.

Alles in allem ein gutes, aber nicht durchweg gelungenes Ende der Zeitrausch-Trilogie. Es bleibt eine meiner absoluten Lieblingsreihen. Ich habe immernoch die Hoffnung, das wir mehr aus dem Universum zu lesen bekommen, aber ich hoffe inständig, dass die Geschichte von Alison und Kay zu Ende ist. Manchmal ist weniger Mehr.

Fazit:
Auch wenn mir das Ende einfach zu viel und zu triefend war, so hatte ich viel Spaß mit dem Abschluss der Trilogie und kann sie jedem Fan nur wärmstens ans Herz legen. Die Verstrickungen der Zeitebenen, die sonst immer ein Plus der Reihe waren, werden hier fast zum Verhängnis. Wer nicht jede Sekunde beim Lesen absolut angeknipst ist, stolpert über nachfolgende Szenen.

Bewertung 3,5/5
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 10, 2014 11:14 AM CET


Obsidian, Band 2: Onyx. Schattenschimmer
Obsidian, Band 2: Onyx. Schattenschimmer
von Jennifer L. Armentrout
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen Daemon and Kitty are back, 26. November 2014
Inhalt:
"Onyx" startet direkt nach dem Ende von "Obsidian": Katy spürt das immerwehrende Band zwischen Daemon und ihr. Seit der Heilung sind die zwei miteinander verbunden, doch Katy ist damit alles andere als zufrieden. Sie traut weder ihren noch Daemons Gefühlen, schiebt alles auf das magische Band und versucht Abstand zu wahren. Doch wie soll man Abstand wahren, wenn auf einmal neue Fähigkeiten auftauchen, die ein Mensch niemals besitzen dürfte? Und weil es noch nicht kompliziert genug ist, taucht ein Neuer in der Schule auf, der absolut an Katy interessiert ist.

Wie hat's mir gefallen:
Ehrlich gesagt, beginnt Band 2 der Reihe etwas schnarchig. Katy verfällt in den typischen Protagonistenrhythmus: 'Er liebt mich nicht. Ich bin nicht gut genug. Die Gefühle sind nicht echt.', den man nicht nur schon bei so vielen Charakteren miterleben musste, sondern auch schon in und auswendig kennt. Gott sei Dank, hält diese Phase nicht allzulang an und das Buch entwickelt sich zu einem absoluten Pageturner. Denn Katy entdeckt Kräfte, die sie nicht haben dürfte. Daemon will ihr helfen damit umzugehen, doch Katy sucht sich anderweitig Hilfe, was ihn nicht nur sehr schmerzt, sondern die Beiden auch noch weiter auseinanderbringt. Zudem gibt es da den Neuen an der Schule, der offensichtliches Interesse an Katy zeigt.

Hach ich liebe die Geschichte und ich hab auch nichts gegen ein Gefühlschaos - schließlich geht es jedem irgendwann mal so und mal im Ernst: Daemon würde uns doch alle durcheinander bringen. Nachdem Katy ihre anfängliche nervige Phase überwunden hatte, konnte ich das Buch gar nicht mehr aus den Händen legen. Wirklich! Ich werde auch gar nichts mehr weiter zum Inhalt sagen, außer: es geht sehr sehr spannend weiter und die Lage spitzt sich zu. Egal ob in Alien- oder in Liebesdingen.

Liebe, das ist wohl das A und O in den Büchern. Oder doch eher Leidenschaft? Was fühlt die Buchnärrin Katy eigentlich für den Loverboy Dameon? Kann sich Daemon überhaupt fest binden? Würde er sich für einen Menschen entscheiden und dafür den Ausschluss von seinen Brüdern und Schwestern riskieren? Es ist gar nicht so leicht und deswegen kann ich auch teilweise Katys Zweifel verstehen. Das sie sich aber in Dates mit einem anderen flüchtet, das verzeih ich ihr nicht so schnell - Misstrauen gegenüber Daemon hin oder her. Aber was wäre dieses Buch ohne eine chaotische Fahrt durch die Gefühlsachterbahn?!

Katy bleibt weitesgehend sympathisch, denn sie versucht selbst mit ihren Problemen und ihren neuen Kräften klarzukommen. Sie ist mutig und kämpferisch udn steht für ihre Liebsten ein - das finde ich sehr bewundernswert. Leider erinnert sie stellenweise an die an sich zweifelnde Bella. Ich hoffe sehr, dass sie dieses Stadium bald überwinden wird.
Auch Daemon wächst mir immer mehr ans Herz und er gibt sich wirklich Mühe sich zu ändern. Hoffentlich wird kein Weichei aus ihm - das würde einfach nicht passen. Doch seit 'Onyx' gibt es noch einen zweiten männlichen Part. Um ehrlich zu sein hatte ich von Anfang an ein schlechtes Gefühl bei ihm und ich wurde nicht recht schlau aus den vielen scheinbaren Zufällen und Geschehnissen. Was es damit auf sich hat und wer der junge Mann ist? Das müsst ihr selbst nachlesen, sonst verderbe ich euch jede Menge Lesesspaß.

Das ich die englische und die deutsche Fassung gelesen hab, kann ich auch ein paar Worte zum Schreibstil erwähnen. In beiden Fassungen ist der Stil lustig, fließend, jugendlich und fesselnd, allerdings sind einige Übersetzungen dabei, die einfach nicht recht passen wollen. Daemon nennt Katy "Kitty", wegen der Namensähnlichkeit. Das zwar ins deutsche richtig übersetzte "Kätzchen" will einfach nicht passen, denn es klingt viel verschmuster als das ausreizende "Kitty". So gehen leider bei einigen Phrasen durch die Übersetzungen der Witz (und vor allem der Wortwitz) verloren, was ich ein wenig schade fand. Wer gerne auf Englisch liest, darf sich die Originalfassung keineswegs entgehen lassen!

Alles in allem kann "Onyx" zwar nicht mit "Obsidian" mithalten, dennoch habe ich mit Katy mitgefiebert, gelacht und mal wieder ständiges Herzklopfen gehabt. Die Autorin schreibt derart detailliert ohne zu viele Worte zu benutzen, derart realistisch und emotional, dass ich mich direkt in das Geschehnis hineinverstetzt fühle. Katy ist nicht nur eine Protagonisten, sie ist meine Freundin, meine Vertraute, meine Gleichgesindte. Ich bin sehr sehr gespannt, wie es mit Teil 3 weitergeht, denn ich bin absolut süchtig nach dieser Reihe.

Gut zu wissen:
1. Obsidian - Schattendunkel
2. Onyx - Schattenschimmer
3. Originaltitel: Opal
4. Originaltitel: Origin
5. Originaltitel: Opposition

Fazit:
Nach einem leicht faden Einsteig entführt Jennifer L.Armentrout ihre Leser in eine Welt voller Gefahren, Emotionen und Mysterien. Dieses Buch kann man einfach nicht aus den Händen nehmen, weil man wissen will, was es mit Katys Kräften auf sich hat, wer der Neue ist und vor allem: für wen sich Katy schlussendlich entscheiden wird. Jugendfantasy vom Feinsten!
Einen Punkt Abzug gab es leider bei der nicht immer stimmigen Übersetzung. Wer sich nicht vor englischen Büchern scheut, sollte unbedingt auch zur Originalfassung greifen.

Bewertung 4/5


Das Glück der Worte: Roman
Das Glück der Worte: Roman
von Sonia Laredo
  Broschiert
Preis: EUR 14,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bezaubernder Schreibtsil, 19. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Das Glück der Worte: Roman (Broschiert)
Inhalt:
Brianda ist Lektorin aus Leib und Seele, denn sie liebt Bücher über alles. Sie bieten ihr nicht nur eine Flucht aus dem Alltag, sondern sind ihre steten Begleiter und Freunde fürs Leben. Doch plötzlich und scheinbar ohne Grund wird Brianda arbeitslos. Am Boden zerstört folgt sie ihrem Herzen und landet wie durch Zufall im kleinen Nuba in den Bergen.
Das kleine Dörfchen Nuba bietet nicht nur die gewünschte Ablenkung, sondern führt ihren Weg auch wieder hin zu Büchern. Auch der Liebe wird Bianda begegnen, doch mit welchem Ausgang diese Begegnungen enden, ist noch ungewiss.

Wie hat's mir gefallen:
Die unglaublich sympathische Büchernärrin Brianda findet ihren mega auf magische Weise nach Nabu, das kleine muckelige Dörfchen in den Bergen Spaniens. Sie trifft auf den charmanten Buchladenbesitzer Don Lorenzo, der ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt. Zwar will er seinen Laden verkaufen, aber nicht an irgendwen. Er stellt Brianda auf eine harte Probe. Währenddessen wächst ihr der brummelige Alte und auch die schrulligen Dorfbewohner sehr ans Herz.

Ungewöhnlicher Weise möchte ich heute mit dem Schreibstil beginnen, der wirklich ein Festschmaus ist. Brianda zitiert selbst aus Büchern und beschreibt deren Inhalt zu passenden Situationen, sodass man sofort Lust bekommt, in die teils klassischen und teils modernen Bücher hineinzulesen. Andererseits gibt es so viele zitierwürdige Stellen, die nicht aus anderen Büchern stammen, sodass man beim Lesen oft innehalten muss, Passagen zwei Mal liest und markiert. Das hat mir wirklich gut gefallen. Denn die Autorin beschäftigt sich mit dem Leben, mit Freundschaft, mit Genießen und mit Liebe, sodass es wahrlich wunderschön ist jeden Satz zu erleben.
Was mir ebenso gut gefiel, waren die Kapitelanfänge, die oft eine Leseempfehlung waren. Die vorgestellten Bücher passten oft zu dem folgenden Kapitel ohne aber zu viel zu spoilern. Sehr geschickt und eine schöne Alternative zu normalen Überschriften.

Ein großes Manko ist allerdings der Plot, der nur wie ein kleines Bächlein vor sich hinplätschert. Anfangs war ich wirklich enttäuscht und fragte mich, ob noch etwas passiert, aber als ich mich daran gewöhnt hatte, konnte ich mich wieder voll und ganz Brianda, ihrem Alltag und ihrer Liebe zu den Büchern widmen.
Wer auf Action und große Wendungen hofft, wird hier ein wenig enttäuscht werden. Nur das Ende hebt sich vom sonstigen Inhalt etwas ab, denn hier passieren aufregende Dinge und die teils vorhersehbaren Wendungen werden aufgedeckt.

Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich konnte gar nicht mehr aufhören zu lesen. Der teilweise fade Inhalt wurde durch einen sehr inspirierenden Schreibstil aufgebessert, sodass es mich am Ende gar nicht mehr störte. Ich hatte viele schöne Lesestunden mit diesem Buch und habe viel mit Freunden darüber geredet - das alleine ist schon ein gutes Zeichen!
Auch wenn ich einige Zeit benötigt habe, mich in das spanische Leben einzufinden, so bin ich doch am Ende Feuer und Flamme und kann jedem das Buch empfehlen, der in der kalten Jahreszeit etwas Sonne braucht.

Fazit:
Sonia Laredo lädt auf eine Literaturreise ein, die Herz und Seele berührt. Auch wenn der Inhalt nicht immer mit actionreichen Höhepunkten überzeugen konnte, so verzauberte die Protagonistin Brianda mit ihrer Wärme und Liebe zu den Dorfbewohnern.
Gerade der Schreibstil ist ein Gedicht und beinhaltet viele zitierwürdige Stellen.


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