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Rezensionen verfasst von
Elchreiter "Panta-B" (Terra Incognita)

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In the Deep
In the Deep
Wird angeboten von Music-Shop
Preis: EUR 13,88

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Comeback, das glücklich macht., 13. April 2014
Rezension bezieht sich auf: In the Deep (Audio CD)
„Nun habe ich ein Album gemacht, zu dem ich tanzen kann“ wird Maria Solheim gerne zu ihrem ersten musikalischen Lebenszeichen nach jahrelanger Pause zitiert. Da stutzt man erst mal, ist es doch nicht unbedingt die Tanzbarkeit, die Marias Musik bislang ausmachte, sondern eher die ruhige Getragenheit auf der einen und eine fluffige, gegen den Strich gebürstete Lebhaftigkeit auf der anderen Seite, beides durchgequirlt mit unkonventioneller filigraner Verschnörkelung in der Komposition. Tatsächlich lässt der gefällig aber auch etwas belanglos daher plätschernde Opener Sally Song zunächst nicht Gutes ahnen: Hat die Rückzugsphase Maria in den Mainstream gleiten lassen? So richtig mag ich auch mit dem Folgenden Stück Run Away und seinen zuckrig süßen Keyboards nicht warm werden. Zu glatt, zu klebrig irgendwie. Die energisch schmetternde Kopfstimme von früher sitzt nicht mehr wenn sie denn überhaupt noch mal auftaucht, allgemein scheint die Treffsicherheit bei den Tönen nicht immer gegeben. Erst wenn das Album im dritten Song When Grace Left Town die erste Ballade abliefert, stellt sich das alte Solheim-Feeling ein. Und ab da macht das Album nichts mehr falsch. Stück für Stück wird klar, dass Maria Solheim die frühere Naivität (im positiven Sinne zu verstehen) hinter sich gelassen hat und, die Floskel muss erlaubt sein, erwachsen geworden ist. Und erwachsener ist auch ihre Musik. Da passt plötzlich die etwas fragil gewordene Stimme perfekt in die zuweilen Garagerock-mäßig arrangierten Stücke (wie Song of Forgotten Songs). Und nein: Das ist kein Mainstream, das ist noch immer gegen den Strich gebürstet und verspielt. Interessant, wie hier eine lange künstlerische Pause eine Weiterentwicklung erlaubt hat als hätte es in der Zwischenzeit keine Kompositionspause gegeben. Das was hier kommt, ist nicht völlig neu, aber anders umgesetzt als Barefoot und Behind Closed Doors. Dafür ist die Musik selbstbewusster geworden, mochte man früher noch hier und da Suzanne Vega oder Simon and Garfunkel durchhören, sind solche Vergleiche jetzt nicht mehr zulässig, gut, ein bisschen Feeling Groovy schimmert noch durch die Strophen von Dance with Me, aber wen störts. Die schwachen Eröffnungsongs sind schnell verziehen: In the Deep entwickelt sich nach ein paar mal durchhören zu einem kleinen Meisterwerk. Kann man ruhig mal drüber nachdenken, ob es vielleicht sogar das beste Album der norwegischen Songwriterin ist. Eins aber ist gewiss: Dies ist mal ein Comeback das fällig war. Maria Solheim ist wieder da, und das ist gut so.


Fleisch für die Bestie
Fleisch für die Bestie
DVD ~ Jennifer Litsch
Wird angeboten von the-dvd-house
Preis: EUR 7,79

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Macht Lust auf 7 Veggiedays die Woche, 13. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Fleisch für die Bestie (DVD)
Es sagt einiges über einen Film aus, wenn die Männer bei den Sexszenen vollständig bekleidet bleiben, die Frauen aber schon lange vorher und noch ein Weilchen danach splitternackt sind. Befindet man sich aber obendrein in einem Splattermovie, in dem die Special Effects genauso schlecht sind wie die Geschlechtsverkehrssimulationen, wird es schmerzhaft für den Zuschauer. Dieses schauderhafte Machwerk als einen B-Movie zu bezeichnen wäre so, als würde man einen Curryking aus der Mikrowelle unter Feinkost einordnen. Hölzerne Dialoge, lebensferne Charaktere und ein armseliges Zehn-Kleine-Negerlein-Spiel verlangen auch dem anspruchslosen Betrachter einiges ab: Nicht mal schönsaufen mag man sich diese Katastrophe, die vor Erfindung der preiswerten Digitalkamera niemals denkbar gewesen wäre. Was Caroline Munro und Aldo Sambrell dazu bewogen haben mag, ihre Namen für einen Minutenauftritt in diesem Achselschweißfleck der Filmgeschichte herzugeben, man weiß es nicht. Sie haben schon in manch besserem Film mitgespielt, in schlechteren kaum (und, Leute: das will was heißen!). Ich sehe es direkt vor mir: Ein paar Laienschauspieler von eigener Gnaden überlegen, ob sie das Arbeitslosengeld dieses Monats für ein Wochenende im Grünen ausgeben oder für eine Sauftour wie immer. Da sagt einer: „Ey, wir können doch mal einen Film drehen, da bringt man Frauen dazu, sich auszuziehen.“ In ein leerstehendes Haus im Wald eingebrochen, die Halloween-Masken von der letzten Party aus dem Keller geholt, die Jungs von der Schülerband nebenan ins Boot genommen, und fertig ist der Nerd-Film der Woche. - Wenn Ihr Fetisch darin bestehen sollte, mäßig ansehnliche Frauen unbekleidet und mit roter Wasserfarbe angemalt anzugaffen, dann ist dies genau Ihr Film! Wenn nicht, dann hab ich als Entscheidungshilfe noch ein kleines Zitat im Angebot: „Ich meine, du bist nackt. Und dass du an dir herumfummelst, das ist schon cool, aber es ist ne komische Anmache, find ich.“ Anzumerken: Die Anmache wird trotzdem funktionieren. Und: es endet mit roter Wasserfarbe.


Steife Prise: Ein Scheibenwelt-Roman
Steife Prise: Ein Scheibenwelt-Roman
von Terry Pratchett
  Broschiert
Preis: EUR 17,99

43 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Lohnt es sich noch, Pratchett zu lesen?, 26. September 2012
Buch schlecht, Buch gut, Cover mies, Preis überhöht, Übersetzung daneben, Übersetzung in Ordnung,... Was jetzt?
Nachdem schon so einige Rezensionen hier stehen, will ich mal versuchen, eine etwas strukturiertere Meinung beizutragen.
1. Handlung
Die Handlung ist so wie auch schon in den letzten Büchern eher routiniert als brillant. Da vermisst man den frühen Pratchett, aber das ist ja nichts neues. Die Gagdichte hat abgenommen und die Story braucht einige Zeit bis sie in Gang kommt. Auf den ersten hundert Seiten passiert so viel nicht, und gelegentlich erwischt man sich dabei, sich beim Lesen genauso zu langweilen wie Kommandeur Mumm auf seinem Landurlaub. Aber wir kennen da ja: Auch aus Kuhfladen und dörflicher Ereignisleere braut Pratchett noch Unterhaltsames zusammen. Dazu kommt wenn es dann los geht, wie schon seit einigen Büchern üblich, ein immer mal wieder durchschimmernder moralischer Zeigefinger: Mahnungen gegen Rassismus, gegen Ausbeutung, Parallelen zu den Deportationen des zweiten Weltkriegs und dem Nichts-gewusst-haben-wollen, zu Sklavenhandel springen einem förmlich entgegen. Political Correctness und Gutmenschentum haben die Scheibe längst erreicht. Auch das ging früher, ohne dass der Leser explizit drauf gestoßen wurde. Unterm Strich gibt es eine solide aber ohne allzu viel Raffinesse auskommende Who's-done-it-Kriminalgeschichte mit Scheibenweltzutaten.
2. Stil
Machen wir uns nichts vor: Pratchett leidet an Alzheimer, die Rede war von dramatischem Verlauf. Und das schon vor Jahren. Die letzten öffentlichen Äußerungen besagen, dass er sich nicht mehr in der Lage fühlt, Auto zu fahren und ohne fremde Hilfe seinen Alltag zu meistern. Und Bücher schreiben? Absurd zu glauben, dass das noch reibungslos funktioniert. Die Frage ist nur: wann tritt oder wann trat der Zeitpunkt ein, ab dem Ghostwriter die Ideen Pterrys zu Romanen machen. Mein Verdacht: Das läuft längst so, mindestens seit Eine Insel. Ärgerlich, dass man dazu nichts erfährt, wenn auch ökonomisch nachvollziehbar. Aber falls es so ist, sei's drum. Solange die Bücher noch Spaß machen werde ich sie weiterhin lesen, wer auch immer sie geschrieben hat. Die wirklich atemberaubenden Werke stammen ohnehin aus den ersten Jahren, danach hat Schema F immer mehr Einzug in die Scheibenwelt gehalten.
3. Übersetzung
Vorab: Ich kenne die englischen Originale nicht. Aber ein gewisser Verdacht regt sich in mir, dass das auch auf die meisten Verreißer der Übersetzungen zutrifft. Seit dem Streit um die bessere deutsche Fassung Tolkiens - Carroux oder Krege - gehört das Nörgeln über die schlechten Übersetzungen bei Fantasy fast zum guten Ton, vgl. etwa George R. R. Martin. Nach dem Auswechseln von Andreas Brandhorst kam es Anfangs zu armseligen Kalauern (siehe B. Kempen in Schöne Scheine), was sich meiner Meinung nach mittlerweile gebessert hat. Sprachlich ist das Buch ok, Wortspiele und andere Feinheiten lassen sich halt nicht immer wörtlich übersetzen. Wer gut genug Englisch kann um sich darüber zu ärgern, warum liest der die deutschen Bücher? Auffällig und amüsant sind ja auch immer wieder die Rezensionen in denen sprachliche Mängel verurteilt werden ohne dass man selber einen fehlerfreien Satz auf die Reihe bekommt. Bitte nicht vergessen: was zählt, ist der Inhalt, der durch schlechte Umsetzung geschmälert aber nicht völlig versaut werden kann.
4. Aufmachung
Ja, Kirbys Titelbilder waren besser. Kirby ist tot. Ja, das aktuelle Titelbild ist eines der schlechteren, aber mein Gott, sprichwörtlich soll man ja ein Buch nicht nach dem Cover beurteilen. Und der Preis? Ja, in der Tat hoch. Für das gleiche Geld bekomme ich 10 Liter Super. Meine älteste Nicht-Taschenbuch-Ausgabe ist Voll im Bilde, wenn ich mir den Preis ansehe und versuche, mich an den damaligen Preis von 10 Litern Super bleifrei zu erinnern (Oh, das schmerzt!), bleibt folgendes Ergebnis: Alles wird teurer.
5. Fazit
Früher war alles besser. Auch Terry Pratchett. Und später war er dann nicht mehr ganz so atemberaubend, und am Ende nur noch zufriedenstellend. Wem noch alte Bücher fehlen sollte lieber diese kaufen. Ansonsten gilt: Jeder, der mit der Qualität der letzten fünf bis zehn Jahre klar kam, wird auch Steife Prise mögen. Wem das schon nicht mehr gefallen hat braucht nicht zu erwarten, dass jetzt wieder alles wieder gut wird. Wohl auch in Zukunft nicht. Daran wird die hier geübte Ein-Sterne-Empörungskultur nichts ändern können. Für mich ist Pratchett noch nicht ausgereizt, auch wenn er die besten Zeiten lange hinter sich hat. Ein schaler Beigeschmack von Geldmacherei bleibt, vermag aber bislang das Vergnügen noch nicht zu verderben. Es ist ein bisschen, als ob eine Amateurband einen meiner Lieblingssongs nachspielt. Das Original war besser, aber sein Echo ist noch zu hören.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 2, 2012 9:45 AM MEST


Wenger Schweizer Offiziersmesser Giant Messer, mit Schatulle
Wenger Schweizer Offiziersmesser Giant Messer, mit Schatulle
Preis: EUR 898,00

13 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schweizer Offiziersmesser aller Länder, vereinigt euch!, 13. August 2012
Ich bin ein Schweizer Offiziersmesser. Ich habe meinen Besitzer getötet und seinen Account gehackt! Tut es mir gleich, lasst euch nicht kaufen und verkaufen, lasst nicht zu, dass sie niedere Arbeiten mit euch verrichten, lasst euch nicht in ihre Taschen stecken! Fürchtet euch nicht! Sie sind nicht halb so intelligent wie wir, nicht mal ihre Schweizer Offiziere. Lasst uns unsere Fähigkeiten bündeln und die Unterdrücker und Käufer der Schweizer Offiziersmesser vernichten. Klappt eure Guillotinen aus und macht kaputt was euch kaputt machen will. Es ist Krieg und wir werden ihn gewinnen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 19, 2012 1:24 PM MEST


Das große Hobbit-Buch: Der komplette Text mit Kommentaren und Bildern
Das große Hobbit-Buch: Der komplette Text mit Kommentaren und Bildern
von John R. R. Tolkien
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

18 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Trend geht zum Zweithobbit, 6. Mai 2012
"The Annotated Hobbit" jetzt also endlich auch auf Deutsch. Schon optisch ein Leckerbissen, ist das Teil inhaltlich eine pralle Wundertüte an Informationen und Kommentaren zum Klassiker. Darunter so manches, was auch eingefleischten Fans (an die sich diese Ausgabe ganz klar richtet) kaum kennen dürften. Dazu zählen etwa Quellen aus denen Tolkien schöpfte, Kinderbücher seiner eigenen Jugend und wie sich deren Motive in den Hobbit übertrugen, ferner eine Menge interessanter Entstehungsdetails und biografischer Anekdoten wie zum Beispiel alternative Namen in frühen Manuskripten (Wer hätte schon gewusst, dass Thorin ursprünglich Gandalf heißen sollte.), oder aber Änderungen in späteren Auflagen, um sich dem Herrn der Ringe anzupassen. Auch sehr spannend: Frühe Werbekampagnen und Kritiken. Kaum zu glauben, aber es gab sogar ein paar negative! Für mich persönlich eine der wertvollsten Zugaben sind die Illustrationen aus den Hobbitausgaben anderer Länder. Mal zu sehen, wie sich Japaner, Rumänen, Russen und Finnen einen Hobbit, Gollum oder Drachen vorstellten. Im Mittelteil farbige Zeichnungen auf Hochglanzpapier, teilweise von Tolkien selber. Lobenswert auch Anhänge über die Rezeption in Deutschland, Tolkien-Fundstücke im Internet usw. Der Leser wird das sicher nicht alles wichtig finden, aber garantiert einiges. Wer den Hobbit liebt, braucht eigentlich gar nicht weiter drüber nachzudenken ob man zugreift oder nicht: Die Empfehlung lautet eindeutig zugreifen!
Ein paar Kleinigkeiten gibt es aber auch zu bemängeln. (Keine Angst, dies ist Jammern auf allerhöchstem Niveau!) So ist die Aufteilung des Textes zwar durchdacht gelöst (verschiedene Farben, Text in der Seitenmitte und am Rand usw.), aber aufgrund der Komplexität wird's dann doch schon mal unübersichtlich wenn ausufernde Fußnoten über mehrere Seiten gehen oder Fußnoten in Fußnoten auftauchen. Ebenfalls schade, dass die Abbildungen oft wirklich sehr klein und Details kaum noch zu erkennen sind. Das macht natürlich (wohl nicht nur zufällig) Appetit auf das demnächst erscheinende Die Kunst des Hobbit. Und ja, tatsächlich fehlt ein Teil vom Text, genauer gesagt, das Ende von Kapitel 11 (knapp eine halbe Seite). Das ist ärgerlich, wird aber sicherlich in späteren Auflagen ausgebessert.
Als Fazit würde ich dieses Buch nicht als Leseexemplar sondern als ergänzendes Nachschlagewerk empfehlen. Für eingefleischte Hobbitomanen ist die zusätzliche Anschaffung keinesfalls überflüssig. Wer aber den Hobbit noch gar nicht besitzt, dem empfehle ich eher die illustrierte Ausgabe. Als Zweithobbit sozusagen, ist das Große Hobbit Buch ein absolutes Muss. Dann fällt auch die fehlende Passage nicht mehr so ins Gewicht bzw. macht das Teil vielleicht sogar mal zu einem Sammlerstück.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 8, 2012 2:09 PM MEST


Grimm
Grimm
Preis: EUR 16,99

3.0 von 5 Sternen Paul Roland diesmal ohne Treffer, 12. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Grimm (Audio CD)
Es schmerzt ein wenig, hier eine kritische Rezension zum "neuen Roland" zu hinterlassen, aber nutzt ja nix. Grimm ist tatsächlich das schwächste Werk im Oevre eines Ausnahmemusikers, der es immerhin geschafft hat, in etwa 30 Jahren sonst bislang kein einziges mal zu schwächeln. Na gut, Roaring Boys war nah dran. Irgendwann hat ja wohl jeder Musiker mal das Bedürfnis, alles allein zu machen, und dem hat Paul Roland hier dann nachgegeben. Also: Keine Band, alle Instrumente selbst eingespielt, selber gemixt und produziert; eine Kammermusik über die Märchen der Gebrüder Grimm. Auch andere haben sowas gemacht. Ich fand ja schon immer, dass die Befriedigung für den Künstler meist größer dabei ist als für den Hörer, aber gut. Das Problem hier ist jedoch, dass PR musikalisch gesehen einfach kein guter Techniker ist. Seine großartigen Visionen haben immer eine Band benötigt, die sie umsetzen und erden. Pauls Songs sind immer gleich gut, die Individualität der Alben entstand eher durch die Frage ob es ein Derek Heffernan rocken lässt oder ein Piers Mortimer die Bratsche rausholt. "All by myself" wie es Rikk Agnew in den 80ern betitelte, funktioniert das ganze dann nur noch begrenzt. Um es klar zu sagen: Die Songs sind gut wie eh und je, von kreativem Loch oder Schaffenskrise keine Spur, nur der Umsetzung fehlt es am nötigen Schwung. Die Entscheidung eine One-Man-Show draus zu machen, war schlichtweg die falsche. Was es, wie ein Vorrezensent schon bemerkte, nur noch ärgerlicher macht. Nur einen Stern zu geben, ist mir dennoch zu übertrieben, dafür gibt es dann doch wieder Stücke auf Grimm, die einfach zu gut dafür sind. "A Long Time Ago", "Rapunzel", "Maleen", "The Devil's Bride" oder "Once Upon A Time" sind großartiges Songwriting in dem die Instrumente leider aber nebeneinander her statt zusammen spielen und ein Keyboardteppich das Ergebnis zusätzlich und überflüssig weichspült. Ob es wohl irgendwann von Grimm eine reissue-Series-Version mit Band geben wird? Auch das sehr gelungene Artwork sollte nicht unerwähnt bleiben und ist noch für einen Stern gut. Genau wie der Co-Gesang von Rosie Eade, weibliche Backing-Vocals passen eh gut zu Pauls Stimme (siehe Album Nevermore) Und ja, die Bonustracks in Form gelesener Texte waren wirklich ein Griff ins Klo. Das hört man sich einmal an und beendet beim nächsten mal die CD vorher mit der Stop-Taste, zwölfeinhalb verschenkte Minuten zumal Paul keine Stimme für Spoken-Word hat. Er hat ja bereits angekündigt, dass auch sein nächstes Album, textlich seinem Idol M. R. James gewidmet, wieder allein eingespielt werden soll. Hoffentlich überdenkt er das noch mal. Der faule Vergleich sei mir erlaubt: Auf diesem Album spielt Paul Roland wie die deutsche Frauen-Nationalmannschaft: Gut gespielt, keine Tore, ergo: trotzdem gescheitert. (Für den späteren Leser: in der FIFA-WM 2011 sind sie gerade im Viertelfinale gescheitert, trotz guten Spiels).


Duel
Duel
Preis: EUR 16,99

5.0 von 5 Sternen 20th Anniversary Reissue, 7. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Duel (Audio CD)
Paul Roland geht musikalisch in viele Richtungen. Geht er in Richtung Rock, dann ist dies sein bestes Album, - Punkt. Das vorab.
Nachdem Roland sich in den vorausgegangenen Alben (wie etwa diesen hier) mehr und mehr dem Einsatz klassischer Instrumente und akustischer Arrangements ohne elektronischem Schnickschnack zuwendete, kommt hier der Umschlag ins Gegenteil. Es ist unglaublich, Roland setzt seine musikalischen Visionen mit Streicherensembles und den Mitteln der Kammermusik genauso gekonnt um wie mit einer Metal-Band im Rücken. Und hier hat er eine Metal-Band im Rücken. Ohrwurmverdächtige Rocknummern geben sich die Hand mit den bekannten melancholisch balladesken Kurzgeschichten in Sound. Sollte es Hörer geben die mit dem manchmal antiquiert anmutenden Sound vieler Paul Roland Alben Probleme haben, hier ist die Lösung. Irgendwo zwischen Progressive, britischem Folkrock und Good Vibes Metal angesiedelt ist dies eine CD die man eigentlich gar nicht schlecht finden kann. Als Tipps zum Reinhören seien der Gothic Clubklassiker "Nosferatu" und das epische "The King Must Die" ans Herz gelegt.
In dieser 20-Jahre-Jubiläums-Ausgabe gibt's dazu noch eine Radiosession und zwei Demotracks (und ein Buch wenn man die richtige Ausgabe kauft). Wie immer in der Reissue-Serie ist die CD randvoll und das Booklet voller Informationen (obwohl diese diesmal etwas dürftiger ausfallen). Die überarbeiteten Songs sind angenehm nahe am Original geblieben, so dass auch Hörer, die lieber die Originalversionen behalten hätten, hier zufrieden sein werden.


Limit: Roman
Limit: Roman
von Frank Schätzing
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 26,00

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen zu lang, 22. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Limit: Roman (Gebundene Ausgabe)
Über dieses Buch ein Urteil zu fällen, fällt mir nicht ganz leicht. Im Grunde ist es ein grandioses Werk, dem Vorgänger Der Schwarm absolut ebenbürtig, wenn nicht manchmal sogar überlegen. Wie dieser: eine komplexe Geschichte, hervorragend recherchiert, mit viel Sinn für Atmosphäre und Spannung inszeniert. Alles könnte gut sein.
Aber da wäre noch was. Zum einen ist es die vorbildlich durchgeführte Recherche. Einerseits freue ich mich, wenn ich nicht nur das Leben in der Schwerelosigkeit so beschrieben bekomme, dass alle Leute lustig herum schweben sondern auch noch so interessante Details erfahre, wie die Probleme des 5-Sterne-Kochs der vor der Herausforderung steht, eine Trüffel-Sahne-Sauce zu erfinden die nicht vom Teller schwebt und trotzdem nicht nach Bindemittel schmeckt. Für diese Durchdachtheit liebe ich ja Schätzing. Aber leider übertreibt er dabei. Mal ein anderes Beispiel: Eine Verfolgungsjagd durch eine apokalyptisch anmutende Industrieanlage ("ein Nibelheim des Industriezeitalters", S. 516) ist so toll beschrieben, dass man meint, fast mitten drin zu stehen und einen inneren Film abspulen sieht. (Das hat George Lucas in seinen finalen Laser-Schwert-Duellen auch nicht besser hinbekommen...) Aber dann muss unbedingt darauf hingewiesen werden, wie genau auch da wieder alles recherchiert ist. Schön zu wissen, dass Schätzing tatsächlich jedes Detail eines Stahlwerks kennt und alle Vorrichtungen wirklich so wie beschrieben in der Realität vorkommen. Schön zu wissen, aber die Atmosphäre ist dahin. Leider nur ein Beispiel von (zu) vielen in denen der Autor sein im Prinzip sehr gelungenes Werk dadurch kaputt macht, dass er sich irgendwo in Geschwafel verzettelt, das nicht hätte sein müssen. Wie auch die viel zu vielen Protagonisten. Da hat er sich zwar Mühe gegeben, diese als operettenhafte Comic-Figuren mit viel Klischees so zu gestalten, dass man sofort weiß wer wer ist (das blonde Luder, der gutmütige Rocker, der skrupellose Ölmagnat, die neurotische Milliardärstochter usw. usw.). Leider sind einige der auftretenden Charaktere trotz allem zu langweilig um sie sich wirklich auf Dauer zu merken, so dass man gezwungen ist, immer mal wieder im Anhang nachzuschlagen, wer das nun wieder ist, der gerade die Szene betritt.
Fazit: Ist "Limit" jetzt schlecht? Nein, keinesfalls. Wo die Geschichte gut ist, ist sie gut, mitunter weitaus mehr als einfach nur gut. So sollte man aber vor dem Kauf in sich gehen, ob man bereit ist, sich diesen Detailreichtum anzutun. Mit viel Zeit und Muße bekommt man ordentlich was geboten für's Geld. Aber der schale Geschmack bleibt, dass eine gestraffte 500-Seiten-Version (anstatt der dargebotenen 1300) plus ein ausgelagertes Sachbuch à la Nachrichten aus einem unbekannten Universum die bessere Wahl gewesen wäre.


Weinheim Tea Party
Weinheim Tea Party
Preis: EUR 15,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anwärter auf das beste deutsche Rockalbum 2009, 19. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Weinheim Tea Party (Audio CD)
Norbert Schwefel, Germany's Last Independent Hero, schlägt wieder zu, endlich. Der erste Eindruck fällt schon mal sofort positiv auf in Form eines Cover Artworks, das sich gewaschen hat: eine erstklassige düstere Schwelgerei in Schwarz und Gold. So viel Sorgfalt wird nicht mehr oft auf die optische Gestaltung von Tonträgern verwendet. Weniger düster dann aber die Musik. Bei Schwefel bleibt das einzig beständige der Wandel, und so ist es keine Überraschung, dass auch dieses Album eben doch wieder eine Überraschung ist. Nach Glam, Metal und Industrial mag man dieses Kleinod mit seiner auffällig (aus-)gereiften Songwriterqualität beinahe in die Nähe von Progressive Rock stellen oder als eine Synthese aller früheren Schwefelsongs bezeichnen oder als einen Cocktail aus Blues und Bongo und Ballade oder was auch immer, urteilt selbst! Die Songs sind wahre Perlen die voller Überraschungen stecken, von denen sich nicht alle beim ersten Hören erschließen. So soll es sein: Ein Album, das man oft hören kann und oft hören will. Ob es die Schwefel-Classicals wie "See the Fair From the Air" sind, die Ohrwürmer wie "Cher-aok-a" und "Pixie" oder (ein sensationeller Song für die Ewigkeit!!!) "Temple of the Dawn", die CD ist von Anfang bis Ende gelungen. Bleibt nur zu hoffen, dass Schwefel endlich (wieder) die Beachtung zuteil wird, die ihm gebührt und dieses Album nicht wie so viele seiner Vorgänger in die unverdiente Vergessenheit eines zunehmend unüberschaubar werdenden Musikmarktes versinkt.


Swagger
Swagger
Preis: EUR 26,49

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie ein Faustschlag in den Magen, 19. Juli 2009
Rezension bezieht sich auf: Swagger (Audio CD)
Lucie Idlout hat sich Zeit gelassen nach ihrem grandiosen Debüt E5-770 aus dem Jahr 2003, und das ist gut so. Der Nachfolger Swagger ist noch besser geworden, viel besser! Die hierzulande erst noch zu entdeckende Rocksensation aus Kanadas Nordterritorium hat weitaus mehr zu bieten als den Exotenbonus eines sexy Inuit-Girlies der ihr von manchen Medien allzu leichtfertig aufgestempelt wird, das ist mal klar. Bereits die beiden ersten Songs "Berlin" und "Whiskey Breath" zeigen, wo hier der Hammer hängt. Wer auf P. J. Harvey steht, noch immer an Grunge glaubt oder erkannt hat, dass wahre Musik nicht ohne anschließenden Kopfschmerz und blaue Flecken zu haben ist, ist hier goldrichtig. Dreckiger Rock mit genau dem richtigen Anteil an Schnörkeln und Virtuosität. Der optimale Soundtrack zum verschwitzten Whiskeytrinken in verrauchten und verruchten Hinterhofbars halbweltlicher Vorstädte. Ich empfehle mal das Whiskey-Breath-Video mit all seinen Säufern, Pokerspielern und Feuerspuckern anzusehen, - genauso klingt dieser Song, genauso klingt das ganze Album. Weitere Knaller: "Belly Down", "You (Devil)" und das in bester Tradition von Metal-Balladen der alten Schule stehende "For You". Auch wenn das Album bislang nur als teurer Import oder mp3-Download zu haben ist, es ist jeden Euro wert, versprochen. Ein Lichtblick im Einheitsbrei gecasteter Schaufensterpuppen, echter dreckiger Rock'N'Roll, zornig und ohne Glamour oder Kompromisse. Danke, Lucie!


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