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Rezensionen verfasst von
muffy666 "muggs_c" (Frankfurt / M.)

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Obsideo
Obsideo
Preis: EUR 20,38

2.0 von 5 Sternen Gezwungen und gequält, 12. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Obsideo (Audio CD)
Patrick Mameli will. Er will mehr als er kann. Daran scheitert er. Rezi zu Ende. :-)

Im Ernst, ich denke ich muss nicht ausführen, wie prägend Pestilence in den Jahren 1985 bis sagen wir 1992 mit ihren Alben Malleus Maleficarum (1988), Consuming Impulse (1989) und Testimony of the Ancients (1991) waren. Auch wenn Consuming Impulse aufgrund seiner schieren Brutalität und den damals wie heute besonders perversen Vocals von Martin van Drunen bei vielen Fans als das Referenz-Album der Band gilt, finde ich, dass sie mit dem Grenzgänger Malleus Maleficarum, der zwischen hartem, technischen Trash und Früh-Death Metal mändert, ein sehr gutes und leider auch unterbewertetes Debut vorgelegt haben.

Testimony schielt ganz klar nach Florida, und kombiniert die Melodik von Death zur Spiritual Healing / Human Phase mit der Technik von Atheist und verbindet dies mit recht originellen Zwischenspielen. Konsequenterweise spielt auch Tony Choy von Atheist auf diesem Album Bass.

Mit Spheres (1993) hat Mameli das Spiel jedoch zu weit getrieben. Hier verband er Death Metal mit futuristischen Keyboard Sounds, und integrierte Fusion Elemente in den Sound. Hier ist Jeorn Thesseling am Bass, der später bei Obscura zu hören ist. Die Platte fiel bei den Fans durch, die immer noch Out of the Body hören möchten. Frustriert löste Mameli die Band in der Folge auf.

Mit Ressurection Macabre (2009) meldeten sich die Jungs eindrucksvoll zurück und spielten einen guten Mix aus Testimony Material, mit der Komplexität von Shperes aber auch mit der Frische und Gnadenlosigkeit von Consuming. Eine tolle Platte.

Dann ging aber wieder das alte Spiel los, dass Mameli sechs Saiten auf der Gitarre nicht reichen, also müssen Achtsaiter her, es muss wieder gefrickelt werden und sich wieder bei Tribal Tech und Co. bedient werden. Die Songs auf Doctrine (2011) waren ärgerlich, verfrickelt und unnahbar. Die offensichtlichen Vorbilder Hate Eternal und Gorguts wurden nicht erreicht.

Und dieses Spiel setzt sich hier auf Obsideo noch mal fort und ist wirklich zum Verzweifeln. Erneut stand wieder der Anspruch dem Können im Weg. Etwas straighter als Doctrine hämmert es auf Obsideo phasenweise ganz gut, bevor nicht irgendwelche unnötigen und konstruiert wirkenden Zappel-Parts die guten Ansätze im Keim ersticken und jeden Fluss hemmen. Und ja, wir haben es mitbekommen, Achtsaiter dröhnen noch mehr als Siebensaiter. Der Versuch, sich hier auch eine Scheibe von der Djent-Wurst abzuschneiden geht jedenfalls kolossal danaben.

Von den gräßlichen Vocals mal zu schweigen. Mir ist natürlich bewusst, dass Death Grunts nicht "schön" sein sollen, aber wie hat es der Redakteur auf angrymetalguy so schön beschreiben: "He sounds like a morbidly obese baby with gas pains." Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Leider endet auch die Karriere von Pestilence mit oder nach Obsideo (mal wieder), die Band hat vor kurzem die Auflösung bekannt gegeben. Mit dem Nachfolgeprojekt "Necromorph" will man noch mehr crazy, noch mehr tech und more futuristic werden. Necrophagist anyone? Die Frage ist, lieber Patrick, ob das wirklich noch jemand hören will, da es schon schwer genug war, das Gefrickel unter dem Banner Pestilence loszuwerden. Naja, immerhin steht man Anfragen auf Old-School Pestilence Shows offen gegenüber. Sehr smart. Hier könnte man die Frage stellen, warum er sein Bedürfnis, irre zu frickeln nicht bereits seit eh in einem Nebenprojekt auslebt. Ja, mei.


Blood for Blood
Blood for Blood
Preis: EUR 12,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Es wird nicht besser., 10. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Blood for Blood (Audio CD)
Als alter Pantera Fan verfolge ich natürlich die Wege der vier Jungs interessiert, sei es Phil mit Down und etlichen Projekten, seien es Dime (RIP) und Vinnie mit Damageplan oder Rex mit Kill Devil Hill.

Hellyeah legen mit Blood For Blood nun schonn Album Nummer vier vor und es scheint ganz offensichtlich ziemlich gut für sie zu laufen. Das freut mich wirklich für die Jungs um Vinnie, allerdings kann ich zunehmend weniger mit dem Sound der Combo anfangen. Die beiden ersten Werke, Hellyeah (2007) und Stampede (2010) fand ich sehr gelungen, knalliger moderner US-Metal, mit hier und da einem Touch Country / Western / Rebel / Outlaw Feeling und wirklich starken Balladen bzw. ruhigeren Songs.

Das war Sänger Chad Gray (auch Mudvayne) zu verdanken, der gleichermassen shouten, aber auch sehr gut singen kann. Auf Tracks wie Alcohaulin' *ss oder Cowboy Way kam die Gruppe durchaus rüber wie eine deutlich krassere Version von Kid Rock - aber mit dessen Partyfaktor.

Seit dem Vorgänger Band of Brothers (2012) hat die Band ihren Sound etwas mehr in die Richtung "Härte ohne Sinn" korrigiert, will heissen kaum noch ruhige, variable Töne (v.a. Gesang), sondern ganz überwiegend ist der Regler auf 11. Das Problem daran ist, dass Hellyeah keine guten Riffs und keine guten Songs (mehr) schreiben. Völlig generisch, austauschbar wird geschrubbt, geschrien und die Plastikproduktion mit Triggerdrums macht es auch nicht besser.

Vinnie mag zwar vor 20 Jahren noch ein herausragender Drummer gewesen sein, was seinen Groove, seine akzentuierte Fußarbeit, seinen Signature Sound ausmacht. Heute ist das bestenfalls solide, wenn nicht sogar leicht angestaubt. Hier wäre die Rückkehr zu etwas natürlicheren Sound durchaus mal zu überdenken.

Wie auch immer: richtig schlecht im Sinne von unfähig ist die Platte nicht, aber es ist wirklich ärgerlich, sie anzuhören. Wenn hier nicht Namen wie Vinnie Paul oder Chad Gray (mit Abstrichen) auf dem Cover stünden, würde sich diese CD bestenfalls im zweistelligen Bereich verkaufen.


Our Endless War
Our Endless War
Preis: EUR 14,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hier rein, da wieder raus, 3. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Our Endless War (Audio CD)
Nein, nicht Horizontalturnen, sondern leider sind die Songs der Jungs aus Knoxville scheinbar mit Teflon versiegelt, so geschmeidig weigern sie sich, länger als sie erschallen in Erinnerung zu bleiben. Dabei waren / sind Whitechapel einer der wenigen Deathcore / Modern DM Bands, die ich nicht nur ertragen kann, sondern v.a. auf den beiden Vorgängern Whitechapel und A New Era of Corruption richtig gut finde.

Im Prinzip sind alle Trademarks vorhanden, wuchtige Drums, abwechslungsreiche Rhythmen - von Blast über Stakkato-Riffs bis hin zu fiesen, langsameren Parts ist alles dabei. Die Soundwand von drei Gitarristen haut einen um, Phil Bozeman dominiert das Geschehen mit seiner markanten Stimme.

Aber irgendwie ist das Album doch nur ein Sturm im Wasserglas. Da wird geblastet, gebrüllt, soliert und es bleibt mir herzlich egal. Nach ein paar Songs habe ich mich tatsächlich gefragt: whats the point guys?

Ich muss schon sagen, erstaunlich, wie eine Band es schaffen kann, ein Album so komplett frei von Melodien, markanten Riffs oder sonstigen Dingen, die dauerhaft hängen bleiben könnten, zu schreiben. Klar, einzeln betrachtet knallen die Songs gut rein, nach ein paar Runden langweilt dieser Flachsound schlicht nur noch. Mit einer besseren, bzw. bewusst "schlechteren" Produktion würden die Songs wahrscheinlich besser klingen. Also einfach mal wieder die 16-Track Tapemaschine entstauben und loszocken.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 8, 2014 5:06 PM MEST


Youngblood (Limited First Edition inkl. 3 Bonustracks + Poster-Booklet)
Youngblood (Limited First Edition inkl. 3 Bonustracks + Poster-Booklet)
Preis: EUR 12,97

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Klassischer und zugleich moderner Hard Rock, 27. Juni 2014
Mit der Überschrift ist im Prinzip alles gesagt. Auf Wiedersehen. :-) Die Norweger haben mich auf dem Vor-Vorgänger "Le Fol" mit ihrem Power Rock / Stadium Metal für Clubs sehr begeistert. Vor allem weil sie zum einen durchaus gefällig und eingängig, aber zu keinem Zeitpunkt anbiedernd oder cheesy waren. Im Vorprogramm von Enslaved (bei denen Gitarrist Arve "Ice Dale" Isdal ebenfalls spielt) hat die Band vor allem als Live-Knaller abgeräumt. Das liegt zum einen an der furztrockenen Rhytmusarbeit, den tollen und vielschichtigen Gitarren und vor allem an Sänger Toschie, der eine tolle Stimme hat und live der absolute Rampen-Keiler ist.

Das Album Audrey Horne hat mir nicht so zugesagt, aber hier auf Youngblood passt wieder alles, auch bzw. weil eine kleine Kurkorrektur vorgenommen wurde. Ohne anbiedernd zu sein, haben die Bergener ihren Sound etwas gesäubert und klingen jetzt teilweise recht Old-School, will heissen die üblichen Verdächtigen Deep Purple, Led Zeppelin und v.a. Thin Lizzy klingen teilweise leicht an, aber das Gespür für eingängige Refrains und tolle musikalische Reisen im Westentaschenformat haben sie nochmal deutlich verbessert.

Klar, There Goes a Lady klingt sehr stark nach der späten Mark II / frühen Mark III Besetzung von Purple, aber der Prächorus und Mittelteil sind dann wieder komplett eigentständig.

Show And Tell könnte auch von einer 70er Priest Scheibe sein, vor allem was den Gitarrensound angeht. Dieser ist weniger bratend als früher - womit auch alle vermeintlichen Alice in Chains Reminiszenden verschwunden sind, sondern klingt erdig nach Paula in den JCM 800 und gut.

Ähnlich wie Enslaved beherrschen es Audrey Horne sehr gut, relativ puristische Intros oder Strophen Riffs zu schreiben, die dann im Chorus richtig breit aufgehen. Hier und da fügen analoge Keys (die unvermeidbare Hammondorgel, aber auch moog-artige Sounds) noch etwas Farbe hinzu.

Meine Faves: The King is Dead und Redemption Blues mit seinen geilen Thin Lizzy Gedächtnis Leads. Audrey Horne sind gute Performer und vor allem sehr gute Songwriter und Arrangeure. Sie haben sozugen den "it-Faktor". Auch wenn die "Retro" Anteile auf diesem Album weniger stumpf nachgemacht sondern wohlverdaut sind, haben sie dennoch einen kleinen Funken ihrer originären Qualitäten aufgegeben. Es wäre, wenn man so will, besser gewesen, wenn sie sie selbst geblieben wären. Da die Dinge aber immer im Fluss sind, warten wir einfach mal auf die nächste Scheibe und erfreuen uns an diesem wirklich unterhaltsamen Album mit einigen Höhepunkten aber leider auch gewisser Luftleere im letzten Drittel mit Ausnahme des genannten Songs.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 3, 2014 12:03 PM MEST


Once More 'Round The
Once More 'Round The
Preis: EUR 15,99

12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Reise geht weiter., 25. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Once More 'Round The (Audio CD)
Ich bin mit Crack The Skye zu Mastodon gekommen und muss zugeben, dass ich trotz diverser Anläufe nie so besonders mit Blood Mountain, Leviathan oder Remission warm geworden bin. Natürlich ist auf diesen Alben bereits das ernorme Talent der Band zu erkennen und ebenso klangen sie wie keine andere Band. Der immense Status der Band beruht sicher zum Teil auf den Leistungen der sagen wir einmal frühen Phase.

Crack the Skye ist jedoch in meiner Gunst das bislang beste und vielleicht auch unerreichbare Album, da hier das Wüste, Ungestüme, die schier verschwenderische Kreativität und süchtig machende Melodien auf unnachahmliche Weise verbunden worden sind.

The Hunter ließ mich bis heute teilweise ratlos zurück. Ich mag die Platte auf der einen Seite sehr, vor allem, wenn ich mich mal wieder zwinge, sie zu hören. Auf der anderen Seite fehlt mir dazu oft die Motivation, was kein so gutes Zeichen ist.

Once More 'Round The Sun hingegen hat mich von der ersten Sekunde gepackt. Hier ist sie wieder, die Verspieltheit, die irren Banjogitarren, die tiefen Dicke Hose Riffs (für das Hauptriff von High Road würden so manche Hinterhof Stoner nen Sack voller Weed verschenken) und der wechselnde Gesang, der v.a. in Person Brent Hinds noch mal deutlich besser geworden ist.

Ja, Once More Round The Sun ist ein stück straighter als Crack The Skye, aber das ist per se nichts schlechtes. Brann Dailor spielt nicht mehr unbedingt das Dauerfill, aber dafür kommen die Fills und Rhythmen mehr auf den Punkt und insoweit ein Stück weniger inflationär.

Die Gitarren sind schön sahnig (Gibson eben), lassen Raum für den fetten Bass und das Schlagzeug klingt natürlich und "echt". Wenn ein Meister wie Dailor trigern oder editieren würde, käme das einem Skandal gleich, als würde Paul Bocuse einem eine Fertigpizza servieren.

Stilistisch liegt die Platte irgendwo zwischen Crack The Skye und The Hunter, wobei sich letzteres primär auf die etwas straightere Herangehensweise bezieht. Mastodon sind aber viel zu gut, um sich zu wiederholen. Bemerkenswert sind teilweise Teile und Riffs die schlicht purer Heavy Metal sind und zum anderen gibt es auch flashige, trippige Instrumentalpassagen, die im Grunde den Post Metal / Post Rock Faden wieder aufgreifen - wenngleich auch weniger aggressiv als auf den ersten drei (vier) Alben, so z.B. bei The Motherload.

Herausheben möchte ich noch die Stücke Aunt Lisa, einem wirklich herausfordernden Kreativitätsbrocken sowie den im Vergleich zu den anderen Titeln überlangen Diamond In The Witch House.

Auch wenn mir mein Arzt verschrieben hat, mich nicht mehr über andere im Internet aufzuregen, zum Thema "Kommerz" oder "Sell Out" nur dies: Leute, die sich entscheiden, ihr Leben komplett der Kunst zu widmen, sich im Proberaum kreativ verzehren, bereit sind auf engsten Raum in muffigen Tourbussen abzuhängen, 22 Stunden eines Tages mit Warten zu verbringen, um einen Gig zu spielen usw. sollen sehr gerne und sehr gerne noch viel mehr Geld für ihre Tätigkeit bekommen.

Man hat bei Musikern gerne Vögel wie Axl Rose vor Augen, der mit Topmodels in Limousinen abhängt, aber diese Zeiten sind (auch und vor allem für Axl) lange vorbei. Bei den Bedingungen, wie die meisten Bands heute leben, würde ein Großteil der Heulsusendeutschen erstmal eine Gewerkschaft gründen und erstmal streiken. Aber natürlich nur angemessen mit Flatscreen und schnellem DSL.

Ja, auf der Platte gibt es hin und wieder auch mal einen Refrain oder Teil, der eingängig ist, aber kein Song dürfte jemals im Radio oder TV laufen, also immer mit der Ruhe.

Ich wundere mich auch, warum ausgerechnet eine der ganz wenigen höchst originellen und eigenständigen Bands aus dieser Richtung so viel Druck bekommt, während ganz offensichtliche Cash-Bands wie Amaranthe, die ganzen Uffta-Folk Sauf-Hobbits oder Mallorca Metaller nicht mit Mistgabeln und Fackeln aus dem Dorf gejagt werden.

9.5/10
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 28, 2014 12:37 AM MEST


Reload
Reload
Preis: EUR 9,97

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gimme fuh, gimma faa, gimme dabadabadaaah., 23. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Reload (Audio CD)
In meiner Mission "And Justice for Metallica" möchte ich schließlich auch noch neben Load und St. Anger dem dritten umstrittenen Album der Band meine Reverenz unterbreiten.

Reload ist das 1997 und nur ein Jahr nach Load erschienene Schwesteralbum dieses Albumzyklus und gilt als die attraktivere der beiden. Teilweise zu Recht: die beiden ersten Titel (Fuel, Memory Remains) gehören für mich nicht nur entschieden zu den besten Titeln dieses Albums, sondern auch von Metallica generell.

Devil's Dance startet mit einem fetten Bassriff und ist ein guter "Stampfer" der alten Priest Schule und gehört definitiv zu den besseren Tunes auf dem Album. The Unforgiven II ist auch ein guter Track, aber leider einmal ein Beweis, dass man nicht leichtfertig Namedropping mit Song- oder Albumtiteln betreiben sollte, weil man hier generell Erwartungen weckt, die nicht eingehalten werden, vergleiche Operation: Mindcrime II (dafür sollte man Tate aus seiner speckigen Lederwester knocken!) oder The Unforgiven III (sie haben es schon wieder getan!). Der Song ist zwar ganz gut, kann aber leider nicht mit dem Origial mithaltenn, was die emotionale Qualität angeht. Jedenfalls hätte man etwas mehr mit dem Original Thema spielen können, so bleibt außer der Tröte am Anfang und dem Namen nicht viel übrig. Ok, im Solo spielt er kurz eine Varation der Phrase des ersten Stückes an, verliert sich dann aber im Wah-Wahn.

Positiv sind noch der abschließende Titel Fixxxer, Attitude und Bad Seed zu nennen, die übrigen Titel verlieren sich leider etwas in Beliebigkeit, so dass ich Load tendenziell besser finde. Leider wird sozusagen auf der zweiten Hälfte der Scheibe recht viel warme Luft zum Stinken gebracht wird, aber sonst nicht viel passiert.

Insgesamt also eine gutklassige Platte mit ein paar Highlights, die leider nicht über die volle Laufzeit von rund 70 Minunten fesseln kann.

Allerdings muss man der Band attestieren, dass Re/Load den wohl ausgewogensten und damit vielleicht besten Sound hat, den Metallica auf Album gebannt haben. Die Drums und Gitarre befinden sich nicht im Loudness war, hier clippt nichts, die Gitarren klingen sahnig und vor allem der Bass ist auf beiden Alben fett, knackig und präsent zu hören.

(7/10)
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 25, 2014 2:36 PM MEST


Load
Load
Preis: EUR 7,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Zu Unrecht so gehasst, 23. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Load (Audio CD)
Ich gebe es zu: als dieses Album 1996 erschienen ist, habe ich es unglaublich gehasst. Das Cover, die Frisuren, die Schminke, das Posieren in dämlichen weissen Unterhemden, den Schmuck, Kirk wie er blank zieht (fast) und natürlich die Musik. Da ich das Album zunächst nur auf Tape (Kompaktaudiokassette) hatte, musste ich mir die affigen Bilder nicht ansehen, aber dafür die Musik umso konzentrierter anhören.

Allerdings habe ich in den letzten fast 20 Jahren Frieden mit diesem Album und dessen Nachfolger Reload gemacht und finde es mittlerweile bzw. schon eine ganze Weile richtig gut.

Zunächst finde ich die Ausbeute an Hits und guten Songs, die Metallica auf diesem Doppelalbum abliefern deutlich überdurchschnittlich, vor allem z.B. im Vergleich zu Use Your Illusion 1 +2 von GnR.

Abgesehen von dem wirklich nervigen Poor Twisted Me hat das Album durchgehend mindestens solide Tracks und mit den ersten 5 Titeln gleich 5 Hits in Folge am Start. Auch Wasting My Hate gehört zu den Gewinnern, während ein Bleeding Me oder Cure bis heute nicht so richtig hängen geblieben sind.

Natürlich gibt es auch polarisierende Titel: das launig-bluesige Hero of The Day, Mama Said oder The Outlaw Torn. Hier nähert sich die Band, die Stahlgewitter-Riffs der Marke Disposable Heroes geschrieben hat, sogar Country-Einflüssen. Pfui Deibel, sofort teeren, federn und des Landes verweisen! Oder doch nicht?

Ich habe früher auch kategorisch die Meinung verteten, Metallica müssten immer hart sein. Oder sie müssten sonst irgendwas sein, was ich als "zahlender Kunde" für Befindlichkeiten habe. In der Tat kommt es aber nur darauf an, ob es ein geiler Song ist oder nicht. Und Mama Said ist z.B. super gelungen. Relaxex, Akustikgitarren und James Vocals sind phantastisch.

Das gilt übrigens für das gesamte Album bzw. auch für den Nachfolger Reload: der Gesang von James ist absolut auf der Höhe. Kontrolliert, akzentuiert beherrscht er die volle Range seiner melodischen Shouts über gefühlvollen Balladengesang.

Ja, die Band thrasht nicht mehr (das hat sie auch streng genommen seit Justice nicht mehr gemacht), ja es sind Blues, Country und schlicht (Hard) Rock Einflüsse auf der Platte, aber trotzdem oder gerade deswegen sind die Loads so vielseitig, kurzweilig und gespickt mit Hits.

Was die fehlende Härte angeht - da war streng genommen das sakrosankte Black Album bereits der Tabubruch, nur hat es keiner gemerkt. Ein Song wie Thorn Within ist z.B. durchaus ein Kaliber wie Wherever I May Roam, wenn man sich nur einmal darauf einlässt. Natürlich nicht ganz soo geil, aber hat vergleichbare Qualitäten.

Von mir gibts daher ganz klar 8/10 Punkten für ein top abwechslungsreiches Album, das die songwriterischen Qualitäten vom Black Album mit einer stilistischen Öffnung kombiniert, aber leider durch ein paar Filler und teilweise etwas zu dudelige, nicht stringent zu Ende gedachte Riffs Qualitativ dagegen abfällt. Kein Grund, gleich ausfallend zu werden. :-)


St. Anger (CD + DVD)
St. Anger (CD + DVD)
Wird angeboten von MuMoS__Musik-Movies-Spiele__
Preis: EUR 17,20

4.0 von 5 Sternen 11 Jahre St. Anger - ein vorläufiges Endergebnis, 23. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: St. Anger (CD + DVD) (Audio CD)
Alle paar Jahre im Frühsommer, wahrscheinlich durch das regelmässige Erscheinen Metallicas am Rock am Ring, packt mich wieder das Metallica-Fieber. Metallica waren eine der ersten Bands, die ich nach meiner Metallifizierung im Jahre 1989 kennengelernt, aber nie übermässig gehört habe. Schnell wurden aber krassere Bands, Slayer, Exodus und schließlich vor allem Death Metal interessanter. Metallica ist sozusagen wie ein alter Freund, den man alle paar Jahre trifft, es dann wirklich super ist, aber man meistens doch seines Weges geht.

Wie auch immer - nach den damals für mich nur schwer verdaulichen Re/Load war die Erwartungshaltung natürlich hoch, ob Metallica wieder härter werden würden. Dabei - das habe ich erst später gemerkt - waren Re/Load gar nicht so luschi, wie gemeinhin empfunden. Dazu aber ein anderes mal mehr.

St. Anger besticht durch einen rohen Sound, dem Fehlen jeglicher Gitarrensoli so wie durch eine insgesamt räudigere Ausrichtung. Eine klare Abkehr von den aufwändigen Produktionen seit Justice und v.a. dem Black Album. Die Band zockt v.a. auf der geilen Eröffnungs Doublette Frantic / St. Anger tiefe, muffige Dropped-Tuning Riffs auf Les Pauls, die einfach nur gnadenlos schieben. Auch wenn die beiden Songs - wie übrigens alle auf der Platte - etwas zu lang geraten sind, gehören die ganz klar zu meinen Faves auf der CD - und auch generell.

Some Kind of Monster ist in ein sludgiges Groove-Monster und gehört auch definitiv zu den richtig guten Titeln. Erwähnenswert sind noch Shoot Me Again (der "Prügel Song"), Sweet Amber, Unnamed Feeling ("Power-Ballade") und schließlich All Within My Hands.

Die übrigen Titel sind ok, gehen aber nicht so gut rein wie die genannten. Neben der komplett unkommerziellen, fast punkigen alles egal Haltung gefällt mir vor allem auch die Rohheit und der definitiv nicht perfekte Sound. Tipp: die live im Studio performten Titel auf der DVD klingen deutlich besser.

Allerdings muss ich auch ein paar Schwachpunkte anmerken. Die Länge der Songs. Metallica hatten auf jedem ihrer Alben das perfekte Feeling, wie lange und wie oft man ein Riff spielen kann, bis es aufgeht, aber nicht langweilt. Tendenziell muss ich auch And Justice For All vorwerfen, daß hier und da (Shortest Straw, Harvester of Sorrow) auch 1-2 Minuten hätten gestrichen werden können.

Aber bei St. Anger fehlt es leider total am Gespür, wie viel Zeit man den Songs geben kann. Um es so zu sagen: jeder Titel halb so lang und wir hätten einen 5-Sterne Kandidaten. Ebenfalls wirkt der Gesang von Hetfield, der sogar auf Re/Load noch richtig fett war, hier teilweise, dünn, fahrig und unkontrolliert. Nicht wirklich ein Showstopper, dämpft jedoch die grundsätzlich positive Wahrnehmung dieses Albums ein wenig.

Die Musikerpolizei und üblichen Hasser haben sich auch noch vor allem über den Snare Sound mokiert. Die Snare ist völlig ok wie sie ist und passt super zur kompletten LMAA Attitude, die dieses Album ausstrahlt. Ich kann z.B. wesentlich weniger nachvollziehen, warum Bands wie Motörhead und AC/DC nicht permanent dafür ausgelacht werden, seit über 30 Jahren ernsthaft immer wieder mit dem gleichen Album anzukommen. Wehe eine Band experimentiert mal oder entwickelt sich weiter, dann ist aber was los. Was dabei gerne übersehen wird: kein Metallica Album klingt wie das andere, es sind Welten zwischen Kill'em All und Master of Puppets. Black Album und Ride The Lightning könnten glatt von zwei verschiedenen Bands stammen - beide Alben werden aber einmütig abgefeiert. Aus irgendwelchen Gründen wird Metallica nach dem schwarzen Album das Recht auf Weiterentwicklung jedoch abgesprochen.

7.5/10
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 27, 2014 3:14 PM MEST


War Eternal (Limited Edition)
War Eternal (Limited Edition)
Preis: EUR 16,99

13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leider Geil, 6. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: War Eternal (Limited Edition) (Audio CD)
So sehr ich Arch Enemy nach Anthems Of Rebellion zunehmend unerträglicher fand, so schwer macht es mir dieses Album, die Anti-Haltung aufrecht zu erhalten. Denn diese Platte ist dermassen gut, dass auch die lautesten Sellout-Rufe hier im dicken Kellerkind-Hals versickern müssen.

Neben der freudigen Dudelei, dem affektierten Gebaren (vergleiche The Great Kat - was die Grimassen angeht) der im Grunde höchstsympatischen Angela (schaut Euch mal ihren Growl / Scream Workshop auf YT an, eine tolle Frau!) fand ich besonders dieses totproduzierte, glatte, auf gefällig getrimmte Einerlei und dieses affige Auftreten der Band (Klamotten, wehende Fahnen, komische Haarfarben) sehr abstoßend.

Diese Platte ist modern, aber nicht totproduziert. Die Gitarrenarbeit ist schlicht atemberaubend. Amott schreibt zwar nicht mehr DIE Killeriffs (vergl. Beast of Man) unterhält jedoch mit höchst melodischen, teilweise "klassischen", eher barocken Soli und klingt dabei z.B. auf No More Regrets wie eine böse Variante von Malmsteen.

Nach einem überflüssigen, weil effekthascherischen Intro geht es gleich mit der Hitdoublette Never Forgive, Never Forget und dem Titelstück los und auch hier zeigt sich, dass die neue Sängerin Alissa White-Gluz eine perfekte Wahl war - wenn es denn unbedingt eine weibliche Sängerin sein muss.

Ich finde Alissa klingt auf ihre Art "auch gut" - eher sogar besser. Die Stimme ist tiefer, voluminöser und nicht mehr (so offensichtlich) gedoppelt. Leider wurde von ihren Fähigkeiten als "cleane" Sängerin auf dem Album kein Gebrauch gemacht, auf der anderen Seite ist das alte Spiel gegrunzte Strophe - klarer Chorus sowas von ausgenudelt. Auch wenn sie super singen kann - das rettet Arch Enemy noch etwas Credibility als (Melodic) Death Metal Band. Der neue Gitarrist Nick Cordle, der den mal wieder ausgestiegenen Christopher Amott ersetzt, fügt sich nahtlos in das Gesamtkonzept ein, ohne für mich wahrnehmbar neue Aktzente zu setzen.

Insgesamt eine top unterhaltsame Modern DM Scheibe mit überragender Gitarrenarbeit und einer beeindruckenden Front-Frau. Warum nur 4 Sterne? Leider geht der Platte nach hinten raus etwas die Luft aus bzw. das natürlich immer noch präsente Arch Enemy Schema bzw. die "Pop Formel" ist halt über die volle Länge so offensichlich, dass ich mir noch etwas mehr Mut zur Abwechslunge gewünscht hätte. Aber das kann man von von AE schlicht nicht erwarten. Warum auch - so wie es ist, läuft es doch ganz hevorragend.

(Edit:) nach ein paar weiteren Runden komme ich nicht umhin, dem Dingen doch die Höchstnote auf der amazon-Skala zu verpassen. Die Platte macht dermassen Laune, gerade bei dem Wetter. Und außerdem: da es der Band gelungen ist, einem AE-Skeptiker konstantes Süchteln nach einer weiteren Runde mit War Eternal einzupflanzen, dann beweist es, dass die Dame und Herren wirklich etwas richtig gemacht haben müssen. Ich halte es für möglich, dass sich die Platte irgendwann vielleicht einmal abnutzen wird, aber bis dahin ist War Eternal sozusagen der Sommerhit des Jahres 2014.
Kommentar Kommentare (17) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 28, 2014 10:53 PM MEST


Tibi et Igni
Tibi et Igni
Preis: EUR 12,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Solide Handswerksleistung mit einigen Highlights, 5. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tibi et Igni (Audio CD)
Ich begleite Vader bereits seit ihrem 1995er Album "De Profundis" und war seit je her sehr angetan von der groben Mixtur aus Thrash (v.a. Slayer) und Death Metal amerikanischer Prägung (v.a. Morbid Angel). Verbunden mit Peters Shouts und (damals) Doc's mörderischem Drumming haben Vader damit eine sehr blastlastige, schnell auf den Punkt kommende Variante des Death (Thrash) Metals erschaffen, der sie bis zum heutigen Tage im Prinzip treu geblieben sind. Ab Revelations (2002) eröffnet man auch gerne das Album oder einzelne Songs mit bombastischen Orchestereinlagen (aus dem Synth).

Bei so viel Stiltreue kommt es also weniger auf Originalität und "sich neu erfinden" als auf gute Songs an. Meiner Ansicht nach waren Vader auf den früheren Werken, also De Profundis, Black To The Blind und Litany konstant am stärksten, während danach etwas Unruhe herein kam, was ggf. auch an den nach Litany verstärkt einsetzenden Besetzungswechseln liegen kann.

Auch Tibi Et Igni startet mit einem rund zweiminütigen Orchestralintro, bevor sich die bekannten Tremoloriffs zu einer Superzelle verdichten, aus der dann auch endlich der erste befreiende Blastorkan kommt. Die folgende knappe 3/4 Stunde beinhaltet starkes und sehr starkes, typisches Vader-Material. Ähnlich wie bei Marduk finde ich Vader am bestenn, wenn sie durchballern, diese teilweise wie Pflichtübungen anmutenden Mid-Tempo Songs mag ich nicht soo gerne (Ausnahme: Dark Transmission - schaut euch mal das Video an).

Die CD hat alles, was Vader ausmacht und alles, was ein Fan von dieser Band erwartet und mit dem Oberhit "Hexenkessel" sogar noch etwas mehr. Daher kann jeder, der mit o.g. Scheiben oder Impressions in Blood und Revelations etwas anfangen kann, hier getrost zuschlagen.

Dennoch ist mir das alles auf die Dauer einfach etwas zu wenig. Die Jungs bzw. Peter sind sehr routiniert und das hört man. Hier vermisse ich etwas mehr Tiefgang, Melodien, Atmosphäre. Für den Weg zur Arbeit im Auto oder Biertrinken sicher sehr gelungen - für mehr ist das Konzept einfach schon etwas zu abgehangen.

8/10


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