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Rezensionen verfasst von
muffy666 "muggs_c" (Frankfurt / M.)

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Splinters (Special Edition)
Splinters (Special Edition)
Preis: EUR 14,99

9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die ultimative Essenz des Abgründigen, 9. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Splinters (Special Edition) (Audio CD)
Ich weiß nicht, wie, wo und warum ihr angefangen habt Metal zu hören. Bei mir war es so, dass ich über das Karnevalswochenende des Jahres 1989 mit einem Freund ein komplettes Anti-Programm gefahren habe und er mich mit diversen Scheiben von AC/DC, Helloween und Iron Maiden beschallt hat. Nach kurzer Schockstarre war ich voll dabei. Die Droge hatte mich im Griff und die Dosis musste stetig erhöht werden: Sodom, Slayer, Paradox, Annihilator, Sepultura, Kreator, Metallica, Death, Entombed. Die Liste könnte lange fortgesetzt werden, soll aber mit einer Band symbolisch enden: Paradise Lost.

Wenn ich das das Gefühl denke, als ich zum ersten mal Shattered und dann Gothic vom gleichnamigen Album gehört habe, a Wahnsinn. Härte, tiefe Melancholie, Power, Aggression und dabei fast fragile Zerbrechlichkeit, ein Hauch Todesromantik.

Paradise Lost haben sich über die Jahre immer wieder verändert, aber die bittersüße, bleierne Leichtigkeit von Gothic blieb für mich (abgesehen von In Requiem) relativ unerreicht.

Lead Gitarrist Greg Macintosh beweist mit Splinters zum zweiten Mal auf voller Albumlänge, wie sehr er die oben genannten Attribute in Musik vertonen kann. Während A Fragile King wirklich tieftraurig und abgründig den Tod von Gregs Vater begleitet hat, ist Splinters deutlich aggressiver, hat aber dennoch sämtliche Stilmittel, die Vallenfyre ausmachen: die leidenden Leads von Greg, seinen überraschend derben Death-Grunt Gesang und das vernichtende Geratter seiner Rhythmusgruppe (Adrian Erlandsson - ex Alles und "Scoot" von Doom). Als kongenialer Partner an der zweiten Klampfe: Solstice und My Dying Bride Gitarrist Hamish Glencross.

Einmal mehr werden frühe Paradise Lost, frühe Entombed / Nihilist, eine große Prise Crust, Doom, Death Doom zu einer Stil verbunden, der auf der einen Seite permanent Deja-Vus hervorruft, dadurch aber auch unglaublich originell ist und aus den ganzen glatten Produktionen deutlich herausragt. Das Tempo variiert von gefühlt 60 bpm Kriech-Doom bis zu herrlich antiquiert klingenden Blasts (v.a. beim Opener Scabs - 100% Left Hand Path Feeling) und räudigem D-Beat.

Auch wenn ich aktiv gegen mein eigenes Schubladendenken angehe, jüngeren Bands bewusst Chancen einräumen möchte: die Alten Säcke können es noch am besten. Gegen dieses - übrigens unfassbar krass produziertes - Album kommt wirklich nichts, jedenfalls nur sehr wenig ran. Da können die affigen Deathcore-Vögel einpacken, toll, Heel-Toe-Technique, Blasts bei 270 bpm, irre. Hastn Problem - geh weiter!

Ich hätte fast Triptykon mit der Höchstnote für Abgrund+Intensität+Härte ausgezeichnet, aber - sorry Tom und das geheimnisvolle Mädel - der Preis geht an VALLENFYRE!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 15, 2014 1:58 PM MEST


Down IV Part 2
Down IV Part 2
Preis: EUR 5,55

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nach langem Kampf doch überdurchschnittlich, 9. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Down IV Part 2 (Audio CD)
Ich muss zugeben, wenn es eine Band gibt, bei der ich Fanboy-Verhalten an den Tag lege, dann bei Down. Selbstverständlich gibt es Fans, die der Band auf Tour hinterherreisen und was pubertierende Mädels im Boygroup-Wahn so alles gemacht haben - da bin ich sicher weit von entfernt. Aber, immerhin, habe ich mir eine Festivalkarte gekauft, obwohl ich nur Down sehen wollte. Bin zu einem Gig ins Ausland gefahren (naja, Luxembourg, hehe) und habe einige Alben auf CD UND Vinyl. Und seit heute auch noch auf Kauf-mp3, da die CD heute nicht mit der Post kam und AutoRip noch nicht läuft, habe ich mir aus Neugierde noch die Files gekauft. Crazy, wa? Naja, überhaupt nicht. Aber da ich als Metaller im 25. Berufsjahr lediglich 2 Shirts (natürlich von Down) besitze, ist das für meine Verhältnisse schon recht waghalsig.

Warum die Vorrede? So geil ich diese Band finde, so sehr ich auch beim x-ten Mal hören ihrer Musik Gänsehaut bekomme, muss ich, alleine um meiner Ethik als Kritiker zu entsprechen sagen, dies ist per heute die schwächste Veröffentlichung der Band. Insgesamt.

Viele haben schon über II - A Bustle in your Hedgerow gemeckert, vor allem weil es nicht wie NOLA ist. III - Over The Under hat noch mehr Kritik bekommen, v.a. weil es immer noch nicht wie NOLA ist. Down IV Part 1 - well, guess what.

Ohne näher darauf einzugehen, ich finde jede bisherige VÖ der Band schlicht genial - jede auf ihre Weise. Über die instrumentalen und vor allem atmosphärischen Qualitäten von Phil Anselmo, Pepper Keenan und Jimmy Bower muss ich an dieser Stelle nicht tiefer eingehen. Die Mischung aus Old School (Doom) Metal (Sabbath, Vitus, Pentagram, Witchfinder General, Trouble), Blues und einer geballten Ladung Dreck ist nach wie vor für mich unerreicht und gnadenlos anziehend.

Mit enormer Leichtigkeit werden hier wuchtige Riffs, bluesige Leads und Phils monströser Stimme verbunden, da kommt einfach niemand ran. So würde ein Zakk Wylde bestimmt auch gerne klingen. ;-)

Die Platte eröffnet mit Steeple, kurz auf der HiHat angezählt steigt die Band unterstüzt von einem Brunftschrei von Phil in das Album ein und liefert gleich ein Riffmonster ab, das auch Live endlich das gut abgehangene Eyes of the South ablösen könnte.

Danach kommt We Knew Him Well, das seit einigen Wochen als Stream zu hören war. Ich war anfangs leicht enttäuscht, habe mir gesagt, warte auf das Album, höre es im Kontext, aber der Song ist bestenfalls ok. Und er ist relativ einprägsam, was ihn leider zu einem der besseren Songs auf dem Album macht.

Bei Hogshead / Dogshead: Fragezeichen. Sorry, leider völlig beliebige Aneinanderreihung von Riffs.

Mit Conjure kommt jedoch der absolute Höhepunkt dieser EP: alleine das Eröffnungsriff mit BlackVitusTrouble Vibes haut mich echt um. Wenn der Gesang über dem Strophenriff einsetzt, denkt man für einige Sekunden, man höre gerade einen verschollenen Track von den Master of Reality Sessions. Wahnsinn.

Sufferer's Years. Punkt. Nothing.

Bacchanalia schließt die EP dann doch wieder relativ versöhnlich ab. Der Song ist relativ lang und komplex aufgebaut und ist meiner Einschätzung ein Titel, der noch richtig wachsen kann. Vor allem das ruhige, teils akustische Ende, das wohl einen Hinweis auf die Ausrichtung des Part 3 geben soll, ist sehr gelungen. Learn From This Mistake trifft auf Zeppelin und Purple. Wenn die dritte EP wirklich in diesem Stil sein sollte, bin ich wirklich sehr positiv gespannt.

Ich kann nachvollziehen, dass das EP Konzept für die Band vorteilhaft ist, da damit längere Schreibprozesse und Studioaufenthalte entfallen und sie das in einer Tourpause mal eben "nebenbei" rausquetschen. Wie gut und professionell die Jungs sind erkennt man daran, dass die Qualität bei dieser Arbeitsweise immer noch sehr gut ist, aber doch bei dieser zweiten EP Schwächen offenbart werden.

Natürlich bin ich froh, das zwischen Part 1 und 2 die kürzeste Zeitspanne liegt, die jemals zwischen zwei Down VÖs lag - nicht einmal 2 Jahre. Auf der anderen Seite muss ich aber leicht kritisch anmerken: vielleicht ist es aber auch gut (besser?) sich einmal für längere Zeit zurückzuziehen und intensiver an den Stücken zu arbeiten.

Den Wechsel an der Gitarre (Bobby Landgraf kam für Kirk Windstein, der sich intensiver mit Crowbar beschäftigen wollte) mache ich übrigens ganz ausdrücklich nicht für diese Entwicklung verantwortlich.

Insgesamt sind die Kritikpunkte auf sehr hohem Niveau, aber ich will es natürlich nicht unerwähnt lassen. Wie immer halte ich es für möglich, dass das Album noch deutlich mehr wächst. An dem Anselmo Solo-Album habe ich mir monatelang die Zähne ausgebissen und finde es mittlerweile ziemlich gelungen. Ein letztes Wort zu Phil: ich weiss nicht was er macht (bzw. doch: saufen, rauchen und ohne Atemtechnik schreien), aber seine Stimme klingt von Album zu Album immer kaputter und fertiger. War es auf Part 1 schon auffällig, so hat die Soloscheibe nebst Touring hörbare Schäden hinterlassen.

EDIT 21.05.2014 - Nach weiteren Runden habe ich mich mit dem Album doch etwas mehr anfreunden können. Steeple und Conjure haben sich klar als die Hits etabliert, We Knew Him Well macht sich als Groover im Gesamtkontext recht gut, Dogshead/Hogshead ist sagen wir tolerierbar aber nicht sonderlich gut. Sufferer'S Years hat die größe positive Entwicklung gemacht. Der Song hat sehr viel klassische Metal / NWOBHM Einflüsse, v.a. Witchfinder General, was mir erst so richtig aufgefallen ist, als ich die beiden Alben neulich gehört habe. Insgesamt ok / gut.

EDIT 06.06.2014 - Nachdem ich dem Album erstmal eine Auszeit gegönnt habe und mal stilistisch was komplett anderes gehört hatte (v.a. Death Metal / Deathcore), war eine neuerliche Runde (auf Vinyl) geradezu befreiend, wie nach Hause kommen. Das Album bzw. EP hat sich insgesamt sehr stark entwickelt. Die Hits haben sich auch also solche (ohne größere Abnutzungserscheinungen) etabliert, die Problemkinder wurden gefördert und v.a. das spacige Ende von Bacchanalia ist dermaßen geil, dass ich im 5 Punkte System nicht umehrkomme, die 5 zu geben, aber dennoch - um den Abstand zu etwa II - Bustle oder der EP Part 1 zu wahren 9/10.
Kommentar Kommentare (8) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 15, 2014 6:03 PM MEST


Minor Misdemeanors
Minor Misdemeanors
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen What's the point?, 7. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Minor Misdemeanors (MP3-Download)
Wenn man als Metal-Fan eine CD kritisiert, auf der Metal-Songs in ein anderes Soundgewand überführt werden, kritisiert, gar niedermacht, so wie das gleich hier passierend wird, ist man sozusagen mit Ansage dem Vorwurf ausgesetzt, Konservativ zu sein, Scheuklappen zu tragen oder - mein Fave - der Sache intellektuell nicht gewachsen zu sein.

Metal mal anders - das ist ja im Grunde nichts neues. Schauen wir uns mal die Konkurrenz an: Mambo Kurt. Der Alleinunterhalter spielt Metal Songs auf einer Heimorgel (mit Rhythmusmaschine) nach und singt dazu. Dabei werden die Songs in ein orgel-kompatibles Arrangement überführt und teilweise "verswingt" und "angejazzt" - aber das natürlich nur auf Tanztee im Altersheim-Niveau. Insgesamt eine charmante Idee und gute Leistung als Entertainer und Arrangeur.

Apocalyptica haben "als Gag" auf ihrem ersten Album Metallica Songs auf vier Celli gespielt. Der Rest ist Geschichte. Die Band hat sich bereits auf Album Nummer zwei aus der puren Metallica-Cover Nummer verabschiedet und u.a. Pantera und Faith No More gecovert und sogar ein paar Eigenkompositionen eingestreut. Ab dem dritten Album Cult sind (sehr starke) Eigenkompositionen die Regel, Cover nur noch Bonustracks, wenngleich diese weiterhin stark sind.

Van Canto (ich würde es vorziehen, eine Dose Sürströmming zu essen, als eine CD durchzuhören) übertragen immerhin die Musik in Gesangsarrangements und reproduzieren so mehr oder weniger die Originale ausschließlich mit Stimmen. Soweit so Respekt. Auch wenn es wirklich unerträglich ist.

Tori Amos hat auf Strange Little Girls zwar (auch) Slayer's Raining Blood gecovert - der Ansatz des Albums war es jedoch Songs zu covern, die ursprünglich von Männern performt wurden (u.a. Eminem, Depeche Mode, Neil Young) und diese aus der Perspektive von fiktiven Frauenpersönlichkeiten zu performen. Zusammen mit dem Booklet (Liner Notes von Neil Gaiman) ein Gesamtkunstwerk. Dabei hat sie sich bei der Interpretation mehr oder weniger an die musikalische Vorlage gehalten (etwa I Dont Like Mondays) oder eben gar nicht (Raining Blood). Insoweit gilt dieses Album m.E. nicht als Metal-Cover Album, sondern spielt in einer eigenen Liga.

Kommen wir zu Hellsongs. Wie auf dem Debut, findet auch auf diesem Album keine Auseinandersetzung mit der Musik statt. Sie wird schlichtweg über den Haufen geworfen, nicht arrangiert, umgearbeitet (meine Güte, wenn ich an die vier Finnen im Kleinwagen denke, die Bohemian Rhapsody performen) - gar nichts. Stattdessen werden die Lyrics weiterhin mit seicher Folk- / Akustikinstrumentierung unterlegt und in einschläfernder, nicht relaxter Weise performt. Dagegen ist Lina Persson von den Cardigans ein tollwütiges Wildschwein auf Steroiden.

Mag das alles beim ersten Mal noch halbwegs charmant gewesen sein, so ist hier keine Weiterentwicklung zu sehen. Nichts. Würden sich Hellsongs nicht krampfhaft und schamlos im Metalsektor bedienen und anbiedern - die Musik würde wirklich niemanden auch nur aufhorchen lassen. Insoweit nervt es mich schon, dass die Metal-Szene, die wirklich jahrelang verachtet, ausgelacht, für Dumm und Gewalttätig erklärt worden ist, als letzte Bastion der Tonträgerkäufer und Konzertgeher von allen Seiten angezapft und ausgemolken wird. Aber auch wir, auch die "Heavy-User" (Pun intended!), die wir montatlich für 100e Euros unsere Szene unterstüzten, CDs kaufen, Shirts kaufen, zu Konzerten gehen, Magazine lesen, können und wollen nicht jeden Käse unterstützen. Deswegen die klare Bitte: spielt eure kleine harmlose Folk-Brühe doch gerne in selbstverwalteten Cafes, Kleinkunstbühnen oder auf der Toilette. Nur Federn im Poppes machen noch lange kein Huhn.

Ach ja, neben o.g. Klischees gilt der Metaller ja natürlich als intolerant. Ich würde aber sagen, dass wir aufgrund unseres speziellen Geschmacks, den wir nicht immer und überall ausleben dürfen, ganz besonders tolerant sind, v.a. was das Anhören und Ertragen von nicht-metallischer Musik ist. Daher ist es besonders befremdlich, wenn in den positiven Rezis vornehmlich Nicht-Rocker davon schwadronieren, dass endlich Guns n Roses in dieser Form für sie hörbar wird oder dass die einzigen guten Songs von Metallica The Unforgiven und Nothing Else Matters sind. Wir wollen Euch hier nicht!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 8, 2014 1:33 PM MEST


Neverbloom
Neverbloom
Preis: EUR 8,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wahnsinnige Mischung aus Deathcore und Obtained Enslavement, 29. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Neverbloom (MP3-Download)
Die Überschrift sagt im Prinzip schon alles: die Australier liefern ziemlich brutalen Deathcore / Modern Death Metal in der Schnittmenge von Suffokate, Black Daliah Murder, Aborted und / oder Canifex. Selbstverständlich gehört der Wechsel zwischen Growls und Screams genau so zum Repertoire, wie die unvermeidbaren Breakdowns und Bass-Drops. Soweit so klischeehaft.

Allerdings werten die Jungs die Musike durch den intensiven Einsatz von Keyboards und teilweise female Vocals deutlich auf; seien es Streicherflächen, orchestrale Arrangements oder filmmusikhafte Soundscapes - die Tasten haben einen hohen Anteil am Gesamtsound und heben die Band damit weit aus dem Einheitsbrei der zahllosen Youtube Combos.

Auf den ersten Hör mag das vielleicht sogar iriitieren, wie bei der Black Metal Band Obtained Enslavement, bei der parallel zu derben Blasts auch ein zunächst als störend empfundenes Klavier "geklimpert" hat. M.E. haben Make Them Suffer die Keys zum einen etwas stringenter in den Gesamtsound integriert - zum anderen hört man die musikalischen Eindrücke mit der Zeit als aufregendes und bereicherndes Ganzes.

Etwa, als spielte man Times of Grace von Neurosis und Grace von Tribes of Neurot gleichzeitig ab. Naja, SO gut vielleicht auch nicht. :-)


Kindly Bent To Free Us
Kindly Bent To Free Us
Preis: EUR 17,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute CD mit Wachtumspotenzial., 22. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kindly Bent To Free Us (Audio CD)
Ich denke, dass es sich mittlerweile herumgesprochen hat bzw. auf den Vorgängern Traced In Air und v.a. auf der Carbon Based Anatomy EP nachzuhören ist, dass man den Begriff "Death" aus der früheren Kategorisierung "Progressive Death Metal" ersatzlos streichen muss.

Wie auch bei Opeth (Heritage) habe ich auch auf Carbon Based Anatomy den konsequenten Verzicht von harten Gitarren und (halbgaren) Death Growls ausdrücklich begrüßt, da der Death Metal Anteil auf Traced In Air hörbar widerwillig und inkonsequent eingesetzt worden ist.

Ich habe den Eindruck, dass sich die Post DM Cynich mit diesem Album erst richtig gefunden haben, bzw. dem Hörer die Transformation von "Focus" zu Kindly Bent mit Zwischenschritten a la Traced / Retraced erleichtern wollen. Ähnlich wie Ulver keine Gitrarren und kein Gekreische brauchen, um den Hörer in eine dunkle, melancholische Welt zu entführen - genausowenig brauchen Cynic Death-Grunts und Gekloppe, um ihre Vision von im besten Sinne "Fusion Metal" zu vertonen.

Wie in Interviews nachzulesen, war Paul Masvidal ohnehin eh nie wirklich ein Metalhead - er hat sozusagen eher zufällig auf Human ausgeholfen und hat mit Focus noch eine eigene Vision von Jazz, Fusion, World Music, Shoegaze und (Death) Metal nachgelegt.

Kindly Bent gefällt durch eine sehr reduzierte Instrumentierung (Drums, Bass, Gitarre) und Pauls weitestgehend unbehandelten Gesang, der sich nochmal deutlich verbessert hat. Musikalisch bleibt es beim Mix aus o.g. Genres - minus Death Metal. Besonders gefällt, wie vielschichtig die Arrangements sind, Paul Masvidal spielt eher Texturen als Riffs, dann der sonore Bass von Sean Malone, der ähnlich dominant und gleichzeitig unabhängig ist wie bei Watchtower (Control & Resistance) und Sean Reinerts achtarmiges Drumming.

Was mir an der Scheibe (gegenüber vielen anderen Alben im Bereich Prog) besonders gut gefällt, ist wie entspannt aber dennoch fesselnd die Musik ist. Kein sinnloses Gefrickel, aber auch keine gediegene Langeweile, sondern ein warmer Klangkosmos, der sich über die Zeit erst enfaltet und auch nach mehreren Runden Neues offenbart.

Daher 8/10 mit viel Luft nach Oben.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 13, 2014 11:14 AM MEST


The Triumph of Steel
The Triumph of Steel
Preis: EUR 9,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf Augenhöhe mit Kings of Metal, 17. April 2014
Rezension bezieht sich auf: The Triumph of Steel (Audio CD)
Es ist locker 20 Jahre her, dass ich dieses Album zum letzten Mal gehört habe. Damals, 1992, als es veröffentlicht wurde, habe ich es trotz meiner damals aktuellen Faves Psychotic Waltz, RATM, Dream Theater, Pantera usw. sehr oft (heimlich!) gehört.

Manowar galten schon immer außerhalb des Metals als spiessig, peinlich, Altherren Musik - und mittlerweile sogar innerhalb der Szene. Zu divenhaft das Verhalten - vor allem wenn musikalisch nichts kommt, das dies rechtfertigt.

Auch wenn ich persönlich als spätberufener (1988) bei Manowar reflexartig eher an Fighting The World und Kings Of Metal denke, sind für viele die ganz frühen Werke der Band das Maß der Dinge.

Dabei wird oft übersehen, dass diese Scheibe wirklich ganz großes Tennis im Bereich klassischen Heavy Metal ist. Wenn jemand fragen sollte, wie kann es eigentlich sein, dass diese Combo jemals so erfolgreich war - dann sollte man der Person diese CD geben und sagen: deswegen.

Natürlich ist die Musik phasenweise pathetisch, vielleicht sogar "cheesy", aber es passt einfach alles, harte Riffs, große Refrains, fetter Sound, opulente Arrangements und ein Eric Adams der einfach superb bei Stimme ist und eine absolute Parade abliefert, was unter einem großen Heavy Metal Frontman zu verstehen ist.

Eröffnet wird die Platte mit dem knapp 30 minütigen Mega-Opus Achilles, Agony and Ecstasy in Eight Parts, das teilweise sehr gelungen ist, teilweise aber auch leider, leider etwas grob zusammengeschustert wirkt. Im Prinzip ist der Ansatz, eine Art Suite mit verschiedenen Sätzen zu einem großen Stück zu verbinden, nicht verkehrt. Leider wurden überflüssigerweise ein Drumsolo und ein Bass-Solo in dem Stück untergebracht, die einfach deplaziert sind und den Fluss hemmen. Das Drumsolo geht noch halbwegs, weil es in das atmosphärische "Hectors Final Hour" mündet. Das Bass-Solo hingegen ist einfach Joey's übliches Gezerre ohne Sinn und Verstand. Abgeschlossen wird die Suite wieder versöhnlich mit dem Kracher "The Glory of Achilles", der im besten Sinne an Blood of The Kings erinnert.

Wow, das war ganz schön viel Input in der ersten halben Stunde. Manowar lassen sich aber nicht lumpen und legen nochmal gut 40 Minuten(!) nach und liefern mit Metal Warriors einen typischen dicke Eier Metal Stampfer. Auch Spirit Horse of the Cherokee, Power of thy Sword und The Demons Whip sind erste Sahne und halten das ingesamt hochklassige Niveau. Lediglich Burning will nach wie vor nicht gefallen. Die Powerballade Master of the Wind schließt das Werk gebührend ab. Erschöpft und glücklich sinkt man nach ca. 1 Stunde 10 Minuten in den Sessel und hat das Bedürfnis, schnell 300 oder Troja zu sehen. Hauptsache Schwerter und Ehre.

Auch wenn ich nur äußerst selten Manowar höre - diese CD ist wirklich der Hammer und sollte in jeder guten Sammlung einen Platz finden. Auch jüngeren Fans dringend zu empfehlen - auch wenn ihr es nicht glaub: da haben "Eure" Suicide Silences und Avengend Sevenfolds auch ihre Ursprünge! Bei der Gelgenheit: checkt Black Sabbath, Pentagram, Saint Vitus, Judas Priest und Tygers of Pan Tang gleich mit an. Es lohnt sich. :-)

9/10
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 30, 2014 10:00 PM MEST


Deth Red Sabaoth (Ltd.Digi)
Deth Red Sabaoth (Ltd.Digi)
Preis: EUR 22,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hammer Comeback, 15. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Deth Red Sabaoth (Ltd.Digi) (Audio CD)
Als die Scheibe 2010 veröffentlicht wurde, war ich für Danzig gerade nicht so empfänglich und habe sie weitestgehend ignoriert. Ich hatte "meine" heisse Phase etwa von 1990 - 1993, also um das Erscheinen der Alben II - Lucifuge und III - How The Gods Kill herum. Ich finde nach wie vor, dass II das beste Album ist, gefolgt von I und III. Allerdings muss diese Liste per heute umgeschrieben werden, da Deth Red Sabaoth sich eiskalt bzw. analog-warm an III vorbei gemogelt hat und nun je nach Tagesform mit I um den zweiten Platz buhlt.

Nachdem das Album 4p außer Cantspeak kaum etwas zu bieten hatten, das gut war bzw. sicher dauerhaft hätte im Hirn einnisten könnte, ging Danzig danach den Weg, an dem viele Künstler in den 90ern gescheitert sind: er versuchte sich an stilfremden Experimenten. Nachdem Grunge 1996 definitv tot war und die Thrasher wahlweise am Alternative- oder Pantera Virus zugrunde gegangen sind, setzte Danzig auf den vierten Trend: Industrial. Die verheerenden Folgen sind bekannt.

Auch wenn Danzig 2002 mit I Luciferi und Circle of Snakes (2003) sich auf alte Tugenden zurückbesann, wollte das immer noch kaum einer hören. Zu nachhaltig hatten Blackacidevel und 6:66 das Image zerstört.

Aber: auf Deth Red Sabaoth hören wir Glenn, verstärkt mit Tommy Victor (Prong) an der Gitarre und Johnny Kelly (ex- Type O Negative) an den Drums wieder in einer sehr reduzierten, fast spartanischen Produktion, die Erinnerungen an die güldenen Frühwerke weckt.

Eins vorweg: der Sound ist nicht nur ok, er ist sogar erste Sahne - jedenfalls für die Leute, die es noch zu schätzen wissen, wenn Instrumente mit Mikrophonen abgenommen und auf Band aufgenommen werden und kein digitales Editing und Loudnesswar betrieben wird.

Die Songs sind durchgehend stark, sei es der Opener "Hammer of the gods" oder das Gänsehaut Trio On a wicked night, Deth red moon und Juju Bone. Im Gegensatz zu vielen anderen Kollegen hat Danzig über die Jahre seine einzigartige Stimme behalten und klingt kaum anders als 1992. Vielleicht hat er mit seinen Allüren etwas übertrieben, vielleicht war er überpräsent, aber ich denke man darf bei allem Gestichel hinsichtlich Körpergröße und Muckies (was echt nur noch genervt hat, und ich schaue da in Richtung einer bestimmten Musikzeitschrift) nicht vergessen, dass Glenn Danzig einer der originellsten Musiker im Bereich harter Musik ist, dem es gelang den Bogen von H/C Punk über Rock, Doom und Blues (und wenns unbedingt sein muss: Industrial) zu spannen und dabei meistens sehr gut geliefert hat. Dabei seien vor allem die Samhain Alben (v.a. November Coming Fire!) erwähnt.

8.75/10
Kommentar Kommentare (9) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 23, 2014 9:25 AM MEST


War
War
Preis: EUR 16,33

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kurze derbe Hardcore Scheibe, 15. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: War (Audio CD)
Etwas länger als Earth A.D. / Wolfsblood und etwas kürzer als Slayers Reign In Blood ist diese CD der Band aus dem Rhein-Main Gebiet. Diese rund 22 Minuten haben es aber in sich: neben einem Intro und einem Zwischenstück ("Skit") gib's insgesamt sieben Mal den Fratzenhammer. Seien es Midtemponummern wie Confession und Rage oder schnellere Tracks wie der Titelsong - erfreulich trendfreier Hardcore der 90er Schule, ein Hauch Thrash / Crossover und definitiv breakdownfrei.

Fett, aber nicht übertrieben produziert gefallen vor allem die mächtigen Riffs, der Bass-Sound und das unermüdliche Organ von Sänger Florian. Einziger Kritikpunkt: die Scheibe ist selbst für eine H/C Scheibe doch einen Tick zu kurz. Ich hätte gerne noch ein, zwei Songs mehr gehört. Aber warten wir mal auf die nächste CD.


Far Beyond Driven (20th Anniversary Edition)
Far Beyond Driven (20th Anniversary Edition)
Preis: EUR 17,49

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 20 Jahre Far Beyond Driven - die remastered Version zum Vergleich., 31. März 2014
20 Jahre nach Far Beyond Driven und 11 Jahre nach deren Auflösung sind Pantera weiterhin in aller Munde und aktuell präsent wie nie. Das Legacy Magazin hat sie auf dem Cover, es gibt kaum ein Interview mit Phil, Rex oder Vinnie Paul, in dem nicht auch kurz Pantera angesprochen würde.

Auch wenn die Gefolgschaft und Popularität der Band in der zweiten Hälfte der 90er schwand, muss heute ganz klar festgehalten werden, dass Pantera für die Entwicklung des (modernen) Metal eine ähnlich tragende Rolle gespielt haben, wie jeweils zu ihrer Zeit Black Sabbath, Metallica, Slayer oder Judas Priest.

Die größte Errungenschaft war es, den Metal überhaupt in die 90er zu retten, nachdem sie ihn vom Muff der 80er befreit hatten und alles über Bord geworfen haben, was "cheesy" war und in den "alternativen, grungy 90ies" als Kassengift galt. Auf der anderen Seite haben sie aber genau diesen Stilen eine klare Absage erteilt und haben immer das gemacht, was sie wollten. Heraus kam eine fast revolutionäre Standordbestimmung des Metals: ohne Haarspray, ohne Drachencover, einfach 4 Jungs in Shorts, die de facto die größte Schnittmenge aus Härte und Erfolg hatten.

Spätestens nach dem Vorgänger "Vulgar Display of Power" (1992) war für die Labels klar: entweder Grunge oder ihr klingt wie Pantera. Viele Bands (vor allem Thrash Bands waren da sehr labil) folgten dieser Ansage. Während die Combos, die etwas mehr Alternative in ihren Sound integrierten, teilweise mit passablen oder sogar exzellenten Scheiben daherkamen (z.B: Antrax - Sound of White Noise), war die Pantera Clone Fraktion von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Denn der Stil (v.a. auch Phils Vocals) ist so eigen und hängt so sehr von den vier Bandmitgliedern ab, dass er nicht reproduzierbar ist, ohne dass man sofort als Klon gelten würde.

An der Gitarre vermischte Dimebag groovige, brutale teilweise chromatische Riffs mit unglaublichen Shredder Soli und integrierte nebenbei immer wieder Spuren von Sabbath, Blues und Van Halen. Er beherrschte harte Sounds ebenso wie gefühlvolle Aktusikpassagen und spielte mit einer Leichtigkeit, die nach wie vor unerreicht ist.

Mir würde auch spontan kein einziger (einzelner) Gitarrist einfallen, der im Stande wäre Dime's Spiel angemessen zu reproduzieren. Es wird ja immer mal Zakk Wylde ins Rennen geworfen, aber bitxx please, er hat zwar den Southern Twang, aber nicht die Härte und Tightness und schon gar nicht die Shredding-Qualitäten.

Die Rhythmusgruppe, Basser Rex Brown und Drummer Vince Abbott lieferte den groovigen Unterbau. Gerade Vince war auch extrem stilprägend für Metaldrumming - die harte Snare mit dem kurzen, gated Reverb, die supertighten Bassdrums (er hat mit Gaffa-Tape eine Münze auf die Drumheads geklebt, um diesen harten Punch zu bekommen) und natürlich der variable Stil, der gleichzeitig rockt aber nie "zu viel" ist. Daran beissen sich heute noch Viele die Zähne aus. Rex Brown doppelt entweder Dimebag's Riff mit seinem berüchtigten knurrigen Ton oder spielt während der Leads total losgelöst Walking-Bass Lines.

Und natürlich Phil Anselmo, hier auf dem Zenith seines Schaffens, hyperaktiv, beherrscht(e) die volle Palette von Rob Halford (zum letzten mal auf CFH zu hören), harte Metal Shouts, aber auch sehr gefühlvolle Balladen wie Hollow, Cemetary Gates oder auf diesem Album das unglaublich atmosphärische Planet Caravan Cover. Leider hat er in der Folgezeit Dinge getan, die seiner Stimme nachhaltig nicht gut getan haben und - wenn man ihn heute sprechen hört - irreversibel scheinen.

Die Platte gilt gegenüber den beiden Vorgängern CFH und VDOP als die härtere, eindimensionalere, was jedoch bei näherer Betrachtung nicht 100% richtig ist. Was man dem Album ankreiden kann ist, dass es im Gegensatz zu den anderen Alben nicht nur Top Titel am Start hat, sondern auch mal die eine oder andere Nummer zum skippen oder vergessen. Nicht weil sie schlecht wären, aber Songs wie Throes of Rejection oder Shedding Skin haben sich bis heute nicht so wirklich im Hirn festsetzen können.

Dafür aber das nervige Good Friends and a Bottle of Pills, das zwar einen geilen Bass / Bassdrum Groove von Vince und Rex hat, aber dafür auch sehr fieses Gitarrenfiepen und nur durchgeschriene Vocals.

Die Hits des Albums sind definitiv die ersten vier Tracks, sowie Use My Third Arm und das eben erwähnte Planet Caravan. Die übrigen Tracks sind gut, aber nicht sehr gut. Für die Leistung insgesamt und für die historische Bedeutung gebe ich auf einer Skala von 10 Punkten 8.5/10, was aufgerundet immer noch 5 Sterne gibt.

Zum Vergleich der alten und der Remastered Version habe ich beide Alben in TRAKTOR geladen, gleichzeitig gestartet und mit dem Cross-Fader hin- und hergehört. Das Ausgangsmaterial war wirklich schon sehr gut, so dass es eigentlich hier nichts zu tun gab, man aber natürlich (neben der Bonus CD mit einem Live-Konzert in gehobener Bootleg-Qualität) auch Anreize setzen musste, dieses Album nochmal zu kaufen. Denn abgesehen von einem schicken, etwas labilen Digipack ist die Aufmachung leider dem Anlass nicht angemessen. Das sechsseitige Booklet hat im Prinzip den gleichen Inhalt wie das alte (Lyrics in Handschrift), 1-2 Photos und immerhin das ursprünglich geplante Cover (der Bohrer steckt da in einem anderen Körperteil, hicks).

Das neue Mastering klingt insgesamt etwas "frischer", also etwas präsenter, während es im Keller nicht mehr so murmelt. Die Snare klingt etwas klarer und smoother. Insgesamt wurden die Frequenzen meinem Eindruck nach etwas "aufgeräumt" - eine dramatische Änderung hat der Klang der CD nicht erfahren. Daher dürfte man die Unterschiede auch nur bei konzentriertem Hören bemwerken - im Auto oder aufm MP3 Player in der UBahn merkt man es nicht.

Lohnt sich der Kauf der Remastered Version daher? Wenn man das Album bislang nicht besitzt: definitiv! Überzeugte Sammler sind eh in ihrer Entscheidungskraft beschränkt, die kaufen eh :-) und für große aber nicht willenlose Fans wie mich gilt: die neue Aufmachung und die Goodies (Remaster, Bonus CD) reichen mir, um das Album nochmal zu kaufen. Das mag aber im Einzelfall anders bewertet werden.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 2, 2014 4:22 PM MEST


Back from Beyond
Back from Beyond
Preis: EUR 17,99

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Please Return to Beyond, 24. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Back from Beyond (Audio CD)
Auch wenn das 1991er Debut Album "From Beyond" heute als Klassiker gefeiert wird, kann und konnte schon damals das Album nach meiner Ansicht nicht mit der Death Metal Konkurrenz mithalten, die seinerzeit wie im Wahn Alben veröffentlichte.

Das mag zum einen daran liegen, dass From Beyond 1991 viel später herauskam, als es hätte sein müssen (die Combo war mehr oder weniger seit 1986 aktiv). Das eigentliche Problem war jedoch, dass die anderen Bands die Latte zu diesem Zeitpunkt bereits sehr hoch gehängt hatten: Obituary hatten ein Jahr zuvor Cause Of Death veröffentlicht, Entombed Clandestine und Death brachten nur ein paar Monate später bereits Human raus - alles Alben, die From Beyond in jeder Hinsicht überlegen waren.

From Beyond hatte v.a. mit Dawn of Eternity, Succubus und Corpsegrinder ein paar schön primitive Hits am Start - jedoch ist das Album insgesamt bestenfalls solide und ist mM relativ schlecht gealtert.

Nach einigem Hin und Her hat sich Massacre zur Hälfte (Rick Rozz und Terry Butler) wiedervereinigt - zum anderen wurden die mir bislang nicht bekannten Ed Webb (voc) und Mike Mazzonetto (dr) rekrutiert, die ihren Job solide und im Kontext angemessen erledigen. Auch wenn es schade ist, dass es keine 100% Reuinion war - ich wüsste gerne, wo Bill Andrews heute steckt und Kam Lee war ja mit Bonegnawer und Grotesquery ganz gut im Rennen - dürfte Back From Beyond kaum erheblich anders klingen.

Erwartungsgemäß schließt BFB stilistisch natürlich bei From Beyond an - Midtempo Doublebass Riffs, typische Uffta Beats, Gurgelgesang und Rick Rozz' berüchtigte Whammybar-Solos (Zitat Chuck Schuldiner: "dumm, faul, Kerry King Kopie") und fertig ist die Laube. Ich bin zwar auf der einen Seite absoluter Old-Schoon Fan, weil ich eben genau zu dieser Zeit (90er) mit Metal / Death Metal aufgewachsen und geprägt wurde. Mit ist ein Slowly We Rot daher 1000 Mal lieber als irgendeine hyperaktive Quietsch und Kreischcombo der Marke Metalcore / Deathcore, die zwar alle spielen können, aber einfach nur inflationären Musikmüll raushauen.

Allerdings kann auch Back From Beyond auch heute weder an die alten noch an die aktuellen Bands anknüpfen. Es passiert einfach zu wenig, manche Riffs und Songs sind sogar fast einfältig. Insgesamt liegt das Niveau daher eher im Bereich einer durchschnittlichen Six Feed Under Platte, als dass man in Richtung From Beyond oder sogar Leprosy schielen könnte.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 2, 2014 10:25 AM MEST


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