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muffy666 "muggs_c" (Frankfurt / M.)

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The Satanist
The Satanist
Wird angeboten von Empor
Preis: EUR 13,70

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dann schließe ich mich mal an..., 15. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Satanist (Audio CD)
Wow, mir fällt kaum eine Scheibe ein, die hier auf Amazon (bis jetzt) durchgehend fünf Sterne bekommen hat. Wahrscheinlich dauert es nicht mehr lange, bis der erste Komplex-Spongo hier mal aus Prinzip ne 1-Stern Rezi reinknallt.

Anyway - mir ist der Name Behemoth locker seit 10 Jahren bekannt. Wie auch immer habe ich es bislang (instintiv?) vermieden, mich mit der Band näher zu beschäftigen - warum auch immer. Dabei ist der Sound "auf dem Papier" doch genau meine Baustelle: eine gesunde Mischung aus Black und Death Metal - die z.B. bei Bands wie Necrophobic, Unanimated oder Belphegor für besondere Verzückung sorgt.

Wie auch immer - ich denke Fronter Nergal hat's vergeigt, der auf mich wie ein typischer kleiner Komplexmann gewirkt hat ("Tryhard"). Im Metal will ich echte, souveräne Typen sehen, Phil Anselmo, Paul Baloff, Max Cavalera, Kirk Windstein - aber keine Wadenbeisser-Yorkshire Terrier.

Falsch gedacht - ich habe mir im Vorfeld von The Satanist das Making-Of von dem Album und der beiden Vorgänger angesehen und muss sagen: komplett falscher Eindruck. Klar, Nergal findet sich schon recht geil, das aber auch zurecht, da die Musik auf diesem Album und auf den beiden Vorgängern wirklich erste Sahne und er bei näherer Betrachtung doch sehr sympathisch ist. Sie haben gut auf dicke Hose gemacht, aber auch voll nachgelegt.

Der hier eher mäßig aufgenommene Song "Blow Your Trumpets Gabriel" hat mich auf der Rock Hard CD komplett weggeblasen. Hymnischer Einstieg mit fetten Bläsern (Hörnern, um genau zu sein) um dann über sich windende Serpentinen in einem Blastfeuerwerk zu enden ist wirklich ganz groß.

Und so geht es weiter. Während Behemoth dem Vernehmen nach früher vor allem durch recht konsequente Blastorgien bekannt waren, wird das Tempo auf diesem Album sehr stark und sehr gekonnt variiert, so dass zu keinem Zeitpunkt auch nur der Ansatz von Langeweile aufkommt.

Musikalisch würde ich behaupten ist das Ganze eher im Death Metal verankert und wird durch atmospährische Black und Ochestral Teile aufgelockert. Dominant und Signature Sound: die (Wald) Hörner, die sich bereits im Satyricon (To The Mountains) und Emperor (In The Wordless Chamber) Kontext scheinbar als die ultimative Black Metal Zutat erwiesen haben. Was auch gefällt sind die teilweise etwas maschniell klingenden Phasen in Kombination mit Keyboards, die an Samaels Meisterwerk "Passage" erinnern.

Behemoth verbinden sämtliche Zutaten extremer Musik zu einem wirklich in jeder Hinsicht beeindruckendem Album, das bei dem ganzen halbgaren Müll, der in letzter Zeit so rauskommt, unglaublich herausragt. Ich denke, in 10-20 Jahren wird dieses Album einen gleichen Stellenwert oder eine vergleichbare Bedeutung haben wie einst Anthems To the Welkin At Dusk und Passage.

Schließlich ist der Sound auch ganz großes Kino. Erfreulicherweise geht der Trend wieder Weg von totalem Plastikmüll hin zu vermeintlich organisch-abbaubarem Analog-Klang. Meister Bogren lässt grüßen. Vor allem der Bass-Sound ist Hammer - sehr präsent, aber nicht übertrieben.

Insgesamt ein Werk, an dem sich die gesamte Extrem-Posse messen lassen muss. Im Moment fällt mir allerdings keine Band ein, die hier auch nur ansatzweise konkurrenzfähig wäre. Auch wenn ich mit Superlativen eher zurückhaltend bin: wahrscheinlich Album of the Year 2014 und definitiv TOP 10 der besten Extrem-Alben EVER!
Kommentar Kommentare (9) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 6, 2014 12:07 PM MEST


Domination
Domination
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die beste Morbid Angel der "klassischen Phase"., 15. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Domination (Audio CD)
Die vierte Scheibe der Band erschien 1995 - ein für Death Metal komplett ungünstiger Zeitpunkt. Die Musik befand sich aus heutiger Sicht und Erinnerung in einem Post-Grunge und Post-Alternative Vakuum - unmittelbar vor dem Nu- und True Metal Overkill. Ich selbst hatte Morbid Angel nach anfänglicher Begeisterung (Altars und Blessed) im Laufe der Zeit schleichend aus Desinteresse die Gefolgschaft gekündigt (wobei das noch zuviel Aktivität gewesen wäre). Um es mit Heinz Erhard zu sagen: die hab ich nicht mal mehr ignoriert.

Schräges Cover und dann soll laut Rock Hard, der ja noch nie ein Interview manipuliert hat (gelle, Darkthrone anyone?!) David Vincent auch noch pöhse Dinge gesagt haben. Niemand weiß bis heute was. Aber Mille (der Bono bzw. Campino des Metals) hat ihm neulich mit Schweppes Gesicht die Absolution erteilt. Na wieder alles schicki im Morbid Angel Universum.

Nach dem schlaffi Album Covenant greifen Morbid Angel endlich wieder an und klingen vom ersten bis zum letzten Ton wieder sehr motiviert. Zudem hat sich die Band mit Erik Rutan an der zweiten Gitarre verstärkt, der ja bekanntlich spätestens seit dem dritten Album seiner Band Hate Eternal kreativ und in Sachen gnadenlose Death Metal Power an seinem ehemaligen Förderer vorbeigezogen ist.

Der Sound ist trocken, tief, organisch und druckvoll. So muss Death Metal klingen. Das Tempo ist insgesamt nicht so hyperaktiv wie etwa auf Altars - es wird vielmehr geschickt variiert und gerade bei Brechern wie Eyes To See und vor allem Nothing But Fear dramaturgisch genial eingesetzt: hart auf die Bremse, um dann wieder wie besessen loszublasten.

Bereits der Opener Dominate macht innerhalb weniger Sekunden mit Blastinferno und dem Brunftschrei eines mutierten Elchs auf Steroiden klar, dass auf dem Album keine Gefangenen gemacht werden.

Where The Slime Live beackert das auf Covenant neu bestellte Feld des Sludgy Doomy Tieftonsounds (Ferndiagnose: Dropped G), Eyes To See überrascht mit progressiven Akkorden, die auch mal über Powerchords hinausgehen.

Insgesamt ist die Platte vor allem auch Treys reifste Leistung. Kontrapunktische Komposition (vorbei, dass die Gitarren stumpf exakt das selbe spielen), leichte Jazz-Einflüsse in den Harmonien und die Soli. Vorbei ist das manische Gezerre, willkommen eine komplett eigenständige Fusion aus Van Halen, Mozart und Jimi Hendrix! Beeindruckend, wie Trey im Solo von üblichen Whammy-Divebombs über Tapping bis hin zu pentatonischen Licks wechselt und dass es dennoch wie aus einem Guss klingt.

Auch hier waren erstmals schräge Mikrophonierungstechniken der Sologitarre am Start wie etwa dass das Mikro in einer Glasblase ist, oder dass zwischen Box und Mikro ein fetter Ventilator steht, der Buzz und diesen typischen Wirbelwindklang generiert.

Das Songwriting ist absolut stark, einziger Schwachpunkt ist vielleicht Inquisition, der Rest demontiert souverän das Gros der früheren Scheiben. Vielleicht gefallen mit die "echten" Death Metal Songs auf Illud Divinum auch so gut, weil sie mich an Domination erinnern - ein Nevermore oder Blades for Baal hätten sich vorzüglich auf diesem Album gemacht.

Wäre das nicht schon alles geil genug - Hatework, eine fiese Doomnummer mit Industrial Einschlag beendet das Album mit einer wirklich beeindruckenden Intensität. Ich würde sagen: Daves definitiv krasseste Vocalperformance überhaupt.

Und das Cover - hey, wer die bekannten Spiele aus dem Hause id Software kennt, fühlt sich gleich heimisch. Phobos und Deimos lassen grüßen.

Insgesamt für mich eines der Top 3 Morbid Angel Album - gemeinsam mit Formulas Fatal To The Flesh und Gateways To Annihilation. Klar, Altars ist Kult, Blessed auch - aber das ist musikalisch gesehen deutlich besser und verdient daher die Bestnote. Leider kann ich keine Kirsche auf die Sahne setzen. :-)
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 15, 2014 11:07 PM CET


Terrestrials
Terrestrials

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Es prickelt, ich komme aber nicht., 15. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Terrestrials (MP3-Download)
Ich spare mir an der Stelle mal die Ausführungen wie Ulver von der Black Metal Band zu dem wurden, was sie meiner Ansicht nach bis zu Shadows of the Sun waren. Nur so viel: seit Wars of the Roses verfolge ich eine Band, deren Alben bis zu einem Punkt ausschließlich überragend waren, zunehmend mit wachsender Sorge und Bestürztheit.

Sorge, weil Wars of the Roses maximal Mittelmaß war und vor allem nicht zu Ulver passte, Bestürztheit, weil das Cover Album und Messe nicht wirklich Anlass zur Hoffnung boten, dass das bisherige Niveau gehalten werden konnte. Und wir reden hier wirklich über meckern auf einem sehr hohen Niveau.

Die Zusammenarbeit von Ulver und Sunn O))) hat vor allem eines für sich - dass Ulver endlich wieder relevant sind in einem Spektrum von Studio-Tüftlern, Off-Broadway, Off-Trend, Off-Anything und wieder eher nicht Konsumentenfreundliches von sich geben. Vor allem freut mich, dass Daniel O Sullivan nicht (mehr) präsent ist auf dem Album, dass in den drei (3) Tracks einen gelungenen Bogen schlägt zwischen dem Drone Sound von Sunn und dem (hier) minimalistischen Ambient von Ulver.

Drone hin - Ambient her - die düsteren Feedbackschleifen von Sunn und die Keys und dezenten Vocals von Ulver retten die Nummer nicht über eine sehr gelungene EP.

Für mich reicht - selbst wenn es super gemacht ist - Brummdröhn nicht für die volle Punktzahl. Ulver hingegen haben sich einen Schritt aus der Beliebigkeit befreit. Es bedarf m.E. dennoch eines Albums, um die Größe von Blood Inside oder Shadows of the Sun zu erhalten.
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 29, 2014 10:48 AM MEST


Shades of...
Shades of...
Preis: EUR 16,48

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Tod kommt im 3/4 Takt, 15. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Shades of... (Audio CD)
Bei Eans, Zowa, Drei kommen eher bajuwarische Assoziationen auf, nicht jedoch finnische Düsternis. Dennoch sind alle Songs dieses pechschwarzen und definitiv desolaten Werks im sonst eher für Geselligkeit oder naja Blues stehenden Zeitmasses gehalten.

Die Finnen schaffen mit tiefen, gruftigen Gitarren, dezenden morbiden Keys und eine tiefen Grabesstimme eine unglaublich beklemmende aber dabei doch erleichternde Atmosphäre. Funeral Doom ist das Stichwort - also langsames Tempo, tiefe Gitarren und ein Gesangsstil, der eher aus dem Death Metal kommt als von Candlemass und Co.

Shape Of Despair vermögen es vor allem auf diesem Weg bei aller Extremität im Bezug auf Langsamkeit oder Vocal-Style relativ entspannend oder nahbar zu sein, dass sogar metalferne oder metalskeptische Gestalten durchaus Gefallen an dem sonoren Brummen gefunden haben.

Ich kann mich vor allem an eine Slyvester Nacht erinnern, die im bierseligen Köln verbracht wurde und die stilecht mit Shades Of beendet wurde - um 6 Uhr Morgens. Anstatt (verdient) einzuschlafen haben alle (3/4 nicht Metaller) dem Werk von Anfang bis Ende gelauscht, was für mich ein Beweis dafür ist, dass relevante Musik sogar schnarchende Popper in ihren Bann ziehen kann.

Daher volle Punktzahl für ein zartherbes Album der anderen Art.


Abysmal Thresholds
Abysmal Thresholds
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Knaller!, 13. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Abysmal Thresholds (MP3-Download)
Als Death Metal Fan finde ich es seit geraumer Zeit relativ schwierig, gute Alben aufzutreiben. Das komplette Thema Goregrind / Deathgrind / Slam Death mit lachhaft gepichten Vocals und Sinnlosblasts geht mir total hinten vorbei, die Combos, die sich nur durch die unterschiedlichen Anteile von Dismemeber, Entombed und Grave unterscheiden ebenfalls.

So sind es wieder einmal die Bands, die sich seit Jahren bewährt haben, die weiterhin überzeugen, also Obituaty (mit Abstrichen), Hate Eternal, Cannibal Corpse und alles mit Martin van Drunen. :-)

Aber die Finnen von Corpsessed zeigen auf ihrem ersten Album, wie man in dem betagten Genre noch Akzente setzen kann und zeigen eindrucksvoll auf, wie geil Death Metal sein kann. Death Metal - tiefe Vocals, tiefe Gitarren, geniale Mischung von schnellen und super zähen Teilen, düstere Melodien, dezente Keys, die die Songs noch abartiger machen. Nicht diese Ami-Quietscheentchen, die zu allem Überfluss auch noch anfangen "klar" zu singen. Keine schwachsinnigen Nonsense-Riffs und I-Bet-You-Cant-Play-This Soli, keine zuckersüssen Dudeldidö-Melodien, einfach kein Bullsh..!

Nach einem fiesen Intro, das etwas an Nile erinnert bollert Of Desolation los und es gibt insgesamt neunmal auf die Omme. Sehr tiefe Gitarren (per Ferndiagnose mindestens A-Tuning), eine tiefe Gruftstimme, die eher an Funeral Doom Combos erinnert (z.B. Pasi Koskinen auf den Shape of Despair Alben), sämtliche Geschwindigkeitsbereiche werden ausgespielt. Bei den Prügelattacken erinnert mich die Band etwas an Vomitory auf Revelation Nausea, aber nicht vom Stil, sondern von der Attitude.

Die langsamen Teile gehen in der Tat in den Funeral Keller, dezenze Keys runden die Atmo, etwa wie am Anfang von Ravening Tides noch formschön ab. Die Band findet genau die richtige Mischung zwischen brutalen Riffs und melodischen Parts, wobei die Melodien eben dunkel und morbide sind und nicht gleich Anders Fridén um die Ecke gelatscht kommt.

Daher volle Punktzahl für eine morderne aber komplett trendfreie Death Metal Scheibe. Ich hoffe, wir werden von den Jungs noch viel hören.


Covenant
Covenant
Preis: EUR 18,08

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Stark überbewertet, 12. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Covenant (Audio CD)
Covenant gilt bei vielen als DAS ultimative Morbid Angel Album, vor allem aber bei der Band auch, die dessen 20jähriges Jubiläum für ausgiebige Touraktivitäten und Re-Releases zum Anlass nahm. Und wie es bei vielen Alben so der Fall ist, muss man nur oft hören und lesen, dass ein Album ultimativ ist, bis man es selber sogar irgendwann glaubt.

Der Hype ist allerdings nicht neu - bereits bei und nach Erscheinen wurde (v.a. in USA) sehr viel Wind um die Scheibe gemacht, die meiner Ansicht nach die mit Abstand schwächste VÖ der "klassischen Dave Vincent Phase" ist. Bis Heretic war Covenant mM sogar die schlechteste MA Scheibe überhaupt, was Heretic und nun dankenswerter Weise Illud ja übernommen hat.

Covenant war überaus erfolgreich - 150.000 Einheiten wurden laut Wikipedia abgesetzt und sogar der Nordamerika Vertrieb wurde von einem Sublabel von Waner (Giant Records) übernommen. Ebenfalls (auf dem Papier) ein Erfolgsgarant: Flemming Rasmussen, der für die bedeutendsten Metallica Alben (Ride, Master und Justice) verantwortlich ist - aber auch für den fehlenden Bass auf Justice. Das ist aber eine andere Geschichte.

Während der direkte, trockene Gitarrensound auf Justice doch relativ knallt, ist der Sound von Covenant (jedenfalls auf dem Original Release) dumpf, flach, eindimensional und leblos und hat mich seit je her gestört. Vor allem die Drums klingen absolut grotte und nach Omotrommel.

Besonders originell ist, dass der Song Angel of Disease einen gänzlich anderen Sound hat als das Album hat und stark nach Demo oder Überbleibsel aus der Vorproduktion klingt. Auch die Stimme des Vokalisten klingt deutlich anders als Vincent auf Covenant - entweder handelt es sich um eine ältere Aufnahme mit Vincent oder Trey hat die Vocals beigesteuert - wie auch immer, der Song fällt komplett aus dem Rahmen und dürfte dazu genutzt worden sein, die Spielzeit von ca. 35 auf knapp 41 Minuten aufzublähen. Eher peinlich, wenn man nicht mehr neues Material am Start hat.

In Sachen Songwriting haben wir mit dem Eröffnungsduo Rapture und Pain Divine solide Morbid Angel Kost, die sich jedoch sehr stark bei sich selbst bedient, namentlich bei Blasphemy (Riff) und Visions From The Dark Side (zweistimmige Läufe).

World of Sh.. ist ein relativ langsamer Song, der zum ersten Mal im MA Kontext die Siebensaitige bemüht und eine neue Dimension von swampy-doomy Riffs in den Gesamtsound einführt (vergl. Where the Slime Live, He Who Sleeps). Dafür auf jedenfall Pluspunkte.

Vengeance is Mine und Lions Den laufen so durch und sind solide Kost. Blood On My Hands gefällt als kurze Eruption mit fiesen Swampriffs.

Nach dem vorhin amtlich gescholtenen Angel of Disease kommt mit Sworn To The Black eine Nummer, die vom Aufbau und Tempo stark an Lions Den erinnert und insgesamt eher unspektakulär ist. Nar Marattu ist ein keyboardgeschwurbeltes Instrumental der Kategorie verzichtbar und dient eher als Einleitung zum Abschlusstrack God Of Emptiness, der zu Recht als einer der herausragensten Songs der Band und auch im Death Metal allgemein gilt. Die sonst für schiere Geschwindigkeit stehende Band definiert sozusagen Evilness neu und liefert ein Lehrstück darüber ab, warum langsam doch böser ist als schnell. Sogar die cleanen Vocals von Vincent passen und gefallen - im Gegensatz zu dem Ohh Aah Gestöhne auf Illud.

Unter dem Strich haben wir einen Haufen bestenfalls passabler Songs, die in den besten Momenten auch noch Eigenzitate sind, einer Müll-Demonummer, einen ungewöhnlichen Titel (World of S) und ein klares Highlight (God of E).

Um es mal so zu formulieren: die "echten" Death Metal Stücke auf Illud sind besser als das Gros dieser Songs, da sie v.a. mit mehr Dampf gespielt sind. Covenant wirkt unglaublich lethargisch und lustlos. Die Qualität insgesamt steht in keinem Verhältnis zu dem Erfolg bzw. dem Ruf des Albums. Es profitiert allenfalls vom guten Ruf, den sich die Band mit den beiden Vorgängern mit wesentlich mehr Einsatz erspielt hat.

Das hingegen so gescholtene Domination Album vereint die (wenigen) Stärken von Covenant mit der alten Power und ist von Anfang bis zum Ende eine absolute Metzelorgie auf höchstem Niveau. Alleine der Abschlusstrack Hatework ist nochmal eine deutliche Steigerung von God of Emptiness.

In der Summe ein höchst unterdurchschnittliches Album mit 1.5 Highlights, von denen das eine ganze so "stellar" ist, dass es das Album insgesamt noch auf 3 Sterne rettet. Ohne GOE wären nicht mehr als 2 dringewesen.
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jul 19, 2014 5:57 PM MEST


Nord +Hell Eternal
Nord +Hell Eternal

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Value for money., 28. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Nord +Hell Eternal (Audio CD)
In letzer Zeit wühle ich gerne in der Klamottenkiste und grabe typisch 90er Black Metal Alben aus. Nachdem mir die Zeit nach dem großen Hype und der Übersättigung lange auf den Geist ging, was nicht zuletzt an dem ewig gleichen Auftreten und Gelaber der Bands lag, macht mir die MUSIK auf einmal wieder Spass.

Ähnlich wie bei dem Death Metal Überangebot, das so ca. 1993 / 1994 wirklich nur noch langweilte (v.a. die Kombination Scott Burns Produktion und Dan Seagrave Cover), brauchte ich eine Weile um zu erkennen, dass bei der Flut zwischen 1993 und ca. 2000 wirklich einige beachtliche Alben herausgekommen sind.

So auch das Debut "Nord..." der schwedischen Band Setherial aus dem Jahre 1996. Damals eher unter "ferner liefen" behandelt ist die Scheibe mM über die Jahre sehr gut gealtert und sticht positiv aus der Suppe heraus, nachdem sich die Sedimente erstmal gesetzt haben.

Man könnte plump behaupten, dass Nord eine schlichte "In The Nightside Eclipse" (Emperor) Kopie ist. Damit tut man dem Album allerdings Unrecht. Zwar handelt es sich hier auch um opulent orchestralen Black Metal, der zwischen Epik und Raserei mäandert (was ja auch schonmal was ist), die Schweden weben jedoch immer wieder ruhigere Passagen mit teilweise Akustikgitarren in die Songs ein, von denen es zwei der sechs Titel auch über die 12 Minuten Marke schaffen. Neben dem offensichtlichen Paten ITNE sind hier auch Einflüsse von Dissection und Bathory zu erkennen - aber nicht im Sinne von Rip Off, sondern was Songwriting- und Arrangementtechniken angeht.

Dadurch gelingt es der Band einen unterm Strich vergleichsweise originellen Stil zu entwickeln. Nord lebt aber vor allem von der etwas leisen und dünnen, aber recht ausgewogenen und vor allem sehr stimmungsvollen Produktion und der eisigen Note, die die Songs versprühen. Abgesehen vom Opener sind alle Texte in Schwedisch verfasst - dies und die Artworkgestalltung lässt auch eine gewisse Nähe zu Ulver und Borknagar erkennen, v.a. was die Stimmung angeht (Parallelen: v.a. Borknagar und The Olden Domain).

Bewertung Nord: 4 Sterne.

Ich habe Nord seinerzeit mit dem schröcklichen Nachfolger "Lords of the Nightrealm" verkauft. Ärgerlich, da die Covergestaltung von Nord wirklich sehr stimmungsvoll war. Jetzt gibts Nord sozusagen back in black im Doppelpack mit dem Dritten Album "Hell Eternal" von 1999. Bei der lieblosen Gestaltung hab ich mir gleich die coverlose MP3-Fassung gekauft.

Bereits auf dem zweiten Werk "Lords of the Nightrealm" (1998) zeigte sich die Wandlung von Setherial von einer abwechslungsreichen, atmosphärischen Black Metal Band in eine typische "Klopper Combo" wie z.B. Dark Funeral, Marduk, In Battle oder Niden Div.

Nichts gegen Gekloppe, ich schätze Marduk oder Dark Funeral durchaus, allerdings haben solche reinen Baller-Alben - so auch Hell Eternal - den Nachteil, dass sie nach 2-3 Songs sehr schnell langweilig (da beliebig) und dann recht schnell nervig werden. So sehr ich auch Blastbeats als Stilmittel mag - im Dauer- und Überangebot verliert sich der Reiz doch schnell.

Bis auf kurze Einleitungen und Breaks wird auf Hell Eternal zu gefühlt 95% durchgeblastet. Die Riffs sind am ehesten mit Dark Funeral zu vergleichen: Highspeed Tremolo-Picking und Arpeggios.

Unabhängig von der stilistischen Einseitigkeit machen Setherial das, was sie tun, recht gut. Die Produktion ist (woher auch sonst zu der Zeit) von Tommy Tägtgren im Abyss Studio gewohnt machtvoll, was mit Keys angefettete Gitarrenwände angeht. Die Drums kommen ganz gut raus, der Gesang ist eher tief und vergleichsweise "hörbar".

Insgesamt eine solide Bollerscheibe ohne besondere Highlights (da geht z.B. auf Vobiscum Sathanas mehr oder allen Marduk Scheiben ab und inkl. ROM 5:12).

Hell Eternal: 3 Sterne.

Ich betrachte H.E. als nette Dreingabe zu Nord, die ich hier und da mal höre, meistens aber nicht. Um es so zu sagen: Ich hätte Nord auch alleine gekauft - am liebsten jedoch im originalen Cover.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 9, 2014 1:48 PM MEST


Orchestrating the Apocalypse
Orchestrating the Apocalypse
Preis: EUR 21,64

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Unterträglich banal. Shame on you, Steve Tucker!, 22. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Orchestrating the Apocalypse (Audio CD)
Vielleicht erinnert sich jemand noch an die Flensburger Werbung aus den 90ern - da trafen aufgeblasene Landeier regelmässig auf typsisch maulfaule und lakonische Fischköppe, die mit wenig Worten die Show der Stelzböcke auseinandernahmen, z.B. Lackaffe mit Cabrio und Chick will wissen wo man surfen kann. Er versucht es in diversen Sprachen - keine Antwort von den kauzigen Norddeutschen. Als er weg ist: Du, der hadde abern dolles Auto. Jo. Und konnte ne Menge Sproochen, ne? Jo. Na und - gebracht hats ihm auch nix.

Dieser Spot lässt sich ziemlich gut auf dieses Album übertragen: Du, die können aber ganz schön frickeln, auf der Gitarre. Jo. Du, der Schlachzeugä kann aber ganz schön kloppn un blästn. Jo. Und der Mann am Mirko is scheinbar ganz schon sauä. Jo. - Und gebracht hats ihnen leider gar nichts.

Los geht es mit einer für das Jahr 2014 und für Death Metal KOMPLETT inaktzeptablen Demo / Dünnbettmörtel Produktion, die keinerlei Bässe aufweist. Alles tickert auf den gleichen Telefonhörer-Mitten durch die Botanik wie ein 16 Nadeldrucker von 1988.

Der Gesang ist dünn und klingt wie ein heiserer Yorkshire Terrier. Die Riffs und Songs sind hauptsache schnell, hautpsache pseudo-komplex, völlig belibige Aneinanderreihung von chromatischen Läufen und etwas Schrubbing. Schlechte, drittklassige Slayer-Leads, sinnlos ins Geschehen geworfen, runden den hohen Spiegel Galle im System noch formvollendet ab.

Sinnlose Interludien (die wohl an Pestilence - Testimony of the Ancients erinnern sollen) hemmen jeden Fluss, der vielleicht entstehen könnte und verstören mit schwachsinnigen Plastik-Keyboards und gewollter orchestraler Epik, wie man sie aus üblen RPGs aus der 10 EUR Pyramide kennt.

Mit diesem Album hat sich Steve Tucker, der ca. 2003 / 2004 nach dem Heretic Album bei Morbid Angel ausschied, keinen Gefallen getan. Er schaffte es mit den meine Ansicht nach besten Alben von MA, namentlich Formulas und Gateways, sich in meiner Gunst zu dem definitiv besten MA Fronter zu entwickeln, für den ich ihn auch nach wie vor halte. Da kommt dieser Gene Simmons Verschnitt mit Oooh, Aaah Gestöhne zu General MIDI Industrial nicht mit.

Aber DAS, lieber Steve, ist leider kompletter Käse. Sub standard, sub par, sub kot. Als absoluter Laie habe ich auf einem Pentium II 350 MHz PC fetter klingende Aufnahmen hinbekommen und zwar mit einem ZOOM 505 Gutiar Pedal. Keine Ahnung was da passiert ist, es ist aber wirklich schlimm.
Kommentar Kommentare (12) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 1, 2014 10:41 AM CET


The Conscious Seed of Light
The Conscious Seed of Light
Preis: EUR 9,97

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Top Necomer 2013 / 2014!, 20. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Conscious Seed of Light (Audio CD)
Was für ein glüklicher Zufall, dass ich den Youtube Kanal von Metal Blade abonniert habe und regelmässig reinschaue - vielleicht hätte ich sonst nichts von dieser Band aus Reading, PA mitbekommen. Gegründet 2009 und bereits zwei EPs als Eigenveröffentlichung am Start legte die Combo noch kurz vor dem Ende von 2013 ihren ersten Lonplayer vor.

Stilistisch bewegt man sich im Bereich des modernden US-Death Metal, bei dessen Grundsound eher Bands wie Suffocation und Immolation (Neusprech: "Slam Death Metal") Pate gestanden haben, als z.B. Death oder Obituary.

Angereichert wird diese Basis mit dem Besten of Brutal: will heissen es gibt neben teilweise sehr tiefen, achtsaitigen(?) Gitarren mit fiesem Stakkato Geböller (Djent) viele melodische, verspielte Riffs (Metal Core / Death Core / Götheborg Death), variablen Gesang (wechsel zwischen Screamo und Death Grunts, vergl. Black Daliah Murder) und natürlich sehr viele Blast-Passagen.

Dazu kommen viele, sehr rasante aber melodische und nachvollziehbare Soli in bester Necrophagist Tradition. Das technische Level ist wie bei fast allen modernen Bands v.a. aus USA sehr, sehr hoch. Das Besondere und Erwähnenswerte ist jedoch, dass die Jungs im Gegensatz zu ganz vielen anderen Bands diese Technik nicht zum Selbstzweck ge-/missbrauchen, sondern sehr gute, nachvollziehbare Songs schreiben und dabei einfach sehr mitreissend sind.

Nehmen wir mal den etwas weit hergeholten Vergleich: wenn ich heute den Song Metropolis von Dream Theater höre, bekomme ich nach über 20 Jahren und geschätzt beim 250. Mal Hören immer noch beim Mittelteil eine Gänsehaut, weil es einfach begeistet. Bei den neuen Stücken wird auch fleissig gedudelt, es hat aber keine Charme und wirkt wie eine Pflichtübung. Rivers of Nihils Technik begeistert, reisst mit und verlangt nach mehr.

Daher konsequent die Höchstnote für eine der aufregendsten DM Scheiben der letzten Jahre!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 4, 2014 9:55 PM CET


In Tongues
In Tongues
Preis: EUR 19,36

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Hält nicht, was das Cover verspricht., 15. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: In Tongues (Audio CD)
Dark Sermon ist offenbar ein Versuch des Labels, ein Stück vom (Metal-) Deatcore Kuchen abzubekommen. Diese Veröffentlichung ist in jeder Hinsicht widersprüchlich und sehr ärgerlich.

Doch der Reihe nach. Ich wurde auf die Band aufmerksam, als ich in einem lustigen Elektronikfachmarkt ein wenig in der CD Abteilung stöberte und eigentlich nach älten Darkthrone Alben suchte.

Wow, das Cover, das Logo, hat was von 90er Death- / Black- Melodic Death Metal. Mal reinhören. Es gab nämlich Zeiten, da konnte man Platten nach Cover bzw. Label kaufen - bzw. indizierten diese Faktoren eine bestimmte Musikrichtung. Kurz reingehört, ja das hat Power, moderner Melo Death, ab gehts.

Und dann direkt im Auto - wtf habe ich denn da gekauft? Vielleicht kennt ihr dieses Phänomen, dass ein Album beim Reinhören komplett anders klingt, als nach dem Kauf? Das passiert mir oft in Situationen, in denen ich unbedingt was kaufen will, aber eigentlich nichts da ist, aber dann trotzdem "irgendwas" mitgenommen werden muss. Naja, selbst schuld.

Jedenfalls - die Musik auf der CD ist höchst generischer Deathcore mit den üblichen Götheborg Zitaten. Total nervige Screamostimme, sinnlos bemühte Frickelriffs, dämliche Breakdowns. Von klassischem oder gar Old School Death Metal kann hier kaum die Rede sein. Mag sein, dass Job For A Cowboy Fans hier angesprochen werden - ich sehe eher Parallelen zu All Shall Perish oder Suicide Silence - nur in schlecht.

Dass NB auch noch den Nerv haben, mit dem Sticker ("Tampa") auf nostalgische Regungen zu spekulieren, naja. Marketing. Und Behemoth - das ist allerdings schon frech.

Ich gehe einmal davon aus, dass dieses Albums für Fans beider Richtungen ein Griff in die Keramik ist. Freunde des modernen DM / DC haben mit Suicide Silence, Despised Icon, Daliah Murder und natürlich Asking Alexandria (muahah) deutlich bessere Optionen und die Old School Penner (wie ich) hören lieber weiterhin ihre Entombeds, Graves und Asphyxs.

Dennoch gehen die Stücke ganz gut ab, sind gut produziert. Man "kann" es also hören. Muss man aber nicht unbedingt. Und schon gar kein Geld dafür ausgeben.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jan 17, 2014 8:43 PM CET


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