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Rezensionen verfasst von
muffy666 "muggs_c" (Frankfurt / M.)

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Neverbloom
Neverbloom
Preis: EUR 8,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wahnsinnige Mischung aus Deathcore und Obtained Enslavement, 29. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Neverbloom (MP3-Download)
Die Überschrift sagt im Prinzip schon alles: die Australier liefern ziemlich brutalen Deathcore / Modern Death Metal in der Schnittmenge von Suffokate, Black Daliah Murder, Aborted und / oder Canifex. Selbstverständlich gehört der Wechsel zwischen Growls und Screams genau so zum Repertoire, wie die unvermeidbaren Breakdowns und Bass-Drops. Soweit so klischeehaft.

Allerdings werten die Jungs die Musike durch den intensiven Einsatz von Keyboards und teilweise female Vocals deutlich auf; seien es Streicherflächen, orchestrale Arrangements oder filmmusikhafte Soundscapes - die Tasten haben einen hohen Anteil am Gesamtsound und heben die Band damit weit aus dem Einheitsbrei der zahllosen Youtube Combos.

Auf den ersten Hör mag das vielleicht sogar iriitieren, wie bei der Black Metal Band Obtained Enslavement, bei der parallel zu derben Blasts auch ein zunächst als störend empfundenes Klavier "geklimpert" hat. M.E. haben Make Them Suffer die Keys zum einen etwas stringenter in den Gesamtsound integriert - zum anderen hört man die musikalischen Eindrücke mit der Zeit als aufregendes und bereicherndes Ganzes.

Etwa, als spielte man Times of Grace von Neurosis und Grace von Tribes of Neurot gleichzeitig ab. Naja, SO gut vielleicht auch nicht. :-)


Kindly Bent To Free Us
Kindly Bent To Free Us
Preis: EUR 17,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute CD mit Wachtumspotenzial., 22. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kindly Bent To Free Us (Audio CD)
Ich denke, dass es sich mittlerweile herumgesprochen hat bzw. auf den Vorgängern Traced In Air und v.a. auf der Carbon Based Anatomy EP nachzuhören ist, dass man den Begriff "Death" aus der früheren Kategorisierung "Progressive Death Metal" ersatzlos streichen muss.

Wie auch bei Opeth (Heritage) habe ich auch auf Carbon Based Anatomy den konsequenten Verzicht von harten Gitarren und (halbgaren) Death Growls ausdrücklich begrüßt, da der Death Metal Anteil auf Traced In Air hörbar widerwillig und inkonsequent eingesetzt worden ist.

Ich habe den Eindruck, dass sich die Post DM Cynich mit diesem Album erst richtig gefunden haben, bzw. dem Hörer die Transformation von "Focus" zu Kindly Bent mit Zwischenschritten a la Traced / Retraced erleichtern wollen. Ähnlich wie Ulver keine Gitrarren und kein Gekreische brauchen, um den Hörer in eine dunkle, melancholische Welt zu entführen - genausowenig brauchen Cynic Death-Grunts und Gekloppe, um ihre Vision von im besten Sinne "Fusion Metal" zu vertonen.

Wie in Interviews nachzulesen, war Paul Masvidal ohnehin eh nie wirklich ein Metalhead - er hat sozusagen eher zufällig auf Human ausgeholfen und hat mit Focus noch eine eigene Vision von Jazz, Fusion, World Music, Shoegaze und (Death) Metal nachgelegt.

Kindly Bent gefällt durch eine sehr reduzierte Instrumentierung (Drums, Bass, Gitarre) und Pauls weitestgehend unbehandelten Gesang, der sich nochmal deutlich verbessert hat. Musikalisch bleibt es beim Mix aus o.g. Genres - minus Death Metal. Besonders gefällt, wie vielschichtig die Arrangements sind, Paul Masvidal spielt eher Texturen als Riffs, dann der sonore Bass von Sean Malone, der ähnlich dominant und gleichzeitig unabhängig ist wie bei Watchtower (Control & Resistance) und Sean Reinerts achtarmiges Drumming.

Was mir an der Scheibe (gegenüber vielen anderen Alben im Bereich Prog) besonders gut gefällt, ist wie entspannt aber dennoch fesselnd die Musik ist. Kein sinnloses Gefrickel, aber auch keine gediegene Langeweile, sondern ein warmer Klangkosmos, der sich über die Zeit erst enfaltet und auch nach mehreren Runden Neues offenbart.

Daher 8/10 mit viel Luft nach Oben.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 13, 2014 11:14 AM MEST


The Triumph of Steel
The Triumph of Steel
Preis: EUR 9,33

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf Augenhöhe mit Kings of Metal, 17. April 2014
Rezension bezieht sich auf: The Triumph of Steel (Audio CD)
Es ist locker 20 Jahre her, dass ich dieses Album zum letzten Mal gehört habe. Damals, 1992, als es veröffentlicht wurde, habe ich es trotz meiner damals aktuellen Faves Psychotic Waltz, RATM, Dream Theater, Pantera usw. sehr oft (heimlich!) gehört.

Manowar galten schon immer außerhalb des Metals als spiessig, peinlich, Altherren Musik - und mittlerweile sogar innerhalb der Szene. Zu divenhaft das Verhalten - vor allem wenn musikalisch nichts kommt, das dies rechtfertigt.

Auch wenn ich persönlich als spätberufener (1988) bei Manowar reflexartig eher an Fighting The World und Kings Of Metal denke, sind für viele die ganz frühen Werke der Band das Maß der Dinge.

Dabei wird oft übersehen, dass diese Scheibe wirklich ganz großes Tennis im Bereich klassischen Heavy Metal ist. Wenn jemand fragen sollte, wie kann es eigentlich sein, dass diese Combo jemals so erfolgreich war - dann sollte man der Person diese CD geben und sagen: deswegen.

Natürlich ist die Musik phasenweise pathetisch, vielleicht sogar "cheesy", aber es passt einfach alles, harte Riffs, große Refrains, fetter Sound, opulente Arrangements und ein Eric Adams der einfach superb bei Stimme ist und eine absolute Parade abliefert, was unter einem großen Heavy Metal Frontman zu verstehen ist.

Eröffnet wird die Platte mit dem knapp 30 minütigen Mega-Opus Achilles, Agony and Ecstasy in Eight Parts, das teilweise sehr gelungen ist, teilweise aber auch leider, leider etwas grob zusammengeschustert wirkt. Im Prinzip ist der Ansatz, eine Art Suite mit verschiedenen Sätzen zu einem großen Stück zu verbinden, nicht verkehrt. Leider wurden überflüssigerweise ein Drumsolo und ein Bass-Solo in dem Stück untergebracht, die einfach deplaziert sind und den Fluss hemmen. Das Drumsolo geht noch halbwegs, weil es in das atmosphärische "Hectors Final Hour" mündet. Das Bass-Solo hingegen ist einfach Joey's übliches Gezerre ohne Sinn und Verstand. Abgeschlossen wird die Suite wieder versöhnlich mit dem Kracher "The Glory of Achilles", der im besten Sinne an Blood of The Kings erinnert.

Wow, das war ganz schön viel Input in der ersten halben Stunde. Manowar lassen sich aber nicht lumpen und legen nochmal gut 40 Minuten(!) nach und liefern mit Metal Warriors einen typischen dicke Eier Metal Stampfer. Auch Spirit Horse of the Cherokee, Power of thy Sword und The Demons Whip sind erste Sahne und halten das ingesamt hochklassige Niveau. Lediglich Burning will nach wie vor nicht gefallen. Die Powerballade Master of the Wind schließt das Werk gebührend ab. Erschöpft und glücklich sinkt man nach ca. 1 Stunde 10 Minuten in den Sessel und hat das Bedürfnis, schnell 300 oder Troja zu sehen. Hauptsache Schwerter und Ehre.

Auch wenn ich nur äußerst selten Manowar höre - diese CD ist wirklich der Hammer und sollte in jeder guten Sammlung einen Platz finden. Auch jüngeren Fans dringend zu empfehlen - auch wenn ihr es nicht glaub: da haben "Eure" Suicide Silences und Avengend Sevenfolds auch ihre Ursprünge! Bei der Gelgenheit: checkt Black Sabbath, Pentagram, Saint Vitus, Judas Priest und Tygers of Pan Tang gleich mit an. Es lohnt sich. :-)

9/10
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 30, 2014 10:00 PM MEST


Deth Red Sabaoth (Ltd.Digi)
Deth Red Sabaoth (Ltd.Digi)
Preis: EUR 22,48

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hammer Comeback, 15. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Deth Red Sabaoth (Ltd.Digi) (Audio CD)
Als die Scheibe 2010 veröffentlicht wurde, war ich für Danzig gerade nicht so empfänglich und habe sie weitestgehend ignoriert. Ich hatte "meine" heisse Phase etwa von 1990 - 1993, also um das Erscheinen der Alben II - Lucifuge und III - How The Gods Kill herum. Ich finde nach wie vor, dass II das beste Album ist, gefolgt von I und III. Allerdings muss diese Liste per heute umgeschrieben werden, da Deth Red Sabaoth sich eiskalt bzw. analog-warm an III vorbei gemogelt hat und nun je nach Tagesform mit I um den zweiten Platz buhlt.

Nachdem das Album 4p außer Cantspeak kaum etwas zu bieten hatten, das gut war bzw. sicher dauerhaft hätte im Hirn einnisten könnte, ging Danzig danach den Weg, an dem viele Künstler in den 90ern gescheitert sind: er versuchte sich an stilfremden Experimenten. Nachdem Grunge 1996 definitv tot war und die Thrasher wahlweise am Alternative- oder Pantera Virus zugrunde gegangen sind, setzte Danzig auf den vierten Trend: Industrial. Die verheerenden Folgen sind bekannt.

Auch wenn Danzig 2002 mit I Luciferi und Circle of Snakes (2003) sich auf alte Tugenden zurückbesann, wollte das immer noch kaum einer hören. Zu nachhaltig hatten Blackacidevel und 6:66 das Image zerstört.

Aber: auf Deth Red Sabaoth hören wir Glenn, verstärkt mit Tommy Victor (Prong) an der Gitarre und Johnny Kelly (ex- Type O Negative) an den Drums wieder in einer sehr reduzierten, fast spartanischen Produktion, die Erinnerungen an die güldenen Frühwerke weckt.

Eins vorweg: der Sound ist nicht nur ok, er ist sogar erste Sahne - jedenfalls für die Leute, die es noch zu schätzen wissen, wenn Instrumente mit Mikrophonen abgenommen und auf Band aufgenommen werden und kein digitales Editing und Loudnesswar betrieben wird.

Die Songs sind durchgehend stark, sei es der Opener "Hammer of the gods" oder das Gänsehaut Trio On a wicked night, Deth red moon und Juju Bone. Im Gegensatz zu vielen anderen Kollegen hat Danzig über die Jahre seine einzigartige Stimme behalten und klingt kaum anders als 1992. Vielleicht hat er mit seinen Allüren etwas übertrieben, vielleicht war er überpräsent, aber ich denke man darf bei allem Gestichel hinsichtlich Körpergröße und Muckies (was echt nur noch genervt hat, und ich schaue da in Richtung einer bestimmten Musikzeitschrift) nicht vergessen, dass Glenn Danzig einer der originellsten Musiker im Bereich harter Musik ist, dem es gelang den Bogen von H/C Punk über Rock, Doom und Blues (und wenns unbedingt sein muss: Industrial) zu spannen und dabei meistens sehr gut geliefert hat. Dabei seien vor allem die Samhain Alben (v.a. November Coming Fire!) erwähnt.

8.75/10
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 30, 2014 9:14 AM MEST


War
War
Preis: EUR 16,36

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kurze derbe Hardcore Scheibe, 15. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: War (Audio CD)
Etwas länger als Earth A.D. / Wolfsblood und etwas kürzer als Slayers Reign In Blood ist diese CD der Band aus dem Rhein-Main Gebiet. Diese rund 22 Minuten haben es aber in sich: neben einem Intro und einem Zwischenstück ("Skit") gib's insgesamt sieben Mal den Fratzenhammer. Seien es Midtemponummern wie Confession und Rage oder schnellere Tracks wie der Titelsong - erfreulich trendfreier Hardcore der 90er Schule, ein Hauch Thrash / Crossover und definitiv breakdownfrei.

Fett, aber nicht übertrieben produziert gefallen vor allem die mächtigen Riffs, der Bass-Sound und das unermüdliche Organ von Sänger Florian. Einziger Kritikpunkt: die Scheibe ist selbst für eine H/C Scheibe doch einen Tick zu kurz. Ich hätte gerne noch ein, zwei Songs mehr gehört. Aber warten wir mal auf die nächste CD.


Far Beyond Driven (20th Anniversary Edition)
Far Beyond Driven (20th Anniversary Edition)
Preis: EUR 18,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 20 Jahre Far Beyond Driven - die remastered Version zum Vergleich., 31. März 2014
20 Jahre nach Far Beyond Driven und 11 Jahre nach deren Auflösung sind Pantera weiterhin in aller Munde und aktuell präsent wie nie. Das Legacy Magazin hat sie auf dem Cover, es gibt kaum ein Interview mit Phil, Rex oder Vinnie Paul, in dem nicht auch kurz Pantera angesprochen würde.

Auch wenn die Gefolgschaft und Popularität der Band in der zweiten Hälfte der 90er schwand, muss heute ganz klar festgehalten werden, dass Pantera für die Entwicklung des (modernen) Metal eine ähnlich tragende Rolle gespielt haben, wie jeweils zu ihrer Zeit Black Sabbath, Metallica, Slayer oder Judas Priest.

Die größte Errungenschaft war es, den Metal überhaupt in die 90er zu retten, nachdem sie ihn vom Muff der 80er befreit hatten und alles über Bord geworfen haben, was "cheesy" war und in den "alternativen, grungy 90ies" als Kassengift galt. Auf der anderen Seite haben sie aber genau diesen Stilen eine klare Absage erteilt und haben immer das gemacht, was sie wollten. Heraus kam eine fast revolutionäre Standordbestimmung des Metals: ohne Haarspray, ohne Drachencover, einfach 4 Jungs in Shorts, die de facto die größte Schnittmenge aus Härte und Erfolg hatten.

Spätestens nach dem Vorgänger "Vulgar Display of Power" (1992) war für die Labels klar: entweder Grunge oder ihr klingt wie Pantera. Viele Bands (vor allem Thrash Bands waren da sehr labil) folgten dieser Ansage. Während die Combos, die etwas mehr Alternative in ihren Sound integrierten, teilweise mit passablen oder sogar exzellenten Scheiben daherkamen (z.B: Antrax - Sound of White Noise), war die Pantera Clone Fraktion von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Denn der Stil (v.a. auch Phils Vocals) ist so eigen und hängt so sehr von den vier Bandmitgliedern ab, dass er nicht reproduzierbar ist, ohne dass man sofort als Klon gelten würde.

An der Gitarre vermischte Dimebag groovige, brutale teilweise chromatische Riffs mit unglaublichen Shredder Soli und integrierte nebenbei immer wieder Spuren von Sabbath, Blues und Van Halen. Er beherrschte harte Sounds ebenso wie gefühlvolle Aktusikpassagen und spielte mit einer Leichtigkeit, die nach wie vor unerreicht ist.

Mir würde auch spontan kein einziger (einzelner) Gitarrist einfallen, der im Stande wäre Dime's Spiel angemessen zu reproduzieren. Es wird ja immer mal Zakk Wylde ins Rennen geworfen, aber bitxx please, er hat zwar den Southern Twang, aber nicht die Härte und Tightness und schon gar nicht die Shredding-Qualitäten.

Die Rhythmusgruppe, Basser Rex Brown und Drummer Vince Abbott lieferte den groovigen Unterbau. Gerade Vince war auch extrem stilprägend für Metaldrumming - die harte Snare mit dem kurzen, gated Reverb, die supertighten Bassdrums (er hat mit Gaffa-Tape eine Münze auf die Drumheads geklebt, um diesen harten Punch zu bekommen) und natürlich der variable Stil, der gleichzeitig rockt aber nie "zu viel" ist. Daran beissen sich heute noch Viele die Zähne aus. Rex Brown doppelt entweder Dimebag's Riff mit seinem berüchtigten knurrigen Ton oder spielt während der Leads total losgelöst Walking-Bass Lines.

Und natürlich Phil Anselmo, hier auf dem Zenith seines Schaffens, hyperaktiv, beherrscht(e) die volle Palette von Rob Halford (zum letzten mal auf CFH zu hören), harte Metal Shouts, aber auch sehr gefühlvolle Balladen wie Hollow, Cemetary Gates oder auf diesem Album das unglaublich atmosphärische Planet Caravan Cover. Leider hat er in der Folgezeit Dinge getan, die seiner Stimme nachhaltig nicht gut getan haben und - wenn man ihn heute sprechen hört - irreversibel scheinen.

Die Platte gilt gegenüber den beiden Vorgängern CFH und VDOP als die härtere, eindimensionalere, was jedoch bei näherer Betrachtung nicht 100% richtig ist. Was man dem Album ankreiden kann ist, dass es im Gegensatz zu den anderen Alben nicht nur Top Titel am Start hat, sondern auch mal die eine oder andere Nummer zum skippen oder vergessen. Nicht weil sie schlecht wären, aber Songs wie Throes of Rejection oder Shedding Skin haben sich bis heute nicht so wirklich im Hirn festsetzen können.

Dafür aber das nervige Good Friends and a Bottle of Pills, das zwar einen geilen Bass / Bassdrum Groove von Vince und Rex hat, aber dafür auch sehr fieses Gitarrenfiepen und nur durchgeschriene Vocals.

Die Hits des Albums sind definitiv die ersten vier Tracks, sowie Use My Third Arm und das eben erwähnte Planet Caravan. Die übrigen Tracks sind gut, aber nicht sehr gut. Für die Leistung insgesamt und für die historische Bedeutung gebe ich auf einer Skala von 10 Punkten 8.5/10, was aufgerundet immer noch 5 Sterne gibt.

Zum Vergleich der alten und der Remastered Version habe ich beide Alben in TRAKTOR geladen, gleichzeitig gestartet und mit dem Cross-Fader hin- und hergehört. Das Ausgangsmaterial war wirklich schon sehr gut, so dass es eigentlich hier nichts zu tun gab, man aber natürlich (neben der Bonus CD mit einem Live-Konzert in gehobener Bootleg-Qualität) auch Anreize setzen musste, dieses Album nochmal zu kaufen. Denn abgesehen von einem schicken, etwas labilen Digipack ist die Aufmachung leider dem Anlass nicht angemessen. Das sechsseitige Booklet hat im Prinzip den gleichen Inhalt wie das alte (Lyrics in Handschrift), 1-2 Photos und immerhin das ursprünglich geplante Cover (der Bohrer steckt da in einem anderen Körperteil, hicks).

Das neue Mastering klingt insgesamt etwas "frischer", also etwas präsenter, während es im Keller nicht mehr so murmelt. Die Snare klingt etwas klarer und smoother. Insgesamt wurden die Frequenzen meinem Eindruck nach etwas "aufgeräumt" - eine dramatische Änderung hat der Klang der CD nicht erfahren. Daher dürfte man die Unterschiede auch nur bei konzentriertem Hören bemwerken - im Auto oder aufm MP3 Player in der UBahn merkt man es nicht.

Lohnt sich der Kauf der Remastered Version daher? Wenn man das Album bislang nicht besitzt: definitiv! Überzeugte Sammler sind eh in ihrer Entscheidungskraft beschränkt, die kaufen eh :-) und für große aber nicht willenlose Fans wie mich gilt: die neue Aufmachung und die Goodies (Remaster, Bonus CD) reichen mir, um das Album nochmal zu kaufen. Das mag aber im Einzelfall anders bewertet werden.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 2, 2014 4:22 PM MEST


Back from Beyond
Back from Beyond
Preis: EUR 17,98

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Please Return to Beyond, 24. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Back from Beyond (Audio CD)
Auch wenn das 1991er Debut Album "From Beyond" heute als Klassiker gefeiert wird, kann und konnte schon damals das Album nach meiner Ansicht nicht mit der Death Metal Konkurrenz mithalten, die seinerzeit wie im Wahn Alben veröffentlichte.

Das mag zum einen daran liegen, dass From Beyond 1991 viel später herauskam, als es hätte sein müssen (die Combo war mehr oder weniger seit 1986 aktiv). Das eigentliche Problem war jedoch, dass die anderen Bands die Latte zu diesem Zeitpunkt bereits sehr hoch gehängt hatten: Obituary hatten ein Jahr zuvor Cause Of Death veröffentlicht, Entombed Clandestine und Death brachten nur ein paar Monate später bereits Human raus - alles Alben, die From Beyond in jeder Hinsicht überlegen waren.

From Beyond hatte v.a. mit Dawn of Eternity, Succubus und Corpsegrinder ein paar schön primitive Hits am Start - jedoch ist das Album insgesamt bestenfalls solide und ist mM relativ schlecht gealtert.

Nach einigem Hin und Her hat sich Massacre zur Hälfte (Rick Rozz und Terry Butler) wiedervereinigt - zum anderen wurden die mir bislang nicht bekannten Ed Webb (voc) und Mike Mazzonetto (dr) rekrutiert, die ihren Job solide und im Kontext angemessen erledigen. Auch wenn es schade ist, dass es keine 100% Reuinion war - ich wüsste gerne, wo Bill Andrews heute steckt und Kam Lee war ja mit Bonegnawer und Grotesquery ganz gut im Rennen - dürfte Back From Beyond kaum erheblich anders klingen.

Erwartungsgemäß schließt BFB stilistisch natürlich bei From Beyond an - Midtempo Doublebass Riffs, typische Uffta Beats, Gurgelgesang und Rick Rozz' berüchtigte Whammybar-Solos (Zitat Chuck Schuldiner: "dumm, faul, Kerry King Kopie") und fertig ist die Laube. Ich bin zwar auf der einen Seite absoluter Old-Schoon Fan, weil ich eben genau zu dieser Zeit (90er) mit Metal / Death Metal aufgewachsen und geprägt wurde. Mit ist ein Slowly We Rot daher 1000 Mal lieber als irgendeine hyperaktive Quietsch und Kreischcombo der Marke Metalcore / Deathcore, die zwar alle spielen können, aber einfach nur inflationären Musikmüll raushauen.

Allerdings kann auch Back From Beyond auch heute weder an die alten noch an die aktuellen Bands anknüpfen. Es passiert einfach zu wenig, manche Riffs und Songs sind sogar fast einfältig. Insgesamt liegt das Niveau daher eher im Bereich einer durchschnittlichen Six Feed Under Platte, als dass man in Richtung From Beyond oder sogar Leprosy schielen könnte.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 31, 2014 9:15 PM MEST


Frequency Unknown
Frequency Unknown
Preis: EUR 22,99

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Kompletter Griff ins Klo, 17. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Frequency Unknown (Audio CD)
Wie es aussieht, hat Tausendsassa und Modezar Harald Glööckler nebenbei noch Zeit, in einer mässigen Queensryche Coverband zu spielen. Relativ gut getarnt und stets bewaffnet mit einem guten Tropfen Pennerglück und schlichter Weste auf solariumgestähltem Oberkörper statt Federboa macht das männliche Gegenstück von Sy Snootles rein gesanglich eine ganz gute Figur, dem überlebensgroßen Vorbild Geoff Tate nachzueifern.

Die Sidekicks hingegen sind bislang nicht großartig in Erscheinung getreten und sind wahrscheinlich mit Animalprint Unterhosen von der örtlichen Bahnhofstoilette direkt in den Proberaum gelockt worden, wo es neben Pralinchen auch eine pompöse Dosis Herrenduft "Fancy Crotch" gab.

Das Songmaterial ist offensichtlich bei den Sessions der Alben nach Hear In The Now Frontier übrig geblieben und wurde Harald und seinen Jungs daher scheinbar für relativ wenig Ablöse zum verzocken überlassen.

So oder so ähnlich könnte der Hintergrund von Frequency Unknown aussehen - das würde immerhin erklären, warum dieses Album so unglaublich schlecht ist. So schlecht, dass man sich angesichts dieser Abscheulichkeit Alben wie Y2K oder American Soldier zurückwünscht. Vom Gezerre um Namensrechte mal ganz zu schweigen. Ich weiss zwar nicht, an wen die Abkürzung des Album-Titels gerichtet ist - an die Fans oder die alten Bandkollegen, ich fühle mich aber bei dem Backkatalog der Combo auch persönlich angesprochen, da ich mit nicht vorstellen kann, dass jemand ernsthaft der Ansicht sein kann, es allen mit diesem Album mal richtig zu zeigen. Daher ein freundliches U 2! an Geoff Glööcker und seine austauschbaren Studiosöldner.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 28, 2014 10:36 AM CET


Death Penalty
Death Penalty
Preis: EUR 6,23

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wohl eher bedeutend als musikhistorisches Artefakt, 7. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Death Penalty (MP3-Download)
Witchfinder General haben sich 1979 gegründet und nur nach zwei Studioalben bereits 1984 wieder aufgelöst. Der Stil der Band ist hörbar einerseits von Black Sabbath und Pentagram, aber auch klassischem Heavy Metal britischer Schule ("NWOBHM") beeinflusst. Obwohl Black Sabbath zum Zeitpunkt der VÖ dieses Albums (1982) bereits ihre klassische Phase durschritten hatten (inkl. dem Abgesang Never Say Die) und bereits beide Dio Alben auf dem Markt waren, setzten Witchfinder General wieder deutlich in der Frühphase von Sabbath (ca. erste drei Alben) an und verbanden dies mit zu diesem Zeitpunkt auch bereits altertümlich anmutenden NWOBHM Zutaten und vor allem eine ordentlichen Prise Doom.

Daher muss das Album damals auch bereits als Anachronismus empfunden worden sein, da rechts und links die Speed und Thrash Metal Combos mit deutlich anderem Sound und vor allem die Hair Metal Fraktion richtig Fahrt aufnahm.

Auch wenn WFG zu "Lebzeiten" nicht sonderlich erfolgreich waren - umso mehr wird ihre Bedeutung für Doom Metal im Generellen, aber auch für die Geschmacksbildung einer damals jungen, nachwachsenden Musikergeneration deutlich.

Die Parallelen von Count Raven sind z.T. frappierend, vor allem was den leicht schrägen, relativ hohen Gesang angeht. Auch berufen sich die Musiker von Down (v.a. Phil Anselmo, Pepper Keenan und Jimmy Bower) auf WFG und nennen sie als wesentlichen Einfluss neben Sabbath, Pentagram und anderen Band wie Black Flag und Melvins, die eher die harte bzw. "sludgige" Seite im Down Sound bedienen.

Ich sage mal so - es ist eher interessant als restlos begeisternd, diese (und den Nachfolger "Friends of Hell") Platte zu hören. Interessant als musikhistorisches Brückentier, aber Sound, Songwriting und Performance sind noch ausbaufähig, künden aber von einem enormen Potenzial, was diese Gruppe definitiv hatte. Schon Friends of Hell ist ein deutlicher Schritt - nicht daran zu denken, wie die Geschichte verlaufen wäre, wenn die Jungs die Songs, die auf dem erst 2008 erschienenen Album "Resurrection" veröffentlicht wurden, im Anschluss zu Friends of Hell veröffentlicht hätten.

Was an Death Penalty auffällt, sind doch relativ viele Spielfehler, vor allem bei den Soli und geschlabberten Läufen. Das macht es auf der einen Seite recht sympathisch, auf der anderen Seite sollte es m.E. drin sein, ein Album fehlerfrei einzuspielen.

Daher streng genommen - aus der Rückschau - musikalisch nur 3 Sterne. Für den Kultfaktor und den Eindruck, den diese beiden Alben bei der Nachwelt hinterlassen haben, einen Bonusstern.


Ghost Empire (Limited Digipak)
Ghost Empire (Limited Digipak)
Preis: EUR 16,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unterhaltsame Scheibe, 6. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Ghost Empire (Limited Digipak) (Audio CD)
Ich höre selbst nicht allzuviel Metalcore / "Modern Metal", nicht weil mir der Stil generell nicht liegen würde oder ich krampfhaft Altherrenmetal hören muss und dabei seufze, ach damals - es liegt eher daran dass sehr viele Bands sehr platakive und schematische Songs schreiben. Schnelle Strophe mit Screamo / Grunzo Gesang über bei 90er In Flames (oder wie die meisten bei Slaughter of the Soul) geklauten Riffs, dann Refrain mit Klargesang über geschrammelten Akkorden und dann der obligatorische Breakdown mit China-Crash Vierteln über möglichst abgefahrenen Bassdrummfiguren, die von Gitarre und Bass auf der tiefsten Saite begleitet werden. Wenns ganz kreativ wird, baut man zu Aller Überraschung auch mal ein Bending oder Pinched Harmonics ein. Yay.

Caliban umschiffen diese Standardzutaten gekonnt und liefern wie bereits auf den drei Vorgänger CDs hochklassigen Modern Metal mit genau der richtigen Mischung aus Härte und Melodie, wenngleich letztere im Vergleich zu früher nochmals ausgebaut wurden und teilweise ganz leich die "Cheese-Grenze" touchieren.

Die Gitarren dürften dem Klang nach bei dem einen oder anderen Song noch eine extra Saite spendiert bekommen haben - ein paar Spritzer "Djent" sind jedenfalls herauszuhören.

Die größte Entwicklung hat der Gesang von Andreas Dörner gemacht - neben den bekannten Screams traut er sich auch an melodischere Passagen und ergänzt sich dabei mit Gitarrist Marco Schaller, der sonst das Goldkehlchen der Band war, hervorragend.

Produziert wurde das Ding einmal mehr von Benny Richter; der Sound ist erfreulicherweise ein Stück weniger klinisch als z.B. auf The Awakening, knallt aber natürlich wie immer.

Die Keyboards, die auf I Am Nemesis noch präsenter waren, wurden hier zugunsten des o.g. ausgebauten Gesangs etwas reduziert und damit vielleicht sogar besser in den Gesamtsound integriert. Mit hat I Am Nemesis jedoch sehr gut gefallen und ist definitiv mein Favourit der Band.

Kommen wir daher zu den kleinen Schönheitsfehlern der CD: die ersten sechs Stücke sind absolute Oberklasse (v.a. der Opener King, Nebel und Devils Night). Der ganz offensichtlich gewünschte zukünftige Livekracher "Your Song" klingt mir zu konstruiert und v.a. zu sehr nach den Toten Hosen oder dergleichen. Für mich aufgrund Intention und Ausführung ein echter Totalausfall auf der CD.

Die folgenden Tracks sind gut, aber nicht sehr gut und plätschern etwas vor sich hin. Hier hätte es vielleicht geholfen, sich ein Limit von 45 Minuten zu verordnen, um die wirklich zwingenden Ideen zu konservieren und den Rest rauszuwerfen. Ab Who We Are geht es wieder etwas aufwärts und die normale CD endet mit My Vertigo wieder gelungen. Besitzer des Digi freuen sich über den exzellten Bonustrack "Falling Downwards", der in Zusammenarbeit mit Matt Heafy (Trivium) entstanden ist und nochmal ein später Höhepunkt auf dem Album ist.

Insgesamt also etwas schwächer als I Am Nemesis, was schade ist, da der Gesang und das Songwriting auf der einen Seite deutlich verbessert wurden - auf der anderen Seite haben wir aber den kleinen "Qualitäts-Scoop" im dritten Viertel der Platte. Wie auch immer: Caliban sind für mich weiterhin eine der besten "Modern Metal" Bands, jetzt muss ich mal sehen, dass ich sie auch mal Live erwische. Zum Runterkommen jetzt aber schnell irgendwas verfurzt altes, Saxon z.B. :-)


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