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Rezensionen verfasst von
Tanja Ackermann "Madison 30" (Melsungen)
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Wenn das Leben zur Last wird: Depressionen überwinden, ins Leben zurückkehren
Wenn das Leben zur Last wird: Depressionen überwinden, ins Leben zurückkehren
von Rolf Merkle
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,80

78 von 82 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mein Ding ist es nicht..., 22. Juni 2007
Ich habe die ganzen anderen Rezessionen gelesen und habe vielleicht daher ein Wunderbuch erwartet ;-)

Normalerweise halte ich auch nicht viel von Ratgebern, *zugeb* aber ich dachte mir : Hilfe zu Selbsthilfe ist sicher nicht verkehrt.

Das das Buch ganz lieb geschrieben ist und man auch verstanden wird, ist so, dem stimme ich zu. Das eine Depression fast immer reaktiv ist, ist auch meine persönliche Meinung und ich finde nicht, das Herr Merkle gegen Medikamente spricht oder festgefahren ist in bestimmten Vorstellungen, das macht das ganze sehr entspannt und nicht dogmatisch.

Was mir an dem Buch fehlt, ist, dass wenig auf die Ursachen der Depression eingegangen wird.

An einer Stelle steht sogar, das das nicht wichtig ist.

Vielleicht will Herr Merkle nicht, das man zu sehr in der Vergangenheit puhlt, was im Zustand negativer Grundstimmung auch besser so ist.

Auch versucht er davon abzuhalten, sich Schuldgefühle zu machen, er geht auch auf "verrückte" aber tatsächlich oft vorhandene Gedacnken ein, z.B. das man sich Schuldgefühle macht, weil man Schuldgefühle hat, etc.

Ich habe bei mir selbst aber festgestellt, weil in dem Buch so oft steht: "Weil sie depressiv sind", das ich mich dadurch auch depressiver fühle, sogar regelrecht in Panik geraten bin, das es mir so "schlecht" geht.

Auf manche Dinge, z.B wenn man oft weinen muss wird nicht eingegangen, dafür entschuldigt sich Herr Merkle auch zum Schluß und macht auch Mut zur Therapie.

Auf Verzweiflung wird eingegangen, aber das ist etwas: Weinen, Trauern, verzweifelt sein, was auch passiert, wenn man NICHT depressiv ist und was nach meiner Erfahrung nach sehr wichtig ist und nicht pauschal abgetan werden kann. Überhaupt wir zuviel mit der Depression erklärt, nach dem Motto: die Welt ist so hässlich, weil man nur das Schlechte sieht. Das stimmt auch, wenn man depressiv ist, aber manche Dinge im eigenen Leben sind vielleicht wirklich nicht ok und haben irgendwann krank gemacht.

Da ich ein Mensch bin,der schnell zu verunsichern ist, war ich nach der Lektüre des Buches nicht mehr sicher, wo ich überhaupt stehe.

Ich hab es dann erst mal zur Seite gelegt, weil mir auch das Stimmubgsaufzeichnen jeden Tag nicht gut tat, weil ich mich so nur noch mit dem Krankheitsbild beschäftigt habe.

Das ist jetzt aber alles meine persönliche Meinung und Erfahrung, es mag Menschen geben, denen es nicht so geht, siehe die anderen Rezessionen.

Das Buch allein ist meiner Meinung nach wirklich zu dünn für so ein Riesen Thema.

Andere Sachen sind wieder echt toll: Die Feststellung wie man sich manhcmal fertig macht, wie man Gedanken entlarvt, etc.

Ich bin aber der Meinung, das man erstmal etwas Therapie hinter sich haben sollte, dann ist das Buch ein gutes Stück Begleitung. (Wobei ich nicht meine das jeder immer gleich Therapie machen muss-aber das Buch allein bringt es wirklich nicht).

In Zeiten tiefster Depression kann es pasieren, das es einen noch mehr runter zieht, bzw man die Sachen kapiert, aber nicht umsetzen kann (und dadurch dann frustriert ist). Das ist ja das Wesen der Depression...

Alles in allem hat mir manches geholfen, einiges belastet und einiges gefehlt bei dem Buch.

Jemand mit ganz schlimmen Depressionen und ohne Therapierfahrung würde ich es nicht uneingeschränkt empfehlen.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 5, 2014 4:45 PM MEST


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