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Rezensionen verfasst von
zueribueb (Zürich)
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Eine gute Schule: Roman
Eine gute Schule: Roman
von Richard Yates
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

4.0 von 5 Sternen A Good School (1978), 13. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Eine gute Schule: Roman (Taschenbuch)
Richards Yates' Roman "Eine gute Schule" ist eine liebenswerte Beschreibung einer Privatschule, von Schülern und Lehrern in den Jahren 1941/44. Die Geschichte wird nicht aus der Optik eines Protagonisten beschrieben, vielmehr werden viele kleine Geschichten erzählt und verschiedene Personen beschrieben. Das macht den Roman etwas heterogen. Die Schule ist wie eine geschützte Werkstatt, aber auch diese kann sich nicht vom Krieg und anderen Einflüssen entziehen. So ist es fast symptomatisch, dass die Schule schliesslich schliessen muss und das Personal in eine unsichere Zukunft entlassen wird.
Etwas speziell ist die Erzähltechnik. Im Vor- und Nachwort richtet sich die eigentliche Hauptperson William Glove als Ich-Erzähler direkt an die Leser. Im Hauptteil wird die Geschichte dagegen von einem etwas distanziert wirkenden Erzähler vorgetragen.


Später Ruhm: Novelle
Später Ruhm: Novelle
von Wilhelm Hemecker
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,90

3.0 von 5 Sternen Die Talentlosen, 13. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Später Ruhm: Novelle (Gebundene Ausgabe)
Über die Edition der Schnitzler-Novelle aus dem Nachlass gibt es verschiedenste Kontroversen (vgl. Wikipedia). Vor diesem Hintergrund ist das Nachwort der Herausgeber doch sehr schwach. Weder wird klar, warum der Text, der durchaus bekannt war, solange nicht publiziert wurde, noch wird klar kommuniziert, dass der Text nicht vollkommen authentisch ist und insbesondere Korrekturen von Schnitzlers Sohn Heinrich enthält. Darum ist ein Abzug von einem Stern in der Bewertung angezeigt.
Grundsätzlich ist ein Text von Arthur Schnitzler immer spannend zu lesen, selbst wenn es nicht das Meisterwerk ist, wofür er verkauft wird. Inhaltlich geht es um einen älteren, gescheiterten Schriftsteller, der vor vielen Jahren ein Buch veröffentlicht hat. Ein ebenso erfolgloser Jungliterat entdeckt diesen und bringt ihn mit mit einer Gruppe von talentlosen Künstlern zusammen. Diese bezeichnen andere Künstler als talentlos, dabei sind sie es selbst. Sie organisieren einen literarischen Abend, der aber auch ohne Erfolg gekrönt ist.


Der Allesforscher: Roman
Der Allesforscher: Roman
von Heinrich Steinfest
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

4.0 von 5 Sternen Von Taiwan nach Österreich, 13. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Allesforscher: Roman (Gebundene Ausgabe)
Heinrich Steinfests Bücher sind meist sehr skurril und driften ins Absurde ab. Das fordert den Leser doch sehr bei der Lektüre. Bei "Der Allesforscher" hält sich Steinfest jedoch stark zurück, so dass die Geschichte schon fast realistisch erscheint. Das macht "Der Allesforscher", eine Art Entwicklungsroman, zu einem von Steinfests Büchern, die am Einfachsten lesbar sind. Der Plot ist wieder sehr witzig und abgedreht, hat aber auch seine Längen, besonders wenn die Geschichte in den Bergen spielt. Am Stärksten ist das erste Drittel, insbesondere die kuriose Liebesgeschichte von Sixten und Lana.


Venedig kann sehr kalt sein
Venedig kann sehr kalt sein
von Patricia Highsmith
  Broschiert
Preis: EUR 10,90

3.0 von 5 Sternen Those who walk away (1967), 3. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Venedig kann sehr kalt sein (Broschiert)
"Venedig kann sehr kalt sein" finde ich nicht gerade das beste Buch von Patricia Highsmith. Der Plot ist doch sehr seltsam. Es wenig nachvollziehbarer Konkurrenzkampf zwischen Schwiegervater und Schwiegersohn nach dem Suizid der Tochter bzw. Ehefrau. Bereits am Anfang will der Schwiegervater seinen Schwiegersohn erschiessen, was aber scheitert. Seltsam ist, dass der Schwiegersohn danach in Venedig weiterhin die Nähe zu seinem Schwiegervater sucht, statt abzuhauen. Das führt zu einem merkwürdigen Katz-und Maus-Spiel zwischen den beiden. Die Motivation des Schwiegervaters nach Rache ist wenig nachvollziehbar. Am Spannendsten fand ich, wie Highsmith den Plot entwickelt, namentlich, dass die gleichen Motive bei beiden durchgespielt werden.
Fast besser als das Buch fand ich das Nachwort von Paul Ingendaay. Er analysiert anschaulich die Motive des Romans und sieht Parallelen zu Kafka. Das zeigte mir auf, dass man dem Highsmith-Roman nicht nur als simplen Spannungsroman lesen sollte, sondern als eine Auseinandersetzung mit existenziellen Themen lesen muss. Man muss sich folglich von der vordergründigen Realitäts- und Glaubwürdigkeitsebene lösen.


Der Salamander: Ein Tanner-Kriminalroman
Der Salamander: Ein Tanner-Kriminalroman
von Urs Schaub
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,80

4.0 von 5 Sternen Tanner Nr. 4, 16. Juli 2014
Bei seiner Rückkehr aus Skandinavien trifft Tanner auf den jungen und geheimnisvollen D'Arcy, der schon bald spurlos verschwindet. Michel verspricht einem Freund, zusammen mit seiner Kollegin einen uralten Mordfall nochmals aufzurollen. Alle spüren dunklen Geheimnissen nach.
Urs Schaub hat mit "Der Salamander" wieder einen bodenständigen, genussvollen und etwas erotisch aufgeladenen Krimi geschrieben. Insgesamt ist die Story, im Gegensatz zu den früheren Teilen, viel realistischer. Es fehlen etwas die surrealen Elemente. Dennoch gipfelt die Story in einem abgründigen Finale. Das macht Lust auf eine Fortsetzung der Tanner-Reihe.


Wassergrab: Kriminalroman
Wassergrab: Kriminalroman
von Michèle Minelli
  Taschenbuch
Preis: EUR 16,99

3.0 von 5 Sternen Zürich under ground, 16. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Wassergrab: Kriminalroman (Taschenbuch)
Michèle Minellis Krimi „Wassergrab“ ist sprachlich sehr gut geschrieben, atmosphärisch dicht und sehr gut recherchiert. Namentlich stimmt die juristische Terminologie, was bei anderen Züri-Krimis häufig ein Problem ist. Den Plot fand ich dagegen nicht so überzeugend. Kommissar Scheu kümmert sich parallel um zwei Fälle. Auf der einen Seite wird in der Kanalisation eine Tote gefunden, deren Schicksal es aufzuklären gilt. Auf der der anderen Seite beschäftigt sich Scheu mit einer Lettin, die auf der Suche nach ihrer vor rund 40 Jahren verschwundenen Mutter ist. Dabei kommt zu Tage, dass Scheu selbst eine spezielle Vergangenheit hat. Insgesamt fand ich den Krimi nur mässig spannend, weshalb ich das Buch schliesslich mit 3 Sternen bewerte.


Der Geschichtenerzähler
Der Geschichtenerzähler
von Patricia Highsmith
  Broschiert
Preis: EUR 10,90

3.0 von 5 Sternen A Suspension of Mercy (1965), 5. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Geschichtenerzähler (Broschiert)
Sidney und Alicia sind ein amerikanisch-britisches Ehepaar, das auf dem Land in England ein bohemienhaftes Leben führt. Sidney ist ein erfolgloser Schriftstellerin und Alicia eine Hobbymalerin. Eines Tages taucht Alicia ab und vergnügt sich mit ihrem Liebhaber, währenddessen Sidney verdächtigt wird, seine Ehefrau umgebracht zu haben. In der Folge gestaltet Patricia Highsmith eine seltsame Vermischung der Erzählebenen, ein Mix zwischen Realität und Fiktion. Sidney schreibt Kriminalgeschichten, erfindet immer wieder neue Geschichten, die er teilweise aus seinem realen Leben schöpft. Zudem stellt er sich vor, wie er seine Frau getötet hat. Es bleibt offen, ob er ein schizophrener Charakter ist. Highsmith entwickelt ein Verwirrspiel über Realität und Fiktion. Es werden verschiedene denkbare Möglichkeiten durchgespielt, wobei die Grenze zwischen Realität und Erfundenem verschwindet. Das ist zwar gekonnt gemacht, irritiert aber auch den Leser und zieht sich zudem auch stark in die Länge. Am Schluss bringt Patricia Highsmith den Plot jedoch zu einem überraschenden und überzeugenden Abschluss.


Franz Hohler - Immer höher
Franz Hohler - Immer höher
von Franz Hohler
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 22,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Immer höher den Bergen entgegen, 2. Juli 2014
Bei Franz Hohlers neuem Buch ist zunächst eine Warnung notwendig. Bei "Immer höher" handelt es sich um eine Sammlung von bereits publizierten Texten. Nur drei Texte waren bisher unveröffentlicht. Von den 28 Texten stammen 16 Texte aus den Büchern "52 Wanderungen" und "Spaziergänge". Die restlichen Texte wurden in Zeitschriften und Zeitungen publiziert.
Franz Hohler hat für "Immer höher" selbst eine Auswahl von seinen besten Wandertexten getroffen. Sie werden nach der Höhe über Meer geordnet, von tief bis hoch. Wandern ist Hohlers Ausgangspunkt, um kleine Beschreibungen, Beobachtungen, Betrachtungen zu verfassen. Sprachlich poetisch und auf den Punkt gebracht. Jeder Text wird mit einem dazu passenden Foto eingeleitet, begleitet von leeren Seiten. Auf 187 Seiten findet sich somit relativ wenig Text. Insgesamt ist „Immer höher“ ein liebevoll gestaltetes Buch.


Heilige Mörderin: Roman
Heilige Mörderin: Roman
von Keigo Higashino
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Yukawa Nr. 2, 15. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Heilige Mörderin: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ein Mann wird vergiftet und Inspektor Kusanagi, seine Assistentin Utsumi und der Physikprofessor Yukawa versuchen herauszufinden, wie das genau passiert ist, um schliesslich auf den Mörder schliessen zu können. Keigo Higashino beschreibt in "Heilige Mörderin" ein Verbrechen und seine Aufklärung. Das macht besonders Spass, wenn Yukawa sich rein rational und logisch dem Problem nähert, Hypothesen aufstellt und wieder verwirft, das Verbrechen durchspielt. Das Buch ist sehr spannend und intelligent geschrieben und ist ein grosser Lesespass. Der Krimi spielt zwar in Japan, aber es ist nicht wirklich ein Japanbuch, denn durch den Fokus auf das Verbrechen könnte die Geschichte irgendwo spielen. Insgesamt erreicht aber Higashino nicht mehr ganz das Level des grandiosen ersten Bandes "Verdächtigte Geliebte", weshalb ich 4 Sterne gebe.


Vergeltung
Vergeltung
von Ewald Leu
  Gebundene Ausgabe

3.0 von 5 Sternen Rachefeldzug, 15. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Vergeltung (Gebundene Ausgabe)
Ewald Leu, ein ehemaliger langjähriger Mitarbeiter des Bezirksgerichts Zürich, legt mit "Vergeltung" seinen ersten Krimi vor. Ich habe mich auf dieses Buch gefreut, denn da ist einmal ein Autor, der über juristisches Insiderwissen verfügt. Leider kann Leu dieses Wissen nur bedingt umsetzen. Der Krimi ist solide, aber auch nicht mehr. Das wäre sehr viel möglich gewesen.
Ein Täter bringt den Präsidenten des Bezirksgerichts Zürich um und hat es auf dessen ganze Familie abgesehen. Das wird zum Teil sehr drastisch und effekthaschersich geschildert. Die Psychologie des Täters ist nicht ganz nachvollziehbar, ausser man geht von einem psychisch gestörten Täter aus. Leu beschreibt vor allem die Ermittlungen des zuständigen Polizisten, aber gerade dies kennt er nicht aus eigener Anschauung, weshalb dies etwas fernsehmässigkrimi klischiert wirkt. Am Spannendsten fand ich, wie Leu ein Treffen zwischen dem Polizisten und einem ehemaligen Staatsanwalt schildert.
Sprachlich ist das Buch nicht wirklich gelungen. Die juristische Terminologie ist nicht immer korrekt und darum unstimming (z.B. Gerichtsmedizin statt Rechtsmedizin), eben wie aus dem deutschen Fernsehkrimi. Auch verwendet Leu fast inflationär abgedroschene Vergleiche.


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