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Rezensionen verfasst von
Benjamin Bork (Gelsenkirchen)

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Der König der purpurnen Stadt
Der König der purpurnen Stadt
von Rebecca Gablé
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Rebecca Gablés bisher bester historischer Roman (finde ich...), 22. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Der König der purpurnen Stadt (Taschenbuch)
Von allen bisher erschienenen historischen Romanen der Autorin Gablé (und ich habe sie wirklich alle gelesen, beziehe mich hier auf den Stand von Ende 2010) hat mich dieser am stärksten fasziniert. Er entspricht natürlich ihrem üblichen Erzählstil, indem man das Schicksal und die Entwicklung einer Hauptfigur über mehrere Jahre oder Jahrzehnte verfolgen kann, aber hier haben wir es ausnahmsweise nicht mit einem Adligen aus der Waringham - Familie zu tun, sondern mit einem Londoner Tuchhändler, der vom einfachen aber begabten Lehrling zum bedeutenden Kaufmann und königlichen Berater aufsteigt. Solch ein steiler gesellschaftlicher Aufstieg ist keineswegs an den Haaren herbeigezogen, sondern war im spätmittelalterlichen England durchaus möglich, wie das Beispiel der historischen Figur William de la Pole zeigt, die ebenfalls als Charakter in das Buch eingeflochten wurde, ein Kaufmann, der es schaffte, in die Kreise des Hochadels aufzusteigen. Auch andere Beispiele und Legenden wie die in England sehr bekannte Geschichte von Dick Whittington, die bei aller Ausschmückung einen wahren Kern enthält, zeigen, daß solche kometenhaften Laufbahnen sicherlich nicht die Regel, aber auch keine Einzelfälle waren. Die Unwahrscheinlichkeit der Handlung, die einige Kritiker dem Buch vorwerfen ist also nicht so hoch wioe es zunächst scheint. Außerdem läuft für Jonah Durham auch nicht immer alles glatt, wenn auch die Grundtendenz seiner Karriere nach oben verläuft. Rückschläge wie die Betrügereien und Intrigen seines ehemaligen Meisters und seines Schwiegervaters, des schon erwähnten de la Pole, Konflikte, die seine enge Verbindung zum Hof mit sich bringt und nicht zuletzt die Große Pest von 1348/49 muß Jonah immer wieder einstecken und verkraften.
Natürlich kann Frau Gablé es wie immer nicht lassen, ihre Hauptperson und deren Familie zu einer wichtigen Stütze des aktuellen Königshauses zu machen, aber im Falle Jonah Durhams stellt sie glaubwürdig dar, daß er sich in der Welt des Hofadels nicht zuhause fühlt, weil ihm als Kaufmann und Stadtbürger die adelige Mentalität fremd ist.
Den Kontrast zurm höfischen Leben bildet Jonahs eigene Umgebung, die schon damals pulsierende Handelsmetropole London und die ganz eigene Welt der Tuchhändlergilde mit ihren Strukturen und Regelwerken. Dieses Umfeld hat Rebecca Gablé sorgfältig recherchiert und gibt interessante Einblicke in den Woll- und Tuchhandel, teilt hier durchaus auch Wissen über Wollqualität, Tuchherstellung und Färbung mit und macht die Geschichte dadurch plastisch. Dies halte ich für eine der großen Stärken des Romans. Auch die Kehrseite des reichen London, das "Milieu der Nacht", das Bordellwesen und die quasi - mafiöse Organisation der Diebesbanden kommt hier zu ihrem Recht. Die Große Pest hingegen wird hier vergleichsweise kursorisch und episodisch behandelt, da hätte mehr kommen können und das Ausmaß dieser für ganz Europa verheerenden Seuche hätte man deutlicher herausarbeiten können, aber eine stärkere Konzentration auf diesen Aspekt hätte den Roman wahrscheinlich auch überfrachtet.
Insgesamt liegt hier ein stimmiger, lebendiger und mitreißender historischer Roman vor, dessen Lektüre sehr empfehlenswert ist.


Das Spiel der Könige: Historischer Roman (Waringham Saga)
Das Spiel der Könige: Historischer Roman (Waringham Saga)
von Rebecca Gablé
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Virtuose Behandlung der Rosenkriege, 30. November 2010
Ein Roman, der die englischen Rosenkriege nicht nur einfach zum Hintergrund hat, sondern die konkreten Abläufe, die ständig wechselnden Bündnisse, Verratsfälle und das wankende Kriegsglück zu handlungsbestimmenden Faktoren macht, ist ein schwieriges Unterfangen. Schon allein wegen der verwirrend vielen Personen, die alle John, Henry oder Margaret heißen, ist die Autorin, wie sie im Nachwort humorvoll zugibt, lange vor diesem Thema zurückgeschreckt. Wie immer gelingt es ihr aber auch in diesem Roman hervorragend, den Leser mit in die Zeit zu nehmen. Wie in den beiden Vorgängern ("Das Lächeln der Fortuna" und "Die Hüter der Rose") steht auch hier die fiktive Adelsfamilie von Waringham im Vordergrund, deren Geschicke wie gewohnt eng mit dem des Königshauses verwoben sind.
Julian, der aktuell führende Waringham - Spross ist dabei aufgrund gewisser Charaktereigenschaften der unsympathischste, damit aber gleichzeitig auch der lebendigste der bisher dagewesenen Waringham - Abkömmlinge. Mit seiner von deutlichen Schwächen (sexuelle Exzesse, Untreue) geprägten Charakterzeichnung paßt er wunderbar in die martialische Zeit, in der seine Geschichte spielt, durch seine unbedingte Einhaltung des Treueids gegenüber dem Haus Lancaster trotz schwerer persönlicher Zweifel und Gewissensnöte verliert er jedoch trotzdem nie völlig die Sympathie des Lesers.
Die Romanhandlung, die beim Vorgängerband zugegebenermaßen gewisse Ähnlichkeiten mit der des ersten Buches aufwies, ist hier, auch bedingt durch die Kriegsereignisse, wieder freier und unterscheidet sich deutlicher von den Vorläufern. Gleichzeitig entwickelt sie mit einem raschen Auf und Ab schicksalhafter Begebenheiten einen gewaltigen Sog, der den Leser in Atem hält. Ihre noch nie verhehlte Parteilichkeit zugunsten des Hauses Lancaster bzw. Tudor, das in diesem Roman das Lancaster - Erbe weiterführt, kann man Rebecca Gablé kaum übelnehmen und ihr als künstlerische Freiheit ohne Weiteres zugestehen; da verzeiht man ihr gerne auch den Umstand, daß sie den Thronanspruch Henry Tudors, der durch uneheliche Abkunft seiner Vorfahren sowohl mütterlicherseits als auch väterlicherseits mit einem deutlichen Makel behaftet war, als viel selbstverständlicher betont als er den Zeitgenossen wahrscheinlich erschienen ist (selbst die Tudor - Anhänger begründeten den Thronanspruch ihres Königs lieber mit dem als Gottesurteil gewerteten Sieg über den "bösen" Richard III. als mit dem viel zu schwachen erbrechtlichen Argument).
Sehr erfreut bin ich als treuer Waringham - Fan, daß Frau Gablé sich nach anfänglicher Ablehnung nun scheinbar doch mit dem Gedanken trägt, die Waringham - Saga fortzusetzen. Wir dürfen gespannt sein, welche Erlebnisse der nächste Waringham - Nachkomme in den konfessionellen Streitigkeiten des 16. Jh. unter Heinrich VIII. und Elisabeth I. hat. Werden die Waringham weiter treu zu Tudor stehen, den religiösen Umschwung mitmachen und brav den Suprematseid schwören? Oder treibt ein Herrscher wie Heinrich VIII. sie dann doch in die Opposition? Warten wir es ab!


Eragon: Die Weisheit des Feuers (Eragon - Die Einzelbände, Band 3)
Eragon: Die Weisheit des Feuers (Eragon - Die Einzelbände, Band 3)
von Christopher Paolini
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,00

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Baut ein wenig ab..., 30. November 2010
Tja, für die ersten beiden Eragon - Bände habe ich ja eine Lanze gebrochen und den Autor sogar in Schutz genommen, aber nun muß ich den Negativrezensenten in vielen Punkten recht geben: diese Streckung auf vier Romane hätte wirklich nicht sein müssen. Der Roman hat in der Tat seine Längen. Bei der Beziehung Eragons zu Arya versteht man nun gar nichts mehr, schien sie in Band 2 eindeutig gescheitert, nähert sich Arya nun wieder an, so daß man nicht weiß, ob sie nun kalt oder warm ist. Die Gemetzel Rorans mit den schmerzfreien Truppen des Imperiums sind wirklich unnötig brutal und ziemlich abstoßend. Und dergleichen mehr...
Trotzdem schafft es Paolini meiner Ansicht nach doch immer wieder, gerade noch die Kurve zu kriegen, um die Handlung nicht in Langeweile abgleiten zu lassen und er wartet mit neuen überraschenden Enthüllungen bezüglich der familiären Hintergründe Eragons auf.
Aus diesem Grund: doch noch drei Sterne. Trotzdem bleibt ein fader Nachgeschmack, denn von der Beteuerung im Nachwort von wegen "nun ist aus der Trilogie aus Versehen ein vierbändiger Zyklus geworden (hoppla!), aber da konnte ich wenigstens die Charaktere noch besser entwickeln" glaube ich kein Wort. Ich verdächtige Paolini eher, die Lizenz zum Gelddrucken gefunden zuu haben - mit vier Bänden läßt sich eben noch ein bißchen mehr verdienen als mit drei. Wahrscheinlich hat der junge Mann noch nicht ganz ausgesorgt.
Wie auch immer, ich werde mir auch den vierten Teil besorgen und lesen, wenn er erscheint, denn als Leser der ersten drei Bücher will ich natürlich wissen, wie es weiter- und vor allem ausgeht. Vielen anderen wird es ebenso gehen und genau das ist das Gemeine an Paolinis Verlängerungstrick - er klappt bei den meisten mit Sicherheit. ;-) Ich will aber hoffen, daß er mit Band vier dann auch wirklich Wort hält und zum Ende kommt und ihm nicht aus Versehen einfällt, daß er die Charaktere doch noch ein bißchen mehr entwickeln und fünf Bände schreiben muß. In diesem Falle weiß ich nämlich nicht, wie lange ich das Spielchen noch mitmache.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 2, 2010 8:39 PM CET


Die letzte Rast: Historischer Kriminalroman
Die letzte Rast: Historischer Kriminalroman
von Kate Sedley
  Taschenbuch

1.0 von 5 Sternen Viel zuviel Zufall, 18. Juni 2009
"Die letzte Rast" ist ein im England der Rosenkriege angesiedelter historischer Kriminalroman, der leider nicht überzeugt. "Kommissar Zufall" hat seine Hand hier einfach zu oft im Spiel. Schon die Art wie die Hauptperson, der Hausierer Roger Chapman, von einem vermögenden Ratsherrn aus Bristol mit Ermittlungen im Fall seines in London verschwundenen Sohnes beauftragt wird hat etwas sehr beliebiges: die Tatsache, daß er Klosterschüler war und daher im Gegensatz zu vielen Zeitgenossen lesen und schreiben kann, was für einen Hausierer eher untypisch ist, scheint schon auszureichen, um ihn für fähig zu halten. In diesem Stil geht es weiter: zufällig begegnet Roger Monate später in Canterbury einer Dienstmagd, deren Herr auf ähnlich mysteriöse Weise in der selben Londoner Straße verschwand. Zufällig verläuft er sich in London so, daß er vor einem Handelshof einen Fuhrmann trifft, den er aus Bristol kennt und der zufällig einen Brief der Köchin des Ratsherrn an ihre Cousine dabei hat, die Küchenmagd in einem verdächtigen Wirtshaus ist, so daß Roger, der anbietet den Brief zu überbringen einen guten Vorwand zum Betreten des Wirtshauses hat (nebenbei fragt man sich, woher die Briefempfängerin, wie gesagt eine Küchenmagd, überhaupt lesen kann - vielleicht auch eine ehemalige Klosterschülerin?). Durch Zufall geschieht es auch, daß er einen Bediensteten des Herzogs von Gloucester kennenlernt und von der Entführung der Verlobten des Herzogs erfährt, einen Fall, den er ganz nebenbei auch noch löst. Schließlich trifft er ebenso rein zufällig einen Bettler, der ein besticktes Wams trägt, das offensichtlich dem verschwundenen Ratsherrnsohn gehörte und zur Lösung des Falles führt. Die Erklärung, es sei Gottes Wille, daß Chapman den Fall löst, wird als Begründung für diese Anhäufung von Zufällen arg überstrapaziert. Mit göttlicher Fügung kann man natürlich alles erklären, aber dies ändert nichts an der Unglaubwürdigkeit und Konstruiertheit der Handlung. Zudem ist der "Detektiv", wie er als Ich - Erzähler selber zugibt äußerst naiv und neigt zu Fehleinschätzungen, so daß er immer noch im Dunkeln tappen würde, wenn ihm nicht alles per Zufall (Verzeihung: per göttlicher Fügung) in den Schoß fiele. Gleichzeitig ist er aber trotz dieser Tatsache ein ziemlicher Wichtigtuer, der immer wieder sein gutes Aussehen und sein großes Talent hervorhebt. Das Ende schließlich ist von der Qualität, wie man sie aus drittklassigen Fernsehkrimis kennt: die Täter wollen den Helden aus dem Weg schaffen, doch durch Appell an die Eitelkeit des Rädelsführers bringt er diesen dazu, seine genialen Pläne ausführlich zu erläutern, so daß genug Zeit verstreicht, damit Rettung kommen kann. Alles in allem: spannend ist etwas anderes.


Der Sohn des Tuchhändlers
Der Sohn des Tuchhändlers
von Richard Dübell
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Finale furioso" der fesselnden "Tuchhändler" - Reihe, 24. Oktober 2008
Wie schade - schon der letzte Teil! Alle treuen Fans werden Peter Bernward sehr vermissen, den sie schon in Landshut, Florenz, Venedig und Augsburg durch verzwickte Kriminalfälle und schwere persönliche Krisen begleitet haben.
Nun hat er sich mit seiner Liebsten Jana Dlugosz in Krakau niedergelassen, wo sie das Handelshaus ihres verstorbenen Vaters weiterführt. Aber wer denkt, daß er nun endlich seinen Seelenfrieden findet, hat sich getäuscht: Peter wird durch seinen Freund, einen jüdischen Bankier als Vermittler in eine angebliche Vergewaltigungsaffäre hineingezogen und gerät so zwischen die sich verhärtenden Fronten der drei Bevölkerungsgruppen in der Stadt: deutsche Kaufleute, polnische Handwerker und jüdische Einwohner, die von einem fanatischen Prediger gegeneinander aufgehetzt werden. Hinzu kommen private familiäre Schwierigkeiten. Als der Hetzprediger ermordet wird, spitzt die Situation sich immer mehr zu und steuert auf eine Katastrophe hin...
Gegenüber den verwickelten Krimi - Plots der anderen Bernward - Romane zeichnet sich dieses Buch durch angenehm einfache und klare Sachverhalte aus, wie überhaupt der Kriminalfall und seine Lösung gegenüber den beklemmenden Konflikten innerhalb der Mauern Krakaus, die die Stadt mehr und mehr zum Pulverfaß werden lassen und dem persönlichen Familiendrama zwischen Bernward, seiner Lebensgefährtin und seinen Kindern hier nur eine untergeordnete Rolle spielen.
Es ist in der Tat einiges, das der arme Peter in dieser Romanhandlung durchmachen muß. Es scheint, als wollte Dübell seinen tragischen Helden bei seinem letzten Auftritt noch einmal durch ein wahres Fegefeuer schicken. Die aufgeladene Atmosphäre und die beängstigende Spannung der Romanhandlung werden für den Leser deutlich spürbar.
Einen so fulminanten Abschluß hätte man angesichts des vergleichsweise ruhigen Vorgängerbandes ("Das Spiel des Alchimisten") nicht erwartet.
Das Buch ist somit ein gelungenes Finale der ohnehin sehr empfehlenswerten Reihe um den Tuchhändler Bernward. Das einzig Beklagenswerte: es ist der definitiv letzte Auftritt dieses sympathischen und liebgewonnenen Charakters.


Die Hüter der Rose: Historischer Roman (Waringham Saga)
Die Hüter der Rose: Historischer Roman (Waringham Saga)
von Rebecca Gablé
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

5.0 von 5 Sternen Gewohnt grandioser Gablé - Roman mit hohem Suchtfaktor, 23. Oktober 2008
Dieser Roman knüpft chronologisch an "Das Lächeln der Fortuna" an und erzählt gewissermaßen die Geschichte der nächsten Generation der Waringham - Familie. Hauptfigur ist hier John of Waringham, der jüngste Sohn des Earls Robin.
Man kann nicht leugnen (was von verschiedenen Rezensenten bemängelt wird), daß gewisse Ähnlichkeiten zum Vorgängerroman vorhanden sind. Schwierig ist auch, sich an alle Personen zu erinnern, die im "Lächeln der Fortuna" vorkamen, hier aber nur Nebenrollen spielen oder zum Teil sogar nur am Rande in Nebensätzen erwähnt werden, vor allem dann, wenn wie in meinem Fall zwischen der Lektüre beider Bücher eine längere Zeitspanne liegt.
Dennoch, trotz dieser Einschränkungen ziehen die Story und der unnachahmliche Schreibstil Gablés den Leser wieder sehr schnell in ihren Bann. Bilderbogenartig entfaltet sich die Epoche des Hundertjährigen Krieges im spätmittelalterlichen England und Frankreich, gestützt auf gewohnt sorgfältig durchgeführte Recherchen und profunde Kenntnisse der Autorin. Wiederum gewinnen auch die Hauptfiguren, die gerade durch die Darstellung charakteristischer Fehler und Schwächen glaubwürdig und sympathisch werden den geneigten Leser schnell für sich.
Die weitgespannte, Jahrzehnte umfassende Handlung und die Vielzahl der Figuren (wobei historische Gestalten und fiktive Figuren unbefangen miteinander in vielfältige Beziehungsgeflechte gesetzt werden), die auch für den Vorgänger und die anderen Romane der Autorin kennzeichnend sind, erschweren zugegeben den Lesefluß und verlangen ein hohes Maß an Konzentration, gerade in diesen Aspekten liegt meiner Meinung nach aber auch eine der Stärken der Verfasserin, der es so gelingt, ein dichtes und authentisch wirkendes Handlungsgewebe zu stricken.
Für den, der sich für die historischen Hintergründe interessiert und der sich auf das komplizierte Handlungs- und Beziehungsgeflecht einzulassen bereit ist (Gablé - Fans sind ja sowieso gar nichts anderes gewohnt), entwickelt die Geschichte einen solchen Sog, daß die über 1000 Seiten des Buches (ein typischer Gablé - Umfang) überraschend schnell durchgelesen sind. Entsprechend groß ist die Vorfreude auf den Fortsetzungsband, also den nächsten dicken Gablé - Wälzer.
Lobend zu erwähnen ist auch die schöne Gestaltung des Bandes, sowohl was den Einband, als auch was die Titelzeichnungen zu den Großabschnitten innerhalb des Buches betrifft.


Das Spiel des Alchimisten: Historischer Roman (Allgemeine Reihe. Bastei Lübbe Taschenbücher)
Das Spiel des Alchimisten: Historischer Roman (Allgemeine Reihe. Bastei Lübbe Taschenbücher)
von Richard Dübell
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brillanter Roman um die Macht der Manipulation, 27. Dezember 2007
Obwohl der anhängliche Fan Peter Bernward und alle Facetten seines Charakters mittlerweile hinreichend zu kennen glaubt, kommt auch im vierten Roman der Reihe um diesen sympathischen Spürhund im späten 15. Jahrhundert keine Langeweile auf.
Dies ist schon durch die Wahl des Handlungsortes Augsburg garantiert. Denn mit seiner ehemaligen Heimatstadt verbinden Peter Bernward nicht nur viele belastende Erinnerungen (an seine Zeit als Ermittlungsbeamter des inzwischen verstorbenen Bischofs Peter von Schaumberg, die mit einem Zerwürfnis endete, an einen ungelösten Fall, der ihm nach wie vor keine Ruhe läßt sowie an den schmerzhaften Verlust seiner geliebten Frau); hier in Augsburg wohnt auch seine ihm ohnehin entfremdete Tochter Maria, der er einen problematischen Umstand beichten muß: an der in Florenz erfolgten Hinrichtung ihres Ehemanns war er nicht ganz unbeteiligt. Doch noch bevor es zu einer Aussprache zwischen Vater und Tochter kommen kann, steckt Peter schon wieder mitten in einem brisanten Mordfall. Unter mysteriösen Umständen kommt ein Angestellter des Handelshauses Hoechstetter ums Leben. Die Auffindung der Leiche in einem von innen verschlossenen Raum scheint für die Einwirkung eines "Todesengels" zu sprechen, vor dem die ganze Stadt seit der Hinrichtung des Bürgermeisters Ulrich Schwarz zittert. Auch Gerüchte über das Wiederauftauchen der ketzerischen "Grubenleute" halten Augsburg in Atem und vergiften die Atmosphäre. Durch die Begegnung mit seinem alten Freund Gregor von Welden, der inzwischen bischöflicher Burggraf ist und als solcher die Ermittlungen an sich reißt, wird Bernward in die Mordgeschichte hineingezogen. Als Gregors Gehilfe nimmt er im von Aberglaube und Dämonenangst beherrschten Klima die Spur des Mörders auf, wobei er immer wieder von den Geistern seiner Vergangenheit kräftig heimgesucht wird.
Wie immer beschreibt der Autor das historische Umfeld akkurat und versiert und offenbart wieder einmal seine Stärke bei der Charakterzeichnung der handelnden Personen. Dies gilt besonders bei Gregor von Welden, der als geltungssüchtiger, aber inkompetenter Opportunist beschrieben wird. Nach Höherem strebend will er das mit äußerst geringen Kompetenzen ausgestattete Burggrafenamt hinter sich lassen und Stadtvogt werden, wird aber aufgrund seiner aufgeblasenen Arroganz und offenbaren Unfähigkeit von niemandem ernst genommen und führt darum einen Kampf auf verlorenem Posten. Schnell teilt man als Leser die zunehmende Antipathie, die Peter Bernward, dem es trotz guten Willens nicht gelingt, an die frühere Freundschaft anzuknüpfen, ihm gegenüber empfindet. Man kann aber nicht umhin, diesen beschränkten Zeitgenossen, der mit einem dicken Brett vor dem Kopf umherzuwandeln scheint, gelegentlich ein wenig zu bemitleiden.
Am Ende des Buches gelingt es Dübell wieder einmal, den Leser zu überraschen und der Geschichte eine unerwartete Wendung zu geben, die auch vergangene Ereignisse aus Peters früherer Zeit in Augsburg in einem neuen Licht erscheinen läßt. Das Thema des Romans ist nach Dübells eigener Aussage (im Nachwort) die Macht der Manipulation. Tatsächlich entwarf er für die Handlung großangelegte Manipulationsstrategien, die sich in einem spannenden Prozeß erst Schritt für Schritt offenbaren: Nachdem eine Manipulation aufgedeckt wurde und die "Wahrheit" ans Licht kam, stellt sich diese scheinbare Wahrheit wenig später als Teil einer noch breiter gefächerten Manipulation heraus.
Wer die drei (allesamt großartigen) Vorgängerromane mochte, sollte sich auch diesen nicht entgehen lassen.


Der Auftrag des Ältesten. Eragon 02
Der Auftrag des Ältesten. Eragon 02
von Christopher Paolini
  Taschenbuch

10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Insgesamt gelungene Fortsetzung vom "Vermächtnis der Drachenreiter", 23. September 2007
Oh, Mister Paolini, warum tun Sie mir das an? Schon im ersten Band hat mich als Katzenhasser die Werkatze Solembum so genervt, daß ich hoffte, sie kommt nicht wieder vor. Aber nicht nur das, jetzt kriegt man es auch noch mit einer zweiten Werkatze zu tun. Stöhn... ;-)
Aber im Ernst: Der zweite Teil der "Eragon" - Trilogie hält im Großen und Ganzen, was der erste verspricht. Wie sich am Ende des ersten Teils bereits andeutete, setzt Eragon seine Ausbildung bei einem Elfenlehrer in der Elfenstadt Ellesmera fort, um dann gerade noch rechtzeitig zur Entscheidungsschlacht der rebellischen Varden gegen das Imperium unter dem grausamen Galbatorix zurückzukehren.
Viele Fragen, die im Vorgängerroman aufgeworfen wurden, werden hier beantwortet, dennoch bleiben einige Rätsel offen, neue kommen hinzu, so daß die Spannung weiterhin gehalten wird. Hochspannend, über weite Strecken spannender als die Haupthandlung, die sich ja zuerst nur um Eragons Lehrstunden dreht, ist der zweite Handlungsstrang, der von Eragons Cousin Roran und den Dorfbewohnern seines Heimatortes Carvahall erzählt, die einen verzweifelten Kampf gegen die dämonischen Ra'zac und Soldaten des Imperiums ausfechten und schließlich eine abenteuerliche Flucht unternehmen, um sich den Varden anzuschließen.
Das Elfenreich ist durchaus faszinierend beschrieben, teilweise allerdings etwas zu überzeichnet: diese Elfen sind einfach zu perfekt, was manchmal nervt: sie sind unsterblich, brauchen keinen Schlaf, leben im Einklang mit der Natur, essen kein Fleisch und können mit Magie praktisch alles fertigbringen, sogar neue Pflanzen erschaffen oder mit magischer Hilfe ihren eigenen Körper zur Tiergestalt verändern.
Kritikwürdig ist auch, wie schon im Vorgänger, das krampfhafte Bemühen des Autors, seinen Völkern Sprachen zu geben, was sich aber doch nur auf einige Versatzstücke, eine Handvoll Ausdrücke, die im Anhang übersetzt werden, beschränkt. Hier hätte etwas gesundes Understatement gut getan. Nicht jeder Fantasyautor muß ein Tolkien sein.
Ansonsten sind die immer wieder gegen die "Eragon" - Reihe vorgebrachten Tolkien - Plagiatvorwürfe ermüdend und nicht unbedingt stichhaltig. Ich habe dazu bereits in der Besprechung des ersten Teils Stellung genommen. Gerade in diesem Roman zeigt Paolini eine hohe Eigenständigkeit: Für die Zwerge erdachte er ein Clansystem, das bei Tolkien keine Entsprechung findet.Auch sind die Urgals mehr als die stereotypen Ork - Kopien als die sie zunächst erschienen, sie werden als ein zwar kriegerisches, aber nicht unbedingt böses Volk beschrieben, das eine Kultur, Bräuche und Regeln hat und sich sogar vom Bösen abwendet, weil es sich betrogen fühlt. Und selbst die scheinbar so Nazgul - ähnlichen Ra'zac gestaltet der Autor mit viel Fantasie auf seine Art: im Unterschied zu Tolkiens menschlichen Königen, die durch die Macht des Rings zu willenlosen Geisterwesen gemacht wurden, sind die Ra'zac junge Flugwesen, die im Larvenstadium ein menschenähnliches Exoskelett haben und auf ihren fliegenden Eltern reiten.
Der Verfasser beweist durchaus auch erzählerisches Geschick. Es gelingt ihm beispielsweise, den Leser bis fast zum Schluß in dem Glauben zu lassen, es sei klar, wer der Familienangehörige ist, der Eragon laut Prophezeihung verraten wird. Erst ganz zuletzt erfährt man auf überraschende Weise, daß man auf dem Holzweg war.
Trotz kleinerer Abstriche also eine angenehme Lektüre und eine würdige Fortsetzung. Man darf gespannt sein auf den dritten Teil.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 19, 2010 8:54 PM MEST


Die Hand der Anne Boleyn: Roman
Die Hand der Anne Boleyn: Roman
von C.C. Humphreys
  Taschenbuch

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Abstrus, aber spannend und originell, 13. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Hand der Anne Boleyn: Roman (Taschenbuch)
Der Henker Jean Rombaud schwört seiner "Kundin" Anne Boleyn, der Verflossenen von Englands König Heinrich VIII., ihre sechsfingrige Hand in Frankreich zu vergraben. Doch da diese Hand scheinbar magische Kräfte hat, ist auch der lasterhafte Erzbischof von Siena an ihr interessiert. So beginnt eine wilde Jagd quer durch Europa, bei der Rombaud Schützenhilfe von ganz unterschiedlichen Gestalten erhält.
Soweit die Story dieses Romans, die immer wieder neue aberwitzige Wendungen nimmt. Schnell merkt man im Verlauf des Buches, daß der Autor es weder mit historischer Genauigkeit noch mit handlungsmäßiger Wahrscheinlichkeit besonders genau nimmt. Munter wirbelt er Daten durcheinander, verlegt etwa die Belagerung der Wiedertäufer in Münster um ein paar Monate nach hinten, wie es ihm gerade ins Konzept paßt. Zudem läßt er kaum ein fantastisches Element aus: eine abgeschlagene Hand mit magischen Kräften, die nicht verwest, eine schwarze Messe im Bischofspalast mit wirklicher Geistererscheinung, Runen, die das Schicksal korrekt voraussagen, ein altes Kräuterweiblein, das die Zukunft in seinem Feuer sehen kann, und und und...
Als historischer Roman fällt dieses Buch so ziemlich durch. Eine Geschichte, wie sie das Leben garantiert nicht schreibt. Warum also 5 Sterne? Dafür gibt es mehrere Gründe:
Erstens: Allein für die originelle Romanidee wären schon 2 Sterne zu vergeben. Auf solch einen Plot muß man erst einmal kommen. Außerdem bietet die Story durch häufige Schauplatzwechsel und Situationsänderungen so viel Abwechslung und Spannung, daß man die historischen Unkorrektheiten nur allzu gern vergißt.
Zweitens: Nirgendwo wird behauptet, daß dieses Buch ein HISTORISCHER Roman ist. Vielmehr gibt der Verfasser im Nachwort unumwunden zu, daß er nach der Reporterweisheit: "Bei einer guten Geschichte sollte man sich nicht von Tatsachen stören lassen" vorgegangen ist. Und eine gute Geschichte erzählt er wie gesagt definitiv. Trotzdem offenbart er an vielen Stellen durchaus historische Detailkenntnisse, vor allem was Söldnerwesen, Waffen und Kriegstechnik angeht. Es gelingt ihm so immer wieder, eine dichte und stimmige Atmosphäre zu schaffen, die bei aller Fantastik durchaus ein historisches Flair vermittelt. Hier ist mindestens ein weiterer Stern drin.
Drittens: Sobald man nach ein paar Kapiteln gemerkt hat, daß man es hier nicht wirklich mit einem Historienschmöker zu tun hat, hat man sich längst rettungslos in die herrlich schrägen sympathischen Charaktere verliebt, die man nun auch auf jeden Fall bis zum Ende des Romans begleiten will. Jean Rombaud (er ist noch der "Normalste" von allen) bekommt nach und nach eine Reihe von Weggefährten zur Seite gestellt: einen einhändigen deutschen Galgenwächter, der eigentlich ein Kaufmannssohn aus dem Hause Fugger ist samt seinem sprechenden Raben namens Dämon, einen wikingerartigen Nordländer, der heidnische Runenrituale praktiziert, eine als Knabe getarnte jüdische Steinschleuder - Amazone und einen kroatischen Janitscharen. Auch schon allein für die Erfindung einer solch ungewöhnlichen und buntgemischten Heldentruppe hätte der Autor mindestens zwei weitere Sterne verdient, womit die fünf schon erreicht wäre. Alle Charaktere haben ihre ganz persönliche Biographie und völlig eigene Beweggründe für ihr Handeln und wirken so völlig glaubwürdig. Durch die Umstände und gemeinsame Ziele werden sie zu einer Gemeinschaft zusammengeschmiedet.
Als Bonbon gibt es interessante Nebencharaktere, spannende Schauplätze (zum Beispiel eine sehr realistisch beschriebene Häftlingsgaleere), viel Action und ebensoviel Humor.
Wer den Anspruch, einen sauber recherchierten historischen Roman lesen zu wollen erst einemal aufgegeben hat, wer bereit ist, wenn es um den Umgang mit historischen Fakten geht, ein Auge (oder auch mal beide) zuzudrücken, wer ein wenig Sinn für Absurdität, Abstrusität und für das Makabre hat und sich einfach auf die Figuren und die Story einläßt, der wird mit einem höchst unterhaltsamen, kurzweiligen und ungewöhnlichen Lesevergnügen belohnt.


Die Original Dürer-Holzbibel von BILD
Die Original Dürer-Holzbibel von BILD
von Vinzenz Hamp
  Gebundene Ausgabe

21 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fantastisch ausgestattet!, 9. März 2007
Bibelausgaben gibt es bekanntlich wie Sand am Meer. Wem es nur um den Inhalt geht, der ist mit einer schmucklosen Taschenbibel natürlich ebensogut bedient wie mit einer opulenten Prachtbibel.

Aber wenn man sich schon eine Bibelausgabe für sein heimisches Regal kauft, dann kann sie ja auch ruhig was hermachen, so dachte ich mir. Als Kunstliebhaber liegt man hier mit einer Dürerbibel keinesfalls falsch, zumal Dürer ja viele bedeutende religiöse Kunstwerke geschaffen hat. Wenn dann noch Goldschnitt, ein hochwertiger Lederbuchtrücken mit Goldschrift und ein prachtvoller geschnitzter Holzeinband dazukommen, bleibt kaum mehr ein Wunsch offen. Freilich wurden die "Betenden Hände", die den vorderen Buchdeckel zieren, ähnlich wie Dürers "Hase" schon so oft reproduziert, daß sie fast schon zum Kitschartikel verkommen sind, aber dennoch verfehlen sie auch hier ihre Wirkung nicht.

Man hat sogar den Aufwand nicht gescheut, eine kompetente Einleitung zu Dürer, seiner Zeit und seinem Werk einzufügen. Ein zusätzlicher Bonus ist die Familienchronik, die dem Bibeltext vorangestellt ist. Dies erinnert an frühere Zeiten, als die Bibel im Haushalt noch mehr war als ein Buch unter vielen, sondern ein fester Bestandteil des täglichen Lebens, in dem Ereignisse wie Geburten, Taufen, Hochzeit etc. festgehalten wurden und dem man seine Kostbarkeit auch äußerlich ansehen konnte. Es ist schön, daß diese Tradition durch die Prachtausstattung dieser Bibel in gewisser Weise wiederbelebt wird.

Angesichts dieser aufwendig und liebevoll ausgestatteten Ausgabe ist der Preis wirklich unschlagbar. Diese Dürerbibel ist also in jedem Fall die Anschaffung wert, auch für Puristen, die auf all den "Schnickschnack" normalerweise verzichten könnten.


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