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5.0 von 5 Sternen
Zum Totlachen und Nachdenken!, 23. Juni 2011
Eine absurde Geschichte, gewürzt mit witzigen Dialogen und schrägen Einfällen, dazu noch eine Portion Selbstfindung.
So könnte man David Safiers neuesten Roman "Plötzlich Shakespeare" wohl beschreiben. Dabei steht dieser den Vorgängern "Mieses Karma" und "Jesus liebt mich" weder in Witz noch in Originalität nach.
Erst einmal zur Handlung:
Rosa leidet an gebrochenem Herzen, da ihre vermeintlich große Liebe Jan eine andere heiraten wird. In der Hoffnung, ihn wieder zurückzuerobern, lässt sie sich von einem Hypnotiseur in die Vergangenheit zurück versetzen und landet ausgerechnet im Körper von William Shakespeare. Blöd nur, dass etwas schiefgegangen ist und Rosa sich den Körper nun mit Shakespeare teilen muss, welcher nicht gerade erfreut über ihre Anwesenheit ist.
Rosa kann allerdings erst wieder in ihre Zeit zurückkehren, wenn sie herausgefunden hat, was die wahre Liebe ist, was sich als ziemlich schwierig herausstellt. Auf ihrer Suche muss Rosa zusammen mit Shakespeare einige Abenteuer überstehen und des Öfteren im letzten Moment ihren - oder seinen? - Kopf aus der Schlinge ziehen.
Schließlich erkennt sie, dass sie Shakespeare und somit ihre eigene Seele liebt und kehrt geläutert wieder in ihr eigenes Leben zurück.
Zugegeben, die Idee ist absolut schräg, aber das ist man ja von David Safier gewohnt. Und natürlich ist die historische Darstellung nicht ganz korrekt, aber das ist ja auch nicht das Ziel.
Am Anfang ist die Story etwas langwierig und fesselt den Leser nicht von der ersten Seite an, wie es bei mir z.B. bei "Mieses Karma" der Fall war. Aber als Rosa dann im Körper von Shakespeare steckt, der immer wieder seinen Senf zu allem dazugeben muss, war ich wirklich fasziniert und habe das Buch in einem durchgelesen. Die Dialoge sind sehr erheiternd, sodass die gerade Anwesenden sich doch manchmal gewundert haben, warum ich plötzlich laut loslachen musste.
Aber "Plötzlich Shakespeare" hat meiner Meinung nach noch viel mehr als nur einen hohen Unterhaltungsfaktor.
Denn auf ihrer Reise in der Vergangenheit muss Rosa feststellen, dass das Leben kurz ist und man jede Sekunde genießen soll. Außerdem kann man sich nur anderen öffnen und andere lieben, wenn man sich selbst liebt, was auch die "wahre Liebe" ist.
Mich hat der Roman auch ein wenig zum Nachdenken gebracht, v.a. als Shakespeare in Rosas Körper in der Gegenwart steckt und unsere heutige Welt mit ganz anderen Augen betrachtet. Denn eigentlich hat er Recht damit, dass die Menschen heute viel zu gestresst und farblos sind und die wirklich schönen Dinge im Leben nicht zu schätzen wissen.
Alles in allem also ein wirklich empfehlenswertes Buch!