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Rezensionen verfasst von
Dr. Klaus Veiter "klausveiter"
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12 Monkeys
12 Monkeys
DVD ~ Bruce Willis
Preis: EUR 7,99

14 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen 12 Monkeys, 16. April 2005
Rezension bezieht sich auf: 12 Monkeys (DVD)
Da haben wir auf der einen Seite Terry Gilliam; der einzige Amerikaner unter den nunmehrigen Ex - Pythons, ein Filmemacher, der sich weder um die Gunst der Massen, noch um geschriebenen und ungeschriebenen Gesetze des Films schert. Seine monströse Fantasie hat schon so überwältigenden Werke wie „Brazil" oder „Time Bandits" hervorgebracht, Filme die aber andererseits über keine dramaturgische Geschlossenheit verfügen.
Und ihm gegenüber steht David Peoples (in Kooperation mit seiner Frau); einer der besten Drehbuchschreiber, der - wenn er einmal etwas anpackt - dann meist Filme wie „Blade Runner" oder den Clint Eastwood Western „Unforgiven" (dt. Erbarmungslos) ermöglicht. Seine Geschichten (die obgenannten Interpretationen beweißen dies) sollten behutsam angefasst und dann träumerisch oder als langsam, aber regelmäßig tickendes Uhrwerk realisiert werden.
Also wirft man sich ins Getümmel (Gilliam wird zuerst angeworben) und versucht im gleichgeschalteten Hollywood - System 30 Millionen Dollar für eine Story zu bekommen, die wahrscheinlich jeden Studioboss in den zweiten Schlaganfall treiben würde. Peoples hat nämlich den preisgekrönten Chris Marker Kurzfilm „La Jetee" näher begutachtet und aus der verstörenden Bildfolge (das Original besteht nur aus Fotos) einen komplexen Endzeit - Öko - Science Fiction - Psychothriller herausgeschält:
Der Sträfling James Cole (Bruce Willis) wird aus der Zukunft zuerst ins falsche, dann aber in das richtige Jahr geschickt, um nach Spuren jenes Wahnsinnigen zu suchen, der 1996 einen absolut tödlichen Virus auf der Erdoberfläche freisetzte.
Als dann er mit einem durchsichtigen Plastikanzug bekleidet, ansonsten aber völlig nackt durch Philadelphia läuft und etwas vom Ende der Welt erzählt wird er natürlich sofort in die Nervenheilanstalt geschickt, wo er dann vielleicht den Urheber der Katastrophe (Brad Pitt) trifft, der mithilfe der „Twelve Monkeys" den Tieren zur Weltherrschaft verhilft...
„Twelve Monkeys" hätte bestimmt weniger skurril ausfallen können, doch wenn man einen Gilliam anwirbt, dann dürfen die Konsequenzen nicht stören. Der komplette Film ist mit überaus „schrägen" Kameraposition und skurrilen Ausstattungsmerkmalen wie dem „Videoball" (ansehen!) versehen, der Rhythmus gewohnt ungewöhnlich - hier gibt es kein „AnachB", selbst der Titel ist irreführend.
Ein Darsteller wie Bruce Willis sollte eine gewisse „Mainstream" Konsequenz herbeiführen, doch ist es vor allem er, der gegen den Strich agiert: In zerlumpten Kleidern, orientierungs- und identitätslos haben wir unseren John McClane noch nie gesehen. Sein Schauspiel ist hier bemüht, doch verfügt er (noch) nicht über die Bandbreite eines wirklichen Charakterdarstellers. Brad Pitt dürfe als hyperaktiver Irrer die Gemüter spalten - so ist doch die Oscarnominierung für diese Rolle angesichts der viel natürlicheren Leistung in „Fight Club" ungerechtfertigt. Und Madeleine Stowe als Psychologin ist so schön und unsymphatisch wie immer.
Die fantasievollen Sets, fernab von Hochglanzproduktionen und der „Monty Phyton" der zeitweise durchbricht heben sich aber wohltuend von der Norm ab. Doch verliert Gilliam in letzter Zeit seine einst unbeugsame Energie, was man vor allem im verhältnismäßig unmotivierten, wenn auch hocheffektiven Drogentrip „Fear And Loathing In Las Vegas" zu beobachten war. So sind auch die Bilder hier bei weitem nicht so eindringlich wie sie noch in „Brazil" waren. Der Film wirkt ziellos (der Regisseur verlor auch tatsächlich das Grundgerüst aus den Augen) und es mangelt ihm klar an Stringenz. Die fehlende Affinität des Regisseurs zum Drehbuch (normalerweise werden nur Drehbücher in Eigenregie verfilmt) hat zur Folge, dass der Film nicht das aus Peoples Vorlage herausholen kann was sie verdient. Und die hat es in sich. Die angemessene „Reflexion über unsere Wirklichkeit" (Gilliam) weiß durch einen gut geschmierten, spannenden Aufbau, die brillante Schilderung des Identitätsverlustes und natürlich durch den finalen (geklauten) Endclou lückenlos zu überzeugen...
Mit etwas mehr Zielstrebigkeit wäre dies einer der besten Science Fiction Beiträge geworden.
Versöhnlich bleibt aber zu sagen, dass sowohl Gilliams Visualisierung, als auch Peoples Drehbuch zwar nicht jedermanns Sache, aber ansonsten über jeden Zweifel erhaben sind. Der Ausgangspunkt „La Jetee" bleibt natürlich unerreicht.
PS: Auch wenn die Masse zu überladenen Bonusprogrammen tendiert, das „Making Of" auf dieser DVD macht jede „3 - Disc Extended Edition" überflüssig. Die Neuauflage des Film bietet nun auch endlich den englischen Originalton


Der Gejagte
Der Gejagte
DVD ~ Sissy Spacek
Wird angeboten von svalv
Preis: EUR 9,40

14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn Gefühle erfrieren..., 8. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Der Gejagte (DVD)
Paul Schrader nimmt im New - Hollywood der 70er eine Sonderstellung ein, so ist er neben Martin Scorsese, Robert Altman, Mike Nichols und einigen wenigen noch ein intakter Überlebender, während Mitstreiter wie William Friedkin (Exorzist, French Connection) bereits - zurecht - im Untergrund verschwunden sind, oder sich auf erbärmlichen Patriotismus beschränken.
Natürlich, Schrader hat das Drehbuch zu zwei der größten Filmen überhaupt geschrieben: „Taxi Driver" und „Wie ein wilder Stier", doch hatten für ihn alle diese Filme einen bitteren Nachgeschmack - Scorsese drehte sie. Seine „Regiekarriere" hatte zwar mit dem kommerziell erfolgreichen „American Gigolo" einen vielversprechenden Anfang, doch spätestens seit „Katzenmenschen" blieb der Großteil seiner Filme nur einem kleinen Publikum vorenthalten. Natürlich sind „Light Sleeper", oder der neuere „Auto Focus" bemerkenswert - Schraders Meisterwerk bleibt aber „Afflication" - dt. „Der Gejagte" von 1998.
Nick Nolte, inzwischen leider mehr durch Alkoholschwierigkeiten, als durch herausragende Leistungen bekannt, liefert hier die mit Abstand beste Leistung seiner Karriere, die ihm auch eine Oscarnominierung einbrachte. Neben Nolte sei noch James Coburn erwähnt (für diese Rolle mit dem Oscar ausgezeichnet), der sich hier mit der Darstellung des alten Monsters selbst übertrifft.
Wade Whitehouse (Nolte) ist Polizist in einem trostlosen Städtchen mitten in New Hampshire. Von seinem Job unterfordert, dank zweifelhafter Aktionen von seiner Tochter entfremdet und seine Frau an einen reichen Mann verloren, ist er dem Alkohol nicht abgeneigt. Nur zwischen der Kellnerin Margie (Sissy Spacek) und seinem Bruder (Willem Dafoe) gibt es eine Art Zuneigung.
"An manchen Tagen fühle ich mich wie ein geprügelter Hund. Aber irgendwann beiße ich zurück. Bisher habe ich nur geknurrt, aber nicht gebissen." - so lautet seine zutreffende Selbsteinschätzung.
Zusätzlich kommt noch der „alte" Whitehouse (Coburn) hinzu, ein frauenhassendes Relikt aus alten Tagen und aggressiver Säufer, der nach dem Tod von Wade's Mutter betreut werden muss.
Als der Industrielle Thrombley bei der Jagd tödlich verunglückt, glaubt Wade nicht an einen Unfall. Seine Verbissenheit führt ihn geradewegs in eine Katastrophe...
Von Selbstzerstörung, geplatzten Träumen und männlicher Gewalt handelt die Provinzstudie. Der Film ist eine einzige, unvergessliche Qualspirale die geradewegs in das vorbestimmte Ende einer typischen Tragödie führt. Dass väterliche Gewalt wie eine Erbkrankheit funktioniert zeigt dieser Film so gut wie nie zuvor.
Wade bringt seine Tochter zu einer Halloween - Party, seine Annäherungsversuche sind unbeholfen, das Gespräch stockt - so lange bis ihm das Mädchen ins Gesicht sagt, dass sie ihn gern habe, aber doch lieber nach Hause möchte. Und es bricht ihm das Herz. Er erfährt, dass sie die Mutter bereits angerufen hat, wird böse und fährt davon... Bereits dieser Anfang zeigt alles nötige auf. Denn Wade ist eine kaputte Person in einer kaputten Welt, in der alle Gefühle unter der Schneedecke New Hampshires vergraben liegen. Wenn die Saat des Bösen im Finale ausgemerzt wird, gibt es keine Erlösung - nur eine Flasche Whiskey und Willem Dafoes Stimme, welche die Tragik der Geschichte nochmals unterstreicht (überflüssig?)
Schraders Regie ist angenehm zurückhaltend, dass er nie in Hollywood - Gefühlsduselei verfallen würde ist ohnehin logisch, dass er die Stimmung von Russell Banks brillanten Roman aber so schnörkellos und intensiv einfangen würde, war auch nicht zu erwarten. Sein Film ist ein Meisterwerk - natürlich nur, wenn man die entsprechende Aufgeschlossenheit mitbringt.
DVD: Die Originaltonspur wird ebenfalls mitgeliefert, bei einer Low - Budget DVD wie dieser mehr als erfreulich. Trotz erwartungsgemäßen Mangel an Extras gibt es eine klare Kaufempfehlung!


Der amerikanische Freund
Der amerikanische Freund
DVD ~ Bruno Ganz
Preis: EUR 10,49

38 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen �Regisseure sind die größten Gauner�, 6. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Der amerikanische Freund (DVD)
- das meint der deutschstämmige Filmemacher Wim Wenders, bekannt für Werke wie „Der Himmel über Berlin", oder „Paris, Texas". In diesem frühen und zu seinen besten Filmen zählenden Werk nahm er sich den 3 Ripley von Patricia Highsmith vor - und verärgerte die gute Dame anfangs sehr.
Jeder anständige Literatur -, oder Filmfreund kennt ihn, den unmoralischen, aber überaus sympathischen Schurken, bereits dargestellt von Leinwandgrößen wie Alain Delon, John Malcovich; oder neulich vom aufstrebenden Matt Damon. Highsmith hat den geliebten Detektiven und Kommissaren nicht nur einen netten Gegenpol vor die Nase gesetzt, sie hat auch alle Gesetze der Kriminalliteratur pulverisiert. Ripley war klar ihre Lieblingsfigur - und da setzt ein junger deutscher Regisseur, den sie aus Mitleid die Rechte an ihrem damals neuestem Ripleyroman überlassen hatte einen (nach den Dreharbeiten zu „Apocalypse Now") vollkommen kaputten Dennis Hopper ein, der konfuse Sätze in ein Diktiergerät spricht und auf einem frisch verpackten Billardtisch desillusioniert die Bälle umherkullern lässt. Doch gerade diese Änderung bringt dem Film seine vollkommene Existenzberechtigung ein, er ist nicht bloß eine seelenlose Nachfilmerei des Romans, sondern ein eigenständiges, intensives Werk geworden, dass Herrn Wenders ein „First Class" - Ticket zu Francis Ford Coppola höchstpersönlich verschaffen sollte.
Weil er sich ihm gegenüber überaus unhöflich benommen hat, verwandelt Tom Ripley den todkranken Jonathan Zimmermann in einen Auftragskiller - denn mit dem hohen Honorar könnte dieser Frau und Kind nach seinem Ableben ein schönes Leben ermöglichen.
Anders als Highsmith, die sich mehr für die Wandlung vom Familienvater zum Mörder interessiert, steht bei Wenders klar die faszinierend ungewöhnliche Männerfreundschaft im Vordergrund - fantastisch illustriert von Dennis Hopper und Bruno Ganz. Die im Film etwas unglaubwürdigere Mutation zum Killer wird durch die reine Spielfreunde der komplett unterschiedlichen Schauspielmeister mühelos hinweggeblasen. Hopper ist zwar ein ganz anderer Ripley als Alain Delon in „Nur die Sonne war Zeuge", doch die Intensität der Darstellung vollbringt das Kunststück aus gegebenen Charakterstücken eine vollkommen neue, nicht minder interessante Figur herauszuschälen. Ganzs Portrait des todkranken Zimmermann bleibt nahe bei der Vorlage, ist aber kaum weniger herausragend.
„Der amerikanische Freund" ist durchweg dreckig und gemessen am Alter sehr schnell geschnitten. Hamburg, New York und Paris verschmelzen bei Wenders zu einer einzigen, riesigen, auswegslosen Stadt, in der die Baussubstanz einander gleicht. Seine ausgefeilte Farbdramaturgie bleibt im deutschen Kino der 70er unerreicht, ebenso die Schilderung des schrittweisen Identitätsverlustes.
Die DVD aus der „Wim Wenders Edition" von Kinowelt ist technisch (anamorphes Bild & 5.1 Ton) einwandfrei und bietet u.a. einen (etwas zähflüssigen) Audiokommentar von Dennis Hopper und Wenders selbst, ein ausführliches Interview (ca.25 min) und zahlreiche geschnittenen Szenen (kommentiert). Vorbildliche DVD!


The Untouchables - Die Unbestechlichen [Special Edition]
The Untouchables - Die Unbestechlichen [Special Edition]
DVD ~ Kevin Costner
Wird angeboten von audiovideostar_2
Preis: EUR 22,90

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kino in Reinkultur, 17. Januar 2005
Brain De Palma ist ein sowohl visueller, als auch dramaturgischer Meister, auch wenn von letzterem in letzter Zeit kaum noch etwas zu merken ist (siehe „Mission To Mars"). Er vermag aus jedem noch so klischeeüberladenen Drehbuch, wie es hier, aber auch in „Scarface", oder - wenn auch weit professioneller - „Carlito's Way" vorliegt zumindest ein ansprechendes Stück Film, manchmal gar in Meisterwerk zu formen.
Ein letzter Haufen von unbestechlichen Polizisten (Kevin Costner, Sean Connery, Robert De Niro) kämpft gegen den bösen Al Capone(Robert De Niro). Soweit so gut. Was De Palma aber aus dieser eigentlich komplett uninteressanten, weil bereits in allen erdenklichen Variationen vorgekommenen Thema macht verlangt großen Respekt. De Palma ignoriert den eindimensionalen Aufbau seiner Figuren komplett und fährt sofort mit allen erdenklichen Mitteln des Kinos an. Hier nach Stereotypen, oder platten Handlungsmustern zu suchen, wäre mit einem logischen Hinterfragen von diversen Handlungen in „Matrix" vergleichbar. Es ist schlicht und einfach egal.
Die elegante Optik passt perfekt zu der eleganten Kleidung der Akteure, die wuchtige Musik Ennio Morricones verleiht dem Film beinah eine weitere Dimension, lässt die Bilder über die Leinwand hinauswachsen. „The Untouchables" ist „larger than life". Der Held vollzieht seinen letzten Atemzug im genau richtigen Moment, die Tochter ist der obligatorische Engel den man sich unter dem Begriff auch vorstellt etc. Den perfekten Rhythmus der Bilder verdeutlicht der berühmte Schusswechsel am Bahnhof - fast komplett in Zeitlupe gedreht und exzellent choreografiert.
Was man dem Film schlussendlich ankreiden kann ist der eher blasse Kevin Costner, der neben Leinwandgrößen wie Sean Connery oder Robert De Niro (wieder einmal unglaublich gut) keine Sekunde bestehen kann. Ansonsten ist der Film genauso elegant wie die Armani - Anzüge.
Die „Special Edition" bietet einige Extras und eine insgesamt gute Bild & Ton - Qualität. Wer sich den Film auf Deutsch ansieht (nur Dolby Surround!) ist ohnehin selbst schuld.


Der Tod kennt keine Wiederkehr
Der Tod kennt keine Wiederkehr
DVD ~ Elliott Gould
Wird angeboten von cook29
Preis: EUR 22,97

29 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine der 180° Wendungen im 70er Kino, 16. September 2004
Rezension bezieht sich auf: Der Tod kennt keine Wiederkehr (DVD)
Wir erinnern uns alle an jene großartige Zeiten, als Hollywood angesichts des unglaublichen Erfolg solch neuartiger Ware wie „Easy Rider", „Bonnie & Clyde" etc. nicht mehr recht wusste auf welches Pferd man setzen musste. Die Studiobosse gaben sich erstaunt, dass eine (Anti)Kriegssatire wie „M.A.S.H." trotz lumpiger 300.000 Dollar seine Big - Budget Konkurrenz im Einspielergebnis hinter sich ließ. Und da gerade Robert Altman mit „M.A.S.H" seinen ersten Erfolg feierte, sollte man auch seine folgenden 70er Werke begutachten.
Einer dieser Filme heißt „The Long Goodbye" (dt. Der Tod kennt keine Wiederkehr), ein leider relativ unbekannter „Neo - Noir".
Mitten in der Nacht taucht ein „Freund" Marlowes bei ihm auf, meint er hätte Streit mit seiner Frau gehabt und müsse aus dem Land, da sie die Polizei gegen ihn aufgehetzt hätte. Marlowe geht darauf ein und bringt ihn über die Grenze nach Mexiko...
Am nächsten Tag klopft die Polizei an; der Freund soll seine Frau umgebracht und sich dann selbst getötet haben. Marlowe glaubt nicht daran und fängt an zu schnüffeln - freilich merkt er nicht das sein detektivischer Spürsinn bereits komplett verkümmert ist.
Wie bei Altman üblich spaltete auch dieses Werk die Kritiker in zwei Lager, was natürlich an Elliot Goulds Interpretation von Phillip Marlowe liegt. Dieser „Marlowe" ist nämlich ein unrasierter, kettenrauchender, nuschelnder Katzenliebhaber, dem die Welt gleichgültig ist; hauptsächlich deswegen weil ihn kaum ein Mitmensch zu beachten scheint.
Gould ist fantastisch, aber natürlich muss man sich auf ihn einlassen, denn die Figur scheint trotz Namensübereinstimmung kaum etwas mit dem alt bekannten „Bogart - Marlowe" zu tun haben. Als einer Frau brutal ins Gesicht geschlagen wird reagiert der "Gould - Marlowe" nur mit mäßigen Entsetzen und rührt sich nicht. Und das kontrovers diskutierte Ende wird den Zuschauer ohnehin schockieren. Denn Altmans melancholischer Verbrechenswelt gibt es niemanden mehr der den Gangstern heldenhaft die Stirn bietet.
Die Kameraarbeit tut ihr übriges um diesen Eindruck zu verstärken - dunkel sind die Bilder, Details oftmals nicht zu erkennen. Anders als beim ebenfalls düsteren Paten macht das Bild zusätzlich noch einen verwaschenen Eindruck.
Im Gegensatz zur Norm trägt der Protagonist eigentlich überhaupt nicht zur Lösung des Falles bei, der Knoten entwirrt sich ohne sein zutun - der Zufall meldet sich mehr als einmal zu Wort, aber die Endauflösung ist trotz der genannten Umstände komplex, der Film sollte - um alle Zusammenhänge lückenlos zu begreifen - zweimal angesehen werden.
Mit Robert Townes' „Chinatown" kann sich Leigh Brachets Drehbuchfassung eines bekannteren Chandler Romans nicht messen, aber wenn die einprägsame Melodie von „The Long Goodbye" in der Titelsequenz aus allen Radios und Lautsprechern auf der Welt zu dringen scheint, dann gelingen Altman einige der besten Szenen der „New Hollywood" - Ära.
PS: In einer Nebenrolle ist Sterling Hayden zu sehen.
Wer über die entsprechende Technik bzw. Englischkenntnisse verfügt, sollte sich die US - DVD einmal ansehen, denn sie verfügt im Gegensatz zur Europa - Version über interessante Extras.


Pulp Fiction
Pulp Fiction
DVD ~ John Travolta
Wird angeboten von Abakues
Preis: EUR 12,90

20 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein echter "Kultfilm", 18. Juni 2004
Rezension bezieht sich auf: Pulp Fiction (DVD)
Irgendein zweitklassiges Restaurant in Los Angeles; zwei recht komische Vögel sitzen an einem Tisch, es handelt sich um ein Gangster - Pärchen, wie aus der darauf folgenden Diskussion zu entnehmen ist, in der die „Spielbälle" von Banküberfällen per Handy, zum Verhalten jüdischer Geschäftsmänner bei Raub fliegt.
Ein erstaunliche Anfangssequenz die zusätzlich auch gleich die Besonderheiten des Films klassifiziert: ein unglaublicher Ideenreichtum gepaart mit ungewöhnlichen Erzählmethoden.
Wenn irgendjemand fragt (der den Film nicht kennt) was denn so besonders sei, so steht beinahe jeder am Klippenrand, denn beschreiben lässt sich der Film nicht so recht. Will man den Fragenden für den Streifen begeistern so stehen gleich am Anfang einige Faktoren im Weg: Es gibt keinen Anfang und kein Ende, die Situationen sind absurd, der Aufbau abstrus und gelabert wird über alles mögliche - nur nicht über die Story (gibt es die überhaupt?). Stellvertretend wirkt bereits die „Anfangsdefinition" des Wortes „pulp" (moralisch anstößig)
Bei „Pulp Fiction" handelt es sich vielleicht um einen Episodenfilm, vielleicht um eine Gangsterfilmparodie, vielleicht auch um den größten Schund aller Zeiten. Fest steht, dass sich (fast) jeder für die Sache begeistern kann.
Einerseits ist der Film der Gewalt keineswegs abgeneigt, kann ihr aber auch die humoristische Seite abgewinnen, Struktur/Einstellungen sind neuartig und waren bestimmt so faszinierend wie die ungewöhnlichen Montagen, irritierenden Zooms etc. in „Easy Rider", die Musik ist perfekt gewählt.
Und schon wären wir beim „Kultfilm" angelangt (der „Pulp Fiction" zweifellos ist). Der Begriff umfasst so unterschiedliche Werke wie „Easy Rider", „Die Reifeprüfung", oder düster, philosophische Endzeit Momentaufnahmen wie „Blade Runner".
Von Samuel L. Jacksons & John Travoltas brutalem „Kofferrückholauftrag", zu Pumkin & Honeybonnies Restaurantsequenzen, von Bruce Willis & Ving Rahmes „Kelleralbtraum", zu Uma Thurmans Drogentrip... normal läuft hier gar nicht ab, die Ideen sind angenehm frisch, aber auch gleichzeitig angenehm verrückt. Jeder einzelne Hauptcharakter wäre einen Film wert, speziell die Leistungen Jackons, Travoltas, Thurmans, oder Keitels sind erwähnenswert. „Cool" muss nach diesem Film neu definiert werden - die erinnerungswürdigen Sequenzen sind alle paar Minuten zu bestaunen, die Dialoge clever, die Handlungskreuzungen famous. Der Drehbuch - Oscar ist verdient, und alle anderen Lobeshymnen (in meinen Augen auch).
Die vorliegende DVD ist für Freunde des Films kaum geeignet, da sich die deutschen Untertitel bei der Originalfassung nicht ausblenden lassen, was mit den Lizenzrechten zusammenhängt. Das Ansehen kann deshalb oft zur Qual werden. Schade, schade. Ich persönlich (sofern die Abspielmöglichkeit gegeben ist) würde die USA - Special Edition empfehlen, die auch mehr Bonusmaterial enthält.
Der Film ist selbst in der furchtbaren deutschen Synchronisation ein Gewinn und trotz allem ist die DVD liebevoll aufbereitet und bietet so manch interessantes Extra.


Angel Heart
Angel Heart
DVD ~ Mickey Rourke
Preis: EUR 10,25

11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Perfektes Gewand für einen bedeutungsschwachen Aufguss, 10. Februar 2004
Rezension bezieht sich auf: Angel Heart (DVD)
Mickey Rourke spielt den schmierigen Privatdetektiv Harry Angel, der in den fünfziger Jahren zwar von der zwielichtigen Moral seiner Kunden lebt, inzwischen aber auf finanziell dünnem Eis steht. Er wird von einem wohlhabenden Klienten (Robert De Niro) einer New Yorker Anwaltsfirma beauftragt, die Suche nach einem ehemaligen Schnulzensängeraufzunehmen. Die Spur von Johnny Favourite verlor sich in den Wirren des Krieges.
Die von Leichen gepflasterte Suche führt vom kalten New Yorks ins heiße New Orleans...
Schauspielerisch lässt der Film vor allem Mickey Rourke gut dastehen, der mit der betont schmierigen Abwandlung des „Marlowe" - Stils den Gipfel seiner Schauspielerei erreicht. Robert De Niros hintergründige Interpretation des Teufels ist glücklicherweise von starker Überstilisierung verschont. Ob sein listig grüblerische Gesichtsausdruck auf den Regieanweisungen von Parker beruht, ist zu bezweifeln.
In einer weiteren Rolle ist noch die junge Lisa Bonet zu sehen, die aber nur heißes Beiwerk darstellt.
Was Angel Heart wirklich vor der Konkurrenz brillieren lässt - und das leblose Drehbuch auf jeden Fall ausgleicht - ist Machart des Streifens. Parker holt den „Film Noir" im ersten Drittel so gekonnt aus der Vergangenheit zurück und bereichert ihn dabei um einen neuartig kühle Präsentation. Die Szenen, in welchen Angel im verschneiten Poughkeepse herumschnüffelt, gehören zu den besten, die man je in diesem Genre gesehen hat. Hinzu kommt noch die Darbietung von Angels Visionen, die allesamt sehr stimmungsvoll geraten sind.
Dann lässt der Regisseur den Film kippen und schafft eine blutrünstig angeheizte Stimmung. Man darf dem Protagonisten angespannt beiwohnen, wie er sich immer weiter in ein Netz aus tödlichen Voodoopraktiken verstrickt, aus dem es kein Entrinnen zu geben scheint. Dass dieser „Stilwechsel" durch das viele Blut - das er im Übrigen gar nicht nötig gehabt hätte - allzu reißerisch wirkt und man es ab hier nicht mehr mit mit einem echten „Noir" zu tun hat, ist angesichts der geschickt eingefädelten Verlegung des „Faust" - Themas in die amerikanischen Südstaaten aber vernachlässigbar.
Im ganzen Film, lässt die Sammlung an bemerkenswerten Details - für einen „Film - Noir" auch obligatorisch - das Herz angenehm höher schlagen. Auch die Ära, in welcher der Film spielt, wird passabel eingefangen. Die (teils) überwältigenden Bilder werden von Trevor Jones` - hauptsächlich durch herausstechende Saxophonsolos und sphärische Klänge getragenem - Score mit bemerkenswerter Passgenauigkeit untermalt.
Letzendlich ist „Angel Heart" zwar ein Vorzeigewerk der perfekten Inszinierung, jedoch als Studie über Religion und Glauben kaum geeignet.
Der Silberling enthält den Film UNGESCHNITTEN, mit angenehm scharfen Bild und gut abgemischten, dynamischen Ton (Original Dolby Surround in Deutsch und Englisch), jedoch ist das einzig wirklich erwähnenswerte Extra nur der Audiokommentar von Alan Parker. Der Rest des, auf den ersten Blick, erstaunlich reichhaltigen Bonusmaterials ist entweder reine Werbung, oder zu kurz um wirklich interessante Informationen zu bieten.


Der Obrist und die Tänzerin
Der Obrist und die Tänzerin
DVD ~ Javier Bardem
Preis: EUR 9,52

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Jeder ist mit uns!", 26. Januar 2004
Rezension bezieht sich auf: Der Obrist und die Tänzerin (DVD)
John Malcovich ist im gegenwärtigen amerikanischen Kino eine eigenartige Persönlichkeit, obwohl man auch seine Vorliebe für Theaterausflüge beachten muss, bevor man über schlichtweg dämliche "Con Air" - Abcashaktionen ein Wort verliert. Malcovich ist insofern "anders", weil er den wohl "europäischsten" Star darstellt. Und hier in diesem Film, der gleichzeitig sein Regiedebüt im Spielfilm markiert, kann man durchaus gewisse Blicke in Richtung Europa entdecken. "The Dancer Upstairs" (dt. Der Obrist und die Tänzerin) ist ein Politthriller, ein solcher wie ihn schon Constantin Costa - Cravas, oder Francesco Rosi inzinierten. Und doch ist der besprochende Film etwas "anderes". Denn gewissermaßen stellt er Cravas` Ansatz sogar auf den Kopf.
Lateinamerika - die jüngste Vergangenheit
Eine Reihe brutaler Terroranschläge erschüttern das Land. Drahtzieher derselben ist ein gewisser "Ezequiel", ein Unbekannter der am Tatort nur kurze "Slogans" hinterlässt, keine Forderungen preisgibt, den solche könnten falsch verstanden werden.
Augustin Rejas (Javier Bardem) hat seine vielversprechende Anwaltskarriere aufgegeben. Der Mann hat es nie vertragen, dass vor Gericht nicht immer die Wahrheit zählt. Nun ist er Polizeibeamter, der Staat ist mit dem Gehalt im Rückstand, mit seiner Frau führt er nur oberflächliche Gespräche.
Rejas erhält den Auftrag diesen "Ezequiel" aufzuspüren, was sich als durchaus schwierig entpuppt. Der Druck von "oben" wird immer grösser. Als ein weiteres Regierungsmitglied getötet wird, lässt der Präsident das Kriegsrecht ausrufen.
Inmitten dieser schwierigen Zeit verliebt sich Rejas in Yolanda (Laura Morante), die Ballettlehrerin seiner Tochter. Die intensiven Gespräche mit ihr geben ihm Kraft fortzufahren mit dem ausweglosen Kampf...
Um auf die anfänglichen Sätze zurückzukommen: Selbstverständlich "The Dancer Upstairs" ist ganz klar handlungstechnisch mit europäischen Politthrillern verbunden, beispielsweise die von Costa - Cravas, der ja oft zwischenmenschlicher Gefühle benutzt, um Politisches zu vermitteln. Doch eine politische Aufklärung mit dramaturgischen Mitteln kommt in Malcovichs Film nicht zum Zuge. Er stellt den Ansatz quasi auf den Kopf.
Obwohl nur spanische, oder europäische Darsteller vorkommen fühlt sich der Film zunächst deutlich amerikanisch an. Ein hervorragender Javier Bardem (bekannt aus "Live Flesh") hat den Film absolut in der Hand. Neben der perfekten Darstellung eines älteren Menschen (Rejas ist mindestens 10 Jahre älter als der Darsteller selbst) vermag es Bardem auch Sensiblität makellos aus dem Charakter herauszuarbeiten. Dank guter Nebendarsteller und glaubwürdigen Charakteren (einzig Rejas Frau wirkt etwas überzeichnet), sowie einem gut aufgebautem Drehbuch kann sich der Film mit dem Begriff "perfektes Spannungskino" rühmen, ohne dabei aber nicht weiter zu gehen.
Bereits der Prolog der über das Wort "Zeit" philosophiert, um kurz darauf einen Panormablick auf die lateinamerikanische Berglandschaft zu zeigen, bleibt in Erinnerung. Ebenso die klare, dabei aber auch sehr weitreichende Aussage des Terroristen nach der Verhaftung: "Jeder ist mit uns!". Denn in der Revolution wird gar nicht mehr nachgedacht, worum es denn geht. Ein Lastwagenfahrer im Film zitiert gewissermaßen John Malcovich mit der Aussage: "Das ist keine Weltrevolition, dass ist ein F*** - Marathon." In nur wenigen Sätzen bringt der Film so vieles auf den Punkt, dass er oftmals gar nicht erfasst werden kann.
Eine gute Idee ist auch die Verwendung von spanisch - sprachigen Schauspielern, die nur gebrochen Englisch sprechen, da somit die Geschichte Lateinamerikas bereits in jedem gesprochenen Wort thematisiert wird. Der Film beruht auf wahren Begebenheiten, hält sich aber nicht an die Fakten.
Die harten Schussszenen geraten in diesem kleinen Meisterstück glücklicherweise auch nicht zum Selbstzweck, sodass man uneingeschränkt die Höchstbewertung geben darf.
Bis auf kleine Fehler beim Bildtransfer ist die DVD qualitativ in Ordnung, auch wenn der 5.1 Surround Sound (Deutsch & Englisch) klarerweise nur eingeschränkte Dynamik bieten kann. Untertitel sind ausblendbar, Bonusmaterial mit Trailer, 2 Interviews von je 10 Minuten, Aufnahmen von der Weltpremiere, sowie einem kurzen Blick hinter die Kulissen ebenfalls reichhaltig vorhanden.
KAUFEMPFEHLUNG!


Heat
Heat
DVD ~ Al Pacino
Wird angeboten von Music-Shop
Preis: EUR 17,88

5.0 von 5 Sternen Psychologische Studie, im Vordergrund ein Großstadtwestern, 22. Februar 2003
Rezension bezieht sich auf: Heat (DVD)
... Du darfst dich nie an etwas halten, was du nicht problemlos in 30 Sekunden wieder loswerden kannst, wenn dir der Boden zu heiß wird."
Heat charkterisiert sich selbst als das, was es zweifelsohne ist: Hitze. Die Hitze der Explosionen, der Gewalt und die des heißen Atems des Verfolgers im Nacken. Allgegenwärtig, immer nur darauf aus dich zu erwischen.
"Ich brauch das Adrienalin, so bleib ich wach. Ständig voll drauf, so wie ich sein muss!" - Das sagt Vincent Hanna, ein fanatischer Polizist über sich selbst.
"Ich habe noch eine wichtige Sache zu erledigen, nur eine einzige Sache." - Das wiederum sagt Neil McCauly, ein Profigangster zu seiner Liebe.
Beide sind getrieben vom Verbrechen, von ihrem "Job". Und beide lassen sich durch nichts aufhalten.
Was dann vorhersehbar (und nebenbei auch einen spannenden Filmstoff darstellt) ist, ist die Tatsache, dass die beiden im Großstadtdschungel von L.A. ordentlich aneinanderprallen.
"Heat" verdeutlicht in seinen 170 Minuten, durch ganz schöne Dialoge, Bildgestaltungen und Schauspieler unterstützt, dass sich Recht und Unrecht, also die beiden Seiten des Gesetzes durchaus ähnlich sind. "Besessen von Verbrechen, getrennt durch das Gesetz", besagt der Werbetext auf dem DVD- Cover.
Al Pacino spielt den Polizisten, Robert De Niro mimt den Gauner (was soll man noch sagen?). Und derjenige, der Thomas Harris (Roter Drache) bereits 1986 verfilmte, führte Regie. Michael Mann lässt in seinem wohl größten Film keine Verfälschungen durch Produzenten zu, hat er sich doch dazu entschlossen selbst zu produzieren.
Visuell eher wenig schrill und sehr ruhig von Dante Spinotti gefilmt, besitzt der Film aber doch wohl eines der besten Feuergefechte, die man seit langem im Kino gesehen hat. In fast 20 Minuten wird eine Innenstadt zerstört.... Aber ich will ja nicht zu viel verraten.
Auch die anderen Actionszenen wirken durchaus glaubhaft, Schlägereien hinterlassen Spuren auf Gesichtern, auch wenn manchmal eine kleine Logikschranke ignoriert wird. Sieht man sich aber andere Actionthriller an, so kann man das durchaus verzeihen.
Auch musikalisch zeigt sich der Streifen zweifelsohne vom Besten. Bei den „Dingerln" die von den Gaunern gedreht werden, trägt die Musik wirklich wesentlich zur Spannung bei.
„Heat" ist zweifelsfrei ein guter Film, doch hier muss auch gesagt werden, dass ihm manchmal der „Pepp" fehlt, manche Szenen für den Zuschauer beinahe sinnlos sind und sich die Langweile breit macht. Da ich Michael Manns Filme recht gern habe und ein großer De Niro Fan bin gefällt mir der Film sehr gut.
Der Silberling, ja der wird dem Film nicht gerade gerecht. Er kommt in der Karton - extra biegsam Verpackung daher und auch sonst demonstriert Warner wie man drei Fotos für ein Menü aufbereitet, um dieses dann stolz als „interaktiv" bezeichnen zu können (wohl eher „antiaktiv".
Bonusmaterial gibt es nur als „Hidden Features", nämlich in den Warner Studios. Allerdings muss man der DVD zu gute halten, dass die Geräuschkulisse wirklich gelungen ist. Mit dem Bild dürfte wohl jeder zufrieden sein, auch wenn manchmal Zeilenflimmern auftritt.
Den Kauf der DVD rechtfertigt nur die Tatsache, dass man ihn so auf Englisch sehen kann.


Wie ein wilder Stier (Special Edition, 2 DVDs)
Wie ein wilder Stier (Special Edition, 2 DVDs)
DVD ~ Robert De Niro
Wird angeboten von brandsseller
Preis: EUR 14,99

7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verstörendes und handwerklich faszinierendes Boxerdrama, 20. Februar 2003
Widmete sich Martin Scorsese in "Taxi Driver" einem auseinanderbrechenden Einzelgänger, in "Hexenkessel- Mean Streets" zwei Freunden, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten; so konzentriert er sich in "Wie ein wilder Stier" auf den Boxer Jake La Motta.
Storytechnisch sind durchaus Verbindungen mit anderen Werken Scorseses zu erkennen. Dies sticht besonders durch den Aufbau seiner Hauptcharaktere hervor; in "Taxi Driver" stellt die Figur des Travis Bickle einen Aussenseiter dar, der an der Umwelt langsam zugrunde geht und sich nur mehr durch Gewalt zu helfen weiß. Ähnliches gilt für den Schläger Johnny in "Mean Streets". Diese Figur besitzt ein ebenso selbstzerstörerisch dominiertes Bild wie Jake La Motta, der seine Brutalität auch außerhalb der Boxarena nicht kontrollieren kann. Alle genannten Charaktere werden von Robert De Niro verkörpert, der hier zweifellos die Rolle seines Lebens verkörpert.
Für die Dreharbeiten an "Wie ein wilder Stier" trainierte er wochenlang mit La Motta persönlich, studierte dessen Mimik, Sprache und Fortbewegungsart genau, was für seine atemberaubende Darstellung Grundsteine lieferte.
Die Boxszenen demonstieren die handwerkliche Vollkommenheit des Streifens. Rauch wird in die Sets gepumpt um Unwirklichkeit, Tiefe und Surrealismus in die Schwarz- Weiß Bilder zu tauchen. Schläge donnern auf Köpfe ein, der Ton wird durch schwache Bassgeräusche ersetzt um Agression, Kampflust zu symbolisieren.
Scorsese hat hier wirklich ein visuelles Glanzstück abgeliefert, die hervorragende Kameraarbeit, die Schnittkunste (die den zweiten Oscar bescherten), sowie die kongeniale Musik: alles passt perfekt zusammen.
Das Problem des Films besteht darin, dass er das Leben einer Person zeigt, mit der man nicht einmal "angemalt sein will". Jake La Motta ist ein Ekel, eine grausame Figur. Viele Filmkritiken meinen, dass der Film "nur dazu gut sei, seinen Betrachter zu verstören". Scorsese selbst wollt zum damaligen Zeitpunkt auch mit dem Filmemachen aufhören, es war im egal ob der Streifen etwas einspielen würde. Aber gleichermaßen liegt hier der gewisse "Reiz" von "Wie ein wilder Stier".
Der Film war ein visuelles Glanzstück, eine phsychologische Studie und wird immer ein Meisterwerk bleiben.


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