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Rezensionen verfasst von
Nick Harris

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Legends
Legends
Wird angeboten von forever_rock-de
Preis: EUR 12,90

5.0 von 5 Sternen Überraschend erfrischendes Powermetal-Debüt!, 25. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Legends (Audio CD)
Es ist ja wirklich nicht leicht, heutzutage im regelrecht überrannten Powermetal-Sektor noch für große Überraschungen zu sorgen; den Österreichern von Dragony ist dies mit ihrem Debütalbum "Legends" allerdings gelungen!

Zwar gilt Österreich ja nicht gerade als Heimatland des europäischen Powermetal, dank Bands wie Serenity oder Edenbridge gab es aber immer wieder starke Truppen aus dem Alpenland, die auch international für Aufsehen sorgen konnten. Ganz an die Klasse dieser etablierten Acts kommen die sechs Jungs aus Wien mit ihrem Erstling zwar noch nicht ran, aber das zunächst in Eigenproduktion entstandene und schließlich beim deutschen Label Limb Music veröffentlichte Debüt "Legends" macht definitiv viele Sachen richtig: Eingängige Hooks, große Refrains, viel Doublebass und Melodie, und alles eingebettet in eine Fantasy-Thematik - das sind die klassischen Powermetal-Trademarks, und man findet sie bei Dragony alle vor.

Man merkt dabei aber immer, dass die Jungs ihr Genre auch mit der nötigen Portion Selbstironie betrachten können, was aber der Spielfreude keinen Abbruch tut. Songs wie der von Primal Fear-Sänger Ralf Scheepers veredelte Opener "Burning Skies", das epische "The Longest Night" oder das hymnische "Alcador" wissen allesamt sehr gut zu gefallen, und Ausfälle müssen die Jungs auch keinen verzeichnen - alles in allem ein richtig starkes Erstlingswerk, und sicher einer DER Überraschungshits des Jahres 2012.

Freunde von Bands wie Freedom Call, Edguy oder Hammerfall können hier bedenkenlos zugreifen - es wird spannend sein zu sehen, wie sich diese Band weiterentwickelt.


War Of Ages (Limited Digipack inkl. 2 Bonustracks)
War Of Ages (Limited Digipack inkl. 2 Bonustracks)
Preis: EUR 21,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Melodic Metal - Hochkultur!, 25. März 2013
Die Symphonic Melodic Metaller von SERENITY aus (ursprünglich) dem schönen Tirol in Österreich gehören dank drei erstklassigen Releases mittlerweile zu den fixen Größen der europäischen Metal-Landschaft. Umso interessanter ist es dann natürlich für den geneigten Fan, wenn die Herrschaften ein neues Album an den Start bringen. Mit "War Of Ages" liegt nun das vierte Full-Length-Album vor, und es hat sich einiges getan im Hause SERENITY: Gründungsmitglied Mario Hirzinger (Keyboards) hat die Band auf Grund anderer Verpflichtungen verlassen müssen, und mit Clémentine Delauney (ex-WHYZDOM) aus Frankreich hat man mittlerweile auch eine permanente Lead-Sängerin mit an Bord, die neben Bassist Fabio D'Amore (IT) den Internationalitäts-Faktor der Band noch einmal anhebt.

Bei all den Veränderungen und personellen Umstrukturierungen stellt sich dann naturgemäß die Frage: Können SERENITY auch mit "War Of Ages" den selbst gesetzten hohen Standard weiterhin halten?

Nun, Fans können beruhigt sein: SERENITY sind noch immer SERENITY, wenngleich "War Of Ages" im Direktvergleich zu seinen Vorgängern doch ein paar deutliche Änderungen aufzuweisen hat.

Zunächst fällt - neben dem weiblichen Neuzugang - die erneut glasklare und sehr transparente Produktion auf, die diesmal ausgewogener ist als auf dem fast etwas übersteuernden "Death & Legacy" - insbesondere die Vocals von Sänger Georg Neuhauser kommen sehr gut zur Geltung. Auf einen zweiten Blick stellt man dann (fast ein wenig überraschend) fest, dass der Bombast-Anteil gegenüber dem Vorgänger doch deutlich zurückgeschraubt wurde; stattdessen ist man im "War Of Ages" um prägnante Hooks und - für SERENITY-Verhältnisse - einigermaßen geradlinige Strukturen bemüht. Das darf aber nicht missverstanden werden: Das gebotene Material ist musikalisch immer noch allererste Güteklasse, und lässt so manches Output von etablierten Genregrößen recht alt aussehen. Mit "Wings Of Madness" hat man wohl die eingängigste Nummer im gesamten bisherigen Backkatalog am Start, und eröffnet das Album auch gleich fulminant. Bei "The Art Of War" erinnern SERENITY speziell im Verse mehr denn je an die großen Vorbilder KAMELOT, und "Shining Oasis" zieht deutliche Parallelen zu "Youngest Of Widows" von "Death & Legacy", und bei "Age Of Glory" hat Neo-Sängerin Clémentine im Mittelteil ihren ersten starken Auftritt.

Auch im Balladensektor gibt es wieder neues Futter, doch ob "For Freedom's Sake" das in der Livesituation so beliebte "Fairytales" wird ablösen können, bleibt abzuwarten. Origineller und spritziger wirken dagegen das sehr an SONATA ARCTICA gemahnende "Matricide" und auch "Legacy Of Tudors", das mit barockem Gesangsintro Akzente setzen kann. Ein spätes melodisches Highlight stellt für mich auch noch "Tannenberg" da, eine der wohl zwingendsten Nummern des gesamten Albums.

Fazit: Auch auf "War Of Ages" haben SERENITY keinerlei Ausfälle zu verzeichnen und legen ein homogenes und in sich stimmiges Album vor, das den hohen Ansprüchen der Vorgänger absolut gerecht wird. Der reduzierte Bombast-Faktor wirkt sich äußerst positiv auf den Gesamteindruck aus, denn zu keinem Zeitpunkt wirkt "War Of Ages" überladen, was bei "Death & Legacy" schon gelegentlich zu passieren drohte. Für mich persönlich bleibt zwar trotzdem der Zweitling "Fallen Sanctuary" das Referenzwerk von SERENITY, aber "War Of Ages" ist auf Lange Sicht jedenfalls ein heißer Kandidat dafür, diesen Platz einmal einzunehmen. Fans von melodischem Metal müssen hier zugreifen. Eines der Top-Alben 2013!


Death&Legacy (Ltd. Digipak)
Death&Legacy (Ltd. Digipak)
Preis: EUR 17,62

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Serenity brechen auf zu neuen Horizonten! - www.stormbringer.at, 26. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Death&Legacy (Ltd. Digipak) (Audio CD)
"Die Geschichte lehrt die Menschen, dass die Geschichte die Menschen nichts lehrt" - so sprach einst Freiheitskämpfer Mahatma Gandhi; und die Geschichte soll es auch sein, die uns heute beschäftigt. Ob sie uns allerdings in diesem Fall etwas lehren kann, und was jeder für sich selbst aus dieser Geschichtsstunde mitnimmt - nun, das bleibt jedem selbst überlassen.

Denn heute liegt bei uns das neueste Machwerk der Tiroler Symphonic Metal-Institution von SERENITY auf dem Plattenteller, und will natürlich genauer unter die Lupe genommen werden: "Death & Legacy" heißt der Drittling, und hat sich ganz den Geschichten jener Persönlichkeiten verschrieben, die selbst Geschichte geschrieben haben. Sir Francis Drake darf hier etwa gleich den Anfang massen, wenn er mit der eröffnenden Bombastgranate "New Horizons" zu neuen Horizonten aufbricht; Liebes- und Lebenskünstler Giacomo Casanova wird in der ersten Singleauskopplung "The Chevalier" unter prominenter Beteiligung von SIRENIA-Frontengelchen Ailyn porträtiert, und "The Youngest Of Widows" erzählt von den letzten Stunden der Maria Stuart I. von Schottland.

Dies sind aber nur einige der historischen Namen, die auf "Death & Legacy" von SERENITY auch musikalisch ein Denkmal gesetzt bekommen; ebenso interessant wie jene der Altvorderen ist allerdings auch die zeitgenössische Prominenz, die sich auf dem neuen Silberling der Tiroler tummelt: So veredeln neben der bereits erwähnten Aylin auch noch Charlotte Wessels von DELAIN (im Song "Serenade Of Flames", der sich mit mittelalterlichen Hexenprozessen beschäftigt), sowie die großartige Amanda Somerville (AVANTASIA, KISKE/SOMERVILLE u.a.), die mit ihrem Goldkehlchen eine weitere Nummer ziert, die sich dem Schicksal von Sir Francis Drake und König Elizabeth I. widmet, nämlich "Changing Fate". Und es sind auch gerade diese Nummern unter weiblicher Beteiligung, die mit Sicherheit die Highlights des aktuellen Albums von SERENITY darstellen. Abgerundet wird das Gesamtbild noch durch zahlreiche Interludien und in verschiedenen Sprachen gesprochenen Textpassagen, die das ohnehin schon unheimlich dichte Album noch ein wenig atmosphärischer gestalten.

Dabei geben sich SERENITY in ihren Arrangements anno 2011 noch bombastischer und ausgefeilter als jemals zuvor, setzen aber insbesondere mit den ruhigeren, melancholischeren Nummern, zu denen mit Sicherheit jene unter Gastbeteiligung gehören, genügend frische Akzente, um erneut ein abwechslungsreiches Symphonic Metal-Album vorzulegen, das hierzulande Seinesgleichen sucht. Im Gegensatz zum Vorgänger "Fallen Sanctuary" geht man vielleicht sogar noch einen Tick bombastischer und orchestraler zu Werke, allerdings fügen sich die opulenten Orchesterpassagen diesmal auch noch besser in das Gesamtbild der einzelnen Songs ein; und egal ob man das düstere "Serenade Of Flames", das orientalisch angehauchte "Beyond Desert Sands" oder das heftige "When Canvas Starts To Burn" hört - stets ergeben Song und Arrangement ein sehr homogenes Ganzes, das nie beliebig oder erzwungen erscheint, und beredtes Zeugnis über die gereiften Songwriting-Fähigkeiten der Band ablegt. Erfreulich auch, dass diesmal Gitarrist Thomas Buchberger noch mehr mit seinen Solo-Fertigkeiten brillieren kann als bisher, und auch Fronter Georg Neuhauser liefert seine wohl bis dato stärkste Gesangsleistung ab. Zu kritisieren gibt's auch diesmal wirklich herzlich wenig im Hause SERENITY, allenfalls könnte argumentiert werden, dass die Arrangements teilweise schon zu bombastisch und sperrig ausgefallen sind, und so den Hörer anfangs fast etwas überfordern, und dass hin und wieder das Tyrolean English in der Aussprache für den einen oder anderen Schmunzler sorgt; aber das ist freilich Kritik auf allerhöchstem Niveau, die die eigentliche Qualität des Albums eher noch unterstreicht denn unterminiert.

Ob nun SERENITY mit "Death & Legacy" ebenso in die Geschichte (zumindest des Metal) eingehen werden wie es dereinst die lyrischen Vorbilder dieses Albums taten, das wird nur die Zeit selbst zeigen können - zu wünschen wäre es den Jungs aus Tirol allemal. Und auch wenn das neue Album auf Grund der teilweise doch sehr anspruchsvollen und sperrigen Songstrukturen und der schieren Bombast-Keule, die hier beinahe konstant geschwungen wird, sicher mehrere Durchläufe benötigt, um sich letztlich im Gehörgang festzukrallen, so haben SERENITY mit ihrem bislang wohl ambitioniertesten Werk ihr (vorläufiges) Opus Magnum vorgelegt, mit dem es ihnen definitiv möglich sein sollte, auch international für noch mehr Aufsehen zu sorgen, als sie das schon bisher taten.

Insofern... auf zu neuen Horizonten!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 2, 2014 11:08 AM CET


Götterblut
Götterblut
von Gundula Broesigke
  Taschenbuch
Preis: EUR 23,30

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Buntes Fantasy-Potpourri im griechischen Olymp - und jenseits davon!, 12. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Götterblut (Taschenbuch)
Der jungen österreichischen Schriftstellerin Gundula Broesigke ist mit dem ersten Teil ihrer "Götterblut"-Saga ein toller Wurf gelungen: Bereits im Teenager-Alter begonnen, wurde der Geschichte erster Teil schließlich vor einiger Zeit vervollständigt und auch veröffentlicht, und erfreut sich seither eines kleinen, aber umso feineren Fankreises, der aber - geht es nach diesem Rezensenten - bald an Größe zunehmen wird!

Erzählt wird die Geschichte von drei Schwestern göttlicher Abstammung, die auf Grund ebendieser in die Wirren und Machtkämpfe der griechischen Gottheiten des Olymp hineingezogen werden, und alle drei auf unterschiedliche Art und Weise mit ihrem Schicksal umzugehen lernen. Dass dabei Götter wie Zeus, Ares und natürlich Apollon zum (mehr oder minder) fröhlichen Stelldichein antreten, ist selbstredend klar; doch endet die Geschichte damit nicht - vielmehr beginnt sie dann erst richtig, als auch noch übermächtige Drachenwesen in die Handlung eingreifen, und ihrerseits zur konfliktträchtigen "guerra divina" beitragen!

In klarer, direkter Sprache erzählt ist "Götterblut" so ein farbenreiches, originelles Fantasy-Gemisch geworden, das, durchsetzt mit Elementen der antiken griechischen Mythologie einerseits, und vielen klassischen Fantasy-Elementen andererseits, für Genre-Fans einen unkonventionellen Leckerbissen darstellen sollte und auch angesichts der derzeit nahenden Weihnachts-Saison definitiv als Päckchen für die Christbaum-Unterlage angedacht werden sollte! Geheimtipp!!


Déjà Vu - Wettlauf gegen die Zeit
Déjà Vu - Wettlauf gegen die Zeit
DVD ~ Denzel Washington
Wird angeboten von cvcler
Preis: EUR 6,97

10 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schon gesehen? Wenn nicht, kein Verlust..., 8. März 2009
Rezension bezieht sich auf: Déjà Vu - Wettlauf gegen die Zeit (DVD)
**** ACHTUNG - DIESE REZENSION ENTHÄLT SPOILER!!! ****

So, nach diesem hübschen Disclaimer darf ich nun offiziell beginnen. Also ich habe ja nun schon längere Zeit keine Rezensionen auf Amazon mehr verfasst, aber nachdem ich grade das höchst zweifelhafte Vergügen hatte, diesen Film im TV zu sehen, fühle ich mich nun doch bemüßigt, meine Meinung dazu kundzutun.

Vorab sei nämlich gleich mal erwähnt, dass ich überhaupt nicht verstehen kann, wie dieser Film so viele so gute Bewertungen bekommen kann. Klar hat man mit Denzel Washington, Val Kilmer und besonders James Caveziel, der eine absolut erstklassige Performance als Bösewicht abliefert, hervorragende Schauspieler verpflichtet, und natürlich grundsätzlich auch das nötige Budget um einen ordentlichen Film zu produzieren. Leider ist allerdings die Story dermaßen an den Haaren herbei gezogen und weist dabei noch so viele Logik-Fehler auf, dass einem dabei regelrecht übel werden muss.

Gut, ich bin ja immer etwas skeptisch wenn es um Zeitreise-Filme geht. Die logischen Paradoxa, die durch potenzielle Eingriffe in die und Veränderungen der Vergangenheit ausgelöst werden, würden schon per se jede Zeitreise-Thematik ad absurdum führen. Aber man ist ja bereit, sich auch auf abwegigste Sci-Fi-Technologie einzulassen, wenn man dafür gute Unterhaltung bekommt - man nehme als bestes Beispiel einfach den "Terminator". Logisch betrachtet ist auch diese Filmserie völlig irrational, aber dadurch, dass der Film dann doch auf Grund seiner eigenen Atmosphäre und erstklassigen Stimmung ein so gutes Eigenleben entwickelt, wird diese Problematik entschärft. Bei "Déjà Vu" gelingt dies leider überhaupt nicht.

Das erste Problem das ich mit dem Setting hier habe, ist dass der Film ja grundsätzlich in der Gegenwart spielt. Hätte man als Setting etwas 20 oder 30 Jahre in der Zukunft gewählt, wäre ich noch eher geneigt die Erfindung dieser intellektzermürbenden Zeitreise/Überwachungs-Maschinerie zu akzeptieren, die in diesem Filmchen zur Anwendung kommt. Aber da dieses DING zu haben, das einfach auf Grund von ein paar stinknormalen Satelliten auf einmal eine komplette alternative virtuelle Realität in fotorealistischem Look in Echtzeit (!) berechnen kann, wofür wohl eine derzeit noch unvorstellbar gewaltige Menge an Arbeitsspeicher notwendig wäre, und dann aber gleichzeitig behauptet wird, dass die Datenmengen zu groß wären um sie irgendwo zu speichern (wo doch wohl die Ansammlung von größten Mengen an "regulärem" Speicher viel einfacher zu bewerkstelligen wäre als dieser Echtzeit-Fotorealismus-Stream aus der Vergangenheit), ist einfach nur lächerlich. Dass man dann noch zuerst größte Probleme damit hat, ein Stück Papier in die Vergangenheit zurück zu schicken, danach aber doch problemlos den gesamten Denzel Washington (allerdings nur in Unterwäsche, denn Schuhe und Hose würden ja wohl schon wieder zu viel an Masse sein!?) dann in die Vergangenheit schicken kann, macht natürlich auch wahnsinnig viel Sinn. Wie dann auch ein Bösewicht in kompletter Army-Montur mit mehreren vollautomatischen Waffen im Besitz im Security-Wahnland USA einfach so auf eine Fähre maschieren kann, ohne irgendwelche Sicherheitsüberprüfungen, beleidigt auch keineswegs den Intellekt. Und das eigentlich zwei Zeitreise-Prozesse notwendig hätten sein müssen, um die Story (und vor allem das Stattfinden bzw. Nichtstattfinden gewisser Ereignisse) zu erklären, ist dann nur noch Draufgabe, und das absolut erzwungene Happy End setzt dem ganzen noch die Krone auf.

Also sorry, aber dieser Film hat mich während des Ansehens wirklich an den Rand der Verzweiflung getrieben; ich entschied mich allerdings dann doch dafür, bis zum Ende dabei zu bleiben (in der Hoffnung einer halbwegs sinnhaften Aufschlüsselung der Chose), doch auch das erwies sich als nicht gerade lohnenswert. Also wenn man schon Zeitreise-Filme machen muss, könnte man sich (insbesondere im technischen Bereich) doch etwas mehr Mühe geben. Wenn ich schon meine tolle Zeitreise-Maschine nicht halbwegs intellektwürdig erklären kann, dann sollte man sie einfach gar nicht erklären. Ich rate in diesem Genre definitiv zu anderen Filmen, wie etwa der erwähnten "Terminator"-Serie, die sich selber ja auch nie ganz so bierernst genommen hat wie "Déjà Vu", oder "Donnie Darko", der vor allem von der Auflösung her weitaus befriedigender und gehaltvoller ist als dieser Film.

Schade, doch eine erklassige Besetzung alleine kann eine komplett vermurkste Story, das Fehlen jedweder logischer Erklärungen und das Meucheln zahlloser physikalischer Prinzipien mit hanebüchenen Methoden nicht wettmachen. Einmal ansehen reicht hier wirklich, und ist vielleicht sogar schon zu viel - ein Déjà Vu-Erlebnis in dem Sinne, dass man sich den Film nochmal ansehen würde, wird hier wohl eher in den seltensten Fällen eintreten.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 5, 2010 9:42 PM MEST


WWE Smackdown vs. Raw 2008 [Platinum]
WWE Smackdown vs. Raw 2008 [Platinum]
Wird angeboten von cook29
Preis: EUR 8,22

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Overstaying one's welcome..., 17. Juli 2008
= Spaßfaktor:2.0 von 5 Sternen 
Ein neues Jahr, ein neues "Smackdown vs Raw"! Auch im (mittlerweile vergangenen) Jahr 2007 beglückte(?) uns THQ mit einer weiteren Ausgabe der beliebten und erfolgreichen WWE-Wrestling-Videospielserie, namentlich mit Smackdown vs Raw 2008. Wie viele andere Fans der Serie hoffe auch ich nun schon seit längerer Zeit auf DEN entscheidend revolutionierenden Titel, der die Serie nach einigen immer schwächer werdenden Ausgaben wieder zurück zu alten Qualitäten (etwa eines Here Comes The Pain) führen würde. Und tja - auch mit SvsR2008 gelingt dies leider nicht - ganz im Gegenteil.

So findet man in Smackdown vs Raw 2008 den wohl schlechtesten Teil der Serie seit sehr sehr langer Zeit; zum einen ist der Roster wiederum merklich kleiner als noch im Vorjahr - einige durchaus wichtige und im TV oft gesehen Charaktere sind nicht dabei - und dadurch, dass es in der Zwischenzeit bereits massive Personalrochaden in der WWE gegeben hat, sind auch viele der im Roster vorhandenen Leute nicht mal mehr in der WWE (bestes und wohl wichtigstes Beispiel - Bobby Lashley). Vielleicht sollte man beim Thema Roster seitens THQ wirklich mal über downloadbaren Content nachdenken, und so aktualisierte/zusätzliche Wrestler per Download zur Verfügung stellen. Aber der Roster ist noch wirklich das kleinste Problem, an dem SvsR08 kränkelt.

Wo der 2007er-Teil (v.a. auf den Next Generation Konsolen) noch zumindest durch leicht aufpolierte Grafik punkten konnte, so fehlt sogar dieser Bonus im 2008er-Teil; so merkt man grafisch kaum Unterschiede zum unmittelbaren Vorgänger, auch wenn es vereinzelt neue Animationen gibt (wie etwa Shawn Michaels' Sweet Chin Music) und natürlich auch neue Moves (durch ins Spiel gekommene Charaktere wie CM Punk oder Cryme Tyme). Dafür wurde dafür auf der Legenden-Seite gespart: Auf Grund seines Ausfalles mit Vince McMahon im Jahre 2007 kein Hulk Hogan dabei (nicht mal seine Moves), dafür Sabu als ECW Legende, und sonst neben den obligatorischen Rock, Steve Austin und Mick Foley noch Bret Hart, Ravishing Rick Rude und Roddy Piper, die einer Erwähnung wert sind. Nunja - in diesen Belangen darf man ja auf das für 2009 angekündigte "Legends of Wrestlemania" von THQ hoffen.

Die viel angpriesene ECW fand nicht einmal als eine eigene, (theoretisch) vollwertige Brand ins Spiel Einzug, stattdessen bekommt man nur ein paar Charaktere wie Tommy Dreamer als ECW-zugehörig präsentiert. Insbesondere im Herzstück des Spieles, dem 24/7 (Story-)Modus kann man nicht bei ECW, sondern nur bei Smackdown oder Raw spielen. Generell ist auch dieser 24/7 Modus, den man wahlweise als Wrestler oder als General Manager spielen kann, ein ziemlicher Griff ins Klo geworden - zwar ist er diesmal von der Dauer her unbeschränkt, nur sind die vorhandenen Storylines natürlich nur sehr selten wirklich originell; es wiederholen sich oft Thematiken (Diva-Zwist, ECW-Invasion) - dazu kommt dann eine uninspirierte Präsentation - um die "Storyline" weiterzutreiben sieht man eigentlich immer nur die drei gleichen Backstage-Animationen seines gewählten Wrestlers (Wrestler geht im Korridor und grüßt andere Wrestler (oder nicht), Wrestler trainiert mit Hanteln, Wrestler "verirrt" sich in die Damenumkleide) während der die Kommentatoren den Storyline-Verlauf schildern - es gibt kaum eigenständige, auf die jeweiligen Stories abgestimmte Zwischensequenzen, sondern immer nur die ewig gleichen Post-Match-Szenarien, die darüber hinaus meist nicht mal zu dem jeweiligen Matchausgang passen (so verlässt der gewählte Wrestler selbst nach einem Sieg oftmals den Ring unter Schmerzen, während der gerade besiegte Gegner im Ring jubelt - ohne dass man gesehen hätte, dass dieser wieder aufgestanden und unseren Wrestler attackiert hätte). Und so zieht sich dieser Storymodus dahin, den man nicht mal außen vor lassen kann, will man sämtliche Wrestler & Movesets im WWE Shop freischalten (der übrigens auch schon mal weitaus mehr Features geboten hat). Ein weiterer Minuspunkt ist die (theoretisch ja durchaus nicht schlechte) "Weiterentwicklung" (v.a. der selbstkreirten) Superstars - so muss man zwischen den eigentlichen Shows im Storymodus auch den eigenen Wrestler durch "Trainingsessions" in den verschiedenen Kategorien wie Stärke, Schnelligkeit, Ausdauer etc... verbessern - doch auch dies zieht unnötig in die Länge, und wird extrem repetitiv, bis man endlich die Attribute seines Helden auf die Maximalwerte gebracht hat. Zwar kann man Attributpunkte auch im WWE Shop kaufen, aber selbst diese füllen die Attribute nur bis zu einem gewissen Grad - der Rest muss dennoch "manuell" erworben werden.

Weiter geht's mit der "Minus-Liste" im eigentlich Spiel - es kann doch bitte nicht wahr sein, dass bei einem Spiel, dass im mittlerweile ungefähr 10 Jahr in Folge mehr oder weniger die gleiche Game-Engine, die gleichen Spielmechaniken und die gleichen Animationen verwendet, mehr unschöne Clipping-Fehler (Füße der Wrestler verschwinden im Ringboden, der unsägliche Back-Superplex vom Top Rope bei dem der Gegner ungefähr einen Meter vom eigentlich ausführenden Wrestler entfernt zu "fliegen" scheint uvm.) passieren als bei früheren Augaben, wenn eigentlich genau das Gegenteil der Fall sein sollte?! Daneben wurde dann noch die Steuerung verschlimmbessert (so gibt es nun zwei(!) komplette Move-Garnituren weniger pro Wrestler, da man die zwei "Ultimate Control" Moves auf jeweils eine der bislang verwendeten "Normal-Grapples" gelegt hat), und sobald Waffen im Ring herumliegen kann man sich sowieso nicht mehr bewegen, und bis man dann endlich um einen Sessel oder Hammer herummanövriert hat, steht der Gegner auch schon wieder. Aus dem Royal Rumble Match wurde die "Notbremse" entfernt, mittels der man (bei gespeichertem Finishing-Move) einen Eliminations-Kampf sofort gewinnen konnte; es wurde ein weiteres Backstage-Areal entfernt, sodass man nur mehr im Parking Lot brawlen kann, und nicht mehr in einer Bar oder anderen Location - und gerade dieser Negativ-Trend bei den Backstage-Bereichen ist mir persönlich komplett unverständlich, zumal es gerade jene Smackdown!-Teile waren, die extensive Backstagebereiche boten (Here Comes The Pain, SD 2 - Know Your Role), die besonders beliebt und erfolgreich und auch spielerisch die besten Teile der Serie waren. Als einzige neue Matchart erhält man stattdessen das ECW Extreme Rules Match, dass eigentlich ein normales Hardcore-Match darstellt, mit dem Unterschied, dass man sich mehr Waffen aussuchen kann. Eigentlich unnötig; da hätte ich doch lieber ordentliche Backstage-Bereiche. Und das absolute No-Go, das den Spielspaß dann endgültig killt, ist wohl die dämlichste "Verschlimmbesserung" seit Beginn der Serie - so kann man nämlich nun nicht mehr per Knopfdruck von einem Gegner zum anderen schalten, um diesen (etwa in einem Tag Team oder Triple Threat Match) anzuvisieren und anzugreifen; dadurch werden Matches mit mehreren Gegner beinahe unspielbar, weil es schier ewig lange dauert, bis die CPU die "Aufmerksamkeit" des gesteuerten Wrestlers mal auf einen anderen lenkt - und so wird ein flüssiges Spiel und schnelle Attacken gegen zwei oder mehr Gegner schlicht unmöglich; meist muss man diese schon mit einer Laufattacke angreifen, um "umzuschalten"; aber nicht einmal das funktioniert immer! Ich habe wirklich keine Ahnung, was sich THQ dabei gedacht haben - hier gibt's wirklich fetteste Abzüge an der Spielbarkeit.

Das leidige Thema Kommentatoren wurde auch schon erwähnt; nicht nur, dass diese immer noch die gleichen öden Sprüche wie bereits seit 3 oder 4 Jahren ablassen; bei Smackdown vs Raw 2008 wurde nun derart gepfuscht, dass die Kommentatoren mitten in bereits begonnenen Sätzen einfach abbrechen und einen neuen Spruch ablassen, wenn man als Wrestler gerade einen besonders heftigen Move zeigt - das nimmt den Kommentaren jedweden Anspruch auf Realismus. Außerdem nervt es, wenn die Kommentatoren selbst nach einem bereits erzielten Pin, und noch bevor der Loading Screen erscheint, trotzdem weiterplappern als wäre das Match noch nicht zu Ende. Fürchterliche Schlampereien bei der Programmierung, kann man da nur sagen.

Als einzigen wirklichen Pluspunkt kann SvsR2008 angerechnet werden, dass man nun auch (im Falle der XBOX 360 Version jedenfalls) eigene, auf der Festplatte gespeicherte MP3s als Einzugsmusiken verwenden kann - und es ist nur dieses Faktum, dass mich SvsR2008 einen zweiten Stern geben lässt. Auch die neu integrierten verschiedenen Stile wie Powerhouse, Showman oder Highflyer sind nicht uninteressant, weil sie doch den einzelnen Charakteren mehr Individualität verpassen - dass nun allerdings auf einmal ein Rey Mysterio wieder einen Undertaker oder Great Khali hochstemmen kann, ist dagegen mehr als befremdlich, zumal im Vorgängertitel hier nichmal ein Irish Whip ausgeführt werden konnte. Also auch hier hat THQ mal wieder geschlampt.

Alles in allem ist also Smackdown vs Raw 2008 eine mehr als herbe Enttäuschung geworden und mit Sicherheit der wohl bisher schlechteste Teil der Serie, da sehr viele gute Spielelemente wieder entfernt oder zumindest "verschlimmbessert" wurden. Daneben der kleine Roster, viele Grafikfehler und nerviger Story-Modus, und nur ein (relativ verzichtbares) neues Match - liebe Leute von THQ, das ist echt zuwenig. Jene WWE-Fans, für die dieses Spiel das erste der Serie ist werden wohl genug Spaß damit haben - für all jene, die ohnehin bereits jede Ausgabe seit Smackdown 1 besitzen ist diese Version mehr als verzichtbar, und auch mir vergeht beim Spielen mehr als einmal der Spaß ob der Vielzahl an Verschlechterungen, die man seit dem absolut genialen Here Comes The Pain in Kauf nehmen musste. Es wird echt Zeit, dass sich die Programmierer ein bisschen am Riemen reißen und endlich mal wieder einen toll spielbaren Killer-Titel liefern - denn mit TNA Impact steht nun die unmittelbare WWE-Konkurrenz auch virtuell in den Startlöchern; und es würde mich nicht wundern, wenn das TNA-Produkt in der nächsten Zeit den THQ-Teilen den Rang streitig machen würde. Wenn diese nämlich nichts besseres als Smackdown vs Raw 2008 liefern können, wird das wirklich bitter.

Also bitte - das nächste Mal endlich wieder ordentliche, frei begehbare und vor allem viele Backstage-Bereiche; endlich neue Animationen ALLER Moves, einen großen, aktuellen Roster und eventuell downloadbare weitere, und einen ordentlichen Storymodus - Smackdown vs Raw 2008 versagt da leider in allen Belangen und ist daher kaum zu empfehlen.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 10, 2009 9:38 AM MEST


New Era
New Era
Wird angeboten von Film_&_Music
Preis: EUR 5,04

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leider nicht ganz..., 31. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: New Era (Audio CD)
Nun ist es offenbar wirklich endgültig vorbei mit Stratovarius; nach dem ersten Split in 2004, der Reunion zum schwarzen "Stratovarius"-Album und der darauffolgenden Tour scheint nun wirklich die Luft draußen gewesen zu sein aus der Truppe rund um Mastermind Timo Tolkki, Frontschreihals Timo Kotipelto und Kollegen. Getrennt hat man sich leider auch nicht im Guten, aber das ist ja auch nicht immer so leicht möglich im Musik-Business.

Jedenfalls ergriff Tolkki die Gelegenheit, und konzentrierte sich auf seine neuen Projekte: Die Rockoper "Saana" und nun seine neue Band "Revolution Renaissance". Dieses vorliegende Album, "New Era", besteht dabei aber eigentlich aus Songs, die für das nächste Stratovarius-Album geschrieben worden waren - und genau das hört man ihnen auch an. So bekommt man gewohnte Kost von Gitarren-Tolkki vorgesetzt, hyper-fröhliche Gesangslines ins bester "Elements"-Manier, aufgepeppt durch starke Performances der drei Gastsänger, nämlich Pasi Rantanen (ex-Thunderstone), Tobias Sammet von Edguy/Avantasia und ex-Kürbis Michael Kiske.

Leider, ja leider, retten diese drei Herren aber das kränkelnde Songmaterial von Tolkki nur sehr sehr knapp über die absolute Durchschnittlichkeit - zu uninspiriert sind die Gitarrenparts, zu gewöhnlich und ohne jegliche Highlights die Songstrukturen. Zu kurz sind die Songs oft, enden meist in einem Fadeout (was für Metal-Songs ja absolut untypisch ist), und bieten unterm Strich eigentlich nur immer wieder bereits viele Male Gehörtes; sei es von anderen Bands wie Rainbow bei "Angel", dass an deren Track "Catch The Rainbow" erinnert, oder auch an Tolkki-eigenes Material wie "Soul of a Vagabond", ein Vergleich mit welchem sich unweigerlich beim Hören des Titeltracks "Revolution Renaissance" aufdrängt. Sorry, lieber Herr Tolkki, aber das ist zu wenig.

Fans von Stratovarius, die mit den (für mich recht ungenießbaren) "Elements"-Alben etwas anfangen konnten, werden wahrscheinlich auch "New Era" verdauen können - der Metal-Kracher, den man jetzt eigentlich mal wieder von Herrn Tolkki erwarten würde, ist es leider auch diesmal nicht geworden. Ein paar zündende Ideen mehr, ein bisschen mehr Kreativität, ein bisschen "mehr" an allem täte Tolkkis aktuellem Songmaterial wirklich gut; es darf gehofft werden, dass er in Zukunft wieder zu (ganz) alten Qualitäten zurückfindet. Der "Revolution Renaissance"-Erstling ist leider nur Durchschnitt; da gab es heuer schon weitaus stärkere Veröffentlichungen.


Wild Arms 3
Wild Arms 3
Wird angeboten von dvdseller24
Preis: EUR 42,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das etwas andere RPG..., 18. Juli 2007
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Wild Arms 3 (Videospiel)
Mit dem ersten auf der PS2 erschienen Teil der Serie beehrt uns nun Wild Arms mit der dritten Ausgabe - und auch diese weiß durchaus zu gefallen! Geboten bekommt der geneigte Japano-RPG Fan ein sehr klassisches RPG mit rundenbasierten Random Encounters, dazu eine nette und sympathische Charakter-Truppe sowie - natürlich - eine Mission zwecks Weltrettung. Soweit, so gut, so nichts neues.

Aber das ungewöhnliche und besondere an Wild Arms lag ja nun nie an der besonderen Originalität der Story; diese ist zugegeben relativ platt; leider gibt es allzu wenige Plot-Twists; im Prinzip ist von Anfang an klar, war hier gut und wer böse ist bzw. sein wird. Das Angenehme an WA3 ist allerdings die klassische Western-Atmosphäre. So steuert man seine Charaktere nicht etwa mit Schwert und Bogen bewaffnet durch Wälder und Wiesen, sondern streift auf Pferd, Sandcraft und Fluggerät über trostlose und dürre Steppen, über Sandmeere und nur vereinzelt durch frisches Grün. Dabei besteht die Party aus 4 Hauptcharakteren; das mag zwar auf den ersten Blick etwas wenig erscheinen, tut dem Spielspaß aber eigentlich keinen Abbruch, und außerdem sind die jeweiligen Charaktere durchaus nett gezeichnet und haben unterschiedliche Persönlichkeiten, so dass auch mit ihrer limitierten Anzahl der Spielspaß nicht getrübt wird.

Die grafische Aufbereitung weiß auch zu gefallen, mit (damals noch sehr neuer) Cel-Shading Optik, die auch heute noch (Anm.: Rezension enstand im Juli 2007) durchaus zu gefallen weiß. Sicher, mit einer grafischen Opulenz eines Final Fantasy X oder XII kann Wild Arms sicher nicht mithalten; aber welches Spiel kann das schon?! Aber der Comic-Stil ist durchwegs nett gehalten, auch die Summons und Magie-Attacken haben gefällige Animationen bekommen.

Sehr positiv fallen dagegen zum einen die musikalische Untermalung aus; hier hat man sich schon wie beim Vorgänger ausgiebig an alten Western-Soundtracks, insbesondere bei Ennio Morricone, bedient - es dominieren Pfeif-Melodien, akustische Gitarren und ein paar dezente Bläser. Einziger Kritikpunkt ist vielleicht die fehlende Abwechslung bei der Musik; so ist das World-Map-Thema bald nervig, ebenso das Kampf-Thema - zu oft wiederholen sich die musikalischen Motive.
Zum zweiten fällt positiv das doch sehr strategische Kampfsystem aus. Um Magie anwenden zu können, müssen zunächst sogenannte "Guardians" angelegt werden (erinnert stark an das Guardian Force-System aus Final Fantasy VIII); diese verändern zum einen die Statuswerte der Charaktere und erhöhen zB Magie oder Angriffs-Werte; zum anderen verleihen sie eben die Fähigkeit, verschiedene Zaubersprüche zu wirken (von denen einige für schwierige Kämpfe beinahe unerlässlich sind), und andererseits kann man mittels eines "Summon"-Befehls die Guardians auch selber herbeirufen, und diese treffen dann die Gegner mit einer mehr oder minder mächtigen Attacke (je nach Stand der sog. Force Points, die eine abart von MP bei Wild Arms sind).

Um die Kämpfe (die durchaus herausfordernd sind; man wird sicher desöfteren ein paar mal einfach Aufleveln müssen, um mit den schwierigeren Gegner mithalten zu können) noch etwas besser bestreitbar zu machen, lassen sich die Waffen der Charaktere, eben die "ARMs", immer wieder upgraden. Ob nun langläufiges Sniper-Gewehr oder die doppelten Colts der weiblichen Hauptdarstellerin; alle kann man hinsichtlich Durchschlagskraft, Kugelanzahl, Genauigkeit etc... tunen. Das ist allerdings immer eine recht kostspielige Angelegenheit, und an Geld kommt man in Wild Arms, gerade am Anfang, nur sehr schwer.

Zum Abrunden gibts dann noch ein paar nette Sidequests wie die "Millenium-Puzzle" oder das Abwehren einer Alien-Invasion auf Filgaia, die den Spieler auch noch ein paar Extra-Stunden an den Bildschirm fesseln können.

Fazit: Alles in allem ist Wild Arms 3 ein durchwegs gutes bis sehr gutes, traditionelles RPG mit vielen Random-Encounters, netten Charakteren und einer zwar etwas angestaubten, aber durchaus gefälligen Grafik und tollem Sound. Jeder Rollenspiel-Fan, der mal wieder neue Kost sucht, kann hier bedenkenlos zugreifen. Kleiner Kritikpunkt ist vielleicht noch, dass das Spiel nur auf Englisch erschienen ist; für Spieler, die diese Sprache vielleicht nicht so gut beherrschen, könnte das etwas den Spielspaß trüben, da das Spiel sehr dialog- und textlastig ist, und diese nicht unbedingt in einfachstem Englisch gehalten sind.
Nichtsdestoweniger ist WA3 ein gelungenes Spielerlebnis - Kaufempfehlung!


Dragonheart
Dragonheart
Preis: EUR 11,99

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Starkes, klassisches Metal-Album!, 7. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Dragonheart (Audio CD)
Na hier werden die 80iger nochmal lebendig! Messiah's Kiss, die Band um Ausnahme-Sänger Mike Tirelli, liefert mit dem neuesten Output wieder mal traditionellen Metal der Oberklasse ab, der noch dazu gewaltig aus den Boxen donnert! Wie schon auf den ebenfalls starken Vorgängerscheiben "Prayer for the Dying" und "Metal" geht es auch auf "Dragonheart" gewohnt klassisch zu: Da geben sich Genre-Größen wie Judas Priest, Saxon, Manowar und Dio die Klinke in die Hand; ganz klar haben sich die Herren bei den Altvorderen hier ordentlich bedient - das soll aber nicht negativ interpretiert werden. Zwar wird von Messiah's Kiss nichts Neues geboten - das alte dafür dermaßen gut aufbereitet dass es eine Freude ist!

Bereits der Opener "The Ancient Cries" geht gleich voll ab und nimmt keine Gefangenen, erstes Highlight ist dann sicherlich "Babylon". Beim Titeltrack "Dragonheart" wird auch gleich mal die "Painkiller"-Keule ausgepackt, wenngleich der Song aber dem Aufbau nach dann doch hinter dem großen Judas Priest-Vorbild zurückbleibt - aber gut, es gibt wenige Songs die die zeitlose Genialität dieses Priest-Hammersongs erreichen. Danach bekommen die Herren um Joey DeMaio Tribut gezollt - mit stampfendem Beat und sehr "truem" Refrain kommt "Thunders of the Night" daher, dass auf Grund des hohen Mitgröl-Faktors ein weiteres Hightlight des Albums darstellt. Mit "City of Angels" kommen dann die Hardock-Einflüsse nach vorn, vor allem zu Whitesnake zwingen sich Vergleiche auf. Danach steht mit "Nocturnal" eine straighte Uptempo-Nummer auf dem Programm, die allerdings wenig Highlights bietet. "Northern Nights" wird dann wieder ein bisschen epischer und melodischer, wenngleich immer noch recht flott mit Doublebass unterlegt - im Mittelteil gibts dann überraschende Keyboardeinlagen, gefolgt von Stampf-Passage. Mit "Open Fire" hat man dann noch einen 80iger-lastigen heavy Rocker draufgepackt, der als Party-Metal-Track sicher ordentlich abgeht. Das abschließende, relativ lange "Ivory Gates" präsentiert sich dann als zunächst langsam beginnender epischer Track, der dann mit ganz klassischem, coolem screming-guitar-Solo den ersten, spärlich instrumentierten Chorus zelebriert, bevor es dann "richtig" losgeht und wieder in die altbewährte Heavy-Metal-Schiene umgeschaltet wird.

Über allen Songs thront das Hammer-Organ von Mike Tirelli, der in den "cleanen" Lagen sehr soft und bluesig daherkommen kann, in den höheren phasenweise nach dem großen Meister Ronnie James Dio klingt, und bei den ganz hohen Screams sich auch nicht vor Rob Halford und Konsorten verstecken muss!

Alles in allem ein sauber produziertes, klassisches Teutonenmetal-Album, dass sich vor bekannteren Genrekollegen keineswegs verstecken muss und durchaus seine starken Momente hat. Neues oder Originelles wird von Messiah's Kiss nicht geboten - darum auch "nur" vier Sterne - aber die "alten Helden" des Genres werden mehr als gebührend zelebriert, die Drums knallen, die Gitarren drücken, über allem ein erstklassiger, vielseitiger Sänger, grundsätzlich starke Kompositionen die Laune machen - kurzum, ein rundum gelungenes Heavy Metal Album. Fans der oben genannten Genregrößen wie Saxon, Priest, Dio etc. können bedenkenlos zugreifen wenn sie mal was Neues wollen (was aber dann doch nicht "zu neu" sein soll)! Hier passt (fast) alles, 4 Sterne!


Enchanted Arms
Enchanted Arms
Wird angeboten von dvdseller24
Preis: EUR 40,91

10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Durchschnittliches, aber unterhaltsames RPG zum X360-Start!, 22. Februar 2007
= Spaßfaktor:4.0 von 5 Sternen 
Rezension bezieht sich auf: Enchanted Arms (Videospiel)
Mit "Enchanted Arms" aus dem Hause From Software wurde den XBox 360-Kunden bereits im Erstlingsjahr der neuen Microsoft-Konsole ein Japano-RPG geliefert - und zwar eines, das auch durchaus zu gefallen weiß! Es gibt natürlich negative wie positive Seiten; insgesamt überwiegen aber definitiv die "Thumbs-Up"-Faktoren.

Spielerisch gibt es keine Überraschungen für Fans und Kenner traditioneller japanischer Rollenspiel-Kost: Eine Party, hier bestehend aus (letztlich) vier menschlichen Haupt-Helden, ergänzt von zahlreichen sogenannten "Golems", macht sich auf - Überraschung - die Welt zu retten. Am Anfang steht zunächst der Hauptcharakter Atsuma, dessen Freund von einem ganz ganz bösen Golem, der "Queen Of Ice" gefangen genommen wird. Natürlich will unser Atsuma seinen Kumpel befreien, und schon gibt's Grund genug für über 40 Stunden Feinde verkloppen, Welt erkunden, Geheimnisse ausforschen, und bösen Jungs die Hölle heiß machen. Gut, große Überrschungen bietet die Story keine - aber dafür sind die Hauptcharaktere alle sehr nett dargestellt, haben auch alle eine eigene Persönlichkeit, und zählen sicher zu den erinnerungswürdigeren Charakteren der jüngeren Videospielgeschichte. Weiter soll auf die Story hier nicht eingegangen werden - selber spielen ist angesagt!

Das Spielen selber dann macht auch durchaus Laune - Herzstück ist natürlich der Kampfmodus, der bei Enchanted Arms ein relativ strategischer ist. Auf einem Kampffeld, das in Kästchen unterteilt ist, kann man pro Runde seine Charaktere innerhalb ihrer Bewegungs-Range umstellen und natürlich Aktionen ausführen lassen. Vom normalen Schlagangriff über Distanz-Attacken bis hin zu heftigen EX-Attacken gibt's alles, was das Rollenspieler-Herz begehrt. Das Kampsystem ist Anfangs zwar etwas gewöhnungsbedürftig, allerdings grundsätzlich gut durchdacht (v.a. auf unterschiedliche "Elemente" wird wertgelegt - so machen bspw. Angriffe mit unterschiedlichem Element gleich doppelt schaden (zB Feuer-Attacke gegen Eis-Kreatur)), und mit ein bisschen Taktik kann man durchaus viele Kämpfe in einem Zug gewinnen. Das ist auch ganz gut so, da man sich zwar nach Kämpfen nicht mit Potions, Heiltränken, Zelten o.ä. heilen muss (es werden alle Stats automatisch nach Kampfende regeneriert), dafür kosten alle Kämpfe, die länger als eine Runde dauern, sogenannte "Vitality Points". Und sind diese einmal verbraucht, dann ist der Charaker kampfunfähig bis man bei den in der ganzen Welt verstreuten Heilbrunnen sich wieder komplett hergestellt hat. Um im Kampf gegen die vielen Fieslinge nicht abzustinken gibt's natürlich auch viele Skills, die man zum Teil beim Erforschen der Welt, zum Teil auch im Shop findet. Mit "Skill Points", die man wie Geld (im Spiel "TB") und Experience Points durch Kämpfe gewinnt, kann man die gekauften/gefundenen Skills dann lernen, und mit den Skill Points kann man außerdem die "Parameter" (Eigenschaften wie HP, EP, Direktangriff, Speed etc...) der Charaktere verbessern. Die klassischen EXP dienen natürlich zum Aufleveln. Man sieht also - alles sehr klassisch ausgerichtet.

Auch auf der Design-Ebene merkt man natürlich den typischen Japano-Touch. So sind gleich zwei der 3 "Haupt"-Städte im Spiel mit "Yokohama City" und "Kyoto City" asiatisch angehaucht, nur "London City" ist etwas westlicher inspiriert. Die Charaktere allgemein sind natürlich im Manga/Anime-Stil gehalten, allerdings auch für den europäischen Spieler "westlich" genug - also keine Kopffüßler. Wer sich mit diesem Stil anfreunden kann, wird mit Enchanted Arms sicher viel Freude haben. Grafisch präsentiert sich Enchanted Arms leider nur durchschnittlich; aber auch das ist typisch für die ersten Spiele auf einer neuen Konsolengeneration. So wirkt Enchanted Arms nur wie ein leicht aufgepepptes PS2/XBox Spiel, das die Hardware-Power einer X360 (oder PS3, für die das Spiel heuer auch noch erscheinen wird) nicht annähernd ausnützt. Die Welt, die im großen und ganzen etwas klein wirkt (so gibt es keinen Grund, etwa das klassische "Luftschiff" einzubauen), und noch dazu absolut linear durchlaufen wird, besteht zu großen Teilen aus verlassen wirkenden Gebieten, in denen die einzige Gesellschaft, die man zu haben scheint, die zahlreichen Random Encounters sind. Ein bisschen mehr "Leben" und frei erforschbare Umgebung hätte man sich hier schon gewünscht. So läuft man eigentlich nur dauernd von einer Location geradeaus zur nächsten; selten gibt es Abzweigungen (und dann gibts dort auch meist nur ein bisschen Geld oder einen einfangbaren Golem zu finden), und vor allem Interieurs sind sehr spärlich gestaltet. In Häuser kann man meist nicht hineingehen; es wird oft nur ein Dialog-Fenster geöffnet. Schade, denn so wirken die durchaus witzig gezeichneten Charaktere in der lieblos gestalteten Welt etwas deplaziert. Positiv fallen dagegen die Full Motion Videos aus, derer es zwar leider nur wenige gibt, die dafür aber durchaus spektakulär daherkommen!

Soundtechnisch gibt es eigentlich nichts nennenswertes zu Erwähnen; Hintergrundmusik gibt es so gut wie keine, das typische "Battle-Theme" hat schon fast beängstigende Ähnlichkeit mit dem aus den Final Fantasy-Teilen bekannten Triumph-Song, aber sonst tut sich nicht viel. Das Voice-Acting der Charaktere ist dagegen durchaus solide geworden; die japanischen Stimmen sollen zwar stimmiger sein, da ich aber kein Japanisch kann, hab ich mich auf die englische Sprachausgabe beschränkt, und diese ging durchaus in Ordnung!

Sidequests gibt es leider nur spärlich gesät; da ist man als Final Fantasy-Fan natürlich auch etwas verwöhnt. So verbringt man den Großteil der rund 40 Stunden, die man wohl für das Spiel aufbringen wird, eben mit dem Hauptquest, das einem aber selten Schwierigkeiten bereiten wird. Streckenweise wirken manche Dungeons oder Wege zu neuen Locations unsinnigerweise künstlich in die Länge gezogen; klar, Dungeons müssen Dungeons sein, aber oft macht die Architektur halt so gar keinen Sinn. Nunja, für RPG-Einsteiger ist "Enchanted Arms" aber dennoch jedenfalls empfehlenswert, da auch im Menü immer ein kleiner Tipp angegeben wird, was denn als nächstes zu tun ist; so läuft man nie Gefahr, nach einer längeren Pause den Faden zu verlieren, und nicht mehr zu wissen, wo man als nächstes hinmüsse. Aber gut, bei derart linearem Spielaufbau ist das ohnehin schwer möglich.

Fazit: Mit "Enchanted Arms" liegt ein durchaus vergnüglicher, wenn auch im großen und ganzen unspektakulärer Rollenspiel-Titel für die X360 vor, der auf einigen Ebenen durchaus zu gefallen weiß (witzige Charaktere und Dialoge, tolle FMVs, transparantes Kampfsystem, viele Golems), auf anderen Ebenen aber dennoch noch nicht wirklich Next-Generation-würdig daherkommt (auf langen Strecken durchwachsene Grafik-Präsentation und lieblose/detaillose Welt, sehr linearer Spielaufbau, kaum Sidequests). Für Einsteiger ist Enchanted Arms auf Grund des nicht allzu hohen Schwierigkeitsgrades sicher geeignet (nur für den letzten Bosskampf sollte man sich etwas "wärmer" anziehen ;); Wiederspiel-Wert wird der Titel aber kaum haben - dafür werden dann leider doch zu wenige Sidequests geboten. Alles in allem sicher sehr unterhaltsame 40 Spielstunden, und das Game ist seinen Kaufpreis auch sicher wert; doch darf man mit Sicherheit in Zukunft auf weitaus imposantere (RPG)-Titel hoffen! Fans japanischer RPGs können bedenkenlos zugreifen, alle anderen sollten vielleicht zunächst mal Probespielen!


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