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Beiträge von T.B.K.
Top-Rezensenten Rang: 6.518
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Rezensionen verfasst von T.B.K.
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5.0 von 5 Sternen
...und eine weitere unterschätzte Perle von Paul McCartney..., 11. Juni 2013
Zugegeben: Pauls Solokarriere war nicht frei von Tiefpunkten (v.a. in den 80er-Jahren und frühen 90ern sehr zahlreich zu finden), aber er hat auch solo Großartiges erschaffen. Ein Album, das sich zu seinen gerne übersehenen Meisterwerken gesellt, ist das frühe Wings-Album "Red Rose Speedway". Paul hat nach dem minimalistischen und - zugegeben - nicht in jeder Hinsicht geglückten Wings-Debut "Wild Life" den richtigen Weg zu neuer kompositorischer Brillanz eingeschlagen (die dann auf "Band on the Run" und "Venus and Mars" ihre endgültigen Früchte zeigen sollte). Dabei scheint Paul sich bei diesem Werk nicht selten an der damals populären Musikform, dem "Progressive-Rock", zu orientieren, wirken seine Songs hier doch oft etwas komplexer und wendungsreicher als zuvor. Das Album eröffnet mit "Big Barn Bed", ein eingängiger, etwas countryhafter Song, der den Hörer neugierig macht auf das, was folgt. Dann das großartige "My Love", der erste Hit der Wings, natürlich zuckersüß, aber auch eine zum Schmelzen schöne Ballade, gefolgt von "Get on the right thing", das mit rockender Coolness daher kommt und den Schmalz vom Vorgängerstück entschädigt. "One more kiss" ist wieder eine wundervoll süßliche Ballade à la "My love", doch die ultimative Ballade eröffnet sich dem Hörer erst mit dem folgenden "Little lamb dragonfly" (meiner Ansicht nach auch das interessanteste Stück des Albums). Derart wendungsreich und vielseitig wie in diesem Song war McCartney solo beileibe nicht immer. Natürlich muss man für McCartneys etwas verspielte und naive Art des Komponierens Gefallen finden, um dieses Stück wirklich zu mögen...aber wer dies mag, der wird schnell feststellen: Es ist HERRLICH! Wie ein wundervoller Ausklang dieses Höhepunktes folgt das kurze Piano-Stück "Single Pidgeon", das wieder einmal zeigt: Paul ist ein Meister der Melodien! Mit "When the Night" kommt das Album dann mit einem bluesigen Song (mit traumhafter Melodie und tollem Gesang von Paul) langsam zur Ruhe und schläft beim ruhigen Instrumental-Track "Loup (first Indian on the Moon)", das ein wenig an Pink Floyd erinnert und Pauls immer noch große Experimentierfreude erkennen lässt, dann endgültig ein. Wars das? NEIN! Ein letztes Mal gibt Paul noch alles und präsentiert uns ein Medley aus Song-Fragmenten. Es ist ein eher ruhiges, aber sehr stimmiges Medley voll toller Melodien und Ideen. Mit dem berühmten Abbey-Road-Medley sollte man es aber nicht vergleichen, was es auch gar nicht beabsichtigt. Es ist ein wundervoller Ausklang dieses Albums, das den Hörer mit dem Gefühl zurücklässt: Paul kann es! "Red Rose Speedway" ist meiner Ansicht nach ein McCartney-Album, das ich jedem Paul- und Beatles-Fan uneingeschränkt empfehlen würde und das zu oft übergangen wird. Vielleicht, weil es ein (verglichen mit "Band..." oder "Venus...") eher leises Werk ist, nicht vor Spektakularität strotzend, aber trotzdem raffiniert und bisweilen sogar brillant. Unbedingt anhören!
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4.0 von 5 Sternen
Nicht so schlecht, wie es oft gemacht wird..., 30. April 2013
Dieses Album wird oft als der gescheiterte Versuch McCartneys angesehen, die Wings als Gruppe zu etablieren, weshalb er jedem der Mitglieder (einschl. Linda) einen Song zum Singen überlassen hat. Gescheitert ist dieses Vorhaben für mich jedoch keineswegs, denn "Wings at the Speed of Sound" ist dadurch zu einem sehr abwechslungsreichen Album geworden. Natürlich ist es nicht so brillant wie seine Vorgänger ("Band on the Run", "Venus and Mars") und auch der Titel ist vllt. etwas irreführend, denn schnelle Nummern (wie es das "Speed of Sound" ja eigentlich nahelegt) gibt es auf diesem Album eigentlich gar keine - ganz offen: Ja, es ist mittelschneller Mainstream-Pop - aber dennoch birgt das Album viele kleine und große Perlen und schöne Melodien. Der Reihe nach: Das Album beginnt mit "Let 'em In", mittlerweile ein McCartney-Klassiker, und das nicht umsonst, denn der Song zieht einen in seinen Bann und ist einfach ganz typischer, klassischer McCartney. Auch "The Note you never wrote", gesungen von Denny Laine aber von Paul geschrieben, weiß mit seiner etwas melancholischen Stimmung zu überzeugen und auch Laines Gesang passt zu der Grundstimmung des Songs. "She's my Baby", wieder von Paul gesungen, ist ein nettes, kleines, nicht allzu penetrantes Lied, gefolgt vom einzigen Rocker des Albums, "Beware my Love", bei dem Pauls Stimme zur Höchstform aufläuft (vgl. "Oh! Darling" von "Abbey Road") und das den Zuhörer gekonnt mitreißt (vllt. jedoch ETWAS zu lang ist, weshalb die repetitive Melodie ein wenig überstrapaziert wird). "Wino Junko", gesungen und geschrieben von Jimmy McCulloch, ist - wie "Medicine Jar" von "Venus and Mars" - ein Anti-Drogen-Song, ganz nett, aber leider bei Weitem nicht so groovend und überzeugend wie der oben genannte vom Vorgänger-Album. Darauf folgt Pauls Hit des Albums,"Silly Love Songs", ein wahrer Klassiker der Wings, mit einer phänomenalen Bassline von Paul (vllt. sogar der besten seiner gesamten Post-Beatles-Zeit). Mit Lindas Song des Albums, "Cook of the House", sind wir dann jedoch leider beim unvermeidbaren Tiefpunkt des Albums angekommen, weder Lindas Gesang noch der Song an sich ist in irgendeiner Weise überzeugend, aber keine Angst, ab jetzt kann es nur noch besser werden - und es wird! "Time to Hide" ist Denny Laines Eigenkomposition des Albums und einer seiner besten Songs bei den Wings! Ein definitiver Höhepunkt des Albums (und das, obwohl der Song noch nicht mal von Paul ist!!). "Must do Somethimg about it" ist ein Song von Paul, den er dem Drummer der Band, Joe English, überlassen hat, der überraschend gut singt und uns insgesamt einen guten Song beschert. Bei "San Ferry Anne" kehrt dann auch endlich wieder unser Paul zurück - mit knapp 2 Minuten bleibt der Song ein kurzes, aber äußerst exquisites Vergnügen, ein übersehenes Meisterwerk in Pauls Post-Beatles-Schaffen! "Warm and Beatiful" ist eine pianohafte Ballade von Paul und der Song hält, was der Titel verspricht. Auch, wenn Paul schon bessere Balladen geschaffen hat, so ist dieser Song dennoch schön anzuhören und wartet mit einer zuckersüßen, schönen Melodie auf. Insgesamt also nicht der Höhepunkt der Wings, aber trotzdem bei Weitem nicht so schlecht, wie es von vielen Kritikern hingestellt wird. Paul wendet sich auf diesem Album nun einmal etwas mehr dem Mainstream zu, das Album war darauf ausgelegt, erfolgreich zu sein. Dadurch, dass alle Bandmitglieder zu hören sind, erreicht das Album eine angenehme Abwechslung. Vielleicht nicht das Album, mit dem man seine McCartney-Sammlung beginnen sollte (dann eher "Ram", "Band on the Run" oder "Venus and Mars"), aber dennoch ein kurzweiliges Hörvergnügen.
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4.0 von 5 Sternen
Georges dunkles Jahr..., 28. März 2013
"Dark Horse" entstand in einer Zeit, die rückblickend wohl nicht als die schönste in Georges Leben bezeichnet werden kann: Seine Frau Pattie verließ ihn für seinen damals sehr guten Freund Eric Clapton und hinzu kam, dass er sich kurz vor den Aufnahmen dieses Albums eine Kehlkopfentzündung zugezogen hatte. Nichtsdestotrotz nahm George sein Album "Dark Horse" auf, das seine noch für dasselbe Jahr geplante Amerika-Tournee (der bisher größten eines Ex-Beatle) einläuten sollte, die (aufgrund der Probleme mit seiner Stimme) zu größten Teilen ausfiel und somit gewaltig floppte. Das Album wurde von der Kritik fast einhellig und gnadenlos verrissen, nicht zuletzt wegen Georges schlechter Stimmverfassung. Dabei bietet es durchaus schöne, oft bluesige Melodien und klingt ein wenig lockerer als das getragenere Vorgängeralbum "Living In The Material World". Aber der Reihe nach... 1) Hari's On Tour (Express) - Instrumentaler Opener des Albums, das gleichzeitig die geplante Amerika-Tour ankündigt. Gefällt. 4/5 2) Simply Shady - Ein eigentlich sehr gutes Stück, das jedoch etwas unter dem weinerlichen Gesang und der Kehlkopfentzündig Georges leidet. Eine eher traurige Ballade, man spürt Georges Trennungsschmerz. 3/5 3) So Sad - Ebenfalls von Selbstmitleid triefend, aber kompositorisch durchweg obere Harrison-Klasse. Währe da nicht seine Stimme...aber dennoch: Der Mann kann Stücke schreiben! 3/5 4) Bye bye, Love - Eine sehr freie Interpretation des gleichnamigen Stücks der Everly Brothers und Tiefpunkt des Albums. Weder gesanglich, noch musikalisch überzeugend, plänkelt George konturlos vor sich hin. Das Ergebnis nervt eher als dass es gefällt und spiegelt wohl seine Orientierungslosigkeit nach der Trennung von Pattie wieder (mit der auch dieser Song zu tun hat: "(...) I hope she's happy and ol' Clapper (= Eric Clapton) too"). Schade! 1/5 5) Maya Love - Ein kompositorischer Höhepunkt, sehr bluesig und mitreißend. George hat Spaß am Spielen und das merkt man. Da verzeiht man ihm auch gerne seine (hier nicht ganz so markant erkennbaren) Stimmprobleme. 4/5 6) Ding Dong, Ding Dong - Der Titel lässt es erahnen: Wir haben es mit einem etwas plumpen, aber nicht wirklich schlechten Weihnachtslied zu tun. Hat zur Weihnachtszeit durchaus Flair, wirkt jedoch zu anderen Jahreszeiten etwas deplatziert...und ist sehr repetitiv. 3/5 7) Dark Horse - Der Titeltrack stellt einen der stärkeren Songs des Albums dar und hat durchaus Ohrwurmqualität. Georges Stimme ist hier zwar SEHR heiser, muss aber auch nicht in unerahnte Höhen vordringen, was den Song vor der Unerträglichkeit bewahrt. 4/5 8) Far East Man - Eine Gemeinschaftskomposition mit Ron Wood...und eindeutig der beste Track des Albums! Sehr bluesig und stimmig, Georges Gesang ist durchweg anhörbar. Rundum oberste Klasse! 5/5 9) It is "he" - Kein wirklich schöner Abschluss. Hat George sich vorher noch zusammengerissen, so schimmern hier seine religiösen Attitüden doch noch durch. Da hätte man doch einen weitaus schöneren Schluss finden können! 2/5 Fazit: "Dark Horse" entstand in einer unschönen Zeit in Georges Leben und das merkt man dem Album auch an. Der Zuhörer muss geduldig sein mit diesem Werk, das erst nach wiederholtem, genauerem Hören seine bisweilen aufblitzende Klasse offenbart, wenn man über Georges heisere Stimme hinweg sehen kann. Eigentlich 3 von 5 Sternen wert, jedoch kriegt das Album noch einen Sympathie-Stern von mir, denn ich hab es mit der Zeit doch in mein Herz geschlossen. Als Einstieg in Georges Soloalben würde ich es allerdings weniger empfehlen (dann eher "All Things Must Pass", "Cloud Nine" oder "Brainwashed"). Dennoch: Es lohnt sich, mal reinzuhören!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Besinnliches Album des stillen Ex-Beatle, 28. März 2013
Nach dem wahnsinig erfolgreichen und legendären Debütalbum "All Things Must Pass" schlug das 3 Jahre später erschienene Folgewerk "Living In The Material World" wieder ganz andere Wege ein. Es war ruhiger, melancholischer und wirkte weit religiöser als sein Vorgänger. Dabei jedoch hinterlässt es - obwohl es zugegebenermaßen nicht ganz so eingängig ist wie ATMP - auf mich einen reiferen Eindruck (auf Songs à la "Wah-Wah" wurde hier glücklicherweise verzichtet) und eröffnet sich - wie die meisten Alben aus Georges Oevre - erst voll und ganz nach mehrfachem, bewussterem Hören, was ich in keiner Weise als negativ erachte, eher im Gegenteil. Viele der wunderschönen Melodien erschließen sich dem Hörer in ihrer vollen Pracht erst nach wiederholtem Genuss des Albums und derer sind viele, nicht nur (wie die damalige Kritik gerne behauptete) das allseits bekannte "Give me love", das den wunderbaren Einstieg in dieses Werk darstellt. Fast alle dieser Lieder wissen mit der Zeit zu gefallen und zu verzaubern...guuut, "The Light that has lighted the world" kommt irgendwie nicht so recht in die Pötte, wird dafür aber - bevor der Zuhörer ermüdet - durch ein wundervoll flottes "Don't let me wait too long" abgelöst. Und dass nicht JEDES Stück eines Albums den Geschmack des Hörers treffen kann, liegt in der Natur der Dinge und sollte nicht allzu sehr kritisiert werden. Insgesamt hat mich das Album vollends befriedigt, es hinterlässt einen ruhigen, sehr stimmigen und runden Gesamteindruck (für mich runder als das Vorgänger-Album, aber darüber lässt sich streiten). Und die Bonus-Tracks sind auch OK: "Deep Blue" ist eine hübsche, leichte Komposition und ein willkommener Kontrast zu den eher getrageneren Klängen des Hauptalbums, so auch das etwas alberne "Miss O'Dell", das zwar als Song wenig Nährwert hat, aber irgendwie einen schönen, beschwingten Abschluss darstellt (und mich in seiner Albernheit ein wenig ans "White Album" erinnert...was ja gar nicht verkehrt ist). Fazit: Eines von Georges stärkeren Alben - Empfehlenswert!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Zu Unrecht unterschätzt, 27. November 2012
Aufgrund der vielen negativen bzw. eher "verhaltenen" Kritiken, die man zu Harrisons 4. Soloalbum nach der Beatles-Trennung vorfindet, bin ich mit eher geringeren Erwartungen an dieses Werk gegangen, wollte mich aber dennoch selbst davon überzeugen, ob es denn wirklich so schlecht ist, wie es häufig gemacht wird. Und was muss ich sagen: Selten bin ich so positiv überrascht worden, wie in diesem Fall! "Extra Texture" ist ein solides, stimmiges, ja, ein "rundes" Album und im Vergleich zum schwachen "Dark Horse" von 1974 ein wahrhafter Quantensprung. Natürlich ist das kein Album, das einen direkt beim ersten Hören vom Hocker reißt (wie es ja bei den wenigsten Alben Harrisons der Fall ist), ich würde es auch nicht als unbedingtes "Must-Have" jeder Plattensammlung festlegen. Dennoch ist Harrison mit diesem Album ein äußerst solides Werk gelungen, das - wie ich finde - das von Anfang an aufgebaute Niveau ohne größere Hänger hält (natürlich gibt es auch hier Höhepunkte und etwas weniger inspirierte Lückenfüller - beispielsw. "Ooh Baby" oder das 40sekündige "A bit more of you" - aber nie so, dass man den Kontrast zu stark merken würde). Der Großteil der Stücke ist wirklich stark, dazu zählt natürlich das noch aus der "All-Things-Must-Pass-Zeit" übriggebliebene "You", das sofort zum Hit wurde, aber auch das Folgestück "The Answer's at the End" hat eine schöne Melodie. Mit "This guitar (can't keep from crying)" hat Harrison eine wundervolle Hommage an seinen Beatles-Klassiker "While my guitar gently wheeps" geschaffen, für mich eines seiner besten Solo-Stücke überhaupt! Nach dem etwas schlaffen "Ooh Baby" folgt dann das überaus gelungene "World of stone", ein mitreißender Song, sowie das Füllwerk "A bit more of you", ein 40sekündiger Instrumentalausschnitt aus "You", das als Hidden Track sicher ganz nett gewesen wäre, aber in der Tracklist eigentlich nicht hätte extra Erwähnung finden müssen. "Can't stop thinking about you" und "Tired of midnight blue" sind ruhigere, aber stimmige Songs, nur "Grey Cloudy skies" hat wieder mehr Füllwerk-Charakter und kommt irgendwie nicht so recht in Gang. Mit dem Schlusstrack "His Name is Legs" kommt das Album zu einem swingenden und würdevollen Ende und hinterlässt den Hörer befriedigt zurück. Das Fazit des Rolling Stone, welches besagt, "Extra Texture" zeige, dass "a good guitar player is not worth much without a band" (zu Dt.: "dass ein guter Gitarrist ohne Band nicht viel wert ist") kann ich hier nur vehement widerlegen. Natürlich hat George Harrison solo nie die Qualität der Beatles erreicht, aber das hatte ein John Lennon oder Paul McCartney gewiss auch nicht (obwohl beide auch sehr viele gute Songs geschrieben haben) und das sollte man auch nicht als Maßstab setzen. Fazit: Bevor man den Fehler macht, das Album nur aufgrund der negativen Kritiken zu umgehen, sollte man doch lieber einmal reinhören. Ich bin der Ansicht: Es lohnt sich! Und wer noch mehr gute, unterschätzte Alben von George Harrison sucht, dem sei auch "33 & 1/3", das Folgealbum zu "Exra Texture", ans Herz gelegt.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
...und schon wieder ein geniales Adventure von Daedalic..., 19. Oktober 2012
= Spaßfaktor:5.0 von 5 Sternen
Als ich so ziemlich genau vor 4 Jahren den wunderbaren Titel "Edna bricht aus" käuflich erwarb und durchspielte, stand für mich fest, dass Daedalic - allen voran natürlich auch der kreative Motor der Firma, Jan "Poki" Müller-Michaelis - imstande waren, dem lange schon fast totgeglaubten Adventure-Genre neues Leben einzuhauchen. Zwar waren sie damals noch recht unbekannt, aber ich glaubte an sie und verfolgte seither interessiert ihre weiteren Projekte. Und was soll ich sagen - ich wurde nicht ein einziges Mal enttäuscht. Jedes Spiel war ein eigenes Meisterwerk, ob "The Whispered World", "A new beginning" oder die geniale Fortsetzung des oben erwähnten Titels namens "Harveys neue Augen" - ein Erfolgstitel jagte den nächsten und die mittlerweile (vollkommen verdient) erreichte Popularität Daedalics spricht für sich! Mit der Deponia-Trilogie hat Daedalic nun seinen bisherigen Höhepunkt erreicht: Dem Spiel gelingt eine galante Mischung aus genialem Humor und einer fesselnden Story, umgesetzt in wunderbarem Comic-Stil und wunderschön gezeichneter Grafik. Aber der Reihe nach: "Chaos auf Deponia", der zweite Teil der geplanten Trilogie, hat im Grunde die gleichen Stärken wie sein Vorgänger, legt jedoch im Vergleich zu diesem noch eine ordentliche Schippe drauf: Er ist länger, noch witziger und macht einfach noch mehr Spaß! Selten habe ich ein Spiel gesehen, das derart vor abstrusen und irrwitzigen Ideen strotzt, dass es bald aus allen Näten platzt! Langeweile kommt hier garantiert nicht auf, der Spieler wird nonstop bestens unterhalten, wenn auch (zumindest empfand ich es so) bei dem, wie der Titel schon andeutet, etwas chaotischen Story- und Spielverlauf manchmal ein wenig Verwirrung aufkommt (vor allem bei dem ständigen Hin- und Hergetausche von Goals dreigespaltener Persönlichkeit). Dabei sind die Rätsel größtenteils angenehm fordernd, teilweise sogar richtig schwer, sodass auch ich als langjähriger Adventurespieler den ein oder anderen Blick in die Komplettlösung riskieren musste. ;) Weiterhin überzeugt das Spiel durch die absolut hochwertige Synchronisation seiner Protagonisten (allen voran Monty Arnold als Rufus, der überwältigende Arbeit leistet) und auch der sehr spezielle aber liebenswerte Humor der Hauptfigur ist mir mit der Zeit sehr ans Herz gewachsen, auch wenn ich zugegebenermaßen das ein oder andere Mal ganz schön schlucken musste (siehe z.B. Delfinbabys). Wie jedes Daedalic-Adventure bietet somit auch "Chaos auf Deponia" alles, was man von einem guten Point-&-Click-Adventure erwartet: Es ist recht umfangreich, äußerst unterhalstam, fesselnd, bietet knackige Rätselkost und sieht dabei auch noch fantastisch aus. Hinzu kommen die gewohnt schönen Beigaben zum Spiel: Soundtrack-CD, ein dickes Booklet und ein Poster. Was also will man mehr? So bleibt mir zuletzt nichts weiter zu sagen als: Danke Daedalic für ein weiteres phänomenales Spiel!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Tolle Doku zu einem faszinierenden Projekt, 12. Oktober 2012
Dass wir mit Schlingensief einen wichtigen Menschen verloren haben, steht meiner Ansicht nach außer Frage. Er war weit vielschichtiger als die meisten anderen deutschen (aber auch internationalen) Künstler und er wirkte in seinen Theaterinszenierungen, Aktionen und nicht zuletzt auch in seinem filmischen Werk oftmals sehr eigen und etwas fremdartig. Niemals käme man auf die Idee, das, was dieser Mensch da inszenierte, auf sich selbst zu übertragen, denn das hat ja mit dem, was der Realität entspricht, rein gar nichts zu tun - so die Reaktion der meisten, die mit Schlingensief und seinem Werk konfrontiert werden. Nehme man als Beispiel den Film "Terror 2000", der - natürlich in Schlingensiefscher Überhöhung - im Grunde nur ein stark intensiviertes Abbild der Realität ist. Eine Vorführung dessen, was (mitunter) der knallharten Realität entspricht, in wirren, unangenehmen, überhöhten und brutalst direkten Bildern umgesetzt. Gewöhnungsbedürftig von mir aus, und größtenteils auch äußerst unangenehm - aber soll denn ein kritischer Spiegel der menschlichen Abgründe wirklich angenehm sein? Was würde dann noch übrig bleiben von seiner Wirkung auf den Zuschauer? Soll er nicht vielmehr erschüttern, verärgern, zum Nachdenken anregen? Schlingensiefs Containeraktion ist in dieser Hinsicht nichts anderes als die knallharte Darstellung der Realität in seltsam ironischer Überhöhung: Die Inakzeptanz von Ausländern als Big-Brother-Show. Und Schlingensief schafft es, eine Diskussion zwischen den Menschen zu erzeugen, sie zum Nachdenken zu bewegen - auch, wenn einige die Aktion völlig fehlinterpretieren und den eigentlichen Hintergedanken nicht wirklich verstehen wollen bzw. sich mit gewohnten Schutzmechanismen in Form von Floskeln à la "Österreich ist nicht so!" oder "Was Sie da tun schadet dem Ruf unseres schönen Landes!" (dessen oberflächlich saubere Fassade natürlich unbedingt gewahrt werden mus) zur Wehr setzen. Aber Schlingensief macht diese Schutzfassade hemmungslos kaputt und verwehrt es den Menschen, sich hinter ebendieser verstecken, sich ihrer eigenen Verantwortung und Mitschuld an der politischen Situation entziehen zu können. Im Gegensatz zu meinem Vorrezensenten finde ich allerdings gut, dass in der Doku von Paul Poet alle einmal zu Wort kommen: Sowohl diejenigen, die die Aktion befürworten, dürfen sich in Lobreden über die Notwendigkeit solcher Projekte auslassen, wie auch diejenigen, die Schlingensief für einen provokanten Scharlatan halten, der - wie es ihm ja nicht selten unterstellt wurde - nichts weiter tun würde, als sich selbst zu inszenieren. Im Endeffekt kann und muss jeder Zuschauer sich selbst ein Bild der Containeraktion machen. Meiner Ansicht nach zeigt die Dokumentation jedoch, dass Schlingensiefs Vorhaben insgesamt geglückt ist, etwas Positives auszulösen vermochte und zumindest einen Teil der Menschen ein wenig wachrütteln konnte (die herrlich mitgefilmten Gesichtsausdrücke der völlig verwirrten Zuschauer sagen hierbei mehr aus aus tausend Worte!). Ein glühender, faszinierender Film, der nie an Eindringlichkeit und Wichtigkeit verlieren wird und ein wichtiges Dokument in Gedenken an Christoph Schlingensief und sein Werk.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Unterschätzter, unbeachteter Klassiker, 1. September 2012
Zugegeben: Als ich "Wild Life", das Debütalbum der Wings und Pauls drittes Werk nach der Trennung der Beatles, zum ersten Mal anhörte, war auch ich nicht gerade begeistert, zumal ich von McCartney und den Wings eher anderes gewöhnt war (z.B. Alben wie "Band on the Run" oder "Venus and Mars"). Dennoch faszinierte mich dieses völlig andersartige Album, sodass ich es immer und immer wieder anhörte und es irgendwann regelrecht liebte. Paul ist auf diesem Album so authentisch und bodenständig, schlicht und doch durchdringend, dass man sich fragt: Ist das wirklich DER Paul McCartney, den die meisten nur als Schnulzen-Fabrikant à la "Mull of Kintyre" kennen? Ja, er ist es, und er beweist, dass er noch viel mehr kann! "Wild Life" ist nicht konsumorientiert und nicht schnulzig, es ist auch nicht brillant und strotzt auch nicht vor kompositorischen Meisterleistungen - Es ist einfach nur ein ehrliches Stück Musik und eine ungewöhnliche Mischung aus sommerhafter Leichtigkeit und minimalistischer Rauheit. Und es zeigt Pauls damaliges Ziel: Live aufzutreten, in kleinen Clubs und an Universitäten, ohne großen Schnickschnack, einfach so, wie er damals mit den Beatles angefangen hatte. Gleichzeitig war er bemüht, einen eigenen, neuen Stil zu finden, der ihn von den Beatles abgrenzen und die Wings als eingenständige Gruppe etablieren sollte. In "Wild Life" ist er zwar noch inmitten des Suchprozesses, doch was dabei herauskam, ist überaus hörenswert! So klang er nie zuvor und auch nie mehr danach! Wichtig zu beachten ist ebenfalls, dass dieses Album innerhalb von nur einer Woche (!) fertiggestellt wurde, die meisten Songs wurden in nur einem Take aufgenommen (der Vergleich zu "Please Please Me" ist durchaus nicht abwegig!). Dies bringt eine ungemeine Authensität und Schlichtheit, die dieses Album so faszinierend macht. Natürlich hätte man von einem so hochkarätigen Musiker wie McCartney kurz nach der Trennung der Beatles mit etwas völlig anderem gerechnet, mit einem aufwändig produzierten Album voll hochkarätiger Musiker nämlich, weshalb viele der schlechten Kritiken im Grunde vorprogrammiert waren. Doch McCartney ging seinen Weg und so bleibt "Wild Life" ein damals wie heute überraschendes Erlebnis, das sicher nicht jedem gefallen wird. Kurz zu den Songs im Einzelnen: 1) Mumbo - Ein ziemlich improvisiertes, rauhes Stück, dessen "Text" aus sinnlos aneinder gereihten Silben besteht und das den recht "ungemütlichen" Einstieg in das Album darstellt - Defintiv ein Stück, an das man sich gewöhnen muss, das dann jedoch richtig Spaß macht! 2) Bip Bop - Eines der genialsten trivialen Stücke der Musikgeschichte - weder Text noch Musik erreichen ungeahnte Höhepunkte, trotzdem muss man es einfach lieben ("Why don't we do it in the road?" lässt grüßen!). 3) Love is Strange - Ein raggeahaftes Cover eines alten amerikanischen RnB-Hits, das sicher stark von Linda beeinflusst wurde, die diese Musikart sehr mochte! 4) Wild Life - Eine ziemlich lange (fast 7 Min!) Tierschutzhymne (hier wieder erkennbar: Einfluss von Linda). Im Grunde ein sehr gutes Stück, obschon (wie bereits in einer anderen Rezension erwähnt) die Melodie durch die enorme Länge etwas überstrapaziert wird. 5) Some people never know - Möglicherweise eine Reaktion auf Lennons harte Angriffe in "How do you sleep?" und sicherlich ein Höhepunkt des Albums. Die ruhige und eingängige Melodie und die wunderbaren Gesangsharmonien von Paul und Linda laden zum Träumen ein. 6) I am your singer - Nettes kleines Liebeslied, in dem Linda ihre Sangeskunst unter Beweis stellt. 7) Tomorrow - Kompositorisch gesehen das beste Stück des Albums: Sommerhaft, leicht und frisch lässt einen der Song alle Sorgen und Nöte vergessen und bläst sie elegant und kunstvoll ins Unterbewusstsein des Hörers. Wundervoll! 8) Dear Friend - Ebenfalls von vielen als Reaktion auf Lennons Vorwürfe interpretiert, ist dieses painohafte Stück ein wunderbar melanchlisch-traumartiger Schlussstrich des Albums. Fazit: Jeder, der Interesse hat und sich als McCartney- bzw. Beatles-Fan bezeichnet, sollte sich "Wild Life" einmal anhören, bestenfalls mehrfach, da sich oft dann erst die Genialität des Werkes offenbart! Ein zu Unrecht vernachlässigtes Frühwerk!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Ein Meisterwerk des unkonventionellen Films, 5. August 2012
Mit seiner dritten Langfilmarbeit "Egomania" von 1987 verweigert sich der gerade erst 27 Jahre junge Christoph Schlingensief einmal mehr den Konventionen des "herkömmlichen" Kinos und gestaltet ein ganz eigenes Werk, das einem eigenen System, einer eigenen Logik und Symbolik folgt. Den Film nur wegen seiner Andersartigkeit gleich als Schund abzustempeln, ist meiner Ansicht nach völlig unangebracht. Zugegebenermaßen ist "Egomania" mit Sicherheit kein leichtverdauliches Häppchen für Zwischendurch, das lediglich der Unterhaltung dienen soll - was Schlingensief ja auch keineswegs beabsichtigte! Das auf einer völlig vereisten Nordseeinsel gedrehte Werk verlangt - um zumindest in Ansätzen verstanden zu werden - die höchste Aufmerksamkeit des Zuschauers und folglich sollte man sich für dieses Opus möglichst viel Zeit und Muße nehmen. Denn Schlingensiefs filmische Sprache ist kompliziert, wirkt oft verwirrend, ist jedoch eines mit Sicherheit: Fesselnd! Gebannt verfolgt man das Geschehen, ist gespannt, was wohl passieren und wie es weitergehen wird - selbst dann, wenn man nicht immer alles verstehen oder nachvollziehen kann. Der Film strahlt eine ungemeine Faszination aus, vor allem auf alldiejenigen, die offen sind für Neues und die das etwas Bizarre, Eigenwillige und Unkonventionelle lieben. Ich möchte nicht im Umkehrschluss sagen, dass alle, die mit deiser Art von Film nichts anfangen können, Ignoranten sind und keine Ahnung haben, denn es ist eine Tatsache, dass Schlingensiefs Filme nun einmal sehr speziell sind und nur eine bestimmte Gruppe von Menschen erreichen. Man sollte jedoch nicht dessen filmisches Schaffen als Schrott abstempeln, sondern respektieren, dass dies nun einmal eine andere Art von Film ist, eine sehr kunstvolle, etwas naive und verwobene, die jedoch auch durchaus zu gefallen vermag! Denn das zeichnet Christoph Schlingensief als einzigartigen Filmemacher aus. Also: Für Freunde außergewöhnlicher Filme sowie für Schlingensief-Fans sowieso ist "Egomania" eine absolute Empfehlung! Rest in peace, Christoph!
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Mein liebstes Soloalbum von Paul McCartney, 25. Juli 2012
Ich bin jetzt 18 und kenne die Beatles seit meinem 6. Lebensjahr. Von damals bis heute weiß mich deren unglaubliche Musik zu faszinieren, sodass ich mich vor Kurzem entschloss, mich auch mal näher mit den Soloprojekten der Ex-Fab-Four-Mitglieder auseinanderzusetzen. Zunächst wollte ich mich ein wenig über die einzelnen Soloalben erkundigen und laß mir mehrere Bücher durch, mit besonderem Augenmerk auf die Post-Beatles-Zeit. Und fast überall, wo ich mich erkundigte, kam Pauls zweites Soloalbum "Ram" überhaupt nicht gut weg. So heißt es meist, es wäre von der Kritik verrissen worden und auch die anderen Beatles werden zitiert, u.a. Ringo der das Album als "Aneinanderreihung technischer Tricks" bezeichnet haben soll. Heute, nachdem ich dieses Album kenne, kann ich nur sagen, dass die Ursache dieser Kritik wohl der damalige gerichtliche Streit gewesen sein muss, denn "Ram" gehört definitiv zu den besten Solo-Alben McCartneys (die Wings-Zeit, die ebenfalls einige geniale Alben hervorbrachte, lasse ich jetzt mal außen vor). Und ich finde auch, dass sich das Album nicht hinter den Beatles-Alben verstecken muss - was natürlich nicht heißt, dass es so gut ist wie z.B. "Abbey Road" oder "Rubber Soul". Ich meine damit nur, dass Paul McCartney mit "Ram" ein Album gemacht hat, das dem eines Ex-Beatles würdig ist, denn es ist einfach voller guter Songs! Und dabei ist es so facettenreich und innovativ, wie es bei McCartney später nur eher seltener der Fall war - zahlreiche Musikstile, ob klassisch-schlichter Rock'n'Roll, bluesig anmutende Stücke oder auch balladenhafte Folksongs, werden von McCartney aufgegriffen und gekonnt, innovativ und spritzig umgesetzt. Fest steht: Es wird nie langweilig mit diesem Album, die Songs gehen ins Ohr und machen Lust, mitzusingen. Hinzu kommt, dass diese neu erschienene remasterte 2-CD-Version einen richtig guten Sound bietet und ich finde es wirklich famos, wie toll dieses 40 Jahre alte Material heute klingt - Respekt! Die zweite CD hält außerdem noch einige Leckerbissen bereit, u.a. das als Single erschienene "Another Day" aber auch weniger bekannte Stücke, die es wirklich wert sind, angehört zu werden! Im schicken Digipack und mit tollem Booklet kann man als Beatles- oder McCartney-Fan mit dem Kauf dieses Werkes absolut nichts falsch machen! Also: Pfeifft auf die Kritik und genießt dieses Meisterwerk, das sich lohnt, entdeckt zu werden!!
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