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Rezensionen verfasst von
L. Stitz "Stammkunde" (Lüneburg)

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Microservices Architecture: Deep Exploration Of Microservices (English Edition)
Microservices Architecture: Deep Exploration Of Microservices (English Edition)
Preis: EUR 2,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Geschenkt ist noch zu teuer..., 21. März 2016
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
...oder: Schade um die Zeit, die es gekostet hat, diesen Text zu lesen.

Lieblos zusammengeklaubter Fundus an zusammenhangslosen und in sich unvollständigen Fragmenten, die eine mögliche Umsetzung eines bestimmen, aber nicht näher definierten Microservice skizzieren. Ganz sicherlich wird aber keine "Microservices Architecture" beschrieben, geschweige denn eine "Deep Exploration" vorgenommen.

Spart Euch den Download. Für den Autor ist das Machwerk nebenbei bemerkt auch kein Ruhmesblatt.


Schmidt Spiele 49013 - Die verbotene Insel
Schmidt Spiele 49013 - Die verbotene Insel
Preis: EUR 17,99

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kurzer und leichter Einstieg in die Welt der kooperativen Spiele, 26. Oktober 2011
"Die verbotene Insel" ist ein Vertreter der neuen Generation kooperativer Spiele. Kooperativ, das heißt, alle Spieler versuchen gemeinsam den Spielmechanismus zu besiegen. Neue Generation deshalb, weil bis vor einiger Zeit derartige Spiele meist sehr lange dauerten (wie z.B. "Schatten über Camelot", "Battlestar Galactica" oder Knizias "Herr der Ringe") - zumindest, wenn sich die Gruppe nicht vorzeitig dem Spiel geschlagen geben musste.

Im Gegensatz dazu ist dieses Spiel recht kurz: Mit 30-45 Minuten Spielzeit kann man eine Partie auch mal schnell einschieben, ggf. (wie bei jedem kooperativen Spiel) sogar solo. Am meisten Spaß macht es aber mit der maximalen Spielerzahl, also zu viert. Dabei versuchen die Spieler als Team, vier wertvolle Artefakte von der Insel zu retten, bevor diese im Meer versinkt. Jeder Spieler kann eine Spezialfähigkeit einbringen; auch können alle bereits überflutete Inselteile wieder trockenlegen.

Doch das Spiel ist recht simpel (was ich nicht als Nachteil gelten lassen will - aber man sollte es wissen) - schwere strategische Nüsse gibt es nicht zu knacken. Einzig die Spielerpositionierung und das Handkartenmanagement verlangt ein Mindestmaß an taktischer Abstimmung der Mitspieler untereinander. Immerhin lässt sich der Schwierigkeitsgrad noch verschärfen. Letztlich macht dies alles "Die verbotene Insel" zu einem guten Einstieg in die Welt der kooperativen Spiele, insbesondere auch für Familien mit Kindern (ab 8 Jahren, würde ich sagen). Komplexer und spannender, aber vom Konzept fast identisch ist dagegen "Pandemie".


Der nackte Berg: Nanga Parbat - Bruder, Tod und Einsamkeit
Der nackte Berg: Nanga Parbat - Bruder, Tod und Einsamkeit
von Reinhold Messner
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Vermischung von Bericht und nachträglicher Bewertung, 26. Oktober 2011
Ich habe dieses Buch sehr zwiespältig gelesen, was auch daran lag, dass zwei große Themen Messners Bericht durchziehen, die unterschiedliche Intentionen verfolgen.

Da ist einerseits der sehr packende Reisebericht über die Bezwingung der Rupalwand durch die Herrligkoffer-Expedition im Jahr 1970. Messner berichtet mitreißend und authentisch, wobei er sich glücklicherweise nicht in der Schilderung der Auf- und Abstiege des Jojo-Expeditionsstils verliert. Vorangestellt wird dem Buch neben vielen Farbphotos auch eine gelungene Zusammenfassung der vorigen (z.T. nicht erfolgreichen) Besteigungen des Nanga Parbat, etwa durch Mummery, Merkl und Buhl. Aufgewertet wird dieser Bericht durch viele weitere Schwarz-Weiß-Photos im Text, die auch den Verlauf der Route zumindest erahnen lassen und die Imagination unterstützen. Das ist gerade deshalb sehr angenehm, weil Messner (wie ich finde, leider) nur an wenigen Stellen Atmosphäre durch umfangreichere Schilderungen der ihn umgebenden Bergwelt, der Ausrüstung und der Kameraden aufbauen kann.

Manchmal kommt es zu merkwürdigen Brüchen im Text, wobei dieser Effekt auch durch merklich aus dem Kontext gerissene Zitate anderer Teilnehmer (Herrligkoffer, Kuen) verstärkt wird. Ein gründlicheres Endlektorat hätte dem Buch in dieser Hinsicht sicher geholfen - wie auch bspw. in der Frage, ob das Brot der Hochtalbewohner nun "Capati" oder "Tschapati" geschrieben werden soll. Trotzdem für diesen Teil des Buches alles in allem 4 Sterne: ****

Andererseits ist da aber die Auseinandersetzung mit der Expeditionsleitung und den anderen Teilnehmern. Messner vermischt diese beiden Ebenen ständig miteinander: Berichterstattung des Geschehens am Berg und nachträgliche Bewertung gehen ineinander über, was beiden Teilen nicht gut tut; aus meiner Sicht wäre eine deutliche Trennung besser lesbar und verständlicher gewesen. Dazu kommt (natürlich) auch, dass es Messner eben nicht um die Findung einer quasi-objektiven Beschreibung der Vorfälle geht, sondern ausschließlich um seine Sicht der Dinge. Dazu instrumentalisiert er die Zitate aus den Werken anderer Autoren meines Empfindens nach merklich, was in mir als Leser ein eher ungutes Gefühl betreffs des Wahrheitsgehalts erzeugt hat. Eine sauberere Dokumentation wäre mir lieber gewesen, die ist aber durch einen Protagonisten wohl letztlich nicht leistbar (vgl. auch Krakauers "In eisige Höhen"). Für diesen Part, insbesondere wegen der problematischen Vermischung von Schilderung und Bewertung, nur 2 Sterne: **

Insgesamt also 3 Sterne für einen packenden Expeditionsbericht, in den eine vielleicht notwendig Abrechnung leider ziemlich ungünstig eingewoben wurde.


Gott: Eine kleine Geschichte des Größten
Gott: Eine kleine Geschichte des Größten
von Dr. Manfred Lütz
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

31 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Lütz' Credo: Eine unreflektierte und unsubstantiierte Apologetik, 25. Oktober 2011
(Eine Bemerkung vorweg: Bücher mit religiösen Themen werden manchmal verrissen, weil der Rezensent grundsätzlich anderer Meinung als der Autor ist. Das ist hier nicht der Beweggrund der schlechten Bewertung. Ich bin Christ, und damit Theist.)

Eines Tages entschied sich Manfred Lütz, ein Credo zu verfassen. So oder so ähnlich dürfte es zu diesem Buch gekommen sein. Recherchiert scheint Lütz dafür nicht zu haben. Nicht nur, dass fast allen Zitaten die Quelle fehlt - selbst der Verfasser/Urheber div. Aussprüche bleibt ungenannt und wird nonchalant durch "man" ersetzt. "Man sagt." Aha.

Doch auch dort, wo Lütz sich explizit auf Autoritäten bezieht, neigt er stark dazu, Standpunkte tendenziell darzustellen und sie beliebig bis zur Unkenntlichkeit zu verkürzen. Auch hinterfragt er die Weisheit der Masse oder eines Gelehrten nur dort, wo es ihm argumentatorisch in den Kram passt, und übernimmt andererseits selbst so öffentlichkeitswirksam entkräftete Aussagen wie die Pascal'sche Wette bedenklos bzw. ohne die Gegenseite zu Wort kommen zu lassen. Wer dem Mediziner und Theologen bis dato zugetraut hatte, mit wissenschaftlicher Integrität verschiedene Standpunkte fair gegeneinander abzuwägen, wird leider schon in diesem Punkt enttäuscht.

Andere Themen (wie beispielsweise Freuds mittlerweile ja zurecht umstrittene Psychoanalyse) scheint Lütz nur deshalb so ausführlich zu behandeln, um im nächsten Atemzug halbwegs verwandtes Gedankengut (hier Feuerbachs Projektionsthese) per Analogieschluss ("Freuds Psychoanalyse ist falsch, also auch die psychologische Erklärung der Entstehung eines Gottesbildes") zu widerlegen. Wie unsinnig dieses Vorgehen ist, wird in diesem Beispiel deutlich, führt man sich vor Augen, dass Feuerbachs "Wesen des Christentums" 15 Jahre vor Freuds Geburt erschien. Richtig ist, dass Feuerbachs Thesen nichts Definitives darüber aussagen können, ob es nun tatsächlich einen Gott gibt oder nicht - das kann Lütz' Buch aber ebensowenig.

Dazu kommt ein Nachwort, dass besser als Vorwort dem Werk vorangestellt worden wäre, da Lütz darin unumwunden zugibt, hier nicht nur rein subjektiv zu fabulieren (weckt doch der Untertitel mit seiner Andeutung von "Geschichte" die unterschwellige Erwartung nach Transsubjektivität und dem Abwägen aller beteiligten Seiten), sondern das Ganze eigentlich witzig zu meinen. Viele seiner Plattitüden und groben Ungenauigkeiten können ihm so ja nachgesehen werden - Fasching bspw. ist ebenfalls meine Sache nicht, vielleich also kein Wunder, dass ich beim Lesen diese "lustigen" Textes immer wieder die Hände über soviel Blödsinn vor den Kopf schlagen musste. Der Fremdschäm-Faktor war stellenweise auch wirklich ebenso hoch wie beim Ansehen der TV-Übertragung einer Karnevalssitzung.

Trotzdem gebe ich diesem Buch 2 Sterne. Warum? Weil es Lütz immerhin gelungen ist, mein kritisches Denken zu vielen seiner Thesen zu aktivieren. Das fing gleich auf der ersten Seite an, wo Lütz behauptet, Theisten und Atheisten würden natürlich vollkommen unterschiedlich leben. Wirklich? Wäre das so, müsste man beide Gruppen auf den ersten Blick auseinanderhalten können, was aber in der Regel nicht der Fall ist. Überhaupt ist überall dort Vorsicht geboten, wo Lütz behauptet, etwas sei "natürlich" so oder so. Diese skeptische Haltung hielt beim weiteren Lesen an, wobei ich lediglich beklagen möchte, dass Lütz es dem Kritiker wirklich oft zu einfach macht. So kann dieses Buch auch als mahnendes Denkmal dafür gelten, wie man heutzutage besser keine Religionsapologetik mehr betreibt.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 27, 2012 12:31 PM MEST


Wir haben keine Angst: Gruppentherapie einer Generation
Wir haben keine Angst: Gruppentherapie einer Generation
von Nina Pauer
  Broschiert

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Angenehm selbstironisch, 23. Oktober 2011
Ich bin ja eigentlich kein Freund von diesem "Generation <Schlagwort>"-Quatsch. Vor allem, weil die Bezeichnungen einander schneller ablösen als die Generationen selbst. Das fing schon mit Florian Illies an (den Roman "Generation X" von Douglas Coupland dagegen fand ich noch sehr charmant).

Aber das Buch von Nina Pauer hat mir trotzdem gut gefallen. Nicht, weil es so ungemein treffend wäre - zwei extreme Klischees reichen mittlerweile einfach nicht mehr aus, um die jungen Erwachsenen von heute hinreichend zu charakterisieren, schließlich sind wir ja alle Individualisten erster Kajüte. Ich jedenfalls konnte mich mit keinem der beiden Protagonisten komplett identifizieren - aber doch irgendwie mit beiden ein bisschen. Vor allem hat mich angesprochen, wie "Angst" (im Sinne des Titels) als etwas unterschwelliges, ungreifbares empfunden wird - ein fast schon subtiles Gefühl, das aber nicht erfolgreich unterdrückt werden kann.

Die eigentliche Stärke des Buchs liegt aber in der augenzwinkernden Art, mit der die beiden Extremfälle Anna und Bastian zu Normalfällen erklärt und gleichzeitig therapeutisch "thematisiert" werden. Hier stellt sich dem Leser automatisch implizit die Frage, was denn nun eigentlich normal sei - er selbst etwa auch noch? Zudem haucht die Autorin dem Personal durch intensive popkulturelle Bezüge zusätzlich Leben ein. Dadurch ähnelt das Buch thematisch und stilistisch nicht wenig den Ende der 90er erschienenen Romanen Benjamin von Stuckrad-Barres, ohne abgekupfert zu wirken.


Das Labyrinth der Träumenden Bücher: Roman
Das Labyrinth der Träumenden Bücher: Roman
von Walter Moers
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,99

531 von 559 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Der längste Prolog der Literaturgeschichte?, 23. Oktober 2011
"Meine innig geliebten Freunde,"

so würde Hildegunst von Mythenmetz wohl anheben, dem Diktum Aja Nulpes folgend, dass Bücher nur dickere Briefe an Freunde seien. Jener spezielle Brief aber, den diese Rezension behandelt, stellt mit seinen schier endlosen Schilderungen belangloser Kleinigkeiten selbst die seitenlangen Urlaubsgrüße meiner Großmutter mütterlicherseits - begonnen auf einer Ansichtspostkarte des Ferienorts, um über mehrere Blatt hoteleigenen Papiers durch dessen nähere und fernere räumliche und zeitliche Umgebung zu mäandern - bei weitem in den Schatten.

So scheint es auch, "oh meine geneigten Freunde", dass Mythenmetz gerade ebendiese Einwürfe wie auch die gesamten Kapitel zu Beginn, in denen er seinen eigenen Niedergang derart farbenfroh herausstreicht, vor allem dazu nutzen möchte, sich bei den Lesern einzuschmeicheln und gleichzeitig um ihr Mitleid zu betteln - wie jener Penner, der uns als Freund anredet, um sofort die Bitte um ein paar Münzen nachzuschieben. Das ist zwar einerseits würdelos, aber in diesem Fall andererseits auch bewundernswert, weil vermutlich die umfangreichste captatio benevolentiae der Sprachgeschichte (gleich welcher Sprache). Und dass Mythenmetz weiterhin Lichtjahre von seiner Bestform entfernt ist, wäre dem Leser (selbst dem "geneigten") ja sowieso bald aufgefallen.

Was man Mythenmetz sicherlich nicht vorwerfen kann, ist ein fehlendes Auge für die Details. Nein, ganz im ganz im Gegenteil - das Buch ist eine heil- wie ziellose Ansammlung von Einzelheiten. Wäre Mythenmetz ein größerer Autor, er hätte diese Episoden (wie etwa die Unterhaltung im Qualmoir oder den Besuch des Puppaecircus Maximus) in mehreren Novellen verarbeitet, sodass sie jeweils für sich wirken könnten - so aber stehen sie in einem Roman, der ja per se nach Spannungsbogen und Gesamtkonzept verlangte, wie Fremdkörper nebeneinander.

Dies führt leider noch zu einem anderen, weitaus schwerwiegenderen, unvorteilhaften Eindruck: Die Geschichte bewegt sich auf den ersten 400 Seiten um keinen Deut von der Stelle. Da hilft es auch nicht, dass Mythenmetz Form und Schriftart wild variiert und das Imaginationsvermögen der Leser in vielen Editionen durch die Illustrationen des großartigen Walter Moers unterstützen lässt - als wenn dies bei derart schillernden bis ausufernden Beschreibungen noch notwendig gewesen wäre.

Ein letzter, kleinerer Kritikpunkt bleibt: Sowohl bei den Kapitelüberschriften als auch dem Buchtitel greift Mythenmetz mit traumwandlerischer Sicherheit daneben, wenn es darum geht, die Thematik des entsprechenden Text(abschnitt)s zu erfassen. Nein, es ist kaum von einem Labyrinth die Rede, und um Bücher - insbesondere um "träumende" - geht es allenfalls am Rande. Ein Lektor, der sich gegenüber dem Autor auch durchsetzen könnte, hätte dem Buch in dieser Beziehung sicherlich gut getan.

Gerade, als Mythenmetz überhaupt auch nur in die Nähe eines Labyrinthes - der Katakomben - gerät, bricht das Buch unvermittelt ab. Soviel also zu Spannungsbogen und Gesamtkonzept! Es bleibt daher bei allem am Ende ein Gefühl der Enttäuschung und die Hoffnung auf die Fortsetzung. Zwei Sterne gibt es trotz allem - weil Mythenmetz ein Cousin 3. Grades meiner Frau ist, die sich um den Familienfrieden sorgt (vermutlich zurecht, wenn man Mythenmetz' eigenen Schilderungen seiner Jähzornsausbrüche glauben darf).

Fazit: Nicht dieses, sondern lieber das nächste Buch kaufen! Oder besser gleich meines! Mythenmetz hat jedenfalls seinen eingangs beklagten Tiefpunkt eindeutig noch nicht überwunden.

Lacrítz von Epenfilzer

(Übersetzung in Deutsche: L.-C. Stitz)
Kommentar Kommentare (21) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 4, 2012 1:50 PM MEST


Die Eleganz des Igels: Roman (dtv premium)
Die Eleganz des Igels: Roman (dtv premium)
von Muriel Barbery
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,90

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein wundervoller Roman, leicht und facettenreich, aber tiefsinnig!, 18. Februar 2010
Herrlich! Ein Genuss! Humor, Eloquenz, Bildung und Tiefgründigkeit geben sich ein munteres Wechselspiel. Ein Buch, das man gleich einem guten Beaujolais einfach so wegschlürfen kann...

Worum geht es? Renée und Paloma leben in ein- und demselben Haus "für Reiche", ohne sich näher zu kennen: Renée als alternde Concierge, Paloma als 12-jährige Tochter eines Ministers der Republik. Aber sie haben Gemeinsamkeiten, natürlich unbewusst: Beide führen ein Tagebuch. Beide verachten ihr Umfeld für seinen mangelnden Sinn für das Wesentliche. Und beide haben jeweils ein Geheimnis, das sie dem Leser gleich zu Beginn offenbaren: Renée ist gebildet und liest (und kommentiert) die modernen Philosophen rauf und runter, aber verheimlicht diesen Umstand, weil er nicht dem klassischen Bild einer Concierge entspräche, die Leute in ihrem Umfeld verstören würde, und sie ihre Ruhe haben will; Paloma hat den festen Entschluss und Plan gefasst, wann und wie sie ihrem Leben ein Ende setzen wird, will aber noch einige tiefsinnige Gedanken und Beobachtungen der Schönheit für sich festhalten. Die nebeneinander montierten Texte beider stehen also sofort in Beziehung, es knistert vor Spannung auf div. Ebenen.

Dazu kommt: Die Schilderungen der deutlich überzeichneten, symbolträchtigen Protagonisten treffen den Lachnerv - aber nicht in Form unterirdischer Schenkelklopfer-Comedy, sondern auf dem Niveau der klassischen (Tragik-)Komödie. Durch die scharfe Beobachtungsgabe und die spitze Zunge, die beide Ich-Erzählerinnen an den Tag legen, entsteht eine Satire, die den Finger in die Wunde nicht nur der frz. Haute-Volée legt, ohne dabei spöttisch oder gar ehrenrührig zu werden.

Alles in allem gute Unterhaltung, sowohl im populären Sinne, als auch nach Habermas einer- wie Foucault andererseits!


Wie man über Bücher spricht, die man nicht gelesen hat
Wie man über Bücher spricht, die man nicht gelesen hat
von Pierre Bayard
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 18,95

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hintergründige Metakritik, 14. Oktober 2009
Meine Probleme mit buchgewordenen Essays sind eigentlich immer ähnlich gelagert: die Texte sind zu lang (und umschweifig), um mich zu fesseln, gehen mir nicht genug in die Tiefe oder betrachten nach meinem Empfinden Problemstellungen nur ausschnittsweise. Dummerweise werde ich das Gefühl nicht los, dass Bayards Buch über unvollständig gelesene Bücher (denn darum geht es dem Autor ja eigentlich) in allen drei Bereichen irgendwie verbesserungswürdig wäre, aber der Autor dieses Buch eben genau so schreiben wollte, wie es jetzt vorliegt.

Vielleicht ist dieser Umstand, ebenso wie etwa das "versehentliche" fehlerhafte Erinnern der Inhalte ausführlich zitierter Werke (wie bspw. des Endes des Romans "Der Name der Rose"), dem akademisch-trockenen Humor geschuldet, mit dem der Autor der Literaturkritik gewissermaßen einen Spiegel vorhält, und der deutlich als die eigentliche Motivation des Textes erkennbar ist.

Insofern bleibt der Text zugleich so lehrreich (weil man alle Ratschläge tatsächlich für bare Münze nehmen darf) wie amüsant (sofern den Leser die endlose Hintergründigkeit nicht ermüdet).

Anmerken muss ich aber leider noch zu der bei Goldmann erschienenen Taschenbuch-Edition (1. Ausgabe, 2009), dass es mich angesichts Bayards offenkundiger Liebe zum Detail schon getroffen hat, auf derart viele Orthografie-, Grammatik- sowie Umbruchfehler zu stoßen, insbesondere, wo diesen teilweise (Kommata als erste Zeichen einer Zeile) sicherlich bereits automatisiert vorgebeugt werden könnte. In dieser Hinsicht steht das Medium im frappanten Widerspruch zur Textaussage, getreu dem Motto: "Wie man Bücher verkauft, die man nicht korrekturgelesen hat."


Fiat Lux: Kann eine Handvoll Studenten ein Rätsel lösen, das Theologen seit Jahrhunderten beschäftigt?
Fiat Lux: Kann eine Handvoll Studenten ein Rätsel lösen, das Theologen seit Jahrhunderten beschäftigt?
von James G. McCarthy
  Taschenbuch

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Keine Erleuchtung - eher die Erzählung der persönlichen Betrachtung einer Dämmerung, 28. August 2009
In diesem Roman geht es um die Kontroversen innerhalb einer Studentengruppe, in der verschiedene Glaubensansichten zur Prädestination vertreten werden. Als einer der Leiter der Gruppe versucht, alle Mitglieder zur Übernahme des calvinistischen Verständnisses der doppelten Vorbestimmung zu verpflichten, stehen einige von ihnen für ihre persönlichen Überzeugungen ein, nach denen dem Menschen echte Möglichkeiten zur Entscheidung für oder gegen die Annahme von Gottes Gnade eingeräumt werden können. Es kommt nach einer langwierigen Suche nach Argumenten für die jeweils vertretene Position - zunächst bei (zumeist reformierten) Autoritäten, dann in der Bibel selbst - letztlich zu einer Synthese, die aber wohl keinen Leser wirklich zufrieden stellen dürfte. Immerhin siegt am Ende auf allen Seiten der persönliche Glaube über die von Dritten vorgesetzte Doktrin.

Pluspunkte sammelt dieses Buch für

- die sachliche, simple und dennoch fundierte Darstellung der calvinistischen wie der arminianistischen Grundüberzeugungen zur Prädestination,

- die spannenden Nebenstränge der Erzählung,

- die ungezwungene und natürliche Sprache,

- die kurzen, doch zumeist in sich abgeschlossenen Kapitel

Nicht so gut gefallen hat mir,

- dass die christlichen Akteure z.T. lebensfremd bis naiv wirken,

- dass der Autor durch die überzogene Darstellung einzelner Personen einseitige Urteile propagiert,

- dass an vielen Stellen dem Leser nicht nur Bibelgulasch* serviert wird, sondern der Autor auch gleich dazu schreibt, wie man es zu essen und wonach es zu schmecken habe,

- dass sich die Diskussion (natürlich) ständig im Kreis dreht,

- dass es in der deutschen Übersetzung Rechtschreib- und Grammatikfehler durch das Lektorat geschafft haben.

Alles in allem halte ich das Buch für einen guten Erstkontakt mit dem Calvinismus im Allgemeinen und der Prädestinationslehre im Speziellen, in dem das Für und Wider sorgfältig abgewogen und letztlich klar wird, dass man diese Frage nicht objektiv beantworten, sondern nur für sich selbst eine akzeptable Lösung finden kann.

Daher bleibe ich im Bezug auf den Erkenntniszugewinn etwas unbefriedigt zurück, aber was habe ich auch erwartet? Und auf der anderen Seite war das eigentliche Lesevergnügen viel größer als im Vorwege befürchtet.

__________________________________

*) Alle Teilnehmer an der Kontroverse zitieren immer wieder einzelne Verse aus der Bibel, oft völlig ohne den Kontext zu berücksichtigen.


Alpinwanderungen Engadin, Südbünden
Alpinwanderungen Engadin, Südbünden
von Bernard van Dierendonck
  Broschiert
Preis: EUR 34,00

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mehrtagestouren jenseits der ausgetretenen Pfade, 29. Juli 2009
Ohne Frage: Die vorgestellten Touren sind höchst interessant und erschließen den Süden Graubündens abseits der ausgetretenen Pfade, allzumal sie gut beschrieben und mit Fotografien und Hintergrundinformationen reich ausgestattet wurden.

Doch da es sich bei den Tourenvorschlägen i.d.R. um mehrtägige Wanderungen handelt, sind die Ideen aus dem Buch nur dann praktikabel umsetzbar, wenn man seine Reiselogistik darauf einstellen kann und mag. Der "normale", an Tagestouren gewöhnte Wanderer ist vmtl. mit dem Buch von Peter Deuble besser bedient: Engadin und Mittelbünden: 50 Gipfeltouren und Höhenwege.


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