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Rezensionen verfasst von
SiMi (Kornwestheim)

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Die Legenden von Rübezahl
Die Legenden von Rübezahl
von Fritz Eycken
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wer ist Rübezahl?, 9. Februar 2013
Ein berühmt-berüchtigter Berggeist im Riesengebirge - Das ist alles, was ich bisher von Rübezahl wusste. Dann habe ich dieses schöne Leinenbändchen geschenkt bekommen (erschienen im Haffmans Verlag bei Zweitausendeins):

Sicher, an die etwas "altertümliche" Sprache muss man sich erst gewöhnen, aber nach zwei, drei Seiten hat man sich eingelesen und folgt geradezu verzaubert den Legenden, die sich um Rübezahl ranken. Wie kam Rübezahl überhaupt zu seinem Namen (den er selbst nicht mag) und wieso ist er zu den Menschen nicht immer freundlich? Welche Listen gebraucht er, um die Menschen zu ärgern oder um ihnen hilfreich zu sein?

Das alles und noch mehr erfahren wir in den Legenden, die Johann Karl August Musäus (1735 - 1787) gesammelt und aufgeschrieben hat. Im Glossar werden einige heute nicht mehr gebräuchliche Ausdrücke erklärt und in "Biographischen Nachrichten" wird Musäus vorgestellt - ein sehr interessanter Schriftsteller!

Als Zugabe ist noch "Dämon Amor" enthalten, ein weiteres von Musäus notiertes Volksmärchen.

Eine Empfehlung für alle, die gerne Märchen, Legenden und Sagen lesen!


Schreiben für die eigenen Augen: Aus den Tagebüchern 1915-1941
Schreiben für die eigenen Augen: Aus den Tagebüchern 1915-1941
von Nicole Seifert
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn mein Geist aus Sorge, oder einem anderen Grund, von seiner Fixierung auf das leere Blatt Papier abgelenkt wird, ..., 30. Dezember 2012
... ist er wie ein verirrtes Kind - das durch das Haus streicht, sich auf die unterste Stufe setzt und weint." (5. Dezember 1919)

Virginia Woolf (geb. 1882) hat schon 1897 begonnen, regelmäßig ein Tagebuch zu führen, es aber bereits Anfang 1898 wieder beendet. Erst 1915 nimmt sie das Tagebuchschreiben wieder auf, führt es dann aber bis zu ihrem Tod fort.

"Schreiben für die eigenen Augen - Aus den Tagebücher 1915 - 1941" - Diese Auswahl aus den Tagebüchern von Virginia Woolf (5 Bände, erschienen im S. Fischer Verlag) bietet einen Einblick in das "private Leben" einer faszinierenden Schriftstellerin und Persönlichkeit.

Ich halte die Auswahl, die sicher nicht einfach zu treffen war, für sehr gelungen, da sie alle Themen abdeckt, die im Leben Virginia Woolfs eine Rolle gespielt haben: ihr Schreiben, die Literatur, ihre Familie, die Freunde und Bekannten, die Hogarth Press, Politik, Reisen und häusliche, ganz alltägliche Probleme - und nicht zuletzt Virginia Woolfs Krankheit, ihre Depressionen und ihre Zerrissenheit: Unabhängig sein zu wollen und doch wieder abhängig zu sein von den guten Kritiken ihrer Bücher (an einem Tag war sie deprimiert, am nächsten euphorisch). Gleichzeitig war sie aber selbstbewusst, auch hinsichtlich ihrer schriftstellerischen Fähigkeiten, an denen sie immer weiter gearbeitet und gefeilt hat.

In ihrem Tagebuch nahm Virginia Woolf kein Blatt vor den Mund, ungeschönt schrieb sie alles auf, wie es ihr in den Sinn kam, witzige oder auch bissige Kommentare finden sich einige. So bezeichnet sie ihren Halbbruder Gerald Duckworth einmal als "fettleibigen & verbrauchten Alligator" ...

Fußnoten erläutern wichtige Personen, Orte oder Begebenheiten: Sie sind aber gut dosiert - nicht jede Einzelheit wird erklärt -, so dass der Lesefluss nicht gestört wird. Das interessante Nachwort der Herausgeberin, Biographische Skizzen der am häufigsten erwähnten Personen, Daten zu Leben und Werk Virginia Woolfs und ein Textnachweis runden dieses sehr lesenswerte Buch ab.

Gerne hätte ich noch ein paar Sterne mehr vergeben!


Ein anderes Land: Short Storys aus Neuseeland
Ein anderes Land: Short Storys aus Neuseeland
von Bill Manhire
  Taschenbuch

4.0 von 5 Sternen Neuseeland entdecken, 25. Dezember 2012
Kurzgeschichtensammlungen sind generell eine gute und meist spannende Möglichkeit, die Literatur eines Landes oder einer Region kennenzulernen, so auch "Ein anderes Land":

Die 18 Kurzgeschichten von ebenso vielen neuseeländischen Schriftstellern sind in den Jahren von 1965 bis 2011 entstanden und bieten eine beeindruckende Vielfalt von Themen. Ob mystisch, heiter und charmant, nachdenklich stimmend, bedrückend oder gar unterschwellig bedrohlich - hier ist für jeden etwas dabei.

Während man in manchen Anthologien gelegentlich Kurzgeschichten als "Seitenfüller" findet, ist in "Ein anderes Land" die Qualität der Geschichten insgesamt hoch, alle sind lesenswert.

Sehr interessant fand ich auch das informative Vorwort des Herausgebers Bill Manhire.
Am Ende werden im Glossar einige Maori-Ausdrücke erklärt und im Autoren- und Quellenverzeichnis die einzelnen Schriftsteller kurz vorgestellt.


Der Mann mit dem kleinen Hund
Der Mann mit dem kleinen Hund

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Felix und Bib, 25. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Mann mit dem kleinen Hund
Felix Allard, Ende 40, lebt allein mit seinem Hund Bib und arbeitet in der Buchhandlung von Madame Annelet.

Eines Tages macht Felix Allard eine Beobachtung, die ihn sehr beeindruckt, und er beginnt, sein Leben aufzuschreiben. Er erzählt von Bib und von seinem früheren Leben, seiner Schul- und Studienzeit, von Familie und Frauen, seinem Berufsleben und dem Niedergang. Dabei bleibt er nüchtern, ganz unsentimental. Ihn scheint fast nichts mehr zu berühren.

Georges Simenon zeigt auch in diesem Roman seine Klasse. Wie nur wenige konnte er Romanfiguren und -schauplätze charakterisieren (oft reichten ihm dazu ein paar Worte). Eine besonders eindrucksvolle Figur ist ihm mit Madame Annelet gelungen: Fast bewegungslos liegt sie den ganzen Tag auf ihrem Bett und liest Romane und doch entgeht ihr nichts. Während Madame Annelet von sich nur wenig preisgibt und Felix Allard ihre Vergangenheit nur erahnen kann, durchschaut sie ihn völlig. Großartig!

"Der Mann mit dem kleinen Hund" - eine unglückliche Lebensgeschichte, die dennoch ein stimmiges Ende findet. - Lesenswert! -


Ruhm. Ein Roman in neun Geschichten
Ruhm. Ein Roman in neun Geschichten
von Daniel Kehlmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Ein Roman ...", 10. November 2012
... in neun Geschichten: Ich war sehr gespannt, ob wirklich aus neun einzelnen Geschichten ein Roman entsteht oder ob es nur eine Aneinanderreihung von Geschichten ist, in denen zufällig dieselben Personen, Orte etc. auftauchen.

Es funktioniert! Jede der Geschichten für sich ist kurzweilig, witzig, spannend oder stimmt nachdenklich und doch ergeben sie zusammen eine Einheit. Sie sind so kunstvoll, so intelligent miteinander verflochten, dass das Lesen einfach Spaß macht (für oberflächliche Leser ist "Ruhm" vermutlich nicht geeignet). Besonders interessant ist der Wechsel und das Verschmelzen von Realität und Fiktion - Was ist wirklich, was nicht? - Alles in allem glänzend geschrieben!


Ein Roman in einem Jahr: Eine Anleitung in 52 Kapiteln
Ein Roman in einem Jahr: Eine Anleitung in 52 Kapiteln
von Louise Doughty
  Broschiert
Preis: EUR 16,80

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "... nur die Freude am Schreiben zählt ...", 10. November 2012
Ich habe schon einige Bücher rund um das Thema Schreiben gelesen, aber nur wenige sind wirklich hilfreich. "Ein Roman in einem Jahr" ist eine große Ausnahme, denn dieses Buch "kann" etwas, was ich bisher in keinem anderen Buch gefunden habe: Es motiviert zum Schreiben! Man fängt an und schreibt und schreibt und hat auch keine "Angst" vor dem ersten Satz, vor dem weißen Blatt Papier! Mit jedem Kapitel und jeder Übung entsteht so eine (mehr oder weniger) umfangreiche Materialsammlung oder sogar ein Romanentwurf (je nach Fleiß ...). Dabei erfährt man viel über die Entwicklung und Entstehung eines Romans.

"Ein Roman in einem Jahr" ist ein informatives, gut lesbares "Motivationsbuch"! Es werden auch keine falschen Versprechungen gemacht: Louise Doughty weist darauf hin, dass ein Anfänger nach einem Jahr wahrscheinlich noch keinen "fertigen" Roman in Händen hält. Vielmehr soll das Jahr dazu dienen herauszufinden, ob man wirklich schreiben will und bereit ist, viel Zeit und Arbeit zu investieren. Außerdem gibt sie einen realistischen, ungeschönten Ausblick auf die (Un)Wahrscheinlichkeit, einen Verlag für das fertige Werk zu finden, aber ... "nur die Freude am Schreiben zählt ...".

Weitere lesenswerte Bücher: Elizabeth George - "Wort für Wort - oder Die Kunst, ein gutes Buch zu schreiben" und Stephen King - "Das Leben und das Schreiben" (Großartig!)

Zum Handwerk des Erzählens: "Kreativ Schreiben" von Fritz Gesing


Das merkwürdige Leben der Literaten
Das merkwürdige Leben der Literaten
von Jürgen Neckam
  Gebundene Ausgabe

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kurzweilig und interessant, 10. November 2012
Jürgen Neckam hat unzählige kleine Episoden, Fragmente, manchmal nur einzelne Sätze aus dem Leben vieler Literaten zusammengetragen, die zum Teil witzig, skurril, aber auch tragisch sind. Wieso er diese zusammenhanglose Form der Darstellung gewählt hat, erläutert er in einer Nachbemerkung.

Dank eines Personenregisters kann man gezielt nach bestimmten (Lieblings-)Schriftstellern suchen.

Ich habe dieses schmale Büchlein in den letzten Jahren schon mehrmals gelesen. Es eignet sich wunderbar zum Zwischendurch-Lesen", um z. B. eine Wartezeit angenehm zu überbrücken.


Reclams Literatur-Kalender 2013
Reclams Literatur-Kalender 2013

5.0 von 5 Sternen Für Literaturfreunde ..., 16. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Reclams Literatur-Kalender 2013 (Broschiert)
... ist Reclams Literatur-Kalender Jahr für Jahr ein interessanter Begleiter.

In einem kleinen Monatskalendarium sind die Geburts- und Gedenktage 2013 aufgeführt.

In dem etwa 100 Seiten umfassenden Textteil finden sich Interviews, Informationen zu einigen der Jubilare - darunter z.B. Laurence Sterne, Christoph Martin Wieland und Johann Gottfried Seume - und Textauszüge. Auch an mehrere Buchjubiläen wird erinnert und am Ende geht es wieder auf die Suche nach dem Rätsel-Jubilar (und wer ein wenig belesen ist, findet die Lösung ohne Probleme ...).

Ich nehme den Literaturkalender das ganze Jahr über immer wieder gerne zu Hand, blättere und lese darin, hole mir Anregungen: Um einen der Jubilare neu zu entdecken oder nach Jahren wieder zu lesen, denn der Kalender weckt (steigert!?) auch die Leselust ... Was will man mehr?


Sweet Tooth
Sweet Tooth
von Ian McEwan
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 23,61

26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Ein Roman in einem Roman", 23. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Sweet Tooth (Gebundene Ausgabe)
Ian McEwan gehört seit Jahren zu meinen Lieblingsschriftstellern. Auch in seinem neuen Roman "Sweet Tooth" zeigt er, welch großartiger Erzähler er ist.

Der Roman spielt Anfang der 1970er Jahre mit all den bekannten Turbulenzen - Wirtschaftskrise, Terrorismus, der Kalte Krieg.

Serena Frome hatte als Tochter eines anglikanischen Bischofs eine behütete Kindheit. Nach einem nicht sehr erfolgreichen Mathestudium in Cambridge und einer Affäre mit einem älteren Mann bekommt sie eine Stelle beim MI5, dem britischen Spionageabwehrdienst - anfangs mit etwas anderen Aufgaben, als sie es sich vorgestellt hat.

Dann aber bekommt sie ihre Chance: Als passionierte Leserin wird sie mit einem Auftrag betraut, der sie in die Welt der Literatur führt. Dadurch lernt sie den Schriftsteller Tom Haley kennen und verliebt sich in ihn ...

In "Sweet Tooth" geht es um Freundschaft und Liebe, Eifersucht, Lügen und Verrat. Und es geht um Literatur, um Lesen und Schreiben und um zahlreiche bekannte Literaten wie z. B. Martin Amis, Ian Fleming, W. H. Auden, T. S. Eliot.

Der Roman ist wunderbar aufgebaut. Der letzte Satz "Dearest Serena, it's up to you." führt geradewegs wieder zum Anfang, so dass man versucht ist, das Buch gleich ein zweites Mal zu lesen.

Überhaupt ist das Ende einfach fabelhaft - überraschend und absolut stimmig!

Übrigens: Alle, die McEwans frühe Erzählungen gelesen haben, werden denken "das kenn ich doch", denn der Schriftsteller Tom Haley verwendet in seinen Geschichten bekannte Motive (wie z.B. der vermögende Mann, der sich in eine Schaufensterpuppe verliebt).

Uneingeschränkte Leseempfehlung!


Die Ballade vom traurigen Cafe. Novelle
Die Ballade vom traurigen Cafe. Novelle
von Carson McCullers
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,90

5.0 von 5 Sternen Glück und Verrat, 28. August 2012
In einem öden Südstaatenstädtchen bietet nur Miss Amelias Café ein wenig Abwechslung. Hier lebt Miss Amelia mit einem kleinen buckligen Mann zusammen, der eines Nachts bei ihr aufgetaucht ist - Vetter Lymon (der gar nicht ihr Vetter ist). Wie zerbrechlich dieses Glück ist, zeigt sich, als eines Tages Miss Amelias Ex-Mann auftaucht: In der Hitze der Südstaaten braut sich Unheil zusammen und es kommt zu einem Verrat ...

Die Trostlosigkeit des Ortes und die ungewöhnlichen Charaktere sind unglaublich lebendig beschrieben - und das bei aller Tragik der Handlung in einer klaren, ruhigen Sprache. Unbedingt lesen!


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