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PS

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Five Trios
Five Trios
Wird angeboten von Japanese ninja
Preis: EUR 133,33

5.0 von 5 Sternen Fünf Traum-Trios vom Meister, 11. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Five Trios (Audio CD)
Ich habe lange überlegt, ob ich mir die CD kaufen soll: Über 120 Euro für 6 CDs, lohnt sich das? Auch wenn es vom meiner Meinung nach perfektesten Musiker ist, der alles spielen kann, ein genialer Improvisator ist und dazu ein kompositorisches Erbe hinterlassen wird, das dem eines Mozart ebenbürtig ist? Dann las ich im Web einen Kommentar eines US-Kritikers - und schlug zu.

Ich war sehr überrascht: Die Scheiben sind noch besser als erhofft und extrem abwechslungsreich. Meine Befürchtung, dass es nach 6 CDs Klaviertrio einfach langweilig wird, ist noch nicht mal ansatzweise eingetreten. Chick spielt in den 5 Besetzungen (die 6. CD sind weitere Stücke der Besetzungen der 1., 3. und 4. CD) sowohl elektrisch als auch im reinen Piano Trio, es sind Live- und Studio-Aufnahmen dabei.

Wer jemals wissen wollte, was für eine musikalische und klangliche Bandbreite ein Piano-/Keyboard-Trio abdecken kann, erhält hier eine Lehrstunde. Doch der Reihe nach...

CD1 ("Dr. Joe") ist eine Widmung an Joe Henderson, aufgenommen in Chick's Mad Hatter East Studio. Neben ihm sind John Patitucci und Antonio Sanchez von der Partie, die vorher in dieser Besetzung noch nie gespielt haben. Meiner Kenntnis nach sind es alles neue bzw. noch nicht veröffentlichte Stücke. "For two days we laughed a lot" schreibt Chick. Dabei ist eine perfekte Session enstanden: obergeile Musiker mit einer genialen Mischung aus elektrisch und akustisch, tolle neue Stücke - grandios. Sanchez ist für mich sowieso einer der besten und einfühlsamsten Drummer, Patitucci spielt E- und Kontrabass und ist auf beiden einfach nur perfekt, auch Chick spielt Piano und Keyboards - man hat das Gefühl, die drei spielen schon seit Jahren zusammen, es ist einfach unglaublich!

CD2 nennt sich "From Miles" und ist eine Live-Aufnahme mit Jack DeJohnette und Eddie Gomez am Bass. Alle drei haben mit Miles Davis gespielt und haben sich bei dem offensichtlich recht spontanen Auftritt auf Stücke von Miles bzw. die er gespielt hat geeinigt. Ich bin kein Fan von DeJohnette, er spielt mir zu "flächig", zu wenig Groove. Auch Gomez geht hier recht "experimentell" zu Werke. In der Dosierung mit nur 5 Stücken und ohne ausufernde Improvisationen ist das hier aber insgesamt richtig gut, bietet genau die richtige Abwechslung im Gesamtkontext der 5 CDs. Und Chick ist souverän wie immer...

CD3 ("Chillin' in Chelan") wurde bei einem Open Air aufgenommen und ist ähnlich perfekt wie die erste: Christian McBride und Jeff Ballard sind der Oberhammer, absolut genial das Verständnis aller Drei, obwohl Bassist und Drummer vorher noch nie zusammen gespielt hatten. Und Chick ist mal wieder der Ober-Meister am Flügel. Diesmal ein rein akustisches Trio, sie spielen bekannte Stücke, trotzdem kein bisschen langweilig.

CD4 heißt "Boston Three Party", weil sie in Chick's Heimatstadt bei einem Konzert am Berklee Performance Center aufgenommen wurde. SIe ist etwas ganz Besonderes und geht weit über das gewohnte Trio-Klangbild hinaus. Diesmal spielt neben Eddie Gomez mit Airto Moreira an Drums und Percussion ein Weggefährte aus ersten "Return to Forever"-Tagen mit. Chick schreibt zu Recht in den liner notes: "This turned out to be one of the wilder pairings of bass and drums I've tried." Die Mischung ist absolut genial: Moreira experimentiert (auch mit Gesang) und bringt eine Menge Farbe und Abwechslung in die Musik, Gomez groovt und swingt, was das Zeug hält, Chick spielt viel E-Piano um die alten RtF-Sachen bringen zu können. Heraus kommt eine grandiose elektrisch-akustische Mischung, alte Stücke wie "500 Miles High" und "Sometime Ago - La Fiesta" werden supertoll interpretiert, man erkennt sie kaum wieder.

CD5 ist wieder eine Session im Mad Hatter East namens "Brrokly, Paris to Clearwater" mit zwei jungen Musikern (2007 in den frühen Zwanzigern), die Corea nur per CD und YouTube ausgesucht hatte: Hadrian Feraud am E-Bass und Richie Barshay am Schlagzeug. Nette Notiz hierzu aus den liner notes: "This was the biggest 'generation gap' I had tried for a rhythm section, next to playing with my wild and talented grandsons ... (five and three years old)." Auch hier wieder eine 2-Tage-Session und für mich völlig unerklärlich wie Musiker, die vorher noch nie zusammen gespielt haben, 9 Stücke (davon 8 neue von Chick!) einspielen können und dabei klingen, als spielten sie schon seit Jahren zusammen. Die CD ist hoch interessant, kompositorisch, klanglich und spielerisch teilweise fast experimentell und sehr abgefahren. Corea spielt viel elektronisch, Feraud ist auch mit jungen Jahren unvergleichlich gut, Barshay hält fantastisch mit. Tolle Scheibe!

Die 6. Scheibe schließlich enthält alles andere als Reste - ich sage nur "50% Manteca" sowie zwei sehr witzige Interpretationen eines ewigen Klassikers: "Spain in the Main" und "Spain Drumdendum" mit einem Drum-/Percussion-Trio von Corea, McBride und Ballard.

Es ist absolut unverständlich für mich, warum "Five Trios" nur in Japan erschienen ist. Für mich ist es eine der besten Aufnahmen, die Chick je herausgebracht hat.

Wer also etwas ganz Besonders in seiner Sammlung haben möchte und für herausragende Musik mal nicht auf's Geld schaut, ist mit dieser Box bestens bedient.


Rhumba Flamenco (UK Import)
Rhumba Flamenco (UK Import)

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fantastischer Flamenco-Jazz, 10. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Rhumba Flamenco (UK Import) (Audio CD)
Warum diese Doppel-CD nur über Chick's Webseite veröffentlicht wurde und daher nun als teures Sammler-Stück durch die Angebote geistert, erschließt sich mir nicht. Für mich ist das eine der besten Corea-Scheiben - und ich habe einige aus seiner sehr umfangreichen Diskografie.

Das Zusammenspiel von Corea mit den besten Musikern aus Paco de Lucia's Band kreiert eine begeisternde Mischung aus Flamenco und Jazz. Hier stimmt einfach alles: die Kompositionen (wenn auch keine neuen), das Zusammenspiel aller Musiker, das man fast schon als traumwandlerisch sicher bezeichnen kann, die Interaktion, ihr Verständnis und aufeinander Eingehen - creme de la creme.

Ich kann und will auch keinen der Musiker hervorheben, vielleicht nur mangels Produktbeschreibung die Nennung der Namen: Carlos Benavent (Bass), Tom Brechtlein (Drums), Rubem Dantas (Percussion), Jorge Pardo (Sopran Sax, Flöte), Gayle Moran Corea (Vocals bei 1 und 4). Stücke und weitere Infos findet man u. a. hier: [...]

Ich habe die beiden CD's noch für knapp 80 Euro bekommen und sie sind mir jeden Cent Wert. Hier stimmt einfach alles, was man Jazz-lastiger Musikliebhaber erwarten kann, wenn man ein Faible für Flamenco hat. Auch oder gerade weil die typische Flamenco-Gitarre fehlt: Dadurch geht es mehr Richtung Jazz und wie Chick das Fehlen derselben kompensiert ist der Hammer und absolut hörenswert! Und noch einmel: Das Zusammenspiel der Musiker, das Hören und Reagieren aufeinander ist kaum zu toppen.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 9, 2014 4:42 PM MEST


Solo Piano Portraits
Solo Piano Portraits
Preis: EUR 17,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lebenswerk auf 88 Tasten, 10. August 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Solo Piano Portraits (Audio CD)
Ich sollte vorausschicken, dass ich Chick Corea für einen der vollkommensten Musiker dieser Zeit halte: Fantastischer Komponist genauso wie Improvisierer, elektrich wie akustisch Spitze, beherrscht praktisch alle Stile perfekt, von Fusion über tradtional Jazz bis zu Klassik oder gar selbstkomponierten Klavierkonzerten. Chick bekommt man im Oktett, als Trio, in verschiedenen Duos, alle möglichen Band-Formationen, Latin, Spanish Heart / Flamenco, akustisch, voll elekrifiziert abgehend - und nun am Solo Piano.

Ich habe selten eine kurzweiligere Darbietung von 135 Minuten am Piano gehört. Man merkt es schon an den 44 einzelnen Stücken (inkl. Chick's Announcements), aber es ist auch der Bogen, den er musikalisch spannt, seine Interaktion mit dem Publikum - und nicht zuletzt natürlich sein unvergleichliches Klavierspiel.

Hier steht mehr die Improvisation und Interpretation im Vordergrund als Chick's Kompositionen. Trotzdem hat das Album eine Struktur: Es beginnt mit "Portraits" von ihm geschätzter Musiker und Komponisten. Schon hier reicht die Spanne von Jazz (Bill Evans, Monk, Bud Powell) über Flamenco (Paco de Lucia) und Soul-Pop (Stevie Wonder) bis zur Klassik (Scriabin, Bartok). Dann folgt eine Auswahl aus Chick's Children Songs. ("These are portraits of children.") Schließlich portraitiert er frei improvisiert Konzertbesucher - "like a painter".

Vor allem der letzte Teil (10 kurze Stücke) gefällt mir überaus gut, man kann sich die Menschen fast vorstellen. Und gemessen an den Publikums-Reaktionen scheint er die Portraitierten sehr gut zu treffen...

Ganz zu Beginn gibt es noch eine Improvisation: Corea fängt einfach an zu spielen und kommt dann zu „How Deep is the Ocean”. Er erklärt danach: „Yeah, I don’t know where that came from. I think I still have that tune…” Die Improvisation ist quasi atonal und trotzdem kontrapunktisch gesetzt. Man achte auf das Zusammenspiel linke Hand (eher Basslinien) und rechte Hand (hohe Melodien): Das ist für mich schwer zu verstehen, wie man so etwas improvisieren kann. Das könnte man notieren und hätte eine perfekte Komposition.

An diesem Beispiel mag man sehen, wie hochmusikalisch und künstlerisch die Musik ist - und gleichzeitig klingt alles so locker, einfach und verspielt. Man hat das Gefühl, da geht Mr. Corea jetzt einfach mal her, setzt sich ans Klavier („Yes, nice piano!”), überlegt sich vorher vielleicht ein wenig, was er machen möchte, oder lässt sich tatsächlich einfach treiben, wie er sagt - und packt sein ganzes Können, seine Erfahrung, seine Musikalität, eigentlich sich selbst in sein Spiel und legt los. Wie geil ist das denn?

Wie vielleicht nicht zu überlesen bin ich reichlich begeistert von Künstler und Platte… ;o)


The Vigil
The Vigil
Preis: EUR 16,99

14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolute Spitzenklasse, ein Meisterwerk des Jazz!!!, 8. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Vigil (Audio CD)
Was der gute Chick mit seinen inzwischen 72 Jahren hier abliefert ist kaum noch zu überbieten: Jazz mit Fusion-Einschlag allerfeinster Güte, bei dem wirklich alles passt! Ich habe die CD teilweise mehrfach hintereinander gehört und habe es in den letzten Wochen nicht geschafft, dass sie mir auch nur ansatzweise langweilig wird.

Hier ist wirklich alles dabei, was gute Musik ausmacht: fantastische, nie langweilige Kompositionen, komplex und doch mit schönen Melodien, rhythmisch ausgefuchst bis ins letzte und trotzdem alles ganz easy und locker dargebracht, als würden Chick und seine jungen Kollegen das einfach so aus dem Ärmel schütteln, so mal nebenbei in ner Session.

Wie gesagt sind die Stücke nicht nach Schema F, sondern die wirklich schönen Themen werden von den Solisten umspielt, teilweise auseinandergebochen, es wechseln sich durchkomponierte Passagen mit Improvisationen ab, wobei letztere auch mal in irren Unisono-Läufen enden können.

Das sind alles wahre Meister ihres Fachs, und Chick hat gut daran getan, junge aber etablierte Kollegen in die Band zu holen. Man hat den Eindruck, dass die mehr als alles geben, voller Ehrfurcht und Freude dabei sind, mit dem großen Meister spielen zu dürfen - und doch schwebt über allem besagte Leichtigkeit gepaart mit einer fast schon überirdischen Perfektion und Spielfreude. Und nein, das widerspricht sich nicht! ;-)

Der Opener "Galaxy 32 Star 4" kommt in bester RTF-Fusion-Tradition daher, mit einem tollen Solo des jungen Gitarristen Charles Altura mit sehr ungewöhnlichen Harmonien und Läufen (nix DiMeola-Genudel). Mein Lieblings-Stück ist "Planet Chia", wunderbar leicht und akustisch, leichte Spanish-/Latin-Einschlag, wobei das echt schwer ist, hier etwas hervorzuheben, ohne alle anderen durchweg hervorragenden Stücke schlecht machen zu wollen - nennen wir es persönlichen Geschmack. Beide Werke haben übrigens jeweils die oben erwähnten langen Unisono-Passagen als Schluss, fast schon klassisch durchkomponiert.

"Portals to Forever" ist von Aufbau und Komposition her der Hammer: Mit komplex verschachteltem Fusion-Rhythmus recht elektrisch beginnend, geht es weiter mit ständig wechselnden Soli, Thema, wieder Soli, den schon bekannten Unisono-Melodien, zwischendrin mal entspannter 4/4-Jazz mit Piano-Solo, an dessen Ende wieder alle gemeinsam spielen - und am Schluss noch einmal ein komplett neuer Part, fast schon ein eigenes Stück, in Form eines traumhaft stimmungsvollen Outros der gesamten Band, das langsam ins Nichts entgleitet.

Das wieder mehr akustisch-majestätisch-leichte "Royalty", "Outside of Space" mit Corea's Frau Gayle Moran als Sängerin, die John-Coltrane-Gedächtnis-Improvisation "Pledge for Peace" (live) mit Stanley Clarke am akustischen Bass statt "Wunderkind" Hadrien Feraud am elektrischen und Ravi Coltrane statt Tim Garland am Sax (letzterer spielt übrigens auf allen anderen Stücken mit einem fantastisch klaren, hellen, fast schon perlenden Ton), das rassig-dreckige Jazz-Rock geprägte und doch tief jazzige "Legacy" mit einem hier fast noch breiter ausgebreiteten Rhythmus-Teppich als auf dem Rest der CD des Drummers Marcus Gilmore, sowie schließlich das federleichten live eingespielten Latin-Jazz-Stück namens "Hot House" hört euch bitte selbst an: Unbedingt kaufen, die Scheibe ist es wirklich wert!

Der Begleittext hier bei Amazon ist übrigens schlichtweg falsch: Das sind alles neue Kompositionen von Chick und kein "Mix aus Corea-Klassikern und neuen Originalen".
Kommentar Kommentare (4) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 22, 2013 1:40 PM CET


Lucidity
Lucidity
Preis: EUR 17,99

5.0 von 5 Sternen Moderner Big Band Jazz vom Feinsten, 3. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lucidity (Audio CD)
Das ist eine ganz tolle Vorstellung, die das Swizz Jazz Orchestra da liefert! Der Titel ist Programm, die Musik strahlt eine ungewöhnliche Klarheit aus, ist melodiös und gut hörbar, trotz aller Komplexität. Da werden Melodien und Themen mehrschichtig aufgebaut, sich steigernd zum Haupt-Thema, Rhythmen teils überlagert, teils gewechselt, ohne die Harmonien bzw. die Harmonie des Ganzen zu verlieren; Soli werden vom Orchester untermalt, die Steigerung zum Höhepunkt unterstützt.

Als Ergebnis klingt die Musik nie langweilig, man entdeckt ständig neue Facetten und Farben - und trotzdem ist sie weder aufdringlich noch disharmonisch. Dadurch werden auch dem Jazz weniger gewogene Hörer nicht abgeschreckt, obwohl die Musik beileibe nicht seicht ist, vielleicht sogar trotz aller Dynamik Fahrstuhl-geeignet, wenn auch ganz sicher kein Fahrstuhl-Jazz. (Auch nicht der Remix von "Figment", der ist richtig gut - und ich mag normalerweise Remixe nicht...) Die ganze Tiefe und Vielschichtigkeit der Stücke erschließt sich allerdings nur dem gewogenen Hörer, der bereit ist, zuzuhören, zu folgen und sich verzaubern zu lassen.

Bitte nicht missverstehen: Das SJO geht trotzdem richtig gut ab, hat Groove und Drive. Ich war erst skeptisch, weil bei dieser CD der prominente Gast oder Komponist als Aufmacher fehlt. Das hat sich jedoch sehr schnell gelegt, denn Musical Director Bert Joris kennt seinen Klangkörper wie kein Anderer und zaubert regelrecht mit seinen hochkarätigen Musikern. Chapeau!

Da es auf Amazon noch keine Produktbeschreibung gibt, erlaube ich mir, die von Mons Records zu posten, v.a. da ich mich ihr zu 100% anschließen kann:
"Mit ihrer siebenten CD „Lucidity“ präsentiert das SJO nun sieben überragende Kompositionen ihres Pianisten und Komponisten Philip Henzi, die sich fast filmisch zu einem Gesamtwerk zusammensetzen. Jedes seiner Stücke basiert auf einem Traum und/oder einem imaginären Bild – und erzählt, jedes für sich und doch auch Bezug nehmend aufeinander, seine eigene Geschichte. Zusammen entwickeln sie einen ganz eigenen musikalischen Fluss, wachsen aneinander und machen uns Zuhörer neugierig auf das, was wohl als nächstes geschehen soll...
Und um in cineastischen Jargon zu bleiben – Philip Henzi ist das perfekte Drehbuch gelungen und feuert damit seinen Regisseur und Bandleader Bert Joris mit seiner Starbesetzung des SJO zur Höchstleistung an. Einen Oscar für das Gesamtwerk!"

(siehe [...])


Überjam Deux
Überjam Deux
Wird angeboten von davehopetrading
Preis: EUR 13,11

4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Für Fahrstuhl-Fahrer, 27. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Überjam Deux (Audio CD)
Sco, was ist nur aus Dir geworden! Hast Du es wirklich so nötig, Geld zu verdienen auf Deine alten Tage? Du bist doch ein hervorragender Gitarrist mit Witz und Groove, wie Du noch vor gar nicht langer Zeit mit Medeski, Martin & Wood bewiesen hast. Schade...

Habe nach dem Kauf erst mal reingehört und nach dem 3. Stück entnervt und gelangweilt aufgegeben. Ich habe es dann noch 2 Mal versucht und sie ganz gehört, aber es wurde nicht besser. Vielleicht ist das einfach keine Musik für mich, aber ich fahr nun mal nicht gern Fahrstuhl. Da werden teilweise sogar Disco-Beats verwendet und Handclapping: alle mal mitklatschen (*schauder*)! Hintergrund-Mucke mit ner netten Gitarre, schön 4/4 mit Beat auf 2 und 4 - tut keinem weh, hat aber auch null Substanz. Für mehr taugt das seichte Zeugs nicht. Und dann diese schreckliche rhythm Guitar - und leider reißt's auch John Medeski nicht raus.

Meine Playlist hat eben zufälligerweise den Hexentanz von Michael Wollny vor "Endless Summer" und "Cracked Ice" (schon die Titel hätten mich stutzig machen müssen ;) gespielt: Das war kein Niveu-Abstieg, das war freier Fall!

Es gibt 2 Punkte für die gute Gitarre, aber mehr ist einfach nicht drin...


Way of Life
Way of Life
Preis: EUR 20,99

5.0 von 5 Sternen Was ein Groove!, 27. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Way of Life (Audio CD)
Himmel, was geht die Frau ab! Da muss offensichtlich erst eine Dame aus Frankreich kommen, um der Jazz-Welt zu zeigen, wie frau ein Bariton-Sax spielt. Und das tut sie mit einem dermaßenen Groove, die ganze Bandbreite des Instruments ausnutzend, sich selbst beim Solo-Spiel rhythmisch begleitend, grunzend, stöhnend, hämmernd - aber auch schwebend.

Unterstützt wird sie von ganz feiner Aufnahme-Technik, die einen wirklich jede Nuance ihres Spiels fast schon plastisch hören lässt. Und nicht zu vergessen ihre Band: Nicolas Garnier am E-Bass, der den Groove noch verstärkt, sowie Hary Ratsimbazafy, der den passenden Schlagzeug-Teppich unterlegt. Last but not least Nguyên Lê, dessen mal feines, mal fetzendes Gitarrenspiel ich ganz und gar nicht als störend empfinde, wie einer meiner Vor-Rezensenten - im Gegenteil, wie z.B. "Ra Bentr'ol" beweist.

Anspieltipps fallen mir hier wirklich schwer, weil einfach alle Stücke grandios sind. Vielleicht mal die überraschensten "Bonacina-Momente" als Beispiele: Der "ZigZag Blues", auf dem das Bariton alle Töne auf einmal von sich zu geben scheint, wenn es den Blues intoniert. Oder "Wake Up", wo es gleichzeitigt grunzt, schwebt, fast abzuheben scheint, um dann zu stöhnen und abzugrooven, dass sich die Balken biegen. "Deep red", eine anderthalb-minütige Solo-Performance, oder "RAB, das 2 Minuten lang abgeht wie die Hölle! Und nicht weniger fetzig und gleichzeitig diffizil "Jungle" mit großartigem Gitarrensolo und Celine ausnahmsweise am Tenor. So, jetzt muss ich aufhören, um nicht alle Stücke aufzuzählen...

Fazit: Ich bin großer Jazz-Fan mit einer sehr umfangreichen Sammlung und hab schon jede Menge hervorragender Saxophonisten gehört - aber diese Frau ist wirklich was Besonderes!


Roaming
Roaming
Preis: EUR 19,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gar nicht quadratisch, 27. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Roaming (Audio CD)
...sondern eher eine runde Sache, diese CD: Klanquadrat machen einen erfrischenden, leichten aber beileibe nicht seichten Jazz - und zwischendrin kann schon mal richtig die Post abgehen, wenn Gitarrist Jonas Windscheid loslegt. Die Schweizer Band macht eine wirklich coole Mischung aus traditional Style, meist aber mit vertrackteren Rhythmen, einem Schuss Latin, schönen Balladen und modernen Linien. Feines Saxofon von Bandleader Cédric Gschwind über diffizil schwebendem Gruppen-Sound, aber alles mit einer gehörigen Portion Groove. Die angesprochene Gitarre ist wirklich sehr virtuos und steuert viel zum modernen Sound bei, der Bass von Marco Nenniger ist das Groove-Zentrum und Daniel Mudrack's Drums sind mehr viertes Melodie-Instrument als reine Rhythmus-Maschine, so gut sind sie in den Gruppensound integriert.

Ja, und das ist das eigentlich Besondere an den vier Schweizern: Es ist eine sehr harmonische, in sich verwobene Gruppe mit wirklich _einem_ Sound, hier hört jeder auf den anderen und geht auf ihn und sein Spiel ein.

Anspieltipps:
"Changed Rhythm" - Nomen est Omen und ein Beweis, das komplexe Musik nicht unmusikalisch klingen muss.
"Two Minds" - auch hier ist der Titel Programm, überraschen aber nicht erschrecken lassen, wenn's abgeht...
"Hilton" - ein ganz feines Jazz-Stück, ich liebe die Grund-Akkorde und das tolle Thema!


Stories from Sugar Hill
Stories from Sugar Hill
Preis: EUR 20,91

5.0 von 5 Sternen Bester Modern Jazz, 15. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Stories from Sugar Hill (Audio CD)
Kannte Peter Schwebs vorher noch nicht, bin durch eine Jazzthing-Rezension auf ihn gestoßen - und bin äußerst positiv überrascht! Das ist wirklich eine ganz feine Musik mit vielen Nuancen und einem Tiefgang, der mich auch nach dem x-ten Hören noch Neues entdecken lässt. Zusätzlich hat Schwebs mit seiner Band einen fantastischen Groove drauf.

Anspieltipps wären das erste Stück "On Sugar Hill", das fetzige "Crisis '08", "Cat Bites Dog" mit traditionellem Walking-Bass aber trotzdem Witz und Finesse, sowie der mörderisch groovende CD-Abschluss "NE Exit".

Das ist bester Modern Jazz, tolle Kompositionen, abwechslungsreich, hervorragende Musiker. Mehr gibt's eigentlich nicht zu sagen - anhören!


Open Heart
Open Heart
Preis: EUR 20,99

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fantastische Musik(erin), geiler Groove, 11. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Open Heart (Audio CD)
Also ich bin ausgiebiger Jazz-Fan und habe schon manchen Saxofonisten gehört, aber diese Frau ist wirklich einzigartig! Sie entlockt dem Baritonsax Töne, die ich so noch nie gehört habe. Die Stücke haben einen enormen Drive und Groove, die Improvisationen sind brilliant, technisch wie vom Aufbau her.

Die Scheibe ist insgesamt etwas ruhiger als der Vorgänger, was eine andere Atmosphäre schafft. Sie ist auch etwas jazziger, nicht ganz so einfach zugänglich - also vielleicht einmal mehr hören, dann passt alles.


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