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Beiträge von Thomas Meyer
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Rezensionen verfasst von
Thomas Meyer (am Harz)
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The Gathering - A Noise Severe [2 DVDs]
The Gathering - A Noise Severe [2 DVDs]
DVD ~ The Gathering
Wird angeboten von EHFIGHTBACK
Preis: EUR 14,99

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandios!, 30. Januar 2008
Rezension bezieht sich auf: The Gathering - A Noise Severe [2 DVDs] (DVD)
Ich hatte das Glück, The Gathering bereits 1997 live erleben zu dürfen.
Bis heute kommt mir dieser Auftritt -neben dem von Tiamat- als erstes in den Sinn, wenn ich an das seinerzeitige Zillo-Festival in Hildesheim zurück denke.

Es stimmt schon, was hier geschrieben wird. Anneke van Giersbergen hat eine ganz bezaubernde Art. Von ihrer Präsenz lebt(e) jeder Auftritt (leider hat sie ja die Band verlassen). Erstaunlich, wie natürlich sie und die Band `rüberkommen (besonders auch im Bonusmaterial zu sehen).

Nun aber zum Konzert bzw. zur DVD.
Man muss wissen, dass The Gathering in Südamerika, speziell in Chile vergöttert werden ("like the Beatles" sagt Bandkopf Rene Rutten auf der DVD "A sound relief"). Entsprechend enthusiastisch wird die Band von den tausenden (!) von Zuschauern bei diesem in Chile aufgenommenen Konzert gefeiert. Das laute Publikum stört ehrlich gesagt zumindest am Anfang ein wenig, weil man so etwas bei einem Gathering-Konzert nicht unbedingt erwartet. Man gewöhnt sich aber an die Atmosphäre und da dieses Konzert ohnehin -speziell im zweiten Teil- eher die "nach vorne gehenden Stücke" beinhaltet, gewinnt der Auftritt vor großem Publikum dadurch sogar unter dem Strich. Das genaue Gegenteil ist übrigens auf der auch zu empfehlenden DVD "A sound relief" zu sehen. Dort werden in nahezu privater Atmosphäre die ruhigeren Stücke präsentiert. Insofern ergänzen sich beide Konzerte hervorragend und man sollte beide DVD`s besitzen. Trotzdem gefallen mir die alten, rockigeren Sachen immer noch am Besten. The Gathering haben ja Mitte der Neunziger quasi den "Female-Gothic-Metal" erfunden und damals eigentlich bereits perfektioniert, bevor Nightwish, Within Temptation und Konsorten damit berühmt wurden. Viele Stücke der ersten CD mit Anneke als Sängerin ("Mandylion" -die meiner bescheidenen Meinung nach zu den besten Alben der Rockgeschichte gehört-) sind im Hauptteil des Konzertes enthalten. Einziger Wermutstropfen: Die ebenfalls sehr gute Nachfolge-CD ist mit nur zwei Stücken vertreten. Besonders vermisse ich das geniale Titelstück "Nighttime Birds". Dafür ist aber das epische "Black Light District" enthalten, das bisher nur auf einer E.P. veröffentlicht war.

Fazit: Absolut empfehlenswert für jeden Fan melancholischer Rockmusik! Die DVD bietet auch hinsichtlich Bild- und Tonqualität äußerst zufriedenstellende Werte. Die Zusatz-DVD enthält ein interessantes Making of, mit dem man Einblicke in die Entstehungsgeschichte des letzten Albums erhält (von den ersten Proben bis zur Vermarktung). Hätte man hier noch ein paar Bonus-Konzertaufnahmen draufgepackt, wäre die Sache perfekt gewesen.


When I'M Dead
When I'M Dead
Wird angeboten von ProMedia GmbH
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unverhofft kommt selten ..., 13. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: When I'M Dead (Audio CD)
Ich kann mich gar nicht mehr erinnern, wann mich ein Electro-Album zuletzt derart begeistert hat.

Asche auf mein Haupt, dass ich Dismantled nach ihrem großartigen Debütalbum etwas aus den Augen verloren hatte. Ich hatte mich von den nicht ganz so guten Kritiken zum Nachfolgealbum "Postnuclear" abschrecken lassen, welches noch sperriger als das Erstlingswerk sein sollte ("Dismantled" war schon genial, aber auch nicht gerade leicht zugänglich). Leider hat man ja auch nicht immer Gelegenheit in ein Album reinzuhören, da die Auswahl bei den Händlern vor Ort immer beschränkter wird (im wahrsten Sinne des Wortes) und kurze Internet-Snippets gerade bei anspruchsvolleren Sachen wenig aussagekräftig sind. Blindkaufen habe ich mir schon lange abgewöhnt, da gerade in der Electro- / Dark-Wave-Szene in den letzten Jahren viel Mist auf den Markt geschmissen wird. "Standard Issue" habe ich fatalerweise nach einmal Querhören dann auch nicht weiter beachtet (klang mir irgendwie zu trocken und nach NIN-Kopie).

"When I`m dead" hat mich dagegen sofort gepackt. Wahrscheinlich, weil mich u.a. diese Moll-Synth-Flächen und künstlichen Streicher an die gute alte Zeit erinnert haben. Schon das erste Stück "Start digging" zieht einen mit seiner Mischung aus Melancholie und Wut völlig in den Bann. Danach wird`s sehr abwechslungsreich und auf einen Hänger wartet man vergeblich. Sowohl Ruhiges ("Under the flood") als auch Tanzbares (z.B. "What a tragedy") ist vertreten. Auch die anfänglich nicht so auffälligen Stücke bohren sich nach und nach in die Gehörgänge. Ich glaube, die -bei aller Vielfältigkeit- gleichbleibend hohe Qualität ist auch die Stärke des Albums. Im Electro-Bereich gibt es kaum Bands, die es schaffen, ein größeres musikalisches Spektrum abzudecken. Meist steht eine Band für "den und den Sound" oder wird über "den und den Club-Hit" definiert. Hier ist eigentlich für jeden etwas dabei. Klar hat auch Gary Zon das Rad nicht neu erfunden. Aber er ist offensichtlich ein Meister darin, sich das Beste aus allem herauszupicken und zusammen mit eigenen Ideen zu etwas Neuem zu veredeln. Neben FLA, SP, NIN , von denen die ersten Alben stark beeinflusst waren, vermag man jetzt auch Pitchfork ("Simple machines"), Shock therapy, Killing Joke ("Change the world") und typische Elemente der 80`er (Ultravox-"The Voice"-Zitat bei "Living dead") sowie des Future-Pop der Jahrtausendwende zu erkennen. Man hat den Eindruck, der Mastermind hat für "When I`m dead" nochmal alle Ideen-Schubladen ausgeräumt und eine Art "Requiem für die schwarze Szene" geschaffen. Für ihn ist es wohl eher ein "Abgesang". Das Ende von Dismantled ist ein weiterer Rückschlag für die in letzter Zeit nicht gerade vor Kreativität glänzende schwarze Musiklandschaft. Desillusioniert und sarkastisch heisst es in "Start digging" : "So einen wie mich müsst ihr erstmal wieder finden / "ausgraben". Gleichzeitig scheint er aber noch nicht alle Hoffnung aufgegeben zu haben bzw. ruft zum Weitermachen auf ("Keep digging!").

Ich glaube ja, Gary Zon ist ein Schelm. Hat er mit "Standard Issue" der Szene schon einen Spiegel vorgehalten, so zeigt er uns jetzt, was alles noch von ihm zu erwarten gewesen wäre, wenn man ihn gelassen hätte. Sinngemäß heißt es in einer Textzeile "Wenn ich tot bin, will ich, dass die ganze Welt um mich trauert". Mit dem Ende des Dependent-Labels ist auch das Projekt Dismantled "gestorben". Schade eigentlich. Vielleicht werden wir ja dieses Album auch in 10 Jahren immer noch gerne "ausgraben" um uns an die gute alte Zeit zu erinnern. R.I.P.


Antikörper
Antikörper
DVD ~ Wotan Wilke Möhring
Wird angeboten von OBIKO
Preis: EUR 12,48

4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Prophet im eigenen Lande ..., 4. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Antikörper (DVD)
Schade, dass dieser Film von vielen offensichtlich voreilig das "Anti-Qualitätssiegel - Aus deutschen Landen" verpasst bekommen hat !

Dafür, dass der Regisseur ein Autodidakt ist und nur ein sehr begrenztes Budget zur Verfügung stand, finde ich das Resultat erstaunlich. Ich habe den Film im Fernsehen gesehen und hatte eine Art "Tatort-Folge" erwartet. Meine Aufmerksamkeit war deshalb zunächst eingeschränkt. Ich wurde eines besseren belehrt. Der Film hält durchaus internationalen Standards stand. Ich kam nicht umhin, mir die DVD zuzulegen, um mir den Film nochmal mit voller Aufmerksamkeit ansehen zu können...

Zwar hat der Film ganz klar seine Vorbilder (7 Lämmlein) und bedient sich einiger bekannter Elemente, bleibt aber aufgrund zusätzlicher Ideen und der Liebe zum Detail durchweg eigenständig. Außerdem verleugnet er diese Vorbilder nicht, was mir irgendwie schon wieder sympathisch war und ich deshalb auch nicht diesem vielfach erhobenen Plagiatsvorwurf zustimme.

In meinen Augen handelt es sich um einen spannender Psycho-Thriller, dem es auch an Gefühl, Erotik, Anspruch und sogar etwas (bissigem) Humor nicht fehlt.

Gefallen hat mir auch die Atmosphäre des Films. Einerseits wird die Realität bewusst leicht überzeichnet (das Dorfleben / der Glaube an das Reine), andererseits wirkt einiges recht verklärt und leicht surreal (der Moloch Großstadt / die Versuchung zur Sünde). Das spiegelt wunderbar den inneren Konflikt der Hauptperson wider. Ähnlich wie in Lynchs "Blue Velvet" gerät die heile Welt des Protagonisten durch das Einbrechen des Bösen / Verbrechens aus den Angeln. Ich glaube, diese filmische Raffinesse haben viele so nicht gesehen bzw. von vorneherein dem Film nicht zugetraut. Interpretiert wird das dann fälschlicherweise als hölzerne und klischeehafte Darstellung (klar, ist es auch, aber halt g e w o l l t). Mag aber auch sein, dass ich zuviel in den Film hineininterpretiere. Ich kann zumindest auch die Leute verstehen, denen diese Machart überhaupt nicht gefallen hat.

Das mystisch-religiöse Ende empfand ich aus diesem Blickwinkel ebenfalls nicht als unpassend, wenn man das Setting als "surreale Katharsis / Deus ex machina" begreift. Der Film spielt hier bewusst mit den Erwartungen der Zuschauer. Viele, die dem Film vorwerfen, er sei letztlich zu inkonsequent, hätten sich hier ja eher ein "unhappy end" a`la "Sieben" gewünscht (wahrscheinlich um dann aber wieder hämisch im Prinzenchor zu singen "Ist ja alles nur geklaut ...").

Geklaut sind jedenfalls nicht solch erinnerungswürdige Dialogzitate des Serienkillers wie:

Beim ersten Verhör aus der Zelle zu Michael: "Wen haben Sie erwartet ...? Hannibal Lecter ...?" (hier blitzt die Ironie des Films durch)
Gabriel Engel erzählt von seinem Abtauchen in die ländliche Idylle: "Ich hatte meine Tournee des Blutes in die kleinen angesagten Clubs verlegt ..." (das hätte von Tarantino stammen können)
Im Sterben liegend unter der Sauerstoffmaske: "Ihr seid doch alles nur Schafe ... Määäääähhhhhh!!!!!!!!!" ("the lord is your shepherd..follow your leader..")

Vielleicht gibt es ja einmal ein Hollywood-Remake. Dann heißt es bestimmt reisserisch im Trailer: "Evil is a virus. Highly contagious. Highly destructive. ... You're already infected." G e t...A n t i b o d i e s !

Und wetten, dass dann viele den Film plötzlich ganz toll finden würden?!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 8, 2015 8:39 AM CET


Brown Bunny
Brown Bunny
DVD ~ Chloë Sevigny
Wird angeboten von audiovideostar_2
Preis: EUR 34,90

6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wenn alles wegbricht ..., 4. Dezember 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Brown Bunny (DVD)
Diesen Film mit normalen Maßstäben zu messen wäre ungerecht.

Natürlich ist er langatmig, da fast nichts passiert. Das ist jedoch so gewollt, um den Zuschauer quasi in einen Trance-ähnlichen Zustand zu versetzen. Das ist nämlich genau die seelische Situation, in der sich der Protagonist befindet, nachdem er seine große Liebe verloren hat und sich daran die Schuld gibt (das erfahren wir jedoch erst am Ende). Alles ist plötzlich unwichtig. Das Leben ist nicht mehr genießbar. Freude bleibt verwehrt bzw. will gar nicht angenommen werden ("Abblitzenlassen" diverser weiblicher Bekanntschaften). Gefühle für andere sind nur so lange möglich, bis das eigene Schicksal wieder in den Mittelpunkt der eigenen Gedanken gerät. Lange Autofahrten dienen der Ablenkung. Motorradrennen als Ventil. Gefangen im Universum der schmerzenden Trauer.

Wer selber schonmal ähnliches durchgemacht hat (und sei es nur "normaler" Liebeskummer) wird diesen Zustand kennen und den Film mit anderen Augen betrachten.

Der Film gleicht eher einer Geduldsprobe für den Betrachter. Eine Zustandsbeschreibung als filmisches Experiment. Als Unterhaltungsfilm und für die breite Masse ungeeignet. Wer jedoch durchhält, wird mit einem überraschenden Ende (wird wohl neudeutsch auch gerne "Mindfuck" genannt) belohnt, welches den Film erst schlüssig werden lässt.

Ach so, da gibt es ja als weitere Belohnung auch noch eine explizite Szene am Schluss. Also wen`s interessiert: Ja, Cloe Sevigny nimmt den Mund ziemlich voll. Ist zwar augenscheinlich echt, aber nicht real. Verwirrt ? Ansehen und verstehen !


Shaun Of The Dead
Shaun Of The Dead
DVD ~ Simon Pegg
Preis: EUR 6,69

13 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wenn aus einem Überraschungserfolg gleich ein Kultfilm wird ..., 8. November 2007
Rezension bezieht sich auf: Shaun Of The Dead (DVD)
Viel zu schnell fällt heutzutage der Begriff "Kultfilm". Wenn man sich dann noch die positiven Bewertungen in den Online-Filmdatenbanken ansieht (ofdb 7,9 Platz 260 / imdb 8,0 Platz 228), dann erwartet man irgendwie etwas Besonderes und ist hinterher um so ernüchterter, wenn die eigenen Erwartungen nicht ganz erfüllt werden. Letztlich zweifelt man sogar am eigenen Geschmack. Diese Rezension ist daher nicht objektiv und für die eigene Meinungsbildung irrelevant ;-)

Im Ergebnis ist meiner Meinung nach zwar die Mischung aus Grusel und schwarzer Komödie mit einer Prise Gesellschaftskritik und Romantik ganz witzig und unterhaltsam, aber die echten Höhepunkte, die ihn deutlich über den Durchschnitt heben würden, fehlen diesem Film.

In erster Linie muss man den Film als Komödie bewerten. Nun sind natürlich die Geschmäcker, gerade was Humor betrifft, verschieden. Wer sich darüber kaputtlachen kann, wie strunzdumme Torkelzombies zur Gegenwehr mit allerlei Kram beworfen oder passend zum Takt der Filmmusik mit Billiardqueues verprügelt werden, der wird sicherlich auch mit dem Rest des Films seinen Spaß haben. Sprich, der Humor bewegt sich hier eher auf Sitcom und Slapstick-Niveau, wobei mir persönlich größtenteils der Feinsinn etwas abgeht. Ein richtiges feel-good-movie ist S.a.t.d. sicherlich auch nicht, denn gegen Ende werden die bis dahin eher lächerlich wirkenden Zombies plötzlich doch zur ernsthaften Bedrohung und neben Blut fließen auch Tränen. Hier pendelt der Film dann etwas unentschlossen zwischen Horror, Drama und Komödie. War vielleicht von den Machern sogar gut gemeint, um einen möglichst kruden Genre-Mix zu kredenzen, hinterlässt aber irgendwie einen schalen Nachgeschmack.

Fazit: Etwas überbewertet und zum Kultfilm fehlt ein gutes Stück. Sehenswert sicherlich schon, aber kaufen würde ich ihn mir wohl nicht noch einmal. Also Ausleihempfehlung und 3 1/2 Sterne ohne Aufrundung.
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 12, 2012 8:22 PM MEST


Illuminati
Illuminati
von Dan Brown
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,00

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Temporeich und spannend, 15. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Illuminati (Taschenbuch)
Das Buch ist wirklich spannend und einfach von der ersten bis zur letzten Seite beste Unterhaltung. Wo man sich bei manchen Thrillern mühsam durch die Handlung quälen muss, um dann bestenfalls mit einem überraschenden Ende belohnt zu werden, jagt hier ein Höhepunkt den nächsten und überraschende Wendungen gibt es zuhauf.

Dan Brown nutzt bewusst die schmale Grenze zwischen Realität und Fiktion und verschiebt sie so geschickt, dass sich logisch scheinende spektakuläre neue Zusammenhänge ergeben. Historisch und wissenschaftlich belegbare Fakten werden dabei gerne etwas abgeändert, umgedeutet oder ergänzt, ohne dass das so offensichtlich wäre, dass der Leser sich an der Nase herumgeführt fühlt. Entweder Staat oder Kirche spielen dann zudem eine Hauptrolle, so dass sich aus den "fiktiven Fakten" die bekannten Verschwörungstheorien ergeben. Nach diesem Muster laufen alle Dan Brown - Romane ab. Das könnte man bemängeln, muss man aber nicht. Der Erfolg gibt ihm letztlich Recht. Und zumindest für sich betrachtet ist Illuminati ein sehr guter Roman (etwas besser als Sakrileg, besser als Diabolus und deutlich besser als Meteor).

Bemängeln könnte man allerdings, dass Brown manchmal etwas übers Ziel hinausschießt, wenn er versucht, die Spannungskurve auszureizen. Dann wirkt einiges doch ein wenig konstruiert und mitunter sogar unglaubwürdig. So hat man denn in der Verfilmung (die ich im übrigen eher mäßig finde) auch das Ende abgewandelt, obwohl es eigentlich "filmreif" (a`la Indiana Jones, James Bond etc.) gewesen wäre.

Fazit: Es ist ja eher "schick", Illuminati -oder Dan Brown - Romane generell- abfällig als "Groschenromanliteratur" abzutun. Dieser Versuchung verfalle ich nicht. Dafür fand ich das Buch zu unterhaltsam und zumindest auch interessant bezüglich der behandelten Themen wie Geschichte, Architektur, Technik, Wissenschaft, Religion und Mystik (wenn halt auch nicht alles der Wahrheit entspricht). Mag sein, dass der Schreibstil nicht gehobenen Ansprüchen genügt. Ich empfand es eher als angenehm, dass das Buch einfach zu lesen ist. Teilen kann ich ebenfalls nicht die gern erhobenen Vorwürfe, das Buch sei kirchenfeindlich. Vielmehr schafft es doch der Autor neben aller Spannung und Dramatik noch ethisch moralische Zusammenhangsfragen zwischen Forschung, Fortschritt, gesellschaftlichem Wandel und Religion anzusprechen (Rede des Camerlengo) und eine breite Leserschaft ein bißchen zum Nachdenken anzuregen. Insofern fand ich das Buch auch nicht als zu anspruchslos.

Lustig finde ich , dass es offensichtlich Personen gibt, die hier jede positive Rezension mit "nicht hilfreich" anklicken. Ob hier nicht auch so manche negative Rezension "indoktriniert" ist? Na ja, vielleicht leide ich ja aber auch schon an Verschwörungsparanoia...;-)


Faking to blend in (Ltd. Edition)
Faking to blend in (Ltd. Edition)
Wird angeboten von linkearth-EU
Preis: EUR 76,24

17 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen It`s a fake..., 3. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Faking to blend in (Ltd. Edition) (Audio CD)
Mal wieder hat sich Phillip Boa neu erfunden und ist zu alten Stärken zurückgekehrt...
Ja ja, das kennen wir ja schon. Ganz ohne Publicity kommt auch ein antikommerzieller Künstler heutzutage nicht mehr aus. Die Vorabinformationen zu jedem neuen Boa-Album klingen immer irgendwie gleich. Die Kritiken meist überschwenglich (nicht so ganz diesmal...). Über die Jahre habe ich meine Erwartungshaltung immer mehr heruntergeschraubt. Auf die "Rückkehr zu alten Stärken" warte ich jetzt mindestens 10 Jahre mehr oder weniger vergeblich.

Habe ich Boa 1991 mit "Helios" kennengelernt, das mich nicht nur durch den Singlehit "And then she kissed her" sondern auch mit düsteren Gefühlsausbrüchen a`la "Sirens from Hell" oder "Life after being a Zombie" begeisterte, so hat mich 1993 "Boaphenia" mit seiner poppigen Geschlossenheit und enormen Songqualitäten total "boafiziert". Ich war damals sicherlich einer seiner größten Fans. Umso mehr tut es mir in der Seele weh, dass ich hier jetzt eine negative Rezension vom Stapel lassen muss. Gut, ich "muss" ja nicht... aber leider missfällt mir die Entwicklung von Phillip Boa zunehmend. "Alte Stärken" waren für mich einerseits die Fähigkeit poppige Melodiösität mit künstlerischem Anspruch zu vereinen aber andererseits auch die Stilsicherheit durch diese unberechenbare Schrägheit etwas Einzigartiges zu schaffen mit dem man sich irgendwie identifizieren konnte. Diese einstige Genialität blitzt in den letzten Werken leider nur noch vereinzelt auf.

Das neue Album, auf das ich hier aber gar nicht tiefer eingehen möchte, macht da keine große Ausnahme. Natürlich ist es nicht wirklich schlecht. Aber eben auch nicht wirklich gut. Und genau diese Mittelmäßigkeit ist es, die mich mitterweile derart stört, dass dies das erste Boa-Album sein wird, dass ich mir nicht kaufen werde.

Es wundert mich ein wenig, dass der einst so selbstkritische Boa mit derartiger Durchschnittskost zufrieden ist. Er scheint sich in der Rolle des gereiften (angepassten?) "Ex-half-Popstars" zu gefallen. So lange seine Musik ihm und den Fans gefällt will er wohl fleißig weiterhin alle 2 Jahre ein neues Album rausbringen. Den großen Erfolg hat er ja eh nie gewollt. Aber bitte wo bleibt da der Maßstab, wenn seine Fans sowieso alles toll finden was der Meister so auf den Markt schmeisst? Muss man seinem Guru blind folgen? Was war z.B. mit "Voodoocult"? Hört sich das heute wirklich noch jemand an? Metal fand er eben damals ganz toll. Und heute? Er hält die Strokes für eine der einflussreichsten Bands der letzten Jahre. Mag diese ganzen austauschbaren Post-Punk-Garagen-Schrammel-Hypebands. Und lässt sich von eigenen Fans produzieren, deren bisheriges musikalisches Schaffen nur Insidern ein Begriff ist und die natürlich die gleiche Musik mögen wie er... . Phillip, open your eyes!

Ernest statue, I promise you... I see you again in a couple of years...


Emotional Iceage
Emotional Iceage
Preis: EUR 18,98

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht wie eine emotionale Eiszeit..., 9. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Emotional Iceage (Audio CD)
...vielmehr wie ein angenehm erfrischender warmer Sommerregen wirkt dieses neue Album einer der dienstältesten deutschen Independent-Bands.

Ich muss zugeben -obwohl mir schon immer einzelne Titel der Band gefallen haben- ist dieses die erste CD, die ich mir von "EWR" gekauft habe.

Bislang war mir auf Albumlänge gesehen ihre Musik immer etwas zu gleichförmig und "kantenlos".

"Emotional Iceage" merkt man dagegen das Herzblut an, das darin steckt. Herr Elbern hat sich augenscheinlich Mühe gegeben die Songs abwechslungsreicher als bei früheren Alben zu gestalten, um so der drohenden musikalischen Sackgasse zu entkommen. Zwar wird weiterhin auf konventionelle Songformate aufgebaut, aber es gelingt durch die Zugabe wohldosierter Elektronik, vereinzelte Rhythmuswechsel und geschickt implementierte weibliche Vocals dem teilweise etwas altbackenem Wave-Pop-Rock vergangener Tage neue Frische einzuhauchen.

Was mich ehrlich gesagt immer noch ein wenig stört ist, dass bei jedem Song der Titel im Refrain gesungen bzw. "sprechgesungen" (ja, Herr Elbern hat nun mal nicht die Stimme eines Peter Heppner oder Alexander Veljanow...) wird. Das mag vielleicht eine Eigenart oder sogar ein Stilmittel des Wave-Rocks sein, ich finde aber das wirkt mitunter ein bißchen dilletantisch bzw. musikalisch platt (z.B. bei "Love detector, Love detector..."). Gutgemacht wird das aber wieder durch die schön wavigen Gitarren, die teilweise nur dezent (dafür aber umso wirkungsvoller) im Hintergrund agieren und den ergänzenden (teilweise auch dominierenden oder konterkarierenden) weiblichen Gesang. (Noch) etwas mehr Mut, aus dem selbst angelegten, strengen musikalischen Korsett auszubrechen, würde ich mir für die Zukunft trotzdem noch wünschen.

Alles in allem gibt es hier eine Menge zu entdecken, so dass das Album nicht so schnell langweilig wird. Dafür sorgt bei der Limited-Edition natürlich erst recht die Bonus-CD, die qualitativ hochwertig ist, und nicht etwa nur belanglose Remixe oder Ausschussmaterial beinhaltet. Insgesamt ein beispielhaftes Preis-Leistungsverhältnis! Daran sollten sich andere "Musikindustrielle" mal ein Beispiel nehmen, anstatt immer nur über mangelnde CD-Verkäufe zu jammern.

Anspieltipps: CD 1 "It`s make believe" (abwechslungsreichstes und rockigstes Stück), CD 2 "Desillusion" (catchy!).

Artverwandt und ebenfalls unbedingt empfehlenswert: Ikon, Girls under Glass.

Gute vier Sterne.


Judgement (Digipack)
Judgement (Digipack)
Preis: EUR 12,99

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wieder nur eine sehr gute E.P. ..., 13. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Judgement (Digipack) (Audio CD)
Wie bei den letzten Veröffentlichungen findet sich auch hier wieder einiges (aber weniger) an Füllmaterial. Auf ein durchgängig hörbares Album a`la "Empires" können wir wohl nicht mehr hoffen (oder doch?). Überhaupt liegt die Messlatte für VNV seit dem 99`er Über-Album unglaublich hoch. Auch mit "Judgement" können sie dieses Niveau wieder nicht ganz erreichen. Es klingt zwar, wie vorher von Ronan Harris angekündigt, wesentlich runder als "Futureperfect" und "Matter and Form". Trotzdem hat man insgesamt das Gefühl, sie könnten eigentlich noch eine Schippe drauflegen... .

Insbesondere ist ihnen -wie schon bei M+F- dieses mal wieder kein echter Hit gelungen (auch hier liegt die Messlatte seit "Beloved" zugegeben enorm hoch). "The Farthest Star" hätte vom Ansatz her das Zeug dazu gehabt, schwächelt dann aber doch irgendwie etwas im Refrain (man erwartet vom Songaufbau eigentlich einen hymnenhaften Chorus, aber der bleibt leider aus). Ins Ohr brennt sich stattdessen die Mid-Tempo-Nummer "Illusion". Diesem Song würde ich in einem etwas "zeitgemäßeren" Mix sogar Chart-Chancen einräumen. Das von einigen als zweite potenzielle Single hochgehandelte "Nemesis" ist mir -obwohl textlich anspruchsvoll- musikalisch irgendwie zu platt (es erinnert -wie hier schon richtig geschrieben wurde- an die "Advance and Follow"). Sehr gefühlvoll und atmosphärisch sind generell wieder die ruhigen Songs gelungen. Mit den etwas aggressiveren Stücken (hier: Nr. 4-6) hatte ich bei VNV schon immer meine Probleme. Das klingt mir meist zu sehr nach "wir können auch böse sein".

Besonders auffällig erkennbar sind dieses mal die musikalischen Referenzen. Ronan Harris hat ja nie einen Hehl daraus gemacht, dass er sich bewusst von anderen Bands und Musikrichtungen inspirieren lässt. Schon bei der M+F konnte man deutliche Einflüsse a`la Interpol, Placebo etc. erkennen. Hier hat er es aber fast etwas übertrieben. Bei nahezu jedem Stück meint man dies oder jenes irgendwo schon einmal gehört zu haben. Beispiele: "Prelude" klingt wie eine Mischung aus Tangerine Dream und alten Pitchfork (bzw. Aurora Sutra falls die jemand noch kennt), bei "Testament" meint man nicht nur in der Textzeile "You and me against the world" die neuen Apoptygma Berzerk herauszuhören, bei "Illusion" scheint ein wenig "Join Me" (Klaviermotiv) durch und bei "Carry You" zitieren sie sich sogar selbst ("Honour" light mit neuer Gesangsmelodie). "As it fades" mit seinen gesampelten Chorstimmen hätte dagegen wunderbar in den "Herr der Ringe" -Soundtrack gepasst. Man möge mich nicht falsch verstehen. Das sind alles tolle Songs, die andere Bands in dieser Form überhaupt nicht hinbekommen!

Mister Harris ignoriert nur dabei, dass er selber einen Musikstil geprägt -wenn nicht sogar erfunden- hat, den viele Fans liebgewonnen haben (ich nenn`s mal "emotional EBM" um einen bestimmten Begriff zu vermeiden...). Eigentlich hätte er es gar nicht nötig, in andere musikalische Ecken zu schielen. Ob das nun der Kreativität des überagilen Iren oder den blöden Schreiberlingen, die irgendwann alle unisono angefangen haben, alles was nach Futurepop (oops da isses doch das Unwort) roch zu verteufeln, zuzuschreiben ist, bleibt dahingestellt. Ich für meinen Teil finde es jedenfalls ein wenig obskur, wenn in den Clubs immer noch die gleichen Hits wie vor 7 Jahren gespielt werden, um die Tanzflächen voll zu bekommen. Etwas vergleichbar gutes kommt einfach kaum noch nach. Betroffen von diesem teilweise aufgezwungenen Wandel sind nicht nur VNV Nation sondern auch Bands wie Apoptygma Berzerk, Covenant oder auch Assemblage 23 und Neuroticfish, die früher Szenehits am laufenden Band produziert, dann aber alle mehr oder weniger ihren Stil verändert haben (meistens eher zum Nachteil der musikalischen Qualität wie ich finde).

So, das wollte ich schon immer mal sagen. Hat aber nur am Rande mit dieser CD zu tun. Die ist nämlich trotz aller Kritik (die hohen Erwartungen...) verdammt gut. Leider ist sie "im Wesentlichen" zu kurz bzw. es fehlen 1-2 richtige Knallersongs. Deshalb auch "nur" 4 Sterne. Bei anderen Bands hätte ich evtl. auf 5 Sterne aufgerundet. Bei VNV ist aber noch Luft nach oben. Da bin ich mir sicher. Und vielleicht gibt es ja ein "Empires" auch nur alle 10 Jahre. Aber Moment mal,... das würde ja passen... .


Lie with me
Lie with me
Wird angeboten von Topbilliger
Preis: EUR 14,90

89 von 110 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ziemlich belanglos, 13. März 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Lie with me (DVD)
Als "neue Dimension des Tabubruchs" (DVD-Cover-Zitat) kann man diesen Film nun wirklich nicht bezeichnen. Welchen Film hier einige gesehen haben, möchte ich wirklich mal wissen. Alles wird hier nur angedeutet, nichts gezeigt. Nicht, dass ein erotischer Film nicht auch ohne explizite Darstellungen gut funktionieren kann (siehe z.B. "Lucia und der Sex" oder "Die Träumer"), aber wenn hier so offensichtlich die Skandal-Werbetrommel gerührt wird (der Produzent redet im Making of sogar offen von "Sex sells") und dann hinterher nur heiße Luft dabei herauskommt (...), dann ist das tatsächlich "dreist" (DVD-Cover-Zitat) und man fühlt sich als Zuschauer / Käufer sogar einigermaßen verar.... . Wer sich also für diesen Film unter entsprechenden Erwartungen interessiert, sei gewarnt.

Nun könnte es sich ja trotz alledem noch um einen guten erotischen Film handeln....

Aber weit gefehlt. Denn was außer dem Getümmel übrig bleibt, ist nicht der Rede wert. Zwar hat die Hauptdarstellerin durchaus das gewisse Etwas und der Knabe hat einen knackigen Po (sagt meine Freundin), aber erotische Stimmung kommt allenfalls bis zu dem Zeitpunkt auf, an dem es zwischen den beiden das erste Mal zur Sache geht (und das dauert nicht lange). Danach wird`s schnell langweilig und man bleibt seltsam unberührt. Einzig die Spielplatzszene (als die beiden auch im übertragenen Sinne noch miteinander spielen) blieb mir als erotisch prickelnd positiv im Gedächtnis.

Tja, und die Rahmenhandlung und der tiefere Sinn ?....

Der Frage "welchen Wert hat der Sex ohne Liebe?" wurde schon in etlichen anderen Filmen tiefsinniger nachgegangen. Der Film ist in dieser Hinsicht extrem vorhersehbar. Die Nebenhandlungen, die dem Film ganz offensichtlich etwas mehr Substanz geben sollen, wirken wie angeklebt (Pflege seines Vaters, Scheidung ihrer Eltern, jüdische Hochzeit). Die Figurenzeichnung ist ebenfalls nicht besonders gelungen. Warum musste man beispielsweise Leilas Vater so unglaubwürdig als dauerkiffenden Griesgram darstellen? Soll das zeigen, dass sie offensichtlich von ihren Eltern nicht gelernt hat, was Liebe ist? Spielt speziell der Vater eine tiefergehendere Rolle in Leilas Sozialisation? Hat sie evtl. seinetwegen sogar Angst, sich gefühlsmäßig näher auf Männer einzulassen? Stammt ihr Dominanzverlangen gegenüber Männern aus dem inneren Auflehnen gegen das Patriarchat? Rächt sie sich unterbewusst am männlichen Geschlecht, in dem sie mit den Männern spielt und sie ausnutzt? Viele Fragen bleiben offen. Der Film nimmt sich definitiv zu wenig Zeit, um die Handlungsmotive seiner Charaktere herauszuarbeiten. Dabei war doch die Idee mit Leilas Off-Monolog gar nicht so schlecht. Wenn dann der Zuschauer natürlich nur Gedanken wie "Ich kann ja so gut f....." erfährt, dann fragt man sich schon, ob der Film einem überhaupt ernsthaft einen tieferen Sinn vermitteln will.

Leider werden hier klar Chancen vertan. Ob das bereits an der Buchvorlage lag oder ob der Film es nicht schafft, die Vorlage verständlich umzusetzen, kann ich nicht beurteilen, da ich das Buch nicht gelesen habe. In meinen Augen hätte man die Geschichte deutlich interessanter gestalten können, in dem man der Leila eine andere männliche Figur an die Seite gestellt hätte. Hätte man beispielsweise den schüchternen Außenseiter, den sie für lieblosen Sex benutzt und der einem fast Leid tut, in sie verlieben lassen und sie dadurch umdenken lassen, dass es mehr auf innere Werte und echte Gefühle ankommt als auf Äußerlichkeiten und plumpen Sex, dann wäre Leilas Wandlung deutlich nachvollziehbarer geworden. Stattdessen verguckt sie sich in den gut gebauten Latino-Lover, für den es der Zuschauer (zumindest der männliche) einfach nicht schafft, die nötigen Sympathien aufzubauen, um Leilas Liebe zu verstehen. Ich habe den beiden ihre angeblich tiefe Zuneigung jedenfalls zu keiner Zeit abgenommen. Daraus resultiert wahrscheinlich diese gewisse Gleichgültigkeit mit der man dem Filmablauf (von Handlung mag ich ungern sprechen) folgt.

Fazit:

Der Film täuscht so etwas wie einen tieferen Sinn vor, vermeidet es aber tunlichst den notwendigen Raum für dessen Darstellung durch Verzicht auf einige Hoppeleien und schöne Bilder zu schaffen und muss sich so den Vorwurf gefallen lassen, über Softporno-Niveau nicht hinauszukommen. Der Film ist hier definitiv überbewertet. Schaut man sich in Filmdatenbanken (ofdb, imdb) um, dann findet man dort Einstufungen von 5 - 5,5 / 10. Dieser Einschätzung kann ich mich anschließen. Zu einer Aufrundung auf 3 Sterne kann ich mich allerdings nicht durchringen. Dafür ist mir alles zu kalkuliert und falsch.

Als Alternativen empfehle ich o.g. Filme (mehr Handlung, bessere Regie, wesentlich anspruchsvoller) oder den zwar auch fast handlungslosen, dafür aber ehrlicheren "9 songs" (wesentlich offener!).

Zur Ehrenrettung der DVD muss ich sagen, dass mir die hier bemängelten Bild- und Tonwerte nicht so negativ aufgefallen sind, obwohl ich den Film sogar auf dem PC gesehen habe (Fehler treten dort i.d.R. deutlicher als am Fernseher auf) und in der Beziehung sonst ziemlich pingelig bin.

Aber um noch mal Nachzutreten.... : "unscharf" ist er trotzdem!
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Aug 20, 2013 8:56 PM MEST


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