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Rezensionen verfasst von
Ansgar Bellersen
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Birds of Paradox
Birds of Paradox
Preis: EUR 17,50

4.0 von 5 Sternen Gutes Rockalbum mit ehemaligen Musikern von Lennon und McCartney, 28. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Birds of Paradox (Audio CD)
Musik bestimmt das Leben des New Yorkers Jeff Slate. Der Singer-Songwriter und bekennende Beatles-Fan arbeitete bereits mit The Who-Mastermind Pete Townshend und dessen Bruder Simon zusammen, war Support-Act von Sheryl Crow und gründete 1997 die Rockband The Badge, die ein Jahr später mit “Digital Retro” ein sehr interessantes Album vorlegte. Zum zehnten Todestag von George Harrison machte Slate während einer Englandtournee sowohl im Konzert als auch bei einem Besuch im Studio der BBC mit leidenschaftlichen Interpretationen von Harrison-Klassikern auf sich aufmerksam. Über seine eigene Musik hinaus ist Jeff Slate seit Jahren als Kolumnist für Guitar World, Esquire und examiner.com tätig.

2012 veröffentlichte Slate das Album “Birds Of Paradox” und brachte dabei das Kunststück zustande, als erster Künstler überhaupt ehemalige Mitglieder von John Lennons Begleitband Elephant’s Memory und von Paul McCartneys Wings auf einem Album zu vereinen: Der Bassist Gary Van Scyoc und der Keyboarder Adam Ippolito begleiteten John Lennon auf dessen Alben “Some Time In New York City” (1972) und “Live In New York City” (1972, posthume Veröffentlichung 1986). Laurence Juber dagegen war der Leadgitarrist der letzten Wings-Besetzung, zu der auch Schlagzeuger Steve Holley gehörte. Sie alle sind Teil der Studioband, mit der Jeff Slate “Birds Of Paradox” aufnahm.

Die Musik des Albums verbindet man zunächst nicht direkt mit den Melodien oder dem Stil der Beatles. Jeff Slates Songs klingen mehr wie die von Tom Petty – allerdings ohne dessen typischen Byrds-Einschlag. Eine Schublade, die dagegen schnell geöffnet werden kann: handgemachte, ehrliche Rockmusik. Und das ist durchaus positiv gemeint. Die Sounds von “Birds Of Paradox” sind organisch, authentisch und zeugen von der Hingabe der Musiker. Die erste Nummer “Babylon” legt ein gutes Tempo vor und gefällt durch kantige Gitarrenriffs und schönes Gegniedel der Hammondorgel. Für Slate ist “Babylon” ein Statement zur Gewissenlosigkeit der Gesellschaft. Zu den eingängigsten Songs des Albums gehört “Lucky Day Sunset”, das von der Sehnsucht handelt, das unstete Leben hinter sich zu lassen und zu einem Menschen zurückzukehren, der einem Halt gibt. In “Static” kritisiert Jeff Slate die Gleichförmigkeit und Monotonie des Formatradios. Die Songs des New Yorkers sind nach eigener Aussage halb autobiografisch, halb fiktiv, wobei den Texten sicher nicht zu viel Bedeutung beigemessen werden soll.

“Birds Of Paradox” enthält mit “A Little Piece Of Me”, “San Francisco Days” (mit souligen Bläsersätzen), “She Was A Princess” und “Love Secret #3″ gleich vier Balladen. Den größten Eindruck hinterlässt dabei “Love Secret #3″, eine auf Akustikgitarre und Stimme reduzierte Klage über enttäuschte Liebe. Am rockigsten geht es bei “Rolling Down The Avenue” zu, das durch duellierende Leadgitarren von Laurence Juber und Jimmy McElligott glänzt.

Dieses Album will nicht mit lyrischen Meisterleistungen, kompositorischen oder instrumentalen Innovationen die Rockmusik neu erfinden. Es bewegt sich im Rahmen der im Genre allgemein üblichen Strukturen und Stilmittel, die aber nie aufgesetzt wirken, sondern immer Ausdruck der Spielfreude der Musiker sind. Zum Schluss öffne ich nochmal die Schublade: Freunde ehrlicher Rockmusik werden “Birds Of Paradox” mögen.


Paul McCartney: Recording Sessions (1969-2013). A Journey Through Paul McCartney's Songs After The Beatles.
Paul McCartney: Recording Sessions (1969-2013). A Journey Through Paul McCartney's Songs After The Beatles.
von Luca Perasi
  Taschenbuch
Preis: EUR 23,01

12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen McCartney im Studio: Diese Chronik ist bereits jetzt ein Standardwerk, 5. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich will keine Worte über den Rezensenten DIBOLAND verlieren. Dessen ungerechfertigte und oberflächliche Beurteilung des Buches verlangt jedoch nach einer objektiveren und genaueren Besprechung.

"Paul McCartney: Recording Sessions (1969-2013)" verweist schon im Titel auf die Struktur dieser bemerkenswerten Rechercheleistung über die Studioarbeit von McCartney nach den Beatles: Es ist eine Arbeit, die chronologisch durch das Werk des Ex-Beatles führt. Sie beginnt mit den Aufnahmen zum Solo-Debüt "McCartney", die bereits zum Jahresausklang 1969 - kurz vor dem endgültigen Split der Band - entstanden. Den Abschluss bildet ganz aktuell das im Oktober 2013 veröffentlichte Album "New". Darüber hinaus werden auch - eingebettet in die entsprechenden Aufnahmesessions - bislang unveröffentlichte Songs vorgestellt. Die Darstellung des Solowerks wird ergänzt durch Aussagen von McCartney selbst sowie oftmals exklusive Informationen durch Mitstreiter wie die Ex-Wings-Mtglieder Denny Seiwell, Laurence Juber und Steve Holley, durch den Toningenieur aus Beatles- und Wings-Zeiten Tony Clark (der auch das Vorwort schrieb) oder auch vom Komponisten und Dirigenten Carl Davis, mit dem McCartney an seinem klassischen Werk "Liverpool Oratorio" arbeitete.

Jedes Album, jeder Song wird präsentiert mit Hintergrundgeschichten, Angaben zu "Wer-spielte-welches-Instrument", Aufnahmeorte, Veröffentlichungsdaten, Chartnotierungen und vieles mehr. Ein vergleichbares Werk war bis dato "Together Alone" von John Blaney, der in ähnlicher Weise (nur mit etwas mehr subjektiver, kritischer Bewertung) die Solo-Veröffentlichungen von John Lennon und Paul McCartney gegenüberstellte - jedoch nur bis McCartneys Oratorium "Ecce Cor Meum" (2006) und dem seltenen Lennon-Sampler "Remember" (2007).

Die Erstauflage von "Paul McCartney: Recording Sessions (1969-2013)" ist 2011 in der Muttersprache des Italieners Luca Perasi erschienen. Nun liegt das Buch erstmalig (und selbstverständlich noch aktueller) in englischer Sprache vor. Eine deutsche Übersetzung von Werken mit eher speziellem, wissenschaftlichem Anspruch scheitert oft an kommerziellen Überlegungen und an kongenialen Übersetzern. Mark Lewisohns gerade erschienener erster Teil "Tune In" zum Beatles-Mammutwerk "All These Years" ist dafür das beste Beispiel. Zur Lektüre für geneigte deutsche Leser ist in diesem Fall ein solides Schul-Englisch hingegen vollkommen ausreichend.

Fotos würden dieses Buch sicherlich noch bereichern, werden aber von Beatles- und McCartney-Fans kaum vermisst, die sich für aufschlussreiche Fakten und Informationen interessieren. Wer seine Schwerpunkte woanders setzt, sollte einen Kauf überdenken. Auch wenn eine etwas kritischere Note sowie auch eine diskografische Übersicht fehlen: Dem Rest sei "Paul McCartney: Recording Sessions (1969-2013)" wärmstens ans Herz gelegt. Gegenwärtig ist dies die beste Behandlung des Themas und in der Flut von Beatles-Buchveröffentlichungen eine herausragende Arbeit. Eine für Komplettisten schmerzhafte Einschränkung muss zum Schluss dann doch gemacht werden: Luca Perasi beschränkt sich auf den Komponisten Paul McCartney, auf Songs, die der ehemalige Beatle entweder selbst oder mit anderen geschrieben hat. So tauchen z.B. Jimmy McCullochs Glanzlichter "Medicine Jar" ("Venus And Mars", 1975), "Wino Junko" ("Wings At The Speed Of Sound", 1976), Denny Laines "Again And Again And Again" ("Back To The Egg", 1979) oder die Coversongs der Alben "Choba B CCCP" (1988), "Run Devil Run" (1999) oder auch "Kisses On The Bottom" (2012) nicht auf. Es wäre sicherlich kein großes Problem gewesen, diese wenigen Songs mit in die Werkschau aufzunehmen. Aus diesem Grund keine fünf, aber dennoch solide vier Sterne.
Kommentar Kommentare (12) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 14, 2014 4:36 PM MEST


Deutschland Fahne Deutschlandflagge 150 x 90cm Deutschland
Deutschland Fahne Deutschlandflagge 150 x 90cm Deutschland
Wird angeboten von HC-Handel Gross-und Einzelhandel
Preis: EUR 2,16

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Mäßige Qualität zum Niedrigpreis, 2. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Man sollte vielleicht doch etwas mehr auf Qualität achten. Diese Flagge ist zwar sehr günstig, aber schlecht vernäht. Der Saum war an einer Stelle ganz offen und in anderen Bereichen waren Fasern ausgefranst. Was damit im Wind passiert, kann sich jeder selbst denken.


Son of Schmilsson
Son of Schmilsson
Wird angeboten von pandorasbox-secondbattle3
Preis: EUR 7,95

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen All Star-Ensemble mit liebenswertem Sänger zwischen Genie und Wahnsinn, 8. September 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Son of Schmilsson (Audio CD)
Um es vorweg zu nehmen: "Son Of Schmilsson" war vor vielen Jahren mein Harry Nilsson-Einstieg. Beim Bestücken meines iPods beschränke ich mich meist auf Album-Highlights (Beatles und Pink Floyd ausgenommen), doch so sehr ich es versuchte: Bei "Son Of Schmilsson" gelang es mir nicht, ein paar Songs zu streichen, denn dieses Album präsentiert für mich wie kein anderes die ganze Bandbreite von Harry Nilssons Kunst. Sicher enthält der Vorgänger "Nilsson Schmilsson" mit der Badfinger-Nummer "Without You" einen Welthit und konnte sich auch deswegen zu Nilssons größtem kommerziellen Erfolg entwickeln. Doch die "rundere" und zugleich exzentrischere Produktion ist sicherlich der Nachfolger "Son Of Schmilsson". Um dieses Album in vollem Umfang genießen und schätzen zu können, ist es allerdings fast unumgänglich, sich ein wenig genauer mit der Person Harry Nilssons zu befassen.
Stimmlich befand er sich in dieser Phase (frühe 70er Jahre) seines leider viel zu früh zu Ende gegangenen Lebens auf dem Höhepunkt. Darüber hinaus konnte er sich spätestens seit seinem 1967er Album "Pandemonium Shadow Show" der Bewunderung der Beatles sicher sein. Es dauerte nicht lange, bis sich besonders zu John Lennon und Ringo Starr dicke Freundschaften entwickelten. Legendär ist beispielsweise das 18 Monate währende "Lost Weekend" 1973/74, als der damals von Yoko Ono getrennt lebende Lennon mit Harry Nilsson (erweiterter Kreis: Ringo Starr, Keith Moon, Jesse Ed Davis, Phil Spector u.a.) quasi im Dauerrausch in Los Angeles um die Häuser zog. Der fortwährende Alkoholkonsum trug sicherlich dazu bei, dass Nilsson bald seine Stimme ruinierte. Dies wirkte sich erstmals auf das von John Lennon produzierte Nilsson-Album "Pussy Cats" (1974) aus.
Doch davon ist auf "Son Of Schmilsson" noch nichts zu spüren. Es ist kein Evergreen à la "Without You" dabei, doch von "Take 54" bis "The Most Beautiful World In The World" zeigte Harry Nilsson hier auch seine außergewöhnliche Begabung als Songschreiber. Die meisten Kompositionen sind geprägt von Nilssons speziellem Humor und haben oftmals parodistische Züge. Am deutlichsten wird dies bei dem Country-Klamauk von "Joy" - von Nilsson mit breitem Südstaaten-Akzent, tiefem Timbre und groteskem Text vorgetragen. Trotz aller humoristischen Einlagen [neben abgedrehten Texten z.B. auch eine kurze hörspielartige Passage, die das Nilsson/Starr-Filmprojekt "Son Of Dracula" (1974) vorwegnahm] ist mit "Remember Christmas" auch eine traumhaft schöne Melodie dabei, die von Nicky Hopkins' charakteristischem Klavierspiel veredelt wird. Überhaupt ist beeindruckend, welche Musiker-Elite Harry Nilsson seinerzeit im Studio versammelte. Allen voran sicherlich die Ex-Beatles George Harrison (alias George Harrysong) und Ringo Starr (alias Richie Snare), Beatles-Intimus Klaus Voormann am Bass, Peter Frampton, Chris Spedding, Nicky Hopkins, Ray Cooper und diverse andere. Als Produzent fungierte übrigens Richard Perry, der beispielsweise auch dazu beitrug, Ringo Starrs Album "Ringo" (1973) zu einem Riesenerfolg zu verhelfen.
Über der instrumentalen Klasse der Mitstreiter schwebt Harry Nilssons überdurchschnittliches Talent als Sänger und respektabler Komponist mit schrägem Humor. Vom berüchtigten F***-Wort in ""You're Breaking My Heart" und vielen kleinen Überraschungen hier und da abgesehen: Wer außer Harry Nilsson war und ist schon in der Lage, einen Senioren-Chor ins Studio zu holen, um (in "I'd Rather Be Dead") diesen voller Inbrunst singen zu lassen "Ich wäre lieber tot als inkontinent"? Niemand.
"Son Of Schmilsson" ist Nilsson in Hochform. Doch wie eingangs erwähnt, erschließt sich dem Hörer das Album ohne Kenntnis der Biografie Harry Nilssons nicht richtig. Sahnehäubchen dieser CD-Ausgabe: Zwei kurze, aber interessante Demofassungen von "Joy", die sich vollkommen von der Album-Version unterscheiden.
Anspieltipps: "Remember Christmas", "Joy", "Turn On The Radio", "You're Breaking My Heart", "The Lottery Song" und "I'd Rather Be Dead" (oder besser noch das ganze Album).


The Day After Yesterday
The Day After Yesterday
Preis: EUR 29,26

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Geschmackvolle Songauswahl - durchschnittliche Interpretationen, 7. März 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Day After Yesterday (Audio CD)
Ich hatte nie ein Album von Rick Springfield, fand ihn in den 80ern unter all dem Synthie-Müll aber ganz nett. Durch einen Zufall wanderte eine Springfield-Best Of vor ein paar Wochen in meine Sammlung. Nachdem ich das Album durch hatte, forschte ich ein bisschen, was Springfield heute so treibt. Ich wurde dann aufmerksam auf "The Day After Yesterday", eine Scheibe, die fast ausschließlich Coverversionen enthält. Die Auswahl besteht neben "For No One" und "Imagine" (was mich als Beatlemaniac besonders reizte) aus einigen Songs, die ich sehr, sehr gerne höre: "I'm Not In Love", "Under The Milky Way", "Life In A Northern Town" oder auch "Baker Street". So kaufte ich mir also "The Day After Yesterday". Drei, vier Mal rotierte das Album nun schon in meinem Player und je öfter ich's höre, desto enttäuschter bin ich. Im Grunde durch die Bank 1:1 Kopien der Originale, kaum eigene Einfälle, keine Ecken und Kanten, die den Songs eine individuelle Note verleihen würden. Den Sinn von Coverversionen hat Rick Springfield daher meines Erachtens weitestgehend verfehlt. Etwas freier ging Springfield mit den beiden (Ex-)Beatles-Songs um. Trotzdem wird die Scheibe wohl bald in der Versenkung der Sammlung verschwinden.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Mar 10, 2011 2:16 PM CET


Lucy [Ep]
Lucy [Ep]
Wird angeboten von japazon
Preis: EUR 33,08

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen "Lucy" ... durchschnittliches Liedchen für einen guten Zweck, 10. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Lucy [Ep] (Audio CD)
Ich stimme den Aussagen von Frank Neumann weitgehend zu (käme allerdings niemals auf die Idee, den Song mit "Lucy In The Sky With Diamonds" zu vergleichen). Mir hat das Stück sogar so wenig gefallen, dass ich mir - obwohl ich von Julian alles Mögliche habe - die EP bisher ;-) nicht zulegte. Eines darf man allerdings nicht vergessen: "Lucy" ist eine Benefiz-Aktion und Idee von James Scott, bei der sich Julian Lennon einfach mal eingeklinkt hat. In den Medien wird natürlich alles auf den größeren Namen Julian Lennons fokussiert. Das Stück an sich klingt für mich eine Spur zu unausgegoren. In den Strophen recht nett, nichtssagender Mittelteil - und im Refrain so einfach und eingängig, dass es mich ein wenig nervt. Doch das alles geht möglicherweise auf den spontanen Charakter des Charity-Songs zurück. Von daher meine Wertung: 3 Sterne (gerade noch).
Nach wie vor halte ich Julian Lennon jedoch für einen ziemlich guten, aber auch ziemlich faulen Songschreiber. Das letzte, überaus gelungene Album "Photograph Smile" ist vor unglaublichen ZWÖLF Jahren erschienen. Ich bin aber sicher, dass sich das kommende Werk "Everything Changes" deutlich über dem fast mageren Niveau von "Lucy" bewegen wird. Zeitweise waren auf Julian Lennons MySpace-Seite einige vielversprechende Demos/Rough Mixes zu hören. Ich bin jedenfalls gespannt ... wenn der Kerl nur endlich mal in die Gänge kommen würde!!!!!


Strumming Wilburys
Strumming Wilburys
Wird angeboten von Ihr-Medienshop
Preis: EUR 19,99

26 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Von wegen "Various Artists", 9. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Strumming Wilburys (Audio CD)
Eine Tribute-CD mit Coverversionen einer Auswahl von Traveling Wilburys-Klassikern. Das hört sich erst einmal toll an. Mich reizten gerade die angekündigten Interpreten: Angeblich sollten Tribute-Versionen von Sean Lennon, Cheap Trick, Steve Jones, Mick Ronson dabei sein. So war es in diversen Medien zu lesen. Das Cover machte mich dann sofort stutzig. Kein Booklet, sondern nur ein einfaches Einlegeblatt ohne irgendwelche Informationen auf der Rückseite. Auch das Backcover listet nur die Titel auf. Selbst da ist der Wurm drin. Nicht nur, dass die Reihenfolge nicht stimmt - Track 11 ("Rattled") ist gar nicht aufgeführt. Und nun die Krönung: Alle - vorwiegend akustisch gehaltenen - Songs stammen von ein und derselben (mit eher mäßigem Talent gesegneten) Person. Klingt alles ein bisschen wie früher Bob Dylan, aber wenn schon einer schief singen soll, dann doch bitte Herr Zimmerman selbst. Als Kuriosum für die Sammlung: Ja. Als musikalischer Leckerbissen: Nein. Aus diesem Grund nur 2 Sterne für ausgewachsenen Etikettenschwindel.


Memory Almost Full (Ltd. Deluxe Edition)
Memory Almost Full (Ltd. Deluxe Edition)
Preis: EUR 16,90

27 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nach vorne gerichtete Rückschau, 3. Juni 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Beschäftigt man sich eingehender mit "Memory Almost Full" wird mehr als deutlich, dass das Album nichts mit "zuckrigem Gesülze" zu tun hat. Im Gegenteil: Vielseitig wie kaum eine McCartney-Veröffentlichung davor und garniert mit immer wieder überraschenden Wendungen. Auch McCartneys Bassspiel feiert hier eine beeindruckende Auferstehung. Während John Lennon für persönliche Texte prädestiniert war und Paul McCartney eher allgemein und fiktiv textete, hatte sich bereits auf dem Vorgänger "Chaos And Creation In The Backyard" angedeutet, dass McCartney eine gewisse Altersweisheit erreicht hat. Erstmals (mit Ausnahme des Lennon-Tributsongs "Here Today", TUG OF WAR (1982)) zeigt sich auch McCartney introspektiv. Ohne falsche Sentimentalität blickt er auf sein einzigartiges Leben zurück (das rock'n'rollende "That Was Me") oder wagt sogar ein Blick auf sein Lebensende ("End Of The End"). An anderer Stelle geben McCartney Songs Rätsel auf, so z.B. beim düsteren "House Of Wax" und dem komplex arrangierten "Mr. Bellamy".

Viele Songs lassen Assoziationen zu, die den Hörer in unterschiedlichste Phasen der Karriere des Ex-Beatles schicken. Besonders die Wings klingen nicht selten durch, beispielweise bei den Harmonien von "See Your Sunshine" (vgl. "Daytime Nighttime Suffering" oder "Wonderful Christmastime") oder dem rockigen Album-Highlight "Only Mama Knows" (vgl. "Helen Wheels" oder "Junior's Farm"). Stellenweise lässt Paul McCartney auch sein Händchen für einfach gestrickte, aber unwiderstehliche Ohrwürmer aufblitzen ("Dance Tonight", "Ever Present Past"). Ob er dabei wirklich beabsichtigt, wieder ganz vorne in den Charts zu landen, ist wahrscheinlich sekundär. Wie der in zweieinhalb Wochen 65-jährige heute Musik macht lässt, kein Zweifel daran, dass er immer noch ungeheueren kreativen Antrieb hat und Spaß am Musizieren hat. Melodien schüttelt er nach wie vor locker aus dem Ärmel - die aber selbstverständlich an seine Beatles-Standards kaum herankommen. Dafür fehlen schlicht und einfach seine ehemaligen Bandkollegen. Das ist sozusagen ein Naturgesetz und trifft auch auf die Solowerke von Lennon und Harrison zu. Ähm, ja, und auch auf Ringo ;-)

Lediglich an McCartney Stimme hat der Zahn der Zeit deutliche Spuren hinterlassen. In den mittleren Lagen und bei der Mehrheit der rockigen Songs weiß er immer noch zu überzeugen, doch die ganz hohen Töne bereiten merklich Schwierigkeiten. Besonders auffällig wird das bei "You Tell Me". Dem prinzipiell schönen Titel hätte es sicher gut getan, wenn Paul McCartney ihn eine Oktave tiefer gesungen hätte.

Doch das schmälert den Gesamteindruck dieses frischen, kantigen und unbekümmerten Albums kaum. "Memory Almost Full" mag sich nicht auf Anhieb erschließen. Doch hat das Album ein paar Runden gedreht, stellt man fest: Es macht fröhlich, nachdenklich, sentimental, es rockt, versetzt ein ums andere Mal ins Staunen - kurz: es macht Spaß. Und süchtig.

Anspieltipps:
Only Mama Knows, Mr. Bellamy, House Of Wax

Wertung: 4 Sterne, die am fünften kratzen.


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