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Rezensionen verfasst von
Jürgen Mayer "Pyri" (Österreich)
(REAL NAME)   

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Jules Verne's Mysterious Island
Jules Verne's Mysterious Island
DVD ~ Kyle MacLachlan
Wird angeboten von findcoolmovies
Preis: EUR 9,99

3.0 von 5 Sternen Lachhaft, aber gut: Darjeeling statt Earl Grey?, 3. Januar 2016
Rezension bezieht sich auf: Jules Verne's Mysterious Island (DVD)
Es beginnt schon mit der ersten Effektszene, als vom nordamerikanischen Sezessionskrieg scheinbar binnen Stunden per Ballon in den Südpazifik gefahren wird, dort dann plötzlich - wie aus dem Nichts und ohne jeglichen Nebel - die titelgebende "geheimnisvolle Insel" - wahrhaft kein kleines Eiland - auftaucht. Am unglaubwürdigsten bleiben den ganzen Film hindurch jedoch die Piraten, welche eher kitzeln als foltern und deren Darstellungen dermaßen over-acted sind, das sie schon an eine Parodie grenzen.
Anders als bei den späteren Asylum-Produktionen ist der Humor in diesem TV-Zweiteiler aber noch größtenteils unfreiwillig: und obwohl mit Jahrgang 2005 bereits eindeutig dem HD-Zeitalter entwachsen, erinnern die CGI-Kreaturen leider eher an Hercules und Xena. All diese Monstrositäten, welche die Produktion mit anderen Jules-Verne-Verfilmungen durchaus teilt, sind dennoch weniger der Filmcrew als eher den selbst für das neunzehnte Jahrhundert schon reichlich abstrusen Verne-Stories zu verdanken. Absurd, dass gerade Jules Verne jahrhundertelang von einem etablierten Literaturbetrieb noch als literarische Ausnahme unter den fantastischen Autoren gefeiert wurde, sind seine Texte an Naivität, oder von ihrem Charakter her doch "nur" moralisierenden, toned-down Young Adult-Novels - je nachdem wie sie inhaltlich interpretiert werden möchten -, oft kaum zu überbieten.
Im Gegenteil bemüht sich die Produktion anscheinend sogar noch, aus dieser bestenfalls zwiespältigen Vorlage das beste Filmergebnis zu machen: Nemo hat hier zwar nur eine Nebenrolle, seine Integration ist dennoch nicht ohne - erstmals eine Mischung aus "verrückter Wissenschafter" und Lawrence von Arabien. Dem Auftritt von Patrick Stewart gelingt es demnach, durchaus im Sinne der Vorlage, eine Art politisch korrekten Orientalismus zu vermitteln - getragen von Ressentiments gegen das britische Empire und weltlicher Gier.
Weiters gäbe es auch viel mehr Positives über den Film zu berichten: das thailändische Setting ist mit seiner Naturkulisse extrem farbenprächtig, die Dramaturgie - trotz über zweieinhalb Stunden Laufzeit und eigentlich sehr wenig Handlung - ziemlich straff. Garniert wird der Streifen schließlich mit zwei fidel agierenden Has-Beens in den Hauptrollen, in Form von Kyle MacLachlan (David Lynch, "Showgirls") als schneidigen Offizier und Gabrielle Anwar ("Press Gang", Abel Ferrara's "Body Snatchers") in einer Mutterrolle.
Die Figur welche Anwar hier verkörpert zeigt auch wohin der ökonomische Hase läuft: wer mit nicht einmal 35 ein paar Falten im Gesicht hat, wird in Hollywood als Frau schon dazu verdonnert eine fast erwachsene Tochter zu haben. Bemerkenswert auch, dass Stewart (mit Turban!) offensichtlich (zumindest für diesen Film) nie in Thailand war und seine Szenen einfach reinkopiert worden sind. Fazit: nette, harmlose Fernsehunterhaltung für die ganze Familie - im Fahrwasser von "Fluch der Karibik" und "Jurassic Park III" - ideal für feierliche Nachmittage bei schlechtem Wetter.


Die Tribute von Panem - Catching Fire
Die Tribute von Panem - Catching Fire
DVD ~ Jennifer Lawrence
Preis: EUR 7,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bodenständige Seifenopern-Dystopie mit fragwürdigem Fundament, 29. November 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Tribute von Panem - Catching Fire (DVD)
"The Hunger Games" ist zwar auch im zweiten Teil noch immer sehenswert, das liegt aber mehr denn je an den hohen Produktionswerten und der unglaublichen Ansammlung schauspielerischen Talents. Die Geschichte beginnt langsam zäh zu werden, die Revolution lässt weiter auf sich warten.
Die Frage bleibt allerdings, ob diese Filme inhaltlich wirklich würdige Nachfolger von "Harry Potter" und Co. sind - als welche ich sie in erster Linie sehe: "Twilight" mal bewusst bei Seite gelassen. Und da stellt sich schon die Frage, weshalb gerade dieser Stoff - im Unterschied zu "Twilight" - ideologisch nicht kritisiert wird.

Denn "The Hunger Games" ist und bleibt reaktionär/sozialistischer Sondermüll: gelobt wird praktisch nur "harte" körperliche Arbeit und eine all umfassende "Natürlichkeit", alles Exaltierte und Exzentrische wird in das Reich des Bösen geschoben. Und das ist ein weites Feld: reicht von Glam bis Gay, die meisten Bösen sind in der einen oder anderen Form metro oder queer, jedenfalls ganz sicher nicht "normal". Ansonsten sind sie mehr oder weniger dementsprechend verkleidete Handlanger, oder Bilderbuch-Faschisten denen sich sowieso gleich entledigt wird.
Also im Sinne von Susan Sontag und ihrer Camp-Definition goutiert wird fast alles, nur nicht Camp. Auch Pullman und Lewis haben diese Zuschreibungen zwar gekannt, im Film wurden sie jedoch eher auf eine klassische Ebene reduziert - als Kritik an einem Eskapismus à la "Sunset Boulevard".

Pullman hat auch den Vorteil, dass er sich an eine deutlich jüngere Zielgruppe gerichtet hat - ähnlich wie Rowling oder Lewis selbst: "The Hunger Games" und seine Zielgruppe sind jedoch pubertierende Jugendliche. Es soll dort Herzen (aus)bilden und es sollte mich jedenfalls nicht verwundern, wenn das konservative "Qualitäts"-Boulevard hierzulande diesen Stoff so umjubelt - das katholische Feindbild von Philip Pullman fällt hier ja weg (das im Kino 2007 zudem kein kommerzieller Erfolg vergönnt war, obwohl dort eh nur verkappt vorhanden), ebenso wie die mangelhafte Friedfertigkeit, Ökumene und Konzilsfähigkeit des vermeintlich rückwärts gewandten C. S. Lewis, es kann sich also ganz auf die - ohnehin schon angenommene - Verderblichkeit der Welt konzentriert werden.
Und das ist prinzipiell derselbe Antidekadenz-Schwachsinn wie er von Kulturpessimisten seit dem Fin de Siècle transportiert wird, von Oswald Spengler bis heutzutage "Pegida" reicht. Nur kommunitaristisch verbrämt: selbst ein kollektivistisches Element gibt es, in dem sich die "Guten" erst beweisen müssten - sogar im Rahmen des Systems und seiner ureigenen perfiden Idee von "Unterhaltung" führt Anpassung und Leistung irgendwie zum Ziel - während die Diktatur hierin mit allem beschrieben wird, das schon die altbekannten linken und rechten Dekadenz-Definitionen ausgemacht hat. Die Dekadenz ist kapitalistisch, sie ist spekulativ, verschwörerisch, vergnügungssüchtig, tendiert dazu medial zu vernebeln, den moralischen Glauben, die Werte und das Denken zu beeinflussen, zu manipulieren und formals "reine" Begriffe besetzend zu unterwandern - Weiterleitung an die "Medienkritik" und deren Vorwürfe, Beschimpfungen wie "Lügenpresse", schwimmt im ökonomisch exploitativen Luxus, aber selbst wird nicht gearbeitet - zumindest nicht im Sinne der unterdrückten Werktätigen, oder braven Steuerzahler. Alles Inszenierte wird als schlecht, auslaugend und verhindernd beschrieben - zudem ist sich dessen Sog kaum zu entziehen. "The Hunger Games" richtet sich im Grunde gegen die gesamte moderne Welt und deren Vielfalt, verkauft genau das dieser erfolgreich als "Kritik".
Also das ganze Programm dessen, was einem am schwarzen Kanal früher über die Zustände im Westen so ausgemalt wurde, oder auf "bürgerlichen" Demonstrationen heutzutage an Identitätskauderwelsch über Bedrohungen durch Migration erzählt wird. Die schreiende Antiurbanität und latente Homophobie sind da nur noch Zusätze.
Denn erschreckend bleibt wie Mainstream-kompatibel all diese Ansätze doch sind, während à la "Die Welle" ansonsten einem doch ständig mahnend vorgemacht wird, dass man eigentlich doch "dagegen" sei und offen eingestellt wäre. Dass ich nicht lache - globale Kinoerfolge wie dieser zeigen inhaltlich das glatte Gegenteil.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 3, 2015 5:08 PM CET


Der Blaue
Der Blaue
DVD ~ Manfred Krug
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen "Ich bin Brandenburger.", 18. November 2015
Rezension bezieht sich auf: Der Blaue (DVD)
Meisterhafte Satire - wer kein Vertrauen in das deutsche Kino der Neunziger (mehr) hat, kann versuchen es mit diesem teilweise zum Schreien komischen Film wenigstens etwas (zurück) zu gewinnen: der charmante Wendehals Otto "Scotty" Skrodt (Manfred Krug) sitzt Anfang des Jahrzehnts im Bundestag und will noch weiter hoch hinaus, schließlich kann der Mann aus dem Osten gut mit Menschen und hat eine vermeintlich saubere Weste. Was augenscheinlich niemand weiß: früher war der Veterinär Informant für die Stasi, noch dazu wohl einer der schlimmsten - hat ausgerechnet seinen "besten Freund" Karl "Kalle" Kaminski ins Gefängnis gebracht. Doch dieser (Ulrich Mühe) kehrt eines Tages zurück und will sich offenbar rächen: also nimmt Skrodt wieder Kontakt zu seinem früheren "Vernehmer" auf, dem Führungsoffizier Werner (herrlich: Klaus Manchen), der mittlerweile als Heizer in einem Krematorium arbeitet - sich aber selbständig machen will. Da Skrodt weiterhin Einfluss hat, heißt es auch da: eine Hand wäscht die andere (in einer Nebenrolle ist zudem Meret Becker als schwimmende Tochter zu sehen, mit welcher Kaminski eine Affäre hatte, ein Verhältnis von dem Skrodt aber nichts zu ahnen schien).
Manches bleibt zwischen vielerlei Skrupellosigkeiten wahrscheinlich ganz bewusst im Dunkeln: so etwa wer den ersten Mordanschlag auf Kaminski nach dessen Rückkehr verübt hat (das Opfer sollte den Kältetod finden). Oder was wer tatsächlich aus der Vergangenheit (noch) wusste: der Film bemüht sich vor allem darum, kleine Gefälligkeiten und Vergünstigungen, welches ein mit der Stasi und den Interessen des DDR-Staates verbandeltes Leben so mit sich brachte, darzustellen, wirkt deshalb vor allem aufgrund seines frühen Entstehungsjahres (1994), sowie trotzdem äußerst offenherzigen Sprachwahl unglaublich mutig und im historischen Sinn zeitgenössisch. Auf Anhieb fällt mir kein Film ein, der die Mechanismen des Opportunismus besser zeigen würde: am Ende ist es sogar fraglich weshalb Skrodt eigentlich für die Stasi arbeitete, da es ihm um Geld eindeutig nicht ging und er irgendwo auch nicht erpresst werden konnte. Womöglich wollte er wirklich wie Judas, wie es an einer Stelle heißt, in einem negativen Sinn die eigene kleine Welt sabotieren, oder redete sich zusammen mit der Staatsideologie ernsthaft ein, sein Opfer nur zu "schützen", damit es sich mit seinem unangepassten Verhalten keinen eigenen Schaden zufügt - Kaminski der Logik zufolge im Gefängnis besser aufgehoben war. Seine Karriere scheint Skrodt in jedem Fall Recht zu geben, auch wenn er dafür in brüchigen Beziehungen lebt.
Und deshalb ist es mir auch völlig unverständlich, weshalb diesen Film von absolut internationalem Format - durchaus vergleichbar mit dem besten bei Chabrol oder Altman -, im Gegensatz zu relativem Schwachsinn wie "Schtonk!", keiner kennt. Man könnte fast den Eindruck gewinnen, dass er aus politischen Gründen unterschlagen wurde.
Ein Hinweis für die Brisanz des Filmstoffes findet sich derweil im SPIEGEL-Archiv: so wollte laut Henryk M. Broder 1998 Manfred Stolpe 1993, immerhin seit 1990 Ministerpräsident Brandenburgs und noch bis 2002 im Amt, zumindest Passagen aus einem SPIEGEL-Artikel über die Dreharbeiten zum Film verbieten lassen... Ein Grund könnte auch sein, dass die "Gauck-Behörde" in diesem Film, namentlich so genannt, indirekt nicht sonderlich gut wegkommt.


The Dark Side of Our Inner Space
The Dark Side of Our Inner Space
DVD ~ Marina Anna Eich
Preis: EUR 5,99

4.0 von 5 Sternen Der vielleicht ergiebigste Film des Duos Gittner/Reber, 17. November 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Dark Side of Our Inner Space (DVD)
Das bemerkenswerteste an den wtp-Produktionen ist, dass sie sich alle einem ganz bestimmten, grundlegenden Thema widmen. Von "Das Zimmer" (2001) angefangen - das hat seinerzeit nicht einmal ein Fassbinder zu Wege gebracht. Und alle sind sie dementsprechend auch sehenswert.
Dass sie nicht auf Dialektik, ein Schwarz/Weiß-Denken oder Publikumswünschen, bauen, sondern stattdessen auf Ambivalenz und sinnliche Wahrnehmung setzen, beinah eine notwendige Voraussetzung um gegen den Strom der heutigen Zeit und deren zynischer Gleichförmigkeit zu schwimmen. Doch "The Dark Side of Our Inner Space" lag mir immer schon am meisten am Herzen, wahrscheinlich weil auch mich das Verhältnis zwischen "Spiel" und "Realität", das Thema dieses Films, Zeit meines Lebens beschäftigt hat: doch worum geht es?
Drei Frauen und zwei Männer verabreden sich in eine leer stehende Kaserne und wollen dort Rollenspiele veranstalten. Ohne Fiktion oder Extra-Kostüme zu tragen, nur für sich selbst und auch zwangsläufig keineswegs sexuell gemeint. Das sind weder "Nerds" oder sonstig normiert gedachte Verrückte, die jungen Leute entstammen vielmehr der "Mitte der Gesellschaft" - ein bißchen so wie bei den "Idioten" (1998), aber ohne jegliche historische oder sonstige Schuldzuschreibungen zu üben, oder Referenzen an Kommunen-Experimente aufzuweisen. Vielmehr soll ein Sich-Ausprobieren geübt werden, Freiheit in einer abgesicherten Umgebung ohne Hemmungen oder Repressalien fürchten zu brauchen. Ein Leben ohne Angst gewissermaßen, aber wie ein privater Vergnügungspark organisiert und wissentlich zeitlich begrenzt - doch das alles geht gründlich schief. Vor allem die Organisation.
Einer der Männer will eher nur den Richter und Veranstalter spielen, er verkörpert den Drang nach Ordnung - samt Gerichtsbarkeit, eine perfide Form experimenteller Rechtssoziologie: wie immer wunderbar interpretiert vom Reber-Regular Christoph Baumann (christophbaumann.net). Vor allem wegen Baumann kann der Film als ein Prequel zu "Die Wahrheit der Lüge" (2011) gesehen werden: auch dort spielt er einen urhebenden Bestimmer, der trotz aller Vorsicht manipuliert wird, darin geht es allerdings um kein "Spiel" wie hier, sondern Auslieferung und vorgefertigtem Zwang. Und das zwanghafte Verhalten in "The Dark Side of Our Inner Space" ergibt sich weniger aus der Anlage der "Spiel"-Situation, sondern der unmittelbaren Situation - also dem Affekt.
Eine Frau spielt Mia Gittner: diese steht eher im Abseits und kommentiert das Geschehen aus der Außenperspektive, mischt sich als Bestandteil der Gruppe aber immer wieder ein: zu ihr stößt (auf einer Metaebene) am Ende auch Reber selbst hinzu. Die beiden anderen Frauen werden von Marina Anna Eich und Sabine Krappweis verkörpert. Eich tritt als eindeutige Vertreterin der Schlampenmoral auf: sie scheint das Leben und ihre Rolle darin, bis hin zum Zusammenbruch, außerhalb ihrer eigenen, oberflächlichen Interessen nicht unbedingt ernst zu nehmen. Zuversicht als Selbstbetrug. Während Krappweis eher den passiven Part übernimmt, darin eine gewisse Teilnahmslosigkeit ausdrückt: zwischen beiden Frauen wird dennoch eine mörderischen Sozialität deutlich, auch wenn die homoerotischen Spannungen irgendwann bloß gespielt erscheinen: Spiel und Nicht-Spiel wiegen sich bei ihnen sozusagen auf. Und diese beiden Frauen spielen eine Schlüsselrolle für den zweiten Mann, den eigentlichen (stereotypen) "Spieler": eine Art "Killerspieler" mit einem Faible für Paintball und Waffen. Naiv und schwach. Im "Tatort" oder sonstig denunzierendem, pseudosolidarischem Mainstream-Schwachsinn wäre er der prototypische "Täter" und die Frauenfiguren seine geborenen Opfer. Hier ist die vorgeworfene Vergewaltigung jedoch eine theatralische Inszenierung und der Spieler das ultimative Opfer der "Realität": kein deutscher Film seit "Palermo oder Wolfsburg" war wohl mehr gegen die öffentliche Meinung gerichtet als dieser hier, und das obwohl er zum Höhepunkt der "Killerspiel"-Debatte in Deutschland entstanden ist. Eine politische Großtat.
Um etwas bewusst gegen die (andere) Rezension auf Amazon.de und deren Zustimmung zu sagen: ein höheres "Niveau" kann sich für einen Film deshalb kaum erträumt werden. Die einzige Schwachstelle ist einer der Schauspieler für diese vielleicht wichtigste Männerfigur im Film: sie soll zweifellos betroffen und enttäuscht wirken, vom Betrug regelrecht erschüttert werden, nur wird das leider überhaupt nicht vermittelt. Manfred Gebauer überzeugt zwar noch als "Killerspieler", aber nicht mehr dann wenn es darum geht die Verwerfungen welche sich aus den sozialen Beziehungen ergaben, glaubhaft wiederzugeben - da mir die Figur am Herzen liegt gebe ich leider einen Punktabzug.


Zeitgeist: Der Film
Zeitgeist: Der Film
DVD ~ Peter Joseph

2.0 von 5 Sternen Etwas das das Internet geboten hat?, 17. November 2015
Rezension bezieht sich auf: Zeitgeist: Der Film (DVD)
Ich glaube es gibt prinzipiell zwei Formen von Gefahren: die gute Gefahr ist nicht daran interessiert Wirklichkeit zu zementieren und macht stattdessen lieber auf etwas anderes aufmerksam, ob fiktiv oder virtuell ist dabei egal. Sie behauptet jedenfalls nicht wirklich (!) die Wahrheit zu sagen - auch wenn ihr das, etwa von ideologisch realistischer Seite, oft unterstellt wird. Die gute Gefahr provoziert trotzdem und ist, im besten Sinne des Wortes, subversiv, kann tatsächlich etwas über die Welt erzählen - oder zumindest jene in der sie entstanden ist. Um ein deutsches Beispiel zu nennen: Achternbusch und sein blöder "Bierkampf" - ein sehr guter Film.
Die schlechte Gefahr gibt jedoch wenigstens vor "Wahrheiten" zu verbreiten, ist realistisch - auch wenn sie diesen Ansprüchen oft keineswegs kritisch genügen kann -, arbeitet dafür praktisch ausschließlich mit "Realität" (beziehungsweise deren Behauptung), und schränkt die Möglichkeiten der Wirklichkeit dementsprechend ein - sie "relativiert" das Weltgeschehen indem sie es auf bestimmte Gruppen lenkt, unerwünschte Einstellungen, eine normierte Moral, die Ablehnung vermeintlicher Verfallserscheinungen, andere Gefahren - weitergeleitet an den (einseitigen) Vorwurf der "Lüge", Verschwörungstheorien, angeblich gemeinsame Interessen usw.
Diese schlechte Gefahr stellt so Beziehungen her, die es ohne sie vielleicht nicht einmal gegeben hätte. Und Peter Joseph sowie seine Epigonen zählen eindeutig zu dieser zweiten, schlechten Gefahr - zusammengefasst liefern ihre Werke Megaverschwörungstheorien in Buch- oder Filmform, naturalistisch verpackt und mit einer Art "Geschichte von oben" garniert. Traditionell auf vorhandene Strukturen wie den herkömmlichen Antisemitismus aufbauend und tendenziell immer höchst konservativ ausgerichtet: Unterschiede zwischen den Menschen aus der Welt schaffen wollend, oder diese gleich leugnen - zugunsten gemeinsamer Werte.
YouTube von Google wird bei Microsoft aktuell mit folgendem Spruch beworben: "alles was das Internet zu bieten hat". Das gehört dann (leider) wohl auch dazu, denn die Menschen sind offenbar einfach gestrickt und in erster Linie an einer Erklärung der sie umgebenden, immer komplexer werdenden Welt interessiert. Ein Gefühl etwas gemeinsam erkannt zu haben stärkt sie dabei. Für ein anderes Geistesleben als den oberflächlichen (Video-)K(l)ick, der jeweils ausschließlich nach "Fakten" sucht und die Meinungen davor oder dahinter eher ausblendet, scheint da vielfach kein Platz mehr zu sein. Und diesbezüglich ist das Video - im Sinne eines Hanekes über Tarantino - auch "gut gemacht", eine Art "The Birth of a Nation" für das 21. Jahrhundert, zumindest nach Amateur-Standards: ausgestattet mit sämtlichen Mitteln des Reality-TV spürt es vermeintlichen Geheimnissen nach. Selbstverständlich mit Erfolg. Zudem ist es musikalisch suggestiv und wirkt in seiner Dramaturgie regelrecht hypnotisierend - bis hin zur totalen Vereinnahmung: "Zeitgeist" ist wie ein Sog, der einem in sich hineinzuziehen versucht. Antidiskursiv und letztlich auch antiintellektuell.
Es verbindet auf diesem Wege Bildung mit Berieselung, transportiert das als "spannende Unterhaltung", ja sogar eben Vermittlung von Wissen (!). Und vermittelt am Ende (darüber hinaus) jede Menge Gemeinschaftsgefühl - in bester sektiererischer Absicht, gar nicht böse gemeint: "die Wahrheit" als Religion.
Nichtsdestotrotz liefert es inhaltlich trotzdem nur eine pseudodemokratische Kommerzialisierung von Halbwahrheiten, natürlich vorgeblich streng ohne jegliches Profitinteresse. Aber auch ohne jedweden grundsätzlichen Widerspruch, oder klaren Einwand: die "Dokumentation" tradiert diesbezüglich gewissermaßen einen neuen Gründungsmythos, den zum 11. September 2001, und verbindet ihn mit einer extrem christlich geprägten Weltanschauung, welche gewissermaßen zu einer Revolte im Wasserglas aufruft - für den vermeintlich "richtigen" Durchblick, als Extra sogar noch spirituell verbrämt - und wer dementsprechend geprägt ist wird über den eigenen, vorgetragenen Horizont vermutlich tatsächlich nicht hinaus blicken können. Schade.


Blue Jasmine [Blu-ray]
Blue Jasmine [Blu-ray]
DVD ~ Alec Baldwin
Preis: EUR 8,97

1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Psychose des Geldes, 12. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: Blue Jasmine [Blu-ray] (Blu-ray)
"Blue Jasmine" ist in fast fünfzehn Jahren (seit "Schmalspurganoven") wieder ein proletarischer Film von Woody Allen: jene bourgeoise Gesellschaft des guten und schönen Lebens, der Wohlerzogenen und ihrer Problemchen, die in seinen Filmen in den letzten Jahren für gewöhnlich sonst immer dargestellt wurde, wird hier einmal auf die Probe gestellt und selbst einer gehörigen Critique unterzogen. Allen goes Chabrol, gewissermaßen: so blickt er damit auch hinter die Fassaden seiner eigenen alljährlichen Trubel - mit der Finanzkrise von 2008 als idealem Aufhänger um derlei kultivierte Wohltätigkeit, bereiste Scheinwelten, den ganzen Reichtum und dessen (Un-)Vermögen zu befragen.
Jasmine lebt - zwischen Selbstgesprächen, Tabletten und Alkohol - in einer melancholischen Zwischenwelt: als ehemalige Society-Lady nach dem Freitod ihres sie und die Welt betrogenen Mannes geplagt von Existenzängsten, gesellschaftlichem und "sozialem" Abstieg.
Spannend an "Blue Jasmine" ist vor allem, was der Film nicht zeigt: so bleibt die Beziehung zwischen Jasmine (Cate Blanchett) und ihrem Täter-Mann, in vielen Rückblenden großartig gespielt von Alec Baldwin, weitgehend oberflächlich - auch die Innenwelt ihrer Adoptivschwester, nicht minder eindrucksvoll Sally Hawkins, eher verborgen, während die überaus problematische Beziehung zu ihrem eigenen Sohn gleich ganz ausgeblendet wird. Das mag, gerade für Woody-Allen-Verhältnisse, seltsam und manipulativ wirken, hat allerdings einen ganz bestimmten Grund: so soll darüber jener Mythos für das Publikum zweifellos mit aufgebaut werden, welcher die Figur und deren Anmut, ihre Attraktivität und Unberührbarkeit, sogar in die neue Welt ihrer Schwester, zu der sie kurzfristig gezogen ist, begleitet hat.
Bei Woody Allen gewohnt bis in die Nebenrollen (Andrew Dice Clay) großartig besetzt. Dort umweht sie nämlich weiterhin jene Aura des Wohlstands und der Größe, die in jeder Beziehung immer noch Stahlkraft hat, das heißt auch ihr neues soziales Umfeld zunehmend beeindruckt: wenn da bloß nicht diese Schuld samt, trotz allem, nostalgischem Schwelgen in Erinnerungen wäre - was, wie sich später herausstellt, nichts als Reue überlagern soll.
Denn Jasmine hat, das heißt trotz ihrer Problematiken, beinahe unverschämtes Glück: die eitle, verklemmte und im Grunde höchst selbstsüchtige Frau hat die herzensgute, wenn auch vielleicht ebenfalls von sich aus etwas unzufriedene, Adoptivschwester, die so ganz anders ist als sie selbst ist, eigentlich nicht verdient.
Dann kann sie sich der Männer beinahe nicht erwehren: zunächst bedrängt sie ein zurückgebliebener Zahnarzt, bei dem sie nach viel Tamtam als Sprechstundenhilfe anfängt, dann angelt sie sich - als vermeintliche Innenarchitektin - fast noch einen Diplomaten.
Interessant ebenfalls, dass der Film damit, also mit dieser Folgenabschätzung von Verlogenheit und (politischer) Heuchelei, an der Westküste spielt: in mancherlei Hinsicht kann "Blue Jasmine" als erster New York-kritischer Film von Woody Allen bezeichnet werden, da aus dieser Stadt hier eher das Unheil kommt. Und leiden die meisten seiner Figuren sonst an zwar verschrobenen, aber eher harmlosen Neurosen und traditionellen Beziehungsschwierigkeiten, ist der Zustand dieser Jasmine wesentlich ernster: selten wurde Allen's eigenem Sager von der Komödie als Tragödie invertiert, besser Ausdruck verliehen als hier. Und am Ende löst der Film das Mysterium um die Aura dieser Figur sogar auch noch auf, also bleibt nicht nur der Eindruck einer Satire zurück: gut möglich, dass er deshalb - ganz nebenbei - sein politischster Film überhaupt ist und damit für mich seit langem auch absolut sehenswert.


The Witcher 3: Wild Hunt - Standard - [Xbox One]
The Witcher 3: Wild Hunt - Standard - [Xbox One]
Wird angeboten von brandsseller
Preis: EUR 49,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Meisterprobe mit vererbten Schwächen, 28. Mai 2015
"The Witcher 3" bietet ebenso grandiose Charaktere wie Landschaften. Weit ist das Land und sind seine Möglichkeiten.
Die sehr westernhafte, an "Red Dead Redemption" erinnernde Open-World ist dafür eine kleine Mogelpackung: so viel es an von Hand erstellten Inhalten darin zu entdecken gibt, so sehr zwingt das Spiel zunächst seinen vorgegebenen Bahnen zu folgen - die linearen, handlungsstarken Vorgänger lassen grüßen. Dafür überzeugen einmal mehr jegliche Dramaturgie, sprachliche Hochwertigkeit, Grafik, vor allem aber die Soundeffekte.
Dennoch sind nach dem Prolog nicht einmal Startgebiete klar definiert, eher wurde eine Schnur durch die Welt gestaltet, die erst kapiert werden muss - sofern sich der Geschichte auch entzogen werden will: und selbst dann trifft man immer wieder auf neue Dungeons und vollständig durchgeskriptete Aufgaben, die erst für das Endspiel gedacht sind. Schade, das können Bethesda, BioWare und Obsidian besser.


Bangerz Tour [Blu-ray]
Bangerz Tour [Blu-ray]
DVD ~ Miley Cyrus
Preis: EUR 9,60

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Klotzen statt Motzen, 28. März 2015
Rezension bezieht sich auf: Bangerz Tour [Blu-ray] (Blu-ray)
Seit jeher scheinen die Musikkonzerne selbst nicht schätzen zu können was sie da eigentlich alles mit erschaffen. Gut aufbereitete Videoveröffentlichungen gibt es zunächst jedenfalls prinzipiell nur für die musikalisch anerkannteren oder versierteren Acts. Selbst bei Britney Spears hat es Jahre gedauert bis, damals dank HBO, eine richtige Konzert-DVD entstand (2001/02 Las Vegas). Wer selbst kein Konzert besuchen konnte oder wollte war und ist für Eindrücke auf Umwege von Fans angewiesen, inoffizielle Streams usw.
Und diese "Bangerz"-Veröffentlichung erinnert dabei jedenfalls grundsätzlich sehr an die zweite Britney Spears-DVD aus dem Jahr 2000 (Live and More) - dort wurde wengistens noch auch nicht verheimlicht, dass das "Konzert" bloß ein kurzes TV-Feature namens "live in hawaii" war. Leider ganz ähnlich wie bei dieser "Bangerz Tour" - so sehr der Eindruck einer richtig großen Konzert-DVD auch täuschen mag, denn wie Anton schon schrieb handelt es sich hier um eine Network-Gepflogenheiten entsprechend zensierte NBC-Sendung, die noch dazu ziemlich lieblos auf die Scheibe gepresst wurde. Unterbrochen von in jedem Fall störenden Backstage-Passagen.
Dafür ist die Cover-Gestaltung einsame Spitze und fügt dem reichhaltigen Fundus an Miley Cyrus-Bildmaterial ein weiteres markantes hinzu. Und dennoch gilt auch inhaltlich für diese Produktion: wer die "erwachsene" Neuinszenierung von Miley Cyrus in 1080p und 5.1 zumindest ansatzweise direkt sehen will, wird um "Bangerz Tour" selbst in der Form nicht herumkommen. Von der Tour dürfte es nämlich kein anderes Material mehr geben und bis zur nächsten noch einige Zeit vergehen. Wobei: hoffentlich erfindet sie sich, etwa für alle empörten Familienväter dieser Welt, nicht mehr zurück...


Gravity [Blu-ray]
Gravity [Blu-ray]
DVD ~ Sandra Bullock
Preis: EUR 8,68

4 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Interessante Idee, 23. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Gravity [Blu-ray] (Blu-ray)
"Gravity" ist nach vielen Jahren wiedermal der Versuch einen großen realistischen Weltraumfilm herzustellen. Und auch wenn die Entfernungen dabei keinesfalls stimmen, ist er dahingehend sehr gelungen.
Selbst dann, wenn einige Effekte doch erstaunlich Substandard sind und eher die Kameraführung allein überzeugt. Sowie der Film als Drama kaum hanebüchener sein könnte. Tatsächlich Hollywood von seiner schlechtesten Seite präsentiert: denn inhaltlich ist "Gravity" eine einzige Durchhalteparole. Zwar wird mit Traum und Wirklichkeit viel gespielt, doch am Ende zählt bei seiner Erklärung von Welt dennoch bloß Leistung und Stehvermögen. Und als jemand der in seiner Kindheit viele Monate im Beckenbeingips verbracht hat, kann ich persönlich das Ende gleich gar nicht nachvollziehen. Der Film zeigt zwar wie unmöglich Leben im Weltraum eigentlich ist - selbiges auf der Erde macht er aber gleich noch viel unwahrscheinlicher.
Dafür ist Sandra Bullock zumindest nett anzusehen und liefert der Film einige schöne Bilder: ihr Charakter ist offensichtlich von amerikanischen Heldinnen aus der mehr oder weniger jüngeren Zeitgeschichte inspiriert, wie Amelia Earheart oder Gabrielle Giffords (deren Mann zumindest Astronaut war ^^). Gut, bereits "Children of Men" empfand ich alles andere als erhellend. Doch eigentlich traurig, dass dabei ständig gemeint wird mit "weiblichen" Stereotypien spielen zu müssen - von "Hysterie" über schlichte Inkompetenz bei technischen Dingen, bis passiver Aggressivität ist praktisch alles dabei. Während George Clooney kaum je mehr Cary Grant war als in diesem Film - einfach reaktionär.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 23, 2014 9:36 PM CET


Iwans Kindheit (Steelbox - LIMITIERTE EDITION)
Iwans Kindheit (Steelbox - LIMITIERTE EDITION)
DVD ~ Walentina Maljawina

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Leben im Krieg, 20. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Tarkowsijs Debüt kann heute mindestens noch so beeindruckend sein wie vor den über fünfzig Jahren, welche es nun bereits alt ist. Und das liegt vor allem immer noch daran, dass der Streifen sowohl als Kriegs- als auch Kinderfilm blendend funktioniert.
Die (auch inhaltlichen) Kontraste sind enorm, die Bilder und ihre Kompositionen welche Tarkowskij damals schon fand bestechend klar - alles in allem eine Arbeit welche den Vergleich mit der damaligen Genrespitze, das heißt Kubrick's "Wege zum Ruhm", keineswegs scheuen braucht(e). Als Kinderfilm ist er sowieso ungeschlagen: und dennoch eine, vielleicht gerade aus heutiger Sicht, ungeheuerliche Provokation, denn hier wird das Kind zunächst nicht viktimisiert, oder über ihm ein Moralchauvinismus "gegen den Krieg" verfrachtet, sondern als geradezu unwahrscheinliche, handelnde Person eingeführt, als Junge der gerade dabei ist im Krieg seine Selbstbestimmung einzufordern - und zwar nicht trotz des Krieges, sondern weit eher erst dadurch.

Dahingehend, was das Schicksal ihm vorbereitet hat. Die Waise nimmt dabei eine Rolle ein, welche wie ein invertierter "Private Ryan" wirkt, denn dass sich die Soldaten anfangs dermaßen um das Kind kümmern, ist erstmal kaum zu glauben.
Doch dieser Idealismus in der Darstellung weicht naturgemäß zusehends einer Ohnmacht, Ausweg- und Hoffnungslosigkeit - was durch die ständig apokalyptischer werdenden Eindrücke bloß verstärkt wird, welche anfangs noch alptraumhaften Visionen glichen, gegen Ende hin aber zusehends zu bitterer Realität wurden. Wo es zwar mehr gibt als am Ende die Fantasie in einem "Lilja 4 ever", aber diese wenigen Erinnerungen an ein besseres Dasein (mit der Mutter) auch nur der einzige Trost spendende Eskapismus sind, welcher heutzutage menschenverachtender Weise so sehr als "Zerstreuung" gescholten wird. Doch dort wo Glück ein ferner Gedanke ist, geschweige denn die simple Möglichkeit eines Heranwachsens, ist wenigstens kein Platz für solch negatives Denken.


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