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Rezensionen verfasst von
opernfan
(TOP 500 REZENSENT)   

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Klaviersonate 3/Metopes/+
Klaviersonate 3/Metopes/+
Wird angeboten von cdaudiophile
Preis: EUR 9,48

5.0 von 5 Sternen Klangsensualist, 20. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Klaviersonate 3/Metopes/+ (Audio CD)
Mit Szymanowski tun sich viele Musikliebhaber immer noch schwer, hier hat sich also seit seinen Lebzeiten wenig geändert, schon damals war er tendenziell eher umstritten, so hat man ihm immer wieder auch Epigonentum vorgeworfen - und von seinen polnischen Landsleuten wurde ihm fehlender musikalischer Patriotismus vorgeworfen.
Wenn man nun aber seine Musik unvoreingenommen hört, so kann man solcherlei Vorwürfe kaum nachvollziehen, so hat er eine durchaus unverwechselbare Klangsprache, die natürlich u.a. auf den Ideen des Impressionismus fusst, über diesen aber hinausreicht, moderner, gebrochener wirkt und auch "Ausflüge" in atonal/dissonante Bereiche kennt. Dabei wunderbar atmosphärisch ist und spannend, aber eben nicht eben leicht zu hören ist. Vom Hörer also durchaus auch eine Aufmerksamkeit einfordert.
Was nun die Interpretation von P. Anderszewski angeht, so ist diese von höchster Qualität. Dem Klangsensualisten unter den heutigen Pianisten liegt dieser sehr auf Klangwirkung bedachte Komponist außerordentlich, nicht umsonst setzt er sich seit Jahren vehement für ihn ein. Technisch brillant, vollbringt Anderszewski wahre Klangwunder, die Musik atmet und "duftet", weiß Geschichten zu erzählen und ist in ihrer Komplexität jederzeit transparent nachzuvollziehen.
Schön, dass ein so großer Pianist wie Anderszewsik sich (und damit auch uns als Hörer) auch für wenig ausgetretene Pfade des Repertoires zu begeistern vermag.


Eine Alpensinfonie/Klavierkonzert F.d.Linke Hand
Eine Alpensinfonie/Klavierkonzert F.d.Linke Hand
Preis: EUR 15,36

4.0 von 5 Sternen Für Liebhaber historischer Aufführungen spannend, 20. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Diese Aufnahmen aus den 50er Jahren sind v.a. für Liebhaber historischer Konzertmitschnitte spannend. Zeigt sich doch, dass z.B. die Spielqualität von Orchestern (auch der Wiener Philharmoniker) sich über die Jahrzehnte hinweg gesteigert hat. So hören wir für die Wiener eher untypische Unsauberkeiten. Und auch auch Casadesus ist nicht ohne Makel.
Und dennoch sind es spannende Aufnahmen (im übrigen aus zwei Konzerten aus unterschiedlichen Jahren): das Konzert f.d. linke Hand von Ravel auch für die Wiener ein eher ungewohntes Repertoire, gelingt von kleineren Mängeln abgesehen, überzeugend, rhythmisch spannend, klangsensibel.
Und die Alpensinfonie ist überzeugend, eher verhalten angelegt (was bei Mitropoulos überraschen mag), mit dem Schwerpunkt auf einer verinnerlichten, eher melancholischen Haltung dem Werk gegenüber. Und natürlich sind die Wiener Philharmoniker ein unvergleichlicher Klangkörper gerade bei Strauss, auch wenn v.a. die Bläser durchaus auch mal patzen.
Der Klang der Aufnahmen ist eher trocken und nicht so gut aufgefächert, was die Transparenz eher vermindert. Und die Orgel platzt etwas massiv in das Geschehen ein. Die Tücken des Festspiehaus halt...


Eine Alpensinfonie
Eine Alpensinfonie
Wird angeboten von Polyphon
Preis: EUR 13,51

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schlüssig, 20. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Eine Alpensinfonie (Audio CD)
Welser-Möst ist unter Kennern schon lange ein sehr versierter Strauss-Dirigent (was u.a. sein Züricher und Salzburger Rosenkavalier bewiesen), hier also seine (im übrigen auf Platte zweite) Interpretation der Alpensinfonie mit dem vorzüglichen Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (sehr transparent, sehr exakt, vielleicht nicht mit den Zwischentönen, wie sie den Wienern zur Verfügung stehen).
Welser-Möst ist zunächst flott unterwegs in den "Alpen", wählt straffe Tempi, achtet sehr auf Transparenz und unterliegt nicht der Gefahr, zu "gefühlig" zu werde; dabei ist es eine durchaus gebrochene Sicht auf den Menschen, die hier als Grundlage der Interpretation dient. Überraschend viele auch melancholische Zwischentöne zeichnen diese Aufführung aus, die durchwegs spannend gerät, nie verlieren die Musiker den großen Bogen aus den Augen. Und haben natürlich genügend Reserven für die großen Aufschwünge - und ja, auch Sturm und Gewitter geraten bedrohlich, gewaltig, ohne dabei je ins "Hohle" abzugleiten.
Insofern eine Aufnahme, die sich für mich unter den großen Interpretationen einzureihen vermag. Wenn ich die Aufnahmen unter Thielemann (Ein Heldenleben / Alpensinfonie / FroSch-Fantasie / Rosenkavalier-Konzertsuite])] und Ozawa ([[ASIN:B003U51X8A Seiji Ozawa Anniversary (Limited Edition)) einen Tick vorziehe, liegt das daran, dass mir der besondere Klang der Wiener Philharmoniker bei Strauss-Werken noch ein wenig mehr liegt. Das ist aber explizit nicht als Kritik an dem vorzüglichen SOBR zu verstehen.
Als Zugabe zu der Alpensymphonie Intermezzi aus der Oper Intermezzo (sic!) - klanggesättigt und durchaus hörenswert, auch wenn sie jetzt nicht ganz an die Qualität der Alpensymphonie heranreichen mögen.


Masses 5in a Flat Major D678 & 6 in E Flat Major
Masses 5in a Flat Major D678 & 6 in E Flat Major
Wird angeboten von toppreis321
Preis: EUR 3,99

5.0 von 5 Sternen Großartige Messen, 7. Dezember 2014
Das sakrale Werk von Schubert wird tendenziell immer noch zu wenig rezipiert und steht im Schatten anderer großer Komponisten (v.a. Mozart, Bach). Sehr zu unrecht, wie ich immer wieder feststellen muss. So ist die letzte Messe D950 zwar häufig noch bekannt, aber die übrigen Messen von Schubert sind in der Summe wenig bekannt.
Umso schöner, dass hier neben der Messe Es-Dur auch die die Messe D678 mit aufgenommen wurde. Wie so häufig bei Schubert finden wir hier traumhaft schöne Melodien und gleichzeitig immer wieder das Abgründige, Düstere, was Schubert immer wieder überwindet, aber die Musik bleibt "gefährdet".
Diese Dichotomie wird von Harnoncourt sehr fein nachgezeichnet, wie er überhaupt eine eher stille, verinnerlichte (und dezidiert nicht romantische) Lesart bevorzugt. Der Orchestersatz wird transparent gestaltet, die Dramatik bleibt verhalten. Chor und Orchester sind dabei von hoher Qualität, v.a. der Arnold Schönberg Chor ist wunderbar homogen. Sehr gute Solisten vervollständigen die sehr gelungenen Interpretationen zweier sakraler Werke, die den qualitativen Vergleich mit Werken von Haydn, Mozart oder auch Bach nicht scheuen müssen.


Vespro Della Beata Vergine
Vespro Della Beata Vergine

5.0 von 5 Sternen Schlicht (und) ergreifend, 6. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Vespro Della Beata Vergine (Audio CD)
Die Marienvesper von Monteverdi ist bei jedem Wiederhören ein unfassbares Meisterwerk, verbindet es doch den Geist der Gregorianik mit einer neuen Klangsprache, bleibt rein, schlicht, ergreifend. Und stellt gerade deshalb an die Aufführenden höchste Ansprüche, denn es gilt genau diesen Geist zu treffen.
Und das gelingt R. Jacobs mit vorzüglichem Instrumentalsolisten und wunderbarem Chor (nederlands kammerkoor - sehr homogen im Zusammenklang, sehr reine, instrumentale Stimmführung) samt Solisten auf der ganzen Linie: wunderbar reine Stimmen, dennoch ausdrucksstark, schafft er eine sakrale Atmosphäre, die sich sogar auf CD vermittelt, was beileibe nicht einfach ist. Es ist eine ungemein farbige, lebendige, verinnerlichte Wiedergabe dieses Meisterwerk, welches in seiner Schlichtheit immer wieder zu berührend und (zu Tränen) rühren vermag. Dabei sehr transparenter Ton.
Da nun auch die CD in einem aufwendigen Buch mit sehr interessanten Texten aufgelegt wird, ist diese Aufnahme vorbehaltlos zu empfehlen.


Klaviersonaten 14, 23, 24, 26
Klaviersonaten 14, 23, 24, 26
Wird angeboten von STRADIVARIUS
Preis: EUR 15,75

5.0 von 5 Sternen Kontrollierte Ekstase, 5. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Klaviersonaten 14, 23, 24, 26 (Audio CD)
Robert Casadesus ist heute vielfach kein Begriff mehr - was angesichts der Qualität dieser Beethoven-Einspielung unverständlich ist. Und einen sehr bedauern lässt, dass es mit Casadesus offensichtlich keine Gesamteinspielung dieses Klavierkosmos gibt.
Casadesus ist technisch brillant, dabei kontrolliert, spielt mit großer Leidenschaft und bewahrt dabei gleichzeitig jederzeit die Kontrolle. Der Begriff der kontrollierten Ekstase passt da schon: man höre nur die Sonate Nr. 23, mit welcher Wucht er den ersten Satz anlegt, jederzeit den (Ton-) Revoluzzer Beethoven hören lässt, eine spannende, klassische Interpretation, fast makellos, überragend in Technik und Klangarchitektur.
Dass er auch die andere Seite Beethovens, die lyrisch-empfindsame kennt, beweist er dann (nicht nur) in der Mondscheinsonate: ohne je Gefahr zu laufen, sentimental zu werden (hier hilft ihm sozusagen seine "clarté"), schafft er einen melancholischen Kosmos voller Klangwirkung.
In der Summe eine sehr hörenswerte Beethoven-Entdeckung, auch wenn man nicht verheimlichen kann/darf, dass der Ton eher dumpf ist und die Aufnahme durch ein leichtes Hintergrundsrauschen zumindest vom Klang her nicht ganz das Niveau ihres herausragenden Interpreten hat. Ein kleiner Einwand, den man angesichts der hohen interpretatorischen Qualität verschmerzen kann.


Englische Suiten 1,3 & 5
Englische Suiten 1,3 & 5
Preis: EUR 16,87

8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überragend, 2. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Englische Suiten 1,3 & 5 (Audio CD)
Piotr Anderszewski ist ein Phänomen: entzieht er sich doch weitestgehend jedwedem medialen Rummel, überzeugt er nichtsdestotrotz durch sein uneitles, phänomenales Klavierspiel. Das ist alles höchstdurchdacht, ohne je "gemacht" (z.B. im Sinne eines allzu großen Intellektualisierens) zu wirken. Es ist ein beseelt, erfühltes (und damit auch erfülltes) Musizieren auf höchstem Niveau, welches wir ein ums andere Mal bezeugen dürfen (verwiesen sei nur auf seine Interpretation des Beethoven-Klavierkonzertes Nr. 1).
Nun also wieder Bach: auch hier erweist er sich als meisterhafter Gestalter, rhythmisch ungemein präzise (um nicht zu sagen mitreißend), mit subtilen Klangschattierungen (welch Anschlagkultur) und einer Ausdruckspalette, die das leiseste ppp kennt und im forte nie den Bogen überspannt. Anderszewski formt das alles zu einem großen Ganzen, bei allen hörenswerten Details geht nie der musikalische (Sinn-)Zusammenhang verloren. Dieser Bach kann wirklich "tanzen", ist stets melodisch, ohne je die Form zu vernachlässigen. Letztendlich gelingt hier also die Quadratur des Kreises, die Versöhnung und Verbindung von Form und Melodie - Chapeau.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 26, 2014 7:24 PM CET


Richard Strauss - Der Rosenkavalier [Salzburger Festspiele 2014] [2 DVDs]
Richard Strauss - Der Rosenkavalier [Salzburger Festspiele 2014] [2 DVDs]
DVD ~ Krassimira Stoyanova
Preis: EUR 32,37

12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Salzburger Neudeutung auf hohem Niveau, 16. November 2014
Der Rosenkavalier ist wie kaum eine andere Oper mit den Salzburger Festspielen verbunden - und im Jubiläumsjahr 2014 brachte man einmal mehr eine bemerkenswerte Aufführung hervor.
Dies liegt zum einen an der sehr schlüssigen Inszenierung: Altmeister Harry Kupfer verlegt die Handlung in die Entstehungszeit der Oper, findet schöne Bilder (allemal auf der Riesenbühne des Großen Festspielhaus) und besticht durch eine kluge Personenführung. Insbesondere die Aufwertung der Figur des Ochs tut der Oper insgesamt gut - hier ist der Ochs mehr als nur ein tumber Bauerntölpel, sondern durchaus ein Mann von Statur, der halt "nur" Opfer seiner Hormone und eines antiquierten Verständnis von Mannsein wird.
Dieser Ochs wird von Günther Groissböck sensationell dargestellt und sehr gut gesungen - für mich die Entdeckung dieses Rosenkavalier schlechthin. Ein Ereignis.
Auch die übrigen Sänger singen auf hohem Niveau, wenn auch nicht ganz makellos: stimmlich makellos, mit wunderbarem Strauss-Melos ist die Stoyanova als Marschallin, interpretatorisch ist sie für mich noch nicht ganz so ausgefeilt wie große Rollenvorbilder. Sophie Koch ist ein bewährter Octavian - vielleicht hatte sie stimmlich nicht ihren allerbesten Abend, aber ihre Interpretation ist stimmig und darstellerisch ist sie sowieso makellos. M. Erdmann als Sophie bleibt hingegen etwas blass, in der Summe ist sie eine eher herbe Sophie mit etwas klein dimensionierter Stimme, darstellerisch aber passt sie gut.
Zum Ereignis aber wird diese Aufführung auch durch Welser-Möst (kurz vor seiner Demission von der Wiener Staatsoper): man merkt ihm an, dass er diese Oper gerade auch mit den Wiener Philharmonikern schon oft gespielt hat (es gab im Frühjahr 2014 u.a. eine Aufführungsserie an der Wiener Staatsoper), ganz selbstverständlich, auf höchstem Niveau ist diese Interpretation: dabei wohltuend streng, durchaus auch dramatisch, mit diesen wundervollen Momenten des Innehaltens, der puren Poesie. Die musikalischen Erweiterungen zugunsten der Figur des Ochs - im Sinne des Wegfalls sonst üblicher Striche - sind musikalisch durchaus ein Gewinn, gerade auch angesichts eines so fulminanten Darstellers wie Groissböck. Und die Wiener Philharmoniker sind in dieser Oper ohnehin kaum zu toppen.
In der Summe eine sehr stimmige Aufführung, musikalisch auf hohem Niveau, mit einer zeitlosen Inszenierung mit schönen Schauwerten.


Winterreise
Winterreise
Preis: EUR 22,98

17 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Am Rande des (psychischen) Abgrunds, 14. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Winterreise (Audio CD)
M. Goerne beschäftigt sich schon seine ganze Karriere über mit der Winterreise, jenem letztlich immer noch rätselhaften Werk des "späten" Schubert, welches wie kaum ein anderes Werk (zumindest mal dieser Zeit) das Wandern am seelischen Abgrund in eine bestürzende, intensive musikalische Sprache übersetzt.
Dies ist nun bereits die dritte Version von Goerne: neben der frühen Aufnahme mit G. Johnson (bereits formidabel gesungen, von der Interpretation her noch nicht so dicht) und der schon fast legendär zu nennenden Aufnahme mit dem "späten" A. Brendel (sic!) nun also eine Neu-Aufnahme mit C. Eschenbach, mit dem er im übrigen sämtliche drei Zyklen vielfach auch live aufgeführt hat.
Und für mich ist dies die überzeugendste der drei Interpretationen von M. Goerne und eine der besten Aufnahmen der Winterreise überhaupt: das liegt zum einen daran, dass Goerne mit Eschenbach noch besser harmoniert, als mit Brendel (wo es ja bekanntermaßen auch kreative Differenzen in der Interpretationshaltung gab, die durchaus spannend gelöst wurden). Dabei ist Eschenbach ein wunderbar zuhörender, dabei auch eigenständiger Begleiter, der kraftvolle Akzente zu setzen weiß. Was nun Goerne betrifft, so zeichnet er den Wanderer hier konsequent als einen Menschen am Rande des psychischen Zusammenbruchs/Zerfalls, vielleicht auf seinem Weg in eine Depression, hochfahrend, mitunter dem Wahnsinn nahe, zwischen Melancholie, Aufbegehren, Zorn und Sehnsucht schwankend, taumelnd. Es ist eine ungemein dichte, intensive, in sich stimmige Interpretation eines Menschen am Rande der Gesellschaft, ausgegrenzt aber auch durch ein in sich selbst Gefangensein. Es ist der Weg eines subjektiv Betroffenen, der sehr unmittelbar all das, was ihn bewegt, quält, förmlich nach außen schleudert.
Eine stimmlich wie darstellerisch intensive, erschütternde Interpretation eines der größten Meisterwerke der abendländischen Kultur, für mich jetzt schon eine Referenzaufnahme (aber natürlich gibt es gerade bei diesem komplexen Werk nicht "die" Interpretation - wir wollen also nicht den jungen Fischer-Dieskau, einen P. Pears, einen Hotter, eine Fassbaender, aber auch einen J. Kaufmann - um nur ein paar zentrale Aufnahmen zu erwähnen - vergessen).


Pride
Pride
DVD ~ Ben Schnetzer
Preis: EUR 10,99

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herzerwärmend, 11. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Pride (DVD)
Die Geschichte klingt zunächst einmal mehr als skurril: eine Gruppe politisch aktiver Homosexueller will streikenden Bergarbeitern während der Thatcher-Ära in Wales helfen - aus der zunächst eher vagen Idee heraus, dass diese wie sie unterdrückt, ausgegrenzt werden. Und so macht sich eben diese Gruppe in ein kleines Kaff nach Wales auf, wo es zu urkomischen, berührenden und den Horizont erweiternden Begegnungen kommen wird - auf beiden Seiten.
Wie bei jeder guten Komödie erahnt man dabei immer auch die Tragik, das Schwere unter der Oberfläche, dabei macht sich der Film nie lustig über seine Charaktere, die er mit großer Liebenswürdigkeit nachzeichnet. Die Figuren bekommen dabei viel Tiefe und werden in ihrer ganzen Komplexität und Menschlichkeit zeigt.
Der Film ist somit ein bewegendes Plädoyer für Toleranz geworden, gerade weil er die Figuren in ihrer ganzen Widersprüchlichkeit zeigt und durchaus auch die Schwierigkeiten im Miteinander beleuchtet. Das ganze ist allen voran von I. Staunton wunderbar gespielt und liebevoll ausgestattet.
Und das Schönste an der ganzen Geschichte ist, dass es sich um eine wahre Geschichte handelt. Insofern ist es ein wunderbares, herzerwärmendes Lehrstück über die Überwindung von Vorurteilen und die Begegnung von unterschiedlichen Menschen geworden, die allesamt viel voneinander lernen können.


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