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Rezensionen verfasst von
opernfan
(TOP 500 REZENSENT)   

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Mia Madre
Mia Madre
DVD ~ Margherita Buy
Preis: EUR 12,99

5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bewegend, 22. November 2015
Rezension bezieht sich auf: Mia Madre (DVD)
Nani Moretti gehört zu den Regisseuren, die im Sinne des Autorenkinos viel zu sagen, zu erzählen haben. Und immer wieder gelingt es ihm, dem Schweren seiner Filme doch auch eine gewisse Leichtigkeit zu schenken. Und ähnlich wie im Film "Das Zimmer meines Sohnes" schildert er hier die Veränderungen der Angehörigen angesichts des Sterbens/des Todes naher Angehöriger - hier der Mutter der Hauptprotagonistin (im übrigen ist der Film autobiographisch geprägt, was man wohltuend merkt). Moretti schafft eine Art "schwebender" Atmosphäre, die typisch ist für Menschen, die mit dem Sterben bspw. ihrer Eltern konfrontiert sind: manches wirkt fast wie unwirklich, der Alltag bekommt absurde Züge (insbesondere wenn man es als Filmregisseurin mit einem eitlen Filmstar zu tun hat - genial dargestellt von John Turturro), der Alltag geht irgendwie weiter und bleibt doch stehen. Zeitebenen und Realitätsebenen verschwimmen, so dass man auch im Film des öfteren nicht ganz genau weiß, was Realität, was Traum ist - weder bei der sterbenden Mutter, noch bei den erwachsenen Kindern. Dabei gelingt es Moretti ganz wunderbar, Trauer und Komik, Realität und Traum auszubalancieren.
Morettis Film ist angenehm unprätentiös, hält eine Form der Distanz, die genügend Raum lässt für die eigenen Gefühle und Gedanken, berührt, ohne jemals Gefahr zu laufen, sentimental zu werden. Es ist der ungeschönte Blick auf den Abschied, der dennoch Raum für das Absurde lässt (als Film im Film) und so aufzeigt, dass auch im Sterben die ganze Fülle des Lebens stattfinden kann. Alle Schauspieler sind hervorragend, die Musik (größtenteils von A. Pärt) ist wunderbar eingesetzt.


Vasks - Presence
Vasks - Presence
Preis: EUR 17,99

9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend, 13. November 2015
Rezension bezieht sich auf: Vasks - Presence (Audio CD)
Es ist immer sehr erfreulich, wenn berühmte Solisten sich Werke von zeitgenössischen Komponisten vornehmen (und es ist fast schon schlimm, wenn man das Gefühl hat, dankbar sein zu müssen, dass sich ein "großes" Label zeitgenössischer Musik annimmt). Sol Gabetta setzt sich schon lange für das Oeuvre von P. Vasks ein, der neben G. Kancheli, A. Pärt und S. Gubaidulina zu den versiertesten Komponisten der ehemaligen UdSSR zu rechnen ist. Und in meinen Ohren sehr dichte, spannende und ausdrucksintensive Musik zu komponieren weiß.
Das Cellokonzert Nr. 2, dessen Widmungsträger S. Gabetta ist, lebt von einem spannungsreichen Wechsel elegischer Melodien und harten, fast schon perkussionsartiger Rhythmen, die dem klassisch angelegten Werk eine große Innenspannung und Ausdrucksdichte verleihen.
Originell die Zusammenstellung von Cello und Orgel dann in "Musique du Soir", welches scheinbar harmlos, fast schon gefällig beginnt, bevor zunehmend Dissonanzen Einzug halten und dem Werk Tiefe verleihen.
Gramata cellam für Cello solo ist schon lange im Repertoire von S. Gabetta (gab es auch schon als "Single-Auskoppelung") und lebt nun ebenfalls von dem Spannungsmoment harter Dissonanzen und Rhythmen (hier im ersten Teil) und einem wunderschön elegischem Ausklang im zweiten Teil, der zu Herzen geht.
Eine mehr als willkommene Repertoirebereicherung, die einem innovativen, ausdrucksintensiven Komponisten in den Fokus nimmt, der eine solche Aufmerksamkeit wahrlich verdient.
Die Interpretation von Sol Gabetta ist über jeden Zweifel erhaben, virtuos, wo gefordert, klangsensibel und "tief" in den ruhigen, "naturnahen" Passagen. Sehr gute Begleiter.


Klavierkonzert 21+27
Klavierkonzert 21+27
Wird angeboten von STRADIVARIUS
Preis: EUR 7,33

5.0 von 5 Sternen Von der hohen Kunst der Einfachheit, 13. November 2015
Rezension bezieht sich auf: Klavierkonzert 21+27 (Audio CD)
Eins vorweg: es handelt sich hier um Live-Mitschnitte aus der "Steinzeit" des Grammophons. Dafür ist die Tonqualität mehr als respektabel - und dennoch hört man natürlich ein nicht unerhebliches Rauschen. Aber all das wiegt wenig im Verhältnis zu der fulminanten künstlerischen Qualität der Aufnahmen:
A. Schnabel gehört für mich, neben C. Haskil, zu den "vollkommenen" Mozart-Pianisten: Flüssigkeit der Tempi, "Einfachheit" der Interpretation, Anschlagskultur, geistige Durchdringung der Werke - all das ist auf allerhöchstem Niveau. Immer hat man das Gefühl, dass es genau so klingen soll/muss, niemals hat man den Eindruck, dass etwas "gemacht" ist, es klingt natürlich, organisch. Und selbst in den eigenen Kadenzen, durchaus eigenwillig, verrät Schnabel nie den Fluss der Musik, zeigt sich eher als origineller, eigenständiger Künstler von Format.
Auch vom Dirigat her höchstes Lob für diese Aufnahmen, die zu den besten Interpretationen dieser beiden häufig gespielten Konzerte zu zählen sind.


Die Schpfung
Die Schpfung
Preis: EUR 17,50

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Frisch musiziert, 8. November 2015
Rezension bezieht sich auf: Die Schpfung (Audio CD)
W. Christie dirigiert hier eine hörenswerte, frische Interpretation des weltlichen Oratoriums - (natürlich) historisch informiert, mit scharfen Akzentsetzungen (Harnoncourt ist hier aber womöglich beredter in seiner Klangsprache), spannender Dynamik und einer insgesamt flüssigen Diktion. Dass er trotz all dieser Vorzüge jetzt vielleicht nicht ganz die Überzeugungskraft eines Bernstein (bei einer gänzlich anderen Musizierhaltung, aber dennoch...) oder eines Harnoncourt hat, kann man an manchen kleineren "Hängern" im musikalischen Verlauf hören. Kleinere Einwände habe ich auch gegen Teile der Besetzung: sind Orchester und Chor von hoher Qualität, gefällt mir bei den Solisten letztlich nur G. Kühmeier mit ihrem klaren, instrumental geführten Sopran (fast) uneingeschränkt. Bei den Herren wird es schon schwieriger: T. Spence hat keine makellose Diktion und kommt in den dramatischen Passagen an stimmliche Grenzen (wehmütig denkt man hier an Wunderlich), D. Henschel müht sich ziemlich mit den tiefen Tönen und muss entsprechend "pressen", er ist auch nicht ganz intonationssicher. Die übrigen Sänger machen ihre Sache hingegen gut.
Auch bezüglich der Tonqualität gäbe es zu bemängeln, dass die Sänger sehr in den Vordergrund gezogen sind, was die Gesamtdynamik mitunter etwas stört.
In der Summe also eine gute, vom Dirigat auch sehr gute, spannende Aufnahme, die für mich aber im Schatten der großen Aufnahmen steht.


IN THE GRAYSCALE (OmU)
IN THE GRAYSCALE (OmU)
DVD ~ Francisco Celhay
Preis: EUR 16,49

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der eigene Weg...?!, 8. November 2015
Rezension bezieht sich auf: IN THE GRAYSCALE (OmU) (DVD)
Der Film zeigt, wie schwer es sein kann, den eigenen Weg zu finden, jenseits konventionell vorgegebener Wege. Bruno hat scheinbar alles, einen guten Job als Architekt, einen offensichtlich mächtigen Förderer, eine Familie. Und dennoch ist er ein Suchender, als ob er in ein Leben hineingestolpert wäre, was nie ganz seines wurde. Ohne zu wissen, was er eigentlich genau vermisst, verlässt er (auf Zeit?) seine Familie, "um sich zu finden", wobei ihm nicht klar ist, wie genau das vonstatten gehen sollte. Er lernt Fer kennen und spürt rasch eine starke Anziehung zu diesem. Fer, offen schwul, fühlt sich sichtlich mehr wohl in seiner Haut als Bruno und kann nur bedingt dessen inneren Kämpfe verstehen. Und so folgen wir diesen beiden ungleichen Männern im Wechselspiel von Anziehung und Brunos Angst, aus dem alten Leben auszubrechen.
Der Film ist in ein milchiges Licht getaucht (hervorzuheben der Kameramann), welches eine fast schon elegische Stimmung erzeugt, Lebendigkeit findet vielfach wie hinter einem Schleier statt. Der Film verweigert sich einfachen Antworten und zeigt die Zerrissenheit seiner Protagonisten sehr stimmig auf. Und v.a. die Hauptdarsteller machen ihre Sache ausgezeichnet.
Etwas störend erschien mir, dass es mitunter merkwürdige Sprünge im Handlungsverlauf gibt, nicht alle Handlungsstränge werden konsequent verfolgt, die Nebenfiguren sind mitunter doch etwas holzschnittartig. Das sind kleine Einschränkungen in einem ansonsten durchaus gelungenen, v.a. sehr stimmungsvollen Film, der überzeugend die Geschichte eines Mannes am Scheideweg von Konvention und Selbstbestimmtheit zeigt.


Smtliche Klavierkonzerte 1-5 (Ga)/Chor-Fantasia
Smtliche Klavierkonzerte 1-5 (Ga)/Chor-Fantasia

5.0 von 5 Sternen Immer noch ein Klassiker?!, 7. November 2015
Aufnahmen der 5 Klavierkonzerte von Beethoven gibt es wie Sand am Meer und viele von diesen sind auch gut bis sehr gut. Es gibt allerdings gar nicht so viele, die sich sozusagen im Olymp behaupten können (Schnabel sicherlich, Brendel wohl auch - um nur zwei Beispiele zu nennen). Für viele gilt diese Version ebenfalls als "olympverdächtig" - zu Recht?
Letztlich ja. Das liegt sicherlich zu einem großen Teil an O. Klemperer, der einen in jeder Hinsicht "großen" Beethoven dirigiert: wuchtig in den Ecksätzen, voller Poesie und Tiefe in den langsamen Sätzen, dabei stets auf die Gesamtarchitektur achtend, tiefgründig und gleichzeitig von einer inneren Dramatik, die beeindruckt. Alleine vom Dirigat her also eine Aufnahme für die einsame Insel. Und wie schlägt sich der blutjunge (und damals noch wenig bekannte!) D. Barenboim angesichts des großen alten Mannes? Sehr gut, wäre man geneigt zu sagen. Nicht ehrfurchtsvoll, sondern jungendlich frisch, ja fast schon unbekümmert und sich doch stets in Klemperers Konzept fügend gelingt somit eine wunderbare Synthese von gelassener Erfahrung und jugendlichem Elan, auch wenn man pianistisch sicher "mehr" aus den Werken herausholen kann, tiefsinniger spielen kann (s. neben den bereits Genannten auch Arrau, Pollini, Argerich, um nur weitere große Interpreten zu nennen). Und dennoch ist diese Aufnahme in der Summe immer noch ein großer Wurf und somit bleibt es letztlich Geschmacksache, welche Version man in den Olymp einlassen will.


Goldberg Variationen
Goldberg Variationen
Preis: EUR 18,99

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Über die Langsamkeit, 7. November 2015
Rezension bezieht sich auf: Goldberg Variationen (Audio CD)
Kurz nach dem I. Levit seine Version der Goldbergvariationen vorstellt, zieht nun also A. Tharaud nach. Und in einem Bereich sind sich die beiden Pianisten sozusagen schon einmal einig: sie denken diesen Zyklus vom modernen Klavier aus, weniger vom Cembalo und nutzen also folgerichtig alle Möglichkeiten eines modernen Flügels. Und beide haben sich weit von den Klangidealen eines G. Gould entfernt, bzw. sich von selbigen nachhaltig emanzipiert.
Dabei wählt Tharaud jetzt größtenteils sehr langsame Tempi, mitunter gefährlich langsam, weil sie fast die Textur der Komposition gefährden. Dass dies nicht passiert, liegt am eminenten Können von Tharaud, der seinen langsamen Tempi mit einem Farbenreichtum sondergleichen anreichert. Und dennoch - die Geschlossenheit von Levit erreicht er hier nicht ganz für mich. Zudem er an manchen Stellen fast so etwas wie Ehrfurcht vor dem Werk (oder seiner Rezeption) zu haben scheint und nicht ganz frei zu sein scheint. Und so gibt es viele faszinierende, berückend schöne Passagen, die sich nicht immer ganz zu einer Einheit fügen wollen. So bleibt eine spannende, sehr diskussionswürdige Interpretation, die einen v.a. im Detail aufhorchen lässt und einen spannenden Pianisten in der Auseinandersetzung mit einem wahrhaft großen Werk zeigt (als Zusatz-DVD).


Icon:Solomon
Icon:Solomon
Preis: EUR 18,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer der ganz Großen, 30. Oktober 2015
Rezension bezieht sich auf: Icon:Solomon (Audio CD)
Solomon ist sicherlich einer der ganz großen Pianisten, der uns zumindest auf Tonkonserve erhalten geblieben ist. Dass er viel zu jung gezwungen war, mit dem Klavierspielen aufhören zu müssen (aufgrund eines Schlaganfalls in relativ jungen Jahren), bleibt angesichts der hohen Qualität seines Spiels sehr zu bedauern.
Hier haben wir einen repräsentativen Querschnitt durch sein Repertoire: er gehört zweifelsfrei zu den ganz großen Beethoven-Interpreten, ich würde ihn auf eine Stufe mit A. Schnabel stellen und noch über Kempff. Technisch brillant (und hierin womöglich Kempff überlegen) ist er gleichzeitig ein Klangmagier, der wunderbare Schattierungen mit dem Klavier schafft und auch den "Sinngehalt" der Sonaten in all ihrer Vielschichtigkeit erfasst. Hier aufgenommen sind ein Großteil der "Namensonaten" (inkl. Hammerklaviersonate), es fehlen die letzten Sonaten (in einer Extra-Box bei EMI erschienen). Alleine die Wucht der Appassionata, die Tiefe im langsamen Satz der Hammerklaviersonate weisen ihn als einen der ganz Großen aus. Und wer es schafft, das eigentlich leider eher "abgenudelte" Thema der Mondscheinsonate so berührend zu gestalten, der ist wohl wahrlich im Klavier-Olymp anzusiedeln. Auch die Klavierkonzerte zeugen von einer hohen Qualität und gehören mit zu den besten Aufnahmen überhaupt.
Auch als Mozart-Interpret exzelliert Solomon: "Einfachheit" in der Klanggebung, flüssiges Spiel, subtiler Anschlag, all das lässt diese Aufnahmen nahe an die Qualität einer Haskil heranreichen, mehr Lob geht fast nicht.
Das Klavierkonzert Nr. 2 von Brahms ist ebenfalls von hoher Qualität (klanglich allerdings nicht ganz unproblematisch), überwältigend virtuos und spannend interpretiert der Tschaikowsky - man mag überrascht sein ob der breiten Bandbreite des Interpretation-Könnens von Solomon, der uns quasi als Universalist begegnet.
Das Schumann-Konzert ist von der Klavierseite her wieder überragend, hier gibt es allerdings vom Dirigat her bessere Interpretationen, was die Qualität dieser Aufnahme etwas schmälert, überwältigend wieder der Grieg - eine fulminante Aufnahme.

In der Summe eine Zusammenstellung von Aufnahmen, die man jedem Klavierfan nur ans Herz legen kann. Es gibt nicht viele Pianisten auf diesem Niveau. Die Tonqualität geht meistenteils in Ordnung, guter Mono-Standart der 50er Jahre.


Klarheit Und Geheimnis / Clarity and Mystery
Klarheit Und Geheimnis / Clarity and Mystery
Wird angeboten von Music-Shop
Preis: EUR 14,58

5.0 von 5 Sternen Verachtet mir die alten Meister nicht..., 17. Oktober 2015
Diese Zusammenstellung - unschlagbar billig - gibt einen repräsentativen Querschnitt über das pianistische Schaffen von Solomon wieder: viele große Aufnahmen eines nun wahrhaft großen Pianisten, der vielfach nur noch Connaisseurs ein Begriff sein dürfte. Was auch daran liegt, dass er allzu früh durch einen Schlaganfall daran gehindert wurde, weitere Aufnahmen machen zu können.
Aber was für Aufnahmen hat er hier hinterlassen, welche Bandbreite deckt er ab: die Mozart Aufnahmen waren vorher schon bekannt und zeigen ihn als wunderbaren Mozart-Pianisten, der es schafft, es leicht klingen zu lassen, was nicht leicht zu spielen ist, der jenen "Mozart-Ton" trifft, der ihn auf eine Stufe mit C. Haskel stellt. Sein Beethoven ist legendär - zu Recht, wie man hören kann. Die hier versammelten Sonaten (3, 8, 23, 32) weisen ihn als großen Beethoven-Interpreten aus, seine Sonaten-Aufnahmen sind in einem Atemzug mit A. Schnabel und W. Kempff zu nennen: kraftvoll, dramatisch und dennoch voller poetischer Tiefe, technisch auf der Höhe der Zeit - wunderbar. Auch die Klavierkonzerte (1 und 3) zeigen ihn als ganz großen Interpreten, die Aufnahmen sind zu den Besten zu zählen: er verfügt über die technische Finesse und das interpretatorischen Gestaltungsvermögen, um die Aufnahmen aus der Flut der bestehenden Aufnahmen herausragen zu lassen. Es finden sich auch zwei Cellosonaten mit Piatigorsky, die ihn auch als hervorragenden Kammermusiker ausweisen: und wenn Piatigorsky technisch nicht makellos sein mag - welche Spielfreude, welche Selbstverständlichkeit im gemeinsamen Musizieren, im Treffen des "richtigen" Tons.
Vielleicht fast überraschender seine Brahms-Aufnahmen (hier das Klavierkonzert Nr. 1 und die Sonate Nr. 3 und kleinere Werke): kraftvoll, poetisch, auch hier voller Tiefe. Sicher eine der besten Aufnahmen des 1. Klavierkonzertes überhaupt - nur weiß das kaum jemand (sehr gut begleitet von R. Kubelik).
Ein genuiner Chopin (Polonaisen, Nocturnes), die Klavierkonzerte von Schumann und Grieg auf hohem Niveau runden das Bild eines wahrhaft großen Pianisten ab, der quasi ein "Allrounder" war und den jeweils richtigen Ton zu treffen vermochte und stets ein bedachter, überlegter Interpret war, der sein Können stets in den Dienst der Werke stellte.
Noch ein Wort zu dieser Zusammenstellung: bei diesem Preis kann man keinen "Service" erwarten - es ist eine Pappbox mit Papp-Schubert. Keine Booklets, es sind lediglich die Interpreten und immerhin die Jahreszahlen vermerkt.
Die Tonqualität ist guter Standard der 40er und 50er Jahre.
Für diesen Preis eine absolute Kaufempfehlung für Aufnahmen eines der ganz großen Pianisten der Plattengeschichte.


Lucerne Festival,Vol.1-Clara Haskil
Lucerne Festival,Vol.1-Clara Haskil
Preis: EUR 13,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Große Vergangenheit, 12. Oktober 2015
Auf dieser CD werden zwei Konzertmitschnitte mit zwei großen Pianisten/-innen zusammengefasst, die beide größte Aufmerksamkeit verdienen: Clara Haskil ist für Mozart so etwas wie eine "sichere Bank". Sie verfügt über einen ausnehmend differenzierten Anschlag und eine dementsprechende "Klangkultur" und schafft eine schnörkellose, innige (manch einer würde an dieser Stelle auch sagen: poetische) Wiedergabe. Man hat nie den Eindruck, es ginge um die Pianistin (im Sinne einer Selbstdarstellung), immer stellt sie ihre hohe Kunst in den Dienst des ihr anvertrauten Werkes. Klemperer dirigiert einen eher "schweren" Mozart, was bei dem in moll gehaltenen Werk aber durchaus als passend angesehen werden kann und reizvolle Kontraste mit der "Leichtigkeit" der Haskil ergibt.
Die zweite Aufnahme gilt dem Gespann Mitropoulos/Casadesus und dem 5. Klavierkonzert von Beethoven (es gibt auch eine Studioversion aus New York mit den gleichen Künstlern). Hier begeistert zum einen das mitreißende Dirigat von Mitropoulos - meiner Ansicht nach eines der unterschätztesten Dirigenten überhaupt. Seine Interpretation hat so etwas wie Drive und eine immanente Dramatik, die begeistert. Die Wiener Philharmoniker sind an dieser Stelle ein wunderbarer Klangkörper und sind mit ihrem warmen Klang noch besser als die New Yorker Philharmoniker in der Studio-Aufnahme. Und Casadesus geht mit Mitropoulos ganz wunderbar mit: dramatisch, kraftvoll wo nötig, mit viel Innigkeit in den leisen Passagen liefert er eines der überzeugendsten Interpretationen dieses "Schlachtross' der Klavierliteratur" ab. Nie ist Virtuosität hier Selbstzweck, immer hört man bei Casadesus eine wunderbar ausbalancierte Ausgewogenheit von Dramatik und lyrischem Verweilen. Trotz kleiner Wackler eine wahrlich große Interpretation.


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