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Rezensionen verfasst von
opernfan
(TOP 500 REZENSENT)   

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Cosi Fan Tutte
Cosi Fan Tutte
Preis: EUR 21,26

4.0 von 5 Sternen Klemperer's schwierige Mozart-Einsichten, 31. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Cosi Fan Tutte (Audio CD)
Diese Cosi ist sicherlich eine Aufnahme der Extreme: so langsam hat man das Werk davor und danach nicht mehr gehört. Und diese Langsamkeit hat so ihre zwei Seiten: zum einen gibt sie dem Werk eine Ernsthaftigkeit und auch eine Transparenz, die so kaum gehört ist. Aber mitunter bleibt das Komödiantische auf der Strecke und es bleibt eine diskutierenswerte Frage, wieviel Ernst, aber auch wieviel Komik und auch Lebendigkeit in der Cosi komponiert sind. Aber in sich ist diese Konzeption schlüssig und Klemperer gelingt es letztlich auch, den Spannungsbogen zu halten, auch wenn er mitunter diesbezüglich in "gefährliche Gefilde" vorstößt. Und dennoch hat diese Aufnahme einen ganz besonderen Reiz. Und macht mehr als deutlich, dass in der Cosi nun mal keine leichten Themen verhandelt werden.
Die Besetzung ist nun sehr unterschiedlich. Um es kurz auf den Punkt zu bringen: die Frauen sind durch die Bank weg großartig, gleiches lässt sich leider nicht von den Männern sagen. Alva hat bereits deutliche Abnützungserscheinungen in der Stimme und Evans hat relativ wenig Italianita, gestaltet aber klug. Und Sotin ist recht eigentlich kein Mozart-Sänger, was man auch hören kann. Sein Alfonso ist schon sehr schwer und bar jeder Italianita. Aber bei M. Price kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus und auch die Popp und Minton sind ganz wundervoll. Insofern bleibt ein zwiespältiger Eindruck und es ist für mich definitiv nicht die Cosi für die einsame Insel. Aber als Ergänzung der Sammlung durchaus hörenswert, v.a. dank der schweren Einsichten Klemperers, aber auch dank der vorzüglichen Damen.


Samsara - Geist und Leidenschaft
Samsara - Geist und Leidenschaft
DVD ~ Shawn Ku
Preis: EUR 11,45

5.0 von 5 Sternen Ein Traum von einem Film, 31. Dezember 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Samsara - Geist und Leidenschaft (DVD)
Dieser Film ist ein seltener Glücksfall: wann gelingt es schon, eine extrem kluge Handlung mit atemberaubend schönen Bildern so spannend zu gestalten? Diesem Film gelingt das Kunststück, kein Lehrfilm des Buddhismus zu sein und dennoch unendlich viel über die Weisheitslehre des Buddhismus zu sagen. Ohne dabei viele Worte zu gebrauchen. Das ist die hohe Kunst des Films, über Bilder, Blicke, Gesten ganz viel von der Idee des Buddhismus zu erzählen, ohne je plakativ zu sein. Und er setzt sich durchaus kritisch mit so mancher Gepflogenheit des Buddhismus auseinander und reflektiert diesbezüglich auch die Rolle der Frau.
Letztlich ist der Film vieles in einem: ein handwerklich hervorragender Film; ein meditativer Film über das Leben und die Frage, was wirklich zählt; eine kritische Reflexion über den Buddhismus und seine Werte; ein spannend erzählter Film in traumhaft schönen Bildern.
Eine spannende Reise in fremde Welten, die am Ende doch nicht so weit entfernt sind, wie man mitunter denkt. Ruhig, medidativ und mit viel Raum, sich wichtige Gedanken zu machen.
Ein Meisterwerk.


Masters - Beethoven: Symphonie Nr. 9
Masters - Beethoven: Symphonie Nr. 9
Preis: EUR 10,98

4.0 von 5 Sternen Außer Konkurrenz, 31. Dezember 2013
Diese Aufnahme der 9. Symphonie ist für mich irgendwie außer Konkurrenz, sie wirkt in vielerlei Hinsicht wie aus der Zeit gefallen - jetzt, über 30 Jahre nach ihrem Erscheinen umso mehr, wenn man sich Neuaufnahmen dieses so "überstrapazierten" Werkes anhört. Ich weiß nicht, ob es eine Aufnahme gibt, die so langsam dirigiert ist (in der ersten CD-Version war die Aufnahme gar noch auf 2 CDs verteilt...). Und das ist erst einmal sehr gewöhnungsbedürftig, weil man gewohnheitsmäßig gerne sagen würde, so langsam geht das nicht.
Wenn man sich aber eingehört hat und sich darauf einlassen kann, so macht man eben ganz neue Hörerfahrungen und lernt das Werk anders kennen. Hier steht überhaupt nicht das Überschäumende eines Bernsteins oder das "Sportive" eines Karajan im Vordergrund, sondern es ist der Schwanengesang eines großen Dirigenten, sehr verhalten, ungewöhnlich lyrisch, schwer(-mütig), sehr getragen. Es ist fern jedes plakativen "freut Euch des Lebens", die humanistische Botschaft der Musik kommt viel dezenter daher. Dafür hört man die Textur der Musik neu, viele Nebenstimmen bekommen ein anderes Gewicht. Es ist - und das mag bei Böhm überraschen - eine Aufnahme der Extreme, aber er schafft es trotz der langsamen Tempi, den Spannungsbogen zu halten und eine Aufnahme aus einem Guss zu schaffen.
Die Solisten sind gut (sieht man davon ab, dass Domingo hier sehr mit dem Deutschen ringt und recht eigentlich nicht die passende Stimme hat) und die Wiener spielen zum Niederknien schön.
In der Summe also eine sehr eigenständige Aufnahme, die in ihrer Langsamkeit und ihrer diesbezüglichen Stringenz überzeugen kann. Und für heutige Ohren sehr gewöhnungsbedürftig ist. Für die man sich Zeit nehmen muss (und vielleicht auch sollte), um die ihr innewohnende Schönheit zu entdecken.


Das Lied Von der Erde
Das Lied Von der Erde
Preis: EUR 20,43

4.0 von 5 Sternen Verhalten, 28. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Das Lied Von der Erde (Audio CD)
Eine Neuaufnahme des "Lied von der Erde" hat es schwer - tritt sie doch gegen eine Vielzahl großer Aufnahmen an. Und sollte dann schon etwas Eigenständiges zu sagen haben. Hat diese Neuaufnahme nun also dieses "Besondere"?
Meine Antwort hierauf würde "bedingt" lauten. Albrecht dirigiert zunächst sehr verhalten, sehr zurückgenommen, so dass das Werk weit weg rückt von jeder sentimentalen Anmutung (und hiermit liegt er sozusagen im aktuellen Trend). Mitunter enstehen aber Längen, als ob er den Spannungsbogen nicht ganz halten kann (v.a. über das ganze Werk bezogen). Und er tut sich mitunter auch mit der vertrackten Rhythmik des Werkes schwer (und ist entsprechend auch keine Unterstützung für die Sänger). Und erst im letzten Lied, im "Abschied" findet er zu wirklich großer Form. Das gilt letztlich auch für die Sängerin A. Coote, die v.a. im 4. Lied rhythmisch gehörig ins Schwimmen kommt und mit so mancher Vokalfärbung ringt, aber im letzten Lied zu einer großen, sehr leisen, verinnerlichten Intensität findet.
B. Fritz müht sich in seinen Liedern ganz schön, einmal mehr hört man, wie knifflig Mahler hier komponierte, was er seinem Tenor hier abverlangt.
In der Summe also keine Top-Aufnahme, aber eine berührende, v.a. der Abschied ist ganz wunderbar gelungen.
Gemessen an großen Aufführungen unter Walter oder Giulini kann diese Aufnahme nicht ganz mithalten. Aber hat unbestreitbar ihre Meriten. In der Summe also 3,5 Sterne.


7 Letzte Worte Jesu Am Kreuz
7 Letzte Worte Jesu Am Kreuz
Preis: EUR 12,60

4.0 von 5 Sternen Zurückgenommen, 26. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: 7 Letzte Worte Jesu Am Kreuz (Audio CD)
Die sieben letzten Worte (es gibt verschiedene Versionen, u.a. eine Streichquartett- und eine Orchesterfassung, jeweils von Haydn autorisiert) hier also in der Version für Orchester, Chor und Solisten. Das Werk kann man als eine Art Meditation über die letzten Worte Christi am Kreuz verstehen und es werden alle möglichen emotionalen Facetten in Musiksprache übersetzt. Von der Annahme, über das Aufbegehren bis hin zum finalen Erdbeben komponierte Haydn hier ein ungemein vielschichtiges Werk.
Harnoncourt liefert hier nun eine sehr zurückgenommene Interpretation des Werkes, fast schon "nackt, nüchtern", die großen Emotionen lässt er weniger ausspielen. Damit verliert das Werk in meinen Ohren etwas von seiner Unmittelbarkeit, von seiner auch dramatischen Dichte. Das alles ist natürlich ungemein subtil und intensiv, aber vielleicht ein Tick zu wenig "aufwühlend". Chor und Orchester, die Solisten, bewegen sich auf hohem Niveau.
Insofern eine spannende Interpretation, die ich nicht ganz unwidersprochen lassen möchte.


Lieder
Lieder
Preis: EUR 8,98

5.0 von 5 Sternen Mit reiner, instrumentaler Stimme gesungen, 25. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Lieder (Audio CD)
Diese Schubert CD hat nichts von ihrem Zauber verloren. Die junge B. Bonney (vor ihrer Stimmkrise) liefert hier eine wunderbar innige Lieder-Platte ab, technisch sehr versiert, sehr lyrisch, poetisch, mit wunderbar "silberner" Stimme gesungen.
Man höre nur "Du bist die Ruh", fein ziseliert, mit wunderbaren piani und Legatobögen. Auch ihr "Ave Maria" ist schlicht, innig, ganz reduziert, ohne jemals Gefahr zu laufen, sentimental oder gar geschmäcklerisch zu werden (einer Gefahr, der nicht alle Kolleginnen entgehen!). Sehr berührend.
Quasi eine Art "best-of", wenig unbekannte Lieder, aber in einer solchen Qualität zum immer wieder gerne Hören.


Klaviersonaten
Klaviersonaten
Preis: EUR 12,39

5.0 von 5 Sternen Eine der ganz Großen, 23. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Klaviersonaten (Audio CD)
Diese CD ist v.a. wegen der Scarlatti Sonaten ein absolutes Must-have. Was die Haskil hier erreicht, ist schlichtweg wunderbar. Sie spielt vollkommen uneitel, mit einer wunderbaren Anschlagskultur, farbenreich, elegant, flüssig, spannend. Wie so oft bei dieser Ausnahmekünstlerin hat man den Eindruck eines "selbstverständlichen" Musizierens, das keine Fragen offen lässt, schon gar nicht, ob das historisch nun richtig sein mag oder nicht. Es ist ein Musizieren auf höchstem Niveau, voller Poesie.
Was nun das Mozart-Konzert angeht, so ist die Haskil auch hier über jeden Zweifel erhaben. Was man vom Orchester leider nicht sagen kann (hier hatte die Haskil öfter mal eher Pech). Aber vom Pianistischen ist das höchste Qualität. Und so schafft man es (fast), das eher mediokre Orchester zu vergessen.


Mozart:Violin & Piano Sonates
Mozart:Violin & Piano Sonates
Preis: EUR 25,96

5.0 von 5 Sternen Welch Größe im Musizieren, 23. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Mozart:Violin & Piano Sonates (Audio CD)
Haskil-Grumiaux, eine bessere "Kammermusikformation" wird es kaum geben können. Wir verdanken ihnen mirakulöse Einspielungen der Beethoven-Sonaten und eine repräsentative Auswahl an Mozart-Sonaten. Hier also jetzt live, mit allen Tücken. Da ist technisch nicht alles perfekt, in der Momentaufnahme gibt es einige Patzer. Aber live sind beide noch spontaner, noch unmittelbarer.
Das gemeinsame Musizieren, die erzielten Klangwelten sind schlicht überwältigend. So selbstverständlich "richtig" kann Musik klingen. Hier bekommt das Wort "Werktreue" eine ganz andere Bedeutung. Nie stehen die Interpreten im Vordergrund, sie dienen ganz der Musik. Und die ist von größtmöglicher Schönheit und Einfachheit.
Die Tonqualität ist gut. Für Freunde von Kammermusik ist dies neben den Studioaufnahmen die einzige Möglichkeit, die beiden vereint hören zu können. Was ein großer Genuss ist.


Britten:War Requiem/Bliss:Morn
Britten:War Requiem/Bliss:Morn
Preis: EUR 14,06

3.0 von 5 Sternen Das Werk und seine Tücken, 23. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Britten:War Requiem/Bliss:Morn (Audio CD)
Das War Requiem ist kein leicht zu dirigierendes Werk, wie man hier einmal mehr hören kann. In seiner eher disparaten Struktur ist für den Dirigenten offensichtlich nicht leicht, die Balance zwischen verinnerlichten, mitunter auch schroffen Passagen auf der einen Seite und herausfahrenden, fast schon "trivial anmutenden" Elementen zu finde. So gelingen Rattle, den ich eigentlich als hervorragenden Britten-Dirigenten kennengelernt habe, immer wieder berückende schöne Stellen, aber immer wieder reißt der Spannungsbogen ab, er bekommt die verschiedenen Elemente nicht so recht unter einen Hut. Und so bekommt das Werk plötzlich einige Längen, die man sonst nicht so hört. Es fehlt mir auch an dem Element der Verinnerlichung, letztlich auch der Trauer, welches hier noch nicht so recht durchscheinen mag. Vielleicht kam die Aufnahme des War Requiems für Rattle hier noch zu früh?
Die Solisten sind gut, allen voran R. Tear. Auch T. Allen trifft den Ton Brittens gut. Nicht ganz so überzeugt bin ich von E. Söderström, die mir mit zu viel Vibrato singt. Ausdrucksmäßig aber ebenfalls den Gehalt des Werkes erfüllt.
Im Vergleich zu der Version von B. Britten selbst, aber auch neben der Aufnahme unter Gardiner, ist diese Version schwächer. Sie hat wunderschöne Momente, aber es wird nicht recht ein Ganzes daraus.


War Requiem
War Requiem
Preis: EUR 22,44

4.0 von 5 Sternen Behutsam, 21. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: War Requiem (Audio CD)
Das War Requiem ist musikalisch gesehen ein bemerkenswerter "Zwitter": Liturgisches vermischt sich mit Poetischem, dramatische Ausbrüche verbinden sich mit sehr lyrischen Passagen. Diese betont Gardiner in dieser Aufnahme, vielleicht ein wenig auf Kosten der Dramatik, so dass mitunter der musikalische Fluss fast zum Erliegen kommt. Und doch ist Gardiner Profi genug, um letztlich den Spannungsbogen dann doch zu halten. Die lyrischen, leisen Passagen sind hingegen ungemein beeindruckend, ergreifend, tief empfunden. Dieser behutsame Zugang gewinnt dem Werk neue Aspekte ab, macht das Werk so zu einem großen, leisen Klagegesang.
Die Solisten (allen voran Organosova und Rolfe Johnson) sind allesamt gut, Gardiner vereint mit das geschlossenste Ensemble, Chöre und Orchester sind ebenfalls von höchster Qualität.
Warum also nicht 5 Sterne? Weil meines Erachtens nach diese Interpretation nicht ganz die Geschlossenheit und Ausgewogenheit der Aufnahme unter Britten erreicht. Fast, aber eben nicht ganz. Britten ist unmittelbarer, auch dramatischer, ohne die lyrischen Aspekte des Werkes zu vernachlässigen. Und Pears und Fischer-Dieskau sind vielleicht noch einen Tick ausdrucksstärker. Allerdings ist Orgonasova für mich v.a. stimmlich überzeugender als Vishnewskaja.


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