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Rezensionen verfasst von
opernfan
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Sergio Fiorentino: The Berlin Recordings
Sergio Fiorentino: The Berlin Recordings
Preis: EUR 24,99

5.0 von 5 Sternen Beglückendes Klavierspiel, 31. Juli 2014
Manchmal macht man auch als "alter Hase" noch beglückend Neuentdeckungen. So ging es mir mit Sergio Fiorentino, den ich bis dato nicht kannte und nur zufällig im Radio hörte. Und ich bin hingerissen von seinem durchdachten Spiel, welches Tiefen auslotet, ohne je schwer zu wirken. Er findet intuitiv den richtigen Ton, sei es für die Exaltiertheit und Berauschung eines Liszt, der er fast schon so etwas wie Spiritualität verleiht (ohne den Virtuosen zu verleugnen), sei es für die Zerrissenheit eines Schubert, dessen "himmlische Längen" (was für eine Anschlagskultur) er ganz organisch mit den Ab- und Einbrüchen in dessen Musik verbindet. Beeindruckend auch, wie Fiorentino das genuin Lyrische mit einem rauschhaften Musizieren verbinden kann (exemplarisch z.B. in h-Moll Sonate von Liszt - vielleicht nicht so perfekt wie eine Argerich, aber wie überragend er die Architektur dieser so enorm komplexen Sonate durchdringt, atemberaubend).
Für mich eine Entdeckung die eingespielten Werke von C. Franck, deren Strenge er wohltuend gesanglich aufbricht, fast behutsam gestaltet. Auch hier begeistert er mit einem ungemein differenzierten Anschlag. Und man kann auch auf eher abgelegenen Pfaden der Klavierliteratur spannende Entdeckungen machen (Scriabin!). Wunderbar romantisch differenziert sein Schumann.
Und man versteht, warum A. Benedetti Michelangeli ihn so pries (und sich gleich noch mit! er bezeichnete ihn als "den anderen" Pianisten, der zählt): weil hier ein Ausnahmepianist zu hören ist, der sich gänzlich umeitel in den Dienst der Musik stellt.
Dabei muss gesagt werden, dass der Klang der Aufnahme nicht ganz optimal ist. Und dennoch, welch eine Entdeckung eines Ausnahmemusikers - für mich in der Tradition eines A. Schnabel, einer Haskil.


Bolero / Daphnis Chloé Suites / la
Bolero / Daphnis Chloé Suites / la
Preis: EUR 8,98

3.0 von 5 Sternen Es fehlt der nötige Biss..., 31. Juli 2014
Hier hören wir eine CD, die leider mehr verspricht, als sie letztlich hält: Maazel seines Zeichen sicher ein größer Könner und die Wiener Philharmoniker, eines der besten Orchester der Welt - was soll da schon schiefgehen? Und dann noch "La valse" von Ravel, was den Wienern eigentlich perfekt liegen müsste (dass sie das Werk spielen können, haben sie unter Welster-Möst im "Konzert aus Sarajevo" mit erschütternder Eindringlichkeit gezeigt)?
Gerade an "La valse" kann man das Problem der Aufnahme gut aufzeigen: das ist natürlich perfekt gespielt, aber irgendwie auch fast langweilig, weil Maazel hier nicht die Schärfe, das Doppelbödige, die "Katastrophe" dirigiert, den Tanz am Abgrund (was eben Welser-Möst kongenial dirigierte - La valse als Tanz am und Sturz in den Abgrund). Und so ist La valse ein eher belangloses Stück Auseinandersetzung mit einem Walzer (was es eben nicht ist bzw. sein sollte). Auch der Bolero hat hier nicht genug Biss, ist schön dirigiert, aber es fehlt an Innenspannung. Besser die Suite Daphnis & Chloé.
Insofern nur eine mittelprächtige Ravel-Aufnahme, dem Schönklang verpflichtet, aber mit deutlich zu wenig Ausdruckstiefe.


24 Caprices
24 Caprices
Preis: EUR 11,99

5.0 von 5 Sternen Musikantisch, 31. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: 24 Caprices (Audio CD)
Solo-violine ist heikel, denn mehr noch als bei jedem anderen Instrument würde man Fehler besonders rasch (und schmerzhaft hören). Aber natürlich muss man sich bei Julia Fischer hier keine Sorgen machen. Sie ist absolut souverän in den technischen Finessen, die der Teufelsgeiger Paganini hier seiner Virtuosin zugemutet hat. Das alleine reicht aber nicht, um in den Caprices bestehen zu können (denn rein technische Perfektion wäre schnell langweilig).
Was Julia Fischer nun gelingt, ist die technische Perfektion mit Musikalität zu füllen - sie wird zur wahren Geschichtenerzählerin, trumpft auf, nimmt sich zurück, erzählt poetische Geschichten und verwandelt diese Stücke zu spannenden Kleinoden. Sie variiert geschickt Tempi und Modulation, lässt einen staunen ob der Tatsache, dass 24 Violin-Stücke so spannend klingen können. Und über welch einen Farbreichtum eine Violine letztlich verfügt.


Im Namen des...
Im Namen des...
DVD ~ Andrzej Chyra
Preis: EUR 16,99

5.0 von 5 Sternen Kraftvolle Geschichte in hypnotischen Bildern, 30. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Im Namen des... (DVD)
Dieser polnische Film ist zunächst einmal wenig eingängig: die karg anmutende Bildersprache spiegelt die karge Landschaft wieder, in der die Handlung angesiedelt ist. Flirrende Hitze und eine merkwürdige Ausweglosigkeit prägen diesen Film, in der es um Einsamkeit und die zaghaften Versuche wirklicher Nähe geht. Und natürlich darf in der polnischen Einöde der Pfarrer nicht schwul sein, generell sollte man nicht homosexuell sein. Und so ist die Beziehung der Männer (eine Gruppe schwer erziehbarer Jugendlicher und ihr sie betreuender Pfarrer) untereinander geprägt von Raufereien und Männlichkeitsritualen, die die Verletzlichkeit der einzelnen Beteiligten verbergen sollen. Und Hormone werden über das Laufen "weggemacht".
Und doch zeigt der Film in kleinen Andeutungen, wie zumindest zwei Menschen versuchen, dieser Tristesse, die der Film beklemmend einfängt, zu entkommen. Und er findet berückende Bilder von zaghafter Schönheit für diese Begegnungen. Es ist ein leiser, langsamer, behutsamer Film mit einer sehr eigenständigen Bildsprache voller Poesie, auf dessen fast schon meditatives Tempo man sich einlasen können muss, zudem der Film arm an äußerer Handlung ist. Aber wenn es einem gelingt, sich einzulassen, wird man hineingesogen in eine fremde Welt, die dennoch berührt und fesselt.
Hervorragend auch die Schauspieler, allen voran Andrzej Chyra in der Hauptrolle, der einen schmerzhaft nahe die Wünsche und Nöte des Priesters spüren lässt.


Strauss: Vier Letzte Lieder / Orchesterwerke
Strauss: Vier Letzte Lieder / Orchesterwerke
Preis: EUR 7,85

4.0 von 5 Sternen Schöne Blüte im Schatten großer Aufnahmen, 27. Juli 2014
Es gibt nun wahrlich keinen Mangel an großen Aufnahmen der vier letzten Lieder von Strauss - allen voran seien hier J. Norman, E. Schwarzkopf und A. Auger genannt (ohne z.B. Janowitz, Fleming, Popp und Isokoski vergessen zu wollen).
Hier haben wir nun eine eher "unbekannte" Aufnahme mit Künstlern, die sozusagen eher in der zweiten Reihe zu stehen scheinen. E. de Waart ist ein sehr guter Kapellmeister, der immer wieder durch gelungene Produktionen überrascht - auch wenn das Orchester hier jetzt nicht allerhöchsten Ansprüchen genügt. Aber seine Interpretation ist schlüssig, atmet mit der Sängerin und ist absolut werkgerecht.
Was nun C. Margiono angeht, so ist sie auf den ersten Ton (Blick) durchaus sehr überzeugend - sie hat die Farben für die Lieder von Strauss und auch den Atem für die großen Bögen gerade in den letzten beiden Liedern. Der Teufel versteckt sich aber mitunter im Detail: so hört man bei genauerem Hinhören dann doch, dass sie mit einem zu großen Vibrato singt. Sie verliert nie die Kontrolle über die Stimme, aber sie schwingt mitunter gefährlich aus. Das ist eine kleine Kritik an einer insgesamt guten Aufnahme. Aber angesichts der großen Konkurrenz kann sich diese Aufnahme für mich nur im oberen Mittelfeld ansiedeln (und ist besser als eine te Kanawa, eine Tomowa-Syntow, eine Mattila, eine Stemme!). Das aber auf jeden Fall, zudem Margiono den Ausdrucksgehalt der Lieder sehr gut trifft.
Ähnlich gut die übrigen Orchesterlieder, die sozusagen zum Best of von Richard Strauss zu zählen sind.


Behind the Lines
Behind the Lines
Preis: EUR 17,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hochinteressante Zusammenstellung in überzeugender Interpretation, 27. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Behind the Lines (Audio CD)
Anna Prohaska lässt in vielfacher Hinsicht aufhorchen: sie verfügt über einen glockenhellen Sopran, technisch sehr versiert geführt und sie verfügt offenkundig über eine große Neugierde und Interesse bezüglich auch wenig ausgetretener Repertoire-Pfade. So ist diese Zusammenstellung von "Soldaten-/Kriegs"-Liedern klug und bewegend. Sie zeigt verschiedene Aspekte des Krieges auf, wenn auch naheliegendeweise die schmerzlichen Aspekte überwiegen, bis hin zur musikalischen Darstellung des Grauens (vielleicht am überzeugendsten in den Rihm und Mahler Vertonungen). Gerade bei Mahler's "Wo die schönen Trompeten blasen" ist die vibratoarme, "nackte" Interpretation von A. Prohaska bewegend, erschütternd. Auch die Schubert-Vertonungen gefallen in dieser Interpretation, die reine, klare Stimmführung führt zu einer sehr verdichteten Ausdruckshaltung. Nicht minder beeindruckend die (kurzen) Lieder von Ives und Eisler.
Nicht alle Lieder halten dieses hohe Niveau, sind aber allemal ein Kennenlernen wert und in dieser Zusammenstellung sehr sinnfällig.
Großes Lob auch an den sehr differenzierten Begleiter E. Schneider.


Nachtviolen - Schubert: Lieder
Nachtviolen - Schubert: Lieder
Preis: EUR 17,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen In der Nachfolge von Fischer-Dieskau, 26. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Nachtviolen - Schubert: Lieder (Audio CD)
Als ich die CD zum ersten Mal gehört habe, war ich über die frappierende Ähnlichkeit zu Fischer-Dieskau überrascht. Das betrifft nicht nur die Stimme, sondern auch die Art des Singens. Ungemein wortdeutlich, aus einer eher distanzierten Erzählhaltung heraus, besticht Gerhaher durch Wohlklang und überlegte Interpretation. Dies gibt vielen Liedern einen neuen Ton und dem Titel der CD entsprechend stellt sich eine wohlig melancholische Stimmung ein.
Im Vergleich mit einem anderen "Schubert-Großmeister", M. Goerne, ergeben sich oftmals hochinteressante Unterschiede: wenn man z.B. das Lied "Der Zwerg" nimmt, so singt Goerne aus dem unmittelbaren Erleben heraus, versetzt sich in die beiden Protagonisten hinein und lässt uns beider Stimmungen spüren. Goerne ist ganz Dramatiker: Gerhaher hingegen singt eher als beteiligter Erzähler, weniger dramatisch, dem Lyrischen verpflichtet, der Sänger selbst wird weniger spür-/sichtbar. Was ich ein ganz klein wenig bedaure (dies ist aber als Kritik auf allerhöchstem Niveau zu verstehen). Bei den dramatischen Liedern, wie eben "Der Zwerg", hat mich diese Herangehensweise zunächst irritiert, aber letztlich geht diese Interpretation genauso auf, wie die eines Goerne. Die lyrischen Lieder, wie die titelgebenden Nachtviolen, sind ungemein apart und mit ergreifender Schlichtheit (im positiven Sinne zu verstehen) gestaltet.
Stimmbeherrschung und klare Artikulation sind weitere Meriten von Gerhaher, der uns hier durch einen Kosmos bekannter und weniger bekannter Lieder von Schubert führt. Quasi als Gegenpol zu den großartigen Schubert-Aufnahmen von Goerne eine willkommene Bereicherung.


Carnegie Hall Presents Bernstein: Mahler Symphonies
Carnegie Hall Presents Bernstein: Mahler Symphonies
Preis: EUR 65,07

5.0 von 5 Sternen Überwältigend, 25. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Dieser erste vollständige Mahler-Zyklus von Lennie Bernstein hat bis heute nichts von seiner Faszination verloren und bietet viele hoch interessante Vergleichsmöglichkeiten nicht nur mit seinen späteren Zyklen (einmal mit den Wienern auf DVD, einmal mit verschiedenen Orchestern in den späten 80er Jahren bei der DGG).
Zunächst fällt auf, dass er hier einen sehr frischen, dynamischen Zugang wählt. Er stürzt sich mit unmittelbarer Wucht und Verve in Mahlers Klang-Kosmos, ist stürmisch und betont den Dramatiker Mahler. Wenn man z.B. die 5. mit der späten Aufnahme mit den Wienern vergleicht, so fällt hier auf, dass er dramatischer ist, unmittelbarer im (schmerzlichen) Ausdruck, während er in der späteren sublimer, klangüppiger dirigiert. Beide Herangehensweisen haben ihre Meriten, wenn mir die späte Version auch einen Tick besser gefällt (u.a. ist sie orchestral besser ausgeleuchtet, intensiver). Generell ist Bernstein in seinen späten Aufnahmen langsamer, "sentimentaler" (im nicht wertenden Sinn), die Orchesterleistungen diesen hier meistens etwas überlegen, ohne die Qualität der New Yorker Philharmoniker hier kleinreden zu wollen.
In der Summe kann man aber sagen, dass Bernstein für alle Symphonien den richtigen Ton trifft (das ist bei weitem nicht selbstverständlich), immer spannend, mitreißend ist, auch wenn vielleicht manche (melancholisch-schmerzvolle) Ausdrucksnuance bei dieser Interpretationshaltung auf der Strecke bleibt. Aber es ist auch mitreißend dort, wo man vielleicht widersprechen könnte. Was am meisten imponiert, ist die Unmittelbarkeit des Ausdrucks, diese absolute Überzeugungskraft und Begeisterung Bernsteins. Das verleiht diesem Zyklus bis heute Gültigkeit, auch wenn es Einzelaufnahmen gibt, die überzeugender sein mögen (z.B. Abbado/Wien für die 3. Symphonie, Walter für die 1. und 4. Symphonie, Mitropoulos für die 6. Symphonie).
In diesem Zyklus mit aufgenommen ist das "Lied von der Erde". Auch hier bleibt sich Bernstein in seiner frühen Interpretationshaltung treu: es ist ein stürmisch bewegtes Lied vom Leben, mit einem bewegenden Abschied. Auch wenn das Israel Philharmonic Orchestra jetzt vielleicht nicht höchsten Ansprüchen genügt, so ist Bernsteins neuerlich hoch engagiertes Dirigat ein großes Plus und macht diese Aufnahme zu einer der besten Plattenaufnahmen des Lied von der Erde überhaupt. Überzeugend auch die Solisten hier: R. Kollo ist der Tessitura der Tenorpartie (fast) gewachsen und läßt sich von Bernstein mitreißen und die Ludwig ist für mich hier überzeugender als auf der Aufnahme mit Klemperer.
Ansonsten werde ich nicht ganz glücklich mit den Gesangssolisten. Weder J. Tourel in der zweiten Symphonie, noch M. Lipton in der dritten erfüllt höchste Ansprüche (J. Norman oder K. Ferrier sind vorzuziehen). R. Grist in der vierten Symphonie macht ihre Sache nicht schlecht, wird aber der Doppelbödigkeit der Musik nur bedingt gerecht. Das sind kleinere Einschränkungen für einen in der Summe immer noch höchst überzeugenden Mahler-Zyklus, der als solcher bis heute kaum erreicht, geschweige denn getoppt wurde.


Sinfonische (Az) aus dem Ring
Sinfonische (Az) aus dem Ring
Preis: EUR 21,98

4.0 von 5 Sternen Opulenter Wagner(-Klang), 19. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sinfonische (Az) aus dem Ring (Audio CD)
P. Jordan hat bereits mit Wagner aufhorchen lassen - sein Parsifal in Bayreuth (in der Herheim-Inszenierung) gefiel durch musikalische Transparenz und Tiefgründigkeit. Hier spielt er also "symphonische" Auszüge aus dem Ring der Nibelungen - mit der Ausnahme, dass Brünhildes Schlußgesang von N. Stemme gesungen wird.
Auch diese Interpretation gefällt durchaus. Es ist ein spannend dirigierter Wagner, den wir hören, opulent im Klang. Und doch, ganz die Erfüllung ist es für mich nicht - Jordan und das durchaus gut disponierte Orchester bleiben mir die ein oder andere Nuance schuldig. Wenn man z.B. das Vorspiel des Rheingold mit Thielemann vergleicht, so fehlt bei Jordan etwas das Mystische, dieses unglaublich Gleißende der Musik. Und auch den Trauermarsch aus der Götterdämmerung kann man intensiver gestalten (und hier muss man nicht nur an Furtwänglers legendäre Aufnahme aus dem Jahr 1944 erinnern). So bleibt er v.a. klangüppig und orchestral gut ausgeleuchtet. Was nun N. Stemme angeht, so ist sie eine durchaus imposante Brünhilde, die auch ausdrucksmäßig gefällt, mitunter aber mit etwas viel Vibrato singt.
So ist diese Aufnahme für mich ein klangüppiger, auch spannender Wagner, der mir die ein oder andere Nuance schuldig bleibt und mitunter der Gefahr erliegt, zu klangverliebt und detailversessen zu sein, zu Lasten des großen Ausdrucksbogens.
Großes Lob an die Tontechniker, die für einen hervorragenden Klang gesorgt haben.


Richard Strauss: Alpensinfonie
Richard Strauss: Alpensinfonie
Preis: EUR 11,98

4.0 von 5 Sternen Gute Interpretation in überragender Klangqualität, 16. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Richard Strauss: Alpensinfonie (Audio CD)
Die Firma Telarc ist berühmt für ihre Klangqualität - was man einmal mehr hier hören kann: es gibt kaum eine Aufnahme der Alpensymphonie, die so unmittelbar, so transparent und authentisch über den Lautsprecher kommt. Dafür gebührt den Tontechnikern höchstes Lob.
Was nun die Interpretation angeht, so ist diese auf hohem Niveau: die Wiener Philharmoniker beweisen einmal mehr, dass sie bei Strauss kaum zu schlagen sind, wunderbar ausgewogen die fantastischen Bläser und die samtigen Streicher. Was nun das Dirigat von Previn angeht, so werde ich nicht 100%ig glücklich damit. Schon zu Beginn gelingt es ihm bspw. nicht ganz, diesen ganz bewussten Zauber des "Raunens" des Morgens zu gestalten, er ist hier vielleicht etwas zu konkret (man vergleiche hier nur die Aufnahmen mit Ozawa oder Thielemann, ebenfalls mit den Wienern) und auch der Klimax des Gipfels wirkt einen Tick zu gebremst. Und an manchen Stellen kommt Previn mit der Musik auch nicht so recht vom Fleck. So ist es eine durchwegs gute, ja sogar sehr gute Interpretation, der aber ein wenig das Besondere, das Außergewöhnliche fehlt - wie man es bei Ozawa (in seiner feinzeichnenden Melancholie R.Strauss:Eine Aplensinfonie,E) oder Thielemann (mit großer Transparenz und grandiosen Aufschwüngen Strauss, R.: Eine Alpensinfonie; Rosenkavalier-Suite) eben findet.


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