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Rezensionen verfasst von
opernfan
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Verdi: Messa da Requiem
Verdi: Messa da Requiem
Preis: EUR 19,98

5.0 von 5 Sternen Beeindruckender Live-Mitschnitt, 22. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Verdi: Messa da Requiem (Audio CD)
Jansons hat sich bisher nicht als Verdi-Dirigent hervorgetan - meiner Wahrnehmung nach ist dies die erste Aufnahme eines Verdi-Werkes von Jansons überhaupt. Was angesichts der Qualität der Aufnahme überraschen kann, auch wenn das Verdi-Requiem vielleicht nicht der alleetypischste Verdi sein mag.
Diese Aufnahme hat nun viele Meriten: allen voran gefallen mir Chor und Orchester hervorragend. Sie werden von Jansons zu sehr differenziertem Musizieren animiert. Wie überhaupt das Dirigat von Jansons von allerhöchster Qualität ist. Er trifft ganz wunderbar die diffizile Balance zwischen Affekt und Verinnerlichung, weiß die großen Emotionen auszuspielen (das Dies irae ist wuchtig, beängstigend) und findet ganz wunderbare, innige Momente (Hostias!). Es ist in der Summe eine eher lyrische Interpretation, die sehr dem verinnerlichten Ausdrucksgehalt des Werkes verpflichtet ist.
Die Solisten sind nun nicht ganz einheitlich: Stoyanova ist stimmlich wunderbar ausgeglichen und singt wie ein Engel, Prudenskaja verfügt über eine wunderbare Stimme, erfüllt jetzt aber nicht allerhöchste Ansprüche, wenn es um den Ausdrucksgehalt des Singens geht. S. Pirgu singt hochmusikalisch und ist in seiner lyrischen Art überzeugend. Einzig Anastassov bleibt jetzt doch sehr äußerlich, verfügt aber über einen profunden Bass.
Trotz dieser kleineren Unstimmigkeiten überzeugt mich dieses Verdi-Requiem vor allem Dank des wunderbar ausbalancierten, emotional dichten Dirigats von Jansons. Hierin ist er für mich z.B. Barenboim deutlich überlegen. In der Summe also 4,5 Sterne für diese auch klanglich gute Aufnahme.


Jeunehomme
Jeunehomme
Preis: EUR 21,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannende (Neu-) Deutungen, 12. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Jeunehomme (Audio CD)
Die hier versammelten Werke sind sattsam bekannt - und letztlich stellt sich immer die letztlich müßige Frage, ob es einer Neuaufnahme bedarf. Für Künstler sicherlich, denn es ist legitim, dass man auch bekannten Werken seinen eigenen Stempel aufdrücken möchte. Dabei sollte man dann auch etwas zu sagen haben. Und dies lässt sich für Herrn Tharaud definitiv bejahen.
Das wunderbare Jeunehomme-Konzert wird hier "angeraut" interpretiert, mit scharfen Akzenten v.a. in den Ecksätzen, dabei sehr dynamisch artikuliert, ohne dass jetzt das Virtuose zu sehr in den Vordergrund gestellt würde. Tharaud findet einen ganz eigenen Ton für Mozart, hat auch genug Ruhe, den langsamen Satz in seiner ganzen Schönheit und Schmerzlichkeit zu interpretieren. Der Haydn (hier würde man sich vielleicht höchstens mal wünschen, es würden auch andere Klavierkonzerte von Haydn eingespielt werden) ist witzig, spritzig und ganz im Sinne des Haydn'schen Witz interpretiert, mit teilweise eigenwilligen Akzentuierungen, aber immer in sich stimmig. Vor allen Dingen in seiner rhythmischen Finesse vermag Tharaud hier zu begeistern. Als Schmankerl die Konzertarie von Mozart (Ch'io mio scordi di te), fulminant gestaltet von J. DiDonato. Das Orchester ist gut, historisch informiert, was zu spannenden Klangmischungen mit dem Klavier führt.
In der Summe eine sehr lebendige, spannende Auseinandersetzung mit hinlänglich bekannten Werken, die vielleicht nicht an die ganz großen Aufnahmen heranreicht (v.a. im Jeunehomme-Konzert - die Innigkeit und Selbstverständlichkeit einer Haskil, aber auch einer Uchida erreicht Tharaud jetzt vielleicht nicht ganz)..


The Originals - Sinfonie No. 9 e-Moll op. 95 / Die Moldau aus: Mein Vaterland / Les Preludes
The Originals - Sinfonie No. 9 e-Moll op. 95 / Die Moldau aus: Mein Vaterland / Les Preludes
Preis: EUR 11,99

5.0 von 5 Sternen Existenziell, 10. Oktober 2014
Dvoraks neunte Symphonie wird vielfach als "wunderschöne" Musik gespielt, ihr Melodienreichtum wird dabei gerne in den Vordergrund gestellt - eine absolut gültige Möglichkeit. Die herausragenden Interpretationen ergänzen dies durch einen melancholischen Schleier, den man in der Musik wiederfinden kann (u.a. Maazel, auch dank der Wiener Philharmoniker eine immer noch gültige Aufnahme, die sehr der Schönheit der Musik verpflichtet ist).
Fricsay geht jetzt einen Schritt weiter: er findet in der Musik Existenzielles, deckt das gesamte Spektrum menschlicher Emotionen auf. Wenn die tiefen Streicher im ersten Satz ihr Thema spielen, ist man erschüttert über den Schmerz, der in diesen Takten liegt. Gleichzeitig kennt Fricsay auch das Sich-aufbäumen, was sich u.a. in den Belchbläserattacken wiederfinden lässt. Von der schieren, tänzerischen Freude bis hin zu den Abgründen von Schmerz und Verzweiflung wird die gesamte Palette der Emotionen abgebildet. Das ist schon große Kunst. Die Berliner Philharmoniker sind hier weit entfernt vom reinen Wohlklang, wie man es dann unter Karajan vorfand. In der Summe also eine herausragende Interpretation, die die Extreme auslotet, ohne die Schönheit der Musik zu verleugnen.
Auch die Moldau hier in einer mustergültigen Interpretation, angemessen melancholisch, mit dramatischen Akzenten.
Gute Tonqualität.


The Originals-Mahler: Sinfonie 3
The Originals-Mahler: Sinfonie 3
Preis: EUR 16,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Voller Poesie und Tiefe - eine der ganz großen Mahler-Aufnahmen, 3. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: The Originals-Mahler: Sinfonie 3 (Audio CD)
Diese Aufnahme der 3. Symphonie von Mahler gehört für mich zu den größten Mahler-Aufnahmen überhaupt. Als ob alle Beteiligten das Optimum ihrer ja nun auch reichhaltigen Möglichkeiten erzielen wollten und konnten.
Abbado trifft ganz wunderbar den "naturnahen" poetisch-lyrischen Grundton der Symphonie, verfügt über den langen Atem, die verschiedenen Musikblöcke zusammenzuhalten und zu einem wahrhaft grandiosem Finale zu führen, ohne dabei jemals der Gefahr zu erliegen, äußerlich zu werden - oder zu konkret. Es liegt ein Schleier einer gewissen melancholischen Schönheit und Tiefe über dieser Aufnahme, der einen ganz einzigartigen Zauber erzeugt. Abbado schafft wunderbare Klangmischungen, ist im Grundduktus langsam, ohne je Gefahr zu laufen, dass ihm die Musik "zerfließt" (in seiner späteren Berliner Aufnahme gelingt ihm das nicht so überzeugend).
Die Wiener Philharmoniker übertreffen sich hier selbst, ihrer warmer Klang ist (zumindest einmal in dieser Aufnahme) allen anderen Orchestern vorzuziehen.
Und dann wäre da noch Jessye Norman im Altsolo: schlichtweg vollkommen. Mit großem Atem gesungen, wunderbar ausgelotet, voller Tiefe und Schönheit. Für mich bleibt sie an dieser Stelle unerreicht. Eine Sternstunde der Schallplattengeschichte.
In der Summe eine Mahler-Aufnahme, die in keinem Plattenschrank fehlen sollte.


Jessye Norman singt Händel, Schubert, Schumann
Jessye Norman singt Händel, Schubert, Schumann
Wird angeboten von Bessere_Musik
Preis: EUR 39,99

5.0 von 5 Sternen Jessye Norman live, 3. Oktober 2014
Jessye Norman war live ein Erlebnis - hier kamen Stimme und Charisma zusammen und machten ihre Auftritte zu einem wahren Spektakel (und dies ist hier durchaus positiv gemeint). Sie verstand es, bei ihrem Publikum wahre Begeisterungsstürme zu entfachen.
Nun lässt sich eine solche Stimmung nur höchst unvollkommen auf CD bannen - dieses Problem ist auch hier nicht ganz zu verleugnen. Manche stimmliche "Geste" wirkt jenseits des Live-Auftritts zu groß (Schluss des Erlkönig), und auch kleinere stimmliche Mängel gibt es (v.a. zu Beginn hat die Stimme ein nicht unerhebliches Tremolo) - so muss sich auch eine J. Norman am Anfang erst "warm singen". Wenn man solche Kleinigkeiten "überhört", wird man dennoch Zeuge der großen Kunst der Norman. Ihr Händel ist wuchtig (und natürlich nicht "historisch informiert" gesungen), ihr Schumann mitreißend, ausdrucksintensiv. Und ihre Schubertinterpretationen sind "groß", es sind kleine Dramen, die sie uns erzählt und als solche äußerst beeindruckend. Natürlich kann man das "schlichter" singen, aber mit einer so großen Stimme entfalten die Lieder von Schubert eine un(ge-)erhörte Dramatik.
Als Zugabe u.a. zwei Spirituals, wie es die Art der Norman war - mitreißend, hinreißend.


Klaviersonaten
Klaviersonaten
Preis: EUR 16,99

5.0 von 5 Sternen Legendenbildung, 29. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Klaviersonaten (Audio CD)
Es ist ja immer so eine Sache mit den legendären Dingen: manche halten einer näheren Betrachtung nicht stand. Hier nun also ein "legendäres" Konzert mit S. Richter, bzw. die legendäre Aufnahme der Hammerklaviersonate. Und eben die Frage, ob diese Aufnahme den Titel legendär zu recht trägt.
Ich wäre geneigt zu sagen, letztlich ja. Aber nicht im Sinne, dass wir hier eine "perfekte" Aufnahme vorfinden würden (die es so natürlich sowieso nicht gibt), aber eine ungemein spannende Interpretation. Richter spielt diese so ungemein schwere Sonate grandios, man wäre fast geneigt zu sagen "titanenhaft". Er ringt mit Beethoven (so wie Beethoven vielleicht auch mit der Sonate gerungen hat), stößt an Grenzen, überwindet sie. Manches gelingt auch nicht, in den vertrackten kontrapunktischen Passagen des letzten Satzes droht ihm ein ums andere Mal der Zusammenhang verloren zu gehen. Und dennoch, es ist ein immer wieder siegen, technische Hürden dann eben doch überwinden, Lyrismen finden, die einen tief bewegen. Und im Endeffekt ist es - für einen Live-Mitschnitt allemal - eine äußerst beeindruckende Wiedergabe. Das macht diese Aufnahme in der Tat kostbar, auch wenn der Klang alles andere als optimal ist und die Hustenfraktion im Publikum auch mit vom Spiel ist.
Nicht zu vergessen eine sehr ansprechende Interpretation der frühen Sonate und der Bagatellen, die Richter angemessen leicht, tänzerisch, lyrisch nimmt.


Volodos Plays Liszt
Volodos Plays Liszt
Preis: EUR 10,98

5.0 von 5 Sternen Die gesamte Palette, 29. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Volodos Plays Liszt (Audio CD)
Liszt macht es seinen Nachfolgern nicht gerade leicht - sind sie zu virtuos, fehlt der spirituelle Überbau, sind sie zu lyrisch, fehlt es dann eben doch an dem Element der "Grandiosität". Insofern ist diese Liszt-Zusammenstellung ein großer Glücksfall, weil A. Volodos die gesamte Ausdruckspalette zur Verfügung steht: er ist ein großer Virtuose, technisch über jeden Zweifel erhaben, ihm steht aber auch die gesamte Palette der leisen, lyrischen (Zwischen-)Töne zur Verfügung. Nie hört man, wie vertrackt schwer Liszt zu spielen ist, scheinbar mühelos nimmt Volodos Sprünge und Läufe und findet doch die Ruhe, ganz leise Lyrismen zu spielen. Und schafft damit eine große Ausdrucksdichte. Man staunt über seine Technik und ist gleichzeitig tief berührt von der Schönheit und Kantabilität der ihm anvertrauten Werke. In diesem Sinne ist er ein herausragender Liszt-Interpret, von denen es bei genauerer Hinsicht gar nicht viele gibt.
Unbedingt empfehlenswert.


Schumann:Carnaval
Schumann:Carnaval

5.0 von 5 Sternen Großes Versprechen, 26. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Schumann:Carnaval (Audio CD)
Um A. Gavrilov ist es in den letzten Jahren sehr ruhig geworden (warum auch immer). War zunächst der junge Gavrilov als eine Art Richter Nachfolger aufgebaut worden, verlieren sich seine Wege ab den 2000ern.
Was beim Wiederhören dieser CD sehr zu bedauern ist. Es ist nämlich eine fulminante Lesart von Schumann's Klavierwerken, die er hier abliefert. Sein Karneval ist voll überschäumender Virtuosität, die Papillons sind von einer beschwingten Leichtigkeit und auch er Faschingsschwank aus Wien überzeugt pianistisch und interpretatorisch auf der ganzen Linie.
Was Gavrilov eben gelingt, ist die Verbindung der vertrackten Technik mit jener bewundernswerten Leichtigkeit, die einen nie spüren lässt, wie schwer das pianistisch ist, was Schumann hier seinen Interpreten abverlangt. Und er verfügt über eine beachtliche Ausdrucks- und Klangpalette, die es ihm ermöglicht, mit vielen Schattierungen zu "spielen".
In der Summe eine immer noch herausragende Schumann-Platte, die einen, wie schon erwähnt, bedauern lässt, dass das hier abgegebene Versprechen einer großen Karriere irgendwie unerfüllt geblieben ist.


Sinfonie 9 aus der Neuen Welt
Sinfonie 9 aus der Neuen Welt
Preis: EUR 20,99

5.0 von 5 Sternen Geheimtip, 26. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Sinfonie 9 aus der Neuen Welt (Audio CD)
Aufnahmen von Dvorak's 9. Symphonie gibt es ja wie Sand am Meer - und auch viele gute (man denke u.a. an Szell/Cleveland, Maazel/Wien, Kubelik, Fricsay). Also kann man bei jeder neueren Aufnahme letztlich die Frage stellen, ob es eine weitere Neuaufnahme braucht. In Falle dieses Aufnahme würde ich sagen - durchaus. Das liegt zum einen daran, dass auf Original-Instrumenten gespielt wird (die Streicher u.a. mit Darmsaiten). Das gibt dem Klang eine gedeckte Farbe, womit das melancholische Element mehr herausgestellt wird. Gerade auch im langsamen Satz ergeben sich somit ganz wunderbare Klangmischungen, die dem Werk gut anstehen.
Auch E. Krivine betont das Melancholische der Musik, ohne deren tänzerisch, nach vorwärts drängenden Charakter zu vernachlässigen. Das ist jetzt nicht so strahlend, wie z.B. bei Szell, sondern gedeckter, nachdenklicher. Aber in sich sehr stimmig.
Als interessante Alternative zu den "gängigen" großen Aufnahme also durchaus eine Empfehlung, die auch aufnahmetechnisch gefällt.


Polnisches Requiem
Polnisches Requiem
Preis: EUR 15,99

5.0 von 5 Sternen Ein Requiem des 20. Jahrhundert, 14. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Polnisches Requiem (Audio CD)
Das Polnische Requiem von Penderecki ist ein dem 20. Jahrhundert "würdiges" Requiem, beschreibt es mit musikalischen Mitteln doch die Schrecken des 20. Jahrhundert. Über viele Jahre hinweg entstanden (bzw. zunächst aus Einzelkompositionen zusammengesetzt), bewegt sich dieses Requiem zwischen Tonalität und Atonalität, langsame, ruhige, melodiöse Passagen wechseln sich mit dissonanten, "wüst-auffahrenden" Elementen ab, in denen Klang- und Tonmalereien bis hin zu Flüstern und Schreien überwiegen. Und immer wieder gibt es wunderschöne, auch tieftraurige Momente, in denen die Musik Ruhepunkte findet.
Es ist in der Summe ein erschütterndes Werk, ein Ton gewordenes Monument der Gräuel des 20. Jahrhundert.
Die Aufführung wirkt sehr geschlossen und stimmig (es ist aber immer auch schwierig, eine Wiedergabe zu bewerten, wenn der Vergleich fehlt), vor allem Chor und Orchester machen ihre Sache sehr gut. Nicht ganz glücklich werde ich mit den Solisten, allen voran den Sängerinnen, die oft scharf und schrill klingen. Inwieweit das auch gewollt sein kann, vermag ich nicht einzuschätzen, mein Eindruck ist aber, dass dies eher an Defiziten auf Seiten der Sänger liegt.
Insofern ist diese Aufnahme wichtig, um ein gewaltiges Werk kennenzulernen, man darf gespannt auf weitere Aufnahmen sein, die sich hoffentlich anschließen werden. in der Summe also 4,5 Sterne, vor allem für das Werk.


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