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Rezensionen verfasst von
opernfan
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Polnisches Requiem
Polnisches Requiem
Preis: EUR 15,99

5.0 von 5 Sternen Ein Requiem des 20. Jahrhundert, 14. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Polnisches Requiem (Audio CD)
Das Polnische Requiem von Penderecki ist ein dem 20. Jahrhundert "würdiges" Requiem, beschreibt es mit musikalischen Mitteln doch die Schrecken des 20. Jahrhundert. Über viele Jahre hinweg entstanden (bzw. zunächst aus Einzelkompositionen zusammengesetzt), bewegt sich dieses Requiem zwischen Tonalität und Atonalität, langsame, ruhige, melodiöse Passagen wechseln sich mit dissonanten, "wüst-auffahrenden" Elementen ab, in denen Klang- und Tonmalereien bis hin zu Flüstern und Schreien überwiegen. Und immer wieder gibt es wunderschöne, auch tieftraurige Momente, in denen die Musik Ruhepunkte findet.
Es ist in der Summe ein erschütterndes Werk, ein Ton gewordenes Monument der Gräuel des 20. Jahrhundert.
Die Aufführung wirkt sehr geschlossen und stimmig (es ist aber immer auch schwierig, eine Wiedergabe zu bewerten, wenn der Vergleich fehlt), vor allem Chor und Orchester machen ihre Sache sehr gut. Nicht ganz glücklich werde ich mit den Solisten, allen voran den Sängerinnen, die oft scharf und schrill klingen. Inwieweit das auch gewollt sein kann, vermag ich nicht einzuschätzen, mein Eindruck ist aber, dass dies eher an Defiziten auf Seiten der Sänger liegt.
Insofern ist diese Aufnahme wichtig, um ein gewaltiges Werk kennenzulernen, man darf gespannt auf weitere Aufnahmen sein, die sich hoffentlich anschließen werden. in der Summe also 4,5 Sterne, vor allem für das Werk.


Styx/Violakonzert
Styx/Violakonzert
Wird angeboten von Bessere_Musik
Preis: EUR 30,99

5.0 von 5 Sternen Gewaltig, 13. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Styx/Violakonzert (Audio CD)
Hier sind zwei zentrale moderne Werke für Bratsche der Moderne zusammengefasst, die zunächst aus ihrer Modernität wenig gemeinsam zu haben scheinen.
Das Werk von Kancheli - Styx - ist ein zwischen monumentaler Wucht und leise Flehentlichem changierendes Werk, geprägt von einem tiefen Schmerz, der sich durch das ganze Werk zieht. Immer wieder werden vom (im übrigen sehr expressiven) Chor wuchtige Texte und Wortfetzen herausgeschleudert, zu welchen die Viola in Kontakt tritt, manchmal gegenläufig, manchmal unterstützend. Immer wieder brechen gewaltige Klangeruptionen/-cluster durch, gewollt markerschütternd, immer wieder kehrt die Musik dann aber zu einer Stille zurück, tastet sich durch leise Klangräume, verhallt fast ungehört (eine Herausforderung für die Stereoanlage, vom Hören über Kopfhörer würde ich dringend abraten).
Das Werk von S. Gubaidulina ist von einer ganz anderen Klangsprache geprägt. Dissonanter als Kancheli, gebrochener, dabei virtuoser (in diesem Sinne auch mehr als Solokonzert angelegt), auch dieses Werk kennt eine tiefe Melancholie, ist beim ersten Hören vielleicht weniger eingängig als das Werk von Kancheli. Hier gibt es vertrackte Rhythmik, fahle Klänge, unheimliche Klangballungen und versteckte Melodieschätze zu entdecken, die Schönheit des Werkes erschloss sich mir erst nach mehrmaligem Hören vollständig.
Wir finden hier zwei gänzlich unterschiedliche Formen modernen Komponierend, beide kennen den Schrecken dieser Welt (und in Grenzen auch das Tröstliche) und kommen auf ganz unterschiedlichen Wegen zu eindrücklichen Ergebnissen.
Y. Bashmet (der auch Widmungsträger dieser Werke ist) ist seit vielen Jahren einer der größten Bratschisten überhaupt, hier leiht er seine großartige Kunst modernen Werken, deren Kennenlernen herausfordernd, aber auch horizonterweiternd sein kann.


Requiem / Pavane Pour une Infant
Requiem / Pavane Pour une Infant
Preis: EUR 18,81

5.0 von 5 Sternen Ungewöhnlich, 13. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Requiem / Pavane Pour une Infant (Audio CD)
Diese Interpretation des Fauré Requiem ist ungewöhnlich und in sich sicher eine extreme Position - was man ihr so niemals anhören würde. Aber das Dirigat von Giulini ist auf seine Art extrem - langsam, verinnerlicht. Er schafft es, einen schwebenden, fast schon zeitlosen Zustand zu dirigieren, er variiert die Tempi kaum. Ein "gefährliches" Unterfangen, was nur dadurch gelingt, dass Giulini eine Art der Innenspannung erzeugt, die einen mitnimmt in Klangwelten, die ohne große äußere Dynamik auskommt. Es ist eine leise, langsame Gangart in diesem Requiem, die man mögen muss, jedermanns Sache ist sie sicher nicht.
Auch die Solisten fügen sich nahtlos in dieses Konzept ein, sie sind quasi unpersönlich, gestalten ganz aus dem musikalischen Fluss heraus (normalerweise bin ich weder ein großer Fan von Battle, noch von A. Schmidt, hier sind sie aber beide gut). Für mich ist es eine herausragende Interpretation des Requiems von Fauré, aber es gibt ausgewogenere Versionen, Giulini bezieht hier auf seine ganz eigene, unprätentiöse Art eine sehr schlüssige Extremposition.


Liebesduette
Liebesduette
Wird angeboten von Direct Entertainment UK
Preis: EUR 22,89

4.0 von 5 Sternen Wagner in Cinemascope, 12. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Liebesduette (Audio CD)
Diese Wagner-CD ist jetzt sicher keine sehr differenzierte Aufnahme, im Vordergrund bei beiden Liebesduetten (Siegfried, 3. Akt, Tristan und Isolde 2. Akt) steht der große Ton, der Klangsog, Wagner wird hier breit, heroisch und "unbedingt" wiedergegeben. Das ganze entwickelt dann eben diesen einzigartigen Sog, den Wagner nun mal zu entwickeln vermag, auch wenn jetzt vielleicht der ein oder andere lyrische Aspekt in diesem Breitwandsound auf der Strecke bleibt. aber Pappano gelingt hier eine schlüssige Interpretation, die ich bspw. in seiner Gesamtaufnahme des Tristan schmerzlich vermisst habe.
Die Sänger fügen sich gut in dieses Konzept, sind absolut groß und malen sozusagen mit dem breiten Pinsel, sind aber von (bekannten) Schwächen abgesehen, mitreißend. D. Voigt singt mit breitem Vibrato (welches man mögen muss), in der Höhe nicht immer ganz frei, mit viel Inbrunst und Domingo ist stimmlich äußerst überzeugend, ringt aber wie so oft mit dem Deutschen und singt nicht sonderlich wortdeutlich. Als Brangäne überzeugt V. Urmana in ihren kleinen, aber so eminent wichtigen Einwürfen.
In der Summe also ein Wagner-Rausch mit kleinen Schwächen, insgesamt aber durchaus empfehlenswert,


Irmgard Seefried / Oskar Werner: Lieder und Gedichte
Irmgard Seefried / Oskar Werner: Lieder und Gedichte

5.0 von 5 Sternen Poesie pur, 10. September 2014
Dies ist eine ganz bemerkenswerte Platte, in ihrer Zusammenstellung wunderbar gelungen. Lieder und Gedichte in sinnfälliger Zusammenstellung, mit zwei Künstlern, die beide zu den absolut Besten ihres Fachs gehören. Oskar Werner zu loben, hieße nun wahrlich, Eulen nach Athen zu tragen: er ist ein wunderbar Rezitator, schafft mit seiner Stimme Stimmungen, die dem lyrisch-romantischen Duktus der Gedichte wundervoll gerecht wird. Das ist schon ganz große Kunst.
Und I. Seefried, die jetzt vielleicht nicht mehr ganz auf dem stimmlichen Zenit ist, bezaubert durch ihre Natürlichkeit, ihren Charme, durch die Unmittelbarkeit ihres Ausdrucks. Da ist nichts Gekünsteltes, Verstelltes, das ist Klang pur. Dabei singt sie sehr wortdeutlich.
Sehr zu bedauern, dass solche Aufnahmen/Zusammenstellungen aus der Mode gekommen sind. Diese darf aber für sich einen Sonderplatz in der Diskographie geneigter Zuhörer beanspruchen.


Dvorak/Faure
Dvorak/Faure
Wird angeboten von EliteDigital DE
Preis: EUR 33,84

5.0 von 5 Sternen Zusammenkunft auf hohem Niveau, 9. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Dvorak/Faure (Audio CD)
Es ist nicht selbstverständlich, dass ein großer Pianist auch ein guter Kammermusiker ist. Bei Rubinstein war es aber so und so kann man sich an dieser Aufnahme erfreuen, die zwei nicht ganz so häufig gespielte Werke in hervorragender Interpretation vereint. Der Zugang der Künstler ist hochvirtuos und spannend, man könnte auch leidenschaftlich sagen, was insbesondere für den Dvorak gilt. Der Fauré ist verinnerlichter (auch von der Komposition her), aber auch hier gefällt das Zusammenspiel des Guarneri Quartetts mit einem wunderbar perlend spielenden Rubinstein. Und auch wenn die technische Perfektion heutiger Quartettformationen höher ist, so fallen kleinere technische Defizite nicht ins Gewicht angesichts der äußerst gelungenen Interpretation.
Der Klang ist eher etwas dumpf.


Mozart: Sinfonien Nr. 39, 40 & 41
Mozart: Sinfonien Nr. 39, 40 & 41
Preis: EUR 19,99

5.0 von 5 Sternen Die Summe eines Lebens..., 9. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Mozart: Sinfonien Nr. 39, 40 & 41 (Audio CD)
Harnoncourt kehrt (mal wieder) zu Mozart zurück und dirigiert das letzte Symphonie-Tryptichon, welches er als eine Art Oratorium verstanden haben will. Es sei mal dahingestellt, ob diese drei Symphonien wirklich von Mozart als ein solches gedacht waren oder nicht (ähnlich rätselhaft bleibt das späte Triptychon der letzten Schubert-Klaviersonaten), sie gehören unzweifelhaft zu den größten Werken der abendländischen Kultur und behalten auch etwas Rätselhaftes, welches vielleicht auch keiner Konkretisierung bedarf.

Nun hat Harnoncourt mehrere Einspielungen diese Symphonien getätigt und diese will er als eine Art musikalisches Testament verstanden wissen. Und in der Tat sind es sehr geschlossene Interpretationen, die in sich sehr stimmig wirken. Die Tempi sind relativ langsam (nicht so langsam jetzt wie z.B. bei Bernstein, aber es ist schon auffällig, dass es gewisse Parallelen in der Dirigierhaltung gibt, nicht in der Art des Dirigierens wohlgemerkt, nicht umsonst hat Harnoncourt ihn dereinst gegen Kritiker gerade aus der Ecke der historisch Informierten verteidigt), Harnoncourt setzt damit einen Kontrapunkt zu den heute häufig sehr (zu) raschen Tempi. Er nimmt Mozart ernst und tendenziell eher schwer, hier vereinen sich Freude und Leid, Tragik und Witz. Harnoncourt schafft es ganz wunderbar, hier eine Balance zu finden. Er ist dabei fabelhaft transparent und setzt bewusst, aber eben auch organisch eingefügt Akzente, die immer wieder spannend und "neu" klingen.
Unterstützt wird er dabei vom famosen Concentus musicus, der einen besonders guten Tag hatte und technisch souverän mit viel Herz und Verve spielt.
Jenseits aller semantischen Bedeutungsfragen eine sehr empfehlenswerte Neuaufnahme dieses symphonischen Kosmos, der in seiner Großartigkeit und Schönheit immer aus etwas unfassbar bleiben wird und darf.


Sinfonie 4
Sinfonie 4
Preis: EUR 19,74

1.0 von 5 Sternen (Irr-) Wege der Bruckner-Rezeption, 6. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Sinfonie 4 (Audio CD)
Bruckner wird gerne getragen dirigiert - was nicht sein muss. Es spricht prinzipiell nichts dagegen, in Bruckner auch den Dramatiker zu sehen.
Aber was Norrington hier macht, geht für mich leider weit an einer gelungenen Bruckner-(Neu)-Deutung vorbei. Seine Tempi sind zwar rasant (allemal im Vergleich z.B. zu der wunderbaren Böhm-Einspielung The Originals - Sinfonie 4), aber viel mehr Neues hat Norrington auch nicht zu sagen. Erschwerend kommt nun hinzu, dass es ihm überhaupt nicht gelingt, das Werk in seiner Einheit zu gestalten, statt dessen gestaltet er einzelne Teilbereiche, so dass die gesamte Symphonie förmlich zerfällt - eine Gefahr, die bei Bruckner immer gegeben ist, hier aber eklatant auch eintritt. Da ist es dann auch unerheblich, ob nun mit oder ohne Vibrato gespielt wird (das Orchester macht im übrigen seine Sache durchaus ansprechend). Wenn man die Architektur der Bruckner'schen Symphonik nicht erfasst, bleibt nicht viel übrig. Wenn einen dramatischeren Bruckner, dann Rattle (der auch nicht ganz gefeit ist vor dem Problem des Zusammenhaltens der einzelnen Blöcke - Sinfonie 4 in E Flat). Diese Aufnahme hier ist leider eine komplett vergebene Chance.


Sämtliche Sinfonien & Klaviierkonzerte
Sämtliche Sinfonien & Klaviierkonzerte
Preis: EUR 21,99

5.0 von 5 Sternen Mehr als nur ein repräsentativer Querschnitt, 5. September 2014
Diese Rachmaninov-Box ist nicht nur aufgrund des Umstandes empfehlenswert, dass ein Großteil der orchestralen Werke von Rachmaninov hier versammelt ist. Seine Musik findet in Jansons einen hervorragenden Fürsprecher, er trifft den Ton dieser schwärmerisch-spätromantischen Musik vortrefflich, lässt aber immer wieder auch durchscheinen, dass Rachmaninov eben mehr als nur ein "sentimentaler" Komponist war, sondern über eine hohe Könnerschaft und eine durchaus komplexe Klangsprache verfügte. Jansons verleugnet nie das "Schöne", Melodiöse in seinem Werk, umschifft aber geschickt die Gefahrstellen, wo die Musik doch in die Nähe des Kitsch geraten könnte, indem er immer wieder auch das dramatische Element dieser Musik betont.
In den Klavierkonzerten findet er in M. Rudy einen guten Pianisten, der technisch versiert sehr gute Interpretationen abliefert, wenn er jetzt auch nicht ganz die Tiefe eines S. Richter oder einer Argerich erreichen mag.
In der Summe eine sehr gute Gelegenheit, das Werk Rachmaninovs neben den bekanntesten Werken (Klavierkonzerte 2, 3) kennenzulernen, dessen Symphonien zum Beispiel durchaus ein Kennenlernen wert sind. In so einer gelungenen Interpretationen versteht man nicht, warum man sie in Deutschland eher selten auf den Spielplänen setzt.


Klavierkonzerte 4,5
Klavierkonzerte 4,5
Preis: EUR 21,44

4.0 von 5 Sternen Lyrisch, 5. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Klavierkonzerte 4,5 (Audio CD)
Till Fellner ist wohl v.a. Kennern als sehr differenzierter Pianist bekannt, dessen hervorstechendstes Merkmal v.a. auch seine hohe Anschlagskultur ist (nicht umsonst war er wohl auch Preisträger des Clara-Haskil-Wettbewerbs). Er ist ein gänzlich uneitler Musiker, der sich in seinen Interpretationen nie in den Vordergrund drängt. Diese Tugenden können wir auch hier hören. V.a. im 4. Klavierkonzert gelingen ihm ganz wunderbare, verinnerlichte Momente. Es ist eine dezidiert lyrisch-poetische Interpretation mit wunderbar gesanglichen Passagen, in der die Musik "fließt" - und hier ist ihm Nagano ein guter Begleiter, da er auch dezent bleibt, nie auftrumpft. Dieses 4. Klavierkonzert würde ich ganz weit oben im Interpretationskanon ansiedeln.
Nicht ganz so gelungen erscheint mir das 5. Klavierkonzert. Auch hier bemüht sich Fellner um eine lyrische Interpretation, was aber v.a. im ersten Satz nicht ganz schlüssig wirkt - wobei ich nicht ausschließen will, dass es hier auch die etwas trocken anmutende Begleitung von Nagano ist, die die Musik nicht recht in Fluß kommen lassen will, hier wirkt die Musik merkwürdig distanziert. Ganz wunderbar hingegen wieder der langsame Satz und auch der letzte Satz ist dann wieder ausgewogener.
Angesichts einer mächtigen Konkurrenz also Einspielungen, die durchaus Bestand haben (für mich v.a. das 4. Klavierkonzert), die mich aber im 5. Klavierkonzert nicht vollends überzeugen


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