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Beiträge von Benjamin Klein
Top-Rezensenten Rang: 70
Hilfreiche Bewertungen: 2854
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Rezensionen verfasst von Benjamin Klein "bvonklein" (Gevelsberg)
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24 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Genial, 17. April 2013
Fangen wir mal mit dem Punkt an, wegen dem hier diverse Leute Amok laufen und mit 1 Stern Rezensionen um sich schmeißen: Bei der vorliegenden Box sind nur 8 von zumindest vorläufig geplanten 16 Folgen der Serie enthalten. Ja, dass ist eine nicht neue und sicherlich auch fragwürdige Vermarktung. Ich hörte auch Gerüchte, dass Staffel 5 halt nur aus 8 Folgen besteht und der Rest als Staffel 6 kommt. Das wurde jetzt aber auch schon in diversen Rezensionen verwurstet und ich spare mir an dieser Stelle mal weiteres Geweine dazu. Für mich sind 8 Folgen Breaking Bad mehr wert, als 8 Staffeln CSI oder so ein Kram. Kommen wir zur Serie: Das Breaking Bad eine der, oder vielleicht sogar die beste Serie der Welt ist, hat sich ja mittlerweile bei einer breiten Anhängerschaft herumgesprochen. Die Geschichte rund um den vom Krebs befallenen Chemielehrer der vom Drogenkoch aus Not zum knallharten Druglord mutiert, legt in der fünften Staffel noch mal gewaltig an Tempo zu und wird streckenweise so bitterböse, dass man sich ernsthaft fragt, wo dieses Drama denn wohl enden soll. Hier haben die Schreiber und Produzenten einfach alles richtig gemacht, weil sie sich immer wieder viel Zeit für die Charakterentwicklung genommen haben, anstatt auf stetige Geschwindigkeit und sich überschlagende Ereignisse zu setzen. Wo andere Serien mit immer spektakuläreren Wendungen aufwarten müssen um die Zuschauer bei der Stange zu halten und dadurch schnell jegliche Bodenhaftung verlieren und spätestens ab Staffel 3 immer absurder werden, bleibt Breaking Bad nahe an der realen Welt und setzt die Action gezielt, dafür aber mit großer Wucht ein. Die sehr umfangreichen Dialoge sind oft spannender als es mit Spezialeffekten gesättigte Szenen jemals sein könnten. Anders als in anderen Hollywoodserien werden hier nicht nur Ideen angeschnitten und dann wieder verworfen und haben für den späteren Ablauf keine Relevanz mehr. Hier zählt jede Kleinigkeit, die den verschiedenen Charakteren widerfährt und hat Einfluss auf die spätere Handlung. Das verleiht den handelnden Personen viel mehr Tiefe und sie sind weitaus realistischer als beispielsweise die Figuren aus Weeds, welches gerne mal als geistiger Pate herangezogen wird. Als Zuschauer gerät man immer wieder selbst in moralische Zwickmühlen und fragt sich, wie man selbst in der Situation handeln würde. Erwähnenswert sind natürlich wieder die grandiosen Darsteller: Neben dem großartigen Bryan Cranston, der jede bisher erhaltende Auszeichnung mehr als verdient hat, glänzen auch die anderen Charaktere, bis in die kleinen Nebenrollen herein und haben jede Menge Kultpotential. Nach einem furiosen Auftakt nimmt die Serie diesmal nicht ganz so viel Tempo raus und man merkt, dass man sich einem Finale nähert, dass man vermutlich nicht so schnell vergessen wird. Und wenn diese Staffel nur folgenweise veröffentlicht würde, für 10 Euro die Folge, es wäre es mir wert, denn Breaking Bad ist viel mehr als nur einen weitere Serie, die unterhalten will. Fazit : Hier passt einfach alles! Ein rabenschwarzes Drehbuch mit bitterbösem Humor, oscarreife Darsteller und auf den Punkt geschriebene Dialoge. Breaking Bad ist eine Ausnahmeserie!
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3.0 von 5 Sternen
Gute Serie, die vermutlich niemals fortgesetzt wird, 9. April 2013
Es wird ja schon erwähnt, diese Serie endet mit einem Cliffhanger der übelsten Sorte, man weiß nicht einmal , ob die Hauptdarsteller überleben und kaum eine der unzähligen aufgeworfenen Fragen werden beantwortet. Das wäre ja in Ordnung, nur leider wird diese Serie nicht fortgesetzt und man hat sich in eine spannende Story voller mysteriöser Ereignisse reingefuchst, ohne jemals eine Auflösung serviert zu bekommen. Man kann sich das in etwa so vorstellen, als wäre bei Lost nach der ersten Staffel Schluß gewesen, denn Flash Forward geht ähnlich geheimnisvoll zur Sache und wird ja auch gerne mal als geistiger Nachfolger herangezogen und hat auch zumindest ein bekanntes Gesicht aus der grandiosen Cast Away auf LSD Serie an Bord. Ich kann nicht bestätigen, dass ich den Mittelteil der Staffel langatmig fand, es wird halt etwas Zeit für die Charakterentwicklung investiert, was mir sehr viel lieber ist, als eindimensionale Figuren, die von einer Explosion zur nächsten hetzen. Umso ärgerlicher, wenn dann so gut wie nichts aufgelöst wird. Das macht eine finale Bewertung natürlich schwierig, weil es eigentlich Zeitverschwendung ist, sich die Folgen anzuschauen, ohne Hoffnung, dass die Rätsel jemals aufgelöst werden. Als Auftakt für weitere Staffeln hätte es die Höchstnote gegeben, denn das Format hatte das Potential, in die Fußstapfen von Lost zu treten. Tjaaaa. Lieber auf Nummer Sicher gehen und die Leute weiterhin mit Leichenfledderei, Billigsoaps und Castingmüll zudröhnen, als mal einem etwas anspruchsvollerem Format etwas mehr Zeit zu geben. Die Zuschauer sind natürlich ebenfalls nicht unschuldig, wenn sie sich lieber Frauentausch, CSI oder Alarm für Cobra 11 in den Kopf rieseln lassen. So wie es jetzt aussieht, kann man die Serie nicht empfehlen, ich las aber eben, dass ein Sender Interesse bekundet hat, sich dem Format anzunehmen. Dann sähe die Bewertung wieder ganz anders aus.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Russischer Kreuzüber! Wirf die Gläser an die Wand!, 9. April 2013
Russkaja kochen einen abgedrehtes Süppchen, der mir ganz ausgezeichnet mundet. In Österreich scheint sich langsam eine gute Szene für experimentelle Musik zu entwickeln, und zu erfreulichen Bands wie Gasmac Gilmore oder Kontrust gesellt sich bei mir nun diese heitere Band, die ohne Scheuklappen, Ska, Punk, russische Sauflieder, Balkanpolka, eine prise Metal und gar einen Hauch Rap vermixt und mir ein breites Lächeln ins Gesicht zaubert. Das Fundament für den Sound ist treibender Ska und Dub, bei dem es mir schwerfällt, die Füße ruhig zu halten. Der Gesang wechselt gerne mal von russisch zu deutsch oder auch mal englisch und sorgt für den rockigen oder manchmal dezent metallischen/punkigen Einschlag. Ska und Punk mixen natürlich viele Bands, aber selten kommt dabei so etwas erfrischend anderes heraus, wie bei dieser Band. Das ist kein Skapunk, sondern eher Crossover in seiner eigentlichen Bedeutung, nämlich die Verschmelzung verschiedener Musikrichtungen. Dabei muss nicht zwangsläufig etwas Gutes entstehen, Russkaja wissen aber genau, wie man die Elemente sauber unter einen Hut bekommt und daraus einen leckeren Borschtsch zaubert. Fazit: Klasse Sommerplatte , bei der jeder Ska Liebhaber, aber vielleicht auch Fans von Seeed und den Beatsteaks ein Ohr riskieren dürfen. Wer Bands wie Gogol Bordello, Viza oder Kultur Shock mag, macht hier ebenfalls nichts falsch! Live geht das garantiert durch die Decke!
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5.0 von 5 Sternen
Jim & Ray, 6. April 2013
Vorweg: Ich bin seit gut 20 Jahren ein Fan der Gruppe und habe auch schon eine Menge über The Doors gelesen, diverse Dokumentationen konsumiert und auch den Oliver Stone Film circa 85 Mal gesehen. Das Buch von Ray Manzarek, seines Zeichens Organist, Sprachrohr und Intellektueller der Band, hat mir sehr gut gefallen, zeigt es doch mal eine etwas andere Seite von Jim Morrison, als den dauertrunkenen, zugedröhnten Rockrüpel, der verhaftet wurde, weil er auf dem legendären Miami Konzert sein Gemächt präsentiert hat und rotzbesoffen ins Publikum gestürzt ist. Ganz klar im Fokus steht hier die Freundschaft zwischen Ray und Jim und die Gründungsphase der Doors, was man schon am Cover erkennt, wo nur die beiden Homeboys abgebildet sind und der Rest der Band mit Abwesenheit glänzt. Der Niedergang und die Alkoholsucht von Jimbo werden natürlich ebenfalls ungeschönt thematisiert, Morrison bleibt dabei aber weiterhin als verletzlicher und talentierter Künstler sichtbar und nicht nur als whiskeygetränktes Monster, dass seine Mitmenschen terrorisiert und schwungvoll mit Fernsehern beschmeißt. Manchmal ist Manzarek etwas zu sehr bemüht, Morrisons brachiale Trinkgewohnheiten als so etwas wie eine Geistesspaltung darzustellen und unterteilt Morrison zu Jim dem kreativen Dichter und Jimbo, dem destruktiven, von den falschen Freunden beeinflussten Süffel, der die Band vernichten will. Interessant auch, dass der Lizard King seinen düsteren, mysteriösen Charakter akribisch geplant und aus diversen faszinierenden Personen aus Literatur und Film zusammengesetzt hat. Zu einem großen Teil hat man es hier eigentlich mit einer Autobiographie von Manzarek zu tun, der auch über seine Kindheit, Jugend und Liebe berichtet. Wer also eine reine Morrison Geschichte erwartet, könnte sich hier gestört fühlen. Ray ist aber ebenfalls ein interessanter und vor allem begeisterter Mensch, der sein Leben für die Kunst und die Liebe opfern würde, daher fand ich es sehr schön, auch mal etwas mehr über ihn und die übrigen Mitglieder der Doors zu erfahren. Ich wusste zum Beispiel nicht, das Morrison und John Densmore sich von Anfang an nicht riechen konnten. Im Film streiten sie zwar auch gelegentlich, im vorliegenden Buch wird die Abneigung aber etwas ausführlicher beschrieben. Gleich zu Anfang bekommt man auch reichlich Text zum geheimnisvollen Tod des Frontmanns, in dem ein paar Interessante Theorien auf den Tisch gebracht werden, eine finale Auflösung zu Jim's Tod sollte man aber nicht erwarten, Ray schließt nichtmal aus, das Morrison alle hinters Licht geführt hat und sich auf eine sonnige Insel abgesetzt hat. Ein echtes Problem hat der gute Ray anscheinend mit Oliver Stone. Das er die Verfilmung nie besonders mochte, weil er Morrison und diverse Ereignisse falsch dargestellt sah, habe ich schon in einigen Interviews gelesen, sein Hass geht aber soweit, dass er im Text mehrfach schäumende Wutanfälle bekommt und Stone in persönlicher Ansprache attackiert. Lustig! Ich fand das Buch grade in Verbindung mit dem Film sehr gut, da es viele Szenen, die mir aus dem Film bekannt sind, tiefer beleuchtet und man auch Gründe geliefert bekommt, warum eine verrückte Situation wie bei besagtem Miami Konzert entstanden ist. Erfreulich auch, dass Ray Manzarek mit Worten umgehen kann und einen recht fluffigen Schreibstil pflegt auch wenn er Dionysus etwas inflationär verwendet. Auch verliert er sich manchmal in euphorischen Beschreibungen des Musizierens, manchmal etwas zu ausufernd, hat mich aber nicht wirklich gestört. Ray scheint einfach ein guter Mensch zu sein und lässt einen an seinen meist positiven Gedanken teilhaben. Da er aus meiner Sicht an vernünftige Werte für eine vernünftige Menschheit glaubt, fand ich seine Gedankengänge ganz interessant. Als letzte Facette werde ich mir jetzt noch John Densmores Riders on the Storm vornehmen, dass durch die gegenseitige Abneigung vermutlich die finsteren Seiten von Morrison beleuchten wird. Fazit: Sehr gut! Allen Fans der Band kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen!
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5.0 von 5 Sternen
Grandioses Hörbuch, 5. April 2013
Ich habe mir dieses Buch als Audible Hörbuch zu Gemüte geführt, sehr schön vorgetragen von Christoph Maria Stromberg" Herbst, der nach Millionär erneut zeigt, dass er ein One Man Hörspiel ist. Neben dem typischen Hitlerslang spricht er auch die anderen Figuren mit Dialekt und verstellter Stimme, eine wahre Freude! Eine wichtige Info ist natürlich, dass das Hörbuch gekürzt ist, daher bezieht sich diese Rezension explizit auf das Hörbuch. Wie stark die Kürzungen ausgefallen sind, vermag ich leider nicht zu beurteilen, weil ich das Buch noch nicht gelesen habe. Es wird ab und an zwischen den Kapiteln Musik eingespielt, allerdings nur kurz und auch recht dezent. Da das viele Freunde des Hörbuchs nicht mögen, erwähne ich es hier einmal. Hintergrundgeräusche gibt es nicht. Insgesamt ein sehr gelungenes Hörbuch! Kommen wir zur Geschichte: Wer ist in letzter Zeit in literarischer Form nicht alles zurückgekehrt: Mozart, der Heiland persönlich und nun auch noch der alte Nazifürst Hitler. Es beginnt, wie fast alle Geschichten dieses Genres: Desorientiert erwacht Adolf auf einer Wiese und weiß nicht die Bohne, was geschehen ist. So wundert er sich erstmal über respektlose Hitlerjugend und die erstaunlich schnelle Entwicklung des Automobils, während er sich auf die Suche nach dem Führerhauptquartier macht. Anders als Mozart in Herr Mozart wacht auf, begreift Hitler aber erstaunlich schnell, was passiert ist und findet sich auch sehr schnell in der modernen Welt zurecht. Als er dann auch noch recht zügig von den Medien entdeckt wird, die ihn für einen besonders talentierten Imitator halten, der, ähnlich wie Atze Schröder oder mit Abstrichen auch Helge Schneider, immer in seinem Character bleibt, nimmt das Unheil seinen Lauf. Der einstige Führer weiß immer noch, wie man die tumben Massen in seinen Bann ziehen und Anhänger um sich scharen kann. Die durch die dumpfen Medien desinformierte und verstrahlte Masse ist erneut ein leichtes Opfer. Dem Autor gelingt hier ein bemerkenswerter, wenn auch nicht mehr taufrischer Kniff, indem er Hitlers Gedanken niemals kommentiert oder offensichtlich lächerlich macht. Er lässt der Leser mit Hitler und seiner Gedankenwelt allein und stellt ihn auch nicht als böses Monstrum dar, das man einfach hassen muss. So hat sein Onkel Wolf durchaus Charme und Witz, ohne zur Witzfigur zu werden. Zudem nimmt Hitler auch noch sehr treffend die grade herrschenden Verhältnisse, die Medien und die Politik auseinander, so das man ihm oft im Geiste zustimmen möchte, nur um sich dann gleich wieder schuldig zu fühlen, weil ja hier einer der größten Schurken der jüngeren Geschichte spricht. Am Ende zweifelt man erschrocken nicht mehr daran, dass es ein charismatischer Psychopath wie Hitler auch in dieser Zeit vermutlich wieder schaffen würde, die Macht zu ergreifen. Das Ende des Buches bleibt offen, und ich vermute aufgrund des immensen Erfolges, stark eine Fortsetzung. In anderen Rezensionen las ich, dass der hier beschriebene Hitler nicht authentisch wäre, weil der reale Hitler ein humor- und kompromissloser Massenmörder gewesen ist. Das mag wohl sein, ich kann mir aber kaum vorstellen, dass Hitler so eindimensional gewesen sein soll, um Leute zu manipulieren und zu überzeugen braucht es auch ein wenig Charme, daher finde ich persönlich die Figur, wie sie der Autor beschreibt recht nachvollziehbar, zumindest soweit, dass sie in einer Satire funktioniert. Ich habe von dem Buch etwas anderes erwartet, nämlich Blödelhumor alá Tommy Jaud. Wer hier meint, man lacht über einen schusseligen Hitler, der naiv durch unsere Zeit stolpert und in diverse Fettnäpfchen tritt, liegt vollkommen falsch. Hitler ist immer noch abgrundtief böse, manipulativ, intelligent und gefährlich. Lustig ist alleine seine oft sehr treffende Analyse unserer verdrehten Gesellschaft und der Medien. Ein seltsames Buch, eher erschreckend als witzig.
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5.0 von 5 Sternen
Stammtisch, 3. April 2013
Diese Sammlung von Anekdoten aus dem Pott hat mich mehr als einmal zum Lachen gebracht. Insbesondere als Audible Hörbuch kann ich dieses nicht zu umfangreiche Werk sehr empfehlen, gelesen vom Autor persönlich, der seine Figuren liebevoll zum Leben erweckt. Es handelt sich weder um Kurzgeschichten, noch um einen Roman. So gibt es zwar lose miteinander verwobene Geschichten und auch einige Personen tauchen immer wieder auf, eine zusammenhängende Handlung gibt es aber nicht. Wirklich etwas passieren tut auch nicht und trotzdem kam bei mir keine Sekunde Langeweile auf, auch wenn ich ein bis zwei Gags entdecken konnte, die der Autor geklaut hat. Zu lebensecht sind die beschriebenen Käuze wie der Laberfürst, die buntbekittelten Damen die aus dem Küchenfenster tratschen oder der König der Gartenhütte Theo, der schon Mittags Jägermeister säuft und philosophische Reden ans Volk richtet. Pure Nostalgie, da möchte man sich am liebsten wieder Prilblumen in die Küche kleben und alten Kneipen die auf Namen wie Haus Pützfeld hören, mal wieder einen Besuch abstatten um ein bis zweihundert Herrengedecke zu vernichten! Auch wenn ich ein etwas jüngerer Jahrgang als der Autor bin, kann ich mich an viele der hier beschriebenen Prototypen noch aus meiner Kindheit erinnern. Fazit: Ein schöner, amüsanter Trip in die Vergangenheit, eine liebevolle Verbeugung vor den Originalen des Ruhrpotts, ein lustiges Buch, ein sehr gut gelesenes Hörbuch!
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4.0 von 5 Sternen
Langsam aber gut, 3. April 2013
Auch diesen Band habe ich als Audible Hörbuch konsumiert. Das Hörbuch wird erneut von Vittorio Alferi gelesen, der wie in den anderen Bänden einen guten Job macht und jeder Figur eine eigene Stimme verleiht, ohne dabei überdreht oder nervig zu klingen. Es handelt sich um eine ungekürzte Lesung, auf Musik oder Hintergrundgeräusche wurde verzichtet. Zur Geschichte: In Wolfsmond, dem fünften Band des Turm Epos, verweilt Roland und sein Ka-Tet im einigermaßen zivilisierten Örtchen Calla Bryn Sturgis, das sich recht nahe an der Grenze zum Land Donnerschlag befindet, in dem sich neben dem dunklen Turm, anscheinend auch jede Menge gemeingefährliches Gesindel mit Wolfsmasken befindet, das in Abständen von circa 20 Jahren ins Dorf galoppiert kommt und dort den Nachwuchs der friedlichen Dörfler entführt. Neben der bevorstehenden Konfrontation mit dem Wolfsrudel müssen sich Roland und sein Gefolge auch noch mit störrischen Dörflern, hochnäsigen Robotern, hinterhältigen Verrätern, gemeinen Mafiosis, einer bedrohten, göttlichen Rose und einer ultrabösen Glaskugel befassen, welche Sprünge in andere Welten ermöglicht. So spielen große Abschnitte des Buches dann auch in der uns vertrauten Welt und alte Bekannte wie Gangster Balazar, der alte Doppelthäßlich und der Buchhändler Towers geben sich erneut die Ehre. Das Team wird weiterhin durch eine bekannte Figur aus dem King Kosmos verstärkt, der aus Brennen muss Salem bekannte Priester Callahan und seine Erlebnisse nach dem Zusammentreffen mit dem Vampir Barlow, nehmen einen großen Teil des Buches in Anspruch. Auch wenn die Geschichte vermutlich für den weiteren Verlauf wichtig ist, fand ich Callahans Wanderschaft durch verschieden Dimensionen von Amerika doch etwas ausschweifend und teilweise sogar langatmig. Insgesamt nimmt das Buch für meinen Geschmack nach dem auch schon recht ereignisarmen Glas, wieder viel zu viel Tempo aus der Reise und auch der Showdown hielt für mich kein großes Aha bereit. In den sehr langen Gesprächen werden viele Fragen aufgeworfen, aber leider nur wenige beantwortet und wenn gegen Ende dann noch der Autor Stephen King ins Spiel kommt, wird es immer bizarrer. Es gibt auch wieder etliche Querverweise zu anderen King Romanen. Ich bin gespannt, wie der Meister das alles final unter einen Hut gebracht hat. Schön ist durch das gemächliche Tempo, dass sich die Charaktere weiterentwickeln können, was grade im Fall von Eddy Dean sehr gut gelungen ist. Fazit: Auch wenn hier Kritik enthalten ist, handelt es sich bei Wolfsmond um ein vollwertiges Turm Buch, welches das Universum detailreich ausschmückt, aber ein paar überraschende Wendungen hätte vertragen können. Ich hoffe, dass King absichtlich das Tempo über zwei umfangreiche Bände heruntergefahren hat, um in den letzten zwei Büchern ordentlich aufs Pedal zu treten. In seiner Gesamtheit erhält der Epos immer noch die Höchstnote von mir, als einzelner Band reicht es bei Wolfsmond nur für vier Sterne.
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10 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Ausnahmeserie!, 15. März 2013
Jaaaa, das sind nur 8 Folgen der fünften Staffel. 8 Folgen sollen noch folgen, ob als Folgen der Staffel oder als folgende Folgen einer folgenden Staffel... man weiß es nicht. Jaaaa, die Box wird zum Preis einer vollwertigen Staffel angeboten. Und jetzt hören wir doch mal auf zu schniefen und zu weinen und wenden uns der Serie zu. Ach ja, bevor hier ein weiterer Stamm der Nörgler wieder Kommentare schreibt: Diese Rezension bezieht sich auf den Inhalt des Datenträgers und bietet keinerlei Informationen zu Bild und Ton der Blu-Ray. Wer also nach diesen Infos sucht, kann hier aufhören zu lesen. Das Breaking Bad eine der, oder vielleicht sogar die beste Serie der Welt ist, hat sich ja mittlerweile bei einer breiten Anhängerschaft herumgesprochen. Die Geschichte rund um den vom Krebs befallenen Chemielehrer der vom Drogenkoch aus Not zum knallharten Druglord mutiert, legt in der fünften Staffel noch mal gewaltig an Tempo zu und wird streckenweise so bitterböse, dass man sich ernsthaft fragt, wo dieses Drama denn wohl enden soll. Hier haben die Schreiber und Produzenten einfach alles richtig gemacht, weil sie sich immer wieder viel Zeit für die Charakterentwicklung genommen haben, anstatt auf stetige Geschwindigkeit und sich überschlagende Ereignisse zu setzen. Wo andere Serien mit immer spektakuläreren Wendungen aufwarten müssen um die Zuschauer bei der Stange zu halten und dadurch schnell jegliche Bodenhaftung verlieren und spätestens ab Staffel 3 immer absurder werden, bleibt Breaking Bad nahe an der realen Welt und setzt die Action gezielt, dafür aber mit großer Wucht ein. Die sehr umfangreichen Dialoge sind oft spannender als es mit Spezialeffekten gesättigte Szenen jemals sein könnten. Anders als in anderen Hollywoodserien werden hier nicht nur Ideen angeschnitten und dann wieder verworfen und haben für den späteren Ablauf keine Relevanz mehr. Hier zählt jede Kleinigkeit, die den verschiedenen Charakteren widerfährt und hat Einfluss auf die spätere Handlung. Das verleiht den handelnden Personen viel mehr Tiefe und sie sind weitaus realistischer als beispielsweise die Figuren aus Weeds, welches gerne mal als geistiger Pate herangezogen wird. Als Zuschauer gerät man immer wieder selbst in moralische Zwickmühlen und fragt sich, wie man selbst in der Situation handeln würde. Erwähnenswert sind natürlich wieder die grandiosen Darsteller: Neben dem großartigen Bryan Cranston, der jede bisher erhaltende Auszeichnung mehr als verdient hat, glänzen auch die anderen Charaktere, bis in die kleinen Nebenrollen herein und haben jede Menge Kultpotential. Nach einem furiosen Auftakt nimmt die Serie diesmal nicht ganz so viel Tempo raus und man merkt, dass man sich einem Finale nähert, dass man vermutlich nicht so schnell vergessen wird. Und wenn diese Staffel nur folgenweise veröffentlicht würde, für 10 Euro die Folge, es wäre es mir wert, denn Breaking Bad ist viel mehr als nur einen weitere Serie, die unterhalten will. Fazit : Hier passt einfach alles! Ein rabenschwarzes Drehbuch mit bitterbösem Humor, oscarreife Darsteller und auf den Punkt geschriebene Dialoge. Breaking Bad ist eine Ausnahmeserie!
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5.0 von 5 Sternen
Heiter weiter, 8. März 2013
Im zweiten Teil vom Buch ohne Namen mit dem originellen deutschen Titel Das Buch ohne Staben, geht es wieder wüst ans Eingemachte. Zum Robert Rodriguez/Tarrantino auf halluzinogenen Drogen Style gesellen sich nun noch mehr blutrünstige Vampire und diverse räudige Werwölfe. Auch der Bodycount schnellt schneller in die Höhe als der Benzinpreis in Deutschland und es fließt mehr Blut über den staubigen Boden als Bier auf dem Oktoberfest. Diesmal erfährt man auch mehr über die Vergangenheit des mysteriösen Bourbon Kid und wie er zu der apokalyptischen Killermaschine aus dem ersten Buch wurde. Sogar eine kleine Lovestory wurde eingepflochten, die der atemlosen Action aber nicht im Wege steht. Dementsprechend ist das Buch ohne Staben dann auch zumindest teilweise ein Prequel, spielt also zeitweise vor den Ereignissen von Das Buch ohne Namen. Das ist sehr schön, denn so werden einige kultige Charaktere wie der Killer im Elvisoutfit wieder zum Leben erweckt. Ansonsten setzt die Handlung nach den Ereignissen des ersten Teils an und der Kid und die restlichen schrägen Figuren wie Barkeeper Sanchez, Mönch Peto und das Kleinganovenpaar Kacy und Dante bekommen es mit einem besonders dämonischen Vampirlord zu tun, der genauso gut gelaunt ist, wie der Bourbon saufende Berserker. Fazit: Wer nach anspruchsvoller Unterhaltung sucht, ist hier falsch. Das hier ist ein rasend schneller, abgefahrener Gangster-Vampir-Blaue Bohnen-Actionfilm in Buchform, den sich Freunde von From Dusk Till Dawn durchaus antun können. Manchmal gibt es nichts Besseres, daher für das was es sein will, glatte 5 Sterne.
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Shining
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von Stephen King Taschenbuch |
| Preis: EUR 9,99 |
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5.0 von 5 Sternen
Spookhouse, 7. März 2013
In meiner Jugend habe ich fast alles von Stephen King verschlungen und habe grade Spaß daran, mir seine alten Werke als Audible Hörbuch zu Gemüte zu führen. Auch wenn ich mit vielen seiner neueren Werke nicht so richtig warm werde, sind seine etwas betagteren Bücher fast durchweg großartig und gehen weit über alles hinaus, was man ansonsten im Horrorgenre findet. Ich beginne mal mit der Geschichte an sich, weiter unten werde ich dann auf die Qualität des Hörbuchs eingehen. Das Buch Shining ist einer von King`s Klassikern und eine der gruseligsten Geschichten, die er zu Papier gebracht hat. Er nimmt sich extrem viel Zeit für seine Charaktere und baut so langsam aber sicher eine bedrohliche Atmosphäre auf, ganz ohne Blut und Gedärm und Buh-Ha-Effekte. King hat sehr viel Arbeit in seine Protagonisten gesteckt, aber auch die Nebenfiguren liebevoll ausgearbeitet, selbst wenn sie keine nennenswerte Bedeutung für die Geschichte haben, was die Story lebendiger und glaubhafter macht. Ungeduldige Leser könnten das vielleicht als langatmig empfinden, aber je mehr man über die handelnden Personen und ihre Gefühle, Gedanken und Vergangenheit weiß, desto besser kann man sich in sie hineinversetzen und so auch ihre Ängste 1 zu 1 nachempfinden, wenn der Haunted House Horror ausbricht. Grade beim hellsichtigen Danny ist das extrem gut gelungen, King weiß einfach, wie man kindliche Ängste in Worte kleidet. Dem Mainstream dürfte die Geschichte aus dem Stanley Kubrik Film vertraut sein, den ich persönlich (King selbst übrigens ebenfalls), obwohl er als Klassiker gilt, als eine katastrophale Umsetzung des Themas empfunden habe. Egal ob man den Film mochte oder nicht, man sollte sich auf jeden Fall das Buch vornehmen! Der Meister des Horrors verzichtet hier auf schleimige Monster oder scharlachrote Könige und liefert eine klassische Gespenstergeschichte ab, die einen an gewissen Stellen das Blut gefrieren lässt. Wer Friedhof der Kuscheltiere gelesen hat, kann sich ungefähr vorstellen, was man erwarten kann. Das Hörbuch: Sehr wichtig: Es handelt sich um eine komplette, ungekürzte Lesung. Dietmar Wunder, bekannt als die Synchronstimme von Adam Sandler oder auch Daniel Craig macht einen hervorragenden Job! Er gibt jedem Charakter eine eigene Stimme, ist niemals nervig oder überdreht, erzeugt an den richtigen Stellen gekonnt mit seiner Stimme Spannung und auch das richtige Maß Grusel und Bedrohung. Zwischen einigen Kapiteln wird Musik eingespielt, was bei einigen Freunden des Hörbuchs nicht so gern gehört wird, daher erwähne ich es mal. Hält sich aber stark in Grenzen und ist auch nicht besonders aufdringlich. Während der Lesung gibt es keinerlei Musik- oder Soundeffekte. Fazit zur Geschichte: Eins der besten King Bücher und eine erstklassige Gruselgeschichte! Viel besser als die Verfilmung. Das Hörbuch ist ebenfalls ausgezeichnet und uneingeschränkt empfehlenswert.
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