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Buchrezensent aus-erlesen "Buchrezensent aus-erlesen" (Leipzig)
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Die Schmuggler
Die Schmuggler
von Josep Pla
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 13,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einladung zum Träumen, 24. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Schmuggler (Gebundene Ausgabe)
Was für eine Überraschung! Da ist sie, die „Mestral“. Der Ich-Erzähler wird von einem Fischer herangepfiffen, weil sich die beiden kennen. Denn das Boot gehörte einst dem Erzähler, der Pfeifende heißt Baldiri Cremat und ist Fischer, mit Nebenerwerb. Eigentlich wollte der Erzähler arbeiten, eine Geschichte schreiben. Und eigentlich sollte der Fischer mach Fischen fischen. Eigentlich. Aus dem Zusammentreffen wird ein Trip, den alle Beteiligten nicht mehr vergessen, inklusive des Lesers.
Die Drei, Baldiri Cremat, Pau Saldet und der Erzähler machen sich also auf den Weg von der katalanischen Küste in Frankreich Olivenöl zu verkaufen. Das Beste, was es überhaupt gibt. Auf dem Rückweg wollen sie teure Ersatzteile für Fahrräder mitbringen. Alles in allem ein ganz normaler Arbeitstag. Doch dem Erzähler schwant nichts Gutes. Er weiß, dass Cremat und Saldet mit allen Wassern gewaschener Halunken sind. Doch die Aussicht mit dem einst eigenen Boot noch einmal aufs Meer hinauszufahren, den Wind um die Nase wehen zu lassen, und vielleicht auch die Schmeicheleien von Cremat lassen die Abenteuerlust über die Vorsicht siegen.
Dem Erzähler ist klar, dass es sich nicht um eine „normale Geschäftsreise“ handelt. So konzentriert er sich bei der Kurzreise ins benachbarte Frankreich auf die Schönheiten der Natur und der Eigenheiten der Ortschaften. Besonderen Wert legt er auf die lukullischen Genüsse an Land. Dem Leser läuft das Wasser im Mund zusammen, wenn er von den Köstlichkeiten an Land erfährt.
Und so tritt die Tätigkeit des Titels – das Schmuggeln – immer weiter in den Hintergrund. Fast könnte man „Die Schmuggler“ als kulinarischen Reiseband für Leckermäuler verstehen. Als Reiseband taugt die Geschichte allemal. Entlang der katalanischen Küste von Spanien nach Frankreich ins Roussillon oder in umgekehrter Richtung, Josep Pla gibt die Richtung und Einkehrorte vor. Immer mit dabei: „Die Schmuggler“.


New York: Eine literarische Einladung
New York: Eine literarische Einladung
von Beatrice Faßbender
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 15,90

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kompendium der Eitelkeiten, 24. August 2014
New York – die Hauptstadt der Welt, Big Apple, Moloch, Monstercity. Es gibt so viele Bezeichnungen für die Gigantenmetropole, dass sich mindestens genauso viele Autoren an einer Beschreibung versuchten. Die besten (Autoren und Beschreibungen) sind in diesem kleinen roten Büchlein zusammengefasst.
Auf der ersten Umschlagseite empfängt den Leser eine graphische Übersicht, wo denn die einzelnen in diesem Buch vertretenen Autoren in NYC in ihren Geschichten rumgetrieben haben. Helene Hanff und Charles Reznikoff im Central Park. Grace Paley, Calvin Trillin und Eliot Weinberger im Village. Don DeLillo und Colum McCann im Financial District. Drei völlig unterschiedliche Orte, die alle zu einer Stadt gehören – genauso ist New York. Wie wohltuend, dass Sammlerin der Geschichten Beatrice Faßbender auf die tränenrührenden Geschichten um 9-11 und das World Trade Center verzichtet hat. Es war unfassbar schlimm, was damals passiert ist. Es hat unser aller Leben verändert. Aber die Erinnerungslitaneien sind und bleiben Amerika und den New Yorkern vorbehalten.
Eliot Weinberger geht in seiner Geschichte davon aus, dass der Schmelztiegel einen eigenen Staat verdient hat. Hier trifft sich die Welt. Hier arbeitet die Welt. Hier amüsiert sich die Welt. Und hier werden die Weltbewohner zu New Yorkern. Man ist grundsätzlich gegen die da aus Washington. Denn wie selbstverständlich hält man sich selbst für die Hauptstadt der USA (und somit der Welt).
Die Geschichten sind prädestiniert Reisenden, lesenden Reisenden, die Stadt näher zu bringen. Keine endlosen Einkaufstipps oder Hinweise, was man gesehen haben muss. Eine Stadt definiert sich über ihre Bewohner, und die stehen im Mittelpunkt der literarischen Exkurse.
Andy Warhol konnte hier arbeiten, alles andere war eh Zeitverschwendung. Dennoch konnte er sich über die Baumvielfalt und Menge Gedanken machen. Ein köstlicher Spaß ihm bei seinen Gedanken Zeile für Zeile zu folgen.
Ein Buch über New York ohne Paul Auster ist kein Buch über New York. „Auggie“ ist vielen aus dem Film „Blue in the face“ mit dem grandios agierenden Harvey Keitel bekannt. Hier die geschriebene Fassung.
Wer in New York eintauchen will, kommt an den geschriebenen Zeilen seiner Bewohner nicht vorbei. Doch wo anfangen? Kleiner Tipp: Rot, schmal, kompakt.


Nord- und Mittelengland: Reiseführer mit vielen praktischen Tipps.
Nord- und Mittelengland: Reiseführer mit vielen praktischen Tipps.
von Dorothea Martin
  Broschiert
Preis: EUR 26,90

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einer der letzten weißen Flecke auf der Karte der Reisebände wird nun endlich farbenfroh gefüllt, 24. August 2014
Nord- und Mittelengland? Gibt es diese Region überhaupt? Ja! Und warum sollte man dort hin? Im Süden gibt es doch viel wohlklingendere Ortsnamen wie Bigbury on Sea, Brighton, oder Seaton und Beer. Im Norden liegen die Industriehochburgen wie Manchester, Newcastle, Sheffield – Ortsnamen, die maximal bei Sportfans für Erregung sorgen.
Also ein Reiseziel für Sportfans? Auch, aber nicht vorrangig.
Eine Stadt wie Liverpool war vor dreißig Jahren maximal eine Stippvisite wert, um zu schauen,, wo denn nun John, Paul, George und Ringo sich ihre ersten Meriten verdient. Heute ist es ein Zehn-Tages-Trip, um unter andere zu schauen, wo John, Paul … naja Sie wissen schon … Sporen usw. Liverpool kann sich rühmen eine der wenigen Städte zu sein, für die es sich gelohnt hat Geld in den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ zu investieren. Fünf Milliarden Pfund (in English klingt es noch pompöser: Five billion pound!) wurden in das Makeover gesteckt. Heute kann sich Liverpool durchaus mit Barcelona, Chicago und LA messen, wenn es um kulturelle Events geht. Natürlich – das darf an dieser Stelle nicht vergessen werden – lebt die Stadt am River Mersey (den so klangvoll die „Ferry“ überquert) auch vom Fußball. Jahrelang quälten die Spielstafetten von Stephen Gerard & Co. die Gemüter der Fans, doch seit der vergangenen Saison spielt man wieder oben mit. Doch einfach mal so eine Partrie miterleben, ist schwierig. Nur Langzeitfans (und vor allem Langzeit-Clubmitglieder) erhalten Tickets. Und die sind dann auch entsprechend teuer. Nix mit acht Euro „für Euch in der Südkurve“! Ein Euro pro Spielminute ist da schnell erreicht.
Doch Nord- und Mittelengland ist mehr als nur Anfield und Beatlemania. Oxford und Cambridge sind klangvolle Namen in der Welt der Wissenschaft. Dutzende Nobelpreisträger lernten und lehrten hier. Die beiden Ortschaften haben sich dank großzügiger Spenden aus den verschiedensten Richtungen ihren Charme erhalten können. Cambridge leistet sich den Luxus seinen Studenten ein Auto im Umkreis von zehn Meilen rund um den Campus zu verbieten. Cambridge ist also eine Fahrradmetropole.
Was wäre England ohne seine Schrulligkeiten. Wo wir gerade in den Midlands sind. Die Region Cotswolds ist (bis zu diesem Buch) unbekannt. Wer seinen Urlaub auf Anfang Juni legen kann, sollte sich hier einfinden. Denn dann finden hier die Olimpicks statt. Welly-Wanging, Shin-Kicking und Sack-Races sind nur ein paar Disziplinen, in denen um den Ersten Platz gerungen wird. Zum Verständnis: Es geht um Gummistiefel-Weitwurf, Schienbeintreten und Sackrennen.
Dorothea Martin hat die Mammutaufgabe auf sich genommen den Norden und die Mitte Englands in einem reiseband zusammenzufassen. Allein die Fülle an Städten (die man meist auch schon mal gehört hat: York, Manchester, Liverpool, Stoke, Middlesborough, Leeds, Sheffield, Hull, Leicester, Worcester (Achtung, Aussprache! Nicht Wurschester, eher Wuster – die mit der Sauce! Oder doch Soße?), Nottingham, Birmingham, Newcastle) lässt den Reisenden verzweifeln, wo man denn nun seine Erholung suchen soll. Die Antwort muss sich jeder selbst geben, jedoch: „You’ll never walk alone" mit diesem Reiseband.


Heilende Gewürze: 50 alltägliche und exotische Gewürze zur Gesunderhaltung und Heilung von Krankheiten
Heilende Gewürze: 50 alltägliche und exotische Gewürze zur Gesunderhaltung und Heilung von Krankheiten
von Bharat B. Aggarwal
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,00

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mehr als nur Geschmacksverstärker, 10. August 2014
Was wäre ein asiatisches Menü ohne Koriander? Oder ein Steak ohne Pfeffer? Oder Spaghetti Bolognese ohne Basilikum? Nicht mal halb so lecker. Gewürze verleihen den Gerichten Pfiff, Geschmack und das besondere Etwas!
Doch sie sind mehr als nur schnöde Veredler! Denn so manches Pülverchen ist ein wahres Gesundheitswunder. In den richtigen Mengen. Muskatnuss zum Beispiel – fein zerrieben über die Speise verteilt, ist es auf einen Schlag ein vollkommen verändertes Geschmackserlebnis. Und Forscher fanden heraus, dass die Muskatnuss eine krampflösende Wirkung hat. Bei Epilepsie kann das durchaus hilfreich sein. In Thailand belegten Forscher, dass Muskatnussextrakt Leukämiezellen tötet. Ein verbessertes Gedächtnis, ein sinkender Cholesterinspiegel und eine beruhigende Wirkung werden ihr ebenso nachgesagt. So eine kleine Nuss (eigentlich es „nur“ der Kern des nussartigen Samens) und so eine große und umfängliche Wirkung!
Dr. Bharat B. Aggarwal arbeitet seit über zwei Jahrzehnten am Anderson-Krebszentrum der Uni Texas. Künstlich hergestellte Medikamente sind bei der Gesundheitsvorsorge und Krankheitsbewältigung nicht das alleinige helfende Mittel. Ob als Begleitmittel oder als Präventivzusatz sind Gewürze eine willkommene Alternative. Dass sie dabei oft noch den Geschmack der Speisen verfeinern ist ein mehr als willkommener „Nebeneffekt“.
Auf über fünfhundert Seiten gibt der Autor hilfreiche Anregungen zum Kauf, worauf man achten sollte, zur Aufbewahrung und zur richtigen Dosierung von Gewürzen. Das Inhaltsverzeichnis ist zweigeteilt. Zum Einen nach den Gewürzen, zum Anderen aber auch nach den Wehwehchen. Und er gibt Tipps welche Gewürze zu welchen Rezepten passen. Denn schmecken soll es ja auch!


Reise Know-How CityTrip Buenos Aires: Reiseführer mit Faltplan
Reise Know-How CityTrip Buenos Aires: Reiseführer mit Faltplan
von Klaus Werner
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,95

0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gesprächiger Reisebegleiter, 10. August 2014
Ohne viel Federlesen macht sich Maike Christen auf eine echte Metropole zu erobern. Buenos Aires – so erfährt der Leser gleich ohne Vorwarnung ist eine gigantische Stadt, die durch ihre Freizügigkeit in Bezug auf Größe punktet. Ein mehrspuriger Boulevard? Fehlanzeige! Es sind mehrere Boulevards, die auf fünf, sechs, acht Spuren ihre Schneisen durch die Hafenstadt ziehen. Portenos nennen sich die Einwohner von Buenos Aires. Über ein Dutzend Millionen Einwohner zählt die Stadt, die Traditionen pflegt, und sich immer wieder neu erfindet.
Im Szene-Viertel Palermo siedeln sich seit Jahren innovative Unternehmen an, die der Gegend ein modernes Flair verleihen. Auf der Plaza de Mayo demonstrieren immer noch regelmäßig die Madres de Plaza de Mayo Mütter, die auf ihr Schicksal während der verheerenden Militärdiktatur aufmerksam machen. Damals verschwanden tausende Frauen, Männer, Söhne und Töchter. Auch nach über dreißig Jahren lassen sich nicht locker und fordern Aufklärung – ganz ohne Folklore-Ansinnen.
Ein Rundgang durch Buenos Aires ist unmöglich – die Stadt ist einfach zu groß. Der beiliegende Stadtplan im Maßstab 1:25.000 (das Stadtzentrum befindet sich auf der Rückseite und wird im Maßstab 1:12.500 abgebildet) zeigt die praktische Rasterung der Stadt: Wie ein Schachbrett breitet sich die Metropole vor den Augen des Betrachters aus. Verlaufen fast unmöglich. Doch bei der Fülle an Sehenswürdigkeiten fällt es dem Besucher schwer sich an Vorgaben zu halten. Einfach drauf los laufen! Wenn man doch vom rechten Pfad abgekommen ist (bitte wortwörtlich nehmen!, nichts hineininterpretieren), einfach ein paar links oder rechts abbiegen – je nachdem. Dann findet man wieder zurück auf den geplanten Weg.
Was es links und rechts zu sehen gibt, weiß Maike Christen richtig einzuordnen. Prächtige Kolonialbauten, farbenprächtige Fassaden, die jedes Viertel zum Fotomodell machen, ausgedehnte Parkanlagen, Tango in erstklassig erhaltenen Jugendstilcafés – ach man könnte die Reihe endlos fortsetzen und würde dennoch nie ein Ende der Aufzählung sehen. Einfach mal hinfahren! Und dieses Buch als ständigen Begleiter mitnehmen. Einen besseren Reisebegleiter findet man nicht!


Reise Know-How KulturSchock Argentinien
Reise Know-How KulturSchock Argentinien
von Carl D. Goerdeler
  Taschenbuch
Preis: EUR 14,90

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kurzweiliger Trip ins Europa Lateinamerikas, 10. August 2014
Argentiniens Name scheint es vorweg zu nehmen: Silber, Land des Silbers. Zweiter Platz. Nach der Fußball-WM bittere Wahrheit. Was nach Klischee klingt, birgt jedoch mehr als nur einen Funken Wahrheit in sich.
Carl D. Goerdeler sieht in seinem Buch „Kulturschock Argentinien“ aber ein kleines Flammenmeer. Wer als argentinischer Autor Erfolg haben will, muss es in der Alten Welt, also Europa, zu Ruhm und Ehre gebracht haben. Die Einwanderer aus Spanien, Italien und England haben in Argentinien, speziell aber in der Hauptstadt Buenos Aires ihre Ansichten in die Stadtplanung einfließen lassen. So wird Argentinien zum europäischsten Land auf dem amerikanischen Kontinent. Buenos Aires‘ In-Viertel heißt Palermo. Argentinien ohne Europa? Nur schwer vorstellbar.
Und doch ist Argentinien ganz anders als Europa. Wer hier Fußballfans ist – bleiben wir beim immer noch aktuellen Zeitbezug – der lebt Fußball. Während in Deutschland Jugendzimmer, ganze Häuserfassaden, teils sogar ganze Straßenzüge in ein Farbenmeer der bevorzugten Vereine getaucht werden, ergießt sich im zweitgrößten Land Südamerikas eine Chorwelle von Spottgesängen und Fanhymnen über das Land. Allein Buenos Aires zählt Dutzende Stadien. Ein Besuch des Duelle zwischen dem „reichen“ Verein River Plate und dem „armen“ Boca Juniors“ (dort, wo Diego Armando Maradona zum Gott wurde, was wörtlich zu nehmen ist) gerät schnell zu einer lautstarken und aggressiven Trip in eine andere Welt.
Doch Argentinien ist mehr als nur ein fußballverrücktes Land.
Melancholie und überbordende Lebensfreude sind hier keine sich ausschließenden Gegensätze, sie sind der Kit, der Land und Leute zusammenhält.
Argentinien ist ein Land, das sich schwer regieren lässt. Zu viele Diktaturen haben das Land in den Ruin getrieben. Aktuell ist eine Klage des argentinischen Staates gegen die USA anhängig. Ob Peron, Videla, Menem oder Kirchner: Jede Regierung hat sich schlussendlich immer die eigenen Taschen vollgestopft und das Volk am langen Arm verhungern lassen.
Als Korrespondent für deutsche Zeitungen kennt der Autor die Probleme des Landes. Er sieht aber auch seine Schönheit, seine Besonderheiten, die auch lange nach dem Urlaub nachwirken. Unendliche Viehweiden, gigantische Herden von Rindern, die Traditionen im Familienleben, die Eigenheiten des Mate-Teetrinkens – wer Argentinien besucht, wird überrascht. Wer dieses Buch im Vorfeld liest, begegnet einem Land, das einem trotz der Fülle an Informationen immer noch überraschen wird. Ohne dieses Buch wird man von der einen oder anderen Begebenheit abgestoßen.


Jerry Cotton - Folge 2981: Gebrandmarkt!
Jerry Cotton - Folge 2981: Gebrandmarkt!
Preis: EUR 1,49

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brandzeichen mit Nachgeschmack, 8. August 2014
Ein Fall wie ihn nur der beste Mann beim FBI lösen kann: Im Fluss treibt eine Leiche. Sie war als Hostess bei einem Kongress einer großen Pharmafirma eingeteilt. Sie war bei ihren Kolleginnen beliebt. Und sie hat sich ein paar Dollar nebenbei verdient... Ach ja, sie war gar nicht sie selbst. Jetzt hat das FBI ein Problem, denn die Leiche ist die einer anderen. Jerry Cotton und sein Partner bekommen nicht deshalb, aber zur rechten Zeit Verstärkung. Daisy Spring hat einen Doktortitel und will beim Federal Bureau of Invetigation Karriere machen. Ihre unkonventionelle Art der Recherche führt das auf eine Trio angewachsene Ermittlerteam gleich auf die richtige Spur. Die Tote kam ursprünglich aus der Ukraine und gehörte nicht zur, sondern der Mafia. Sie war sozusagen Eigentum der Vor v Zakone.
Doch auch die Triaden, die chinesische Mafia hat ihre Finger im Spiel. Ganz schon verzwickt!
Als dann auch noch eine weitere Leiche mit ähnlicher Vorgeschichte auftaucht und eine Anwalt entführt wird, müssen sich Jerry Cotton und sein Team sputen. Ein Profikiller, der offenbar für beide Seiten (russische und chinesische Mafia) arbeitet, weist ihnen den rechten Weg.
Band 2981 (das große Jubiläum - Band 3.000 wird schon ganzseitig angekündigt) brilliert durch einen ausgeklügelten Plot: Pharmariese, Mafia, leichte Mädchen bilden die Grundlage für den neuen Jerry Cotton, der wie immer aus einer unbekannten Feder stammt. Ein Showdown kurz nach der Mitte des Heftes lässt es schon erahnen, dass hier mehr dahintersteckt als bloße Mordlust aus niederen Beweggründen. Der Autor / die Autorin hat offenbar Hintergrundwissen in Sachen Pharmaindustrie und organisierte Kriminalität. Denn so einfach schüttelt man diese exquisite Story nicht aus dem Handgelenk.


Stille Lügen: Ein Fall für Flint und Cavalli
Stille Lügen: Ein Fall für Flint und Cavalli
von Petra Ivanov
  Broschiert
Preis: EUR 13,95

5.0 von 5 Sternen Großer Grenzverkehr, 3. August 2014
Urlaubszeit, die schönste Zeit des Jahres. Abschalten, den Kopf frei bekommen. Kraft tanken für das, was noch kommt. Eine Staatsanwältin stellt man sich dann auf einer Liege unter tropischer Sonne vor. Regungslos genießt sie die Unerreichbarkeit. Kriminalkommissare sind aktive Menschen, auch im Urlaub. Sie brauchen die Action, um abschalten zu können. Regina Flint, Staatsanwältin aus Zürich fährt in den Südkaukasus. Bruno Cavalli, Kommissar aus Zürich, fährt mit ihr, um sich von einer Verletzung zu erholen. Ja, bei Petra Ivanov sind Krimis anders. Und das ist gut so!
Die Mutter von Isabelle Jenny bat Regina Flint – wenn sie schon mal da ist – nach dem Rechten zu schauen. Isabelle Jenny arbeitet für Teamwork, eine Hilfsorganisation im Kaukasus. Doch seit ihrem Abflug hat die Mutter nichts mehr von ihrer Tochter gehört. Regina Flint und Isabelle Jenny drückten einst gemeinsam die Schulbank. Aus dem Erholungstrip wird schnell ein Abenteuerurlaub.
Daheim in Zürich haben die Kollegen einen seltsamen Selbstmord zu klären. Philippe Knecht hatte so gar keinen Grund sich das Leben zu nehmen. Kein einziges Indiz deutet darauf hin, dass ein Dritter nachgeholfen hat. Das Familienleben war harmonisch, er arbeitete für eine Firma, die Hilfsorganisationen zertifizierte und Spendensiegel vergab. Und genau aus diesem Grund sind Flint und Cavalli gar nicht so sehr von ihrem Team entfernt. Die Kommunikation zwischen Georgien und Zürich funktioniert einwandfrei – technisch gesehen.
Die Suche nach der Schulfreundin gestaltet sich zusehends schwierig. Die Behörden mauern und die fremde Umgebung – in der sie offensichtlich nicht willkommen sind - behindern die eigenen Recherchen. Cavallis Rekonvaleszenz ist auch nicht gerade von Vorteil.
Alle Fäden scheinen im Hotel National zusammenzulaufen – das steht in Zürich. Isabelle traf sich dort mit Philippe, zur gleichen Zeit war auch der Schweizer Botschafter in Georgien dort abgestiegen. Und eine weitere Ermordete hat dort gearbeitet.
Und Flint / Cavalli können nur schwer ermitteln – sie wurden in Georgien inhaftiert. Pierre-Richard von Arburg hilft ihnen aus der Patsche, sie kommen frei. Doch warum tut er das? Schließlich hängt er doch mittendrin im Fall um Isabelle Jenny, einen Millionenbetrug und das Verschwinden eines weiteren Menschen. Oder doch nicht?
„Stille Lügen“ ist nur der Seitenanzahl nach der dünnste Roman des Ermittlerduos Flint / Cavalli. Inhaltlich der Stärkste! Von den Alpen in den Kaukasus und zurück, Verliebtheit jeglicher Couleur, Betrug, verwandtschaftliche Bande – Petra Ivanovs Roman wurde nicht zu Unrecht mit dem Zürcher Krimipreis 2010 ausgezeichnet.


Das Meer der Illusionen. Das Havanna-Quartett: Herbst
Das Meer der Illusionen. Das Havanna-Quartett: Herbst
von Leonardo Padura
  Broschiert
Preis: EUR 10,95

5.0 von 5 Sternen Jedem Ende wohnt ein Anfang inne, 3. August 2014
Ein Hurrikan rast auf Kuba zu, zerrt die Blätter von den Bäumen. Wie im Sturm blättert man die Seiten des letzten Aktes des Havanna-Quartetts um. Doch was ist das? Teniente Mario Conde ist nicht mehr Teniente Mario Conde, sondern nur noch Kippen, Rum und Mario Conde! Keine Angst, er hat lediglich sein Austrittsgesuch eingereicht. Doch ist es ihm ernst. Seinen Chef hat man unter fadenscheinigen Vorwänden aus dem Amt gejagt. Auch wenn die beiden nie ein Herz und eine Seele waren, so war der Eine ohne den Anderen weniger als die Hälfte wert. Das versicherte und versichert man sich gegenseitig immer wieder.
Der neue Chef von El Conde kann und will das Ersuchen Condes nicht kommentarlos hinnehmen. Und setzt ihm die Pistole auf die Brust. Entweder hilft Conde ihm einen (wie im Krimi: letzten) Fall zu lösen, oder dem Ersuchen wird nicht stattgegeben. Mit all seinen Konsequenzen. Die lauten, unehrenhafte Entlassung und Verfahren wegen Befehlsverweigerung. Ersteres stört Conde wenig, Letzteres könnte nerven. Und außerdem ist der Fall interessant – und er darf seinen ehemaligen Chef mit einbeziehen. Inoffiziell.
Miguel Forcade Mier wurde tot am Strand angespült. Das interessante daran ist, dass Mier vor Jahren „rübergemacht“ ist. Als stellvertretender Leiter der Behörde für Enteignungen der Provinz Havanna gehörte zu den Reisekadern. Das eröffnete ihm auch die Möglichkeit zur Flucht. Und die nutzte er bei einem Stopp in Madrid. Seitdem ist er in Ungnade gefallen. Umso erstaunlicher ist es, dass er ein Visum für Kuba bekam. Alte Weggefährten vermuten, dass man ihn beobachten wollte. Denn einfach nur den alten Vater besuchen, das kaufte ihm niemand ab. Da steckt mehr dahinter. Genauer gesagt, mehrere Millionen. Dollar!
Es geht um einen – den einzigen auf Kuba – Matisse und – wie sich später herausstellt – auch um eine goldene Buddha-Statue.
Leonardo Padura überlässt den Leser nicht seinen Illusionen. Wie immer exzellent recherchiert nimmt er den Leser mit auf eine Reise durch ein unbekanntes Land, durch dessen und die Weltgeschichte. Und auf eine Schatzsuche á la Stevenson.
Quartett! Gewonnen! Vier Bücher, die Kuba dem Leser näherbringen. Vier Bücher, die Havanna im neuen Licht erstrahlen lassen. Vier Bücher, die dem Leser einen Ermittler vorstellen, den man gern auf eine Zigarre und eine Flasche Rum einlädt. Und dazu hört man Creedence Clearwater Revivals „Proud Mary“, weil John Fogerty eine so herrlich schwarze Stimme hat… Keine Sorge: Mario Conde ermittelt weiter im Dickicht unter karibischer Sonne.


Leo und Leo: Das Jade-Äffchen: black stories junior Rätselkrimis Band 4 (Leo & Leo Rätselkrimis)
Leo und Leo: Das Jade-Äffchen: black stories junior Rätselkrimis Band 4 (Leo & Leo Rätselkrimis)
Preis: EUR 5,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leo & Leo im Auftrag vom Professor, 3. August 2014
Der vierte Fall für Leo und Leo, „Das Jade-Äffchen“ ist der wohl schwierigste Fall in der noch jungen Karriere des Detektivgeschwisterpaares. Und der am meisten Herbeigesehnte. Denn zu Beginn müssen Leo und Leo das machen, was wohl keiner so gern macht: Hausaufgaben. Vokabeln lernen. Puh wie langweilig. Ihr neuer Fall führt die beiden nach China. Nach Guatemala und Venedig wird nun das Reich der Mitte nach Rätseln durchforstet. Doch ist einiges anders als sonst. Denn ihr Auftraggeber ist dieses Mal ihr ärgster Feind: Der Professor! Eine Falle? Bestimmt! Oder doch nicht. Und schon sind die beiden mittendrin in einem neuen Abenteuer. Der Professor wird nämlich gefangen gehalten. Er kann nur gegen das verschwundene Jade-Äffchen, eine kostbare Figur die Freiheit erlangen. Ehe sich die beiden versehen stecken sie mitten in einer ganzen speziellen Olympiade. Außerdem müssen sie Kruso aus den Klauen eines kleinen, gierigen Mädchens befreien. Mimi, so heißt die Kleine, bekommt immer ihren Willen durchgesetzt. Ist Kruso in großer Gefahr?
Dieser Rätselkrimi für Kinder ab acht Jahren ist selbst für Erwachsene manchmal nicht leicht zu knacken. Verzwickte Gedankengänge – wir sind schließlich in China, in dem Rätselsprüche zum Alltag gehören – echt schwierige Zahlen- und Buchstabenrätsel lassen den Leser nicht mehr los bis er der Lösung auf die Schliche kommt.


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