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Buchrezensent aus-erlesen "Buchrezensent aus-erlesen" (Leipzig)
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Der faule Freund
Der faule Freund
von Ronan Badel
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 9,90

5.0 von 5 Sternen Phantasieanreger, 11. Februar 2015
Rezension bezieht sich auf: Der faule Freund (Gebundene Ausgabe)
Lasst Taten sprechen. Worte sind überflüssig. „Der faule Freund“ ist ein Tatenbuch. Es kommt ohne Worte aus. Nur mit Bildern. So wird die Phantasie angeregt. Ab drei Jahren kann man dieses Buch lesen bzw. sich die Geschichte dazu selber ausdenken.
Das Faultier trägt auf den ersten Blick seinen Namen zurecht. Dank zahlreicher Zoo-Dokus im Fernsehen wissen wir, dass dem nicht so ist. Es ist halt etwas langsam. Doch dieses Faultier, in diesem Buch ist wirklich faul. Hoch in den Wipfeln der Bäume haben es sich der Frosch, die Schlange du der Papagei gemütlich gemacht. Auch das Faultier ist mit von der Partie. Während die anderen Drei den Tag mit Kartenspielen verbringen, hängt es – die Augen geschlossen – an einem Ast und döst vor sich hin. Schlaftrunken ziehen die Stunden an ihm achtlos vorüber.
Selbst das ohrenbetäubende Getöse kann ihn nicht aufwecken.
Die drei Freunde schon. Sie werden unsanft aus ihrem Spiel gerissen. Das Faultier interessiert das gar nicht, weil es von alle dem nicht mitbekommt.
Der Wald wird gerodet. Baumstämme abtransportiert. Mit dabei – allerdings ganz unfreiwillig – das Faultier, das immer noch an seinem Ast hängt.
Mehr soll erst einmal nicht verraten werden, nur so viel: So ein Abenteuer sollte man nicht verpassen. Oder besser: Nicht verschlafen!
Ohne Worte drückt eine Art Begeisterung aus. Wenn man einfach nicht das richtige zu sagen weiß, sagt man einfach nur „Ohne Worte“. Jeder weiß, was gemeint ist. So geht es dem erwachsenen Leser bei diesem Buch. Dem Nachwuchs hingegen wird es ganz anders ergehen. Die Gedanken sprudeln nur so heraus aus ihm. Herzhaftes Kinderlachen. Ein Mund, der nicht mehr Stillstehen mag. So muss ein echtes Kinderbuch sein. Voller Phantasie und mitreißend ab dem ersten Pinselstrich!


Pilsen / Plzeň: Kleine Stadtgeschichte (Kleine Stadtgeschichten)
Pilsen / Plzeň: Kleine Stadtgeschichte (Kleine Stadtgeschichten)
Preis: EUR 9,99

5.0 von 5 Sternen Umfassender Reiseband für Europas Kulturhauptstadt 2015, 8. Februar 2015
Das Jahr 2015 ist für Pilsen ein ganz besonderes Jahr. Denn es bekommt die Möglichkeit sich einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren – weltweit. Als Kulturhauptstadt Europas. Zusammen mit dem belgischen Mons werden die Verantwortlichen für mehrere Monate ein Programm erstellen, dass Besucher anlocken, verzücken und beeindrucken wird.

Pilsen ist die zweitgrößte Stadt Böhmens. Und sie steht für zwei Begriffe: Skoda und Bier.

Zeit, um sich etwas genauer mit der Stadt zu beschäftigen. Tobias Weger führt in seinem kleinen Büchlein durch eine alte Stadt, eine schmucke Stadt und eine Stadt, die viel zu erzählen hat.

Pilsen – um der Verständigung Willen wird an dieser Stelle die deutsche Bezeichnung verwendet, Plzeň ist doch sehr gewöhnungsbedürftig – stand in der Geschichte immer hinter Prag. Die Hauptstadt war und ist immer noch die Nummer Eins in Tschechien und Böhmen. Das soll jedoch niemanden davon abhalten Pilsen zu besuchen. Und vor allem das leckerste Bier der Welt, am Originalbrauplatz zu probieren.

Apropos Pilsner Bier. Das, was heute so viele Menschen als eines der besten Getränke bezeichnen, verdankt seine Entstehung einem handfesten Skandal. Mehrere Fässer eines bierähnlichen Gebräus wurden Mitte des 19. Jahrhunderts wegen Ungenießbarkeit auf dem Hauptplatz ausgegossen. Ein Jahr später stand der Beschluss, eine Brauerei zu bauen fest. Von da an begann der Siegeszug des Pilsner Bieres um die Welt.

Tobias Weger hat Pilsen erlaufen und so manche Anekdote gehört. Diese lockern den Lesefluss des Buches gehörig auf. Immer wieder schiebt er kleine Histörchen zwischen die an sich schon spannenden Fortschritte der Pilsner Geschichte. Über dreißig Abbildungen untermauern das Bild, das der Autor von der Stadt Pilsen zeichnet. Von „catholica et semper fidelissima“ (katholisch und immer äußerst treu) über die Braukunst und die mobile Revolution bis hin zur Auswahl Pilsens als Europas Kulturhauptstadt 2015 schließt Tobias Weger den Bogen um eine Stadt, die dem Namen nach jeder kennt, aber nur wenige besuchen. Nach der Lektüre wird sich dies ändern. Es lohnt sich!


Redenta Tiria: Eine sardische Legende
Redenta Tiria: Eine sardische Legende
von Salvatore Niffoi
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,90

5.0 von 5 Sternen Liebevolle Fallstudien von einem der schönsten Orte der Welt, 1. Februar 2015
Abacrasta ist kein Ort, in dem leben möchte. Auch nicht tot überm Zaun hängen. Über diesem Ort schwebt das Mysterium des Todes. Ein Beamter, Rentner, hier geboren, hier gearbeitet, hier wird er wohl auch sterben, hat es sich zur Aufgabe gemacht diesem Mysterium auf den Grund zu gehen. Aus irgendeinem unerfindlichen Grund binden sich die Männer, wenn sie ein bestimmtes Alter erreicht haben, ihre langen Gürtel, die bisher das Rutschen der Beinkleider verhinderten, um den Hals um ins Totenreich hineinzurutschen. Frauen nehmen sich einen Strick. Ihr Fardetta, der schwarze Faltenrock, der so typisch für Sardinien ist, benötigt keinen Gürtel.
Dieses Phänomen endet als Redenta Tiria in Abacrasta auftaucht. Eine betörende Schönheit (bestechend echt eingefangen auf dem Buchcover), die, blind, nicht sehend (!), wie aus dem Nichts in das nicht einmal zweitausend Seelen zählende Dorf kommt.
Der Erzähler berichtet von den Einheimischen. Jeder hat so seinen Tick. Sie sind Handwerker, Huren und Hallodris. Sie alle vereint das Schicksal Abacrasta. Früher oder später hören sie die Stimme, die sie (abbe-) ruft. Die Menschen der Nachbargemeinden meiden den Ort und ihre Bewohner. So ist Abacrasta der einsamste Ort der Insel. Aber auch der mit dem schönsten Geschichten. Der Leser vertieft sich in diese kleine Welt des Schicksals. Zum Schluss kommt auch der Autor in den Genuss Redenta Tiria kennenzulernen…
Salvatore Niffoi ist verantwortlich für diese seltsamen Geschichten aus dem Herzen Sardiniens. „Redenta Tiria“ war sein großer Durchbruch als Autor. Je mehr man sich in diese Geschichte vertieft, desto mehr begreift man auch warum. Mit Liebe zu den Menschen, ihren Marotten, mit geschultem Auge für ihre Schicksale setzt Niffoi den Sarden ein literarisches Denkmal. Eines, das Lust macht Sardinien zu erkunden, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen, ihre Kultur aufzusaugen ohne sie auszusaugen. Dieses Buch gehört ins Handgepäck, wenn es gen Süden nach Sardinien geht!


Iran
Iran
von Walter M. Weiss
  Broschiert
Preis: EUR 19,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kurzweilige Einführung in eine fremde und doch so nahe Kultur, 1. Februar 2015
Rezension bezieht sich auf: Iran (Broschiert)
Denk an den Iran in der Nacht … Naja, so schlimm es vielleicht doch nicht. Oder? Wer aufmerksam die Berichterstattung über Iran verfolgt, bekommt leicht den Eindruck, dass hier Schurken am Werk sind, die sich mehr um die Zerstörung der restlichen Welt kümmern, als um die eigene Geschichte. Ein Trugschluss, wenn man bedenkt, dass Iran, inklusive des Persischen Reiches, eine Kultur hervorgebracht hat, dessen Einflüsse bis heute spürbar sind.
Walter M. Weiss macht in seinem Buch aus der Reihe „WissenKompakt“ des Konrad-Theiss-Verlages auf Spurensuche, erläutert Zusammenhänge und bebildert seine Aussagen vielfältig. Er kennt Iran, hat das Land oft bereist und hat mehrere Bücher über die Region veröffentlicht.
Walter M. Weiss beginnt seine Reise vor tausenden von Jahren als in Mitteleuropa nichts Vergleichbares vorzufinden war. Die so ziemlich ältesten Zeugnisse einer Besiedlung des heutigen Irans sind mehrere tausend Jahre alt. Assyrer, Urartäer, Meder, Achämeniden, Sassaniden – jede Kultur drückte ihrer Zeit den Stempel auf. Mit Alexander dem Großen wurde das Land in die abendländische Kultur getragen. Von da war Persien / Iran zu jeder Zeit in aller Munde.
Die ruhmreichen Schlachten gegen die Griechen haben es bis auf die Großleinwände der Kinos weltweit geschafft. Das Kaiserreich des Schahs hatte Auswirkungen bis ins vergangene Jahrhundert hinein. Genauso wie die anschließende Periode der Abschottung unter Ayatollah Khomeini.
Iran wird von Touristen erst seit einigen Jahren wieder verstärkt wahrgenommen. Widersprüchlichkeit ist der gemeinsame Nenner der Politik des Landes. Doch das ist die faktische Seite, die Seite, die von einer politischen Elite geprägt wird. Wer Iran bereist, lernt ein völlig anderes Land kennen. Ein Land, das seine unermesslichen Reichtümer dem Besucher bereitwillig darbietet. Um dieses Land gebührend bereisen zu können, braucht man Hilfestellung. Eine Hilfestellung wie dieses Buch.


Magie der Vulkaneifel: Unterwegs zu Maaren, Kratern und Geysiren
Magie der Vulkaneifel: Unterwegs zu Maaren, Kratern und Geysiren
von Gabriele Nohn-Steinicke
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Keine Zauberei - alles echt, 1. Februar 2015
Die Erde bebt, sie brodelt … sie lebt! Man muss nicht unbedingt bis Island reisen, um die Erde leben zu sehen. Auch bei uns in Deutschland gärt es unter der Erdoberfläche. In der Eifel. „Unterwegs zu Maaren, Kratern und Geysiren“ lautet der Untertitel des reichbebilderten Bandes zu unseren erdgeschichtlichen Wurzeln. Zugegeben: Hier brodelt es nicht so heftig wie in Island. Was der Natur, den Hinterlassenschaften der bewegten Zeiten keinen Abbruch tut.
Die Vulkaneifel umfasst in etwa ein Gebiet von der Nürburg bis zum Mittelrhein, und von der Ahr bis zur Mosel. Die Gegend wurde von Reisenden nicht immer vorteilhaft beschrieben. Selbst Goethe strafte diesen Streifen Deutschlands mit nahezu fast vollkommener Nichtachtung. Wer jedoch einmal hier die Nase in den Wind streckte, die Wanderpfade beschritten und die Hügel erklommen hat, kommt zu einem ganz anderen Ergebnis. Wenn eine Region in Deutschland das Prädikat natürlich verdient, dann die Vulkaneifel.
Das Autorentrio Bernd und Gabriele Steinicke und Bruno. P. Kremer setzen mit ihrem Buch dieser Region ein Denkmal und einen Standard in Sachen Naturbuch. In den exakt recherchierten Kapiteln zeichnen sie den Millionen Jahre alten Weg der Vulkaneifel nach und untermalen ihn mit eindrucksvollen Bildern. Man kann also dieses Buch – nein man muss – mehrmals aus dem Regal nehmen. Beim ersten Mal beeindrucken die Bilder dermaßen, dass es schwer fällt sich auf die Texte zu konzentrieren. Die Bilder lassen einen nicht mehr los. Wuchtige Felsformationen, aus deren Spalten Bäume hoch in den Himmel wachsen – ruhige Seen, die das Sonnenlicht im schönsten Farbspektrum spiegeln – ein Füllhorn an Naturschauspiele(r)n.
Wer sich vom Thema Vulkanologie angesprochen fühlt, kommt hier auf seine Kosten. Selbst einen Schnellkurs für Hobby-Vulkanologen gibt es im Buch. Wer sein Hauptaugenmerk auf die beeindruckenden Aussichten richtet, wird hier ebenso gut bedient wie potentielle Urlauber. Fast scheint es als ob das Autoren-Triumvirat jede aus noch so kleine Auffälligkeit in Wort und Bild festgehalten hat. Doch auch die Autoren wissen – genauso wie der Leser nach der Lektüre – dass es hier noch jede Menge zu entdecken gibt. Und das zu jeder Jahreszeit.


Feuer ans Stroh: Sizilianische Novellen
Feuer ans Stroh: Sizilianische Novellen
von Luigi Pirandello
  Taschenbuch
Preis: EUR 11,90

5.0 von 5 Sternen Heimatgeschichten ohne Kitsch, 1. Februar 2015
Wer Feuer ans Stroh gibt, heizt die die Stimmung an. Luigi Pirandello heizt die Sehnsucht nach Sizilien an. Seine Geschichten in diesem Band machen Appetit auf die Mittelmeerinsel.
Gleich die erste – namensgebende – Geschichte zeigt den liebevollen und gewitzten Umgang der Menschen untereinander. Ein ehemals reicher Mann lebt seit geraumer Zeit von der Hand in den Mund. Alle meiden ihn, weil er ihnen etwas sonderbar erscheint. Zuhause hat er Vögel eingesperrt. Warum nur? Nur einer spricht mit ihm. Der ehemals Reiche, bittet ihn mit ihm zusammen die Vögel freizulassen. Und Feuer ans Stroh zu geben. Der Helfer tut wie im befohlen … allerdings mit einem anderen Ausgang der Geschichte.
Jede einzelne Geschichte ist ein Juwel aus dem literarischen Schaffen Luigi Pirandellos. Mal muss man unfreiwillig schmunzeln, mal schüttelt man den Kopf wegen der Eseleien der Menschen. Doch niemals stellt der Autor sie bloß. Respektvoll lässt er sie an der langen Leine ihre Dinge tun. Dem Leser wird’s gefallen. Wird er doch ins Sizilien der jüngeren Vergangenheit entführt und darf rege am Leben der Sizilianer teilhaben.
Die Helden sind Eigenbrödler, Leute mit besonderen Fähigkeiten, mutige Menschen, die in ihrer Einzigartigkeit jedoch vom Rest geschnitten werden. Sie warten auf ihre Chance sich zu beweisen, es den Anderen zu zeigen. Und sie bekommen alle ihre Chance.
Wer Luigi Pirandellos Geschichten liest wird adhoc in eine andere Zeit, in eine andere Welt versetzt. Er ist der geistige Vater von Leonardo Scascia und Andrea Camilleri, die ihrer Vaterfigur große Freude bereiten würden, wenn er ihre Geschichten noch lesen könnte.
Für sein Werk wurde Luigi Pirandello 1934 mit dem Literatur-Nobelpreis geehrt.


Iran - Weltreich des Geistes
Iran - Weltreich des Geistes
von Michale Axworthy
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,90

5.0 von 5 Sternen Umfassend, nichts auslassend, 29. Januar 2015
Weltreich des Geistes – wenn man die Nachrichten verfolgt, bekommt man ein anderes Bild gezeigt von diesem so spannenden Land. Micheal Axworthy rückt die Realität ins rechte Licht.
Das persische Reich ist vielen ein Begriff. Dank auch der zahlreichen überlieferten Schriften über Alexander des Großen, der vor über zweieinhalb Jahrtausenden in Persien einfiel und seine bis heute sichtbaren Spuren hinterließ. Das Projekt Iran ist vielschichtig und umfangreich, so dass es einem schwer fällt an das Buch zu glauben. Doch Micheal Axworthy schafft es mit Eloquenz und Faktenwissen den Leser ans dieses Thema heranzuführen. Ein Rundumschlag in Weltgeschichte.
Zoroaster, den man heutzutage auch als Zarathustra kennt, über die Achämeniden, Parther und Sassaniden bis hin zu den ersten Arabern, die den Islam im heutigen Iran verwurzelten und den Herrschern der jüngsten Vergangenheit – der Autor lässt kein Detail aus. Um auszuruhen (bei so viel Geschichte auf einmal braucht man auch mal eine Verschnaufpause) flechtet er das ein, was die Menschen des Iran auszeichnet. So kann ein erstaunlich hoher Anteil der Bevölkerung ganze Gedichte der Nationaldichter auswendig. Das ist Nationalstolz. Man frage doch mal die PEGIDA-Demonstranten, ob sie den „Osterspaziergang“ oder gar „Die Glocke“ aufsagen können. So viel zum Nationalstolz.
Die Geschichte Irans – das Land hieß schon immer so, seit dem letzten Schah ist es auch „offiziell“ – ist geprägt vom Hin und Her der Herrschenden. Aber auch von wissenschaftlichen Forschungen, die uns auch noch zugutekommen. Erst in den vergangenen Jahrhunderten wurde der Iran teils zum Spielball der Großmächte.
Die einstigen Machthaber wie Ayatollah Khomeini und Mahmud Ahmadinedschad trieben es auf die Spitze und die Strategen in den Ministerien der USA, Großbritanniens und andere Länder in den Wahnsinn. Geradlinigkeit im Iran gehört nicht zu den Sachen, auf die man sich verlassen kann. Nichtsdestotrotz erfährt der Tourismus in den Iran seit ein paar Jahren einen nie dagewesenen Höhenflug. Städte wie Isfahan, Yazd, Shiraz und Teheran werden von immer mehr Touristen besucht. Stätten wie Persepolis laden auf ihre Art zum Verlaufen ein.
Nicht nur deswegen ist es wichtig sich mit dem Iran vor einer Reise mehr als nur aus einem Reiseband zu informieren. Das Land ist eine Reise wert. Dieses Buch allemal.


Lübeck MM-City: inkl. Travemünde Reiseführer mit vielen praktischen Tipps und kostenloser App.
Lübeck MM-City: inkl. Travemünde Reiseführer mit vielen praktischen Tipps und kostenloser App.
von Matthias Kröner
  Broschiert
Preis: EUR 12,90

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nach Brandt, Marzipan und den Manns das vierte Highlight, 26. Januar 2015
Wenn man die Bedeutung einer Stadt messen will, so kann man sich verschiedener Hilfsmittel bedienen. Beispielsweise an der Stärke eines Reisebuches im Verhältnis zur Zahl der Einwohner. Je geringer die Zahl, desto bedeutender ist die Stadt. New York hat ca. acht Millionen Einwohner im Stadtkern. Der Reiseführer aus dem Michael-Müller-Verlag ist 300 Seiten stark. Das bedeutet: Eine Seite für 26.666 Einwohner. Lübeck hat 212.000 Einwohner (Treppenwitz: 212 ist die Vorwahl New Yorks). Der Reiseführer ist 192 Seiten stark. Dies bedeutet wiederum, dass sich nur 1104 Einwohner eine Seite teilen müssen. Lübeck ist also bedeutender als New York. Zugegeben: eine Milchmädchenrechnung.
Doch schon auf den ersten der 192 Seiten machen eines klar: Lübeck ist zwar durch das Marzipan zur Marke geworden, Thomas Mann hat dieser Stadt zu Weltruhm verholfen, und das Holstentor ist auch ohne die Hilfestellung des 50-Mark-Scheins immer noch eine Sehenswürdigkeit – doch das ist bei weitem noch nicht alles.
Autor Matthias Kröner ist ein Zugereister. Seit 2007 wohnt er in Lübeck, und er hat es sofort in sein Herz geschlossen. Und diese Liebe will er nun teilen. Auf fünf Spaziergängen durch die alte Hansestadt bringt er dem wissbegierigen Besucher sein neues Zuhause näher.
Der erste Spaziergang ist etwas für Eilige, besser gesagt: für Besucher, die alles an einem Tag erleben wollen. Beim Weiterlesen des Buches merkt man schnell, dass das zwar technisch möglich ist, aber kaum anzuraten. Lübeck kompakt mit Holstentor und Dom – eine Einführungsrunde.
Schon auf dem zweiten Spaziergang wird zum wahren Kulturmix. Einerseits die mittelalterliche Hochkultur, auf der anderen Seite eine elegante, moderne Einkaufsstraße. Doch auch hier haben die Lübecker auf Ausgewogenheit geachtet.
Museen und hochrangige Söhne der Stadt prägen den dritten Spaziergang. Willy Brandt und Günter Grass sind nur zwei Persönlichkeiten, die den Namen Lübeck in die Welt hinaustrugen. Und denen man mehr als ein Denkmal gesetzt hat.
Die Stadt, was sie wurde, was sie ist, woher sie kam – Geschichte zum Anfassen – Gebäude und Geschichtchen – das vierte Kapitel, der vierte Spaziergang könnte viele Namen haben. Wenn man so durch die Straßen links und rechts der Trave wandelt, fallen einem die liebevoll instand gehaltenen Häuser auf. Hübsch anzusehen sind sie ja, aber ihre Geschichte geben sie nicht jedem preis. Matthias Kröner plaudert genüsslich aus den Speicher-Nähkästchen.
Dem wohl einflussreichsten Künstler der Stadt Thomas Mann ist ein Großteil des leider schon letzten Spazierganges gewidmet. Seine Buddenbrooks prägten das Bild von Lübeck in den Köpfen von Generationen. Niederegger prägte das andere Bild Lübecks in den Köpfen von Milliarden von Menschen.
Dass Lübeck auch heute noch so beschaulich anzuschauen ist, verdankt sie dem Lübecker Industriellen Emil Possehl, der testamentarisch verfügt hat, dass seiner Stadt durch eine Stiftung unter anderem Mittel für die Restaurierung von wichtigen Gebäuden zur Verfügung gestellt werden. Seit 1950 flossen so rund 100 Millionen Euro in die Erhaltung der Stadt, soziale und kulturelle Projekte. Noch ein Grund mehr auf Lübeck etwas neidisch zu blicken.
Lübeck – Marzipan – Mann – das ist nach der Lektüre dieses lustvoll geschriebenen Stadtführers keine logische Kette mehr, es ist lediglich ein Teil der Kette. Denn genauso wie New York weitaus mehr ist als Lady Liberty, Central Park und Time Square, ist Lübeck mehr als eine klebrige Süßigkeit, die an den Händen Weltliteratur verschandeln kann.
Zum Schluss die Fakten: 192 Seiten, 121 Farbfotos, und acht Übersichtkarten. Mehr braucht man nicht, um Lübeck erobern zu können.


Madeira: Reiseführer mit vielen praktischen Tipps.
Madeira: Reiseführer mit vielen praktischen Tipps.
von Irene Börjes
  Broschiert
Preis: EUR 16,90

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Keine Madeira-Reise ohne dieses Buch, 25. Januar 2015
So eine kleine Insel – das braucht man doch keinen Reiseband. Sollte man meinen. Stimmt aber nicht. Denn, wenn man schon auf diese kleine Insel reist, sollte man sie so intensiv wie möglich erleben (können). Und da gibt es nur eine Wahl: Irene Börjes‘ Reiseband aus dem Michael-Müller-Verlag.
Madeira ist der wahr gewordene Traum eines jeden, der Erholung in der Ruhe sucht. Hier umranken prächtige Blütenburgen jeden Weg, der zu den Hügeln führt und jeden Einkaufsbummel. Hier tosen gigantische Wellen, wenn sie aufs Eiland treffen. Die Winde summen zarte Melodien der Fremde. Und der Fremde wird zugleich zum Freund. So poetisch kann Urlaub sein.
Doch noch immer hat man nichts von der Insel gesehen. Ein Dutzend Touren und Wanderungen reichen aus, um die Inseln (inklusive der Nebeninseln) zu erkunden und ihre Reize aufzunehmen. Sechs Touren, die dem Leser / Besucher erlauben Madeira in sich aufzunehmen. Ein Platz im Herzen ist der Insel eh schon sicher. Irene Börjes tut dies in der Markthalle von Funchal, der Hauptstadt Madeiras. Hier schmeckt, schnuppert, sieht und hört sie Madeira. Das Buch ist kau mein paar Seiten aufgeschlagen und schon weiß man, wo man hin muss.
Und so geht es weiter. Über 250 Seiten lang. Hier jagt ein Ereignis, eine Sehenswürdigkeit die Andere. Karten und Pläne erleichtern die Orientierung. Die weit über einhundert Farbfotos machen Appetit auf Madeira, wobei jetzt nicht der Alkohol gemeint ist…
Irene Börjes streift durch dichten Lorbeer-Urwald, kann sich nicht satt sehen an der Steilküste im Norden der Insel und lässt sich in kleinen Lokalen von der Exklusivität der Landesküche verzaubern. Das kann man lesen. Oder man erlebt es! Und mit diesem Buch im Reisegepäck ist man bestens auf jede Art von Überraschungen vorbereitet. Was die Vorfreude aber in keiner Weise beeinträchtigt.
Irene Börjes Madeira-Reiseband ist die perfekte Vorbereitungslektüre, hilfreicher Guide vor Ort und liebevoller Erinnerungsband an einen unvergesslichen Urlaub. Was will man mehr?
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 26, 2015 9:23 AM CET


Paris MM-City: Reiseführer mit vielen praktischen Tipps und kostenloser App.
Paris MM-City: Reiseführer mit vielen praktischen Tipps und kostenloser App.
von Ralf Nestmeyer
  Broschiert
Preis: EUR 17,90

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Doppelt Spaß mit Buch und App, 25. Januar 2015
Stadt des Lichtes, Seine-Metropole, Stadt der Liebe. Paris wird auf unterschiedliche Art und Weise beschrieben. Doch alle Bezeichnungen zeugen von dem unermesslichen Respekt, den Besucher vor dieser Stadt haben. Vor und nach ihrem Besuch.
Paris ist eine Stadt, die man nicht nur einmal besucht. Sie ist die lieb gewonnene Stadt der Freiheit, in der man immer wieder Neues entdeckt. So auch in der bereits neunten Auflage aus dem Michael-Müller-Verlag. Neu ist zum Beispiel auch die kostenlose App zum Buch. So hat man die 288 Seiten bequem auf seinem Smartphone. Wer allerdings nur wischend durch die Stadt läuft erkennt die wahre Schönheit Paris‘ nicht. Auch wer einfach nur so durch Paris läuft, bekommt nur einen Bruchteil von dem mit, was die Stadt ausmacht.
Ralf Nestmeyer weiß da Rat. Auf den vierzehn Touren durch Paris (eine davon führt ins Umland, ins unumgängliche und unvergessliche Versailles) kommt man aus dem Staunen nicht mehr raus. Man muss nur richtig lesen und die Augen vom Display nehmen… Selbst beim Spaziergang Nummer Zwei (Centre Pompidou und Louvre, die man ja kennen sollte, da sich in kaum einer Reportage über Paris fehlen) gibt es noch Dinge, die man so noch nicht erfahren hat. Man passiert hierbei auch das Rathaus. Davor wurde im Jahr 1757 Francois-Robert Damiens hingerichtet. Er wollte Ludwig XV. erdolchen. Das misslang gründlich. Genauso wie die Hinrichtung. Nachzulesen im gelb unterlegten Infokasten. Und von denen gibt es viele in diesem Buch.
Für Traditionalisten gibt es in der hinteren Umschlagseite einen herausnehmbaren Stadtplan. Der ist handlich zusammengefaltet, das Buch passt in jede Tasche. Dort gehört es auch hin. Nur ab und zu sollte man sich auf eine der vielen Parkbänke niederlassen, um die nächsten Schritte zu planen. Paris zu erobern ist mit diesem Buch ein Leichtes. Einfach nur zu flanieren, ist die Basis einer jeden Paris-Stippvisite. Als Zugabe,. Als das unausweichliche Bonbon, gibt Ralf Nestmeyer Ratschläge zum Streckenverlauf. Er verrät, wo man am besten einkehrt. Und er zeigt die versteckten Beautés der Stadt auf.
Paris im Doppeldeckerbus in wenigen Stunden? Das ist machbar. ABER: Paris erleben, das geht nur mit der richtigen Hilfestellung und in mehreren Tagen. Und die plant man am besten mit diesem Reiseband.


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