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Buchrezensent aus-erlesen "Buchrezensent aus-erlesen" (Leipzig)
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Syrien: Sechs Weltkulturerbe-Stätten in den Wirren des Bürgerkriegs
Syrien: Sechs Weltkulturerbe-Stätten in den Wirren des Bürgerkriegs
von Mamoun Fansa
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,90

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bildgewaltiger Einblick, 8. November 2014
Drei Jahr Krieg zerstören tausende (!) Jahre Kultur! Es ist zum Heulen, wenn man die Nachrichten sieht und im Anschluss dieses Buch liest. Zugegeben, über Syrien ist wenig bekannt. Wer tiefer in die Materie eingetaucht ist, tat dies aus persönlichen oder beruflichen Gründen. Touristisch war Syrien nie der große Magnet im Nahen Osten. Besucher des östlichen Mittelmeeres und des (heute) arabischen Kulturraums blieben zum Großteil in Antalya oder Hurghada hängen.
Zur Zeit ist Syrien auch nicht gerade ein Sehnsuchtsziel von Touristen. Das syrische Regime und die zersplitterten Gegner des selbigen liefern sich erbitterte Kämpfe. Dabei bleiben nicht nur unzählige Menschen auf der Strecke, sondern auch unwiederbringliche Kulturgüter. Die Plünderungen in den Museen sind beispiellos. Sechs Stätten in Syrien stehen unter dem symbolischen Schutz der UNESCO. Doch auch die Weltorganisation kann nichts gegen die blinde Zerstörungswut tun. Hinzu kommen die zahlreichen Plünderer, die schnell über die Grenze huschen, nicht min der schnell zuschlagen und wieder verschwinden. Auf diese Weise sind schon Tonnen von wertvollen Relikten wahrscheinlich auf Nimmer wiedersehen verschwunden.
Mamoun Fansa hat eine Reihe Experten gebeten die Geschichte der UNESCO-Welterbestätten Syriens in diesem Buch zu beschreiben, ihre Bedeutung hervorzuheben und ein eindrucksvolles Buch zu gestalten. Die Altstädte von Aleppo, Bosra und Damaskus, die Ruinen von Palmyra, die antiken Dörfer in Nordsyrien und die Festungen Krak des Chevaliers und Qal’at Salah ad-Din wurden schon teils vor Jahrzehnten in die Liste der erhaltenswerten Kulturgüter der Menschheit aufgenommen. Im Falle von Aleppo kann der Zuschauer fast täglich zusehen wie ein Gebäude nach dem anderen dem Erdboden gleichgemacht wird. Oft (schon einmal ist einmal zu viel) unter dem Deckmantel der Religion.
Die Autoren führen durch unberührte – unzerstörte – Tempelanlagen, durch geschäftige Gassen und prächtige Basare. Doch sie führen auch durch Gesteinswüsten, die der Menschen geschaffen hat. Granateinschläge, Dauerbeschuss und Raketenangriffe haben tiefe Einschnitte in den Stadtbildern eines ganzen Landes hinterlassen. Umso erfreulicher ist es, dass es noch Aufnahmen gibt, die belegen, dass hier mehrere Wiegen unserer Zivilisation stehen.
Dieses Buch ist eine Mahnschrift. Wider das Vergessen, gegen blinden Zerstörungshass, und eine Mahnschrift, dass auch außerhalb unserer ach so zivilisierten Welt Grundlagen geschaffen wurden, die uns heute wie selbstverständlich erschienen. Beispielsweise wurde im heutigen Syrien das erste Alphabet auf der Grundlage von 26 Buchstaben erschaffen. Was wären wir heute ohne diese Leistung? Eine Kultur ohne Bücher. Ohne Bücher wie dieses!


ANIMALIKON: Bilder und Notizen zu flüchtigen Bekanntschaften
ANIMALIKON: Bilder und Notizen zu flüchtigen Bekanntschaften
von Ralf Staiger
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 24,00

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Edel, besonders, rar, 2. November 2014
Was benötigt man, um die Beziehung von Mensch und Wildtier zu beschreiben? Ein offenes Auge, oder gleich zwei. Besser vier Augen. Eine Leinwand. Acrylfarbe. Gold, viel Gold – Blattgold. Tusche. Und einen mutigen Verleger, der die Gedanken in gedruckter Form an interessierte Leser bringt. Dann hat man ein perfektes Produkt.
Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht. Eine künstlerische Ader braucht man auch, um a) eindrucksvolle Bilder zu erstellen und b) entsprechende Texte formulieren zu können. Dann klappt’s auch mit dem perfekten Produkt. Produkt ist aber auch nicht das richtige Wort. Denn hier sind Emotionen im Spiel. Emotionen kann man katalogisieren, typisieren kann man sie. Also: Man hat – wenn alle genannten Kriterien erfüllt sind – das perfekte Geschenk!
Vierundzwanzig Abbildungen mit vierundzwanzig passenden Texten – da war doch was mit 24?! Na klar. Dieses edle Büchlein ist die perfekte Alternative zum Adventskalender. Jeden Tag eine Doppelseite mit Bildern und Erinnerungen aus der ganzen Welt. Von Kalifornien über Florida, den Bodensee bis auf griechische Inseln.
„Animalikon“ klingt nach einer klassischen Tragödie. Es ist jedoch eine moderne Faszination. Wer kennt schon einen Speichenlecker? Oder hat schon mal einen Delphin hautnah erlebt? Passionsfischer findet man sonst nur am Seerhein in Konstanz.
Ob man dieses Buch nun als alternativen Adventskalender betrachtet oder einmaliges Geschenk für Freunde oder einfach nur al beeindruckenden Bildband ist völlig egal. Jede einzelne Seite besticht durch ihre Extravaganz und den Schimmer des Besonderen. Besonders schon allein dadurch, dass die Auflage nur dreihundert Stück beträgt, durchnummeriert und signiert von Ralf Staiger und Chris Inken Soppa.


Tatort - Das Buch: 999 x Krimi, Kult & Kurioses
Tatort - Das Buch: 999 x Krimi, Kult & Kurioses
von Francois Werner
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,95

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 999 gelöste Fälle, 31. Oktober 2014
Kennen Sie Timo Thieme oder Leo Lenz? Auf welcher Position spielt Kopper beim Fußball? Was haben die „Drei Fragezeichen“ mit dem Tatort zu tun? Fragen über Fragen. Und keine Antworten? Doch, doch. Neunhundertneunundneunzig, um genau zu sein.
Seit über vier Jahrzehnten bringt die am längsten laufende Fernsehreihe (nicht Serie – Fakt Nummer Eins), der „Tatort“, Gruseln, Spannung oder einfach nur Unterhaltung in deutsche Wohnzimmer. Grund genug, um diesem Kult – hier ist der Name ausnahmsweise mal angebracht – gebührend zu huldigen. Jetzt ist auch das Buch zur Reihe erschienen. Neunhundertneunundneunzig Fakten rund um das Sonntagsfadenkreuz, Dutzende Kommissare und ihre Tatorte. Das Spiel dazu gibt es schon, jetzt ist das ultimative Nachschlagewerk erschienen. Ohne viel Federlesens werden dem Leser die Fakten um die Augen gehauen. Kurz und knackig. Keine Kurzschlussreaktion, vielmehr ein durchdachtes Verbrechen ohne Ankläger.
Wer ohne den Tatort nicht leben kann, kommt an diesem Buch nicht vorbei – Besser als jede Fanseite im Internet! Das Buch besticht durch seinen Facettenreichtum. Mal knallharte Fakten, mal Wissen, das man so nie vermutet hätte. Würde es „Der große Preis“ noch geben, in dem Kandidaten Fragen zu ihrem Wissensgebiet beantworte müssen, wäre dieses Buch die ideale Vorbereitung.
Bleibt zum Schluss nur eine Frage: Warum nicht eintausend Antworten und Fakten zum „Tatort“? Ach übrigens Timo Thieme ist nur ein Synonym für Leo Lenz. Die meisten kennen ihn als … na wer verbirgt sich hinter den beiden Namen? Kleiner Tipp: Er ist St.-Pauli-Fan, hat einen enervierenden Vater und fährt leidenschaftlich gern Fahrrad.


Lesereise Madeira: Blütenwolken, Wein und ewig Frühling
Lesereise Madeira: Blütenwolken, Wein und ewig Frühling
von Rita Henss
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,90

5.0 von 5 Sternen Traumhafte Trauminsel-Träumereien, 30. Oktober 2014
Gibt es sie noch, die erreichbaren Trauminseln, die wolkengeschaukelt im Ozean auf Entdeckung warten? Ja. Aber sie werden weniger. Madeira ist so eine Insel. Der Name kommt einem so seltsam vertraut vor. Ma-dei-ra. Und doch weiß man so gar nichts über dieses Kleinod im Atlantik.
Hier logierten so illustre Gäste wie Christoph Kolumbus und die Sisi. Hier wurde Christiano Ronaldo geboren. Kein schlechter Ort, um die schönste Zeit des Jahres zu verbringen.
Rita Henss packt ihr Handgepäck und begibt sich auf die Sehnsuchtsinsel, die administrativ zu Europa (Portugal) und geografisch zu Afrika gehört und merkt, dass hier die Welt zu Gast ist. Einflüsse aus aller Herren Länder haben sich in die Mauern der Häuser und Paläste eingenistet.
Eine kleine Landeskunde verpackt die Autorin geschickt und immer wieder mit einem Augenzwinkern in flüssige Texte.
Madeira wird auch die Blumeninsel genannt. Wieder so eine Masche, um Touristen anzulocken?! Nein! Hier stimmt das Klischee. Überbordende Blütenpracht ist hier keine Zier, es ist allgegenwärtige Realität. Und zwar in dem Maß, dass man die Blüten nicht pflücken muss. Sie sind eh überall.
Der Blütenpracht wird man nie überdrüssig. Ebenso der Inselküche. Poncha, ein leckeres Getränk aus Zuckerrohrschnaps, Honig und Zitronensaft oder poncha, das Fladenbrot oder pesce espada, Degenfisch, lassen das Genießerherz höher schlagen. Und Rita Henss tut nur wenig, um dem Magengrummeln etwas entgegen zu setzen. Im Gegenteil. Sie berichtet voller Hingabe von den leckeren Gerichten, die Besucher allerorten genießen können.
Dieses kleine Büchlein ist eine Win-Win-Win-Situation. Zum Einen kann Rita Henss mit diesem Buch hausieren gehen. Die Zuneigung zur Insel ist in jeder Silbe spürbar. Zum Anderen bekommt der Leser einen einhundertzweiunddreißig starken Grund die Insel zu besuchen. Letztendlich kann sich Madeiras Tourismusbüro die Kosten für Prospekte und ähnliches sparen: Einfach nur dieses Buch an Interessierte aushändigen. Der Rest (die Touristen) kommen dann von ganz allein.


Liebe, Freud und schöner Tod: Wiener Sonaten
Liebe, Freud und schöner Tod: Wiener Sonaten
von Christoph Braendle
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 14,90

5.0 von 5 Sternen Tiefgründiges, 30. Oktober 2014
Ein Spaziergang durch Wien hinterlässt Spuren. Spuren, denen man folgen kann. Im Falle von Christoph Braendle sogar folgen muss. Er scheint wie ein Geist durch die Straßen und Gassen der Donau-Metropole zu schweben, weiß von allerlei Klatsch und Tratsch zu berichten, kennt ihre verborgensten Geheimnisse. Die Protagonisten sind skurril, belesen, schrill, geschäftstüchtig … kurz: Anders. So wie Wien.
Doch dieses Buch ist auch gefährlich. Denn es lässt den Leser nicht mehr los. Er will Wien genauso erleben wie in diesem Buch beschrieben. Also Nase in Buch und auf geht’s! Doch dann verpasst man doch die Schönheiten der Stadt, möchte man einwenden. Ja, mag sein! Aber der besondere Reiz von Schönbrunn, St. Stephan und Co. wird von Christoph Braendle erstklassig eingefangen. Fast muss man schon gar nicht mehr nach Wien fahren.
Wie paradox! Ein Buch, das Appetit macht, aber das Mahl vergessen lässt. „Wiener Sonaten“ lautet der Untertitel. Eine Sonate ist ein Musikstück, das in mehrere eigenständige Teile gegliedert ist. Jeder Satz kann für sich allein stehen, aber erst als Gesamtwerk erschließt sich dem Empfänger die wahre Pracht.
Die einzelnen Kapitel, man kann sie auch als Spaziergänge sehen, sind jeder für ich genommen wahre Kleinode. Literarisch gesehen, was der Besucher daraus macht, bleibt ihm überlassen. Wer dieses Buch als Leitfaden für eine Wien-Stippvisite heranzieht, kommt dem Kern der Stadt schon verdammt nah. Die Stadtführerinformationen werden hier nicht nur als Fakten aufgezählt. Die kleinen, versauten, dunklen, Aufsehen erregenden Anekdoten will der Leser (und der Wiener erst recht!) hören und lesen. Und die bekommt er! Hundertzweiunddreißigfach. Auf den einhundertzweiunddreißig Seiten dieses Buches erfährt man mehr über Wien als in so manchem Reiseband.
Gute Reise, einen schönen Tod und unschlagbare Erfahrungen sind die Resultate einer Wien-Reise, die mit diesem Buch im Handgepäck geplant und durchgeführt wird. Schauen Sie links und rechts des Weges, schauen auf die Fassaden. Was dahinter steckt, erzählt Christoph Braendle.


Myanmar: Das Goldene Land
Myanmar: Das Goldene Land
von Inés de Castro
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Goldstatus in Sachen Ausstellungskatalog, 29. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: Myanmar: Das Goldene Land (Gebundene Ausgabe)
Golden scheinen die Wände. Goldene Statuen erhellen den Raum. Das ist wie im Märchen! Aber es ist das Lindenmuseum in Stuttgart. Überwältigend ist die Pracht, die hier zur Schau gestellt wird. Noch bis Mitte Mai sind große Teile des Museums Myanmar gewidmet. Dem Land, das sich erst nach und nach wieder der Öffentlichkeit präsentiert. Die Militärherrscher wollen scheinbar den schmalen Grat von Diktatur und Demokratie wagen und Schritt für Schritt (unter ihrer Regie) vorantreiben. Da ist es wie mit der Ausstellung: Gute Vorbereitung tut Not!
Der Besucher kann sich mit diesem Ausstellungskatalog auf die Exponate vorbereiten, sich Hintergrundwissen aneignen. Das Museum hat sich jahrelang auf dieses Großereignis vorbereitet. Dr. Georg Noack ist der Verantwortliche für diese Ausstellung. In diesem Buch nimmt er den Leser und späteren Besucher an die Hand und führt ihn nicht nur durch sein Spezialgebiet Süd- und Südostasien, sondern auch durch ein Land und seine Kultur, die den meisten von uns bisher verborgen blieb.
Myanmar, das einstige Burma/Birma, fristete bis vor wenigen Jahren ein Eremitendasein. Nichts drang heraus, Einflüsse von außen wurden kategorisch und brutal verhindert.
Erst als der Friedensaktivistin Aung San Suu Kyi in den 90er Jahren der Friedensnobelpreis verliehen wurde, rückte das Land wieder in den Fokus der Medien und damit der Öffentlichkeit. Da Land ist stark vom Buddhismus geprägt. Auf Schritt und Tritt begegnet man Mönchen, grüßen Buddha-Figuren in allen Größen und säumen Tempel den Weg. Frauen, Kinder und Männer haben die typische Thanaka-Paste im Gesicht. Eine blassgelbe Masse, die als Schönheitsideal gilt, vor der Sonne schützt und Wohlgeruch verbreitet.
Das Buch bietet einen umfassenden Einblick in die Ausstellung, die Ausstellung selbst zeigt Myanmar reichhaltige Kultur, die mehr zu bieten hat als Unmengen Tempelanlagen. Traditionelle Kleidung, die uralte Kunst des Tätowierens und moderne Arten des Ausdrucks in Musik und darstellender Kunst.
Zum ersten Mal wird im Westen Myanmar so umfangreich präsentiert. Der dazugehörige Katalog steht der Ausstellung in Nichts nach. Wuchtig und edel zugleich bekommt der Leser eine ordentliche Portion Myanmar mit auf den Weg. Der ja bekanntlich das Ziel ist…


Wem die Glocke schlägt: Ein Alpen-Adria-Krimi
Wem die Glocke schlägt: Ein Alpen-Adria-Krimi
von Peter Kimeswenger
  Taschenbuch
Preis: EUR 12,99

5.0 von 5 Sternen Wunderbarer Urlaubskrimi, 12. Oktober 2014
Adria – das klingt nach Urlaub, Erholung, Entspannung. Und kulinarischen Höhepunkten. So beginnt auch Peter Kimeswengers „Wem die Glocke schlägt“. Ein Boot auf der Adria in sturmgepeitschter Gischt. Doch die Aussicht auf einen Fang lässt die Strapazen vergessen. Dazu ein Glas Wein. Mmmh lecker. Doch im Weinkeller hängt ein Toter.
Kommissar Karl Heber, der sich im beschaulichen Piran zur Ruhe gesetzt hat, sein Häuschen ausbaut, kommt nicht zur Ruhe. Einmal Bulle, immer Bulle. Erst die Sturmschlacht in den Fluten, dann der seltsame Selbstmord. Adria und Erholung – für Heber passt das nur bedingt zusammen.
Und es wird auch nicht besser als Heber einen Anruf von Antonella Lupini bekommt. Vor Jahren hatte die Anwältin ihn bei einem Prozess ordentlich in die Mangel genommen. Nun sitzen die beiden in einem Café in Piran. Sie braucht seine Hilfe. Denn ihr Bruder – Zwillingsbruder – Angelo wurde tot aufgefunden. Der Tote aus dem Weinkeller. Antonella glaubt nicht an die Selbstmordtheorie. Sie will Klarheit. Und die erhofft sie sich von dem beinharten Kommissar. Heber ist die Situation anfangs unangenehm. Das Katz-und-Maus-Spiel damals im Gerichtssaal wirkte noch lange nach. Auch wenn er als „Sieger“ aus diesem Spiel hervorging.
Wohl auch deswegen, vor allem aber, weil ihm ihr Auftreten und ihr Aussehen imponieren, erklärt sich Heber bereit der Dottoressa zu helfen. Schließlich hat er außerdem noch gute Kontakte zu seinen Ex-Kollegen.
Zwischen Fischerausflügen und Hausputz und kulinarischen Besonderheiten findet Heber schnell Zugang zu dem Fall. Visitenkarten, seine Spürnase und die Hilfe eines befreundeten Kommissars kommt Heber dem Geheimnis um Angelo Lupinis Tod schnell auf die Spur…
Peter Kimeswenger hat mit „Wem die Glocke schlägt“ (die Nähe zu Hemingways „Wem die Stunde schlägt“ kommt nicht von ungefähr!) nicht nur einen schnöden Krimi geschrieben. Mit viel Herz umschreibt er die Menschen im Dreiländereck Italien-Slowenien-Österreich, würzt die Geschichte mit magenknurrenden Appetitanregern und so ganz nebenbei wird ein Kriminalfall gelöst. Der ideale Urlaubskrimi!


Olympia. Mythos, Sport und Spiele in Antike und Gegenwart
Olympia. Mythos, Sport und Spiele in Antike und Gegenwart
von Karin Kreuzpaintner
  Broschiert
Preis: EUR 9,95

5.0 von 5 Sternen Dem Mythos auf der Spur, 12. Oktober 2014
2014 – was ein Jahr! Sportlich gesehen. Eine – für die deutsche Mannschaft und ihre Fans – mehr als erfolgreiche Fußball-WM und gigantische Winterspiele. Denn die Spiele von Sotschi waren so teuer wie nie zuvor. Auch gab es noch nie Winterspiele an einem so warmen Ort. Und wieder einmal schafften es Reporter aus aller Herren Länder die Spiele als Olympiade zu verkaufen. Dabei ist die Olympiade der Zeitraum zwischen zwei Olympischen Spielen. Hätten Sie mal vorher das Buch von Karin Kreuzpaintner gelesen… Dann wüssten sie es. Und auch so manches mehr.
Schon auf den ersten Seiten wird dem Leser klar, dass so mancher Begriff heute ganz anders gebraucht wird. Das Wort Stadion (heute Kathedralen des Ruhms, oft architektonische Glanzleistungen) ist eigentlich eine Maßeinheit. Und zwar für 600 antike Fuß. Das waren, je nach Region knapp 180 bis etwas über 190 Meter. So genannte Besserwisser werden an diesem Buch ihre Freude haben. Aber auch jegliche Sportfans kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten. Denn Karin Kreuzpaintner schlägt den Spagat zwischen antiken Spielen und den Spielen der Moderne, die 1896 ihren vorläufigen Höhepunkt in den ersten Olympischen Spielen der Neuzeit hatten.
Vor einiger Zeit gab es heftige Reaktionen auf den Entschluss den IOC das Ringen aus dem Programm der Olympischen Spiele zu nehmen. Neben Diskus- und Speerwerfen und Laufen eine der klassischen Disziplinen. Mangels Zuschauerinteresse (vor Ort als auch medial) wurde diese Sportart dem Zeitgeist geopfert.
Viele Sportarten, die bei Olympischen Spielen in Wettkämpfen ihren auf ewig währenden Sieger ermitteln, stammen aus der Antike. Und schon damals gehörte der Sieger zur Elite. Er trainierte in einem Gymnasium, das anfangs eben nur einer Elite vorbehalten war. Diese gab es schon im sechsten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Erst ein paar Jahrhunderte später wurden sie der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Heute sind es die Olympiaparks, die nur mit Tickets einem breiten Publikum ihren Reiz zeigen.
Olympia, Olympische Spiele, Olympiade – der Begriff lebt von seiner Exklusivität. Da tut es mancherorten Not sich eingehender mit Geschichte, Entwicklung und Mythen auseinanderzusetzen. Karin Kreuzpaintner schafft es auch Rekordskeptiker mit ihren Rechercheergebnissen in den Bann der Spiele zu ziehen.


Thomas Mann und die bildende Kunst
Thomas Mann und die bildende Kunst
von Alexander Bastek
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,95

5.0 von 5 Sternen Mehr als "nur Zusatzwissen", 12. Oktober 2014
Sich einem Intellektuellen wie Thomas Mann zu nähern, ist keine einfache Sache. Es gibt wohl kaum eine Handvoll Menschen weltweit, die den „Zauberberg“ als das Buch erachten, das sie als erstes Buch komplett durchgelesen haben. Seine wohl geformten Worte, seine schier endlosen Satzkonstruktionen sind und bleiben einzigartig. Im Museum Behnhaus Drägerhaus und im Buddenbrooks-Haus in Lübeck gibt es derzeit (bis zum 6 .Januar 2015) eine Ausstellung, die sich dem Werk und dem Menschen Thomas Mann von einer ganz anderen Seite nähert. Von der Bildhaften.
Künstler wie Hans Thoma, Friedrich August von Kaulbach, Arnold Böcklin, Ludwig von Hofmann, Max Liebermann, Max Oppenheimer, Oskar Kokoschka, Albrecht Dürer, Frans Masereel, Albert Renger-Patzsch oder Arbeiten der Bildhauer Fritz Behn, Hans Schwegerle, Ernst Barlach haben Thomas Mann beeindruckt und in gewisser Weise auch beeinflusst. Und er hat ihr Wirken beeinflusst, sofern sie noch lebten.
Immer wieder regten und regen die Bücher, Essays und Reden Thomas Manns die Phantasie der Künstler an. In der Ausstellung „Augen auf!“ sind sie nun endlich zusammengefasst. Die Bildtitel sind Leseratten bekannt: „Wälsungenblut“, „Unordnung und frühes Leid“ und „Tod in Venedig“ sind direkt den Buchtiteln entlehnt.
Der Ausstellungskatalog, herausgegeben vom Michael Imhof Verlag, macht es dem Museumsbesucher / Leser nicht einfach sich dem Werk zu entziehen. Wer Thomas Mann bisher nur als Vorlagengeber für erstklassige Verfilmungen sah, dessen Augen werden sich von Seite zu Seite weiter öffnen. Wer bisher „nur“ die Bücher verschlang, wird nun eine weitere Dimension des Schaffens des Literatur-Nobelpreisträgers kennenlernen. Und wer schon ein wenig Thomas Manns Einfluss auf die bildende Kunst kannte, bekommt hier den letzten Schliff.
Ein wunderbares Buch zum Thema Kunst und Literatur.


Verschollen in Mainhattan: Jenny Beckers fünfter Fall
Verschollen in Mainhattan: Jenny Beckers fünfter Fall
von Andrea Habeney
  Broschiert
Preis: EUR 11,90

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jenny Becker im Strudel der Gefühle, 8. Oktober 2014
Es gibt wahrlich schönere Anlässe seine Liebe öffentlich zu machen. Jenny Becker, Kommissarin in Frankfurt und Michael Biederkopf, Staatsanwalt, sind endlich Jenny und Micha. Das wissen ihre Kollegen, nun auch der Staatsanwalt Dreher. Das heißt, dass er es eigentlich schon vorher wusste. Jenny steht vor ihm – einen Sitzplatz bot er ihr nicht an – und wundert sich über Michas Verschwinden. Micha krank? Er geht nicht ans Telefon. Da stimmt was nicht! Dreher tut ihre Bedenken als Lappalie ab. Von wegen Liebe und Sex können nur Männer trennen und so weiter.
Logo und Sascha muntern Jenny auf. Sie solle die Worte des Staatsanwaltes nicht so ernst nehmen. Sie solle vielmehr Micha vertrauen und an seine Liebe zu ihr Glauben. Jenny und ihr Team machen sich auf eigene Faust los, um den vermissten Staatsanwalt zu finden.
Den Anfang machen die Ermittler bei dem Arzt, der Michael Biederkopf die Krankschreibung ausgestellt hat. Ein Augenarzt. Die Praxis ist muffig, antiquiert. So gar nicht nach Michas Gusto, denkt sich Jenny. Als Patient getarnt bringt einer von Jennys Kollegen in Erfahrung, dass Micha gar nicht hier war.
Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fällt dem Team auf, dass der Internetverlauf gelöscht wurde, die Anrufliste ebenso – nur Jennys Anrufe sind noch verzeichnet. Eine Restaurantquittung von dem Abend als Micha Jenny verließ, um nach Hause zu fahren, bringt eher mehr Dunkel als Erhellendes in den Fall. Ist da etwas doch eine andere Frau im Spiel? Und woher sind die ganzen Frauenklamotten in Michas Haus?
Erich Möbius, der beste Freund von Micha, weiß auch nicht mehr. Doch als Erich ermordet wird, kommt Bewegung in den Fall. Und Michas Vergangenheit stellt sich von nun als komplettes Rätsel dar…
Andrea Habeney lässt ihre Protagonistin ein Wechselbad der Gefühle durchlaufen. Rockerbanden, BKA, Liebesschwüre – ganz schön viel für eine junge Frau, die zwischen Privatleben und Karriere steht. In ihrem fünften Fall muss Jenny Becker sich Hin- und Herreißen lassen. Aus einer lauschigen Zweisamkeit wird Ruhelosigkeit, dann kommen die Zweifel, gefolgt von Sorge. Wer ist dieser Mann, den sie liebt? Für Jenny eine Tortur – für den Leser ein Fest!


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