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Buchrezensent aus-erlesen "Buchrezensent aus-erlesen" (Leipzig)
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Pollock
Pollock
von Catherine Ingram
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 16,99

5.0 von 5 Sternen Kunst-Appetitmacher, 25. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Pollock (Gebundene Ausgabe)
Jackson Pollock? Das ist der der, der nur auf die Leinwand gekleckst hat. Das kann ich auch! Bis zum 12. November 2013 war „No. 5“ von Jackson Pollock das teuerste Gemälde, das je bei einer Auktion verkauft wurde. Für 140 Millionen Dollar! So was kann dann doch nicht jeder.
Catherine Ingram geht dem gespaltenen und umstrittenen Maler auf den Grund. Als kleiner Junge zog Jackson Pollock oft mit seinen Eltern von einem Ort zum Anderen. Harte Arbeit kannte er von Kindesbeinen an. Diese Erfahrungen prägten sein ganzes Leben. Er sah sich mehr als Arbeiter, denn als Künstler.
Wer nur das Drip-Painting kennt, wird sich an den ersten Werken kaum an den herausragenden Künstler der späten Jahre erinnert fühlen. Das wütende Element des Action-Painting trat in den frühen Bildern nur rudimentär in den Vordergrund. Cowboy-Phantasien wie in „Going West“ waren vorherrschend.
Als er eine Ausstellung mit Bildern amerikanischer Ureinwohner besuchte, machte es bei dem unterbezahlten Maler klick. Hier sah er seine Zukunft. Dass er mit seinen Werken einmal ausreichend Geld verdienen könne, war noch eine Wunschvorstellung. Doch sie wurde bald Realität. Spätestens als die Kunstmäzenin Peggy Guggenheim ihm, dem wilden, unberechenbaren Künstler eine Ausstellung widmete, war sein Name eine Begriff unter Kennern. Er wechselte die Techniken, die Manager, jedoch nie seine Frauen. Lee Krasner – ebenfalls Künstlerin – war seine Konstante. Sie ließ ihm die Freiheit, die er brauchte und trieb ihn immer wieder an. Auch in harten Zeiten, in denen das Geld nur spärlich floss, stand sie zu ihm. Auch wenn Abgabetermine näher rückten, rückte sie ihm nicht auf die Pelle, sondern gab ihm Kraft.
Doch der Alkohol machte ihm so manches Mal einen Strich durch die Rechnung. So passt es in die Biographie eines Getriebenen, dass Jackson Pollock wie ein Wahnsinniger mit seinem Wagen in den Tod raste.
Das Buch bietet einen umfassenden Einblick in Leben und Wirken eines bedeutenden Künstlers des 20. Jahrhunderts. Seine Reputation ist nicht einzig auf den Verkaufswert seiner Werke zurückzuführen. Vielmehr war er der wohl amerikanischste Maler unter den Malern Amerikas. Die einzelnen Kapitel sind durch kurze Comic-Strips aufgelockert, die einzelne Episoden aus dem Leben Pollocks eindrucksvoll untermalen. Die Bildtafeln vermitteln einen Eindruck vom Werdegang dieses Mannes, der immer noch umstritten ist und dessen Leben als Film (zurecht) mit einem Oscar belohnt wurde.


Das österreichische Weinkochbuch: Tafelspitz, Grüner Veltliner & Co
Das österreichische Weinkochbuch: Tafelspitz, Grüner Veltliner & Co
von Isa Svec
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 29,99

5.0 von 5 Sternen Ein Genuss!, 23. November 2014
Der Küchenwein als bester Freund des Kochs? Und des Gastes, des zu Bekochenden. In Veltliner gebeizte Lachsforelle mit Marillenchutney, roh mariniertes Rabenwalder Bio-Saiblingsfilet mit Hirschbirnenmostkraut und Paprika. Zwei Gerichte, die nur ein Urteil erlauben: Lebenslänglich Wein zum / ans Essen. Da lässt man sich gern einsperren im Kerker des guten Geschmacks.
Isa Savec ist durch Österreich gewandert und hat Genuss-Geschichten gesammelt. Sie durchstöberte Küchen und Weinkeller und was ihr da an Wohldüften und aus Flasche und Topf in die Nase und an den Gaumen stieg, ist mehr als nur eine Probe wert.
Und jetzt kann man das alles nachkochen, kosten, genießen, sich verführen lassen. Winzer und Gastwirte kredenzten erst der Autorin und nun dem Leser ihre Schätze und ihr Können. Die einzelnen Weingüter und Gasthöfe werden vorgestellt – ideal zum Bereisen der Regionen, denn so weiß man schon vor der Reise, was einen erwartet – bevor die Rezepte genussreich und detailliert beschrieben werden. Die Weinempfehlung gibt es gratis dazu.
Wer sich gern kulinarisch verwöhnen lässt und einen guten Tropfen zu schätzen weiß, wird in diesem Buch einen befriedigenden Tischnachbarn haben. Die Vielfalt an Gerichten und Zutaten begeistert und weckt die Reiselust. Rehrücken mit Artischockengröstl und Lavendelsauce – schon beim Lesen läuft einem das Wasser im Munde zusammen. Kalbsbeuschel mit Brezenknödel – nicht nur das Bild macht Appetit.


111 Geschäfte in London, die man erlebt haben muss
111 Geschäfte in London, die man erlebt haben muss
von Kirstin von Glasow
  Broschiert
Preis: EUR 14,95

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen London für Fortgeschrittene und Anfänger, 23. November 2014
Es gibt Orte auf dieser Welt, die besucht man, staunt, freut sich, aber ein zweites Mal wird man sie sicherlich nicht besuchen. Dann gibt es wiederum Orte, von denen man nie genug bekommen kann. Bei jeder Stippvisite entdeckt man Neues. London gehört sicherlich in die zweite Kategorie. Und das nicht erst seit den Olympischen Spielen 2012.
Will man sich auf den zigsten Trip nach London gut vorbereiten, wird es schwierig entsprechende Literatur zu finden. Die meisten Autoren schielen eh nur auf die offensichtlichen Attraktionen. Da verlässt man schnell frustriert wieder die Buchhandlung.
London steckt nicht nur voller architektonischer Leckerbissen. Auch kulinarisch ist die Stadt an der Themse ein Füllhorn – ja wirklich. Als Shoppingparadies fühlt man sich – bleiben wir bei den biblischen Vergleichen – oft eine Sodom und Gomorrha. Kitsch und Nippes flankieren die Wege links und rechts. Da tut ein ordentlicher Shopping-Guide Not.
Einhundertelf Geschäfte, die man gesehen haben muss. Muss? Ja! Man muss ja nicht gleich was kaufen. Manchmal reicht es ja schon seine Nase kurz in einen Shop hineinzustecken. London-Atmosphäre schnuppern. London-Style erfahren. Das entdecken, was in Zeiten von Ladenketten überall auf der Welt gleich aussieht, sich gleich anfühlt und gleich viel kostet. Wegen H&M muss man nicht reisen!
Kirsti von Glasow hat die Geschäfte in London gefunden, die London so sehenswert machen. Und die hundertelf Besten oder Beeindruckendsten sind in diesem Buch versammelt. Fernab von Lady-Di-Gedächtnis-Services und winkenden Queens hat sie die kleinen und großen Shopping-Juwelen der Themse-Metropole aufgestöbert. Schon die Rückseite des Buches lässt Großes Erwarten. Wenn zum Beispiel die Frage aufgeworfen wird, wo man ein Zebra fürs Wohnzimmer bekommt. Oder wo Fische Salat servieren. Das macht Lust auf Blättern, Lesen, Reisen!
Lassen wir ein wenig die Seiten durch die Finger gleiten. Stopp! Past caring. So heißt das Kapitel und der Laden, der Bilder von leicht bekleideten Zigeunermädchen anbietet. Und Schlapphüte, Keramik und Möbel und Teppiche mit orange-braunen geometrischen Mustern. Das Bild auf der gegenüberliegenden Seite zeigt es ganz genau. Darunter die Wegbeschreibung und Tipps aus der näheren Umgebung.
Weiter? Ja, bitte! Gillian Anderson Price ist der Antiquitätenshop, den es nur hier gibt. Und alles, was darin verkauft wird, gibt es ebenfalls nur hier. Gillian, die Inhaberin, erfährt der Leser, wurde ins Antiquitätengeschäft hineingeboren. Hermès-Handtaschen aus den Sechzigern, ein altes Playboy-Heft oder Zylinderhüte.
Wer London kennt und liebt, wird in diesem Buch noch den einen oder anderen Ort finden, den selbst Londoner noch nicht kennen.


Falsch reisen. Alle machen es. 100 Geschichten
Falsch reisen. Alle machen es. 100 Geschichten
von Martin Amanshauser
  Broschiert
Preis: EUR 16,90

5.0 von 5 Sternen Zum Schreien komisch, 23. November 2014
Warum reist dieser Mann noch? An jedem Ort der Erde erfährt er schreckliche Dinge. Dinge, die ihn aufregen, ihn den Urlaub vermiesen. Ist er Masochist? Nein, Martin Amanshauser ist Weltenbummler und Weltbürger. Er spricht nur das aus, was Viele von uns nur denken.
Er ist viel rumgekommen in der Welt. Und wer sich bewegt, kommt vorwärts und erlebt so manch Unerhörtes. Naja, unerhört bleibt es nun dank dieses Buches ja nicht mehr. Man möchte oft schreien – Martin Amanshauer schreit. Beispielsweise, wenn man nur einen schnöden Cheeseburger bestellen möchte. Und die Frage „Möchten Sie Käse auf ihren Cheeseburger?“ eine Antwort geben muss. Ja, was denn sonst! Es ist doch ein Cheeseburger. Martin Amanshauser nennt diese Kapitel selbst „Schreikapitel“. Zum Schreien komisch!
Jeder kennt solche Situationen. Man sitzt in einem – immer beliebter werdenden – Reisebus. Nach jeder Haltestelle kommt der Hinweis, dass in Deutschland Anschnallpflicht besteht. Dabei ist man doch längst in Tschechien oder schon in Österreich. Oder der ewige Singsang wie das WLAN im Bus funktioniert. Der Ersatzfahrer erklärt fortwährend dem Fahrer, der sich eigentlich auf die Straße konzentrieren soll, die Welt á la „die Tschechen fahren genauso besch... wie die Deutschen.“ Und über allem prangt das Warnschild, dass Gespräche mit dem Fahrer während der Fahrt zu unterlassen sind.
Apropos Reisemittel: Martin Amanshauser bezeichnet sich selbst als T-Typ. Das T steht für thin, also dünn. Er hat das seltene Glück im Flieger generell neben einem F-Typen zu sitzen. In diesem Fall steht das F – man kann es sich schon denken – für fat. Für den Leser ist es ein Genuss wie der Autor das Herüberquellen der F-Massen auf den eigenen Sitz beschreibt. Für Amanshauser beginnt die Aufarbeitung dieses Traumas mit dem Schreiben des Kapitels über da Economy Class Syndrom.
Immer wieder gerät Martin Amanshauser in Situationen, die viele kennen. Politisch unkorrekt regt er sich nicht nur still darüber auf, er gibt den Millionen Geschundenen eine Stimme, wird zum Wortführer der Genervten, von Repressalien erniedrigten Reisenden. Er verhehlt nicht, dass viele seiner Reisen Arbeit waren und sind. Er wird eingeladen in der Hoffnung einen salbungsvollen Text in einer Zeitung oder Zeitschrift zu platzieren. Günstige Werbung für das Hotel, den Reiseveranstalter oder die Destination. Aus der Sicht des potentiellen Reisenden muss Amanshauser nun objektiv berichten, was den Besucher vor Ort erwartet. In diesem Buch macht er seinem Ärger Luft, verschafft dem Bluthochdruck eine Pause und amüsiert den Leser von der ersten bis zur letzten Seite.


Roma - Rom - Rome
Roma - Rom - Rome
Preis: EUR 19,95

5.0 von 5 Sternen Neue Perspektiven, 23. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Roma - Rom - Rome (Kalender)
In der zweitausendsiebenhundertsiebenundsechzigjährigen Geschichte Roms („7 – 5 – 3: Rom schlüpft aus dem Ei“) gab es unzählige Ansichten von Rom. Selbst wenn man noch nie in der Ewigen Stadt war, meint man sie zu kennen. Im zweitausendsiebenhundertACHTundsechzigsten Jahr kommt eine weitere Ansicht hinzu. Die von oben. Schaute man bisher zum Monumento Vittorio Emanuele II herauf, kann man zu Jahresbeginn staunend nun herabblicken auf den (welch seltener Anblick) verkehrsberuhigten Platz und das Forum Romanum. Das Colosseum erstrahlt in Sonnenschein – wie winzig doch die Besucher erscheinen, die vor Ort einem immer vor den Füßen herumlaufen. Ein Anblick, den man so nur selten genießen kann. Trevibrunnen, Piazza del Popolo oder der Petersdom erschließen sich dem Betrachter ebenso aus einer neuen Perspektive wie die Basilika Santa Maria Maggiore, der Kapitolsplatz und die Engelsburg.
Rom muss man erlaufen. An jeder Ecke findet sich ein Stück Geschichte von vorvorgestern. Der Blick schweift immer wieder von unten nach oben. Im Jahr 2015 verkehrt sich die Perspektive. Der Betrachter schaut – nicht weniger ehrfurchtsvoll – von oben auf die Errungenschaften des Alten Rom. Eine willkommene Abwechslung zu den zwölfteiligen Stadtansichten der Metropolen der Welt.


In Prager Nächten: Leben zwischen Heute und Morgen
In Prager Nächten: Leben zwischen Heute und Morgen
von Klaus Hanisch
  Broschiert
Preis: EUR 16,80

5.0 von 5 Sternen Düster und lebensfroh, 8. November 2014
Kreuzberger Nächte sind lang. Sankt Petersburger Nächte sind weiß, zumindest eine gewisse Zeit lang. Und in New York schläft man des Nachts nicht. Und in Prag? Klaus Hanisch lebt seit Jahren in Prag. Er arbeitet dort. Ein Jahr lang sogar nur nachts. Also von 22 Uhr bis früh morgens um sechs. Keine einfache Arbeitszeit. Vor allem, wenn man das Nachtleben studieren will.
Denn die Versuchungen sind vielfältig. Zum Einen das leckere Bier. In Tschechien sagt man nicht umsonst, dass man da Bier nicht zum Essen trinkt, sondern das Essen zum Bier einnimmt.
Zum Anderen ist es die Aussicht auf einmalige Geschichten. Und die hört Klaus Hanisch zuhauf. Er trifft ehemalige Fußballhelden, die in der großen Zeit des tschechoslowakischen das runde Leder bearbeiteten. Jetzt sind sie nicht mehr als eine Schatten ihrer selbst. Petr Janecka spielte in Prag, bei der Fußball-WM in Spanien und in Belgien. Heute lebt er von seinen Erinnerungen.
Und er trifft Nachtclubbesitzer, die fair ihr Geschäft betreiben. Tänzerinnen, die ganz genau wissen, was sie wollen (und wie sie es bekommen). Und er trifft Kunden selbiger, die um die halbe Welt reisen, nur um in Prag eine unverwechselbare Woche zu verbringen.
Sol Gabetta ist sicherlich das Highlight der nächtlichen Interviews. Die Cellistin verrät ihm, dass sie sich immer gern ein paar Tage zusätzlich nimmt, um ihre Auftrittsorte näher kennenzulernen. Prag gehört dabei zu ihren Favoriten.
Die verrauchte Atmosphäre der Prager Klubs, Kneipen und Spelunken durchschneidet der Journalist messerscharf mit neugierigen Fragen. Distanziert und energisch bohrt er im Leben seiner Gegenüber. Die erzählen ihm freimütig aus ihrem Leben. Klára D. ist so eine Lebenskünstlerin. Ihre Lebensgeschichte reicht aus, um mehrere Bände zu füllen. Wie ein Stalker hechelt Hanisch durch die Prager Nächte, um mehr zu erfahren. Sie scheint verschwunden. Von der Nacht verschluckt. Bis er sie wieder trifft und ihm ihr unglaubliches Leben beichtet.
Kurze Stakkato-Abrisse zeichnen ein klares Bild von Prags Nachtleben. „prag@night“ nennt Klaus Hanisch die fünf Ausflüge in die moderne Journaille. Kurze Sätze wie man sie sonst nur in sozialen Netzwerken benutzt.
Wer Prag kennt, weiß vom Reiz und Charme Prags Metropole zu berichten. Von Neppereien in Gaststätten weiß auch Klaus Hanisch zu berichten. Seine Geschichten sind jedoch mehr als bloße Touri-Erinnerungen. Sie sind das EKG einer pulsierenden Metropole, mit all ihren Begleiterscheinungen.


Reise Know-How Sri Lanka: Reiseführer für individuelles Entdecken
Reise Know-How Sri Lanka: Reiseführer für individuelles Entdecken
von Joerg Dreckmann
  Taschenbuch
Preis: EUR 22,50

5.0 von 5 Sternen 600 Seiten starkes Infopaket für individuelles Reisen, 8. November 2014
Es wirkt fast wie eine Träne, die von Indien herabtropft: Sri Lanka. Und es ist wahrlich so. Jeder, der die Insel unweigerlich verlassen muss, trägt eine Träne im Knopfloch. Diese fremde Kultur, die saftige Natur, die Freundlichkeit der Menschen, das Angebot an Ausflügen, Wellness und Erholung ist erschlagend.
Wer in Sri Lankas Kultur eintauchen will, muss sich von Vornherein über eines im Klaren sein: Sri Lanka ist anders. Und damit der Kulturschock nicht allzu tief sitzt, gibt es Reisebücher wie dieses von Rainer Krack und Joerg Dreckmann. Auf sechshundert Seiten geben sie dem interessierten Leser die Infos, die man braucht, um dieses einzigartige Land gebührend zu genießen.
Die beiden Autoren sind in erster Linie Ratgeber. Was sie von anderen Autoren - und somit auch das Buch von anderen Reisebüchern - unterscheidet, ist die Tatsache, dass sie in keinem Moment den Leser loslassen. Fast wie in einem Roman vermischen sie Fakten mit eigenen Eindrücken. Die Landesküche ist schnell kein Buch mehr mit sieben Siegeln. Eine Unterkunft finden? Kein Problem!
Wer die Sprache nicht beherrscht, kommt in Gesprächen nicht weit. Ein kleines Wörterbuch schafft das schnell Abhilfe und erleichtert den Einstieg in eine kurze Konversation. Kleine Infokästen – farbig abgesetzt – zeigen dem Leser / Besucher die Besonderheiten der Region, der Stadt, des Landstriches auf.
Sri Lanka auf eigene Faust erkunden ist kein leichtes Unterfangen. Da muss sich gut vorbereiten. Eine Arbeit, die viel abschreckt. Man kann es sich aber auch einfach machen und die sechshundert Seiten ganz gemütlich lesen. Damit sind 99 Prozent der Arbeit schon erledigt. Wer Sri Lanka erfahren, erleben möchte, braucht einen (oder wie in diesem Fall zwei) Experten. Rainer Krack und Joerg Dreckmann sind erfahrene Reiseleiter, die in diesem Buch gern und ausführlich ihre Dienste anbieten.


Inspector Ghote hört auf sein Herz
Inspector Ghote hört auf sein Herz
von Henry R Keating
  Broschiert
Preis: EUR 9,90

5.0 von 5 Sternen Ghote schluckt auch diese bittere Pille, 8. November 2014
Der Pharma-Unternehmer Manibhai Desai wird erpresst. Sein Sohn Haribhai wurde entführt. Und jetzt fordern sie einen Haufen Geld. Und bloß nicht die Polizei einschalten! Das würde dem Kleinen gar nicht bekommen. Dumm nur das der Spössling beim Spielen seine Kleidung mit Pidku getauscht hat. Dessen Vater ist Schneider und wahrlich nicht mit Reichtum gesegnet. Was werden die Entführer tun, wenn sie merken, dass ihr vermeintliches Pfund, ihre Geisel, ihr Goldesel in Wahrheit der Sohn eines armen Schluckers ist? Da kann nur einer helfen: Inspector Ghote. Denn den Polizisten würde man ihn als Letztes abkaufen. Äußerlich zumindest.
Die Verhandlungen mit den Entführern sind schwierig. Zum Einen ist Manibhai Desai nicht gerade ein umgänglicher Mensch – als Unternehmer ist er nicht umsonst so erfolgreich. Zum Anderen steht Inspector Ganesh Ghote unter Dauerbeschuss von seinem Chef. Der Vorgesetzte lässt seinen Untergebenen immer wieder spüren, wer hier die Hosen anhat. Und zum Dritten wissen die Entführer bereits, dass sie das falsche Kind in ihren Besitz gebracht haben. Dennoch weichen sie keine Rupie von ihren Forderungen ab. Den Unternehmer wurmt das gewaltig. Warum soll er die Unsumme für ein Kind eines armen Schneiders ausgeben? Dennoch ist er bereit die Summe aufzubringen.
Die erste Geldübergabe scheitert, weil die eingesetzten Polizisten enttarnt werden. Ghote trifft dies wie ein Schlag. Ein Kind ist entführt worden! Da muss doch alles genau vorbereitet sein. Alle unterwiesen. Sei es wie es ist! Der Fall muss ohne viel Federlesen gelöst werden. Zur Not auch ohne den Chef, zur Not auch unkonventionell.
Die Figur des Inspector Ghote ist eine Tragische. Äußerlich wirkt er gemütlich. Auch hat er kein verschmitztes Lächeln oder eine andere Eigenart, die den Leser in keiner Sekunde daran zweifeln lassen, dass der Fall gelöst wird. Ghote ist Durchschnitt! Auch hier wieder: Nur äußerlich! Denn Ghote ist ein herzensguter Mensch. Und auf sein Herz zu hören, ist manchmal gar nicht so verkehrt …


Der Schwanz der Schlange
Der Schwanz der Schlange
von Leonardo Padura
  Broschiert
Preis: EUR 10,95

5.0 von 5 Sternen Neues aus Chintatown / Havanna, 8. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Der Schwanz der Schlange (Broschiert)
Eine gern besichtigte Touristenattraktion in aller Welt sind die Chinesenviertel. Chinatown, nicht nur ein Film, sondern Sehnsuchtsort vieler Reisenden. Auch Havanna hat so eine Enklave. Und in der der hängt ein Toter, Chinese, am Strick. Ihm wurde ein Finger abgeschnitten. In seine Haut wurden zwei Pfeile und weitere Symbole geritzt. Auf dem Boden liegen zwei Münzen mit eben diesen Symbolen.
Als Außenstehender kann Teniente Mario Conde da wenig ausrichten. Die Chinesen bleiben lieber unter sich. Eine Vertrauensperson tut Not. Die findet er in Juan Chion, einem Chinesen, der schon seit einem halben Jahrhundert auf Kuba lebt. Seine Tochter Patricia ist eine Kollegin von El Conde. Und was für eine. Der belesene Ermittler muss sich jedes Mal zusammenreißen, wenn Patricia Chion an ihm vorbei oder zu ihm kommt. Denn sie weiß um ihre Reize … und setzt sie gnadenlos ein. Nur ihr zuliebe macht sich Mario Conde in die Spur, um den Fall zu lösen.
Eine schöne Aufgabe. Eine reizvolle Aufgabe. Eine geheimnisvolle Aufgabe. Denn Mario Conde kommt mit chinesischen Traditionen, afrikanischem Kult und jüdischen Ritualen in Berührung. Und das alles im sozialistischen Kuba! Kaum zu glauben.
Doch die Tat hat auch einen handfesten Hintergrund. Pedro Cuang – so der Name des Toten – war offensichtlich in dunkle Machenschaften im Chinesenviertel verstrickt. Glücksspiel und Drogenhandel hinter verschlossenen Türen (denen einer Wäscherei zum Beispiel) gehören hier zum Alltag wie scharfes Essen, das im Wok zubereitet wird. Immer tiefer wird Conde in den Strudel aus vielsagenden Andeutungen und nicht wegzuredenden Fakten gezogen.
„Der Schwanz der Schlange“ liest sich flüssig hintereinander weg. Viele Jahre tüftelte Leonardo Padura an diesem Roman, der wohl nun endlich die endgültige Fassung erreicht hat. Die Chinesen in diesem Buch haben sich auf Kuba eingerichtet. Sie sprechen ihre Sprache, gehen ihren Geschäften nach, kümmern sich um ihre Angelegenheiten. Eindringlinge sind ebensolche und werden es auch immer bleiben. Conde ist der Eindringling. Doch er hat im Vater der reizenden Kollegin einen fähigen und willigen Unterstützer. Er zeigt Conde, das Kuba viele Wurzeln hat. Und diese schlagen eben auch ab und zu mal aus.


Der Fengshui-Detektiv und der Computertiger
Der Fengshui-Detektiv und der Computertiger
von Vittachi
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,90

5.0 von 5 Sternen Fusion Food, 8. November 2014
Alles ist im Fluss. Der Körper befindet sich – dank hochmoderner Analysegeräte und –techniken – im absoluten Gleichgewicht. Wer in so einem Fitnessstudio trainiert, dem kann so schnell nichts aus den Sneakers kippen. Denkt man! Denken sich auch die Mitglieder. Doch schlechtes Fengshui macht ihren Gedanken einen Strich durch die Rechnung. Man könnte auch sagen, dass ein Mitglied beim Training ums Leben gekommen ist. Vielleicht weil die Dosis Sport zu hoch war, falsch berechnet wurde?
C.F. Wong, der rührige Geomant, das ist ein Fengshui-Meister, und seine Assistentin Joyce sollen der Ursache für den Todesfall auf den Grund gehen. Leicht verdientes Geld. Eine schicke Reise. Und der Fall ist so einfach, dass Joyce den Fall allein lösen kann. Ach, Mister Wongs Welt könnte soooo schön und erholsam sein…
Das ist nur eine Geschichte dieses Bandes. Der Fengshui-Meister und seine um Einiges jüngere Assistentin Joyce McQuinnie müssen außerdem noch die Garage des neununddreißigstreichen Asiaten ausrichten. Ja, der neununddreißigstreiche Asiate! Mister Wong steht auf solche Spielchen. Das ist gut fürs Geschäft. Denn der rundliche, Harmonie schaffende Meister ist auch Geschäftsmann. Und was für einer! Er kann zwar den Wert der Oldtimer, die in der Garage schlummern, nicht einschätzen, weiß jedoch, dass das ein so reicher Kunde weitere ähnliche Kunden im Schlepptau haben kann.
Nury Vittachis Geschichten über Wong und Joyce sind die moderne Verknüpfung von althergebrachten Weisheiten und Ritualen, gepaart mit den Annehmlichkeiten und Errungenschaften der Gegenwart. Obgleich er seine Assistentin nicht immer versteht – ihre Jugendsprache ist aber auch manchmal wirklich zum Verzweifeln krass – beweist sie ihm ein ums andere Mal, dass er ohne sie nicht so schnell voran kommen würde.
Die Fälle, die beide dieses Mal zu lösen haben, sind keine knallharten Action-Fälle mit viel Tam-Tam. Vielmehr verlangen sie Grips und Gelassenheit. Und dafür ist Mister Wong genau der Richtige!


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