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Rezensionen verfasst von
kwichybo "Jörn M." (Nürnberg)
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Dead End Kings
Dead End Kings
Preis: EUR 13,23

18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Beinahe-Meisterwerk !!!, 25. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Dead End Kings (Audio CD)
Die schwedischen Atmo-Könige von KATATONIA gehören zur besonderen Kategorie von Bands, die im Laufe ihrer Karriere stilistische Qualitätssprünge gemacht haben. Ebenso wie ihre Landesgenossen von OPETH, welche sich seit ihrem letztjährigen Longplayer "Heritage" eindeutig zum Seventies-Prog bekennen, befinden sich auch Jonas Renkse & Konsorten in einer sich stets drehenden Aufwärtsspirale - eine Band, die niemals still steht.
Auf dem brandneuen 12-Tracker "Dead end kings" schreitet die Weiterentwicklung des Schweden-Quintetts erneut munter voran. Ihren eigenen musikalischen Visionen folgend gehen KATATONIA den eingeschlagenen Weg des Vorgängers "Night is the new day" konsequent weiter: Stück für Stück werden die rabiaten Gitarrenwände zurückgefahren...dafür immer mehr atmosphärische Komponenten in den Sound eingebaut, die sich ansonsten eher im Pop/Wave/Postrock-Genre verorten lassen. Nicht zuletzt deswegen erinnert der Longplayer desöfteren eindeutig an NICK CAVE , DEPECHE MODE oder eine Metal-Version des THE CURE-Meilensteins "Disintegration". Blöder Vergleich? Probiert's aus!
Es wird gewiss einige Leute geben, die während der 48minütigen Spielzeit seelig einschlummern werden - die pausenlos schwärmenden Keyboardteppiche , Synthies und Streicher laden halt doch eher zum Träumen als zum Ausrasten ein. Ähnlich wie beim eingangs genannten "Heritage"-Album wird der Hörer jedoch weitaus mehr gefordert, als er es auf Anhieb erahnen kann. Denn die oft sperrigen Songaufbauten erschließen sich in der Tat erst nach 4 - 5 Komplettdurchläufen.
Wichtigster Fixpunkt auf Tracks wie "The parting" (idealer Opener!) , "The racing heart" (steht sinnbildlich für die neue Marschrichtung) , "Ambitions" (pures Soundtrack-Format) , "Buildings" (mächtiger Atmo-Wolkenkratzer!) , dem sensiblen "The one you are looking for is not here" (inkl. weiblichen Backing-Vocals) oder dem mit verdrehten Riffing aufwartenden "Hypnone" (heimlicher Superhit!) ist und bleibt die warme Stimme von Jonas Renkse, den jeder Rock/Metal-Kenner problemlos aus 1.000 Sängern raushören kann. Unterstütztend zu den schreiend melancholischen Songaufbauten sorgt der KATATONIA-Fronter quasi pausenlos für Gänsehautmomente - die Refrains! Selten zuvor haben sich Härte und Emotion sooo meisterlich miteinander verbunden.
Während Nummern wie "Leech" , "Undo you" (beide eher naja!) und das insgesamt etwas zuuu verzettelte "Dead letters" zukünftig gewiss nicht zu meinen persönlichen Faves zählen werden, steht das sensationell pumpende "Lethean" dafür in direkter Nachbarschaft zu Alt-Hits wie "Deliberation" , "My twin" oder "Forsaker". Der lichtscheue Stampfer "Final prayer" klingt zunächst arg austauschbar, punktet aber am Ende mit dem bitterbösesten Riff des gesamten Albums. Klasse! Die größte Überraschung des Silberlings haben KATATONIA übrigens komplett ans Ende gestellt: Das ungewohnt tönende "The art of darkening" gefällt durch seine chillige Ausrichtung, bei dem die Band (u.a. mit Bongos und Akustik-Gitarren) einen musikalischen Bogen zu neueren OPETH schlägt. Anfangs pfui - jetzt nur noch hui!
Und da "Dead end kings" zudem auch noch perfekt produziert wurde, und das morbide Coverartwork einfach nur ein Musterbeispiel für bildgewordene Tristesse ist, stehen die 5 Sterne exakt an der richtigen Stelle. Auch über das Jahr 2012 hinaus bleiben KATATONIA die beste schwedische Band der Welt.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 1, 2012 10:00 AM MEST


Psalms for the Dead
Psalms for the Dead
Preis: EUR 19,47

5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Raus mit Applaus ???, 2. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Psalms for the Dead (Audio CD)
Alle Fans der schwedischen Doom-Institution CANDLEMASS hatten es in diesem Jahr wirklich nicht leicht und mussten gleich mehrere Hiobsbotschaften ertragen. Als größten Tiefschlag kann man dabei gewiss verbuchen, dass mit "Psalms for the dead" - das brandaktuelle Langeisen von Leif Edling & Konsorten - nun tatsächlich das allerletzte Studio-Album von CANDLEMASS erschienen sein soll, und die Band fortan nur noch livetechnisch zu bewundern sein wird. Kurz nach Veröffentlichung setzte man zudem auch noch den gestandenen Wundersänger Rob Lowe (u.a. auch SOLITUDE AETERNUS) vor die Tür. Für viele Fans eine fragwürdige Entscheidung, wenn gleich man wohl zugeben muss, dass die Traumehe Edling/Lowe qualitativ nie das gehalten hat, was man sich anhand der Namen versprechen konnte. Für mich persönlich ist der geschasste Mr. Lowe zweifellos einer der besten Metal-Sänger der gesamten Szene...und trotzdem hat es halt irgendwie nicht gepasst. Kommt schonmal vor!
Und vermutlich wäre dies alles auch halbwegs gut zu kompensieren, wenn das finale Studiowerk "Psalms for the dead" der von allen herbeigesehnte Doom-Hammerschlag geworden wäre. Doch anstatt "der Szene" auf den letzten Metern noch ein letztes mal Freudentränen in die Augen zu treiben und sich musikalisch auf Klassiker-Niveau ("Ancient dreams" , "Nightfall") zu verabschieden, macht sich nach dem Genuss dieses 9-Trackers doch eher Ernüchterung breit. Oder um es treffender auszudrücken: Rein was das Songwriting betrifft hielten sich auf einer CANDLEMASS-Scheibe Licht und Schatten noch nie zuvor sooo deutlich die Waage. So enthält der 50-Minüter mit "Prophet" , den beiden bedrohlich inzenierten Moll-Epen "The sound of dying demons" und "Waterwitch" sowie dem überraschend eingängigen Treiber "Dancing in the temple of the mad queen bee" durchaus genügend klassisches Material...exakt so, wie man es von den fünf Kult-Schweden erwarten konnte. Wirklich herausragende Songs muss man jedoch wirklich mit der Lupe suchen. Einzig und allein der tolle Titelsong "Psalms for the dead" (wundervoller Refrain!) sticht als größtes Album-Highlight hervor, wobei Mikrofon-Gott Rob Lowe hier den entscheidenden Mammutanteil hat, dass diese Nummer sich vor allem gesanglich auf Augenhöhe mit den "ollen Kamellen" bewegt. Auf der Gegenseite wirkt der musikalische RAINBOW/DIO-Kniefall bei "The lights of thebe" zwar gut gemeint, aber dann doch zu unentschlossen. Richtig schwach ist hingegen das Abschluss-Triple geworden, auf dem CANDLEMASS ihrer Fan-Basis - und nicht zuletzt sich selbst - einfach eingestehen müssen, dass sie mit dem Gros der heranreifenden Doom-Bands einfach nicht mehr Schritt halten können. Denn leider stehen behäbige Nummern wie "Siren song" , "Black as time" oder "The killing of the sun" (rigoros geklauter Abschuss!) nicht mehr für das unvergleichliche, euphorische Glänzen in den Musikeraugen...dafür für gähnend langweilige B-Ware aus dem Doom-Gemischtwarenladen. Hier ist die neue Schwermuts-Elite (u.a. BLACK OATH , PROCESSION oder GRIFTEGARD) heutzutage mindestens eine Nasenlänge voraus. Wenn nicht sogar mehr!
Als größtes Misverständnis auf "Psalms for the dead" muss man den Herren Musikern jedoch ankreiden, auf jedem der 9 Songs zwanghaft eine Orgel bzw. Keyboard einbauen zu müssen. Weil klingt ja gut - und könnte ja klappen!
An dieser Stelle muss ich mich den Worten einer hiesigen Metal-Radiosendung (aus Nürnberg) anschließen, bei der der Moderator sinngemäß formulierte: "Eine Hammondorgel ist wirklich ein großartiges Instrument, dem man auch als Rock/Metal-Fan gern zuhört und das in der Vergangenheit vielen Bands positive Impulse gegeben hat. Im CANDLEMASS-Konzept passt aber ganz und garnicht!". Dieser Aussage stimme ich hundertprozentig zu. Warum versucht die Band hier auf Gedeih und Verderb etwas zusammenzufügen, was einfach nicht funktionieren will ?! Denn anstatt hier seinen krankhaften Hammondwahn auszutoben, hätte man ein viel größeres Augenmerk auf mächtige Riffs und magische Melodiemomente legen sollen. Doch hier hat sich Chef-Songwriter Leif Edling schlichtweg verkalkuliert, so dass der Großteil von "Psalms for the dead" beim Hörer selbst nach 95,8 Durchläufen nicht "Zosh!" macht. Schade, dieser Band hätte ich einen besseren Abgang gewünscht.
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Dec 14, 2012 7:46 PM CET


United We Fall [Explicit]
United We Fall [Explicit]
Preis: EUR 8,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bastards of noise and aggression !!!, 27. August 2012
Rezension bezieht sich auf: United We Fall [Explicit] (MP3-Download)
Selbst wenn diese Rezension sich unerlaubterweise über 10.000 Zeichen erstrecken würde, mindestens jedes zweite Wort "genial" , "unglaublich" , "wahnsinnig" oder "perfekt" wäre, und ich die Pflicht einer 10-Sterne-Bewertung per Gesetzesbeschluss am Obersten Landesgericht einklagen müsste: Es wäre alles vergebene Mühe ...denn vom großartigen US-Thrash-Quartett VINDICATOR würde wohl trotzdem kein einziger Headbanger Notiz nehmen. Umso wichtiger ist es an dieser Stelle nun für mich - quasi als "Peter Lustig des guten Geschmacks" - hier etwas Überzeugungsarbeit leisten zu können.
Auch mir sagte der Bandname VINDICATOR bis vor einigen Wochen rein garnichts, so dass auch ich reflexartig mit "Häh, wie heißt die Band nochmal?" geantwortet hätte, wenn mich jemand hätte aufklären wollen. Aber durch Zufall wurde ich im Internet auf den brandneuen 12-Tracker "United we fall" aufmerksam, der mich nach kurzem Reinschnuppern schon restlos überzeugte. Eine Investition, die sich wirklich um jeden einzelnen, gottverdammten Cent gelohnt hat. Denn mal abgesehen von der neuen KREATOR-Scheibe "Phantom antichrist", mit der Mille Petrozza & Co. sich mittlerweile in einer komplett eigenen Liga etabliert haben, wird es kein anderer Thrash-Act der Welt in diesem Jahr mit VINDICATOR aufnehmen können. Zack, aus...danke für's Gespräch!
Und auch wenn kein Mensch diese Band kennt: Sowohl songwriterisch als auch spielerisch zerreißt dieser Amiland-Vierer alle letzten Alben der "Big Four" locker-flockig in der Luft, ohne sich dabei groß anstrengen zu müssen. In nur 42 Minuten Spielzeit werden dabei nicht nur alle dilettantischen Nichtskönner weggewischt. Mit granatenstarken Radau-Nummern wie "Gears of fate" , "Man undone" , "Nationwide ruination" oder dem formvollendeten "Divided we stand, united we fall" pflücken VINDICATOR dem Hörer einen riesigen Strauß Oldschool-Thrash, der die besten Zutaten aus den Achzigern und Neunzigern vereint. Neben dem Wechselspiel aus derbem SLAYER-Riffing (ohne Frage!) und fingerfertiger Gitarrenzauberei á la Dave Mustaine, wird der 12-Tracker auch immer wieder durch Sprachsamples und/oder tolle Akustik-Passagen "aufgepäppelt". Ebenfalls ungewöhnlich: Mit "Global warning" , "Obsoletion" und dem famosen "End dependence" sind sogar gleich drei Instrumentals vertreten - und zwar ohne das der Fluss des Albums unnötig ins Stocken gerät. Mit "Hail to the thief" (angenehm anders!) hat die Band einen straighten Uptempo-Rocker an Bord, dessen Marschrichtung etwas an alte ACCEPT-Klassiker wie "Breaker" oder "Fast as a shark" erinnert. Bei "Fatal infection" und "At war with thy neighbor" überstrahlen VINDICATOR dafür den gesamten MEGADETH-Katalog der letzten 20 Jahre, ohne mit der Wimper zu zucken. Tolle Melodien, prägnante Power-Refrains, zackiges Schlagzeugspiel zum Hinhören, dazu ein grandios unperfekter Sänger mit latenter Baloff/Mustaine-Vollmeise...und immer wieder diese Riffs! Geht es eigentlich noch besser? Und spätestens wenn VINDICATOR - mit den scharfkantigen Thash-Hits "Bastards of noise and aggression" und "Fire escape" - dem Hörer den allerletzten Stoß geben, sind bereits alle Vorzeichen eines Metal-Klassikers erfüllt. Ketzerisch gefragt: Wer braucht eigentlich Scheiben wie "Death magnetic" (METALLICA) oder "Worship music" (ANTHRAX), wenn es eben auch ein fantastisches Langeisen wie "United we fall" sein kann?!
Und noch ein guter Tipp zum Schluss: Anstatt hier knapp 10 Euronen für einen Download zu bezahlen, sollte man sich lieber mal auf der Label-Homepage (Slaney Records) umsehen. Die verkaufen den Silberling nämlich beinahe schon zum spottbilligen Selbstkostenpreis.


Sexual Harassment
Sexual Harassment
Preis: EUR 15,87

4 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen With a suitcase full of dynamite !!!, 14. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Sexual Harassment (Audio CD)
Na also, das ist doch mal eine Rückkehr zu alter Stärke! Ganze fünf Jahre waren die europäischen Vorzeige-Schweinerocker von TURBONEGRO von der Bildfläche verschwunden. Nach der leidigen, aber wohl doch notwendigen Trennung von Mikrofon-Tunte Hank Helvete hat die Band mit Tony Sylvester einen neuen Sänger an Bord geholt, der in der Szene bisher als unbeschriebenes Blatt gilt, sich seine Sporen aber bereits bei einigen Live-Auftritten verdienen konnte. Die beinharten Mitglieder der "Turbojugend" brauchen sich bei diesem Gedanken aber keinesfalls zu grämen, denn mit der neuen Scheibe "Sexual harassment" wird sich Mr. Sylvester - auch sinnfrei "Duke of nothing" genannt - als neuer etatmäßiger Sänger Gehör verschaffen. Und er macht seine Sache mehr als ordentlich...und zwar sooo ordentlich, dass man seinen skandalumwitterten Vorgänger nicht wirklich vermisst.
In knapp 33 Minuten rocken sich TURBONEGRO wieder kerzengrade zurück zu den eigenen Karriere-Wurzeln, wobei die vehemente "Kick-ass"-Attitüde von "Apocalyptic dudes" , "Scandinavian leather" oder "Ass cobra" leider nicht immer erreicht wird. Nicht jeder Song dieses 10-Trackers kann als Höhepunkt verbucht werden: Vor Schmutz triefende Granaten wie "Tight jeans, loose leash" , "Rise below" oder das etwas eintönige "The nihilistic army" sind zwar zweifellos gute Songs, stehen aber insgesamt doch etwas im Schatten des Restmaterials. Ansonsten ziehen die fünf Mützenträger natürlich wieder alle Register ihres Könnens, wobei die Einflüsse immer noch eindeutig dieselben sind wie bereits vor 20 Jahren. Die Generation neuer Rock-Fans findet hier Ähnlichkeiten zu den BACKYARD BABIES , HELLACOPTERS , GLUECIFER oder HARDCORE SUPERSTAR...die alten Haudegen sehen "Sexual harassment" dafür eher als gewohnt räudiges Joint-venture aus AC/DC , MOTÖRHEAD und POISON IDEA. Gefallen wird die Scheibe aber so ziemlich jeder Zielgruppe!
Mit "Buried alive" und "Duke without a face" lassen TURBONEGRO ihren Glam/Punk/Schweinerock standesgemäß in fiese Hardcore-Gefilde abdriften...härtetechnisch wird dabei selbst so manche Metal-Band "kaltgestellt". Bei den derben Riffgewittern macht sich der neue Fronter Tony Sylvester am meisten bemerkbar, da er dem NYC-Urgestein Lou Koller (SICK OF IT ALL) gesanglich locker das Wasser reichen kann - Vergleich: "The nihilistic army". Während "Shake your shit machine" dem alten MOTÖRHEAD-Hit "Born to raise hell" fast schon auf Augenhöhe begegnet, überzeugt "Mister sister" als cooles Gesamtkunstwerk aus Asi-Sound und lyrischem Zynismus der feinsten Sorte.
So, das war ja bisher alles ganz gut...aber das Krönchen fehlt halt irgendwie noch. Ach echt ??? Kein Problem! Denn mit den zielstrebigen "Hello darkness" , "I got a knive" (toller Opener!) und dem melodisch ansprechenden "You give me worms" (ebenso toller Rausschmeißer!) sitzen auch noch drei faustdicke Hits exakt an der richtigen Stelle. Das macht Spaß - das macht Laune! Da hab ich doch glatt mal Bock, mir mal kurz schwarze Schminke ins Gesicht zu pinseln und vor dem Spiegel den nimmermüden Luftitarren-Weltmeister zu geben. Superbe!
Am Ende des Tages balancieren TURBONEGRO mit "Sexual harassment" dermaßen dünn zwischen einer 4- bzw. 5-Sterne-Bewertung, dass ich mich an dieser Stelle eigentlich nur falsch entscheiden kann. Und selbst wenn ich nicht die Höchstnote zücke: Das Album ist trotz einiger durchwachsener Momente immer stark genug, um die "Turbojugend" für den Rest des Jahres kreuz und quer im Quadrat springen zu lassen. Kaufempfehlung erteilt!


The New International Sound of Hedonism
The New International Sound of Hedonism
Preis: EUR 17,98

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neues von der Katze !!!, 11. August 2012
"So from Amsterdam city straight to Boston town, here we come with the rebel-sound!" krakelen die vier Wahl-Holländer von JAYA THE CAT bereits nach wenigen Sekunden des psychedelisch-orientalischen Openers "Rebel sound", und hauen dem Hörer eine obergewaltige Portion guter Laune - komprimiert in 14 Songs - um die Ohren. In musikalischer Hinsicht präsentiert sich das Quartett auf ihrem neuen Album "The new international sound of hedonism" alles in allem weniger "rebellisch" als auf den Vorgänger-Scheiben. Die meißelnden Punk/Hardcore-Anleihen früherer Tage wurden etwas zurückgeschraubt - dafür ist den vermehrt tanzfähigen, elektronisch angehauchten Elementen mehr Platz eingeräumt worden. Das Gesamtergebnis klingt dadurch "runder" und lädt zum Relaxen ein. Mit der neuen Devise "Weniger Dreck, mehr Hochglanz!" haben sich JAYA THE CAT jedoch bestmöglich weiterentwickelt, so dass man hier in der Tat von einem lupenreinen Hit-Album sprechen muss. No fillers, just killers!
Es gibt nur verdammt wenige Bands im Business, die man bereits an der allerersten gesungenen Textzeile problemlos raushören kann: Die vier Exil-Bostoner gehören eindeutig zu dieser Kategorie! Denn sobald der Laser deiner Stereo-Anlage einen JAYA-Silberling im CD-Player abtastet, verschwinden blitzartig die Wolken am Himmel...und die Sonne scheint dem Hörer sprichwörtlich aus dem Gesäß. Alle Sorgen rücken ins zweite Glied, gute Laune macht sich breit...und selbst die gebeutelten Grießgräme aus Villabacho haben keinen Bock mehr auf Pfannenschrubben, sondern wollen einfach nur auf's schnellste ins seit Jahren verfeindete Villarriba "rübermachen" - denn diese Party wird garantiert ein Erfolg!
Mit ihrer überfamosen Mischung aus Rock, Reggae, Dub, Punk und Dancehall haben JAYA THE CAT zweifellos die geilste Party-Scheibe 2012 abgeliefert, die den ebenfalls großartigen Vorgänger "More late night transmissions" sogar tatsächlich noch übertreffen kann. Wunder gibt es immer wieder. Taufrische Crossover-Happen wie "Unconditional love" , "Two ships passing" , "Late night sonic insurrection" , "One way ticket home" , "Peace and love" oder das gefühlvolle "Bos en lommerweg" bieten den perfekten Sound-Schulterschluss aus DOG EAT DOG , SEEED , NO FX , 311 , alten MUCKY PUP und noch älteren BAD BRAINS-Chill-outs. Textlich können sich JAYA THE CAT erneut voll auf ihren brüllend komischen, exzessiven Party-Lyrics verlassen, bei denen wirklich kein Auge trocken bleibt.
Denn hier reiht sich eine kultige Sauf-Anekdote gleich an die nächste: "At the airport customs they pulled me in, but I swallowed the drugs before the cops found them. Got so damn high I couldn't spin, and as we pulled outta Bucharest I was still tripping."...oder auch "Sometimes I feel like a zombie, sometimes I'm just dead on it. Sometimes I feel like I'm living, sometimes I feel like the living-dead."...desweiteren "Six a.m., the sun is coming up, and I'm sitting on a bench in Westerpark with my fake carreras on. Well, I'm feeling halfway spun, I'm singing with the bums. But there's a smile on my face, man I got love for everyone.".....noch Fragen??? Angesichts solcher Feuchtfröhlichkeits-Rhetorik springen sogar Engelchen und Teufelchen kurz von ihren Schultern, um sich wild prustend in den Armen zu liegen, und kurz darauf die nächste Pulle Hochprozentiges "plattzumachen". Einfach nur göttlich!
Durch unfassbar effektive Refrains aufgehellte Fun-Smasher wie "Put a boombox on my grave" , "Thessaloniki" , "Fake carreras" , das herrlich vernebelte "Date with a needle" oder "Here come the drums" (Weltklasse!) sind - wie alle restlichen Songs - kurz und knapp augefallen, so dass die magische 3-Minuten-Marke nicht überschritten wird. JAYA THE CAT kommen musikalisch schnell zum Punkt, und geben sich niemals mit Nebensächlichkeiten ab. Und wenn dieses Rezept auch bei allen anderen Bands großartig schief geht...das Oranje-Quartett (aus Boston) schickt stattdessen lieber einen Track namens "This could all go so horribly wrong" ins Rennen - und gut is'.
Und jetzt soll's dann auch mal reichen, denn "The new international sound of hedonism" muss man kennen. Eine der veritabelsten Gaudi-Scheiben aller Zeiten, die den Begriff "Katzenmusik" komplett neu definiert!!!


Dark Roots of Earth
Dark Roots of Earth
Preis: EUR 17,99

4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gut das wir verglichen haben !!!, 4. August 2012
Rezension bezieht sich auf: Dark Roots of Earth (Audio CD)
Man konnte es zwar nicht unbedingt vorausahnen, aber großartig überrascht hat es wahrscheinlich niemanden: Mit den aktuellen Scheiben von KREATOR ("Phantom antichrist") und OVERKILL ("The electric age") hatte die Thrash-Metal-Konkurrenz in diesem Jahr schon dermaßen überzeugend vorgelegt, dass die amerikanischen Prügel-Veteranen von TESTAMENT mit ihrem neuen Longplayer "Dark roots of earth" leider nur im gemäßigten Genre-Mittelfeld gelandet sind. Um es gleich schonmal festzuhalten: Mit dem taufrischen 9-Tracker konnten sich Chuck Billy & Co. erneut zu einer musikalischen Glanzleistung aufraffen, die wirklich alle Merkmale des typischen TESTAMENT-Sounds in sich vereint...und trotzdem steht das Album teilweise deutlich hinter den eingangs erwähnten Zukunfts-Klassikern zurück. Somit ist "Dark roots of earth" zwar sehr gut - aber leider nicht überragend! Spielerisch gibt es hier nicht das geringste auszusetzen. Vor allem das begnadete Gitarren-Duo Alex Skolnick/Eric Peterson drückt der Scheibe diesen unvergleichlichen Stempel auf, dessen Charme die meisten Thrash-Bands gern auch nur ansatzweise hätten. Nein, der Schuh drückt ganz woanders...
So haben sich beim TESTAMENT-Songwriting diemal einige eher belanglose Ideen eingeschlichen, die den Gesamteindruck des 51-Minüters etwas verwässern und letztlich dafür verantwortlich sind, dass unter dieser Rezension lediglich eine 4-Sterne-Bewertung steht: Speziell die beiden Power-Balladen "Dark roots of earth" (naja!) und "Cold embrace" (schon besser!) bieten alles in allem solide Metal-Kost, rauschen aber selbst beim zehnten Durchlauf eher unbeeindruckend durch die Gehörgänge. Alle langjährigen TESTAMENT-Fans wissen natürlich, welch großartige Halbballaden der US-Fünfer in den letzten Jahrzehnten geschrieben hat - u.a. die toll gänsehäutigen "Trail of tears" oder "Return of serenity". Auf dem neuen Longplayer blitzen diese Qualitäten leider nicht wirklich auf, weswegen die Band sich bei den ruhigen Nummern eher auf ausrechenbarem "The unforgiven IV"-Level wiederfindet. Deutlich besser gefallen dagegen wütende Granaten wie "Throne of thorns" , "Man kills mankind" , "Last stand of independence" oder der moderne Riffpeitscher "True american hate", auf dem Chuck Billy unerwartet seine heiseren Todesblei-Growls (remember "Demonic"?) auspackt. Apropos, gesanglich liefert der Mikrofon-Hüne überdies eine seiner bemerkenswertesten Glanzleistungen überhaupt ab. Mit der Mid-Tempo-Nummer "A day in the death" musizieren TESTAMENT qualitativ knapp über Durchschnittsniveau, landen aber durch die wirklich toll-verzackten Gesangslinien (unwiderstehlicher Pre-Chorus!) wieder mitten im Soll. Stark!
Mit dem fantasmologischen Eröffnungs-Doppel "Rise up"/"Native blood" findet sich das Quintett dann aber doch entgültig auf Augenhöhe mit der eigenen Vergangenheit wieder...speziell "Rise up" hat nicht nur das Zeug zum Live-Abräumer, sondern hätte auch auf alten Band-Meisterwerken wie "The legacy" , "The gathering" oder "Low" locker zu den Highlights gezählt. Wieso nicht immer so?
Fazit: Die neue TESTAMENT-Langrille "Dark roots of earth" gehört selbstverständlich auf die Habenliste eines jeden Thrash-Fans, wenn gleich die Band ihr songwriterisches Ausnahmekönnen nicht immer unter Beweis stellt. Das Album verliert sich manchmal in schwächeren Momenten...bietet aber gleichzeitig ausreichend Headbanging-Futter auf grandiosem Niveau. Und trotz aller Klasse kann man einfach nicht wegdiskutieren, dass die frisch heranwachsende Thrash-Brigade (weltweit!) kurz davor ist, eine Band wie TESTAMENT rechts zu überholen. Speziell das neue Album der in Deutschland recht unbekannten VINDICATOR ("United we fall") pustet in diesem Jahr fast alles aus den Latschen!
Kommentar Kommentare (11) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 28, 2012 10:03 AM MEST


High on Metal
High on Metal
Preis: EUR 25,14

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Need for Speed !!!, 4. August 2012
Rezension bezieht sich auf: High on Metal (Audio CD)
Wenn man im englischen Wörterbuch den Begriff "Seax" nachschlägt, dann findet man an entsprechender Stelle leider nur eine große Lücke. Doch der dubiose Bandname ist und bleibt die einzige Unbekannte im Universum der britischen Underground-Metaller von SEAX. Denn allein wenn sich der CD-Käufer die Tracklist des "High on metal"-Debüts durchliest, und derweil das cool gemachte Artwork auf sich wirken lässt, dann gibt es nur noch Ausrufezeichen anstatt Fragezeichen.
In der Kürze liegt bekanntlich die Würze. Und manchmal ist ein halbstündiges Album doch weitaus besser, als wenn sich eine Band auf CD-Länge durch leblos-langweilige 78 Minuten quälen muss. SEAX reichen auf "High on metal" sogar nur knapp 28 Minuten um den Hörer auf ihre Seite zu ziehen. Denn das Quintett aus Framingham zockt auf seinem 9-Song-Erstling eine energetisch aufgeladene Melange aus NWOBHM und lupenreinem Speed-Metal, die direkt aus den 80er Jahren entsprungen sein könnte. Zugegeben, natürlich gibt es solche Acts mittlerweile tausendfach "wie Sand am Meer", weswegen man diese Scheibe gewiss nicht haben muss wenn man eh schon sämtliche Genre-Klassiker daheim im Schrank stehen hat. Und doch liefert eine Band wie SEAX erneut eindeutige Beweise dafür, dass der wahrhaftige Heavy-Metal einfach nicht totzukriegen ist. Denn im Underground herrscht halt meistens doch eitel Sonnenschein!
Songs wie "Metalhead" , "Need for speed" , "Heavy metal seax" oder "High on metal" sind nicht nur ziemlich verwechslungsfrei betitelt, sondern zeugen vor allem auch vom unbändigen Enthusiasmus dieser Combo. Wenn man auf Genre-Koryphäen wie ANVIL , RAVEN , EXCITER , IRON MAIDEN und TANK abfährt, dann bekommt jeder Headbanger - wie auch jeder selbsternannte Metal-Inquisitor! - ein gefundenes Fressen aufgetischt. Spielerische Defizite ziehen sich quasi wie ein roter Faden durch das SEAX-Debüt, werden aber durch die beispiellose Spielfreude locker wettgemacht. Meine Güte, lass das Gitarrensolo halt mal etwas holpern - wo cares? Mit den tollen "Carry the torch" und "Molten iron" sind den Oldschool-Fanatikern sogar zwei Beinahe-Hits geglückt, wobei der Opener "Blade of the seax" (was sonst?) vor allem durch seine geilen "Brat"-Gitarren zu überzeugen weiß. Für No-Name-Verhältnisse ist die Produktion allererste Sahne. Hier legt die Band besonderen Wert darauf, dass jeder Song des 28-Minüters ausschließlich "non-triggered drums" enthält. Hinterm Mikro agiert ein positiv Verrückter, der die hohen Schreie zwar richtig geil (!) hinbekommt, in den gemäßigten Gesangslagen dafür aber ein ums andere mal baden geht. Kurios!
Richtig toll ist auch das Album-Cover geworden, auf dem ein ausgemergelter, stilecht in speckiger Lederjacke und Patronengurt gewandeter Eddi-Lookalike buchstäblich die "wall of death" anführt. Mehr Kult geht eigentlich kaum!
Kabinettstückchen sollte auf "High on metal" bitte wirklich niemand erwarten. Und irgendwie wird das Spiel mit den Metal-Klischees auch mehr als einmal deutlich übertrieben. Resümierend sind SEAX aber ein echt cooler Newcomer, den die Zielgruppe gern mal anchecken darf. Manchmal sollte man halt doch lieber eine junge, von purem Herzblut angetriebene Band unterstützen, bevor man sein sauerverdientes Geld einer x-beliebigen Plastik-Combo in den Rachen schmeißt. Und übrigens: Den "High on metal"-Import bekommt man bei ausgewählten Metal-Webstores (u.a. dem irischen Label "Slaney Records") sogar schon für'n Ei und 'n Butterbrot.


Monolith
Monolith

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Denkmal !!!, 28. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Monolith (Audio CD)
Die texanischen Underground-Progster von ETHEREAL ARCHITECT haben wirklich alles (!!!) was ein hocklassiger Metal-Act im Idealfall haben muss - bis auf eines: Sie haben kurioserweise noch keinen Plattendeal in der Tasche! Warum ansonsten geschmackssichere Record-Labels wie "Metal Blade" oder "Profound Lore" bisher noch nicht auf dieses grandiose US-Quartett aufmerksam geworden sind, ist und bleibt schleierhaft.
Mit ihrem zweiten Streich "Monolith" überspringen ETHEREAL ARCHITECT die gesamte B-Garde des Prog-Metal (u.a. VANDEN PLAS , SHADOW GALLERY , INTO ETERNITY oder JACOBS DREAM) mal eben locker aus dem Stand, so dass die Frage nur lauten kann "wann" - und nicht "ob" - dieser Band zukünftig der große Sprung gelingen wird. Sympathischerweise sind die vier Musiker nicht nur riesengroße BLIND GUARDIAN-Fans, sondern nennen Hansi Kürsch & Co. auch noch als wichtigsten musikalischen Einfluss. Und genau dies hört man dem knapp einstündigen Album auch an - nicht zuletzt deswegen, weil man mit "Oceans" eine geniale Ballade geschrieben hat, die dem berühmten "Bard's song" verdammt nah auf den Leib rückt, und auf jedem der neueren BLIND GUARDIAN-Longplayer zu den Höhepunkten gezählt hätte. Als weiteres Merkmal taugen auch die toll verschachtelten Riffs und pompös arrangierten Refrains, die immer wieder den Spirit von "Nightfall in middle-earth" oder "A night at the opera" hervorzaubern. ETHEREAL ARCHITECT sind zwar absolut im Prog-Genre zuhause, lustwandeln aber immer auch mit einem Bein durch die Power-Metal-Welt. Stichwort: STEEL PROPHET , PHARAOH , VIRGIN STEELE oder eben BLIND GUARDIAN.
Darüber hinaus ist der von der Band in Eigenregie produzierte 10-Tracker die vielleicht einzige Prog-Scheibe, die in diesem Jahr bisher das "Prädikat Weltklasse" verdient. Normalerweise müsste an dieser Stelle nun der übliche Sermon folgen, warum wieso weshalb sich jeder halbwegs qualitätsbewusste Metal-Fan "Monolith" unaufgefordert ins CD-Regal zu stellen hat. Dies möchte ich aber aus gutem Grund nicht tun: Denn wenn man bahnbrechende Songs wie "Kalinago" , "Obsidian" , "Submission" , "Revolutions" oder das mit coolen Blastbeats aufgepeppte "Final escape" detailgetreu in seine Einzelteile zerlegen müsste, dann würden die 1.000 Zeichen dieser Rezension niemals ausreichen. Ganze Seiten wären nötig um den musikalischen Input des 61-Minüters mit all seinen Überraschungen in geregelten Bahnen niederzuschreiben. Und außerdem klingen bzw. komponieren ETHEREAL ARCHITECT viel zu eigenständig, als dass man es einem "Neuling" wirklich nachvollziehbar erklären könnte. Deshalb dürft und müsst (!) ihr mir hier einfach mal blind glauben, dass dieses Album den allergrößten Ansprüchen genügt, und in der Underground-Schublade nicht hoffnungslos versauern darf. Denn egal ob thashiges Riffing, Mid-Tempo, Flamenco-Einschübe, von purer Kreativität geleitete Solo-Passagen, mit Keyboard oder ohne, schönen Mitsing-Melodien, und und und...diese Band darf (!) nicht ungehört bleiben!
Und wenn wir schon bei den Superlativen sind: Wenn die New Yorker Prog-Helden DREAM THEATER dieses Album (im Jahre 1994) als direkten "Images and words"-Nachfolger veröffentlicht hätten, dann hätte "Monolith" heutzutage denselben Gott-Status, den "Awake" seitdem szeneübergreifend genießt. Zusammen mit den ebenfalls tollen Speed/Thrash-Granaten von POSSESSOR ("City build with skulls") und VINDICATOR ("United we fall") sind ETHEREAL ARCHITECT zweifelsohne die geilste Underground-Band des Jahres. Kaufen und lauschen!!!


A Bit of Devil
A Bit of Devil
Preis: EUR 16,99

10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Some kind of Münster !!!, 26. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: A Bit of Devil (Audio CD)
Auf der Suche nach neuen, facettenreichen Rock-Bands muss man seine Blicke nicht immer zwangsläufig in die bekanntesten Metropolen schweifen lassen. Denn anstatt krampfhaft New York, London, Birmingham, Los Angeles, Göteborg oder Stockholm abzugrasen, wird man seit einigen Jahren auch stets im schönen NRW-Städtchen Münster fündig. Neben den leider verblichenen MISERY SPEAKS , BERSARIN QUARTETT , NEAERA oder I THE UNLORD sind die Postrocker von LONG DISTANCE CALLING (u.a. "Satellite bay" , "Avoid the light") wohl nicht nur die bekannteste Band dieser Region, sondern auch deutschlandweit absolut auf dem Vormarsch. Warum das für diese Rezension wissenswert ist? Eben aus dem direkten Umfeld von LONG DISTANCE CALLING stammen auch die Newcomer von ZODIAC, deren Debüt-Scheibe "A bit of devil" mein CD-Player schon seit einigen Tagen unter Dauerbeschlag hat, und seitdem immer und immer wieder "in's Rennen schickt". Das der ZODIAC-Schlagwerker parallel auch bei den oben genannten Post-Instrumenalisten aktiv ist, dass macht sich auf dem vorliegenden 8-Track-Album nicht wirklich bemerkbar.
Richtig ist hingegen, dass dieses coole Quartett momentan voll dem musikalischen Zeitgeist entspricht. Reduziert auf Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang zaubern ZODIAC dem Hörer einige der tollsten Seventies-Rock-Momente des laufenden Jahres in die arg malträtierten Ohrmuscheln, und können internationalen Genre-Vergleichen dabei spielend standhalten.
Und um es vorwegzunehmen, bevor gleich automatisch das "O-Wort" fällt: Songs wie "Assembly line" , "A bit of devil" , "Diamond shoes" oder das herrlich interpretierte ZZ TOP-Cover "Blue jean blues" klingen dabei genauso okkult wie 'ne offene Dose "Coke Zero". Nix Frauengesang...nix antikosmische Magie...nix mit Satan am Hut! Eine lohnende Anschaffung leisten sich jedoch alle diejenigen, denen die aktuellen Releases von u.a. GRAVEYARD ("Hisingen blues") oder VANDERBUYST ("In dutch") besonders gut gefallen haben. Denn der Retro-Vierer aus dem Münsterland kann sich auf diesem 48-Minüter vor allem auf eine gesunde Schippe Retro-Hardrock und warmherziges Blues-Feeling berufen. Das routinierte - aber niemals zuuu lässige! - Gitarrenspiel begeistert vielleicht nicht jeden Hörer auf Anhieb, gewinnt aber mit jedem "A bit of devil"-Durchlauf weitere Prozentpunkte hinzu. Packen wird diese Band dich trotzdem irgendwann!
Als besonders wertvoll möchte ich an dieser Stelle gern die schroffen Abgeh-Rocker "Carnival" (der Mittelpart ist zum Heulen genial!) und das ganz und gar unschreckliche "Horror vision" (hat absolut das Zeug zum Hit!) hervorheben, die selbst dem größten Skeptiker ein dickes Grinsen ins Gesicht meißeln sollten. Als emotionales Highlight geht ganz klar die staubige Western-Nummer "Thunder" durch, die komplett ohne Starkstromgitarren auskommt und dem Country-Großmeister JOHNNY CASH zur Ehre gereicht hätte. Der 10-minütige Longtrack "Coming home" versprüht verdammt ansteckende Jam-Session-Vibes, und suhlt sich dabei wahlweise zwischen Melancholie und/oder "good vibrations". Kurios dabei: Der ZODIAC-Sänger geht stimmlich eh schon fast als CHRIS REA-Soundalike durch...speziell bei "Coming home" wartet man (titelgemäß) auf die Textzeile "I'm driving home for christmas" aber vergeblich. Tja, und da "A bit of devil" auch noch soundtechnisch richtig klasse geworden ist, muss das hübsch-ästhetische Nackedei-Cover eigentlich auch garnicht erwähnt werden. Für das gesamte Genre-Gremium zwischen LED ZEPPELIN und BLACK LABEL SOCIETY gibt es in Münster heuer einiges zu holen. Top Scheibe!
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Nov 30, 2012 7:11 PM CET


The Hunt
The Hunt
Preis: EUR 20,99

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Let there be Rock !!!, 18. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: The Hunt (Audio CD)
Die Schweden von GRAND MAGUS sind wirklich eine großartige Band...und das, obwohl sie musikalisch gar nichts Großartiges leisten. Das Lederjacken-Trio ist weder besonders originell, noch innovativ, erst recht nicht trendy. Und trotzdem - vielleicht sogar deswegen! - kommt eigentlich kein gestandener Headbanger an den letzten Wunderwerken "Iron will" und "Hammer of the north" vorbei. Gleiches gilt auch für die neue GRAND MAGUS-Langrille "The hunt", auf der die Band der gesamten Rock/Metal-Welt erneut ein üppiges Festmahl auftischen, an dem man sich nach 44 Minuten all zu gern überfressen möchte.
Ihr liebt kantigen, dreckigen Stromgitarren-Sound der alten Schule und könnt jede Note von Meistwerken wie "Britsh steel" (JUDAS PRIEST) , "Mob rules" (BLCK SABBATH) oder "Holy diver" (DIO) nachts im Halbschlaf runterbeten? Dann müsst ihr euch GRAND MAGUS anhören! Das neue ACCEPT-Album "Stalingrad" ist für euch das beste Album des Jahres? Dann probiert's doch auch mal mit GRAND MAGUS! Die bombastische Genialität der ersten drei MANOWAR-Scheiben "Battle hymns" , "Into glory ride" und "Hail to england" wird heutzutage viel zu selten gewürdigt? Wie gesagt, gebt GRAND MAGUS unbedingt eine Chance!
Auf dem frisch geschlüpften 9-Tracker "The hunt" kehrt das Trio seiner Doom-Metal-Vergangenheit entgültig den Rücken zu...und orientiert sich dafür vermehrt in Richtung traditioneller Hardrock. Ich persönlich habe nach den ersten Durchläufen die Bissigkeit vermisst, was vielleicht auch daran liegt, dass die Refrains diesmal noch eingängiger bzw. mehrheitsfähiger geraten sind. Doch wie jeder weiß: Wenn man zwei Schritte nach vorne macht, und einen Schritt zurück, dann bewegt man sich trotzdem immer weiter vorwärts! Die tiefer in den Sound integrierte Hardrock-Schlagseite gefällt mir mittlerweile jedoch richtig gut. Mit reinrassigen Oldschool-Brettern wie "Sword of the ocean" , "Silver moon" , "Storm king" , "Dräcksagg" (oder so ähnlich!) oder dem treibenden Banger "Iron hand" bedienen GRAND MAGUS vor allem die treue Kuttenträger-Gemeinde, können aber sicher auch gleichzeitig bei vielen Fans von THIN LIZZY , DEMON , DEEP PURPLE (jedoch ohne Orgel) oder SAXON Treuepunkte sammeln. Nennt mich ruhig Depp, aber diese bratenden Gitarren-Riffs erinnern mich teilweise fatal an die legendären Hardrocker von LILIAN AXE - kennt die noch jemand außer mir?!
Dennoch: GRAND MAGUS spielen Metal, schwitzen Metal, lachen Metal, weinen Metal und leben Metal. Textzeilen wie "vengeance will be mine" , "feel the grip of an iron hand" oder "we bring fire and the flame" wirken keinerzeit wie seelenlos aufgesagte Phrasen, sondern sind einmal mehr Audruck einer in langen Jahren gewachsenen Lebenseinstellung. Das zweitgeteilte "Son of the last breath" überrascht den Hörer durch sein getragenes Akustik-Opening (mit feinen Streichern!), ehe sich die Nummer zu einem waschechten MANOWAR-Stampfer entwickelt, für den kein geringerer als UNLEASHED-Fronter Johnny Hedlund einige Gastvocals beisteuern durfte. Und auch wenn diesem 44-Minüter vielleicht die alles übertrumpfende Mega-Hymne fehlt...großartige Songs wie "Starlight slaughter" , "The hunt" und "Valhalla rising" (wieder so ein geiles Säge-Riff!) stehen wirklich nur wenige Milimeter vor dem ganz großen Knall.
Zu guter letzt sollte man auch mal die gesangliche Leistung des GRAND MAGUS-Sängers JB erwähnen - das wird leider viel zu oft vergessen - , der irgendwie seine ganz eigene Nische gefunden hat, und dessen kraftvolle Metal-Stimme immer auch soulige Vibes (!) transportiert. "The hunt" ist von A bis Z ein gelungenes Album, das sich dem direkten Vorgänger "Hammer of the north" erst in der B-Note geschlagen geben muss. Ansonsten gilt hier eine absolute Kaufempfehlung für jedermann!


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