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Rezensionen verfasst von
kwichybo "Jörn M." (Nürnberg)

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Manifested Darkness
Manifested Darkness
Preis: EUR 19,87

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kein Glanzstück !!!, 10. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Manifested Darkness (Audio CD)
Man kann von den mittlerweile zum Quintett aufgestockten Schwaben-Deathern REVEL IN FLESH sicherlich viel erwarten: Innovatives, gnadenlos eigenständiges Superduper-Songwriting jedoch nicht! Das hört jeder , das weiß jeder und das würde jeder sofort blind unterschreiben - vermutlich sogar die Musiker selbst. Überraschungen? Sorry, da geht ihr mal besser ne Tür weiter! Der vor knapp 12 Monaten veröffentlichte Erstling "Deathevokation" war vielmehr eine originalgetreue Blaupause aller Schwedentod-Großtaten aus den Neunzigern. Wenn man Scheiben wie "Left hand path" (ENTOMBED) , "You'll never see" (GRAVE) , "Dark recollections" (CARNAGE) oder das DISMEMBER-Doppel "Like an everflowing stream" / "Indecent and obscene" vor knapp 20 Jahren mit gierigem Heißhunger verschlungen hat, dann kann man mit der Band REVEL IN FLESH absolut nichts falsch machen. Es sei denn, musikalische Innovation gilt heutzutage als wichtigstes Gebot und/oder man hat grundsätzlich an allem etwas auszusetzen. Die oben genannten Bands wären vermutlich froh gewesen, wenn sie in ihrer Prä-Klassiker-Zeit ein geiles Album wie "Deathevokation" auf der Pfanne gehabt hätten.
Wenig verwunderlich also, dass der Schwabentod-Fünfer auf seinem neuen Langeisen "Manifested darkness" auch weiterhin keinen Millimeter von der eigenen Marschroute abweicht. Geboten wird fett-knüppelnder Todesblei der urältesten Stockholm-Schule. Hier kann man spontan zuschlagen, ohne groß nachzudenken. Zack, fertig ist die Laube!
Der Star ist und bleibt unwidersprochen der geniale Sound (gemeistert von Dan Swanö!), der jedem Zahnarztpatienten zuzahlungsfrei den Plaque von den Beißerchen haut. Rrroarrr!!!
Wenn man den 10-Tracker dann aber etwas genauer unter die Lupe nimmt - und das Debüt noch deutlich im Ohr hat! - , dann merkt man schnell den Unterschied. Auf "Manifested darkness" wird das Songwriting teilweise doch zum Problem. Überraschenderweise haben sich einige Lückenfüller eingeschlichen, die das hohe Durchschnittsniveau deutlich schmälern. So wurden Songs wie "Torment in fire" , "Warmaster" (Tiefpunkt!) oder "The maggot colony" (gescheiterte CANNIBAL CORPSE-Annäherung!) insgesamt recht unspannend in Szene gesetzt, weswegen sich beim Hörer eine gewisse Beliebigkeit breitmacht. Schwedentod darf gern simpel gestrickt und schnörkellos sein - im Idealfall muss (!) er es sogar. Von Banalitäten sollte dabei aber dringend Abstand genommen werden. Anders ausgedrückt: Die große Starke von REVEL IN FLESH war bisher immer die rabiate, ohrwurmtaugliche Abrissbirne (á la "Shadowbreeder" oder "Slavish obedience"). Meines Erachtens erfüllt auf "Manifested darkness" aber nur der grandiose Titelsong diese haushohen Erwartungen. Die restlichen Uptempo-Nummern gehen zwar irgendwie in Ordnung - mal mehr, mal weniger gut - , erreichen aber selten die Qualität von "Deathevokation".
Richtig fesselnd wird es eigentlich immer nur dann, wenn die fünf Süddeutschen die Geschwindigkeit merklich drosseln und die Songstrukturen hymnisch aufgewertet werden: Mit "Deathmarch" , dem beinahe schon epischen "Rotting in the void" (EDGE OF SANITY im Hinterkopf?) und dem majestätischen Kriecher "Operation citadel" (die beste Non-HYPOCRISY-Nummer seit "Abducted"!) bewirbt diese Band sich mit Nachdruck für die 2013er Todesblei-Regentschaft. Schade nur, dass es sich nur um einige wenige Ausreißer handelt. Etwas mehr Kreativität wäre nicht unwillkommen gewesen, wenn schon das Restmaterial sich eher dem Schema-F widmet. Selbst die AUTOPSY-Coverversion von "Twisted mass of burnt decay" (fein gemacht!) kann den zwiespältigen Gesamteindruck nicht wieder geradebiegen. Hmmm, da war doch eigentlich viel mehr drin?! Es bleibt zu hoffen, dass REVEL IN FLESH nicht bereits frühzeitig ihr Pulver verschossen haben. Denn trotz aller bereits vergebenen Lobesworte driftet man mit "Manifested darkness" eher ins Mittelmaß ab. Sorry, aber ich kann da nix dafür!


To Reap Heavens Apart
To Reap Heavens Apart
Preis: EUR 8,98

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Doom-Heldentat !!!, 6. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: To Reap Heavens Apart (Audio CD)
Alle Vermutungen, dass das stückweise Ableben von CANDLEMASS (zumindest auf Konserve!) eine riesige Lücke in die Doom-Metal-Szene reißen würde, schienen unbegründet zu sein. Denn mit dem schwermütigen "To reap heavens apart" spielt sich endgültig eine Band ins Rampenlicht, die von vielen Metalheads schon seit längerer Zeit als die legitimen Nachfolger von Leif Edling & Konsorten gehandelt wird. Bereits der Album-Vorgänger "Destroyers of the faith" war ein volles Pfund. Doch auf dem nun vorliegenden 6-Tracker tritt diese chilenisch/skandinavische Kollaboration den Beweis an, dass dem guten alten Epic-Doom auch weiterhin rosige Zeiten bevorstehen - der Band PROCESSION sei gedankt!
Das Quartett um Bandleader Felipe Plaza strebt über kurz oder lang die "world doomination" (!) an, was sich angesichts der zelebrierten 45 Minuten durchaus als erreichbares Ziel herausstellt. Hier muss sicher nicht um den heissen Brei herumgeredet werden: Melancholische Ungetüme wie "Conjurer" , "Far from light", "Damnatio memorae" (exzellenter Opener!) , "To reap heavens apart" oder das bereits bekannte "Death and judgement" bieten puren, authentischen Zeitlupen-Stoff in Reinkultur, der nicht nur Fans von SOLITUDE AETERNUS , COUNT RAVEN und CANDLEMASS zum Kniefall zwingen wird, sondern darüber hinaus (teilweise!) auch das Tor zum Pagan-Metal weit aufstößt. Speziell die Gitarrenarbeit und der kraftvolle, extrem charismatische Gesang lassen den Hörer von Zeit zu Zeit in dem Glauben, dass die irischen Pagan/Black-Hopefuls von PRIMORDIAL irgendwie ihre Finger im Spiel hätten. Ein Eindruck, der sich jedoch nur beim ruhigen "The death ministrel" - zu dem Alan Nemtheanga den Sprechgesang eingeflüstert hat - bewahrheitet. Einfache Rechnung: Wenn man die garstigen Black-Metal-Wurzeln der PRIMORDIAL-Meisterwerke "To the nameless dead" oder "The gathering wilderness" subtrahiert, und durch klassischen Epic-Metal ersetzt, dann hat man den Sound von PROCESSION mehr als vortrefflich beschrieben. Todtraurig, bleischwer und emotional auf der einen Seite - rebellisch und kämpferisch auf der anderen Seite. Klingt doof, ist aber so!
Allgemein wird der Zeitlupen-Metal ja von Zweiflern gern etwas kritisch beäugt, weil die schleppenden, oftmals lethargischen Songaufbauten nicht den allergrößten Raum für Überraschungen lassen. Auf "To reap heavens apart" wird dieses Manko gekonnt umgangen, indem PROCESSION beim Tempo auch immer wieder mächtig auf die Tube drücken. Den Vorwurf der Langeweile kontert das Quartett durch eine wandlungsfähige Instrumentierung, bei der u.a. das sehr facettenreiche Bass-Spiel mit Freude aufhorchen lässt. Alles weitere ist nichts als bloße Magie, und überstahlt praktisch jeden ach so tollen Genre-Neuling, der sich heutzutage in der Doom-Schublade beheimatet sieht. Weltklasse!
Dank der Werke von 40 WATT SUN ("The inside room") , BELL WITCH ("Longing") , SEAMOUNT ("Sacrifice") , BLACK OATH ("The third aeon") oder PALLBEARER ("Sorrow & extinction") waren die letzten Jahre wirklich zeitlupig gut...allein schon deswegen, weil eben nicht immer nur "die üblichen Verdächtigen" (u.a. MY DYING BRIDE) für die großen Akzente gesorgt haben. Mit PROCESSION reiht sich ein weiterer potentieller Doom-Favorit munter mit ein, dem zukünftig alles zuzutrauen ist. All diejenigen, die sich auch nur halbwegs für Heavy-Metal begeistern können - selbst wenn das Interesse noch so klein ist! - sollten "To reap heavens apart" definitiv gehört haben. Es lohnt sich wirklich!


The Sun Never Sets on the British Empire
The Sun Never Sets on the British Empire
Preis: EUR 19,42

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nice to have !!!, 1. Mai 2013
Das Durchstöbern der Album-Credits fördert eine handfeste Überraschung zu Tage: Mit dem finalen Mastering ihres ersten Longplayers "The sun never sets on the british empire" hat das Quartett BOVINE nämlich niemand geringeren als Gott (!!!) beauftragt. Wow, was für eine Ehre! War wohl grad zufällig in der Nähe, der Gute! Beim ersten CD-Durchlauf wünscht sich der Hörer dann und wann, der Allmächtige hätte den Musikern doch etwas intensiver unter die Arme gegriffen - denn insbesondere beim Songwriting wäre etwas fachmännische Hilfe "von oben" durchaus von Nöten gewesen. Dazu aber gleich mehr...
Bei der Band BOVINE handelt es sich um eine vierköpfige Band aus Birmingham - allein dies wird ja teilweise schon als Qualitätsplus gewertet! - , die hierzulande über die Plattenfirma "FDA Rekotz" veröffentlicht wird. Besagtes Label sorgt seit einiger Zeit für mächtig Furore in Death-Metal-Kreisen. Denn mit den Signings von u.a. REVEL IN FLESH , DESERTED FEAR , ARROGANZ oder LIFELESS könnte der Katalog eigentlich kaum brillianter sein. In dieser illustren Runde nehmen BOVINE jedoch eher die Position des Außenseiters ein. Mit heftigem Todesblei hat die Band nämlich nicht das geringste am Hut. Paradiesvogel-ähnlich setzen die Herren auf dem neuen 10-Tracker eher auf eine Mischung aus knackigem Alternative, Noise und Stonerrock...praktisch so, als wären vergleichbare Acts wie KYUSS , DEFTONES , QUEENS OF THE STONEAGE und FAITH NO MORE durch ein metallisches Stahlbad gegangen. Ein britisches Fachmagazin erfand diesbezüglich einfach den Genrestempel "CLUTCH on steroids"...und liegt damit gar nicht mal sooo daneben. Songs wie "Not another name" , "I will have you real" , "The battle of the sinkhole" , "Military wife" (cool!) oder "Ghost chair" mäandern somit irgendwo zwischen psychedelischen Passagen, harten Mid-Tempo-Bratereien, aufbrausender Hektik und feinfühliger Instrumentierung - allein die akustischen Klampfenzwischenspiele sind richtig klasse. Phasenweise fühlt sich gewiss auch mancher Postrocker geborgen, denn die atmosphärischen Laut/Leise-Dynamics verfehlen ihre Wirkung nicht. So far, so good!
Darüber hinaus bleibt von "The sun never sets on the british empire" allerdings auch nicht viel Überragendes übrig. Obacht, um nicht missverstanden zu werden: BOVINE machen ihre Sache wirklich gut. Die Musiker stehen handwerklich weit über dem Durchschnitt, die Produktion ist solide (Gott halt!), der Gesang klingt ebenfalls sehr warm und ausdrucksstark. Und dennoch ist ein Großteil der Songs einfach nicht zwingend genug...nichts will sich beim Hörer nachhaltig festsetzen. Lobende Ausnahme: Mit dem grandiosen "Heroes are what" ist dem Quartett ein fetter Ohrwurm (geiler Chorus; noch geilerer Drive!) geglückt, der jedoch meilenweit aus dem Restmaterial hervorragt. Fairerweise möchte ich dem Album zugestehen, dass die musikalische Klasse sich vielleicht nicht auf Anhieb zu erkennen gibt - der zweite und dritte Durchlauf dieses 36-Minüters war nämlich schon weitaus unterhaltsamer. Und beim vierten Anlauf machte die Scheibe sogar richtig Spaß! Am Ende bleibe ich aber felsenfest bei meiner Durchschnittsbewertung...denn irgendwie, irgendwo und irgendwann hat man das alles halt schon mal besser gehört. Somit sind BOVINE ein klarer Fall von "Kann man haben - muss man aber nicht!". Entscheidet selber! Von mir gibt's verdiente drei Sterne mit steigender Tendenz.


Infestissumam
Infestissumam
Preis: EUR 18,23

8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die satanischen Verse !!!, 29. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Infestissumam (Audio CD)
Heilig's Blechle! Diese Band ist keine Eintagsfliege...diese Band ist ein Monstrum! Das GHOST-Debüt "Opus eponymous" war vor knapp zwei Jahren eine der sonderbarsten Scheiben aus 2010, die mit ihrer Mischung aus düsterem MERCYFUL FATE-Riffing, Okkultrock-Atmosphäre und sakral-mönchsartigem Mummenschanz viele Leute vom Fleck weg begeisterte - auch ich zähle mich seitdem zum engen Kreise der "ghoul-followers". Und dennoch musste man irgendwie die Vermutung haben, dass das schwedische Sextett keinen adäquaten Nachfolger würde eintüten können. Und dass das vor dunklen Grusel-Klischees triefende Image sich vielleicht zuuu schnell abnutzen könnte.
Der nun veröffentlichte Zweitling "Infestissumam" nimmt aber allen GHOST-Nörglern unisono den Wind aus den Segeln. Denn anstatt eine einfache Kopie á la "Opus eponymous 2.0" im Setzkasten zu entwickeln, haben die sechs Maskenmänner sich teilweise komplett neu aufgestellt und wandern auf bisher unbeschrittenen Pfaden. Größtes Risiko hierbei: Die spröden Metal-Einflüsse des Debüts wurden auf "Infestissumam" etwas zurückgefahren, woran sich so manch gestandener Headbanger doch etwas stören könnte. Dafür hat sich die Band - vor allem in der Breite! - musikalisch enorm weiterentwickelt, und sich dabei hörbar dem tiefsinnigen, melodisch begeisterndem Progrock der Siebziger Jahre geöffnet. Weniger Gitarren, dafür gaaanz viel Orgel. Weniger MERCYFUL FATE, dafür eine gesunde Portion früher GENESIS. Weniger Dunkelheit, dafür gaaanz viel Schönheit. Diese neue Ausrichtung beim Songwriting muss man nicht mögen - mich persönlich hat dieser 10-Tracker jedoch ab der allerersten Sekunde überwältigt. Seitdem schwebe ich in einer musikalischen Parallelwelt, in der sich GHOST neben Rock-Dinosauriern wie RAINBOW , BLUE OYSTER CULT , BLACK SABBATH , GENESIS , THE DOORS oder THE DEVIL'S BLOOD (unvermeidbar!) spielend behaupten können.
Also, Manege frei! Mit brandneuen Gruselnummern wie "The depth of satan's eyes" (tolle Geister-Singalongs!), "Per aspera ad inferi" (geht tief unter die Haut!) oder dem elektronisch verfeinerten "Year zero" (schlichtweg unglaublich!) bestätigen die Schweden ihre "Opus eponymous"-Topform, wobei es sich die Band sogar leisten kann, mit dem schräg-zirkusartigen "Secular haze" den am wenigsten brillianten Song als erste Video-Auskopplung zu bringen. Der intrumentale Titelsong funktioniert gleich zu Beginn als fantastischer Dosenöffner im Selim Lemouchi-Breitwandformat, und hätte exakt so auch auf "Come reap" (THE DEVIL'S BLOOD) stehen können. Wunderschöne Doom-Rocker wie "Idolatrine" und "Body and blood" schrauben den Ohrwurmfaktor in schwindelerregende Höhen, und überzeugen quasi als poppiges Pendant zu "Stand by him" oder "Ritual" (beide vom Debüt!). Das abschließende "Monstrance clock" beginnt eher unauffällig, steigert sich aber mit jeder Sekunde zum anbetungswürdigen Doom/Prog-Kleinod, in dessen Verlauf sich Orgelzauberei und hymnische Choräle am Ende kongenial ergänzen. Gleiches gilt auch für das unfassbar eingängige "Jigolo har megiddo", bei dem der maskierte GHOST-Tastenmann ganz tief im epischen GENESIS-Reportoire (praktisch die gesamte Gabriel/Rutherford/Banks-Palette!) wildert, und dem Song damit einen raffinierten Artrock-Anstrich verleiht. Kein Zweifel, diese musikalische Vielfalt und Wandlungsfähigkeit wäre auf "Opus eponymous" noch komplett undenkbar gewesen. Beim zweigeteilten "Ghuleh / zombie queen" schießt der schwedische Geisterordern dann aber den finalen Vogel ab: Auch diese Nummer beginnt zunächst als ruhige, akustische Emotions-Wundertüte mit "And then there were three"-Gedächtnis-Keyboards, die beim Hörer für einen gewaltigen Schauer sorgt...nach einem Bruch gewinnen dann die heftigen Gitarren die Oberhand, um sich zu einer waschechten Hardrock-Hymne hochzuschaukeln. Hatte ich in diesem Zusammenhang schon die THE DEVIL'S BLOOD-Parallelen erwähnt? Ja? Gut, dann sag ich's eben nochmal damit es jeder kapiert!
Fantastische Spannungsbögen wie handgemalt...ein nahezu blindes Verständnis der Gitarren- und Tastenfraktion...dazu dieser spöttisch eingängige Gesang von Papa Emeritus , für den man glatt den Genrebegriff "BEACH BOYS-go-Metal" erfinden müsste, und der die besungene Satans-Huldigung voller Inbrunst in die weite Welt hinausposaunen darf, ohne das man es ihm übel nimmt.
Exakt so klingt Rockmusik am Rande der Perfektion! Haarscharf ausbalanciert zwischen Düsternis und melodiedurchfluteten Rechts- u. Linksschlenkern. Das Maskenimage ist nur Fassade...hier zählt das musikalische Ganze. Und da "Infestissumam" - wie auch bereits beim Vorgänger! - erneut kein Gramm Fett zuviel angesetzt hat, haben wir es hier mit einer der grandiosesten Rock/Metal-Scheiben 2013 zu tun. Ich lege mich fest: Über dieses Album wird man in vielen Jahren noch reden. Aber Vorsicht, is' ghoul man!
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 2, 2013 6:34 PM MEST


Inverted Blood MCD
Inverted Blood MCD
Preis: EUR 8,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vollgas unterm Zuckerhut !!!, 20. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Inverted Blood MCD (Audio CD)
Kurzes Album, kurze Rezi: Das die brasilianischen Black-Thrasher von BODE PRETO die einzigen Soli auf ihrer Scheibe "Inverted blood" von Gast-Gitarristen haben einspielen lassen, spricht nicht unbedingt für die Musikalität des Duos. Erst recht nicht, wenn die 9 Songs (inkl. Intro) in rekordverdächtigen 26 Minuten runtergehackt werden. Die erste Vorahnung, dass es sich bei den Herren Josh S. (voc./git.) und Adelson (dr.) um aussichtslos mindertalentierte Grobmotoriker handelt, bewahrheitet sich jedoch nicht. Denn obwohl ca. 95% dieser Brutalität-Darbietung in emotionslosem Uptempo runtergeholzt werden, kann der Hörer die spielerischen Konturen von "Inverted blood" jederzeit erkennen. BODE PRETO meistern dieses Chaos mit Methode!
Schwarzmetallische Nackenbrecher wie "Black mirror" , "Mother of ferocity" , "The erection of the cross" und "Children of suicide" haben eine klare Linie, verdächtig eingängige Strukturen und - man glaubt es kaum! - einige brilliante Melodien im Köcher. Hinter der Schießbude stellt ein nimmermüder Duracell-Hase einen neuen Stumpfheits-Weltrekord für die Ewigkeit auf, während sich die Riffs mal schräg, mal lässig, zumeist aber bitterböse beim Hörer wie ein glühendes Brandeisen einbrennen. Checkt einfach mal den Übersong "Elytron (succubus)" an - und schweigt danach für immer!
Für mich klingt "Inverted blood" ungefähr so, als würden sich Musiker von HELLHAMMER , SODOM , VENOM und IMPALED NAZARENE eine versoffene, knapp halbstündige Proberaum-Schlägerei liefern, während im Hintergrund "Storm of the lights bane" (DISSECTION) auf 45 Umdrehungen läuft. Eine Machtdemonstration! Ob das Ganze nun typisch brasilianisch ist, dass sollen besser die eingeweihten Szene-Experten beurteilen. Mich jedenfalls haben die beiden Selecao-Sickos auf diesem Album zeitweise gewaltig "abgeholt". Für die brettharte War/Black/Thrash-Metal-Zielgruppe (u.a. ARCHGOAT , SARCOFAGO und NEKROMANTHEON) definitiv ein Must-Kauf! Schade nur, dass man die Texte im Booklet - bei höchstens Schriftgröße 1 - nicht entziffern kann. Ein kleiner Kriktikpunkt für eine ansonsten tadellose Baller-Scheibe. Undergroundig gut!


After You
After You
Preis: EUR 8,99

4.0 von 5 Sternen Freddy vs. Jason !!!, 15. April 2013
Rezension bezieht sich auf: After You (MP3-Download)
Es gibt Bands, die in ihren Lyrics komplett durchdachte, fein ausgetüftelte Fantasy-Konzepte vor dem inneren Auge des Hörers ausbreiten. Andere wiederum prangern aktuelle, weltpolitische Missstände an, ohne dabei mit Sozialkritik zu geizen. Und dann gibt es die Sorte von Acts, deren Texte überhaupt keinen tieferen Sinn haben, und die einfach nur zusammenhangslos über Dinge schreiben, die ihnen irgendwie "zugeflogen" kommen. Die US-Thrasher von PROWLER gehören zu keiner dieser genannten Gruppen...gehen aber auf ihrem Silberling "After you" dennoch nach einem gewissen inhaltlichen Konzept vor: Sie singen einfach über Horror-Filme! Das macht Spaß, tut keinem weh - und die Ideen kommen von ganz alleine! So trifft der Hörer während der 43 Minuten gaaanz viele alte Bekannte aus seiner Jungendzeit wieder...denn kultige Gruselschinken wie "Freitag der 13." , "The lost boys" , "Halloween" , "Hellraiser" oder "Night of the living dead" haben aus nostalgischer Sicht schon einen gewissen Reiz, der einfach sehr gut zum Heavy-Metal passt. Und damit ist dieses Konzept dermaßen bescheuert, dass es gleichzeitig schon wieder genial ist!
Ganz nebenbei machen PROWLER aber ja auch noch Musik...und die ist insgesamt nicht von schlechten Eltern. So orientiert sich das Trio auf "After you" vornehmlich an urtypischem Thrash/Speed-Sound á la FLOTSAM & JETSAM , ANNIHILATOR und OVERKILL. Wichtigster Einfluss ist und bleibt aber eine unverkennbare Affinität zu Uralt-METALLICA, die omnipräsent und unverkennbar über dem 9-Tracker schwebt.
Trotz gelegentlicher Ausbrüche sind die Songs dabei meistens im groovigen Midtempo angesiedelt, und passen perfekt ins "Seek & destroy" / "Ride the lightning"-Schema. Auch gesanglich sind die Parallelen zu James Hetfield leicht rauszuhören. Mit den großartigen "The dead rise again" , "Friday the 13th" und "Say hello to the nite" (mit witzigem Kinderchor!) feiern PROWLER gleich einen bärenstarken Einstand, nehmen sich aber in Folge einige kompositorische Auszeiten - u.a bei den recht beliebigen "Book of the dead" und "What's your pleasure". Macht aber nix, selbst im Horrorland wachsen die Bäume schließlich nicht in den Himmel. Bei einer Band wie PROWLER, die den Hörer vor allem über die Spaßkomponente (!) packt, dürfen die Riffs auch gern mal etwas unspannender aneinandergereiht werden. Musikalische Glanzleistungen vollbringen andere - diese Band macht's ausschließlich "for the fun of it". Und trotz einiger songwriterischer Defizite sind die Musiker alles andere als dilettantische Nichtskönner, wie z.B. die melodisch ansprechenden "The tall man" und "Haddonfield" (cool!) beweisen. Garniert wird das schaurige Splatter-Scheibchen durch zahlreiche Original-Filschnippsel und Zwischenspiele, die "After you" als konzeptionelles Ganzes zusammenhalten. Dadurch erlangt der 43-Minüter teilweise sogar schon Hörspielcharakter. Reizvolle Sache!
Fazit: Die irische Plattenfirma "Slaney Records" hat beim Signing von PROWLER erneut ein glückliches Händchen bewiesen. Denn ähnlich wie bei den Labelmates POSSESSOR ("Cities built with skulls" , "Make them eat metal") oder VINDICATOR ("United we fall") gibt man einem jungen, unverbrauchten Newcomer eine Chance. Alles in allem kann das Trio zwar (noch!) nicht mit den beiden Bands mithalten, hat aber die breite Aufmerksamkeit der Thrash-Gemeinde durchaus verdient. Denn eines haben alle "Slaney"-Veröffentlichung immer noch gemeinsam: Hier gibt es Musik von Fans, für Fans! Und somit sind auch PROWLER sicherlich keine neuen METALLICA...sondern vor allem reine Herzensangelegenheit.


Red Horse
Red Horse
Preis: EUR 20,20

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das rote Pferd !!!, 14. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Red Horse (Audio CD)
Offensichtlich sind die vier Kalifornier von EARLY GRAVES weder große Mallorca-Touristen, noch begeisterte Aprés-Ski-Kenner. Weil ansonsten hätte sich die Band nicht den Titel eines der peinlichsten, deutschen Stimmungs-Hits als neuen Albumnamen ("Red horse") ausgesucht. Achtung, jetzt wird's heftig: "Da hat das rote Pferd sich einfach umgekehrt und hat mit seinem Schwanz die Fliege abgewehrt. Die Fliege war nicht dumm, sie machte summ, summ, summ. Und flog mit viel Gebrumm um's rote Pferd herum."...und so weiter. Bröäh, ich könnt kotzen!
Gott sei Dank ist das Frisco-Quartett aber etliche Meilen von oben genannter Fremdschäm-Lyrik entfernt, gäbe aber bei einer musikalischen Verwüstung der ballermannschen Discomeile gewiss eine tolle Figur ab. Skandal in der Schinkenstraße - der Ballermann wird weggeballert! Tim fliegt das Toupet vom Kopf...Roberto Blanco versucht sich im Propeller-Headbanging...Jürgen Drews bricht sich beim Crowdsurfing einen Zacken aus der Krone...und kein geringerer als Michael Wendler führt während der alles vernichtenden 32minütigen Spielzeit die "wall of death" an. All-inclusive versteht sich! Sorry, ich schweife ab...aber träumen wird jawohl noch erlaubt sein.
Auf ihrem brandneuen Hassbatzen "Red horse" (die beiden Vorgänger "Goner" und "We the guillotine" sind mir bis dato unbekannt!) entfachen EARLY GRAVES einen derart furchteinflößenden, megabrutalen Sound-Tornado, dass einem schlichtweg die Spucke wegbleibt. Und im puren Zerstörungswahn ist der Band dabei jedes Mittel recht. EARLY GRAVES interpretieren den "Wolverine blues" in tobender Dreifachgeschwindigkeit. Aber darüber hinaus stehen sie stellvertretend für alle Fans, die auf klassische "Core"-Musik stehen. Bedeutet: Hier gibt es die knüppeldicke Vollbedienung aus Ami-Hardcore, rumpelndem Grindcore und - als wichtigste Zutat! - eine volle Kelle abartigsten Crustcore. Songs wie "Death obsessed" , "Apocalyptic nights" , "Pure hell" (wie wahr!) sowie die furiosen "Misery" , "Skinwalker" und "Days grow cold" hinterlassen nichts als Schutt und Asche, sind aber in letzter Konsequenz eigentlich nur purer Rockn' Roll. Jedes weitere Wort wäre eigentlich zu viel - aus positiver Sicht! Denn dem ihrem Gespür für brachiale Hooklines gibt es auch immer wieder feinfühlige Kurzzeitmomente, in denen die Melodien das Wort haben. So endet der Rausschmeißer "Quietus" in einem dieser typischen, minutenlangen Crustpunk-Chillouts, die einem sonst nur von einer Band wie MORNE begreifbar gemacht werden. Goil !
Alles andere ist der bloße Wahnsinn. Runtergerotzt in einem kratzigen, herrlich dumpfen Soundgewand, das allen seelenlosen "copy & paste"-Produzenten (Tägtgren, Madsen) den stinkenden Mittelfinger zeigt. Die kollektive Death/Grind/Punk-Raserei, bei der alle Fans von u.a. TERRORIZER , ENTOMBED , AGNOSTIC FRONT , DISCHARGE , REPULSION , AMEBIX oder WOLFPACK lieber jetzt als sofort zum Portemonnaie greifen. "Red horse" ist Pflicht, ganz einfach!


Undead Soil [Explicit]
Undead Soil [Explicit]
Preis: EUR 9,89

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Hackebeilchen tut Leckermäulchen gut !!!, 12. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Undead Soil [Explicit] (MP3-Download)
Laut ehrlicher Selbstauskunft können die Leute aus Baden-Württemberg alles - nur kein Hochdeutsch. Nun ja, Death-Metal können sie offensichtlich! Denn neben den großartigen REVEL IN FLESH steht mit CASKET ein weiterer hochkarätiger Act aus dem Schwabenland - genauer gesagt aus Reutlingen - auf der Matte, der sich dem urwüchsigen Todesblei verschrieben hat. Obwohl die Band bereits auf eine ellenlange Historie zurückblicken kann, dürften die bisherigen Full-lenght-Scheiben "Under the surface" und "Upright decay" weitestgehend unbekannt sein. Über 20 Jahre (!) nach Bandgründung wird mit "Undead soil" nun das dritte Langeisen rausgekloppt. Exzellentes Timing: Denn im Zuge der seit Monaten anhaltenden, deutschen Todesblei-Welle dürfte das schwäbische Trio bei vielen Krachfanatikern offene Türen einrennen. Insbesondere alle Freunde des ungestümen US-Death-Metal können sich hier ein zweites Loch in den Allerwertesten freuen...denn stilistisch orientieren sich CASKET hingebungsvoll an Uralt-Hauern wie IMMOLATION , OBITUARY , den frühen SIX FEET UNDER und CANNIBAL CORPSE. Vor allem der Einfluss der fünf "Kannibalen" hat auf diesem 12-Tracker mehr als eindeutige Spuren hinterlassen, so dass der Hörer sich teilweise tatsächlich an das blutig-eiternde Triple "Tomb of the mutilated" , "The bleeding" und "Vile" erinnert fühlt. Einspruch abgelehnt: Die drei Reutlinger sind echt Experten des hundsgemeinen Psychopathen-Sounds, bei dem spielerisches Können erstmal zweitrangig ist. Anstatt die Moorleiche fein säuberlich mit dem Skalpell zu sezieren, kann man den ranzigen Torso schließlich auch mit dem Beil kurz und klein hacken und die Körperteile danach zusätzlich durch den Fleischwolf drehen. Autsch, Herr Doktor! Trotz dieser ruppigen Haudrauf-Einstellung wissen CASKET aber durchaus etwas mit ihren Instrumenten anzufangen, ohne sich dabei aber all zu weit aus dem Fenster zu lehnen. Die Balance passt ganz einfach!
Übrigens, so wie das britische Todesblei-Kommando BOLT THROWER haben CASKET eine Bassistin (!) an Bord, was aber natürlich zu keiner Zeit auffällt. Erwähnen wollte ich es dennoch.
Darüber hinaus lassen Songs wie "Dead men refuse to speak" , "Masturbating in psalms" , "Superior to all" , "Digital price" , "Optional disaster" , "Bloodwolf" oder die famos umtriebige Granate "The dark mark" (Höhepunkt!) keine Wünsche offen. Derbe Hausmannskost aus eigener Schlachterei, bei der man sich mit allergrößtem Appetit den Ranzen vollhauen möchte. Und das sage ich als überzeugter Vegetarier!
Größtes Manko: Richtig eigenständig ist "Undead soil" leider nicht...bei den wenig inspirierten Passagen gibt es hier und da sogar einige Längen. Für willkommene Auflockerung im Sound-Sturm sorgen hingegen die kurzen Intrumentals "Immortal ways" , "Continuous" und "Reincarnate", bei denen CASKET vom Reutlinger Schlagzeuger/Percussionisten BRAD CHAINSAW unterstützt werden. Diese akustischen Zwischenspiele tun "Undead soil" hörbar gut, so dass jeder Hörer ohne die Anzeichen von Sekundenschlaf durch die 42 Minuten kommt. Aufgeweckte Metaller kommen dann beim coolen "Hirschtanz" auf ihre Kosten, das einem doch irgendwie bekannt vorkommt. Wo und von wem man diesen Song schon mal gehört hat, soll an dieser Stelle aber nicht verraten werden. Ich will schließlich niemandem den Rätselspaß verderben! Tja, und abgerundet wird das Album von seiner stimmungsvollen Gestaltung, die im Digipak-Format wirklich einiges hermacht. Schickes Teil!
Death-Metal-Puristen müssen unbedingt zuschlagen...alle tonleiterfixierten Technik-Nerds mit zuuu hohem Anspruchsdenken sollten aber die Griffel von diesem Teil lassen. Denn diejenigen wären bei der neuen STEVEN WILSON-Scheibe wohl eindeutig besser aufgehoben. 4 Sterne!


The Brutal State
The Brutal State
Preis: EUR 15,49

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hell over Hellas !!!, 11. April 2013
Rezension bezieht sich auf: The Brutal State (Audio CD)
Ich mache kein Geheimnis daraus, dass unsere europäischen Freunde aus Griechenland schon seit einigen Jahren gaaanz oben auf meiner Sympathieliste stehen. Dies betrifft natürlich vor allem "Hellas" als Urlaubsland...speziell aber auch die dortige Thrash-Metal-Szene, die aktuell wohl einige der hoffnungsvollsten Underground-Acts der Welt am Start hat. Die bekanntesten Vertreter des "Greek-Thrash" sind gewiss SUICIDAL ANGELS...doch auch tolle Nachwuchs-Bands wie RELEASED ANGER , CHRONOSPHERE , MORTAL THREAT , CONVICTED , BIO-CANCER , CONSPIRACY , DEAD CITY oder die Thrashcore-Knüppler von FAITHREAT - alle solidarisch vereint hinter dem Banner "Athens Thrash Attack"! - haben ein haushohes Potential, das hierzulande bisher aber noch niemandem aufgefallen ist. Griechenland, quasi die Bay-Area Europas!
Die Band mit den besten Erfolgsaussichten dürfte das Quintett EXARSIS sein, deren neuer Gewaltschlag "The brutal state" (vorab gab es nur das Mini-Album "Under destruction") praktisch alle Vorzeichen erfüllt, die ein mitreißendes Thrash-Metal-Album haben muss. Grob umschrieben: Wenn man seine heimische CD-Sammlung alphabetisch sortiert, dann werden sich EXARSIS zwangsweise irgendwo in der Nähe zu EXODUS wiederfinden - und das passt auch absolut perfekt! Denn die fünf Hellenen gehen auf diesem 10-Tracker mit identischer Brutalität und Zielstrebigkeit zu Werke, zu der jeder Metalhead schon bei EXODUS-Frühwerken wie "Fabulous disaster" oder "Pleasures of the flesh" seine Matte geschüttelt hat. Durch einen minimal-punkigen Touch müssen aber auch Bands wie ANTHRAX , GAMA BOMB oder NUCLEAR ASSAULT als Referenz genannt werden. Für pure Begeisterung sorgt die Axtfront von EXARSIS, wobei die beiden Gitarristen selbst im pfeilschnellen Uptempo noch spielerische Akzente setzen können. Bei Nummern wie "Mind poisoning" , "Suicide disorder" , "Vote for crisis" oder "Surveillance society" wird die Eingängigkeit jedoch niemals zu Gunsten der musikalischen Komplexität geopfert - selbst wenn richtig einprägsame Refrains hier klar in der Unterzahl sind.
Als größter Stolperstein könnte sich dafür allerdings der Gesang erweisen, der - so ehrlich muss man sein - absolut Geschmackssache ist. Der Shouter agiert am Mikro mit einem enormen Wiedererkennungswert, und fühlt sich dabei speziell in den hohen Tonlagen pudelwohl. Schrill und außergewöhnlich, wie ein Helium schnüffelnder Joey Belladonna kurz vor'm Stimmbruch. Strange! Daneben gibt es noch heisere Backing-Vocals en masse - ein im "Greek-Trash" ziemlich typisches Stilmittel. Apropos Gesang, die bissigen Lyrics des 38-Minüters sind wie perfekt aus dem Leben gegriffen, und einmal mehr Ausdruck für die angespannte Situation bzw. der Lebensumstände, die im Griechenland der Jetztzeit vorherrschen. Ohne sich melodisch zu verausgaben: Fantastische Songs wie "Toxic terror" , "Apathy ignorance oblivion" , dem METALLICA-mäßigen "Under destruction" , "Addicting life waste" (nur noch geil!) und das vom Album-Vorgänger übernommene "Dying earth" sind lupenreine Geschosse aus dem Bay-Area-Bilderbuch, die einen Großteil der Thrash-Konkurrenz heuer mächtig alt aussehen lassen. Zusammen mit der soliden Produktion und dem wirklich exzellent-oldschooligen Artwork (á la Ed Repka) geht "The brutal state" als bestens funktionierendes Gesamtpaket durch, das jeder krachverwöhnte Headbanger daheim im Schrank stehen haben muss!
Und überhaupt: Die Band EXARSIS macht einen wirklich derart sympathischen Eindruck, dass ich mich persönlich immer wieder an die musikalischen Gehversuche der jungen DEATH ANGEL erinnert fühle. Enthusiasmus pur, der mir vom Punkt weg 5 Sterne wert ist. Σας ευχαριστώ, φίλοι μου!


In Division
In Division
Preis: EUR 4,45

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen 30 Sekunden bis Wandsbek !!!, 4. April 2013
Rezension bezieht sich auf: In Division (MP3-Download)
Als langjähriger Rock/Metal-Fan und Musiksammler boykottiere ich MP3-Downloads eigentlich schon aus Prinzip, und würde mich im Zweifelsfall immer (!) für ein physisches Produkt entscheiden, das man anfassen und anschauen kann. Blöd ist es halt nur dann, wenn man die Alben gewisser Bands eben nicht im CD-Format kaufen kann, so dass die Mucke zwangsläufig runtergeladen" werden muss. Tja, was willste machen? In kritischen Einzelfällen beisst man dann eben doch in den sauren Apfel - hilft ja nix!
Auch das selbstbetitelte Mini-Album von IN DIVISION ist zunächst nicht als offizieller Tonträger erhältlich...aus guten Gründen habe ich beim Download diesmal aber keine Sekunde gezögert: So handelt es sich bei dieser neuen Band um die musikalischen Köpfe von THE RETALIATION PROCESS, die ursprünglich auch unter dem Namen NAYLED aktiv waren. Zunächst begann man als moderner Alternative/Metalcore-Act, ehe man dem eigenen Sound eine ungleich rabiatere Melo/Death-Frischzellenkur gönnte. Jeder interessierte Rock/Metal-Anhänger sollte in Frühwerke wie "Downfall" oder die fantastische "Antibody"-EP mal reingehört haben. Lohnt sich auf jeden Fall!
Mittlerweile hat sich das Hamburger Quintett hörbar vom Haudrauf-Sound alter Tage entfernt, so dass das 5-Track-Album "In division" wohl als kompletter Neuanfang zu werten ist - neuer Sänger und Gitarrist inklusive!
Alle Freunde des Mainstreams können schon mal anfangen zu jubeln...denn mit ihrer modern-elektronischen Melange aus FILTER , DREDG , 30 SECONDS TO MARS (ganz deutlich!) oder neueren KATATONIA ist einem möglichen Erfolg Tür und Tor geöffnet. Die 20-minütige Spielzeit ist zwar leider etwas knapp bemessen...aber immer noch lang genug, um das Potential von IN DIVISION gut einschätzen zu können: Keine Frage, da geht was! Mit Songs wie "Broken arrows" , "Recast the form" und "Never ending days" hat es sich der Waterkant-Fünfer richtig knackfett in der Alterna-Rock/Metal-Schublade bequem gemacht. Besonders gut gefällt hier vor allem die Kombination aus harten Gitarren und modern-elektronischen Synthies, die den Songs auch eine gewisse emotionale Tiefe verleiht. Beim Kopfhörer-Check gibt man sich diese Scheibe also auch gern mehrmals hintereinander, um neue, bisher unerhörte Passagen in sich aufzusaugen. Und dennoch ist beim Songwriting längst nicht alles Gold, was glänzt. Denn trotz einiger gutklassiger Riffs und netter Melodiechen bleibt nicht allzu viel hängen. Die wirklich brillianten Ansätze können nicht darüber hinwegtäuschen, dass teilweise - u.a. bei den unauffälligen Refrains! - noch genug Luft nach oben ist. Dazu passt auch der Sänger, der zwar insgesamt eine gute Figur abgibt - jedoch ohne große Eigennote. Für eine neu formierte Band absolut passabel...zum Bäume ausreißen taugt's halt aber noch nicht. Als glasklare Höhepunkte gehen dafür die Nummern "Pitch black sea" (tanzfähiger Hit!) und "Useless like a toy" (sogar fast noch besser!) durch, die der Band nicht nur in norddeutschen Rock-Diskotheken gute Chancen einräumen dürften. Rakete!
Beim Sound dieses Mini-Albums sind IN DIVISION kein hoher Risiko eingegangen, und haben sich die Dienste von Eike Freese gesichert, der als Produzent von u.a. OOMPH! , CALLEJON oder EISBRECHER schon ein gewisses Renommée hat. Für eine Modern-Rock-Band klingt der Sound daher natürlich wie maßgeschneidert. Des einen Freud, des anderen Leid: Alle Skeptiker werden nämlich zu Recht (!) bemängeln, dass die Songs kaum Ecken und Kanten haben. So knallen die harten Passagen zwar recht ordentlich, stören aber ein kleines Hoppelhäschen nicht mal beim Löwenzahn knabbern - zu sauber, zu steril, zu brav! Speziell bei den atmosphärischen Momenten passt diese Produktion dafür aber perfekt.
Fazit: Die Hamburger IN DIVISION liefern auf ihrem EP-Erstling eine solide Vorstellung ab, bei der alle Fans des kommerziellen, teils vertrackten Alternative-Sounds ein Ohr riskieren sollten. Für meinen Geschmack hätte das Ganze etwas mehr Schmackes haben können. Aber ihr seht dies vermutlich schon ganz anders. Aus alter norddeutscher Verbundenheit bekommt diese Band übrigens einen dicken Bonuspunkt. Reinhören schadet nicht - und runterladen ausnahmsweise auch nicht!
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: May 24, 2013 8:16 PM MEST


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