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Rezensionen verfasst von
kwichybo "Jörn M." (Nürnberg)
(TOP 1000 REZENSENT)   

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Surgical Steel (Ltd.Edition)
Surgical Steel (Ltd.Edition)
Wird angeboten von Lowe Records
Preis: EUR 9,99

6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Scharf wie ein Skalpell !!!, 4. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Surgical Steel (Ltd.Edition) (Audio CD)
Also wenn es irgendwo da draußen im letzten toten Winkel des Heavy-Metal-Universums doch noch jemanden geben sollte, der die Prügel-Pioniere CARCASS noch nicht kennt, dann bestünde jetzt die ideale Möglichkeit sich schleunigst "unters Messer zu legen". Denn diese operative Eingriff dauert nur knapp 52 Minuten - und hat ausschließlich positive Nebenwirkungen!
Eine gefühlte Ewigkeit seit ihren letzten musikalischen Lebenszeichen "Swansong" geben sich die Ex-Grindcorler CARCASS endlich wieder die Ehre, und liefern mit ihrem neuesten Streich "Surgical steel" vermutlich die beste Death-Metal-Scheibe des Jahres ab. Nicht das die Konkurrenz 2013 mit Qualität bisher besonders gegeizt hätte - mit den aktuellen Platten von AUTOPSY ("The headless ritual") , GRAVEYARD ("The sea grave") , VORUM ("Poisoned void") , SULPHUR AEON ("Swallowed by the oceans Tide") oder TORMENTION ("Hunger for flesh") ist der Jahrgang sogar einer der besten seit langem. Und doch haben es Bill Steer , Jeff Walker & Konsorten tatsächlich geschafft, dem Todesblei-Reigen noch mal die Krone aufzusetzen.
Ganz salomonisch schließe ich mich der Mehrheitsmeinung an: Der 12-Tracker "Surgical steel" klingt tatsächlich so, als könne er als Bindeglied zwischen den Alt-Releases "Necroticism" und "Heartwork" fungieren. Beruhigenderweise klingen CARCASS also immer noch hundertprozentig nach CARCASS!
Wenn man diese Band (aus welchen Gründen auch immer) bisher allerdings komplett "verpasst" hat, dann könnte euch folgende stilistische Eingrenzung den Kauf des Albums gewiss etwas schmackhafter machen: Man nehme das rüpelhaft filigrane, sich immer mehr an die Perfektion annähernde Songwriting von KREATOR (ab "Violent revolution")...addiere den legendären, bis heute von keiner Band erreichten Gitarren/Schlagzeug-Punch von DEATH's "Human"...hier und dort noch ein Haufen tödlicher Blastbeats...und stelle diesem ultimativen Killer-Gebräu noch die hochmelodischen Melodien aus urältester IN FLAMES-Schule ("Subterranean" , "The jester race") an die Seite. Und fertig ist die Todesblei-Schlachtplatte, die in den kommenden Monaten als wichtigster Gradmesser des Genres genannt werden wird. Top, die Wette gilt!
Was mich bei vielen Knüppel-Platten zumeist unglaublich nervt loten CARCASS als größten Pluspunkt aus: Unbarmherzige Nackenbrecher wie "The granulating dark satanic mills" , "Captive bolt pistol" , "Unit for human consumption" oder "The master butcher's apron" wurden vom Sound-Duo Richardson/Sneap derart gefühlskalt und steril in Szene gesetzt, dass der 12-Tracker beinahe schon an maschinelle Überpräzision grenzt. Messerscharf und blitzblank! Dies passt natürlich zum gesamten Konzept von "Surgical steel", bei dem sich selbst im bebilderten Booklet kein einziges Staubkorn finden lässt.
Egal welchen Song man grad am Wickel hat - die nächste Nummer ist mindestens ebenso gut. Sei es die kurz und schmerzhafte Abrissbirne "Thrasher's abbatoir" (mit geilem "Time to die, die in pain"-Prechorus!) , eine Midtempo-Knochensäge á la "A congealed clot of blood" , das sich an rockigen Parts hocharbeitende "Mount of execution" oder einfach ein formvollendeter Alleskönner wie "Cadaver pouch conveyor system"...das Resultat ist pure Begeisterung. Zielstrebig, brutal bis zum Abwinken, spielerisch anspruchsvoll (aber nie verkopft!) , Melodie-verliebt und mitreißend wie Göteborg 2.0.
Das kranke Pathologen-Image bemühen CARCASS zwar immer noch, aber nicht mehr sooo blutig wie in der Vergangenheit. Dennoch gibt es noch genug Zungenbrecher und coole Bandwurmzahlen-Lyrik, wie die seltsam betitelten "316L Grade surgical steel" und "Noncompliancce to ASTM F 899-12 standard" (vielleicht das Highlight schlechthin!) beweisen.
Fazit: "Surgical steel" ist endlich wieder so ein typisches Album, von dem man nichts erwartet - und dass einem alles gibt. Ein derart geiles Comeback habe ich CARCASS in diesem Leben nicht mehr zugetraut. Für alle Death/Thrash-Metaller ein prachtvolles Geschenk!


Shadows
Shadows
Preis: EUR 17,87

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein schattiges Plätzchen !!!, 1. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Shadows (Audio CD)
Auf der Schattenseite des Lebens lässt es manchmal ganz hervorragend aushalten. Insbesondere dann, wenn man ein Album wie dieses als treuen Wegbegleiter parat hat. Die Lava-Sound-Aktivisten von MORNE galten bisher noch nie als lebensbejahende Spaßmacher. Und auch auf dem brandneuen Longplayer des Ami-Quartetts darf bzw. muss sich der Hörer erneut durch lange Tunnel, abgelegene Pfade und tiefe Schluchten kämpfen. Ob er die vereinzelt durch die schwarze Wolkendecke dringenden, wohlig warmen Lichtstrahlen auch schnell findet? Die Antwort darauf bleibt vorerst ungewiss!
Mit "Shadows" haben sich MORNE vermutlich den allerpassendsten aller passenden Album-Titel ausgesucht. Denn während der knapp 50minütigen Spielzeit wird man mit den bedrohlichen Schatten komplett allein gelassen, und ist nur ganz auf sich gestellt - mit offenen Ohren und stetig steigendem Pulsschlag. Wenn man die CD in den Player legt und das Booklet zur Hand nimmt, wird man von der Band das erste mal "hinters Licht geführt". Denn obwohl nur vier Nummern auf "Shadows" vermerkt sind, beinhaltet die Scheibe überraschenderweise doch fünf Songs!
Nun aber zur Musik: In ihrer ganz eigenen Herangehensweise verwischen MORNE erneut alle Grenzen zwischen Postrock, Drone, Crust, Sludge und hymnischen Doom-Metal...jedoch mit dem Unterschied, dass man diesmal noch unbequemer zu Werke geht. Bei neuen Songs wie "A distance" , "Shadows" oder "New dawn" handelt es sich jeweils um ellenlange, alles und jeden zermürbende Zeitlupen-Monster (ohne Ausnahme!), die den Hörer nichts als pures Unbehagen ausschwitzen lassen und ihn als willenloses Opfer bloß stellen. Alle Fans von NEUROSIS , CULT OF LUNA früheren ISIS oder den Sludge-Krachmaten YOB haben hier die Möglichkeit, ihre Geduldsfäden bis aufs Äußerste anzuspannen. Im Vergleich zum Vorgänger "Asylum" haben MORNE ihren typischen Sound noch monotoner gestaltet...der in diesem Genre angestrebte "Hypnose-Faktor" wurde dadurch gleichzeitig enorm erhöht. Meiner Meinung nach lässt es die Band teilweise sogar etwas zuuu eintönig angehen, da der Großteil der "Shadow"-Songs (speziell das erwähnte "A distance") erst nach einigen Minuten wirklich auf Touren kommt. Nach zähem Beginn bahnen sich aber immer wieder traurige Melodien ihren Weg an die Oberfläche, so dass MORNE in jenen Momenten keinen Deut hinter erhabenen Doom-Göttern wie PARADISE LOST oder MY DYING BRIDE zurückstehen.
Die großen Punktsieger stehen zu Beginn und am Ende des Albums: Mit dem massiv dröhnenden Opener "Coming of winter" (dieser geile Refrain!) haben MORNE den wohl bisher besten Song ihrer Karriere geschrieben. Und das apokalyptisch riffende "Untitled" (das vergessene Lied!) haut selbst jedem Freund atmosphärischer Soundtracks am Ende der 50 Minuten rigoros die Lichter aus. Ein grandioses Finale, bei dem die Sensoren des Hörers nochmals in angespannter "Hab acht!"-Manier strapaziert werden.
Insgesamt hat der Ami-Vierer zum wiederholten male ein starkes Stück Lärm-Kultur abgeliefert, bei dem ich aber manchmal das Gefühl habe, die nächste Abbiegung könnte unter Umständen in einer Sackgasse münden. Tolle Musik - keine Frage! Aber ähnliche Acts wie AGRIMONIA ("Rites of separation") , CULT OF LUNA ("Vertikal") und vor allem OBELYSKKH ("Hymn to pan") haben in diesem Jahr bewiesen, dass man den klassischen Lava-Sound auch vielseitiger bzw. noch spannender umsetzen kann. Beim nächsten mal wäre das eine oder andere Experiment wohl nicht ganz unwillkommen. Aber auch so gehören MORNE natürlich auch weiterhin zu den fähigsten Bands, die dieses Genre zu bieten hat. "Shadows" ist ein Pflichtkauf...so oder so!


Witching Hour
Witching Hour
Wird angeboten von ProMedia GmbH
Preis: EUR 9,99

5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Im Moshpit mit Bibi Blocksberg !!!, 28. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Witching Hour (Audio CD)
Die süddeutschen Grusel-Metaller von THE VISION BLEAK gehören bei mir seit jeher in die Kategorie jener Bands, deren Scheiben ich zum Zeitpunkt der Veröffentlichung richtig, richtig geil finde...die danach aber leider recht schnell in Vergessenheit geraten. Dies ist gewiss der Tatsache geschuldet, dass die Herren Konstanz (voc./dr./keys.) und Schwadorf (guit./bass/keys.) immer einige Jahre bis zum nächsten Album verstreichen lassen, und dass THE VISION BLEAK - trotz großartiger Diskografie! - für die breite Masse bisher nie über den Status "ewiger Geheimtipp" hinausgekommen sind. Ziemlich verwunderlich! Denn auch auf ihrem neuen Langeisen "Witching hour" setzt das mittelalterliche Duo erneut auf eine ausgewogene, aber durchweg eigenständige Mischung, die eigentlich die Käuferschaft aus mehreren Genres anspricht. Bereits die Vorgänger "The deathship has a new captain" , "Carpathia" und "Set sail to misery" (das eher durchwachsene "The wolves go hunt their prey" gefiel mir persönlich nicht so sehr!) sind ganz nüchtern betrachtet der kleinste gemeinsame Nenner, um alle Fans von UNLEASHED , PARADISE LOST , SISTERS OF MERCY , AMORPHIS , CRADLE OF FILTH und RAMMSTEIN (!) stilistisch an einen Tisch zu bringen. Dies gilt gleichwohl auch für den brandneuen 8-Tracker, auf dem die Einflüsse aus schwedischem Todesblei , Gothic-Rock/Metal und bombastisch inszeniertem Düster-Pathos wie selbstverständlich miteinander verschmelzen. Und "Witching hour" ist erneut eine großartige Platte geworden - soviel möchte ich vorwegnehmen.
Nach meiner bescheidenden Ansicht gelingt der Einstieg in die 39 Minuten mit dem Doppel "Witching hour"/"A witch is born" (erinnert gesanglich in der Tat an Till Lindemann!) jedoch eher mittelprächtig, da beide Nummern, trotz aller vorhandenen Trademarks, leider nur bedingt überzeugen können. Ein Tiefpunkt ist dies sicher nicht...denn THE VISION BLEAK können potentiell gar keine schwachen Songs schreiben. Allerdings nimmt das Album erst danach richtig Fahrt auf, und mausert sich mit jedem Hördurchlauf mehr und mehr zum Dauerbrenner.
Neue soon-to-be-Hits wie das wunderschöne "The blocksberg rite" , "Hexenmeister" und das mit HELRUNAR-Gastvocals gestärkte "Cannibal witch" stehen in allerbester Band-Tradition und stellen die absoluten Stärken des Duos gekonnt ins Rampenlicht: Die Kombination aus brachialer Härte, beinahe spottender Kinderlied-Eingängigkeit, düsterer Atmosphäre und einer bis aufs letzte I-Tüpfelchen ausgeklügelten Mammut-Produktion, aus der man immer wieder neue Facetten heraushören kann. Die Aussage, eine Death-Metal-Scheibe müsse grundsätzlich dreckig, spontan und ungehobelt sein, ist für 99% all dieser Genre-Vertreter gewiss zutreffend. THE VISION BLEAK funktionieren aber ausschließlich im maßgeschneiderten, pompösen Bombast-Gewand...ein durch seine beiden Protagonisten glanzvoll inszeniertes Metal-Album mit Theaterreife, in dessen Mittelpunkt sich die Musiker immer wieder selbstverliebt in Szene setzen können. So muss es sein - Punkt!
Die Granate "Pesta approaches" wälzt sich zwischen schwarzmetallischem Mid-Tempo (Servus Quorthon!) und fiesen Knüppelparts hin und her... der abschließende 7-Minüter "The valkyrie" gefällt durch den schwermütigen Songaufbau und entwickelt sich im Mittelteil zur lupenreinem Doom-Hymne...und mit dem galoppierenden "The wood hag" (fantastischer Refrain!) erreichen THE VISION BLEAK wohl das absolute Optimum an Eingängigkeit, die sie selbst in den Folgejahren niemals wieder reproduzieren können. Das Ganze ist eingebettet in ein Sammelsurium aus Keyboards, Streichern, Flöten, Harfen, Piano und Maultrommeln (!), die den Anspruch einer Orchesteraufführung quasi herausfordern.
Fazit: "Witching hour" ist ein fabelhaftes Album zweier Geschichtenerzähler, denen man immer und immer wieder gebannt zuhören möchte. Hut, ähem...Zylinder ab!
Kommentar Kommentare (17) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 19, 2013 4:52 PM MEST


Goodbye Repentance
Goodbye Repentance
Preis: EUR 17,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hast du das gehört, Phil ???, 25. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Goodbye Repentance (Audio CD)
Erst kürzlich habe ich an anderer Stelle das tolle BLACK STAR RIDERS-Debüt ("All hell breaks lose") zum besten Hardrock-Album des Jahres 2013 gekürt. Die Konkurrenz ist aber natürlich stets hellwach - vor allem dann, wenn es sich hierbei um eine Band aus Schweden handelt! Mit nur ein Paar Prozentpunkten weniger schießt nämlich ein Elchland-Newcomer mit dem Namen DEAD LORD direkt auf Platz 2 der Rock-Hitliste. Denn deren Erstling "Goodbye repentance" gehört zum allerbesten, was es im Stromgitarren-Genre heuer zu entdecken gibt.
Der Leitspruch der vier Schweden lautet vielversprechend "We shall rock you with our rock!". Keine Frage also, dass DEAD LORD diesen Worten auch ganz schnell Taten folgen lassen. Nach nur knapp 10 Sekunden hat der Hörer schon längst gerafft wohin der Hase läuft, und wem das Quartett auch in den folgenden 39 Minuten musikalisch huldigt: Mit den Iren THIN LIZZY haben sich DEAD LORD eine der größten Hardrock-Bands überhaupt zum Vorbild genommen. Salopp ausgedrückt: Auf den acht Songs wird munter geklaut und drauflos kopiert, und zwar was das Zeug hält! Und doch kann man es diesem jungen Rock-Emporkömmling einfach nicht übel nehmen...denn selten kam eine Band den musikalischen Großtaten und dem damit übermittelten Lebensgefühl von Phil Lynott (R.I.P.) wohl jemals näher. Diese Glorifizierung geht dabei sooo weit, dass "Goodbye repentance" selbstredend auch gleich in einem Tonstudio in Dublin (also direkt an den Wurzeln!) aufgenommen wurde.
Schon allein die A-Seite meiner CD (haha!) rechtfertigt den Kauf dieses 8-Trackers. Denn mit dem endgeilen Titelsong "Goodbye repentance" , "Hammer to the heart" sowie dem unschlagbaren Hit-Doppel "Hank" und "Onkalo" beweisen sich DEAD LORD als wahre Meister des zappelnden, stets hochgroovenden Hardrock-Sounds. Gleichzeitig gibt die Band einen feuchten Furz auf irgendwelche Copyrights. Diese typisch flirrenden, oft doppelstimmigen Melodieläufe sind einfach THIN LIZZY pur - die toll eingängigen Singalongs ebenso! In Punkto Produktion gibt sich der Sverige-Vierer bereits mit den minimalsten Mitteln zufrieden. Hauptsache das Gefühl stimmt, und der Hörer kann während der 39 Minuten in nostalgischer Glückseligkeit schwelgen. Volle Punktzahl bis dahin!
Erst zur zweiten Album-Hälfte schleichen sich hier und da einige Schwächen im DEAD LORD-Songwriting ein, was vor allem daran liegt, dass die Band sich manchmal etwas zuuu lang in spontanen Jam-Sessions-Vibes verliert. Songs wie "Envying the dead" und das halbruhige "No more excuses" sind unterm Strich richtig tolle Nummern...allerdings arg verspielt und dadurch ziemlich in die Länge gezogen. An dieser Stelle geht der Band der berühmte rote Faden leider doch teilweise verloren. Erst mit dem Rausschmeißer "Ghost town" finden DEAD LORD wieder zurück in die Spur. Hier glänzt man wieder mit diesen unbändigen, straighten Spielfreude, die den Hörer schmunzelnd hoffen lässt, Großmeister Phil Lynott würde hoch oben irgendwo auf seiner Wolke sitzen und den Jungs mit einem ernstgemeinten "Respekt, gut gemacht Leute!" lässig zuprosten. Und wer möchte dem THIN LIZZY-Frontmann an dieser Stelle widersprechen?! Ich jedenfalls nicht!
"Goodbye repentance" ist ein wirklich mitreißendes Stück lebendiger Hardrock-Geschichte, das von der ersten bis zur allerletzten Sekunde "full power" gibt. Wie gesagt: Zusammen mit dem grandiosen BLACK STAR RIDERS-Erstling (etwas vielseitiger; daher besser!) sind DEAD LORD der wohl unbedingteste Muss-Kauf, wenn man auf raue Stromgitarren-Mucke steht. Und zur Feier des Tages gönnen wir uns darauf erstmal einen großen Krug mit Hochprozentigem...denn ein bisschen "whiskey in the jar" geht schließlich immer.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 1, 2013 1:47 PM MEST


Exorchrism
Exorchrism
Wird angeboten von metal-store24
Preis: EUR 13,50

4.0 von 5 Sternen Der Tod aus der Noris !!!, 24. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Exorchrism (Audio CD)
Nach einigen tollen Monaten, in denen die deutsche Death-Metal-Szene wohl nun entgültig aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht ist und geile Acts wie LIFELESS , SULPHUR AEON , DESERTED FEAR oder CHAPEL OF DISEASE zu Recht einen Achtungserfolg nach dem nächsten einfahren, sollte man auch mal einen Blick auf eher unbekannte Acts werfen - selbst wenn man hierfür manchmal etwas tiefer "wühlen" muss.
Ein hochkarätiges Beispiel aus eben dieser No-Name-Schublade ist u.a. das fränkische Quartett DEATHRONATION, an denen der aktuelle Hype vermutlich komplett vorbeigegangen ist. Bereits seit einigen Jahren prügelt sich dieses Quartett aus Nürnberg kreuz und quer durch die Region, und legte dabei musikalisch schon so manchen Club in Schutt und Asche. Mit dem ersten Demo "A soil forsaken" (sold out!) , einer Split-Scheibe mit OBSCURE INFINITY sowie dem 6-Track-Silberling "Exorchrism" hat die Band dabei eine kleine aber feine Diskografie auf der Habenseite, die jedem Todesblei-Fan ohne große Vorwarnung die Rübe abmontieren kann.
Speziell die Mini-CD "Exorchrism" (2011) weiß hierbei zu gefallen. Schon beim allerersten Blick ins Booklet erfreut man sich am übergroßen "Old School Death Metal"-Schriftzug...und nichts anderes bekommt der Hörer von DEATHRONATION um die Ohren gepustet! Die musikalischen Vorbilder dieser Mittelfranken-Schlächter sind eindeutig die Ikonen des US-Todesblei der Neunziger Jahre. Somit gehen überbrutale Granaten wie "Curse from the grave" , "Beg for your god" , "Church of salvation" oder das intensive, mit knapp acht Minuten fast schon überlange "Scorn dominion" (Highlight!) locker als Reminiszenz an Bands wie IMMOLATION , ganz frühe DEATH , INCANTATION und vor allem MORBID ANGEL durch. Das Songwriting ist simpel, das Grundtempo meistens im knüppelnden Up-Tempo angesiedelt. Den Stumpfsinns-Faktor minimieren DEATHRONATION, indem sie immer wieder coole Breaks und walzende Riffs in ihren Sound einbetten. Im wuchtigen Langsamtempo lässt es sich schließlich auch recht amtlich morden. Mit dem schönen Outro "Mental ossuary of mine" gibt es zudem eine kurze Akustik-Nummer, die alle auf Krawall gebürsteten Metal-Heads am Ende der 29 Minuten wohl behütet in den Feierabend schickt. Zugegeben: Originalität geht zwar anders - aber bei dieser Scheibe schreit wirklich kein Mensch danach!
Mit seinem brachialen Analog-Sound (wichtig!) haut "Exorchrism" daheim jede Lautsprecherbox zu Brei und Klump...und zwar genauso wie es sein muss. Während die beiden Gitarren richtig geil zur Geltung kommen - die Spontanität des Proberaums ist hier jederzeit spürbar! - tauchen die Drums bei den barbarischen Blastbeats leider etwas ab. Minimale Abzüge in der B-Note!
Letztlich ist dieses straighte Sound-Gewitter aber eine unbedingte Kaufempfehlung für all diejenigen, die den Death-Metal in seiner traditionellsten, ursprünglichsten und dreckigsten Form lieben, und dabei den ganzen spielerischen Technik-Firlefanz zum Teufel wünschen. You know who you are!
In dieser Verfassung sind und bleiben DEATHRONATION das absolute Nonplusultra im mittelfränkischen Todesblei-Underground - spontan fallen mir höchstens noch die Neumarkter SOUL DEMISE ein. Es bleibt zu hoffen, dass "Exorchrism" nicht die letzte Veröffentlichung bleibt. Denn dieser prächtige 6-Tracker macht unbedingt Bock auf mehr. Übrigens, zu bekommen ist die Scheibe u.a. über das Nürnberger Underground-Label "Dead master's beat" (Stöbern lohnt sich!). Oder beim Mailorder eures Vertrauens!


All Hell Breaks Loose
All Hell Breaks Loose
Preis: EUR 7,54

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schwarzer Sternenkreuzer !!!, 14. September 2013
Rezension bezieht sich auf: All Hell Breaks Loose (Audio CD)
Es ist natürlich komplett zwecklos zu leugnen, dass über dem Debüt-Album von BLACK STAR RIDERS der magische, übermächtige Schatten von THIN LIZZY schwebt. Kein Wunder, schließlich sind bei diesem "neuen" Quintett gleich mehrere Original- bzw. aktive Mitglieder der irischen Hardrock-Legende am Start. Und während sich alle Altfans schon seit etlichen Wochen die Köpfe darüber heißreden, ob "All hell breaks loose" es nun mit LIZZY-Klassikern wie "Jailbreak" , "Chinatown" oder "Renegade" aufnehmen kann, sollte man dieses Album - ohne übertriebenes "namedropping" und Hintergedanken - vor allem daran messen, was es wirklich ist: Die mit Abstand geilste Hardrock-Scheibe des Jahres!
Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne...selbst wenn es ein (vermeintlicher!) Neuanfang ist. Und BLACK STAR RIDERS haben die andauernden, musikalischen Vergleiche sicher nicht nötig. Die 12 Songs der "All hell breaks loose"-Sonderedition punkten vor allem durch ihre Ausgewogenheit und allgegenwärtige Klasse, wie man sie nur von einem funktionierenden, bestens eingespielten Musiker-Freundeskreis erwarten kann. Grandiose Hardrock-Schmeißer wie "Before the war" , "Bloodshot" , "Right to be wrong" , "Hoodoo voodoo" oder das mit bratenden Metal-Riffs gewürzte "Valley of the stones" (hat in der Tat einen leichten ACCEPT-Anstrich!) sind für jeden gestandenen Headbanger das perfekte 49-Minuten-Workout...ein auf die Rockwelt zugeschnittenes, groovig-mitreißendes Fitness-Programm á la Bauch/Beine/Po, das mich seit Tagen dauergrinsend durch die Wohnung tanzen lässt. Ja, diese Scheibe macht verdammt gute Laune!
Alle Songs des BLACK STAR RIDERS-Erstlings kommen zumeist kurz und knackig auf den Punkt, so dass nicht mal ansatzweise Langeweile aufkommt. Das größte Plus liegt dabei auf den herrlich verpackten Ohrenschmaus-Melodien, die sich - wie einst bei THIN LIZZY! - gern auch durch doppelläufige Gitarren im "Gute-Laune-Zentrum" des Hörers einnisten...und zwar nachhaltig! Die Kombination aus schnellen Nummern, rockigem Midtempo-Songs und getragenen Passagen läuft dabei dermaßen geschmiert, dass man gar nicht erst in Versuchung kommt, einzelnen Album-Highlights nervös per "Skip"-Taste anklicken zu wollen. Auch wenn die typisch irische Mitgröhl-Hymne "Kingdom of the lost" (inkl. Flöte und Violine) nur haarscharf an musikalischer Banalität vorbeischrammt, und "Someday salvation" gewiss nicht als allerstärkste BLACK STAR RIDERS-Nummer durchgeht: Auf dieser Platte befindet sich nicht ein schwacher Song...dafür aber eine geballte Ladung zeitloser Rockmusik, wie sie einem nicht allzu oft um die Ohren geblasen bekommt.
Während sich die Rock-Alleskönner "All hell breaks loose" (famoser Opener!) , "Kissing the ground" (Ohrwurm anyone?) , "Hey judas" (melancholisch top!) und vor allem "Bound for glory" (fantastisch!) wie selbstverständlich irgendwo auf einer Spielwiese zwischen THIN LIZZY , GARY MOORE , hammondfreien DEEP PURPLE und THUNDER austoben, hat die Band mit dem rauchigen "Blues ain't so bad" (nicht ungenial!) einen saucoolen Blues/Rocker an Bord, der auch einmal mehr beweist, wie gut sich Ricky Warwick (Ex-THE ALMIGHTY) auch als Sänger weiterentwickelt. Richtig, richtig toll!
Und da auch Kevin Shirley als Produzent ausnahmsweise mal einen guten Tag hatte - alle Fans von DREAM THEATER erinnern sich noch heute mit Grauen an das verhunzte Klangbild von "Falling to infinity" - ist sogar der Sound allererste Sahne geworden. Summa summarum ist "All hell breaks loose" ein wunderbares, herrlich unmodernes Hardrock-Album, mit dem man wohl auch jeden Außerirdischen sofort zum headbangenden, Bier trinkenden, laut gröhlenden Kuttenträger umpolen könnte. Und mal ganz ehrlich: Wünschen wir uns das nicht alle???
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 28, 2013 4:54 PM CET


Henbane
Henbane
Preis: EUR 16,71

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen A sonic compendium of the black arts !!!, 25. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Henbane (Audio CD)
Uaaargh, das hier ist die Hölle auf Erden! Gelobt, geadelt und für allezeit gepriesen sei diese unfassbare Band, die mit ihrem Zweitwerk "Henbane" das gemeinste Black-Metal-Album seit etlichen Jahren erschaffen hat. Mit dem Bandnamen CULT DES GHOULES führen die Musiker zunächst mal jeden interessierten, frankophilen Metalhead gepflegt in die Irre...denn diese Formation stammt nicht aus Frankreich, sondern aus unserem Nachbarland Polen. Dies kann aber nur ein pfiffiger Verschleierungsversuch sein: Denn mit an Wahrscheinlichkeit grenzender Sicherheit wurden CULTES DES GHOULES in den tiefsten Tiefen des Höllenreiches von Luzifer höchstpersönlich gefangen gehalten und gefoltert...mussten viele Jahre lang alles Leid der Welt am eigenen Leibe erfahren, um alle bitterbösen Gefühle, die eine gegeißelte Seele zu fühlen bzw. zu überleben imstande ist, in komprimierten 60 Minuten auf die Menschheit niederprasseln zu lassen.
Der 5-Tracker "Henbane" ist musikalisch sooo schwer Worte zu fassen, dass meine Rezension wahrscheinlich als kläglicher Versuch scheitern wird. Kurz gefasst: Im Black-Metal-Genre habe ich in den letzten Jahren keine Scheibe gehört, die es auch nur ansatzweise mit dem diesem abartigen Machwerk aufnehmen kann. CULTES DES GHOULES sind archaisch, puristisch, pechschwarz bis ins Mark und appellieren derart authentisch an alle rumpelnden Urinstinkte, die bereits vor knapp 20 Jahren alles und jeden in Schutt und Asche legten. Uralt-Klassiker wie "To mega therion" (CELTIC FROST) , "De mysteriis dom sathanas" (MAYHEM) , "Panzerfaust" und "Transilvanian hunger" (DARK THRONE) sowie die depressive SHINING-Mittelphase ("Halmstad" , "The eerie cold") geben hierbei die Marschrichtung vor...dürfen aber nur als Eckpfeiler im Sound dieser außergewöhnlichen Band genannt werden. Songs wie "Idylles of the chosen damned" , "The devil intimate" und "Festival of devotion" bieten entfesselten Hochgeschwindigkeits-Black-Metal voller Ecken und Kanten. Manische Raserei...unkontrollierbare Wut...walzende Midtempo-Stumpfheit...düstere Molllastigkeit, vom purem Chaos umgeben...majestätische Passagen voller Rotz...ein furchteinflößender Abwärtsstrudel...grandiose Melodien aus dem Nichts, die den Hörer für Sekundenbruchteile an das Gute im Menschen glauben lassen. Und doch bleibt er nach dieser einstündigen Gefühlsfolter verbittert und alleingelassen zurück. Die nackte Angst!
Die Spitze des Wahnsinns markiert übrigens der CULTES DES GHOULES-Shouter, der gesanglich absolut den Unterschied macht: Ein schizophrener, von der Zivilisation verstoßener Psychopath mit irrwitziger Reibeisenstimme, der sich tagsüber wohl nur mit Aufputschmitteln und der einen oder anderen Flasche Schnaps bei Laune hält. Unglaublich intensive Nummern wie "The passion of a sorceress" und das alles überragende "Vintage black magic" (ich dreh durch!) sind schwärzer als schwarz und geben den Startschuss zum emotionalen Sofort-Kollaps. Schmerzhaft und spirituell - musikalisches Dreckfressen! Der alles zerschlagende Gegenentwurf zum diesjährigen, bis ins kleinste Details auf Hochglanz gepimpten WATAIN-Longplayer ("The wild hunt"), der aber mit der wahren Essenz von Black-Metal eigentlich nichts mehr gemein hat. Believe it or not?! CULTES DES GHOULES hingegen sind mit ihrem asseligen Mörtel-Sound auf kommerziellen Misserfolg vorprogrammiert.
"Henbane" ist ein Meisterwerk des rohen, ungeschliffenen Extrem-Metal, das man schlicht und ergreifend gehört haben muss. Vermutlich das gefährlichste und niederschmetterndste Album seit dem sagenhaften TRIPTYKON-Debüt ("Eparistera daimones")!
Kommentar Kommentare (2) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 13, 2013 6:42 PM MEST


Dedicated to the Flesh
Dedicated to the Flesh
Preis: EUR 20,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Langeweile im Schlachthaus !!!, 16. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Dedicated to the Flesh (Audio CD)
Neeee Leute, irgendwo hört der Spaß dann doch mal auf. Seit über 20 Jahren bin ich ein eingefleischter Death-Metal-Fan, der sich schnell aber nachhaltig (!) von guter Knüppelmucke beeindrucken lässt. Selbst die einfältigste Scheibe kann sich dabei als kleines Juwel entpuppen, solange der Spaßfaktor stimmt - und beim Songwriting ein gewisses Mindestniveau erreicht wird. Bei den Elchtötern von FACEBREAKER bin ich mit meinem Latein nun aber doch am Ende...denn deren neues Album "Dedicated to the flesh" erfüllt keinen der beiden Punkte! Bereits der Vorgänger "Infected" war ein eher lauwarmes Durchschnittswerk, überfüllt mit eher lauwarmen Durchschnittsnummern, die bei Todesblei-Meistern wie BOLT THROWER , BENEDICTION und HYPOCRISY - ganz eindeutig die Vorbilder! - über kurz oder lang in der Abfalltonne gelandet wären. Der Fairness halber wollte ich FACEBREAKER aber doch noch mal eine neue Chance geben...und wurde erneut enttäuscht. Auch auf die Gefahr hin, dass ich für diese Rezension haufenweise Negativbewertungen kassiere: Aber diese Scheibe ist ein Musterbeispiel dafür, wie man Death-Metal nicht (!) spielen sollte!
Zunächst mal lobe ich gerne die fette Brutalo-Produktion, die den 12 Songs von "Dedicated to the flesh" verdammt gut zu Gesicht steht. Außerdem haben FACEBREAKER tatsächlich einige richtig coole Riffs auf der Pfanne, bei denen jeder Headbanger im Moshpit zum wild gestikulierendem, alles um sich herum niedermähendem Brummkreisel mutiert. Keine Frage, bei drei Promille Blutalkohol kann dieses Album gewiss seine Reize haben. Ganz nüchtern analysiert ist der 44-Minüter an Monotonie und Stumpfsinn aber kaum zu überbieten. Songs wie "Catacomb" , "Mutilator" , "Nuclear outbreak" , "Zombie flesh cult" oder "Tomb of the hungry dead" mögen in Einzelbetrachtung vielleicht gar nicht von schlechten Eltern sein - zumindest das Aggressionslevel passt! - , sind dabei aber dermaßen unspannend, dass selbst dem abgehärtetsten Knochenbrecher fortlaufend die Füße einschlafen. Sorry, aber zeitweise sind FACEBREAKER die musikgewordene Langeweile...dagegen klingen sogar uralte OBITUARY-Scheiben (u.a. "Cause of death" , "The end complete") wie verspielte Break-Feuerwerke. Denn was bleibt von "Dedicated to the flesh" übrig wenn man den geilen Sound und die teilweise passablen Groove-Riffs abzieht? Richtig, nüscht!
Ich gebe gern zu, dass die Platte durchaus auch ihre hellen Momente hat: Denn mit dem saustarken Opener "Meatfreak" sowie der düster walzenden Splitterbome "Hellmaster" erreichen zwei Nummern immerhin gehobene Bundesligaform. Auch wird das Album gegen Ende tatsächlich etwas besser bzw. spannender...bei "Carving for brains" , "World cremation" und "Legion of doom" lassen sich sogar einige melodieähnliche Passagen ausmachen - man glaubt es kaum! Diese rar gesäten Lichtblicke machen aus einer ideenlosen Scheibe aber leider kein Meisterwerk. So leid es mir tut.
Ohne jemandem direkt von "Dedicated to the flesh" abraten zu wollen...aber für meinen Geschmack sind und bleiben FACEBREAKER eine der (wenigen!) Death-Metal-Bands aus Schweden, deren Platten man getrost ignorieren darf. Das hat die stetig anwachsende Todesblei-Elite aus Deutschland (u.a. SULPHUR AEON , LIFELESS , DESERTED FEAR , ARROGANZ , CHAPEL OF GOULS oder die Kieler Nachwuchshoffnung DIVIDE) mittlerweile aber weitaus besser drauf. Muss man definitiv nicht haben!


The Headless Ritual
The Headless Ritual
Preis: EUR 14,95

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ich kann tote Menschen hören !!!, 11. August 2013
Rezension bezieht sich auf: The Headless Ritual (Audio CD)
Der erste Eindruck von der neuen AUTOPSY-Schlachtplatte "The headless ritual" ist auch gleichzeitig der allerwichtigste: Musikalisch hat sich bei den Mannen um Death-Metal-Urgestein Christ Reifert nichts, aber auch rein gar nichts geändert...zumindest nicht in negativer Hinsicht. Die vier Kalifornier sind zum Glück in der luxuriösen Position, dass die treue Hörerschaft eigentlich keine großen Wunder mehr erwartet, und AUTOPSY somit ohne Erwartungsdruck richtig frei aufspielen können. Wie im Falle des Vorgängers "Macabre eternal" kommt am Ende halt doch mal ein kleines Meisterstück zum Vorschein. Auf dem neuen blutgetränkten 44-Minüter setzen die Ekel-Veteranen haargenau dort an, wo sie aufgehört haben...und exakt mit den Mitteln, die sie am besten beherrschen - jedoch mit zwei wichtigen Unterschieden: Die 10 Songs von "The headless ritual" enthalten insgesamt weniger "Ballast", so dass die Scheibe unterm Strich auch über 20 Minuten kürzer ausgefallen ist. Hinzu kommt - jawoll ja! - die schrittweise Rückbesinnung auf die eigenen, abartig kriechenden Death/Doom-Wurzeln, die den neuen AUTOPSY-Sound endlich wieder bestimmen. Ohne wieder reflexartig (unangebrachte!) Vergleiche zu "Mental funeral" ziehen zu wollen...aber soooo laaangsaaam war diese Band schon lange nicht mehr. Zumindest teilweise!
Mit Schädelspaltern wie "Mangled far below" , "Arch cadaver" , "Coffin crawlers" und "Running from the goathead" haben Reifert & Co. natürlich wieder klassische Schädelspalter aus der "Stumpf ist Trumpf"-Kategorie am Start, die einmal mehr beweisen, dass alle uralten Achtziger-Death-Metaller halt immer noch insgeheim eine Grind/Hardcore-Vorliebe pflegen. Neben vielen Mid-Tempo-Passagen wird nämlich liebend gern frei von der Leber drauflos geknüppelt. AUTOPSY-like halt! Melodische Experimente gibt es wenige ("Thorns and ashes" , "The headless ritual")...raubeinige Haudrauf-Attacken dafür umso mehr. Hinter der Schießbude gröhlschreit Chefdenker Chris Reifert erneut wie ein tollwütiger Brüllaffe kurz vor der Zwangserschießung durch den Amtstierarzt, und bringt die Gewaltbereitschaft dieser Scheibe dabei treffend auf den Punkt. Die Songtexte sind dabei wieder märchenhaft schön und ein Muss für alle Horror/Splatter-Fans. Kult!
Die musikalischen Höhepunkte stehen dicht an dicht. Wie bereits geschildert, der widerlich kellerasselige Doom-Death bei u.a. "Flesh turns into dust" , "Slaughter at the beast house" , "When hammer meets bone" (durch verstörende Gitarrentupfer besonders intensiv!) und der unkaputtbaren Neu-Hymne "She is a funeral" (nur noch geil!) sorgt für einige der besten Todesblei-Momente des laufenden Jahres. So klingt es also, wenn die lebenden Toten kurz nach der mitternächtlichen Auferstehung wieder ihre Instrumente einstöpseln?! Offensichtlich! Und da auch die ungestüme Produktion erneut nicht dem plastikhaften Hochglanz gewichen ist - allein die Drums sind absolute Spitzenklasse! - , können AUTOPSY ihrem Ruf als alles niedermetzelnde Großmacht mit Nachdruck gerecht werden. Ein Pflichtkauf für alle Metalheads, die Knüppelklassiker wie "Leprosy" (DEATH) , "From beyond" (MASSACRE) oder "Severed survival" (ähem, AUTOPSY) immer noch feierlich in einer Sänfte zum CD-Player tragen lassen. 5 Sterne für eine bockelstarke Platte !!!
Kommentar Kommentare (6) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 1, 2013 4:39 PM MEST


Abra Kadavar (Digipak)
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Wird angeboten von oxfordengland
Preis: EUR 14,98

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Simsalabim !!!, 10. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Abra Kadavar (Digipak) (Audio CD)
Holla, das ist aber mal eine kleine aber feine Erfolgsstory! Die Berliner Psychedelic/Vintage-Rocker von KADAVAR sind im Underground schon längst Kult. Dahinter steckt aber weder fauler Zauber noch irgendwelchen mystischen Hexenflüche...auch wenn der Titel des KADAVAR-Zweitwerks "Abra kadavar" dies vielleicht vermuten lässt. Nein, das ist das Ergebnis von viel harter Arbeit und mindestens ebenso viel (schwarzem?) Herzblut: Denn seit dem Release des 2012er Debüts spielt das Trio aus der deutschen Hauptstadt praktisch an jedem Ort der Welt (!), der auch nur notdürftig ans Stromnetz angeschlossen ist...oder in dem zumindest eine angemessene Anzahl in Retro-Klamotten gekleideter Langbärte anzutreffen ist. Guter Musikgeschmack wird als selbstverständlich vorausgesetzt!
Exakt wie ihre Labelmates von ORCHID - beide Bands sind ja mittlerweile auf "Nuclear Blast"! - haben sich KADAVAR dem staubtrockenen, warmherzig knarzigen Doom-Rock verschrieben, der von Genre-Koryphäen wie BLACK SABBATH , LED ZEPPELIN , PENTAGRAM oder der kompletten WINO-Suppe seit Jahren bzw. Jahrzehnten zelebriert wird. Gut informierte Szenebeobachter wissen natürlich schon längst, dass der große Retro-Rock-Kult seit einigen Monaten um sich greift, und die besten Bands dabei zweifellos aus Skandinavien kommen: GRAVEYARD , HORISONT , DEVIL , CRYSTAL CARAVAN , natürlich WITCHCRAFT...um nur die bedeutsamsten zu nennen. Umso geiler also, wenn Deutschland diesbezüglich endlich mal "nachziehen" kann. Aber sowas von...!!!
Die 10 Songs von "Abra kadavar" sind durch die Band gut bis saustark ausgefallen, so dass ein Qualitätsunterschied zu den schwedischen Kollegen zu keiner Zeit auffällt. KADAVAR zocken ihren kauzigen Psychedelic-Hardrock nicht nur mit spürbarem Enthusiasmus, sondern sind auch in Punkto Songwriting stets auf Augenhöhe. So strotzen Nummern wie "Black snake" , "Abra kadabra" , "Liquid dreams" (Orgel, baby!) , "Eye of the storm" oder der coole Bonus-Track "The man I shot" nur so vor liebenswerten Arrangements der uralten Siebziger-Schule. Der Sound knarzt , poltert und groovt wunderbar organisch in die Ohrmuscheln des Hörers. Innerhalb weniger Millisekunden folgt dann ein Befehl des Großhirns, um die unteren Extremitäten des Körpers sofort ins Tanzbereitschaft zu versetzen. KAVADAR sind wirklich eine Band, bei der man nicht stillsitzen kann. Und das wissen nicht nur alle eingeweihten Langbartfreunde, die das Trio schon mal "live" erleben durften. Wertvollster Hingucker hierbei: Der dauerheadbangende Schlagzeuger, dem der Vergleich zum Tier aus der Muppet-Show locker zur Ehre reichen würde. Großes 70's-Kino!
Ehrlicherweise möchte ich zugeben, dass das psychedelisch wabernde "Rhythm for endless minds" nicht ganz an das Restmaterial heranreicht. Dies wird aber durch todsichere Retro-Wundernummern wie "Dust" , dem Opener "Come back life" , "Doomsday machine" (der große Hit!) und "Fire" (der fast noch größere Hit!) mühelos kompensiert. Hier sitzt wirklich jedes Gitarrenriff an der richtigen Stelle...jede Basslinie haut dem Hörer ohne Umwege direkt ins Gemächt...jede gesungene Silbe klingt so, als wäre sie am schwarzen Sabbat vom "Madman" höchstpersönlich erschaffen worden. Kurzum: KADAVAR gehören für mich ohne Frage zu den besten Bands des derzeitigen Vintage/Rock-Booms, weil sie den magischen Geist - das kongeniale Zusammenspiel aus Musik, Lyrics, Sound, Cover und dem ganzen Drumherum! - am glaubhaftesten verkörpern. "Abra kadavar" ist eine tolle Scheibe voller Mystik und dunkler Energie, die aber vor allem einen Höllenspaß macht. Und das ist doch das wichtigste, oder?


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