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Rezensionen verfasst von
Alexander Gärtner (www.freak-alex-band.com)
(TOP 1000 REZENSENT)   

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A Collection
A Collection
Preis: EUR 21,99

5.0 von 5 Sternen Die sechs klassischen Doors- Alben im "Anniversary Mix" zum Superpreis, 15. April 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: A Collection (Audio CD)
Die Doors nahmen sechs Studioplatten mit Kultsänger Jim Morrison auf, dann starb der selbstzerstörerische Rockpoet in Paris. Die Überlebenden versuchten noch zwei Alben ohne ihn, gaben dann aber auf. Diese Box enthält die sechs legendären Studioalben "Doors", "Strange Days", "Waiting for the Sun", "Soft Parade", "Morrison Hotel" und "LA Woman", veröffentlicht zwischen 1967 und 1971. Bonustracks finden sich keine; wer darauf Wert legt, muss zu den Einzelalben greifen.

Aus verschiedenen Gründen entschlossen sich die Überlebenden mit den Originalproduzenten, zum vierzigjährigen Jubiläum alle Alben digital neu abzumixen. Diese Box enthält diesen neuen "Anniversary Mix", nicht den Originalmix. Die meisten Gelegenheitshörer dürften am neuen, transparenteren und druckvolleren Sound Gefallen finden, auch wenn Hardcorefans und Vintagefreaks aus Gewohnheits- und Authentizitätsgründen den Originalmix bevorzugen. Wirklich weltbewegend sind die Unterschiede ohnehin nicht.

Die mittleren Alben "Waiting for the Sun" und "Soft Parade" halten das Niveau der anderen vier leider nicht. Zu dem Preis muss ich für das Gesamtpaket dennoch einen Kauftipp aussprechen. Die Doors sind eine unverwechselbare Band. Meine Anspieltipps sind die Welthits "Break on through", "Light my Fire", "Roadhouse Blues" und "Riders on the Storm". Fünf Sterne.


Live at Leeds (Deluxe Edition)
Live at Leeds (Deluxe Edition)
Preis: EUR 14,56

5.0 von 5 Sternen Die berühmteste Liveplatte aller Zeiten - jetzt als Doppel- CD, 9. April 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Live at Leeds (Deluxe Edition) (Audio CD)
Nach dem ambitioniert- kopflastigen Studioprojekt "Tommy", auf dem Pete Townshend die spirituelle Lehre seines Gurus Meher Baba verarbeitet hatte, versuchten The Who, sich ihren Ruf als wilde und bodenständige Rocker zu erhalten. Was wäre dafür besser geeignet als eine roh rockende Liveaufnahme? Zwei Gigs (in Leeds und Hull) wurden mitgeschnitten, der Leeds- Gig wurde veröffentlicht. Allerdings zunächst nur in gekürzter Fassung auf einer Einzel- LP mit sechs Songs. Prompt wurde diese zum Kultobjekt. The Who eroberten sich ihre Reputation als Power- Rocker zurück. Besonders Keith Moon "The Loon" an der Schießbude und John Entwistle an der überlauten Bassgitarre überzeugten voll und spielten sich in die absolute Musikerweltspitze. Pete Townshend lieferte ein zwar wenig virtuoses, aber ungeheuer mitreißendes Gitarrengewitter, während Roger Daltrey sich die Seele aus dem Leib brüllte, aber auch schwierigere Passagen überzeugend vortrug. Die folgenden Studioalben "Who's Next" und "Quadrophenia" sollten den Erfolg noch toppen.

Aktuell gibt es zwei CD- Versionen von "Live at Leeds". Die Einzel- CD enthält immerhin dreizehn Songs auf fünfundsiebzig Minuten, die Doppel- CD darüber hinaus noch die Liveaufnahme der zwanzigteiligen Rockoper "Tommy". So wird aus der berühmtesten Liveplatte aller Zeiten eine mehr als zweistündige Vollbedienung. Eine unnötige Länge gibt es bloß bei der mehrminütigen Erklärung vor "A quick one while he's away". Die Stelle hätte man herausschneiden können, das mag man nicht mehr als einmal hören. Trotzdem bleibt es natürlich bei der Höchstpunktzahl.


Postcards
Postcards
Preis: EUR 14,99

5.0 von 5 Sternen Country- Pop aus Deutschland, 8. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Postcards (Audio CD)
Das Duo Mrs. Greenbird ist ein Beispiel dafür, dass auch aus Castingshows gute und authentische Musik kommen kann: Mit einer Akustik- Balladenversion des Ramones- Punkhits "Blitzkrieg Bop" spielten sich die beiden in mein Herz, und ich hab mich für sie gefreut, als sie den Wettbewerb gegen nette, aber gesichts- und profilarme Konkurrenten gewannen. Die "gutgemeinten Ratschläge" der "Expertenjury" musste ich dabei allerdings konsequent ignorieren. Die als Siegpreis produzierte Hitsingle "Shooting Stars and Fairytales" war mir zu stromlinienförmig, auf dem Debütalbum fanden sich jedoch vielversprechende Ansätze.

Ich habe das sympathische Duo plus Band letzte Woche live gesehen und habe mich von eingängigen Songs, vorwiegend akustischer Instrumentierung, grundsoliden Begleitmusikern, glasklarem Sound und authentischem, glaubwürdigem Auftreten überzeugen lassen. "Postcards" habe ich seitdem mehrfach gehört und finde es sound- und songmäßig besser als das Debüt. Musikalisch handelt es sich um zeitlosen Countrypop mit einer gewissen Hippieattitüde. Der atmosphärische Opener "Dark Horses" erinnert etwas an die Common Linnets, danach wird es eigenständiger. Das poppige "Everyone's the same" ist mein zweiter Anspieltipp. Einzig die Eichhörnchen- Ode "Good old Ricky" ist mir etwas zu albern geraten, dafür bin ich wohl nicht Fan genug.

Ich empfinde Mrs.Greenbird als Bereicherung der deutschen Musiklandschaft. Daher runde ich von viereinhalb Sternen nach oben auf.


Pennies in the Karma Jar
Pennies in the Karma Jar
Wird angeboten von Lowe Records
Preis: EUR 14,64

4.0 von 5 Sternen Songorientierter Retro- Soft- Prog, 6. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Pennies in the Karma Jar (Audio CD)
Salem Hill stellen mit "Pennies in the Karma jar" ihr mittlerweile achtes Studioalbum vor. Nach dem gitarrenorientiert- abwechslungsreichen "Be" und dem Longtrackalbum "Mimi's magic Moment" kehrt die Band zurück in die Spur ihres Referenzalbums "Robbery of Murder": Nachvollziehbare Midtemporhythmen, eingängige Melodien, gefällige Klavierbegleitung, harmonische Klangteppiche, unaufdringliche Gitarrenläufe und mehrstimmige Backgroundvocals hinter der warmen Leadstimme von Bandleader Carl Groves, der nebenbei gelegentlich bei den Kollegen von Glasshammer am Mikro aushilft. Statt Kansas- Geiger David Ragsdale gibt diesmal Cellist Jeff Malash ein Gastspiel auf zwei Songs.

"Pennies in the Karma Jar" beackert das musikalische Feld routiniert und hochprofessionell. Nur ein Song überschreitet die Zehnminutenmarke, die anderen sind deutlich kürzer. "Carry me" eröffnet das Album eingängig - deutlich poppiger als der Vorgänger. Bei "Stormclouds in Wonderland" wird zur Auflockerung mal gerockt. "This Lump" ist möglicherweise eine Minute zu lang geraten. "Why did you make me" endet in Drumgewitter, und "Glimpses" beendet das Album als krönende Bombast- Hymne. Die Produktion ist klanglich wieder mal einwandfrei. Die Texte thematisieren diesmal stärker spirituelle Inhalte, das ist möglicherweise nicht jedermanns Sache. Musikalisch gibt es eigentlich nichts, was man an der federleichten Melodieseligkeit des Albums nicht mögen kann. Bloß würde ich mir manchmal ein paar spannendere musikalische Ausbrüche wünschen. "Mimi's magic Moment" war einfach paar Grade komplexer - für mich das etwas bessere Album.

In der Gesamtbetrachtung gibt es vier Sterne von mir. Fans von Unitopia und Neal Morse können bedenkenlos zuschlagen.


Mimi's Magic Moment
Mimi's Magic Moment
Preis: EUR 15,19

5.0 von 5 Sternen Ambitioniertes Retroprog- Longtrackalbum, 5. April 2015
Rezension bezieht sich auf: Mimi's Magic Moment (Audio CD)
Nach dem streckenweise ungewöhnlich hart riffenden "Be" wirkt "Mimi's magic Moment" überraschend - ein erneuter Richtungswechsel für die US- Progger. Mit nur vier Songs füllen Carl Groves und seine Mitstreiter eine Stunde Laufzeit. Die Riffs sind so plötzlich wieder verschwunden wie sie erscheinen waren, statt dessen gibts ganz viele Keyboards in quäksenden Retrosounds auf die Ohren, dazu melodische Gitarrenläufe. Die jazzigen Einflüsse sind diesmal auch geringer ausgefallen. Neal Morse (Spock's Beard/Transatlantic), Fred Schendel (Glass Hammer) und David Ragsdale (Kansas) veredeln das Album mit Gastbeiträgen, insbesondere die Violine des Letztgenannten ist ein wahrer Ohrenschmaus. Groves Stimme ist immer noch eine der wärmsten und charakteristischsten des Genres. Songwriting und Produktion können voll überzeugen.

Also fünf Sterne - und ein klarer Kauftipp für Fans der genannten Bands. Trotz des misslungenen Covers, das muss man leider sagen.


Unseen Cord
Unseen Cord
Preis: EUR 16,64

4.0 von 5 Sternen Schönklingender Retroprog, 5. April 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Unseen Cord (Audio CD)
Salem Hill stellen mit "Unseen Cord/Thicker than Water" ihr mittlerweile neuntes Studioalbum vor. Nach dem gitarrenorientiert- abwechslungsreichen "Be" und dem Longtrackalbum "Mimi's magic Moment" führte "Pennies in the Karma Jar" die Band zurück in die Spur ihres Referenzalbums "Robbery of Murder": Nachvollziehbare Rhythmen, poppig- angejazzte Melodien, gefällige Klavierbegleitung, harmonische Klangteppiche, unaufdringliche Gitarrenläufe und mehrstimmige Backgroundvocals hinter der warmen Leadstimme von Bandleader Carl Groves, der nebenbei gelegentlich bei den Kollegen von Glasshammer am Mikro aushilft. Verzichtet wird diesmal auf Gastbeiträge von Kansas- Geiger David Ragsdale.

"Unseen Cord/Thicker than Water" beackert dieses musikalische Feld routiniert, kreativ und hochprofessionell. Zwei Songs sind knapp zehnminütig, einer kratzt gar an der Halbstundenmarke, die anderen sind deutlich kürzer. "Sing on" wirkt mit Akustikgitarre im Sechsachteltakt angenehm auflockernd, und bei "Hurt" gibt es auch mal ein vorsichtig verzerrtes Riff. Die Produktion ist klanglich wieder mal einwandfrei. In interessantem Gegensatz zum federleichten musikalischen Gewand stehen komplexe, tiefgründige Texte. Es gibt eigentlich nichts, was man an dem Album nicht mögen kann. Bloß vermisse ich stellenweise Ragsdales Violine - und ich würde mir manchmal ein paar spannendere musikalische Ausbrüche wünschen.

In der Gesamtbetrachtung gibt es viereinhalb Sterne von mir. Fans von Unitopia, Echolyn und Spock's Beard können bedenkenlos zuschlagen.


The Grand Experiment (Special Edition)
The Grand Experiment (Special Edition)
Preis: EUR 22,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Morse- Retroprog ohne Experimente, aber auf gewohnt hohem Niveau, 25. Februar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Neal Morse- Fans können aufatmen, die Befürchtungen sind überflüssig: Trotz des Albumtitels verzichten Morse und seine Mitstreiter auf experimentelle Sounds oder musikalische Selbstneuerfindung. Geboten wird der übliche melodische Retroprog, den man von Morse bereits seit Spock's Beard- Zeiten kennt. Natürlich wie immer auf hochprofessionellem Weltklasseniveau, in exzellentem Rich Mouser- Sound und mit einem schönen Cover. Experimentell war bloß die Herangehensweise, als Band ohne fertige Songs ins Studio zu gehen und sich alles erst dort gemeinsam zu erarbeiten. Bereits beim Vorgängeralbum "Momentum" hatte Morse eine spontane Arbeitsweise gegenüber gründlich im Vorfeld durchgeplanten Arrangements vorgezogen, und in beiden Fällen hat sich etwas lebendige Frische auf die Alben gerettet.

Dass dabei trotzdem ein typisches Morse- Album entstanden ist, zeigt entweder, dass Morse "seinen" Trademark- Sound einfach hat, oder dass er nur Mitmusiker mit ganz ähnlichem Stil in seine Band aufnahm. Neben den "üblichen Verdächtigen" Mike Portnoy und Randy George sind das diesmal Eric Gillette und Bill Hubauer an Gitarre und Keyboards. Die beiden Neuen können durchaus eigene Akzente setzen, ohne das Gesamtbild groß zu verändern - gelegentlich gibt es richtig harte Riffs, breite Klangteppiche und hymnische Fanfaren auf die Ohren. Bläser werden auch etwas öfter eingesetzt, dafür fehlen diesmal Flamencoparts völlig. Angenehm auflockernd ist, dass Morse das Mikro manchmal seinen Kollegen überlässt. Aber würden die Credits nicht ausdrücklich die Gesamtband als Songwriter ausweisen, könnte man als Hörer das Album auch Morse allein zuschreiben.

Zu den Songs: "Agenda" ist in seiner Geradheit etwas platt und "Waterfall" etwas zu langatmig plätschernd, aber die beiden Longtracks zu Beginn und Schluss entschädigen voll, und auch der Titelsong ist gelungen. Von den Bonustracks vermag nur "Doomsday Destiny" überzeugen; "New Jerusalem" ist flach und "Mac Arthur Park" (Richard Harris, Donna Summer) ein hoffnungsloser Fall. Dazu noch zwei Liveversionen älterer Songs, nett aber unspektakulär.

In der Summe sind das vier Sterne für mich. "Momentum" fand ich einen Tacken besser.


The Killer Instinct (Ltd.Digibook)
The Killer Instinct (Ltd.Digibook)
Preis: EUR 16,99

3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Scott Gorhams Thin Lizzy- Nachfolgeband rockt weiter, 20. Februar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: The Killer Instinct (Ltd.Digibook) (Audio CD)
Lange hat es gedauert seit dem Drogentod von Phil Lynott, bis die Thin Lizzy- Überlebenden sich zu neuer Musik entschlossen. Aber nach mehreren Greatest Hits- Tourneen war das Bedürfnis wohl einfach zu groß - ob es mehr das Bedürfnis der Musiker oder der Fans war, sei dahin gestellt. Allerdings wurde der neue Bandname "Black Star Riders" gewählt, um sich von der übermächtigen Originalband abzugrenzen. Der neue Gitarrist Damon Johnson hat Lynotts Songwriting so akribisch studiert, dass die neuen Songs tatsächlich beinahe wie Erbstücke aus der guten alten Zeit klingen, nur in modernerem Sound. Ein weiterer Pluspunkt ist der Gesang von Ricky Warwick (ex- Almighty), der sich stark an Lynott orientiert. Für die Produktion des hier vorliegenden zweiten Albums zeichnet diesmal nicht Kevin Shirley verantwortlich, sondern Nick Raskulinecz, außerdem wurde Bassist Marco Mendoza von Robbie Crane ersetzt. Gleich der Opener schließt nahtlos an das unfassbar eingängige "Bound for Glory" vom Vorgänger an. "Soldierstown" erinnert an "Emerald", und mit "Blindsided" ist auch eine Ballade an Bord. Allerdings scheint das letzte verbliebene Originalmitglied Scott Gorham an Schreibblockade zu leiden; nur bei drei Stücken hat er mitgeschrieben, der Rest stammt von Johnson und Warwick. Macht aber nichts, solange am Ende ein solides, überzeugendes Album wie dieses rauskommt. Vier Sterne.

Die Special Edition hat neben der schönen Aufmachung als Digibook noch sechs Bonustracks, davon zwei neue Songs und vier Akustikversionen regulärer Albumtracks. Das sollte man sich als Fan schon gönnen. Für Neueinsteiger sind natürlich die Klassikeralben von Thin Lizzy (Fighting, Jailbreak, Johnny the Fox, Bad Reputation, Live & Dangerous, Chinatown, Thunder & Lightning) besser angelegtes Geld.


Broad Is the Gate
Broad Is the Gate
Preis: EUR 11,61

3.0 von 5 Sternen Neuer Sänger, neues Album, leider diesmal nur guter Durchschnitt, 25. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Broad Is the Gate (MP3-Download)
Ex- Shouter Josh Kramer wohnt auf der anderen Seite der USA als der Rest der Band, jetzt ist er nach über dreißig Bandjahren zum drittenmal aus der Truemetal- Dinosauriercombo "Saint" ausgestiegen, diesmal wohl endgültig. Kein Grund für Bandboss Richard Lynch, die Brocken hinzuschmeißen.

Kramers Nachfolger Brian Miller hatte bereits den Titelsong des Vorgängeralbums "Desperate Night" eingesungen, jetzt gibts mit "Broad is the Gate" die erste CD mit ihm komplett. Mit Matt Smith ist auch wieder ein zweiter Gitarrist an Bord. Bedauerlicherweise ist das Songwriting diesmal nicht durchgängig auf Erstliganiveau, und die Gesamtlaufzeit ist mit 31 Minuten sehr kurz geraten. Leider daher nur guter Durchschnitt, aber das ist nicht Millers Schuld. Fans müssen natürlich zuschlagen, aber Neueinsteiger sind mit "Time's End", "Too late for living", "In the Battle", "Revelation" oder "Hell Blade" besser bedient, wenn sie guten Metal im Judas Priest- Fahrwasser hören wollen.

Meine Anspieltipps sind "We will fight" und das ungewöhnlich orchestrale "Never same". Knapp dreieinhalb Sterne.


Modern Blues
Modern Blues
Preis: EUR 14,99

16 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überzeugendes Spätwerk des schottischen Rockpoeten, 24. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Modern Blues (Audio CD)
Zwischen Mike Scott und den Waterboys gibt es seit "Dream harder" keinen konzeptionellen Unterschied mehr - Scott versammelt die Musiker um sich, die seiner aktuellen musikalischen Vision am besten entsprechen. So freut es den Fan, dass auch diesmal wieder Steve Wickham an der E- Geige dabei sein darf. Auch Drummer Ralph Salmins ist eine Konstante. Dafür sind mit Paul Brown an den Keys, David Hood am Bass und Jay Barclay an der Leadgitarre drei Neue am Start. Aus den vielen zusätzlichen Gastmusikern möchte ich Phil Madeira hervorheben, der "The Girl who slept" mit seiner Lapsteel veredelt.

Scott hat uns auf der musikalischen Reise durch sein Universum schon weit herumgeführt: Wir bekamen "Big Music", Irish Folk, Jamrock, Songwritermusik, esoterische Hymnen, zornigen Rock und Gedichtvertonungen zu hören, und obwohl nicht alles gleichermaßen gelang, war es doch stets authentisch, glaubwürdig und inspirierend. In den letzten Jahren ging Scott dazu über, Musik online zu veröffentlichen, darunter Archivaufnahmen. Außerdem entmottete er die "Fisherman's Sessions" und schrieb einen Protestsong über "Arthur's Day".

Acht Jahre nach "Book of Lightning" und vier Jahre nach "Appointment with Yeats" legt Scott nun neun neue Songs in CD- Form vor. Und beim Durchhören muss man ihm erneut gratulieren. Scott zeigt sich immer noch als Meister wunderschöner Melodien und geistreich- poetischer Texte. Scott kombiniert Autobiographisches und Fiktionales zu mehr und weniger ernsten Statements über Verbundenheit, Religion, Individualität, Elvis, Eifersucht, Liebe, Gentrifizierung und natürlich sein Lieblingsthema Unterwegssein. Der Albumtitel ist selbstverständlich ironisch zu verstehen - mit dem Blues von B.B.King oder Muddy Waters hat das ebensowenig zu tun wie mit Modernität. Statt dessen gibt es die zeitlose Mischung aus Rock und Folk, die wir von "Lightning" oder "Dream harder" kennen. Ich persönlich finde die Mischung von E- Gitarre und Hammondorgel wieder extrem angenehm. Beinahe perfekt. Auf jeden Fall vielseitiger und lebendiger als das eher getragene "Appointment".

Eigentlich kann man die CD sehr gut am Stück durchhören. Wenn ich dennoch Anspieltipps nennen soll, dann schlage ich die Single- Auskopplung "November Tale" und das beinahe journalistische "Nearest Thing to hip" vor. Für das Album gebe ich fünf Sterne.
Kommentar Kommentare (3) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Feb 7, 2015 10:52 PM CET


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