Fashion Sale Hier klicken Jetzt informieren b2s Cloud Drive Photos Microsoft Surface Learn More sommer2016 HI_PROJECT Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip Summer Sale 16
Profil für Claus Bürvenich > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Claus Bürvenich
Top-Rezensenten Rang: 37.126
Hilfreiche Bewertungen: 155

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Claus Bürvenich

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3
pixel
James Bond 22: Scorpius
James Bond 22: Scorpius
von John Gardner
  Broschiert
Preis: EUR 12,99

0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vielleicht der beste Bond-Roman von John Gardner!, 12. Februar 2016
Rezension bezieht sich auf: James Bond 22: Scorpius (Broschiert)
Als die Leiche einer jungen Frau mit einer Verbindung zu James Bond und einer geheimnisvollen Sekte aus der Themse gezogen wird, kommen Ereignisse ins Rollen, die Großbritannien ins Mark erschüttern. Die Geheimdienste und 007 müssen Schwerstarbeit leisten, um Terror und Chaos Einhalt zu stoppen. Aber der Gegner ist nicht nur absolut rücksichtlos, sondern oft auch einen Schritt voraus. Bond beschleicht das Gefühl, dass sich ein Maulwurf in den eigenen Reihen befindet. Wer steckt wirklich hinter den „ Sanftmütigen“ und was sind deren wahre Ziele?

Wer die anderen Bond-Romane von Gardner bereits mag, wird „Scorpius“ lieben, da noch mehr an der Temposchraube gezogen wird und der Spannungsbogen konstant hoch bleibt. Zwei Abweichungen zur Serienformel wirken sich zusätzlich positiv aus. M, der sonst nur zu Beginn und Ende als gewohnt knurriger Auftragsgeber auftritt, hat diesmal auch im Mittelteil eine viel aktivere Rolle, was der Figur wohltuend mehr Tiefe verleiht und auch dessen Mentor-Status für Bond verstärkt. Der große Gegenspieler ist zwar namentlich ständig präsent, taucht persönlich aber erst im letzten Drittel auf. Man erfährt also erst sehr spät, was es mit dem dubiosen Pater Valentine auf sich hat.

Dieser Thriller, der auch durch die Thematik“ Selbstmordattentäter“ nichts an Aktualität eingebüßt hat, gehört in jede James-Bond-Bibliothek!


James Bond 21: Das Spiel ist aus
James Bond 21: Das Spiel ist aus
von John Gardner
  Broschiert
Preis: EUR 12,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen James Bond in inoffizieller Mission!, 7. Januar 2016
Rezension bezieht sich auf: James Bond 21: Das Spiel ist aus (Broschiert)
Nachdem 2 ehemalige Agentinnen des britischen Geheimdienstes brutal ermordet wurden, schickt M seinen besten Mann auf eine inoffizielle Mission, um die restlichen Mitglieder zu retten, die vor einigen Jahren in Ostdeutschland an der Operation "Sahnetorte" beteiligt waren. Pikant ist dabei, dass es sich bei den Frauen um "Venusfallen" handelte, die damals auf männliche Zielpersonen in der DDR zur Spionage und Informationsbeschaffung angesetzt wurden.

Auch Gardners 6. Bond-Roman aus 1987 weiss zu gefallen und liefert beste Unterhaltung. Dabei sorgt er innerhalb des Agentengenres für Themenvielfalt und verzichtet diesmal auf den größenwahnsinnigen Welteroberer, mit denen sich 007 sonst rumschlagen muss. Im Prinzip stellt "Das Spiel ist aus" den ständigen Konflikt der Geheimdienste aus der Zeit des kalten Krieges in den Vordergrund. Dabei konkurieren nicht nur Ost und West miteinander, sondern auch die landeseigenen Organisationen Russlands wie KGB und GRU kochen alle ihr eigenes Süppchen, wie es heute vergleichsweise in den USA mit CIA, NSA und Homeland Security der Fall ist. Auch wenn man einen Bond-Roman nicht wirklich als anspruchsvoll oder lehrreich bezeichnen kann, wird verdeutlich, wie schmutzig das Spionagegeschäft ist.

Spannend ist dabei, dass man sich bezüglich Loyalitäten und wahren Interessen der Protagonisten nie wirklich sicher ist und sich das Blatt jederzeit wenden kann, denn schließlich haben wir es mit Doppelagenten zu tun. Zum Verwirrspiel gehört dann auch eine gewisse Konfusion und notwendige Konzentration bei der Zuordnung der diversen Tarnnamen, die den Lesefluss nur geringfügig stören und lediglich zu Abzügen in der B-Note führen.

John Gardner hat sich mit Bond warm geschrieben. Sein 7. Roman kann kommen!


James Bond: Trigger Mortis - Der Finger Gottes
James Bond: Trigger Mortis - Der Finger Gottes
von Anthony Horowitz
  Broschiert
Preis: EUR 16,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein neuer Bond-Roman aus der Zeit des kalten Krieges!, 13. Oktober 2015
Wir schreiben das Jahr 1957 und es sind erst wenige Wochen nach der Goldfinger-Krise vergangen als Bond von M auf eine neue Mission geschickt wird. Bond soll ein Attentat der Russen auf einen britischen Rennfahrer während eines Rennes auf dem Nürnburgring vereiteln und muss dafür selber am Wettkampf teilnehmen. Aber was haben Bonds alte Feinde von SMERSCH und der geheimnisvolle korreanischische Geschäftsmann Jason Sin mit der Sache zu tun? Was als ungewöhnlicher Bodygard-Auftrag für 007 beginnt, entpuppt sich als eine groß angelegte Verschwörung, die nicht nur das Leben von Tausenden bedroht, sondern das Gleichgewicht und wackeligen Frieden zwischen den Supermächten USA und UDSSR empfindlich destabilisieren würde.

Durch die Entscheidung von Anthony Horrowitz, die Story in der Ära spielen zu lassen, in der auch die klassischen Romane von Ian Fleming geschrieben wurden, drängt sich ein Vergleich zwischen Original und Neuinterpretaion noch mehr auf als beispielsweise bei den Werken von John Gardner, die erst Jahrzehnte nach Flemings Tod geschrieben wurden und den Superagent auch in die Neuzeit versetzten. Horrowitz erfindet das 007-Rad keineswegs neu, da sich Storyaufbau, Szenario und Charakterisierung sehr an Flemings Vorlagen orientieren. Dabei zieht er sich die besten Elemente aus der Bond-Saga raus und dosiert Tempo und Action derart geschickt, dass sich der Roman sehr flüssig lesen lässt. Gleichzeitig vermeidet er eine komplette Kopie von Flemings Stil, da er wohltuenderweise auf dessen zuweilen ausufernde Detailverliebtheit und Bonds Darstellung eines kettenrauchenden Alkoholikers verzichtet. Wie gewohnt, mangelt es nicht an wechselnden Schauplätzen, die Bond auch ins gute alte Deutschland verschlagen. Der Frauenverschleiß fällt mit nur einem echten Bond-Girl verhältnismäßig zahm aus.

Wer sich daran stört, dass Bond-Romane immer nach dem gleichen Strickmuster ablaufen, sollte von "Trigger Mortis" die Finger lassen. Letztendlich entstehen Unterhaltungswert und Spannung nicht daraus, ob der legendäre Geheimagent seine Mission überlebt, sondern wie James Bond von A nach B über C zur Rettung der zumeist westlichen Welt kommt.

Fazit: Die Bond-Fackel würde würdig weitergetragen. Die Story hätte sicher auch als Drehbuchvorlage funtioniert.


Der Giftzeichner: Ein Lincoln-Rhyme-Thriller
Der Giftzeichner: Ein Lincoln-Rhyme-Thriller
von Jeffery Deaver
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 19,99

2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Starke Thrillerserie mit altbekannten Schwächen, 1. Oktober 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Im bereits elften Teil der beliebten Krimireihe jagen der brilliante Forensiker Lincoln Rhyme und seine Partnerin Amelia Sachs einen Serienkiller, der seine Opfer mit Tätowierungen vergiftet und dabei rätselhafte Botschaften hinterlässt. Die Spuren deuten darauf hin, dass eine Verbindung zum alten Knochenjägerfall besteht, der ersten gemeinsamen Ermittlung von Rhyme und Sachs. Zudem beschäftigt die beiden das plötzliche Ableben des Superverbrechers Richard Logan alias der "Uhrmacher", der im Gefängnis einem Herzinfarkt erlag.

Wer die übliche Deaver-Schnitzeljagd mit hohem Tempo, falschen Fährten und mal mehr oder mal weniger vorhersehbaren Wendungen erwartet, wird auch diesmal keineswegs enttäuscht, aber auch nicht so brutal überrascht werden, wie es vielleicht noch in den Vorgängerbänden der Fall war. Dies liegt weniger an mangelnden Einfällen oder Ideenarmut, sondern mehr daran, dass sich Deavers Stil inzwischen über Jahrzehnte etabliert und eine gewisse Erwartungshaltung erzeugt hat, die es dem Autor immer schwerer machen, seine Leser noch wirklich überraschen zu können.

Deshalb wird bereits vorausgesetzt, dass auch kleine Details nicht wirklich unbedeutend sind und scheinbar unzusammenhängende Ereignisse doch wesentlich komplexer in Verbindung stehen als es für einen Erstleser eines Deaver-Romans den Anschein haben kann. Ziemlich offensichtlich ist in diesem Zusammenhang auch, dass Deaver mit dem Uhrmacher über mehrere Bände nicht mühsam einen kongenialen Gegenspieler für Superhirn Rhyme aufgebaut hat, um ihn dann so simpel und unspektakulär abtreten zu lassen.

Enttäuschend verläuft diesmal die Charakterdynamik. Nur Rhymes Ermittlerassistent Pulaski wird mit einem Handlungsstrang ausgestattet, der seine Figur weiterentwickelt. Die anderen im Team wie Selitto oder Cooper verkümmern zu reinen Stichwortgebern. Auch die Rhyme/Sachs-Beziehung stagniert. Es erschliesst sich nicht wirklich, auf welcher Basis Sachs Liebe zu dem dauergriesgrämigen Menschenfeind Rhyme außerhalb der Verbrecherjad funktioniert.

Zu den gewohnten Schwächen der Serie gehören, dass Verbrecher und Ermittler so extrem raffiniert sind, dass deren Intelligenz, Planungsgeschick, Antizipationsgabe und Improvisationstalent geradezu übermenschlich wirken und die ganze Handlung extrem konstruiert erscheint. Dies tut der Spannung zwar keinen Abbruch, aber man verabschiedet sich komplett von dem Anspruch, sich noch auf realistischen Ebenen bewegen zu wollen.

Der Giftzeichner erreicht nicht ganz das hohe Niveau des letzten Romans "Das Todeszimmer", was auch daran liegt, dass die Welt der Tätowierungen, in die Deaver uns diesmal entführt, nicht die gleiche abgründige Faszination und Komplexität ausübt wie die Welt der Geheimdienste. Trotzdem ist ein spannendes Lesevergnügen garantiert.


James Bond 20: Niemand lebt ewig
James Bond 20: Niemand lebt ewig
von John Gardner
  Broschiert
Preis: EUR 12,80

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bond im Fadenkreuz, 28. Juli 2015
Rezension bezieht sich auf: James Bond 20: Niemand lebt ewig (Broschiert)
James Bond hat sich viele Feinde gemacht und so war es nur eine Frage der Zeit bis ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt wird. Während einer privaten Reise nach Salzburg, um seine Haushälterin Mrs May aus dem Krankenhaus abzuholen, eskalieren die Ereignisse und Bond trifft auf eine wahre Legion an Killern und Gegenspielern. Der Preis ist hoch und Bond weiss nicht, ob er selbst Freunden und Verbündeten noch trauen kann.

In "Niemand lebt ewig" legt John Gardner ein rasantes Szenario vor und lässt 007 nicht zur Ruhe kommen. Im Prinzip handelt es sich um eine direkte Fortsetzung von "Eine Frage der Ehre", wo noch Fragen zum Verbleib und Führung der mächtigen Verbrecherorganisation SPECTRE offen geblieben sind.

Auch als James Bond-Fan kann man sich der berechtigten Kritik nicht entziehen, dass Romane und Filme immer nach dem gleichen Strickmuster ablaufen. Allerdings beherrscht Gardner sein Handwerk und spielt mit dem Agententhema derart ideenreich, dass kaum Ermüdungserscheinungen auftreten. Zudem versucht er Bond nicht nur als eiskalten Killer dazustellen, sondern verpasst ihm auch eine menschliche und verletzliche Note, indem er sich Sorgen um die Damen May und Moneypenny macht und bereit wäre, sein Leben für sie zu geben.

Die Story hätte durchaus Potential gehabt, einer der besten Romane um den Superagenten zu sein, aber bei dem hohen Tempo wirken einige Szenen zu gehetzt und diverse Charaktere zu wenig ausgearbeitet, um höchstes Niveau zu erreichen. Beispielsweise hätte man gerne mehr über den österreichischen Inspektor mit der Nazi-Vergangenheit und Bonds Kollegen Quinn erfahren, deren Motive unklar bleiben. Zudem wirkt die geplante Ermordung Bonds etwas umständlich und konstruiert, da es für SPECTRE sicher wesentlich einfachere Möglichlichkeiten geben würde, den verhassten Agenten zu beseitigen.

Insgesamt eine spannende und kurzweilige Lektüre für Freunde des legendären Geheimagenten.


James Bond 19: Eine Frage der Ehre
James Bond 19: Eine Frage der Ehre
von John Gardner
  Broschiert
Preis: EUR 12,80

2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Im Auftrag des Feindes!, 18. Juli 2015
Ein scheinbar in Ungnade gefallener und frustierter James Bond kündigt beim Geheimdienst und genießt das süße Leben als Frührentner. Allerdings weckt ein Mann mit seinem legendären Ruf und Talenten auch Begehrlichkeiten von bedrohlichen Organisationen, deren Bekämpfung früher sein Lebensmittelpunkt war. So dauert es nicht lange bis Bond von einem Tod geglaubten Computergenie für eine Mission rekrutiert wird, die nur darauf abzielt, die Welt ins Chaos abstürzen zu lassen.

Auch Gardners 4. James Bond Roman trifft wieder voll in Schwarze und ist einfach nur schnörkellos spannend. Natürlich steckt mehr dahinter, warum Bond plötzlich für die Gegenseite arbeitet, aber es sei vorweggenommen, dass diesmal kein Fall von Gehirnwäsche vorliegt, wie es in "Der Mann mit dem goldenen Colt" bereits thematisiert wurde.

Gardner schöpft aus Flemings Bond-Universum, ergänzt dies sehr geschickt und baut dabei mit jedem weiteren Roman seine eigene 007-Kontinuität auf, welche hoffentlich auch in seinen weiteren Bond-Abenteuern berücksichtigt wird. Im Gegensatz zu Fleming geht sein Nachfolger nur ins Detail, wenn es für das Verständnis zwingend erforderlich ist. Dies sorgt auf der einen Seite für hohes Tempo und rasante Unterhaltung, verursacht aber auch Abzüge in der B-Note bei Charakterzeichnungen, was Historie und Motive der Protagonisten anbetrifft. Zu einigen Figuren wären mehr Hintergrundinformationen wünschenswert gewesen, zumal der Roman mit nur knapp 300 Seiten zwar knackig, aber auch recht kurz ausfällt. Der Showdown ist gewohnt actionreich, hätte aber auch durchaus länger behandelt werden können als nur wenige Seiten.

"Eine Frage der Ehre" entstand 1984 und versprüht deutlich den Geist der späten Filme mit Roger Moore. Bond ist kein jugendlicher Draufgänger mehr und die Damen verfallen ihm mit einer Leichtig- und Schnelligkeit, die wohl auch in den lässigen Achziger Jahren ihresgleichen suchten. Bei den Einsätzen geht es nicht nur um Leben oder Tod, sondern um die Zukunft der Menschheit. Letztendlich ist es aber genau diese Rolle des Weltretters, die James Bond so beliebt und einzigartig macht.


James Bond 18: Eisbrecher
James Bond 18: Eisbrecher
von John Gardner
  Broschiert
Preis: EUR 12,80

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Spion, der in die Kälte ging, 11. April 2015
Rezension bezieht sich auf: James Bond 18: Eisbrecher (Broschiert)
Als eine neue Terrororganisation den Weltfrieden bedroht, arbeiten die Geheimdienste aus USA, Großbritannien, Israel und Russland in der Aktion "Eisbrecher" zusammen, um den Drahtziehern in den eisigen Gefilden Lapplands auf die Schliche zu kommen. James Bond ist dabei der britische Teilnehmer eines internationalen Kommandos, in dem keiner dem anderen traut. Die ungewöhnliche Ausgangssituation, in der konkurierende bzw. verfeindete Geheimdienste kooperieren müssen, ist natürlich ein gefundenes Fressen für einen routinierten Author wie John Gardner, der auch bei seinem dritten Bond-Roman aus dem Jahre 1983 wieder bestens zu unterhalten weiss.

Die politisch brisante Natur der Mission "Eisbrecher" liefert alle Zutaten, die zu einem klassischen Agententhriller gehören. Es mangelt nicht an unheiligen Allianzen, falschen Identitäten, unklaren Motiven und wechselnden Loyalitäten, mit denen sich James Bond rumschlagen muss. Ein Großteil der Spannung wird dadurch erzeugt, dass man sich nie wirklich sicher ist, wer aus dem illustren Team eigentlich auf welcher Seite steht. Diese ständige Ungewissheit und das brodelnde Mißtrauen zwischen den Teammitgliedern sind fesselnd und kompensieren auch die Tatsache, dass der Actionanteil für einen Bond-Roman recht gering ausfällt.

Die Story hätte eigentlich nicht zwingend des Charakters "James Bond" bedurft, um zu funktionieren, aber Gardner reaktiviert wie bereits im Vorgänger-Roman "Der Kunstsammler" wieder einen alten Gegner Bonds, dessen Anteil zwar nicht essentiell ist, aber zumindestens den Bogen zu früheren Abenteuern von 007 schlägt. Da Gardner offensichtlich viel Spaß an James Bond hatte und konstant hohe Qualität ablieferte, ist schon nachvollziehbar, dass er bis 1996 insgesamt 14 Romane über den legendären Spion verfasst hat.


James Bond 17: Der Kunstsammler
James Bond 17: Der Kunstsammler
von John Gardner
  Broschiert
Preis: EUR 12,80

4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Rückkehr von SPECTRE, 2. April 2015
Rezension bezieht sich auf: James Bond 17: Der Kunstsammler (Broschiert)
Zu den faszinierensten Ideen Flemings zählt sicher die global operiernde Verbrecherorganisation SPECTRE mit ihrem genialen Anführer Blofeld. Dieser war nicht nur in "Feuerball" für die Entführung von Atomsprengköpfen, sondern später noch in "Im Geheimdienst ihrer Majestät" für den Mord an Bonds Frau verantwortlich. Die Rache von 007 bzw. Blofelds Tod erfolgte in "Man lebt nur zweimal" durch Bonds Hand. Nach Blofelds Ende wähnte man auch SPECTRE als endgültig zerschlagen bis die Häufung von Flugzeugentführungen und das spurlose Verschwinden von US-Agenten auf dem fürstentumartigen Anwesen eines exzentrischen Milliardärs das Gegenteil vermuten lassen. Gemeinsam mit der CIA-Agentin Cedar Leiter begibt sich James Bond auf eine gefährliche Mission, bei der nicht jeder das ist, was er vorgibt und noch viel mehr auf dem Spiel steht als die Enttarnung von SPECTRE.

Es wäre gegenüber Fleming nicht gerecht, wenn man behaupten würde, dass Gardners Bond-Kopie besser und spannender als das Original wäre. Im Zeitalter von Atomkraftwerken und Killersateliten hatten es Autoren in den Achziger Jahren bedeutend einfacher, packende Bedrohungsszenarien für einen Superagenten zu schreiben als es Fleming in seiner Zeit möglich war, ohne dabei ins Science Fiction-Genre abzurutschen. Unstrittig ist, dass Gardner bei seinem bereits zweiten Bond-Roman nach "Kernschmelze" wieder vieles richtig macht und das Beste aus Roman- und Filmvorlage rausholt und daraus eine überzeugende 007-Symbiose geschaffen hat. Man verzeiht Gardner auch gerne, dass seine Charakterzeichnung nie Flemings hohes Niveau erreicht, da er andererseits auch auf dessen oft überzogene Detailverliebtheit bei der Beschreibung von Natur, Land und Leuten verzichtet.

Nach einem furiosen Auftakt mit einer Flugzeugentführung bleiben Tempo und Spannung bis zum klassischen Finale konstant hoch und es ist lobenswert, dass Gardner auf Kontinuität zu Flemings Romanen achtet, ohne dabei ernsthaft über das Zeitsprungthema zu stolpern, nachdem man James Bond mehr oder weniger ungealtert um ein Vierteljahrhundert in die Zukunft katapultiert hatte. Gardners verdeutlicht auch in seinem zweitem Bond-Roman, dass der kettenrauchende und saufende 007 ein Relikt der Vergangenheit ist und 1982 nicht wirklich funktionieren würde. Richtig war sicher auch die Entscheidung, auf einen alten Gegner zu setzen, da das Konzept mit einem neuen größenwahnsinnigen Welteroberer pro Roman inzwischen bereits leichte Ermüdungserscheinungen zeigte. Dies scheinen auch die Filmproduzenten erkannt zu haben, denn der nächste Bondfilm trägt auch den Titel "SPECTRE"".
Kommentar Kommentare (7) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Oct 16, 2015 8:56 PM MEST


James Bond: Kernschmelze
James Bond: Kernschmelze
von John Gardner
  Broschiert
Preis: EUR 12,80

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bonds Zeitsprung in die Achtziger, 10. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: James Bond: Kernschmelze (Broschiert)
12 Jahre waren seit dem letzten Bond-Roman vergangen als 1981 „Kernschmelze“ erschien und 007 ein durchaus gelungenes Comeback in seinem Ursprungsmedium feierte. Der Einfluss der kontinuierlich laufenden Filmreihe ist deutlich spürbar und so verwundert es nicht, dass Gardners Bond deutlich stärker an die damals aktuellen Kinofilme als an Flemings Original angelegt ist.

Storyaufbau, Gegner und Szenarien sind zwar durchaus vergleichbar, aber dem guten James wurde eine zeitgemäße und letztendlich wohl auch notwendige Runderneuerung verpasst. Durch den Zeitsprung verabschiedet man sich auch von Flemings offizieller Bond Biographie und Chronologie, da wir es sonst mit einem Agenten zu tun hätten, der stramm auf die 60 zugehen würde. Auch für Flemings ständig rauchenden und saufenden 007 ist kein Platz mehr in den Achtzigern, denn schließlich ist höchste Professionalität, Konzentration und nüchterne Analyse gefragt.

Atomwissenschaftler und Milliardär Anton Murik plant einen Terroranschlag auf mehrere Atomkraftwerke führender Industrienationen und Bond muss bei einem Wettlauf gegen die Zeit alle Register seines Könnens ziehen, um gleich mehrere Großkatastrophen abzuwenden. Auch wenn Muriks Motive nicht wirklich überzeugen, erhalten seine 1981 geäußerten Bedenken hinsichtlich sicherer Atomkraftwerke nur wenige Jahre vor Tschernobyl eine erschreckende und nur allzu reale Bestätigung.

Gardner legt ein hohes Tempo und einem flüssigen Schreibstil vor, so das kaum Langweile aufkommt. Es mangelt auch nicht an Bond-Zutaten, wie Verfolgungsjagden, wechselnde Schauplätze, schönen Frauen und nicht zuletzt sorgt die hohe Eskalationsstufe des Auftrages in „Kernschmelze“ für Brisanz und Spannung.

Puritaner können sich vielleicht daran reiben, dass die Neuinterpretation nicht mehr in allen Punkten mit dem Original übereinstimmt, aber gewisse Änderungen sind halt notwendig, wenn man ein Franchise frisch, modern und letztendlich auch überlebensfähig halten will. Die gleiche Thematik trifft auch auf den vor einigen Jahren veröffentlichten Bond-Roman „Carte Blanche“ von Jeffrey Deaver zu, wo 007 ins neue Jahrtausend katapultiert wurde.

Wenn es auf diesem guten Niveau weitergeht, kann man sich auf die weiteren Bond Romane von John Gardner freuen!


James Bond: Colonel Sun
James Bond: Colonel Sun
von Kingsley Amis
  Broschiert
Preis: EUR 12,80

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Fackelübergabe insgesamt geglückt, 27. Oktober 2014
Rezension bezieht sich auf: James Bond: Colonel Sun (Broschiert)
Colonel Sun ist der erste Roman, der nicht mehr aus der Feder des leider viel zu früh verstorbenen Bond Schöpfers Ian Fleming, sondern von Kingsley Amis alias Robert Markham stammt. M wird entführt und die Ermittlungen führen 007 nach Griechenland. Alles deutet auf eine große Verschwörung hin und Bond verbündet sich mit einer russischen Agentin und einem griechischen Haudegen, um seinen Chef und den Weltfrieden zu retten.

Fast sämtliche Bond Zutaten (exotischer Schauplatz, lokaler Verbündeter, Bond Girl) werden aufgefahren und Markham gelingt es gut, Flemings Stil zu kopieren und dessen Vorlage treu zu bleiben. Nach einem furiosen Auftakt plätschert die Story lange vor sich hin und für meinen Geschmack wird der Hintergrund der Verschwörung etwas zu spät aufgedeckt, so dass der Spannungsbogen im Mittelteil deutlich abfällt.

Auch wenn mich Flemings überzogene Detailverliebtheit oft genervt hat, so habe ich diesmal doch seine stets ausgefeilte Charakterisierung der Bond Gegenspieler vermisst, die diesmal einfach nur böse, Altnazis oder schwul sind. Der gelungene Showdown entschädigt dann aber wieder für einige Langen.

Natürlich ist Bond ein eiskalter Killer, dem jedes Mittel recht ist, um seine Ziele zu erreichen, aber das eine seiner Finten mehr oder weniger bewusst den Tod eines vollkommen unschuldigen Bootsbesitzers einkalkuliert und letztendlich auch verschuldet, wirft einen Schatten auf seinen Status als Held. Bonds Verhalten in diesem Zusammenhang wirkt umso irritierender, da er nur einige Kapital zuvor sicherstellt, dass ein unschuldiger Jugendlicher nicht in die Kampfhandlungen der Mission verwickelt wird. Ja was denn nun? Skrupel- und Gewissenslos, oder Agent mit Herz?

Randnotiz: Als wohltuend habe ich empfunden, dass Markham im Gegensatz zu seinem Vorgänger nicht ständig und exzessiv schildert, wie Bond sich eine Zigarette anzündet, oder einen seiner zahllosen Drinks nimmt.

Unterm Strich wurde bei der Übergabe der Fleming-Fackel ein ordentlicher Start hingelegt, auch wenn nicht das Niveau der besten Romane von Ian Fleming erreicht wurde.
Kommentar Kommentare (5) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Apr 9, 2015 6:25 PM MEST


Seite: 1 | 2 | 3