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Rezensionen verfasst von
Kristina Linguist (Graz, Österreich)

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Der Weihnachtshund
Der Weihnachtshund
von Daniel Glattauer
  Taschenbuch

27 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Adventskalender-Chicklit mit dem verschlafendsten Hund der Welt, 10. Dezember 2007
Rezension bezieht sich auf: Der Weihnachtshund (Taschenbuch)
Max ist Single, und damit hat er sich abgefunden; nicht, dass er nicht gerne eine Freundin hätte, doch er weiß genau, dass sich keine Frau mit ihm einlassen würde. Dabei ist Max eigentlich ganz nett, nicht unansehnlich und hat einen geregelten Job (eigentlich sogar vier) als Journalist; doch seit einem ekeligen Erlebnis in seiner Kindheit bekommt Max jedesmal beim Küssen sofort einen Brechreiz, und ohne vorherigen Kuss kommt Max auch mit keiner Frau zusammen.
Katrin ist auch Single, doch darunter leidet sie viel weniger als ihre Eltern, die schon seit Jahren fürchten, ihre Tochter werde ihnen niemals einen Schwiegersohn, geschweige denn Enkel schenken -- und Katrin dementsprechend schon zur Hochzeit drängen, sobald nur ein annehmbarer Kandidat am Horizont erscheint.
Beide freuen sich also nicht gerade auf Weihnachten; Max will dem Fest alleine nicht entgegensehen und plant, sich in einen Tauchurlaub zu flüchten (unter Wasser müsste er eine etwaige Urlaubsbekannschaft schließlich noch nicht einmal küssen), und Katrin überlegt sich krampfhaft, wie sie am Heiligen Abend, der gleichzeitig ihr 30. Geburtstag sein wird, der Inquisition durch ihre Eltern entkommen kann.
...und dann ist da noch der titelgebende "Weihnachtshund", nämlich Deutsch-Drahthaar Kurt. Kurt ist auch Single, allerdings ist das eher kein Thema. Hauptsächlich ist Kurt der faulste und verschlafendste Hund, den es je gegeben hat, und damit eine konstante Enttäuschung für Max, der eigentlich seine Brötchen damit verdienen sollte, witzige Kolumnen über Kurts nicht existente Erlebnisse zu schreiben. Noch dazu kann Max ja auch schlecht in den Urlaub aufbrechen, ohne den Hund versorgt zu wissen. Und hier kommt dann Katrin ins Spiel...

Alles, was man sich von einer modernen Romantic Comedy wünschen kann: Chicklit mit Humor und Hund (und dazu quasi ein Adventskalender, denn es gibt für jeden Dezembertag bis zum 24. ein Kapitel!)!


Sommerland
Sommerland
von Michael Chabon
  Gebundene Ausgabe

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Insgesamt weniger vielversprechend als die Summe seiner Teile, 18. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Sommerland (Gebundene Ausgabe)
Der elfjährige Ethan wohnt auf der kleinen Insel Clam Island vor der US-Pazifikküste, wo es oft regnerisch ist. Nur ein Zipfel von Clam Island hat die ganze Baseballsaison über schönes Wetter: das "Sommerland". Dort muss Ethan mehr Zeit verbringen als ihm lieb ist, denn sein Vater liebt Baseball, und möchte, das Ethan spielt, so wenig Talent er auch zeigt. Ethans Vater ist Erfinder und mit Ethan erst vor kurzem, nach dem Tod der Mutter, hinaus auf die Insel gezogen...

Soweit die nahezu klassische Ausgangssituation dieses Jugendfantasyabenteuers: (Halb-)Waise, Versager, unwahrscheinlicher Held. Doch Ethan muss über sich selbst hinauswachsen, als plötzlich der Talentsucher Ringfinger Brown und Werfuchs Cutbelly bei ihm auftauchen und ihm eröffnen, dass er bei der Verhinderung des Weltuntergangs eine wichtige Rolle zu spielen hätte. Was folgt, ist eine furiose Reise zwischen den Welten und Anleihen aus scheinbar allen verfügbaren Mythologien der Welt: die germanische Weltenesche, der indianische "Trickster" Kojote, keltische Feen, die großen amerikanischen Sagengestalten wie Paul Bunyan, der Werfuchs nach Art eines japanischen Kitsune -- dazu Riesen, Bigfoots und sogar eine gottähnliche Gestalt. Und über diesem wilden Sammelsurium aus tradierten Motiven und der sich wie ein Roadmovie entwickelnden Handlung steht als einendes Motiv Baseball, das weltenvereinende, weltrettende Spiel.

Glücklicherweise verfügt Sommerland über eine Einführung ins Baseballspiel und ein umfangreiches Glossar der wichtigen Termini, um dem Spielgeschehen folgen zu können; trotzdem habe ich nach einer Weile einfahc über die Baseballstellen hinweggelesen und mich mit der generellen Handlung treiben lassen, anstatt die einzelnen Spieldetails zu verfolgen, weil Baseball für mich eben so absolut keinen Symbolwert hat. Das beeinträchtigt den Genuß des Buches aber nicht weiter. Trotzdem hat mir etwas gefehlt. Ich weiß gar nicht, was es ist, aber irgendwie sind bei mir die einzelnen Komponenten von Sommerland nicht richtig zusammengekommen. Es gibt Charaktere, mit denen man mitfiebern kann, gekonnt verwobene Motive aus aller Welt, der Sprachstil war nicht unangenehm und trotz ihrer Länge war die Geschichte die meiste Zeit über spannend. Trotzdem hat sie mich nicht zu fesseln gewusst, und ich vermöchte keinen treffsicheren Grund dafür zu sagen. Immerhin solide fantastische Unterhaltung, wenn auch kein Knüllerbuch.


Das Rätsel der Puppe
Das Rätsel der Puppe
von Janet Lunn
  Gebundene Ausgabe

5.0 von 5 Sternen Sanfter Horror um eine alte Puppe, 10. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Das Rätsel der Puppe (Gebundene Ausgabe)
Die Zwillinge Jane und Elisabeth wachsen im Toronto der sechziger Jahre auf. Eigentlich sind sie schon aus dem Alter heraus, aber als sie an einem regnerischen Tag an einem Antiquitätengeschäft vorbeikommen, müssen sie die dort ausgestellte Puppe einfach haben... Von da an geschehen merkwürdige Dinge, Lisa und Jane haben Träume, Ahnungen und Visionen, und als die Mädchen versuchen, dem Rätsel auf die Spur zu kommen, entdecken sie, dass die Geschichte ihrer Familie mit der der Puppe verknüpft ist.

Ein wohlfühlschauriger Gruselthriller nicht nur für junge Mädchen. Hinter dem zugegebenermaßen scheußlich kitschigen Titelbild verbirgt sich eine solide geschriebene "Familiensaga", die langsam aber sicher zu einer Geistergeschichte kippt und mit angenehmer Spannung und mildem Horror gerade die richtige Unterhaltung für einen stürmischen Nachmittag bietet. Sehr nett!


Fünf Freunde - Folge 33: entdecken den Geheimgang
Fünf Freunde - Folge 33: entdecken den Geheimgang
Wird angeboten von hotshotrecordsmailorder
Preis: EUR 5,83

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Solide Kost für Fünf-Freunde-Fans, 3. Februar 2007
Die fünf Freunde machen wieder einmal Urlaub in Kirrin, doch diesmal sind die Handwerker im Felsenhaus: das Dach muß renoviert werden - und natürlich ein Rätsel gelöst!

Warum kann Georges treuer Hund Timmy Felix, den Sohn des Dachdeckers, so auffallend gut leiden? Vor Eifersucht ist George ganz ausser sich. Aber das ist nicht das eigentliche Rätsel: dazu kommt, dass Handwerker "das Ekel" Finger zu ungewöhnlichen Tageszeiten auf dem Dach herumkraxelt und sicher etwas zu verbergen hat...

Spannende und atmosphärische Fünf-Freunde-Folge, ein wenig nach Schema F und ohne große Überraschungen, aber doch solide Hörspielunterhaltung.


Das geheimnisvolle Schwarze Buch
Das geheimnisvolle Schwarze Buch
von Franz Sales Sklenitzka
  Taschenbuch

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mit dem schwarzen Buch auf in die Lesenacht!, 3. Februar 2007
Als Elias den riesigen schwarzen Okkultismuswälzer Mächte des Schicksals auf dem Dachboden findet, ist er begeistert: Nicht nur wird dieses Buch ideal für die Lesenacht mit Gruselmotto sein, die bald in seiner Schulklasse ansteht, nein, er fühlt sich auch seltsam angezogen von dem Buch. Er schmökert nächtelang über Themen wie Hexen, Aberglaube, Horoskope, Traumdeutung oder Doppelgänger. Und das, obwohl sein Vater es lieber hätte, Elias würde das Buch verbrennen oder sonstwie entsorgen, denn es brächte kein Glück... Das scheint sich zu bewahrheiten, als die Lesenacht dann endlich stattfindet, denn zuerst hat Elias auf dem Schulweg eine unerfreuliche Begegnung mit einem Sandler, und dann geht auch im Klassenzimmer einiges schief. Nach einem Stromausfall sieht Elias sich in der unangenehmen Situation, im finsteren, labyrinthartigen und mit gruseligen Dingen vollgestellten alten Keller des Schulhauses nach einem Ausgang zu suchen, um Hilfe zu holen...

Ganz schön gruselig für ein Kinderbuch! Hätte ich dieses Buch im passenden Alter in die Finger bekommen, so hätte es wohl mein Lieblingsbuch werden können. So aber habe ich beim Lesen hauptsächlich Sklenitzkas Fähigkeit bewundert, völlig schmerzlos und authetisch in die Handlung eingestreut Wissen zu vermitteln. Bekommt man in "Die Ruine" vom selben Autor ganz nebenbei einen Reiseführer fürs Waldviertel an die Hand, so gibt es hier Zitate aus einigen der größten Gruselgeschichten aller Zeiten und eine sehr sachlich gehaltene Einführung in einige Themen der Esoterik (und einen kritischen Umgang mit ihnen, als mahnenden Zeigefinger zum Abschluß). Ebenso wie bei vielen anderen Kinderbüchern, die sich mit übersinnlichen Themen auseinandersetzen (etwa in vielen Bänden der "Drei ???"-Serie), liegt hier das Hauptaugenmerk auf der logischen, wissenschaftlichen Erklärung, die am Schluss alles findet. Trotzdem spielt Sklenitzka genüsslich mit dem Grusel, und auch ich, gute 15 Jahre als die Zielgruppe, fand es sehr spannend.

Besonders schön fand ich, dass es sich bei dem titelgebenden schwarzen Buch Mächte des Schicksals um ein reales Buch handelt; junge Leseratten, die auf den Geschmack gekommen sind, können nun also Antiquariate auf der Suche nach dem guten Stück durchstöbern. Auch der Rest der Bibliographie enthält einge interessante Anregungen für Gruselfreunde.


Die Ruine
Die Ruine
von Franz S. Sklenitzka
  Taschenbuch

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Keine Frustrationsgefahr -- leichter Heimatvorteil, 2. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Die Ruine (Taschenbuch)
Abenteuer-Spielbücher habe ich immer schon geliebt, und so habe ich mich sehr gefreut, als ich "Die Ruine" zu lesen bekommen habe.

Dieses Leseabenteuer ist insofern speziell, als dass das Abenteuer den Leser nicht, wie etwa die legendären Spielbücher von Steve Jackson, in wüste Fantasywelten entführt -- sondern ins wildromantische Waldviertel! Ein Spielbuch mit extra Heimatfaktor also, sozusagen, und sehr gelungen dazu.

Wenn man sich erstmal wieder an die Erzählung in zweiter Person gewöhnt hat, liest dieses Abenteuer sich aussergewöhnlich gut, ist mit angenehmem Witz erzählt und mit viel Liebe zum Detail recherchiert. Mir als Neuösterreicher hat es jedenfalls gehörig Lust aufs mir bislang eher unbekannte Waldviertel gemacht!

Wenn es einen Kritikpunkt an diesem Buch gibt, dann die mangelnde Spieltiefe; auf ausgefeilte Charakterbögen wie bei den Jackson/Livingstone-Büchern kann ich zwar gut verzichten, aber ich bin das Gefühl nicht losgeworden, dass letztlich alle meine Entscheidungen in diesem Buch völlig ohne Konsequenzen waren. Man kann keine Hinweise oder Gegenstände versäumen, höchstens wird man von ständigen Wiederholungen und Schleifen in der Handlung genervt, wenn man sich zum x-ten Mal an der gleichen Abzweigung wiederfindet. "Falsch abbiegen" ist quasi unmöglich, und das Abenteuer mehrmals beginnen, weil man das Ziel nicht erreicht hat, kann man im Grunde nur bei ausgemachtem Würfelpech.

Ausserdem wirkt das übersinnliche Element in der Handlung eher aufgesetzt (verrät natürlich viel über das angepeilte Zielpublikum :)) und am Ende bleiben ein paar lose Enden. Trotzdem, sehr, sehr vergnüglich und vor allem durch den Lokalkolorit sehr lesenswert.


Das Orakel von Oonagh: Roman
Das Orakel von Oonagh: Roman
von Flavia Bujor
  Taschenbuch

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein guter Fantasy-Snack für Zwischendurch, 2. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Das Orakel von Oonagh: Roman (Taschenbuch)
In einer mehr oder weniger mittelalterlichen Welt regiert der grausame Zwölferrat und die Bevölkerung lebt unfrei. Doch eine alte Prophezeiung besagt, dass die letzte Schlacht zwischen Gut und Böse nicht mehr lange auf sich warten lassen wird... An ihrem 14. Geburtstag wird den drei Mädchen Ambre, Jade und Opale, die in Herkunft und Charakter grundverschieden sind, offenbart, dass sie nicht die sind, für die sich sich bisher gehalten haben, und sie nun ihre Rolle im vorhergesagten Schicksal übernehmen müssen. Man enthüllt ihnen jedoch nicht den Wortlaut der Prophezeiung. Und so müssen sich die drei auf den Weg machen, ihre Bestimmung zu ergründen, sich trotz ihrer Unterschiedlichkeit zusammenzufinden und das Land von der Herrschaft des Rates zu befreien.

Im Laufe ihrer Queste erfahren sie von der Existenz eines magischen Reiches, der Mär, in der neben Menschen auch magische Fabelwesen leben, und in der sie ihrer Prophezeiung auf die Spur kommen sollen. Und dann ist da noch ein mutiger Jüngling, der einer der drei zur ersten Liebe wird, und der geheimnisvolle Namenlose, der ebenso wie die Mädchen auf der Suche nach seiner Vergangenheit und seiner Zukunft ist. Und was hat es mit der Parallelhandlung auf sich, in der ein todkrankes Mädchen in einem Pariser Krankenhaus der Gegenwart vor sich hin siecht?

Man kann das Orakel von Oonagh kaum zur Hand nehmen, ohne mit dem außergewöhnlich jungen Alter seiner Autorin konfrontiert zu werden, denn als sie schrieb, war sie noch jünger als ihre Protagonistinnen. Allerdings merkt man das dem Buch nicht unbedingt an. Sicher, ich habe schon schönere Prosa und tiefschürfendere Gedanken gelesen, aber speziell im Bereich der Fantastik tummeln sich ja auch einge der grottenschlechtesten Bücher aller Zeiten, und auf dieser Ebene ist "das Orakel" sicher nicht. Was ich als störend empfinde sind die relativ willkürlich ausgedachten, scheinbar auf Exotik ausgelegten magischen Spezies, ebenso wie die absolut zungenbrechenden (und orthographisch herausfordenden) Eigennamen, die irgendwo zwischen Anglo-Keltisch, Elbisch und einem gerütteten Maß französischer Akzente angesiedelt sind. Auch finde ich, dass die Namen der Protagonistinnen durchaus hätten "übersetzt" bzw. in der Schreibweise den deutschen Bezeichnungen für die entsprechenden Steine hätten angepasst werden dürfen.

Und obwohl in Fantasy- und Parallelwelten ja doch irgendie alles erlaubt ist, hat mich doch die Erwähnung einiger technischer Errungenschaften wie Uhren oder Magnetfelder etwas irritiert (aber das wird zum Ende zumindest irgendwie erklärt).

Auch vom Schluß hätte ich mir etwas mehr versprochen hatte. Das Ende bricht allzu plötzlich herein, und auch die Verbindung der beiden Handlungsstränge und die Geschichte der Stadt Thaar haben mich nicht gerade überzeugt.

Ansonsten hätte ich vielleicht noch höchstens die leichte Episondenhaftigkeit der einzelnen Abenteuer zu bemängeln, aber das ist bei Questen ja nun mal relativ üblich, dass man von Mission zu Mission zieht.

Eine meiner liebsten Stellen: die überraschende Entwicklung auf Seite 108 (die ich hier aus

Spoilervermeidungsgründen nicht näher nenne) -- durchaus pratchettesk!!
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 11, 2010 7:47 PM MEST


Bau und Leben der Rhinogradentia
Bau und Leben der Rhinogradentia
von Harald Stümpke
  Taschenbuch

4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Entdecken Sie die unglaubliche Ordnung der Naslinge!, 20. November 2006
Was für ein absolut vergnügliches Buch. Für mich als Bio-Laien extrem glaubwürdig aufgemacht, liest es sich nach authentischer Fachliteratur. Die Naslinge sind so bemerkenswert, gründlichst beschrieben und liebevoll dargestellt, dass man keinerlei Schwierigkeiten hat, seinen Unglauben für die Dauer der Lektüre gaaanz weit in den Hinterkopf zu verbannen und das verlorene Pazifikparadies Heieiei vor dem inneren Auge neu entstehen zu lassen. Alleine bei Quellenangaben wie Bleedkoop, Miespott, Mayer-Meier, Jester, S.p. Assfugl oder Naquedai muss man sich dann allerdings schon fragen... :)

Obwohl sich Bau und Leben der Rhinogradentia wie ein Fachbuch liest und sich daher Begriffe wie "unterhaltsam" oder "spannend" nicht unbedingt aufdrängen, handelt es sich doch um ein sehr leicht verdauliches Buch: die Beschreibungen der erdachten Arten strotzen vor Einfallsreichtum, bleiben aber immer plausibel genug, um den Leser zu kleinen Gedankenexperimenten herauszufordern. Dazu kommen die 15 Farbtafeln, die den Geschöpfen Leben einhauchen und auch den größten Skeptiker im Handumdrehen zum überzeugten Naslingsfan werden lassen.

Einen großen Fehler hat das Buch allerdings: es ist zu kurz! Wenn man nach vielleicht zwei Stunden Lektüre beim Nachwort angekommen ist, wünscht man sich unweigerlich, mehr über die Bewohner von Heieiei zu erfahren.

Dazu kommen einige kleinere Mängel in der Ausgabe des Spektrum-Verlages; der Satz ist etwas unsorgfältig und für ein Buch mit so geringem Umfang -und relativ stolzem Preis- häufen sich doch die Tippfehler.


Bau und Leben der Rhinogradentia
Bau und Leben der Rhinogradentia
von Gerolf Steiner
  Taschenbuch
Preis: EUR 24,99

2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Entdecken Sie die unglaubliche Ordnung der Naslinge!, 20. November 2006
Was für ein absolut vergnügliches Buch. Für mich als Bio-Laien extrem glaubwürdig aufgemacht, liest es sich nach authentischer Fachliteratur. Die Naslinge sind so bemerkenswert, gründlichst beschrieben und liebevoll dargestellt, dass man keinerlei Schwierigkeiten hat, seinen Unglauben für die Dauer der Lektüre gaaanz weit in den Hinterkopf zu verbannen und das verlorene Pazifikparadies Heieiei vor dem inneren Auge neu entstehen zu lassen. Alleine bei Quellenangaben wie Bleedkoop, Miespott, Mayer-Meier, Jester, S.p. Assfugl oder Naquedai muss man sich dann allerdings schon fragen... :)

Obwohl sich Bau und Leben der Rhinogradentia wie ein Fachbuch liest und sich daher Begriffe wie "unterhaltsam" oder "spannend" nicht unbedingt aufdrängen, handelt es sich doch um ein sehr leicht verdauliches Buch: die Beschreibungen der erdachten Arten strotzen vor Einfallsreichtum, bleiben aber immer plausibel genug, um den Leser zu kleinen Gedankenexperimenten herauszufordern. Dazu kommen die 15 Farbtafeln, die den Geschöpfen Leben einhauchen und auch den größten Skeptiker im Handumdrehen zum überzeugten Naslingsfan werden lassen.

Einen großen Fehler hat das Buch allerdings: es ist zu kurz! Wenn man nach vielleicht zwei Stunden Lektüre beim Nachwort angekommen ist, wünscht man sich unweigerlich, mehr über die Bewohner von Heieiei zu erfahren.

Dazu kommen einige kleinere Mängel in der Ausgabe des Spektrum-Verlages; der Satz ist etwas unsorgfältig und für ein Buch mit so geringem Umfang -und relativ stolzem Preis- häufen sich doch die Tippfehler.


Denn am Sabbat sollst du ruhen
Denn am Sabbat sollst du ruhen
von Batyah Gur
  Broschiert

3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Psychoanalyse und Mord, 7. November 2006
Rezension bezieht sich auf: Denn am Sabbat sollst du ruhen (Broschiert)
Denn am Sabbat sollst du ruhen ist ein spannender Krimi mit viel Liebe zum Detail, der einen mindestens ebensosehr wegen der sympatischen Figuren wie wegen des rätselhaften Mordfalls bei der Stange hält.

Eines Sabbatmorgens wird die renommierte Psychoanalytikerin Eva Neidorf tot in ihrem Büro im Institut aufgefunden, wo sie später hätte einen wichtigen Vortrag hätte halten sollen. Ihre Kollegen am Institut sind entsetzt: sollte sich unter ihnen ein Mörder befinden? Michael Ochajon von der Jerusalemer Polizei nimmt die Ermittlungen auf, doch während er viel über Psychoanalyse und die Mechanismen am Institut erfährt, sind andere Dinge viel schwieriger herauszufinden. Wo sind etwa Dr. Neidorfs Patientenakten -- und warum scheinen sämtliche Kopien ihres geplanten Vortrages verschwunden? Hat Dr. Neidorfs verschlossene Persönlichkeit damit zu tun? Und was hat es mit dem aufstrebenden jungen Soldaten auf sich, der sich rätselhaft benimmt?

Die ersten 300 Seiten des Romans erzählen nur von den ersten drei Tagen nach dem Mord, so viel Zeit nimmt sich Gur für die Beschreibung ihrer Charaktere, ausgedehnte Dialoge sowie scharfsichtige -und glaubwürdige- Skizzen von sowohl Polizeiarbeit als auch Psychoanalyse. Protagonist Inspektor Ochajon hat zwar einige der für Krimipolizisten vorgeschriebenen Macken, -ständig raucht er, seine Ehe ist schon vor Jahren in die Brüche gegangen und mit seinem stressigen Beruf kann er kaum ein Privatleben aufrecht erhalten- doch ist er groß, dunkel, gutaussehend und traurig, so dass jede anständige Leserin ihn einfach mögen muss. :)

Mit Ausnahme der Personennamen und der häufigen Erwähnung des Militärs gab es nicht viel an diesem Roman, das mir besonders israelspezifisch vorgekommen wäre; allerdings sagt das ja nun auch überhaupt nichts über die Qualität oder Lesbarkeit dieses Buches aus.

Fazit: stylischer Krimi in eher ungewohntem Milieu, lebensnahe Figuren und Konflikte, schnörkelloser und eleganter Stil, und dazu ein atemloses Finale.


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