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Siebenstreich (Himmel und Hölle)

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Morgens 15.30 in Deutschland: Handbuch für aufgeweckte Studenten
Morgens 15.30 in Deutschland: Handbuch für aufgeweckte Studenten
von David Werker
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

3.0 von 5 Sternen Das Skript für ein Bühnenprogramm..., 13. Mai 2015
Morgens, 15.30 in Deutschland: Handbuch für aufgeweckte Studenten...

Der Autor ist ein deutscher Komiker, und das merkt man auch im Text. Als Leser wird man immer wieder direkt angesprochen, so dass ich das Gefühl hatte, die Mitschrift eines seiner Bühnenprogramme zu lesen.

Das hat leider gleich mehrere Nachteile: nicht alle Witze zünden, denn manche Pointen sind in mündlicher Form besser verständlich.
Außerdem ist das Buch mittlerweile fünf Jahre alt, so dass einige Anspielungen nicht mehr aktuell sind und dadurch nur noch ein müdes Schmunzeln hervorrufen, weil man statt mit Lachen damit beschäftigt ist, zurückzudenken, wie das damals in GEZ-Zeiten war.
Leider wird auch derselbe Vergleich bei verschiedenen Gelegenheiten benutzt - ist dem Autor da nichts besseres mehr eingefallen, als sich zu wiederholen? Auf der Bühne kann man das ja gerne machen, wenn man gemerkt hat, dass es beim ersten Mal der Brüller war...

Der Text hat zwar wenig Tiefgang, liest sich dadurch aber sehr schnell und angenehm. Soll ja auch sein, damit der Leser (im Idealfall) nach jeder Pointe lachend aufhört zu lesen, und dann natürlich schnell wieder reinfinden soll.

Alles in allem also ein Buch, das mich nicht ganz überzeugen konnte. Da kaum ein Witz sehr tiefgründig ist und zum Denken anregt, gebe ich drei Sterne.


Kompanie der Verdammten (Das Schwarze Auge, Band 75)
Kompanie der Verdammten (Das Schwarze Auge, Band 75)
von Manuel Krainer
  Gebundene Ausgabe

4.0 von 5 Sternen Definitiv kein DSA-Roman..., 12. Mai 2015
Kompanie der Verdammten...

Ein "Armalion"-Roman über eine Schlacht zwischen Menschen und Orks? Klingt passend und vielversprechend.
Wer jedoch nach dem Klappentext geht, wird überrascht sein, wie schnell der Fokus der Ereignisse auf Etwas ganz anderem liegt. Immer wieder wird der Leser durch unerwartete Wendungen überrascht, genau wie von dem knappen und offenen Ende. Die vielen Querverweise deuten an, dass der Autor die Handlung gut durchdacht hat. Die damit verbundene Tiefe hätte leider besser zu einem Buch gepasst, das mindestens doppelt so lang ist, denn dann hätte man manche Handlungsstränge deutlicher ausarbeiten können, statt sie nur anzureißen: das auffällige Glück, die schleichende Verdammnis, die Tragweite des Verrats.

Der Roman hätte von zusätzlichen Seiten nur profitieren können. Ich glaube auch nicht, dass er zu langatmig und damit langweilig geworden wäre, denn der Schreibstil gefällt mir sehr. Der Autor schafft es, eine spannende Atmosphäre zu erzeugen und die Charaktere glaubwürdig darzustellen, auch wenn er dazu manchmal auf Stereotypen zurückgreifen muss.

Was aber eindeutig ist: es handelt sich hierbei keineswegs um einen Aventurien-Roman. Das liegt nicht daran, dass die Personen, Zauber und Orte unvereinbar mit DSA wären, im Gegenteil: die meisten Ereignisse sind so allgemein gehalten, dass sie quasi in jeder beliebigen Fantasywelt spielen könnten. Damit der Roman zu Aventurien passt, beten die Menschen halt zu Rondra und die Orks zu Brazoragh. Manchmal passt das - Khorrim etwa hat mit dem Gott der Söldner mehr gemein als nur den Namen -, manchmal jedoch nicht. So wäre die richtige Bezeichnung für den "Seher" denn auch "Tairach-Schamane" und die "Unterwelt" müsste eigentlich "Niederhöllen" heißen.

Eine Karte mit den verschiedenen Kulturen bzw. Machtbereichen ist vorhanden, hat jedoch keinen nennenswerten Zweck, da Ort und Zeit relativ unbestimmt sind. Sonst ist kein Anhang (wie etwa ein Glossar) vorhanden, was aber auch nicht notwendig gewesen wäre. Das unterstreicht wiederrum die Theorie, dass der Roman nicht direkt auf Aventurien zugeschnitten ist, da kaum spezifische Begriffe vorkommen. Leider gab es auch ein paar Schreibfehler.

Alles in allem ein schwer zu bewertender Roman. Die Geschichte hat sehr viel Potenzial, das leider nicht voll ausgenutzt wird. Das Buch ist angenehm zu lesen, endet aber viel zu schnell. Der Bezug zum offiziellen Aventurien ist gleich Null, dennoch wären die Ereignisse auch im DSA-Universum denkbar. Da ich die Geschichte, insbesondere die schrittweise Eskalation, gemocht habe, schwanke ich zwischen drei und vier Sternen und vergebe letztlich knappe vier Punkte.


Der Tag des Zorns (Das Schwarze Auge, Band 76)
Der Tag des Zorns (Das Schwarze Auge, Band 76)
von Daniela Knor
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,50

2.0 von 5 Sternen Ausformuliertes Geschichtsbuch..., 11. Mai 2015
Der Tag des Zorns...

Wer andere Bücher der Autorin kennt (z.B. "Blaues Licht"), der weiß, dass die Handlung meist eher Zweitrangig ist und stattdessen mehr Wert auf die stimmungsvolle Beschreibung der aventurischen Welt gelegt wird.

Doch diesmal gelingt leider nicht mal das. Die Gesellschaft der Zwerge wird zwar traditionell-patriarchalisch-handwerklich dargestellt, könnte aber genausogut auch in einer menschlichen Kultur spielen. Ein überzeugendes Merkmal, dass die Geschichte beim Kleinen Volk spielt, fehlt leider. Im Gegenteil, gerade manche der jüngeren Zwerge erinnern sehr an Lausbuben, statt an beinharte Drachenjäger. Bei "Dunkle Tiefen" habe ich diesen Aspekt besser in Erinnerung.

Eine Handlung ist, wie bereits angedeutet, wieder kaum vorhanden: viele Szenen dienen einfach nur dazu, das alltägliche Leben abzubilden, ohne irgendeine Relevanz für später zu haben, da es überhaupt kein wirkliches Finale gibt.

Eine kleine Landkarte des westlichen Mittelreichs ist dabei, aber kein Glossar oder Personenregister. Insbesondere Letzteres wäre bei den vielen ähnlich klingenden Zwergennamen doch ganz praktisch gewesen. Einige Rechtschreibfehler sind mir auch aufgefallen.

Alles in allem ein durchwachsenes Werk ohne wirkliche Höhepunkte. Es scheint so, als habe die Autorin (wieder) ein paar Zeilen eines aventurischen Geschichtsbuchs auf Romanlänge gestreckt, diesmal aber leider nicht so gekonnt wie früher. Insgesamt gibt es damit nur zwei Sterne.


Der Pfad des Wolfes (Das Schwarze Auge, Band 128)
Der Pfad des Wolfes (Das Schwarze Auge, Band 128)
von Alex Spohr
  Broschiert
Preis: EUR 10,00

3.0 von 5 Sternen Geradlinig, aber überraschend..., 8. Mai 2015
Der Pfad des Wolfes...

Der Klappentext klingt erstmal so, als habe man hier ein ausformuliertes Abenteuer als Roman vorliegen, und in der Tat, oft hat man beim Lesen das Gefühl, dass die Ereignisse einer "Zufallstabelle für Begegnungen" entnommen wurden. Dennoch würde ich das Buch eher als die ausführliche Vorgeschichte eines DSA-Helden ansehen, da der Fokus eindeutig auf der Hauptfigur Druan liegt, der sich mit wechselnden Gefährten dem Bösen entgegenstellt.

Das Buch liest sich sehr angenehm, wobei dabei sicher auch die fehlende Komplexität eine Rolle spielt: die Handlung verläuft relativ linear und bleibt leider ein wenig oberflächlich (genau wie die Charaktere), ist aber zum Glück kaum vorhersehbar; mehrmals wurde ich durch unerwartete Wendungen angenehm überrascht. Zudem werden ein paar interessante Querverweise angesprochen, die ich sehr passend fand, und natürlich bekommt man eine Einführung in die Kultur der Gjalskerländer.

Der Regelaspekt wurde mal mehr, mal weniger gut umgesetzt. Die Beschreibungen der Tierkrieger orientieren sich zu stark an den offiziellen Vorgaben, dafür fand ich die Beschreibung der Kampfszenen aventurisch stimmig.

Das Glossar erwähnt die wichtigsten Fremdwörter, setzt aber ein Grundwissen (wie etwa: "Was ist ein Thorwaler?") voraus. Ebenfalls im Anhang findet man ein ausführliches Personenregister, obwohl man das bei der überschaubaren Zahl an Charakteren wirklich nicht gebraucht hätte. Da sollte man die Zeit lieber für die Korrektur der Rechtschreibfehler nutzen, denn obwohl man gerade bei DSA-Romanen auch schon Schlimmeres gesehen hat, besitzt "Axel Spor" seinen Spitznamen nicht umsonst. ;-)

Alles in allem ein Buch, das sich mit "Viel Licht, viel Schatten" beschreiben lässt. Eine handwerklich gute Geschichte, die mich auch unterhalten hat, aber an Rechtschreibfehlern, Seichtigkeit und einem schwachen Finale krankt und von mir daher nur drei Punkte bekommt.


Der Regler: Thriller
Der Regler: Thriller
von Max Landorff
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

2.0 von 5 Sternen Der "Regler" kriegt nichts geregelt..., 5. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: Der Regler: Thriller (Taschenbuch)
Der Regler...

"Für die Reichen regelt er alles - Liebe, Karriere, Geld, Sex."

So steht es auf der Rückseite. Erfreut war ich, als angedeutet wird, dass der Sachverhalt nicht ganz so Schwarz-Weiß ist und der Regler offenbar doch gewisse moralische Richtlinien hat: so will er einem unsittlichen Politiker nicht helfen, seine dunklen Machenschaften zu verschleiern, sondern bietet offenbar nur dann seine Hilfe an, wenn es zu Gunsten aller Parteien ist (wie etwa eine kaputte Ehe aufzulösen - und nein, das hätte sicher kein Anderer, erst Recht kein Scheidungsanwalt, geschafft). Irritiert war ich dann, als man wenig später erfährt, dass er scheinbar doch so manche Skandale verhindert hat.
Generell wird der Protagonist sehr widersprüchlich dargestellt: auf der einen Seite kennt er jede Menge einflußreicher Leute und schafft es sogar, als Außenstehender eine Intrige in der Chef-Etage eines Konzerns aufzudecken, auf der anderen Seite kann er zu der Auflösung der Morde überhaupt nichts beitragen. Er soll ein Meister der Manipulation sein und sitzt doch nur in der Ecke und schluckt Beruhigungstabletten.

Auch der Schreibstil kann nicht wirklich überzeugen. Der Autor versucht, jeder Person durch die Beschreibung eines besonderen Details Individualität zu verleihen, was mit der Zeit jedoch störend auffällt. Außerdem wird jeder Ortswechsel, insbesondere in München, durch eine Aneinanderreihung von Straßennamen dargestellt, was für Einheimische vielleicht nett ist, Ortsfremde aber ausbremst. Daneben werden alle paar Seiten (pseudo)wissenschaftliche oder theologische Theorien beschrieben und der Fall dazu in einen Kontext gebracht, was mehr als einmal gezwungen wirkt.

Eine Auflösung im eigentlichen Sinne gab es leider auch nicht. Zwar muss man als Leser nicht alles nochmal haarklein vorgekaut bekommen, aber in diesem Fall sind zu viele Fragen offen geblieben, inklusive der Wichtigsten: was ist das Motiv des Täters? Wieso wurden die Morde so ausgeführt, wie sie wurden - insbesondere, was sollte das Entfernen der Augen?

Alles in allem also ein enttäuschender Debut-Roman. Aufgrund zahlreicher Schwachstellen vergebe ich zwei Punkte, da dennoch immer wieder einzelne spannende Szenen, Fakten und Thesen eingestreut sind, die aber das Gesamtwerk nicht retten können.


Der erste Kaiser
Der erste Kaiser
von Daniel Jödemann
  Broschiert
Preis: EUR 9,00

3.0 von 5 Sternen Leider nicht spektakulär genug..., 26. März 2015
Rezension bezieht sich auf: Der erste Kaiser (Broschiert)
Die zwei Kaiser II: Der erste Kaiser...

Nun endlich geht es ans Eingemachte, denn die Zweite Dämonenschlacht steht bevor: ein Ereignis, so epochal, dass es den Beginn einer neuen Zeitrechnung markiert. Das ist der Stoff, aus dem Legenden sind (und Romane). Insofern hat der Autor alles richtig gemacht.

Leider schafft er es nicht, das volle Potential dieser Erzählung auszuschöpfen. Die Geschichte selbst liest sich sehr flüssig, und gerade die Figur des Salim machte eine interessante Entwicklung durch. Leider liegt der Fokus des Buches aber auf den falschen Stellen: in meinen Augen hätte die Dämonenschlacht deutlich mehr Beachtung verdient. Insbesondere das Eingreifen der Götter(!) hätte mehr als nur einen Nebensatz füllen müssen. Der Epilog wird dagegen den beschriebenen Ereignissen wieder mehr als gerecht.

Zum Formalen: wieder gab es ein paar ärgerliche, weil vermeidbare Rechtschreibfehler. Dafür ist mir beim Index diesmal nichts Negatives (fehlende Stichwörter o.ä.) aufgefallen.

Alles in allem also ein Buch, das den Leser mit gemischten Gefühlen zurücklässt. Ich habe mich zwar gut unterhalten gefühlt, aber gleichzeitig werde ich das Gefühl nicht los, dass da mehr drin gewesen wäre. Insofern ziehe ich von der eigentlich geplanten Vier-Punkte-Bewertung einen Stern ab.


Den Göttern versprochen (Das Schwarze Auge, Band 78)
Den Göttern versprochen (Das Schwarze Auge, Band 78)
von Sarah Nick
  Taschenbuch

5.0 von 5 Sternen Eine gelungene Einführung nach Myranor..., 26. März 2015
Den Göttern versprochen…

Nur 236 Seiten lang ist das Buch – leider. Ich hätte gerne noch weitergelesen, denn bei diesem Roman stimmt einfach alles.

Er eignet sich u.a. gut dabei, Myranor-Neulinge an den Westkontinent heranzuführen. Die Ereignisse werden zwar aus der Sicht von Einheimischen geschildert, aber neue Begriffe wie etwa Götternamen oder Tiere werden meist direkt im Text erklärt, ohne dass es aufdringlich wirkt. Sollte ein Wort nicht erläutert sein, so findet man in dem ausführlichen Anhang bestimmt eine passende Erläuterung; das Glossar ist nämlich sehr umfangreich und beinhaltet auch wirklich (fast) alle Fremdwörter. So soll es sein. Auch die Rechtschreibung ist sehr gut, was ebenfalls gerade bei den DSA-Romanen oft ein Schwachpunkt ist. Abgerundet wird das Ganze durch eine Auflistung der Charaktere. Eine Karte ist leider nicht vorhanden, aber da die Ereignisse auf die Stadt Balan Cantara beschränkt sind, ist das ok.

Aber auch inhaltlich hat das Buch einiges zu bieten. Der Sprachstil weiß zu gefallen und zieht den Leser sofort in seinen Bann. Die Charaktere sind charismatisch und überzeugend, selbst wenn es sich bei ihnen stellenweise um typische Vertreter ihrer Art handelt. Die Geschichte ist vielschichtig, nimmt immer wieder überraschende Wendungen und mündet in ein dramatisches Finale. Im Epilog werden dann die noch offenen Fragen und Querverweise geklärt.

Alles in allem ein Buch, das mir sehr gut gefallen hat. Es liefert glaubwürdige Charaktere, eine spannende Geschichte und führt den Leser behutsam an Myranor heran. Damit gibt es nur eine Wertung, nämlich 5 Punkte. Wenn doch nur alle Romane der Rollenspielwelt von DSA so wären…


Der Schandfleck (Das Schwarze Auge, Band 77)
Der Schandfleck (Das Schwarze Auge, Band 77)
von Sarah Nick
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,50

2.0 von 5 Sternen Kein "Schandfleck", aber auch kein Meisterwerk..., 25. März 2015
Der Schandfleck…

Das Erste, was dem Leser auffällt, ist die geringe Dicke des Buches. Etwas über 200 Seiten sind es nur.

Zum Inhalt: Leider wird die Überfahrt von Aventurien nach Myranor kaum thematisiert, obwohl schon allein der Versuch einer Ozeanüberquerung ganze Bücher füllen könnte und so mancher DSA-Meister hier vielleicht auf Inspirationen für die eigene Spielrunde hofft.

Von der Art her ist es auch eine gute Idee, das Güldenland aus den Augen von Aventuriern darzustellen und mit den Charakteren auf Entdeckungsreise zu gehen, denn die meisten Leser werden vermutlich DSA-Hintergründe haben. Leider ist es nicht ohne weiteres möglich, sich mit den neuen Begriffen zurechtzufinden: der Index ist nicht vollständig, es fehlen etwa die Erklärungen zu den myranischen Gottheiten. Außerdem ist keine Karte vorhanden, was bei der Vielzahl an Städten und Ländern eigentlich dringend nötig gewesen wäre. Stattdessen finden sich einige Rechtschreibfehler, insbesondere bei den Kommas.

Die Charaktere sind leider nicht sehr überzeugend. Rowin als ehemaliger Rondrianer hütet sich in der einen Szene davor, unehrenhaft zu kämpfen, bei einer anderen Gelegenheit hat er dagegen nicht so viel Skrupel. Ilvi ist die untypischste Thorwalerin auf ganz Dere: dunkelhaarig, mit einer Abneigung gegen Bärtige, löst sie Probleme lieber mit Verstand anstatt Muskeln. Außerdem ist sie die einzige Kapitänin, die mit lautem Jubel begrüßt wird, wenn sie die Mannschaft daran erinnert, dass die Rationen gekürzt sind.

Die Liebesgeschichte ist sehr seicht und wirkt ein wenig erzwungen, was jedoch auch für andere Teile des Buches gilt: es sind einfach zu viele Zufälle vorhanden, als dass es sich hier wirklich um Zufälle handeln könnte. Ein Beispiel ist die Tatsache, dass irgendwie alle in der Geschichte vorkommenden Personen sich zur gleichen Zeit in Sidor Corabis aufhalten.

Positiv zu vermerken ist, dass das Buch einen guten Einblick in die Politik und Infrastruktur des Imperiums bietet, und auch die nichtmenschlichen Rassen werden gut in die Geschichte eingebunden.

Alles in allem ein einfach zu lesender Roman mit wenig Tiefgang und ein paar Schwächen. Es hätten gerne ein paar Seiten mehr sein dürfen, dann wäre z.B. der für die Charakterbeschreibungen dringend benötigte Platz vorhanden gewesen. Eigentlich würde ich drei Punkte vergeben, aber aufgrund der Begleiterscheinungen (keine Karte, Rechtschreibung) ziehe ich einen Stern ab.


Die letzte Kaiserin (Das Schwarze Auge)
Die letzte Kaiserin (Das Schwarze Auge)
von Daniel Jödemann
  Broschiert
Preis: EUR 9,00

4.0 von 5 Sternen Götter und Könige..., 7. März 2015
Die zwei Kaiser I: Die letzte Kaiserin...

Als DSA-Kenner weiß man schon, wie die Geschichte ausgehen wird - aber das tut dem Lesespaß keinen Abbruch.

Ein großer Vorteil dieses historischen Buches ist, dass man kaum merkt, dass es in der Vergangenheit spielt: die Namen von Göttern, Völkern und Städten sind (fast) die Gleichen wie im heutigen Aventurien. Dadurch ist der Wiedererkennungswert sehr hoch, was den Einstieg erleichtert.

Interessant sind die Charaktere. So erfährt man ein wenig über Hela-Horas' Privatleben, und auch Raul wird sehr vielschichtig dargestellt. Es sind nur Details, die dieses Bild stören: so hält Raul es für sinnlos, die Strategien alter Kriegsherren zu erlernen, in einer anderen Szene tut er sich jedoch als militärischer Anführer hervor. Er sollte also eigentlich ein Interesse daran haben, antike Schlachten zu studieren.
Die anderen Figuren des Buches sind mal besser, mal schlechter dargestellt. Positiv zu benennen ist hier Yarum, der Praios-Hochgeweihte, der erfreulich bodenständig ist.

Obwohl das Buch durchweg sehr spannend geschrieben ist, gab es leider kaum Szenen, die mir als literarische Meisterwerke im Gedächtnis geblieben sind, und auch zitierfähige Stellen gab es kaum. Zudem sind mir ein paar kleinere Rechtschreibfehler aufgefallen.

Alles in allem ein unterhaltsames Buch, welches die Zeit vor 1000 Jahren zum Leben erweckt. Es wäre noch ein wenig Luft nach oben gewesen, aber die wirklich epochalen Ereignisse stehen ja erst noch aus. Als Auftakt für den Zweiteiler ist es dagegen sehr gut und erhält damit vier Sterne.


Das vergessene Pergament: Roman
Das vergessene Pergament: Roman
von Philipp Vandenberg
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,95

3.0 von 5 Sternen Zu modern für's Mittelalter..., 8. Februar 2015
Rezension bezieht sich auf: Das vergessene Pergament: Roman (Taschenbuch)
Das vergessene Pergament...

Ich habe "nur" eine Kurzfassung des Romans gelesen, die im Rahmen der "Reader's Digest Auswahlbücher" veröffentlich wurde. Insofern kenne ich natürlich nicht sämtliche Handlungsstränge, sehr wohl aber den wesentlichen Inhalt des Buches.

Sehr gut gelungen ist die Darstellung des Mittelalters: düster, chaotisch und naiv-hilflos, was die Machenschaften der Kirche angeht. Auch die Protagonistin ist mir positiv im Gedächtnis geblieben.

Die Handlung des Buches ist im Prinzip nicht neu: ein altes Pergament, das ein schlechtes Licht auf das Papsttum wirft, taucht auf und manche Menschen gehen skrupellos dagegen vor. Solche Ideen kennt man von Dan Brown und Anderen zur Genüge.
Diesmal spielt die Geschichte jedoch im Mittelalter, und das ist zugleich das größte Manko: Denn in der heutigen Welt ist es nicht nur möglich, historische Dokumente auf ihr Alter (und damit ihre Echtheit) zu überprüfen, sondern mit Internet, Fernsehen usw. ist es ein Leichtes, einen solchen aufsehenerregenden Fund der Allgemeinheit bekannt zu machen.
Inwieweit also dieses Dokument im Mittelalter wirklich einen Wert hatte, ist mehr als fragwürdig. Die Kirche hätte einfach behaupten können, der Text sei eine Fälschung. Und dass jemals mehr als eine Handvoll Leute davon Wind bekommen hätten - ich bezweifle es stark.

Alles in allem also eine moderne Geschichte, die nicht ganz zu dem historischen Hintergrund passt, in dem sie angesiedelt ist. Das sorgt für einen schalen Geschmack beim Lesen, der sich leider bis zum Ende hin durchzieht. Deswegen gibt es einen Punkt Abzug von der eigentlich spannenden Vier-Sterne-Geschichte.


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