Profil für Amazon Customer > Rezensionen

Persönliches Profil

Beiträge von Amazon Customer
Top-Rezensenten Rang: 4.470
Hilfreiche Bewertungen: 327

Richtlinien: Erfahren Sie mehr über die Regeln für "Meine Seite@Amazon.de".

Rezensionen verfasst von
Amazon Customer (Osnabrück)

Anzeigen:  
Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-12
pixel
Der Heidenfürst: Buch 7 (Die Uhtred-Serie)
Der Heidenfürst: Buch 7 (Die Uhtred-Serie)
Preis: EUR 9,49

7 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut - aber irgendwann muss es auch mal gut sein, 7. Juni 2014
Der Heidenfürst (Bernard Cornwell)

Ein fauler Frieden. Ein böser Krieg. Nur ein Verstoßener kann England retten.
König Alfred ist tot und sein Sohn Edward hat den Thron bestiegen. Das Reich scheint gerettet, doch der Frieden ist brüchig: Der Däne Cnut Langschwert begehrt nichts mehr als die Smaragdkrone von Wessex. Und im Land schwärt der Verrat. Uhtred kann nicht helfen: Unerwünscht am Hofe Edwards, beschließt er, mit einer Schar furchtloser Krieger seinen Familiensitz Bebbanburg zurückzuerobern.





Bündnisse und Schwüre brechen und viele Männer müssen sterben, als alle sächsischen Reiche in das bis dahin blutigste Ringen mit den Dänen geraten: in einen Krieg, der über mehr als einen Thron entscheiden wird und über das Schicksal Englands. (Verlagsinfo)

Kritik

Im siebten Band der „Wikinger-Reihe“ von Bernard Cornwell ist zwar noch lange kein Frieden auf der britischen Insel, doch das Ende der Reihe ist nahe. Die Hauptfigur Uhtred ist immer noch ein Mann zwischen den Welten, innerlich zerrissen und immer versucht für jeden loyal und ehrenhaft einzutreten. Diese noble Charaktereigenschaft hat seinen Preis, denn Uhtred kommt nicht zur lang ersehnten Ruhe. Noch immer ist die Burg seiner Eltern – die Bebbanburg fest in der Hand seines Onkels und noch immer gibt es Kriegsfürsten unter den dänischen Wikingern, die gegen alles stehen, wofür er bisher gekämpft und eingestanden ist.

Auch die politischen Fronten sind nicht klar strukturiert. Intrigen, Machtwechsel, Erpressungen und Verrat sind die Spielbälle in diesen Kampf um den Thron.

Bernard Cornwell verarbeitete viele seine theoretischen Ideen in diesem Teil der Uhtred-Saga und verbindet diese sehr plausibel mit historischen Tatsachen.

Fazit

„Der Heidenfürst“ von Bernard Cornwell ist ein überzeugender, historischer Roman, der es versteht zu unterhalten. Trotzdem sollte die Uthred-Saga bald ihr Ende finden. Es wird Zeit, dass Uthred seine wohlverdiente Ruhe findet.

Michael Sterzik
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Jun 7, 2014 8:37 PM MEST


Die Republik der Diebe: Band 3 - Roman
Die Republik der Diebe: Band 3 - Roman
Preis: EUR 12,99

2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Spiel im Schatten, 4. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Republik der Diebe (Scott Lynch)

Nach „Die Lügen des Locke Lamora“ und „Sturm über Roten Wassern“ von Scott Lynch begegnen dem Leser die beiden Gentleman-Ganoven in „Die Republik der Diebe“ erneut. Das Duo Locke Lamora und Jean bestehen im dritten Band erneute Abenteuer, doch lässt der Autor im Gegensatz zu den beiden vorherigen Titeln, die Vergangenheit von Locke sehr ausführlich aufleben.

Inhalt

Nach den Ereignissen in „Sturm über Roten Wassern“ schließt sich „Die Republik der Diebe“ den Geschehnissen nur wenig später an. Locke Lamora ist schwer von seiner tödlichen Vergiftung gezeichnet. Ausgemergelt und schwach erwartet dieser den unausweichlichen Tod. Jean sein Freund und treuer Gefährte lässt nichts unversucht, um den Freund zu retten. Doch jeder Arzt und Quacksalber versagt gegen die Aggressivität des Giftes und Jean verzweifelt schier, bis in letzter Minute eine Soldmagierin erscheint, und verspricht Locke gegen eine Gefälligkeit zu retten. In Einer dunklen und kräfteaufreibenden Zeremonie gelingt es tatsächlich der im Rang stehenden hohen Magierin Locke zu heilen und so nimmt das Schicksal volle Fahrt auf in Richtung Intrigantes Abenteuer.

Locke und Jean sollen für die Soldmagierin ein Spiel gewinnen. In der Stadt Karthein tobt der politische Wahlkampf und die beiden Gentleman-Ganoven bekommen die Weisung die anstehende Wahl für die Aristokraten zu gewinnen. Allerdings sind die Regeln klar festgesetzt und zwischen Intrigen, Sabotagen und anderen kreativen Einfällen die Wahl zu entscheiden stellt Locke schnell fest, dass er den Gegner kennen muss und dieser mindestens ebenbürtig zu sein scheint.

Kritik

Es ist immer wieder ein diebisches Vergnügen Locke und Jean auf ihren halsbrecherischen Raubzügen zu begleiten. Und die beiden Diebe machen nicht nur im Schutze der Dunkelheit waghalsige Geschäfte, sondern verstehen sie sich auf die politischen Ränkespiele und ihre Schauspielerei.

Wer die beiden Vorgängerromane schon gelesen hat, wird schnell feststellen, dass Scott Lynch hier einen anderen Weg einschlägt. Die Handlung teilt sich in zwei Strängen auf: Die gegenwärtige in der sie ihren Auftrag für die Soldmagierin erledigen müssen und der zweite Handlungsstrang zeigt Locke und Jeans Vergangenheit in ihren Anfängen als Gentleman-Ganoven. Nichtsdestotrotz sind die zeitlichen Sprünge in die Vergangenheit um ein Vielfaches langweiliger als vielleicht angenommen. Aus der Perspektive der Vergangenheit Lockes wird hier die liebevolle Rivalität und das Verhältnis zu einer Frau thematisiert die Jahre später in der Gegenwart zu Lockes politische und persönliche Gegnerin wird. Die Jugend- und Pflegejahre von Locke und Jean nehmen, auch wenn sie nicht unwichtig sind, zu viel Raum ein.

Diese Passagen wirken manchmal zu überproportioniert und zu langatmig und langweilig erzählt. Auch wenn das Verhältnis zu seiner alten Liebe sich in den Vordergrund positioniert, so hätte dies nicht so ausführlich sein. Der eigentliche Spannungsbogen wird in der Gegenwart aufgebaut und hier sind nicht nur die Protagonisten sympathischer, sondern die Geschichte nimmt temporeich fahrt auf.

Der Einfallsreichtum der beiden politisch agierenden Kontrahenten ist manchmal recht amüsant, durchtrieben, aber wenig actionreich. Die Spannung wird hier nicht durch mörderische Kämpfe oder dramatische Schlachten aufgebaut, sondern durch situationsbedingte Dramatik und manchmal auch durch Wortgefechte.

Erst zum Ende hin, im letzten Drittel dieses 900Seiten Werks explodiert die Handlung. Locke Lamora erfährt von der Soldmagierin sehr Persönliches aus seiner Vergangenheit und längst besiegte Feinde schwören Rache.

Fazit

„Die Republik der Diebe“ ist die Wiederauferstehung und das neue Aufstellen auf einem Schachspiel. Und wie das Ende vermuten mag, dieser wird wie die beiden ersten Romane von Scott Lynch nicht nur mit Wortgefechten geführt. Jeans Äxte und Lockes Schwert werden mit Sicherheit ihr Ziel finden wollen.

Auch wenn dieser Roman inhaltlich schwächer ist als die Vorgänger, so ist der vorliegende Band immer noch ein spannender Pageturner mit imposanten Charakteren und einer vielversprechenden Aussicht auf weiteren Storys mit den Gentleman-Ganoven.

Insgesamt kein starker, aber auch kein schwacher Titel. Solide Unterhaltung und vielleicht nur die Ruhe vor dem Sturm.

Lesern ist in jedem Fall zu empfehlen, dass die beiden Vorgängerromane vorab gelesen werden sollten, bevor man hier zu diesem besprochenen Band greifen mag.

Michael Sterzik


Totenfrau: Thriller
Totenfrau: Thriller
Preis: EUR 15,99

6 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Tod steht ihr gut, 27. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Totenfrau: Thriller (Kindle Edition)
Totenfrau – Bernhard Aichner

Brünhilde, auch genannt Blum ist eine junge und erfolgreiche Unternehmerin und die Hauptfigur in den neuesten Thriller „Totenfrau“ von Bernhard Aichner. Doch die junge Frau ist nicht Inhaberin einer soliden Boutique – ihr Geschäft ist der Tod.

Aufgewachsen mit und in einem traditionellen Bestattungsunternehmen, führt sie nach dem „Unfalltod“ ihrer beiden Eltern das Geschäft weiter. Und das mit großem Erfolg und einer glücklichen, großen Familie. Mit ihren zwei Töchtern, ihren Ehemann Mark und dessen Vater scheint das Glück vollkommen zu sein.

Doch an einem so herrlichen Sommermorgen wird der junge Polizist und Familienvater von einem Lkw überfahren und erliegt noch am Unfallort seinen schweren Verletzungen.

Damit ist die heile Welt auf den Boden der Tatsachen aufgekommen und das sehr schmerzhaft und endgültig. Durch gespeicherte Memos auf dem Handy ihres Mannes kommt Blum einer brutalen Verbrecherband auf die Spur, die aus Lust und Spaß junge Mädchen verschleppen und anschließend erbarmungslos töten. Doch eine Frau hat überlebt und Blum findet die psychisch, zerstörte Frau und erfährt nach und nach das der Unfalltod mit Fahrerflucht, ein eiskalt geplanter Mord gewesen sein muss. Blum geht auf der Jagd nach Antworten und findet schonungslose Täter...

Kritik

„Totenfrau“ von Bernard Aichiner lebt von seiner Hauptfigur Blum. Der Tod ist ihr Leben, ihre Vergangenheit und Gegenwart und sicherlich auch Zukunft. Der Tod ist ihr vertraut und dessen Gesicht allgegenwärtig. Ihre Charakterisierung ist einfach und brutal – sie ist eine Teilzeit-Psycho-Soziopathin.

Es ist nicht leicht, sie als sympathisch zu bezeichnen. Ihre dunkle Seite, ihre Dämonen kann sie über ihre Familie kompensieren, doch die Eskalationsspirale dreht sich immer schneller mit ihr. Eiskalt und völlig kalkulierend begibt sie sich auf den Weg einer mörderischen Rache.

Der Autor hält sich mit seiner Geschichte nicht lange auf. Sein Stil und Tempo des Romans sind pfeilschnell. Die Sätze konzentrieren sich auf die wesentlichen Inhalte. Nebengeschichten findet man kurzweilig am Anfang und Ende dieser ungewöhnlichen, aber spannenden Story. Und immer wieder wird der Leser vor die Entscheidung gestellt, was er nun von Blum halten soll?! Ihr Gerechtigkeitssinn ist nicht gleichzusetzen mit einer gesunden ethischen und moralischen Erziehung. Sie ist und bleibt das Produkt ihrer Kindheit – doch stellt sich dann die Frage – kann man die Vergangenheit verdrängen, vergessen und ignorieren?

Die Spannung des Romans erklärt sich nicht durch die Handlung, denn diese ist vorhersehbar und allzu offensichtlich. Sie erklärt sich nur den emotionslosen und durchdachten Aktionismus ihrer Hauptfigur Blum. Damit kommen wir auch zu einem der wenigen Kritikpunkte: Sie denkt nicht darüber nach, welche Opfer sie auf ihren blutigen Weg der Rache hinterlässt?! Egoistisch übersieht sie den Schmerz und die Traumata der Angehörigen wie Kinder, Ehepartner usw. ihrer Opfer. Darf Rache, so gerecht sie auch in manchen Augen sein mag, so endgültig werden!?
Ein weiterer diskutierbarer Punkt ist, dass der Autor seine Figuren recht eindimensional konzipiert hat, bis auf wenige Ausnahmen. Die Schattierung der Figuren ist gut oder böse, einen schmalen Grat gibt es praktisch gesehen gar nicht.

Der Roman „Totenfrau“ lädt quasi dazu ein, in einem Drehbuch verarbeitet zu werden. Spannend und blutig ist der Stoff allemal, doch sicherlich wird die Story recht kontrovers diskutiert werden. Nach „Ein Mann sieht Rot“ erleben wir hier Blum in ihrer eigenen Interpretation und man wird das Gefühl nicht los; sie ist gerne Staatsanwalt, Richter und Henker in einer Person.

Fazit

„Totenfrau“ von Bernhard Aichner ist ein Garant für unkonventionelle Spannung und weiß brillant zu unterhalten.

Der Tod steht Frau Blum gut und als klassischer Verbündeter in guten wie auch schlechten Zeiten hoffe ich doch, dass es ein Wiedersehen mit Blum gibt. Es wäre schade um sie, sollte ihr Auftritt nur eine abschließende Premiere gewesen sein.

Michael Sterzik


Killing Jesus: Die wahre Geschichte
Killing Jesus: Die wahre Geschichte
Preis: EUR 17,99

3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Über das Leben und Sterben, 3. März 2014
Jesus von Nazareth: Märtyrer, Volksheld, Gottes Sohn, Prediger, Prophet, Messias und ein Mensch ist wohl mit Abstand einer der bekanntesten Personen der Zeit. Mehr als 2,2 Milliarden Menschen folgen seiner Kirche und Glauben. Seine Lehren prägen bis heute viele Menschen auf allen Kontinenten.

Es gibt viele Bücher und Schriften über diesen einflussreichen Mann. Doch war er wirklich Gottes Sohn, oder nur ein einfacher Zimmermann mit einer beispiellosen Rhetorik, der es schaffte die Mengen für sich zu gewinnen? Die Evangelien meinen die Antwort zu kenne, doch sie sind widersprüchlich und mit ziemlicher Sicherheit auch manipuliert. Auch Bibelforscher führen bisweilen kontroverse Diskussionen über das Leben und Sterben dieses Mannes.

Das vorliegende Buch „Killing Jesus“, so sagen die beiden Autoren selbst, orientiert sich ausschließlich an Fakten. Doch die Quellenlage ist nicht unbestreitbare schwierig. Es gibt zu viele Lücken, die auch die beiden Autoren nicht wirklich füllen können. So mit bleibt eine Story übrig die zwar faszinierend und sehr einfach erzählt wird, aber ob diese nun historisch korrekt ist, wird niemand beantworten können. Vielleicht tauchen im Laufe der nächsten Jahre neue Erkenntnisse und Quellen auf, die viele seine Taten entweder stützen oder erschüttern mögen.

Das Buch ist kein religiöses Lehrwerk und es stellt Jesus nicht als „Gottes Sohn“ dar, sondern als historische Persönlichkeit, als Mensch mit vielen Facetten.
Das Buch schildert allerdings nicht nur Jesus, sondern erzählt auch von vielen anderen historisch verbürgten Personen, die unmittelbar Einfluss auf das Schicksal Jesus hatten. Das Zeitfenster bildet sich von der Geburt Jesus bis kurz nach seinem Tod.

„Killing Jesus“ bietet spannende Unterhaltung, ohne eine Wertung über die handelnden Personen zu suggerieren. Das Autorenduo erzählt nicht viel Neues, aber gibt dem Buch durch seine schonungslose Schilderung von Tod, Leid und anderen Dramen eine gewisse Atmosphäre, der man sich nicht entziehen kann.

Fazit

Die Erwartungshaltung könnte relativ groß sein, wenn man zu dem Buch greift, doch stellt man ernüchternd fest, dass wenn man schon andere Bücher über diese Thematik gelesen hat „Killing Jesus“ nicht mit neuen Erkenntnissen zu glänzen vermag. Nichtsdestotrotz ist das Buch zu empfehlen denn es konzentriert sich auf bestehende Fakten, ohne zu viel fiktive Elemente zu verwenden.

Sehr löblich ist die Tatsache, dass die beiden Autoren in einem ausführlichen Vorwort ihre Erfahrungen in der Recherche erklären. Am Ende des Buches gibt es neben einem Glossar und einer Aufschlüsslung der verwendeten Quellen noch ein Register und runden das Buch sehr positiv ab.

„Killing Jesus“ ist ein großartiger und aufschlussreicher Titel für Leser, die sich noch nicht mit dem Leben und Sterben dieses Mannes beschäftigt haben. Als großer Kritikpunkt ist zu sagen, dass es keine neue Erkenntnisse und wissenschaftlichen Fakten bietet. Gerade für interessierte und vorgebildete Leser wirkt das Buch dann eher etwas ernüchternd.

Michael Sterzik


1356
1356
Preis: EUR 21,99

8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Krieg ohne Frieden, 27. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: 1356 (Kindle Edition)
Thomas of Hookton, bekannt als «Der Bastard», ist ein versierter englischer Bogenschütze. Der Hundertjährige Krieg hat ihn in die Gascogne verschlagen, wo er eine Gruppe von Söldnern anführt. Dort fängt seine Truppe einem widerlichen französischen Adeligen die entlaufene Ehefrau wieder ein. Doch als der Mann ihnen den versprochenen Lohn in wertlosen Münzen auszahlt, nimmt Thomas die Frau mit – und schafft sich einen Feind fürs Leben. Bertille ist eine atemberaubende Schönheit, die den Männern in Thomas’ Tross den Kopf verdreht. Zur selben Zeit versammelt Edward, Prince of Wales, ein Heer. Bevor Thomas mit ihm für den Ruhm seines Vaterlandes kämpfen kann, soll er ein geheimnisvolles Schwert finden, das seinen Besitzer unbesiegbar machen soll: La Malice, «Die Bosheit». Angeblich gehörte es dem heiligen Petrus, der damit seinen Herrn Jesus Christus verteidigte. Aber nicht nur Thomas, sondern auch andere, zwielichtigere Gestalten machen sich am Vorabend der Schlacht der Engländer gegen die überwältigende französische Übermacht auf die Jagd nach dem heiligen Schwert. Auch Thomas’ Feinde sind unter ihnen …(Verlagsinfo)

Kritik

Bernard Cornwell ist bekannt für seine meist epischen historischen Romane, in deren er längst vergangene Schlachten wieder aufleben lässt. Fast schon realistisch situativ schildert er Taktiken, Strategien und minutiös die Entwicklung einer Schlacht. Cornwell erzählerischer Stil ist wahrlich meisterlich und er lässt seine Protagonisten durch manche Feuertaufen gehen.

In Cornwells historischen Romanen geht es nicht um tragische, dramatische Liebesgeschichten, in denen mehr Fiktion vorkommt als das sich der Autor an historischen Fakten hält. Sicherlich nimmt sich auch Cornwell die schriftstellerische Freiheit diese miteinander zu verweben, doch für die Liebhaber actionreicher Romane dürfte dieses das kleinste Hindernis darstellen.

In „1356“ geht es wieder einmal wie in der Grals-Trilogie auch, um die mittelalterliche Erzfeindschaft zwischen England und Frankreich. In dem vorliegenden Buch wird der Leser alte Bekannte und neue Feinde finden und wieder einmal spielt Thomas of Hookton eine tragende Rolle. Doch in „1356“ geht es nicht um die Suche nach dem Heiligen Gral, sondern um ein anderes, mystisches und legendäres Artefakt – das Schwert des Petrus. Das hier dann die „weltliche“ Kirche mit ihren Fürsten nicht gut bei weg kommt, verwundert dabei nicht. Schließlich war im Mittelalter der „Glaube“ nur ein Instrument zur Steuerung und Manipulation der einfachen Schafe und ihrer Hüter – sprich: der Adel mitsamt seinen Fürsten.

„1356“ von Bernard Cornwell entwickelt sich recht langsam, aber an spannenden Elementen fehlt es allerdings auch nicht. Die drei Vorgängerromane muss man nicht unbedingt gelesen haben. Trotzdem ist es empfehlenswert zu diesem zu greifen. Sollte dem Erstleser also in dem Roman Thomas of Hookton zum ersten Male begegnen, so sollte unbedingt auch zur „Grals-Trilogie“ greifen. Diese vermittelt doch manch auftauchenden Charakter deutlich interessanter.

Zum Ende des Romans schließt sich der erzählerische Kreis und gipfelt in der Schlacht von Poitiers. Wer ein Faible für den 100 jährigen Krieg hat und sich zudem für die endlosen kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen England und Frankreich interessiert, wird hier gut auf seine Kosten kommen. Ebenso wird es für Militaristen ein Vergnügen sein, dem Autor zu folgen, wenn er die Vorzüge eines Langbogen mitsamt seinen unterschiedlichen, aber effizient tödlichen Pfeilen schildert.

Bernard Cornwell ist einer der wenigen Autoren dessen Grundtenor immer der gleiche ist, der es aber trotzdem immer wieder beeindruckenderweise schafft, den Leser ins umkämpfe Mittelalter zu katapultieren. Auch in 1356 wird getötet, gestorben, verstümmelt und gelitten. Wer also holde Burgfrauen und heldenhafte Ritter in 1356 vermutet, der wird enttäuscht sein. Der Krieg um die Kronen England und Frankreichs forderte einen hohen Blutzoll.

Fazit

„1356“ von Bernard Cornwell ist mit Sicherheit nicht der stärkste Band des Autors. Die Atmosphäre ist zwar durchgehend spannend, doch erst zum Ende hin, explodiert diese förmlich. Manchmal hatte man den Eindruck, der Autor wüsste nicht unbedingt, welche Situation er wohin weiterentwickelt.

Mit „1356“ und Thomas of Hookton sollte es doch jetzt auch hoffentlich beendet sein. Schließlich hat der 100-jährige Krieg noch andere Schlachten und Schicksale parat, die es wert sein dürften erzählt zu werden.

Alles in allem ein echter „Cornwell“ ohne Wenn und Aber. Empfehlenswert – aber nicht erstklassig.

Michael Sterzik


Die Burg der Könige: Roman
Die Burg der Könige: Roman
Preis: EUR 16,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Burgen, Ritter, Ringe usw..., 22. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Burg der Könige: Roman (Kindle Edition)
Die Burg der Könige (Oliver Pötzsch)

Inhalt

1524. Die deutschen Lande werden von den Bauernkriegen zerrissen. Dem Adel droht der Verlust der Macht, dem Volk Hunger und Tod. Die Herrschaft Kaiser Karls V. ist in Gefahr. Da stoßen Agnes, die Herrin der mächtigen Burg Trifels, und Mathis, der Sohn des Burgschmieds, auf ein Geheimnis, das über die Zukunft der Krone entscheiden wird. Bestsellerautor Oliver Pötzsch hat einen großen Roman über die legendäre Burg der Staufer geschrieben. Der Trifels: Hort vieler Legenden und Schlüssel zum Kaiserthron. (Verlagsinfo)

Kritik

„Als Adam grub und Eva spann wo war denn da der Edelmann“?- Ein Zitat des englischen Predigers John Ball. Der neueste Roman von Oliver Pötzsch spielt um das Jahr 1525. Eine unruhige Zeit in Europa. Nicht nur aufgrund der königlich-/ kaiserlichen Kriege und Intrigen an den Höfen des Adels, sondern auch unter der armen Bevölkerung, unter den Bauern, den Leibeigenen, den unfreien macht sich massive Unzufriedenheit breit. Es ist auch, der Niedergang des herkömmlichen und traditionellem Rittertums. Die Zeit der Schwerter im Kampf um Ruhm und Ehre gehört der Vergangenheit an. Die damaligen Ritter sind zumeist verarmt, einsam und können die königlichen Steuern und Abgaben kaum mehr aufbringen. Nicht wenige werden aus Not vom Ritter zum Räuber.

Die Zeit der Burgen nähert sich dem Ende. Die Kosten sind zu hoch und zwingen den verarmten Adel zur Aufgabe. Es ist die Zeit der Gilden, der Kaufmänner, der reichen Pfeffersäcke, wie sie oftmals betitelt werden, aber auch beneidet.

Die Burg Trifels am Annweiler spielt zusammen mit ihren Bewohnern die Hauptrolle in „Die Burg der Könige“. Wie der Titel schon ahnen lässt, geht es um sagenumwobene Burg, in der schon Kaiser Barbarossa (Friedrich der I.) residierte. König Richard Löwenherz – Herrscher von England war hier drei Wochen in Gefangenschaft. So reihen sich Fabeln, Fiktion und Geschichte nahtlos aneinander und immer wieder ist die Sprache von einem sagenhaften Schatz, der hier versteckt sein soll. Die Burg der Staufer lädt den Leser ein zu einer fantastischen Geschichte.

Die Vogtstochter Agnes und der Sohn des Waffenschmieds sind die Hauptcharaktere in „Die Burg der Könige“ und kommen einem Geheimnis auf der Spur, der den Schlüssel zum Kaiserthron birgt. Agnes ist allerdings nicht das holde Burgfräulein, sondern rebellisch und eigensinnig und möchte einen goldenen Käfig für ihre Zukunft gar nicht in Betracht ziehen. Ihren Jugendfreund und vertrauten Mathis vertraut sich die junge Frau an und gemeinsam bestreiten sie einige Abenteuer.

Die Handlung wird immer abwechselnd aus den Perspektiven Agnes und Mathis erzählt. Die Dramaturgie ist vielseitig, und obwohl es ein historischer Roman ist, nimmt sich der Autor doch die eine oder größere künstlerische Freiheit. Der Bauernkrieg als Dreh- und Angelpunkt gedacht, ist gut erzählt worden, allerdings fehlt es hier oft an historischen Fakten und Entwicklungen, sodass dieser nicht Mittelpunkt ist. Sehr unrealistisch und leider manchmal deplatziert haben die Träume von Agnes gewirkt, die dazu dienen sollen sie auf den „rechten“ Weg zu bringen.
Auch die Entwicklung zum Ende hin klingt manchmal zu phantastisch und wenig plausibel. Sehr positiv dagegen sind die Nebenfiguren gezeichnet, deren manchmal leider etwas von Tiefgang fehlt. Gerade der Barde Melchior wäre als eigenständige Figur, vielleicht auch in späteren Romanen sehr interessant gewesen. Die Schwarz-Weiß Zeichnung der Charaktere ist wie in vielen anderen historischen Romanen leider auch hier zu finden.

Oliver Pötzsch der schon in die Reihe „Die Henkerstochter“ sein schriftstellerisches Talent bewies, erzählt auch hier eine spannende Geschichte, die den Leser mit abwechslungsreicher Atmosphäre unterhält. Der Stil von Oliver Pötzsch ist nicht der gleiche wie in seinen vorherigen Werken, doch darum ist er nicht schlecht. Die Geschichte entwickelt sich hier rasanter und ist allemal actionreicher wie z.B. in „Die Henkerstochter“.

Fazit

„Die Burg der Könige“ von Oliver Pötzsch ist trotz aller Kritik ein Garant für spannende Lesestunden.

Ich hoffe, dass der Autor weiter solch hervorragende historische Romane schreiben wird. Vielleicht mit etwas mehr an historischen Figuren und Begebenheiten und weniger an fantastischen Elementen.

Machen Sie es sich gemütlich, trinken Sie eine gute Tasse Tee und lassen sie sich von Oliver Pötzsch auf Burgen entführen, mit Raubrittern kämpfen und intrigante Machtspiele erleben. Großartige Unterhaltung!

Michael Sterzik


Todesengel: Roman
Todesengel: Roman
Preis: EUR 15,99

1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Opfer und Täter?!, 4. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Todesengel: Roman (Kindle Edition)
Ein strahlend weißer Racheengel geht um in der Stadt, heißt es, der überall dort auftaucht, wo Unschuldige in Gefahr sind, und diejenigen, die ihnen Gewalt antun, brutal bestraft: Ist das wirklich nur die Schutzbehauptung eines alten Mannes, der Selbstjustiz geübt hat?
Ein Journalist deckt auf: Es gibt diese Gestalt tatsächlich – er kann es beweisen.
Und damit nimmt das Verhängnis seinen Lauf …(Verlagsinfo)

Kritik

Das Thema „Selbstjustiz“ ist in dem Roman „Todesengel“ von Andreas Eschbach das tragende Thema. Der Autor kombiniert aber sehr geschickt weitere aktuelle und brisante Fragen, die uns immer wieder begegnen.

„Auge um Auge – Zahn um Zahn“....ist dieses alte biblische Zitat aus der Tora Israels wirklich die ausschlaggebende Entschuldigung, für Blutrache, Fehde und Selbstjustiz? Wo hört oder fängt das Grundrecht des Einzelnen an oder wann eskaliert die Spirale der Gewalt in Form von Verlust und Angst mit potenziellen Unschuldigen als Kollateralschaden?

Die Grenze ist entschieden zu dünn und doch ist das Opfer eher bereit sich zu rächen, als zu vergeben und zu vergessen, verdrängen. Welche elementare und primäre Rolle spielt der Staat mit seinen Gesetzen, seiner Polizei und seiner Staatsanwaltschaft? Ist er dieser Gewalt gewachsen und respektiert er die Rechte der Opfer und auch der Täter? In welcher Situation legalisiert sich vor dem Gesetz das Recht auf Notwehr wenn Leib und leben oder das von Angehörigen in Gefahr ist. Greift man dann zu legalen Methoden und Waffen und macht man sich strafbar, wenn der Täter sich auf einmal als Opfer sieht und selbst Anklage erhebt?

Mit all diesen Fragen und auch Antworten setzt sich der Autor in „Todesangel“ auseinander.

Die Protagonisten des Romans teilen sich auf in Opfer und Täter, und löblich und für die Story förderlich ist es, dass es der Autor damit schafft, sich auf einem schmalen Grat sicher zu bewegen. Hier wird die Selbstjustiz nicht verherrlicht, sondern durchaus kritisch gesehen. Doch ebenso kritisch setzt sich der Autor mit der Deutschen Gesetzgebung auseinander und spart nicht mit authentischen Beispielen die den Leser dazu ermutigen sich Gedanken über diese prekären Situationen zu machen.

Nicht nur die Tat hinterlässt offensichtliche und zumeist körperliche Schäden. An welchen schweren Traumata die Opfer innerlich zerbrechen und welche psychischen und kaum heilbaren Schäden sie davontragen, auch davon ist in dem vorliegenden Buch die Rede.

Die Unmächtigkeit der Justiz und das Versagen von Ethik und Moral gehören mit zu den stärksten Botschaften des Autors in seinem Roman „Todesengel“. Das dabei die Macht der medialen Unterhaltung, die noch mehr Öl ins Feuer gießt und es nicht schafft eine objektive Berichtserstattung zu gewährleisten, ist allzu offensichtlich.

Der Autor Andreas Eschbach ist ein wahrer Fingerpointer und nutzt den Roman dazu sich in der Gesellschaft und vielleicht auch in den Medien Gehör zu verschaffen. Die Kernaussage vertritt der Autor allerdings sehr transparent: Selbstjustiz ist inakzeptabel – zu groß ist hier die Gefahr Unschuldige zu verletzen.

Fazit

Mit „Todesengel“ wirkt Andreas Eschbach derart überzeugend, dass man diesen Roman lesen muss. Aktualität und dazu schierer Realismus der Story wirken lange nach.

Spannend und unterhaltsam ist „Todesengel“ in jedem Fall, doch vielmehr überzeugt die Story durch die Passagen, in der das Gesetz gebrochen, überdehnt und individuell ausgelebt und interpretiert wird.

Die Verantwortung gegenüber dem Schutz der Bevölkerung trägt der Staat und manchmal versagt dieser grundlegend. Vielleicht, dient der Roman auch als Anstoß über Opferschutz nachzudenken und nicht über die Rechte von Straftätern zu debattieren.

„Todesengel“ ist einer der Thriller, die man schwerlich vergisst, zu bewegend und geradezu offensiv setzt man sich dann unweigerlich mit diesen Fragen auseinander. Damit gehört „Todesengel“ zu den stärksten und nachhaltigsten Thrillern in diesem Jahr. Großartig Herr Eschbasch.

Michael Sterzik


Lockwood & Co. - Die Seufzende Wendeltreppe: Band 1
Lockwood & Co. - Die Seufzende Wendeltreppe: Band 1
Preis: EUR 14,99

0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geistreiche Jagd und willkommener Humor, 5. Oktober 2013
Lockwood & Co. (Jonathan Stroud)

Geister, Ghoule, Grabgeflüster: Die Agenten von LOCKWOOD & CO. sind allem gewachsen

LONDON, ENGLAND: In den Straßen geht des Nachts das Grauen um. Unerklärliche Todesfälle ereignen sich, Menschen verschwinden und um die Ecken wabern Schatten, die sich nur zu oft in tödliche von Geisterwesen ausgesandte Plasmanebel verwandeln. Denn seit Jahrzehnten wird Großbritannien von einer wahren Epidemie an Geistererscheinungen heimgesucht.

Überall im Land haben sich Agenturen gebildet, die in den heimgesuchten Häusern Austreibungen vornehmen. Hochgefährliche Unternehmungen bei denen sie, obwohl mit Bannkreisketten, Degen und Leuchtbomben ausgerüstet, nicht selten ihr Leben riskieren.

So auch die drei Agenten von LOCKWOOD & CO. Dem jungen Team um den charismatischen Anthony Lockwood ist allerdings bei einem Einsatz ein fatales Missgeschick passiert.

Um die Klage abwenden und den Schadenersatz dafür aufbringen zu können, müssen die drei Agenten von LOCKWOOD & CO. einen hochgefährlichen und zutiefst dubiosen Auftrag annehmen. Dieser führt sie in eines der verrufensten Herrenhäuser des Landes und stellt sie auf eine Probe, bei der es um nichts weniger als Leben oder Tod geht … (Verlagsinfo)

Kritik

Jonathan Stroud hatte als Autor mit seiner „Bartimäus – Reihe einen beachtlichen Erfolg vorzuweisen. Es folgte mit „Valley“ ein durchschnittlich erfolgreicher Roman, dem es aber nicht gelang Witz, Ironie und Spannung miteinander zu kombinieren. Der britische Autor erreicht mit seinen fantastischen Büchern nicht nur jugendliche Leser, sondern begeistert natürlich auch die Erwachsenen mit seinen Geschichten von Dämonen und anderen paranormalen Wesen.

Mit „Lockwood & Co.“ besinnt sich der in London lebende Autor wieder seine Stärken und katapultiert den Leser nach London, den Schauplatz dieser wirklich geistreichen Geschichte.

Jonathan Stroud Rezept ist gradlinig und einfach. Sein Stil wie gewohnt flapsig und trifft den Leser genau, wie er es beabsichtigt. In Lockwood & Co. Ist die Welt eine bunte Mischung, aus übernatürlichem und normalem Wahnsinn. Als völlig selbstverständlich treiben sich Geister nicht nur auf heimischen Friedhöfen um, sondern wandeln auch durch die nebeligen Straßen Londons und verbreiten Angst und Schrecken. Und harmlos sind sie natürlich auch nicht. Als neues Geschäftsmodell machen sich Geisterjägeragenturen breit. Deren Mitarbeiter sind meistens sensible Kinder und Jugendliche die feinfühliger und offener sind als ihre erwachsenen Eltern.

Die Hauptfiguren sind nicht nur der Inhaber der Agentur Anthony Lockwood, sondern ebenfalls seine noch jugendlichen Partner und Angestellten Lucy Carlyle und George. Das perfekte und manchmal (un)ausgewogene Trio kämpft mit silbernen Degen, Salz und einer Menge Selbstvertrauen. Dass dabei natürlich nicht alles gelingt und das Chaos in ihr Leben tritt, ist unausweichlich.

Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive Lucy, die als Geisterjägerin unerfahren, doch mit viel Talent gesegnet ist. Lockwood, ihr Chef ist das Genie des Trios – charismatisch, immer optimistisch mit dem Drang zur arroganten Selbstdarstellung. George, der Dritte im Bunde nimmt die Rolle des schwächsten Mitgliedes ein. Introvertiert, tollpatschig und ein wenig einsam, schaut er zu seinem Idol, Freund und Chef Anthony Lockwood auf.

Die Charakterzeichnung ist dem Autor fast schon perfekt gelungen und ist das Geheimnis dieser Geschichte. Die Dialoge der Protagonisten sind im typisch englischem Humor angesiedelt und passen sich perfekt der düsteren Atmosphäre an.

England – London als Bühne dieser Geschichte ist perfekt inszeniert, wo anders findet sich ein breites und vielseitiges Spektrum von verrückten, irren und rachsüchtigen Geistern!? Man merkt das sich der Autor beim Schreiben dieses Romans nicht nur Mühe gegeben hat, sondern es ihn auch viel Spaß gemacht haben muss.

Doch „Lockwood & Co“ ist mehr als eine einfache Geistergeschichte, es ist unter anderem auch ein Thriller, ein spannender Krimi der durch eine komplexe Story verfügt und kreativ immer mehr an Tempo gewinnt.

Fazit

„Lockwood & Co“ – Die seufzende Wendeltreppe“ ist ein sehr gelungener und einfallsreicher Roman. Liebevolle Details, verschrobene, originelle Charaktere und eine „Geistreiche“ Geschichte wirken absolut überzeugend und machen Lust auf mehr, auf viel mehr Geschichten aus der Feder des Autors.

Mit diesem Roman gelingt es Jonathan Stroud erneut sich in die Herzen und Gedanken seiner jungen und jung gebliebenen Leserschaft zu schreiben.

Für mich eines der stärksten Jugendbücher in diesem Jahr.

Witzig, ironisch, spannend und einfallsreich, dabei etwas verrückt, abgefahren und verfügt über geistreichen Zauber. Perfekte unkonventionelle Unterhaltung.

Michael Sterzik


Totenblick: Thriller
Totenblick: Thriller
von Markus Heitz
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

9 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ideenlos und Schwach, 19. August 2013
Rezension bezieht sich auf: Totenblick: Thriller (Taschenbuch)
Totenblick – Markus Heitz

Inhalt (Verlagsinfo)

Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters.“ Diese Nachricht hinterlässt ein Serienmörder an sorgfältig inszenierten Tatorten, die Todesbildern nachempfunden sind: alte Gemälde, moderne Fotografien oder Bilder aus dem Internet. Anfangs glauben die Ermittler noch, die Hinweise wären am Tatort versteckt oder es gäbe einen Zusammenhang zwischen den Vorlagen und den Opfern. Doch dann machen sie eine grausige Entdeckung: Auf den Vorlagen erhöht sich die Zahl der abgebildeten Toten - aber da ist noch mehr: Die Spuren für die Ermittler sind an einem besonderen Ort vom Täter verborgen worden …

Kritik

„Totenblick“ von Markus Heitz der sich bisher sehr wohl in Genre Fantasy einen Namen gemacht hat, nicht zuletzt mit den brillanten Titeln wie: „Ritus“ und „Sanctus“, hat nun mit seinem zweiten Thriller „Totenblick“ einen Ausflug ins Genre Thriller unternommen.

Auch in dem vorliegenden Band taucht wie schon in „Oneiros“ der mystische und geheimnisvolle Bestatter Korff auf. Dieser immer mal wieder kurze Gastauftritt des Charakters in der Handlung, gehört dann auch zu dem eher stärkeren Part innerhalb einer konfusen, völlig überzogenen Handlung. Damit haben wir auch in dieser Kritik den alles entscheidenden „toten“ Punkt erreicht. Ohne mystische Elemente ist dieser Thriller eher im unteren Durchschnitt anzusiedeln.

Markus Heitz katapultiert den Leser in eine Welt des Grauens und des Horrors und spart weder an brutalen Details noch an ausufernden Klischees. Eine subtile, tiefgründige und aufbauende Spannung ist hier nicht zu finden. Der Autor bedient sich dem langweiligen Katz-und-Maus-Spiel und vergibt damit die einzigartige Chance, den wirklich interessanten Charakteren ein Podium zu bieten.

Dabei hätte dieser Roman doch so viel Potenzial gehabt, wenn der Autor sich die Mühe gemacht hätte, so starke Charaktere ins rechte Licht zu rücken. Die unterschiedlichen Perspektiven seiner Charaktere bringen die Geschichte auch nicht weiter voran. Voller Lücken und fehlender Rückschlüsse driftet die Handlung immer weiter ab und zerschellt schließlich an den Klippen banaler Horrorelemente. Die Schlüsselworte der Handlung lassen sich schnell zitieren: “Blut, Angst, Grauen, Schmerz...und fertig ist die Geschichte.

Die Idee von einem „Totenblick“ ist verwirrend und weckt eine Erwartungshaltung, die der Autor überhaupt und ansatzweise nicht erreicht. Dabei hilft es auch nicht, wenn der Autor den einen oder anderen Charakter über die Klinge springen lässt. Ein wirklich geistiges Duell zwischen Jäger und gejagten findet nicht statt. Zum Ende hin bekommt dann Kommissar Zufall noch die Gelegenheit für ein paar Auftritte und schließlich ist man nur froh, wenn man das Nachwort des Autors endlich erreicht hat.

Fazit

„Totenblick“ von Markus Heitz ist der schwächste Thriller, dass schwächste Buch, was ich bisher von ihn gelesen habe.

Markus Heitz sollte bei dem Stil bleiben, mit dem er „Groß“ geworden ist. Sicherlich gibt es in der Literatur Kombinationen in denen Thriller und Mystik fabelhaft eingefasst sind, doch hier geht es nur um den liebelosen Serienmörder, mit traumatischen Erfahrungen und einer künstlerischen Ader für sein altes Ego.

Warum so einfallslos? Warum nicht ein Thriller mit mystischen Elementen?

Der „Tot“ steht im gut – das ist bezogen auf den Bestatter Korff und dessen Verbindung zum Schnitter – zum Sensenmann – zum Gevatter – so viele Ideen und Möglichkeiten und kaum eine wurde hier verwertet. Schade.

Herr Heitz: Bleiben Sie sich treu, und lassen Sie Ihre Leser wieder teilhaben an Charakteren, die mit dem „Tod“ spielen und zwischen den Welten agieren.

Michael Sterzik
Kommentar Kommentar (1) | Kommentar als Link | Neuester Kommentar: Sep 29, 2013 5:17 PM MEST


Der rote Sarg: Kriminalroman (Knaur TB)
Der rote Sarg: Kriminalroman (Knaur TB)
von Sam Eastland
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,99

3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Geheimwaffe?!, 28. Juni 2013
Nach dem ersten Teil „Roter Zar“ von Sam Eastland lässt der Autor erneut seinen Sonderermittler Pekkala in Russland auf Verbrecherjagd gehen. In „Der Rote Sarg“ bekommt Pekkala direkt von Stalin den Auftrag zu ermitteln, wer den Ingenieur Nagorski ermordet hat. Der rote und für seinen Jähzorn bekannte Diktator vermutet nicht zu unrecht eine Reihe von Verrätern, die das russische Militär indirekt bedrohen, hinter dem Mordanschlag steckt.

Auch dieser zweite Band der Reihe spielt kurz vor dem Zweiten Weltkrieg. Der Angriff der Deutschen auf Polen scheint unmittelbar bevorzustehen und Mütterchen Russland befürchtet, trotz verschiedener vertraglichen Nicht-Angriffs-Pakte in den Krieg einbezogen zu werden. Das heißt für Stalin, mit aller Macht seinen Militärapparat aufzurüsten. „Der Rote Sarg“ ein neu entwickelter Panzer soll den Deutschen auf dem Schlachtfeld das Fürchten lernen, auch wenn dieser wie Pekkala schnell feststellt noch unter diversen Kinderkrankheiten leidet, nicht in Produktion gehen sollte. Damit ist eigentlich die grobe Handlung des vorliegenden Romans schon erzählt.

Da Pekkala, ein russischer Agent mit der Lizenz zum: Töten, Spionieren, Verhaften, Beschlagnahmen usw. ein durch und durch feiner Kerl ist, gibt er sich, obwohl er den aufkommenden Stalinismus kritisch sieht, dem System doch treu ergeben. Anders wie im ersten Teil erfährt der Leser nicht viel Neues über die Hauptfigur. Im Grunde werden die wichtigsten und dramatischsten Szenen seines Lebens noch einmal erzählt. Dies ist ein relativ großer Kritikpunkt, wenn man sich die Entwicklung der Hauptfigur anschaut. Seine persönlichen Gefühle, seine Emotionen und seine Gedanken schaltet Sam Eastland leider förmlich total ab. Trotzdem besitzt „Der Rote Sarg“ eine ganz eigene und interessante Atmosphäre. Die Spannung bleibt konstant im guten Niveau, entwickelt sich aber auch nicht mit der Handlung weiter fort.

Die Handlung wird dann interessant, wenn es zu Rückblenden in die Zarenzeit kommt. Alleine das wäre es wert einen eigenständigen Roman zu schreiben in der auch die Vergangenheit von Pekkala wieder mehr ins Licht rückt. Diese Passagen sind so interessant und lebhaft erzählt, dass sie, wenn man sie mit der eigentlichen Handlung vergleicht die Haupthandlung in den Hintergrund zu drängen vermag.

Es gibt nicht viel neue Charaktere in der Handlung, dafür allerdings ein paar mehr witzige Momente und ernste Dialoge mit seinem Assistenten Kirow, dem deutlich mehr Platz gegeben wird. Die Zukunft von Pekkala kurz vor dem Ausbruch des 2. Weltkrieges bleibt am Ende verschwommen, auch wenn der Autor eine mögliche Aussicht auf das nächste Abenteuer des russischen Sonderermittlers wirft.
Fazit

„Der Rote Sarg“ von Sam Eastland ist schwächer als der erste Band der Reihe. Nach Möglichkeit sollte der Leser zu dem ersten Band „Roter Zar“ greifen, da hier die Figur von Pekkala mehr analysiert und dargestellt wird.

Nichtsdestotrotz gelingt dem Autor Sam Eastland mit diesem Roman wieder ein guter, solider Thriller der hält, was er eben verspricht. Er wird nicht langweilig oder schweift vom Thema ab. Der Autor konzentriert sich ausschließlich auf die Perspektive des Ermittlers, dass mag leider manchmal etwas eindimensional wirken.

Ich bin gespannt auf den dritten Teil, hoffe allerdings, dass der Autor sich evtl. ein Herz nimmt, um Pekkalas Vergangenheit uns noch schmackhafter zu machen.

„Der Rote Sarg“ ist absolut zu empfehlen, alleine schon weil der Roman in einer Zeit spielt, die interessant und viel Raum für Abenteuer gibt.

Michael Sterzik


Seite: 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10 | 11-12