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Rezensionen verfasst von
Elena "lesetraeume.net" (NRW)

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Red Rising: Book I of The Red Rising Trilogy
Red Rising: Book I of The Red Rising Trilogy
von Pierce Brown
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 25,23

5.0 von 5 Sternen Hunger Games meets Game of Thrones, 4. April 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Darrow ist ein Roter, ein Mitglied der niedrigsten Klasse in einer in Farben aufgeteilten Gesellschaft der Zukunft. Wie seine roten Kameraden arbeitet er den ganzen Tag in dem Glauben, dass er und seine Leute die Oberfläche des Mars für zukünftige Generationen bewohnbar machen. In dem Wissen, dass sein Blut und Schweiß eines Tages in einer besseren Welt für seine Kinder resultieren wird, verbringt Darrow sein Leben freiwillig so. Aber Darrow und die seinen wurden betrogen: Die Menschheit hat die Oberfläche vor Generationen erreicht, längst gibt es überall auf den Planeten riesige Städte. Die Roten sind nicht mehr als Sklaven für die dekadente herrschende Klasse.

Getrieben vom Verlangen nach Gerechtigkeit und der Erinnerung an seine verlorenen Liebe opfert Darrow alles, um das legendäre Institut infiltrieren zu können: Die Bewährungsprobe für die dominante Gold-Kaste, in der die nächste Generation der menschlichen Oberherren um Macht kämpft. Er wird gezwungen, in einem Wettbewerb um sein Leben und die Zukunft der Zivilisation zu kämpfen, gegen die besten und brutalsten der herrschenden Klasse. Er wird vor nichts halt machen um seine Feinde zu stürzen … selbst wenn dies bedeutet, dass er einer von ihnen werden muss, um dies zu tun.

Meinung

“A story of vengeance, warfare and the quest for power . . . reminiscent of The Hunger Games and Game of Thrones.”—Kirkus Reviews

Red Rising braucht den Vergleich nicht zu scheuen, für mich war es wirklich eine hervorragende Mischung aus Hunger Games und Game of Thrones. Insbesondere zu Letzteres besteht Ähnlichkeit: Nicht nur was die Intrigen angeht und die Anzahl der vorkommenden Personen, es gibt zudem sehr viel brutale Gewalt und der Tod schreckt auch vor lieb gewonnenen Figuren nicht zurück, auch ist die Sprache derb. Damit sollte allerdings auch klar sein, dass dieses Buch absolut nicht für Kinder und zartbesaitete Gemüter geeignet ist. Was mir zudem besonders gut gefiel: Es gibt hier keine gewöhnliche Rebellion, sondern es geht um sorgsam geplante Rache in einer Welt, in der Macht das Einzige von Bedeutung ist und Krieg dafür billigend im Kauf genommen wird.

Überhaupt hat mich diese Welt sehr beeindruckt: Pierce Brown zeigt den Mut, mehrere hundert Jahre in die Zukunft zu gehen und das ganze Sonnensystem in seiner Dystopie zu besiedeln. Die nach Farben geordnete Gesellschaft ist unmenschlich und doch logisch. Es ist erschreckend und konsequent, wie weit beim enhancement der Menschen gegangen wurde. Die Nutzung von Latein bei den Namen hätte auch daneben gehen können, aber für mich passte es hervorragend zu dieser Kultur, die sich auf die Antike beruft. Nicht zuletzt präsentiert er eine Geschichte der Gesellschaft, die im Laufe der Zeit immer vielschichtiger wird.

Im Mittelpunkt der Handlung steht Ich-Erzähler Darrow, der zu Beginn der niedrigsten Kaste angehört und von den Goldenen dermaßen getäuscht wurde, dass er über seine Welt kaum mehr weiß als der Leser. Darrow ist nicht vom Anfang an ein Rebell, ganz im Gegenteil. Diese Ausgangsposition gibt Pierce Brown ganz andere erzählerische Möglichkeiten, was die Entwicklung seines Helden und die Entdeckung der Welt angeht. Darrow beweist sich im Laufe der Handlung als guter Stratege und geschickter Taktiker. Aber er erlebt dennoch immer wieder Rückschläge, wo er seine Lage überdenken muss, so dass ihm der Erfolg trotz seines Naturtalents nicht zufliegt. Ich habe mich in seiner Gedankenwelt sehr wohl gefühlt und obwohl er der Erzähler ist, waren seine Handlungen durch geschickte Auslassungen oft genug überraschend, aber nicht unlogisch. Auch die anderen Charaktere haben mir sehr gut gefallen, da Pierce Brown auf einseitig gute oder böse Darstellungen verzichtet hat und stattdessen mehr oder weniger sympatische Charaktere mit ambivalenten Motiven gezeichnet hat. Viele wuchsen mir sehr ans Herz und ihr Verlust schmerzte, denn Pierce Brown braucht nicht viel Zeit, um einen Figuren nahe zu bringen. Selten hat mich der Tod einer Figur in den ersten Kapiteln so berührt wie hier.

“I live for you,” I say sadly.

Eo kisses my cheek. “Then you must live for more.”

Positiv überrascht hat mich auch immer wieder, dass sich abzeichnende Entwicklungen meist unmittelbar darauf eintraten und oft genug einen unerwarteten Ausgang nahmen. Statt mehrere Kapitel auf ein Ereignis hinzuarbeiten, ereignet sich vieles in rascher Folge. Dementsprechend gibt es aus meiner Sicht auch kaum Längen in der Geschichte. Möglicherweise gefällt nicht jeden der recht lange und nicht ganz so zielstrebige Teil im Institut. Mir gefiel dieser jedoch größtenteils und ich sehe ihn auch als wichtig für das Reifen von Darrow an. Ich muss zugeben, dass mich die Entwicklungen zum Ende hin kalt erwischten, aber Darrows Handeln passte durchaus zu seinen Charakter.

Zum Schluss ist zwar ein Etappenziel erreicht, aber Darrows Weg noch lange nicht zu Ende. Ich bin gespannt darauf, Darrow auf seinem Weg nach Oben und beim Verändern seiner Welt zu begleiten. Um die Gesellschaftsordnung zu stürzen kann es nicht damit getan sein, “mal eben” eine Revolution anzuzetteln und die Oberbösewichte zu töten. Und das macht diese Trilogie besonders spannend. Weshalb ich mir noch vor Lesen des Ende den zweiten Teil bestellt habe …

Fazit

Hunger Games meets Game of Thrones — eine mitreißende Science Fiction voller mörderisches Intrigen und überraschender Wendungen, die mit einem rauen Helden aufwartet und wo die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen. Für mich schon jetzt eins der besten Bücher, die ich dieses Jahr lesen werde.

5 Sterne


Graceling
Graceling
von Kristin Cashore
  Taschenbuch
Preis: EUR 7,78

4.0 von 5 Sternen Die fantastische Welt der sieben Königreiche, 28. März 2015
Rezension bezieht sich auf: Graceling (Taschenbuch)
Wenige Menschen in den sieben Königreichen zählen zu den Beschenkten, erkennbar an ihren unterschiedlich farbige Augen, die besondere Fähigkeit besitzen. Katsa gehört zu ihnen, ihre Gabe ist furchteinflössend: Schon als Achtjährige konnte sie mit bloßen Händen töten. Als Nichte des Königs Randa sollte sie eigentlich ein privilegiertes Leben führen, doch Randa zwingt sie als Schläger zu arbeiten. Widerstand leistet sie dagegen nur im Verborgenen. Doch alles ändert sich nach einer geheimen Rettungsmission mit einer folgenschweren Begegnung …

Kurz nach der Befreiung eines Entführten kommt der mysteriöse Prinz Po, beschenkt mit Kampffertigkeiten, an den Hof von Randa. Misstrauisch aber fasziniert nähert sich Katsa ihm an. Sie erwartet nicht, dass er ihr Freund wird. Sie ahnt nicht, wie er ihr Leben verändern wird. Doch nach und nach deckt sie neue Wahrheiten und schreckliche Geheimnisse auf – auch über sich selbst …

Meinung

Der Schreibstil des Buches erinnerte mich vom Duktus her sehr an ein Märchen – was natürlich auch super zum Inhalt passte, welcher ebenfalls sehr märchenhaft ist. Jedoch lag für mich darin auch ein wenig die Schwäche der Geschichte. Denn es störte mich, dass vieles auf mich kindlich-naiv wirkte. Um ein Beispiel zu geben: Direkt in den ersten Kapiteln wird die Heldin als Anführerin eines in allen sieben Königreichen tätigen Spionagerings eingeführt, welcher für Gerechtigkeit sorgt. Das kann ich mir noch recht gut vorstellen. Dass aber anscheinend alle Helfer bis hin zu Gastwirten wissen, dass sie die Leiterin ist – aber alle Könige dies nicht wissen! – erschien mir dann nicht sehr plausibel. Ein weiter Punkt war, dass ich echte Bösewichte vermisste. Die meisten Charaktere wirkten auf mich einfach harmlos. Selbst der Antagonist der Geschichte beeindruckte mich trotz all seiner bösen Taten nicht sonderlich. Stattdessen gab es sehr viele Menschen mit einem guten Herz. Aus diesen und anderen Gründen kam es mir deshalb so vor, als wäre die Geschichte von einen sehr talentierten Teenager und nicht von einer erwachsenen Frau geschrieben worden. Ich denke, das ist ein Punkt, der jeder für sich unterschiedlich schwerwiegend empfindet, aber mich hinderte es daran, vollends in die Welt der sieben Königreiche einzutauchen.

Der Fokus der Geschichte liegt vor allem auf zwei Charakteren. Im Mittelpunkt steht natürlich Katsa, welche von der Erzählung durchgängig begleitet wird, die sich durch eine recht eigenwillige Art auszeichnet. Mir fiel es relativ schwer, so richtig warm mit ihr zu werden, da sie einerseits in ihrer Denkweise so weit und manchmal doch so eng war. Anders hätte allerdings auch die ganze Geschichte nicht funktioniert. Ihre eher nüchterne Art die Welt zu betrachten schlägt sich auch in der Art der Erzählung wieder. Insgesamt eine starke Heldin, die auch recht viel Identifikationspotenzial bietet, mit der ich mich aber trotzdem nicht identifizieren konnte. Ganz anders Po. Im Deutschen heißt Po Bo, was aufgrund der mit Po verbundenen Assoziationen sicherlich keine schlechte Umbenennung war. Er zeigt seine Emotionen und Gefühle recht offen, daher ist er wesentlich umgänglicher als Katsa. Zusammen bilden sie ein tolles Paar, welches sich nicht überstürzt bildet, sondern sich langsam findet. Die anderen Charaktere sind zwar liebenswert gestaltet, bleiben aber bis auf Prinzessin Bitterblue ziemlich blass.

Die Erzählung war wohltuend knapp, es gab keine ausufernden Szenen und Passagen, in denen nichts passiert, wurden konsequent gerafft. Auch gab es die ein oder andere Überraschung. Die eigentliche Handlung empfand ich jedoch zwar als durchaus interessant, aber relativ vorhersehbar. Wer den Text aufmerksam liest, ahnt früh, wo die Reise schlussendlich hingeht. Es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass ich ziemlich genau einen Monat an der Geschichte gelesen habe. Die Geschichte war nicht als zäh oder langweilig, aber außerhalb meiner speziellen Lesezeiten habe ich das Buch nicht in die Hand genommen. Doch trotz all der nun geäußerten Kritik war “Graceling” für mich eine schöne Geschichte. Denn die Grundidee mit den Beschenkten hat der Welt einen stimmigen Touch Fantasy verliehen, ganz ohne spezielle Kreaturen und andere Magie. Ich bin gespannt auf die beiden anderen Büchern, die ebenfalls in den sieben Königreichen spielen.

Fazit

Eine märchenhafte Fantasy, die jedoch auf mich ein wenig kindlich-naiv wirkte und mich vermutlich deshalb ein wenig auf Distanz hielt.

4 Sterne


Love Letters to the Dead: (deutsche Ausgabe)
Love Letters to the Dead: (deutsche Ausgabe)
von Ava Dellaira
  Gebundene Ausgabe
Preis: EUR 17,99

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen You can be noble and brave and beautiful and still find yourself falling., 16. März 2015
Es beginnt mit einer Schulaufgabe: Schreibe einen Brief an eine verstorbene Persönlichkeit. Laurel wählt Kurt Cobain, den Lieblingssänger ihrer Schwester May, die ebenfalls viel zu jung starb. Auf diesen Brief folgen viele weitere an andere tote Stars wie Janis Joplin, Amy Winehouse und Heath Ledger. Ihnen schreibt sie von der neuen Schule, von den neuen Freunden und von ihrem Schwarm Sky. Doch wird sie ihnen auch die Wahrheit über sich und May erzählen können?

Nach und nach findet Laurel über die Briefe allmählich einen Weg ihre tiefsten Gefühle auszudrücken. Gegenüber ihrer Mutter, welche nach Mays Tod einfach fortgegangen ist und Laurel damit in Stich gelassen hat. Gegenüber May, welche Laurel abgöttisch liebte und der sie doch nicht verzeihen kann. Gegenüber sich selbst, die sie voll unterdrückter Wut und Schuld ist. Wird es Laurel gelingen, May und damit sich selbst zu vergeben?

Meinung

Dieses Buch hat bei mir einen Nerv getroffen. Oder ich war beim Lesen sehr rührselig. Jedenfalls flossen ab der zweiten Hälfte mehr als einmal die Tränen. Gar nicht mal in den “großen” Szenen, sondern mehr bei den kleinen Momenten. Die Geschichte ist sehr melancholisch und durch “Laurels” lyrischen Erzählstil berührend, mir gefielen viele ihrer Beobachtungen und Aussagen, auch wenn ich ihre Ausdrucksweise etwas zu gut für einen Teenager fand.

Die Erzählung erfolgt im Form eines Briefsroman, dementsprechend sind Dreh- und Angelpunkt des Buches die Briefe, die Laurel an verstorbene Persönlichkeiten schreibt. Gut gefiel mir, dass es entgegen meiner Erwartung es gar nicht so sehr um Suzide geht, sondern einfach zu früh aus dem Leben geschiedene Personen. Ebenso, dass Laurel relativ schlüssige Erklärungen anbietet, wieso sie bestimmte berühmte Tote für ihre Briefe auswählt. Es gibt eine breite Spanne bei den Sterbedaten, von erst kürzlich (Amy Winehouse) bis vor zweihundert Jahren (John Keats) verstorben.

Bei mir blieb im Zusammenhang mit der relativ zeitlosen Geschichte und den ausgewählten Adressaten das Gefühl zurück, dass dieses Buch zu Beginn der Nuller Jahre spielt und nicht heute. Aber vielleicht täusche ich mich auch und heutige Teenager haben wirklich einen Bezug zu Janis Joplin und Heath Legder. Zudem macht sich hier sehr stark bemerkbar, dass es ein us-amerikanisches Buch ist: Dichter, die dort vermutlich jedes Kind in der Schule durch nimmt, habe ich höchstens über andere us-amerikanische Werke mitbekommen, wie zum Beispiel Elizabeth Bishop. Das sind aber beides keine gravierenden Kritikpunkte.

Schon aufgrund der gewählten Erzählform steht natürlich Laurel im Mittelpunkt. Sie ist ein feinsinniger Teenager, der nach den Tod seiner Schwester einen Weg finden muss, mit diesem Verlust umzugehen. Der Weg ist schwierig und so strauchelt Laurel mehr als einmal. Aber da wir das Geschehen durch ihre Augen sehen, bleibt sie immer nachvollziehbar und sympathisch trotz ihrer manchmal destruktiven Verhaltensweisen, die das grad erst Aufgebaute wieder zu zerstören drohen. Ihre beiden neuen Freundinnen Hannah und Nathalie sind ebenfalls interessante Persönlichkeiten, wobei Hannah grad zu Beginn sehr überdreht wirkt und Nathalie bis zum Ende leider ein wenig fremd bleibt. Aus Sky hätte sich sicherlich noch etwas mehr herausholen lassen können, aber er gefiel mir trotz mancher Klischees. Die Liebesgeschichte war sehr gelungen, grad weil sie sich nicht nur auf hitzige Leidenschaft konzentrierte. Mir gefiel auch, wie sich das Bild von Laurels Familie mit ihren wachsenden Verständnis für diese veränderte. Überhaupt empfand ich es als positiv, dass die Autorin in ihrer Geschichte die verschiedensten Schwierigkeiten sensibel angesprochen hat.

Die Auflösung, was mit May und Laurel passiert ist, hat mir nicht so zugesagt. Ich habe trotz der angebotenen Erklärungen nicht verstanden, wie May so abrutschen konnte. Und auch nicht, warum Laurel so extrem an May hing, dass sie nichts gesagt hat. Aber vielleicht kann das auch nur jemand mit Geschwistern verstehen. Unverständlich bleibt mir auch, warum das Buch “Love Letters to the Dead” heißt. Gut, es sieht auf dem Cover sehr schick aus, die Begriffe Love, Letters und Dead so schön groß, zudem das die bestimmenden Themen im Buch sind. Man könnte es vielleicht auch metaphorisch betrachten, da Laurel ihre Liebe zu ihrer Schwester in die Briefe steckt. Aber eigentlich sind es “einfach nur” Briefe an tote Menschen.

Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen. Es tauchten zwar einige typische Elemente solcher Geschichten auf (wie das die ältere Schwester stirbt und die Jüngere mit den Verlust klar kommen muss), aber der Autorin gelang es durchaus eine eigenständige Geschichte zu erzählen. Dass ich vieles dann doch relativ vorhersehbar fand, kann auch gut daran liegen, dass ich einfach schon zu viele solcher Geschichte gelesen habe. Entscheidender ist ja auch, wie eine Geschichte erzählt wird und das war hier sehr stimmig. Daher vergebe ich trotz der angeführten Kritikpunkte für dieses Debüt eine sehr gute Wertung und werde die Autorin in Zukunft im Auge behalten.

Fazit

Eine zu Herzen gehender Briefroman voller Weisheit, der einen Teenager nach den Verlust seiner älteren Schwester bei seinen Weg zurück ins Leben begleitet.

4,5 Sterne


The Girl With All The Gifts (English Edition)
The Girl With All The Gifts (English Edition)
Preis: EUR 7,47

5.0 von 5 Sternen Tolle Post-Apokalypse mit Zombies, 11. März 2015
Dieses Buch liest sich am besten komplett ohne Vorkenntnisse, das Lesen der Rezension und insbesondere der Inhaltsangabe erfolgt daher auf “eigene Gefahr”.

Inhalt

In einer nicht allzu fernen Zukunft sind fast alle Menschen von einem tückischen Parasiten befallen. Die sogenannten Hungrys machen Jagd auf die wenigen Überlebenden. In einer abgelegenen Militärbasis wird an einer Gruppe von Kindern nach einem Heilmittel geforscht. Gibt es noch eine Chance, die Menschheit zu retten?

Von all dem ahnt Melanie nichts, wenn sie morgens in ihrer Zelle darauf wartet, für den Unterricht eingesammelt zu werden. Wenn sie kommen, richtet der Sergeant eine Pistole auf sie während zwei seiner Leute sie in einem Rollstuhl festschnallen. Sie denkt, dass sie sie nicht mögen. Sie scherzt, dass sie sie schon nicht fressen wird, aber sie lachen nicht. Erst nach und nach kommt Melanie der Wahrheit auf die Spur …

Meinung

Ich habe dieses Buch relativ “unvorbereitet” gelesen und der Geschichte so die Chance gegeben, sich zu entwickeln. Ich möchte mit meiner Rezension der Handlung nicht groß vorgreifen und so konzentriere ich mich vor allem auf die Charaktere und die Gegenspieler.

Am Anfang wird aus Melanies Perspektive berichtet und es ist rührend, wie sie mit ihrer kindlichen Naivität nicht weiß und nicht wissen kann, dass mit ihrer Normalität vieles nicht stimmt. Jedoch wird sie nicht umsonst von Caldwell “unser kleines Genie” genannt und bemerkt durchaus die ein oder andere Ungereimtheit, auch wenn sie sich diese zunächst nicht erklären kann. Bald kommen weitere Erzählperspektiven hinzu: Die von der Lehrerin Miss Helen Justineau, die nicht von ihrer Überzeugung abweichen will, dass die Kinder vor allem Kinder sind. Die von Dr. Caroline Caldwell, die mit kühler Entschlossenheit nach einem Heilmittel forscht und alles dafür geben würde. Die von Sergeant Eddie Parks, den erfahrenen Soldaten, der mit den wenigen verfügbaren Mitteln das Überleben zu sichern versucht. Und die von Private Kieran Gallagher, der aufgrund seines jungen Alters nur die Welt nach der Apokalypse kennt.

Diese sehr ungleichen Fünf bilden im Verlauf der Handlung ein sehr interessantes Team mit spannenden Dynamiken und faszinierenden Charakterentwicklungen. Mir gefiel es gut, dass jeder Charakter seine Eigenarten hat und niemand als ausschließlich gut oder böse dargestellt wird. Natürlich sind einen einige Personen sympathischer als andere, aber das Denken jeder Figur ist nachvollziehbar. Zudem ermöglichen die unterschiedlichen Denkweisen jeweils ganz andere Aspekte über die Hungrys und die anderen Charaktere in den Vordergrund zu stellen. Die meiste Zeit steht Melanie im Fokus der Erzählung, doch diese macht auch fraglos die größte Entwicklung von allen durch. So ist diese Geschichte vor allem auch eine über Coming of Age.

Sehr gelungen fand ich zudem die Erklärung, wie die Menschen zu Hungrys werden: Durch einen Pilz. Erst spät in der Handlung gibt es die ausführliche Erklärung und so möchte ich diese nicht vorweg nehmen, aber ich fand sie sehr schlüssig. Überhaupt sind die Hungrys extrem interessant angelegt mit ihren Verhaltensschemas, so dass taktisches Vorgehen statt panische Flucht das Maß der Dinge ist. Spannend sind auch die Junkers, welche sich nicht den Militär untergeordnet haben, sondern auf eigene Faust in der “freien Wildbahn” zu überleben versuchen.

Die Handlung geht stetig voran und enthüllt immer wieder Neues. Mir gefiel gut, dass auf unnötige Streckungen der Geschichte verzichtet wurde. Vor allem das Ende trumpft noch einmal richtig auf und gibt der Geschichte einen würdigen Abschluss. Insgesamt fand ich das Buch eine wirklich hervorragende Zombie-Post-Apokalypse, die sich gar nicht so sehr auf den Survial-Horror konzentriert, sondern die dystopische Welt erkundet. Bonuspunkte gibt es auch für den Titel, der mich sehr neugierig gemacht hat und im Laufe der Handlung mit Inhalt gefühlt wurde.

Fazit

Originelle Zombie-Post-Apokalypse, welche mit toller Charakterentwicklung und einen außergewöhnlichen Schluss überzeugt.


Männer und andere Katastrophen: Roman
Männer und andere Katastrophen: Roman
von Kerstin Gier
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,99

3.0 von 5 Sternen Durchwachsen, 12. Februar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eigentlich hatte Judith sich in all den Jahren mit ihren ungeliebten Studium, ihren langweiligen Nebenjob und ihrer unverbindlichen Beziehung arrangiert. Doch dann ist sie plötzlich Single und auf Jobsuche. Bald stolpert sie von einer Datingkatastrophe in die nächste und auch ihr neuer Bürojob entpuppt sich als abenteuerlich.Doch Judith ist nicht alleine, denn ihre Freundinnen kämpfen ebenfalls mit ihren Beziehungen.

Katja wird von ihrem Freund belogen und betrogen, Susanna ist vom Flower-Power-Girl zur sparsamen Hausfrau mutiert und Bille himmelt einen unverbesserlichen Angeber an. Während ihre Freundinnen die ein oder andere Entscheidung wegen ihrer Beziehungen zu treffen haben, kämpft sich Judith durch die Tücken des Single-Lebens.

Meinung

Aus meiner Sicht hat das Buch eine gute Ausgangsbasis: Es gibt eine interessante Konstellation von Figuren und die Ich-Erzählerin Judith besitzt einen humorvollen Erzählton. Ihre Erlebnisse sind absurd-komisch, aber immer noch nah genug an der Realität. Allerdings fällt es mit fortschreitender Lektüre doch schwer zu glauben, dass die Geschichte sich um Mittzwanziger dreht, so unreif wie sich die Freundinnen größtenteils benehmen.

Alle vier Damen haben so ihre Schrullen, allerdings waren mir die einen sympathischer als die anderen. Judith hat so ihre Macken, ihr Hauptproblem scheint der fehlende Mut zu Veränderungen zu sein. Katja ist eigentlich recht vernünftig, würde sie sich von ihren miesen Freund trennen. Susanna und Bille fand ich allerdings trotz vorhandener Realitätsnähe einfach ziemlich doof. Viele Nebenfiguren sind hoffnungslos überzeichnet.

Insgesamt habe ich durchaus gelacht, aber auch sehr häufig den Kopf geschüttelt. Am besten gefiel mir die Geschichte noch zum Ende hin. Es macht sich halt doch bemerkbar, dass dieses Buch aus der Anfangsphase des literarischen Schaffens von Kerstin Gier stammt. Ihre gut zehn Jahre später veröffentlichten Werke wie "Die Müttermafia" sind wesentlich gelungener. Beim ersten Lesen, was um 2007 herum gewesen sein muss, waren mir die Schwächen kaum aufgefallen, doch dieses Mal war mein Blick wesentlich kritischer.

Fazit

Ein frühes Werk von Kerstin Gier, welches vielversprechende Anlagen zeigt, aber diese noch nicht gelungen ausspielt.

3 Sterne


Eleanor & Park
Eleanor & Park
von Rainbow Rowell
  Taschenbuch
Preis: EUR 8,58

4.0 von 5 Sternen Diese Geschichte ist Kunst, 24. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Eleanor & Park (Taschenbuch)
Eleanor fällt auf mit ihren roten Haaren und ihren falschen Klamotten. Der attraktive Park hingegen ist zurückhaltend, wird aber trotz seines asiatischen Aussehens von den anderen in Ruhe gelassen. Als Park widerwillig Eleanor an ihrem ersten Tag an der neuen Schule im Schulbus Platz macht, ahnen die beiden Außenseiter nicht, dass dies der Beginn ihrer außergewöhnlichen Liebe sein wird. Allmählich nähern sich die beiden auf den Fahrten zur Schule und zurück über gemeinsames Comic lesen und Musik hören aneinander an …

Nach und nach wird mehr über das Leben der Beiden enthüllt. So ist Eleanor erst unlängst zu ihrer Familie zurückgekehrt und versucht sich vor dem tyrannischen Stiefvater unsichtbar zu machen, der ihre Mutter schlägt. Ihre Beziehung zu Park zu verheimlichen ist nicht so einfach, da in den winzigen Haus auch noch ihre vier jüngeren Geschwister leben. Währenddessen kämpft Park Zuhause mit den Erwartungen seiner Eltern und mit seinen Gefühlen für Eleanor. Doch obwohl es für ihre Beziehung keine Zukunft zu geben scheint, lässt er sich nicht beirren …

Meinung

Dieses Buch erzeugte in den letzten beiden Jahren große Aufmerksamkeit, gewann es doch 2013 die Wahl zum Best Young Adult Fiction bei GoodReads und wurde 2014 für den Michael L. Printz Award nominiert. Auch viele von mir geschätzte Blogger sind von Rainbow Rowell ganz begeistert, so dass ich trotz der Außenseiter-Thematik mir das Buch bestellt habe.

“Eleanor & Park” reminded me not just what it’s like to be young and in love with a girl, but also what it’s like to be young and in love with a book. – John Green

Die Geschichte von Eleanor und Park wird mit schmerzlichen Realismus erzählt, hier ist nichts rosa oder romantisch. Die Gedanken von Eleanor und Park sind so ehrlich und zeigen die Widersprüchlichkeit von Gefühlen. Die im Buch behandelten Themen sind alles andere als leicht, es geht unter anderem um häusliche Gewalt, Mobbing, Geschlechterrollen und Vorurteile. Eleanors Familienleben eine Katastrophe, während es in Parks Familie es trotz einiger Schwierigkeiten sehr viel Liebe gibt. Dementsprechend ist die Geschichte voller Widrigkeiten. Das Ende fiel für meinen Geschmack irgendwie seltsam aus, erst scheint es klar und dann der plötzliche Umschwung?

Ich möchte gar nicht mehr allzu viel zu diesem Buch schreiben, da es sich nur schwer beschreiben lässt. Zudem tue ich mich schwer damit, dieses Buch zu bewerten. Es ist Kunst. Aber gefiel mir diese? Wobei Kunst auch nicht gefallen muss, sie kann stattdessen auch das Ziel zu provozieren und zum Nachdenken anzuregen haben. Und ein solcher Fall scheint mir auch hier vorzuliegen. Es ist kein Buch, dass ich jemanden für gemütliche Lesestunden empfehlen würde. Aber wenn jemand etwas anderes lesen möchte, dann ist er hier wohl richtig.

Fazit

In einem einmaligen Erzählstil werden viele wichtige gesellschaftliche Themen eingebettet in einer außergewöhnliche Liebesgeschichte mit einzigartigen Protagonisten behandelt.

4 Sterne


Revived (Forgotten)
Revived (Forgotten)
Preis: EUR 4,69

5.0 von 5 Sternen Am Thema vorbei, 17. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: Revived (Forgotten) (Kindle Edition)
Daisy Appleby ist bereits fünf Mal gestorben. Das erste Mal starb sie als kleines Mädchen bei einem Busunfall. Als eines der ersten Testsubjekte wurde sie mithilfe der Droge Revive ins Leben zurückgebracht und Teil eines geheimen Regierungsprogramms zum Testen der Droge. Jeder Tod bedeutet ein neues Name, eine neue Stadt, eine neue Identität. Nach dem letzten Tod beschließt Daisy, das Teenagerleben richtig zu genießen und Freundschaften offen gegenüber zu stehen. Prompt lernt sie an ihrem ersten Tag an der neuen Schule die fröhliche Audrey kennen …

Die beiden Mädchen werden schnell beste Freundinnen und auch mit Matt, Audreys attraktiven älteren Bruder, freundet sich Daisy schnell an. Doch bald wird klar, dass Audrey etwas verheimlicht. Bald muss Daisy sich zum ersten Mal ernsthaft mit dem Thema Tod auseinandersetzen. Was eine intensivere Beschäftigung mit Revive auslöst, wo Daisy auf einige Ungereimtheiten stößt. Ist das Experiment wirklich so harmlos, wie sie immer dachte?

Meinung

Dies ist eins der wenigen Bücher, die ich beim Lesen überhaupt nicht aus der Hand legen wollte. Ein Fakt, der mir dann doch etwas Spott eingebracht hat, da ich in jeder möglichen und unmöglichen Situation las.

Ich habe schon “Forgotten” von der gleichen Autorin gelesen, was in vielerlei Hinsicht diesem Buch ähnelt: Ein sehr spannender Plot wird auf dem Klappentext angedeutet, rückt dann aber vor allem in der ersten Hälfte stark in den Hintergrund. Die Details der ungewöhnlichen Umstände der Heldin werden kaum erklärt. Stattdessen gibt es wieder einen extrem süßen Jungen und eine bezaubernde Liebesgeschichte. Die Geschichte um Audrey machte das Buch hochemotional, so dass mir ab der zweiten Hälfte regelmäßig die Tränen in die Augen schossen. Spannung bezog das Buch vor allem darauf, dass der Leser darauf wartet, dass etwas passiert – denn dass etwas beim Regierungsprogramm um Revive nicht zu stimmen scheint, wird sehr schnell klar.

Daisy als Protagonistin hat mir gut gefallen, obwohl ich ihr ihre übermäßige Klugheit nicht ganz abgenommen habe. Zudem sehe ich, warum so mancher unglücklich mit ihr sein könnte: Da ist sie nun schon fünfmal gestorben, aber anstatt vorsichtiger zu werden benimmt sie sich völlig sorglos. Zum Glück wird dieses Verhalten im Buch auch kritisiert. Ihr Ziehvater Mason ist eine tolle Figur, zu ihm hat Daisy eine besondere Beziehung, obwohl er manchmal etwas distanziert ist. Ihre Freundin Megan war ein besonders interessanter Charakter, da diese Transgender ist. Auch die Geschwister Audrey und Matt mochte ich sehr, obwohl ich trotz allem Matt niemals so schnell vertraut hätte – Daisy verhält sich aus meiner Sicht da extrem naiv.

Leider hat es Cat Patricks aus meiner Sicht überhaupt nicht geschafft, die am Anfang gemachten Versprechungen einzulösen und stattdessen einen sehr seltsamen Showdown präsentiert. Revive verkam trotz der Ermittlungen von Daisy zur Nebenrolle, es war zwar immer irgendwie dabei, aber trotz allem nicht wirklich wichtig. Sehr schade, da aus der Idee noch eine Menge mehr herauszuholen gewesen wäre. Insgesamt fand ich das Buch sehr berührend, es hat eine schöne Liebesgeschichte und ist ein wundervolles Coming-of-age. Nur fällt Revive fällt eben ziemlich hinten runter. Ich denke, die individuelle Bewertung hängt ganz stark davon ab, wie gelungen der Leser die doch sehr teeniemäßig naive Liebesgeschichte und das Drama um Audrey empfindet.

Zum Thema Cover möchte ich dann doch anbringen, dass ich die hier gezeigten mehr oder weniger schrecklich finde. Eher kaufhemmend als verkaufsfördernd. Ich habe nach dem Lesen des Buches keine Ahnung, was das englische Cover genau zeigen soll. Das deutsche Cover wirkt mir zu psychedelisch, außerdem finde ich die Biene einfach seltsam aussehend. Auch wenn Bienen im Buch wichtig sind, aber die deutsche Kindleausgabe mit dem Schulbus drauf sieht dennoch besser aus. Mir gefällt das Cover der englischen Kindle-Edition – welches auch bei Skoobe verwendet wird - noch am besten, es passt zudem auch zu einer der Ausgaben von “Forgotten”. Deshalb habe ich es auch anstatt der Printausgabe nach ganz oben gepackt.

Fazit

Wer damit leben kann, dass Revive nur eine Nebenrolle spielt, wird mit einer wunderbar berührenden Geschichte belohnt. Es ist jedoch ganz klar ein Jugendbuch.


Throne of Glass
Throne of Glass
von Sarah J. Maas
  Taschenbuch
Preis: EUR 10,11

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Throne of Trash, 8. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Throne of Glass (Taschenbuch)
Vorwarnung: Diese Rezension verrät zwar nicht den eigentlichen Plot, geht aber auf viele Details ein und ist generell etwas polemisch.

Als Celaena Sardothien die Chance bekommt, ihrem sicheren Tod zu entkommen, nimmt sie die Herausforderung an: Als Champion von Kronprinz Dorian Havilliard soll sie in einem Wettkampf gegen 23 Konkurrenten bestehen, um nach einigen Jahren im Dienste des Königs ihre Freiheit zurückzuerlangen. Da sie einst Ardalans gefürchtete Assassine war, scheint ihr der Sieg gewiss. Doch vielleicht hat sie sich da ja getäuscht?

Unter dem wachsamen Augen Chaol Westfalls, dem Hauptmann der Wache, wird sie zum Schloss gebracht und bereitet sich auf dem Wettbewerb vor. Sie gewinnt zudem bald einige neue Freunde. Doch dann beginnen Champions unter mysteriösen Umständen zu sterben, die sich niemand erklären kann. Überdies scheint im Schloss etwas sehr Böses um sich zu gehen. Kann Caelena das Böse zerstören, bevor es auch für sie zu tödlichen Gefahr wird?

Meinung

Nach fünfzig Seiten verfasste ich diesen Status bei GoodReads: “Die Heldin ist wunderschön, die beste Assassine der Welt und vermutlich von hoher magischer Abstimmung, außerdem hat sie das Interesse zweier interessanter Männer. Was soll denn jetzt eigentlich noch kommen?”. Die Antwort lautet: Nicht viel. Da ist natürlich der Wettkampf, welcher aber nur eine Nebenrolle im Buch spielt. Stattdessen haben wir ein Love Triangle und ein etwas gruseliges Schloss. Und die Todesfälle. Das muss die Handlung über sehr weite Strecken tragen – was leider längst nicht so aufregend ist, wie es sich anhört, denn die Todesfälle passieren ohne Zeugen und ohne Hinweise. Selbstverständlich rätseln alle, wie diese zustande kommen, aber erst kurz vor Schluss kommt da Fahrt rein.

Normalerweise überzeugen mich Autoren vor allem durch ihre Charaktere, aber nicht in diesem Fall. Besonders mit der Protagonistin hatte ich so meine Schwierigkeiten. Natürlich ist es irgendwo schön, dass die Autorin erst gar nicht versucht, Celaena als ganz normales Mädchen einzuführen und sich daher im ersten Band gar nicht damit aufhält, ihre Ausbildung zu schildern. Nur leider wuchs mir Celeana vermutlich deshalb auch nicht ans Herz, kam die verletzliche Sache daher doch zunächst kaum raus – sie wirkte grad zu Beginn, aber auch später, unfassbar arrogant und dazu noch eitel. Ich will ja nicht leugnen, dass sich mit genügend Training eine gewisse Meisterschaft im Umgang mit verschiedenen Waffen erlernen lässt, aber dass sie alle perfekt beherrscht, ist dann doch etwas viel. Die Krone aufgesetzt wird dem Ganzen aber dadurch, dass sie trotz einem Jahr Sklaverei nicht nur erstaunlich gut im Schuss ist, sondern bei sportlichen Wettbewerben nach einer kurzen Regenerationsphase ganz vorne dabei ist. Dass sie ihr Essen erbricht beim Lauftraining macht es ein klein wenig realistischer, aber wirklich nur ein klein wenig. Und dann werden da noch so einige Dinge im Verlauf des ersten Bandes angedeutet, welche doch sehr stark vermuten lassen, dass Celeana noch viel mehr Wonderwoman ist, als wir hier sehen durften. Abgesehen davon zeigt sie sich als sehr mädchenhaft und liebenswert, was gar nicht zur gefürchteten Assassine Adarlans passen will.

Auch mit anderen wesentlichen Charakteren hatte ich so meine Probleme. Dorian wirkt unfassbar naiv in politischen Dingen und von seiner Eigenschaft als Weiberheld ist im Buch auch nicht viel zu spüren, stattdessen erweist er sich als kuschelbedürftig und erstaunlich lammfromm. Ich hätte nach dem Einstieg bei ihm wirklich etwas mehr Biss erwartet! Bei Chaol verwundert, dass er so jung Hauptmann der Wache werden konnte, so mal er noch nie jemanden getötet hat. Für so eine Position würde ich nicht nur excellenten Umgang mit Waffen bei Übungskämpfen voraussetzen, sondern auch die praktische Erprobung im Waffengang. Nehemia war der einzige Charakter, der für mich stimmig wirkte. Leider muss sie dafür als potenzielle Verdächtigte herhalten, auch wenn dies haarsträubend ist.

Erst ganz am Ende erfahren wir etwas mehr zum König, den Oberbösewicht, und seinen fiesen Machenschaften. Aber da die Serie noch paar Bücher umfasst, ist er die meiste Zeit eine bloße Schattenfigur. Vermutlich werden in den nächsten vier Büchern immer größere Brocken hingeworfen, bevor es zum Endkampf im sechsten Band kommt. Auch der Palast wird vermutlich in einen der späteren Bücher vollständig erkundet. So wirkte es, als hätte man sich noch nicht den Durchgang zu den anderen Ebenen freigespielt. Dieses Phänomen trat überhaupt häufig im Buch auf: Ständig hatte ich das Gefühl, dass etwas in den nachfolgenden Büchern bestimmt noch vertieft wird. Grundsätzlich natürlich legitim, aber als Stand Alone ist dieser Band nur eingeschränkt tauglich. Und das, wo es doch gar keine echten Cliffhanger gibt.

Als Inspiration für die Geschichte soll übrigens Disneys Cinderella gegolten haben, Maas wollte das Märchen düsterer erzählen. Diese Mission ist ihr fraglos geglückt. Trotz zahlreicher Überarbeitungen lässt sich allerdings der Ursprung im Milieu der Fanficiton nicht verleugnen. Insgesamt hat mich an der Geschichte vieles gestört: Die Charaktere, allen voran Wunderwoman Celaena, die fast immer vorhersehbare und kaum überraschende Handlung. Es gab fraglos eine Menge interessante Ideen, aber ich werde wohl nicht mehr weiterlesen.

Fazit

Auftakt zu einer Fantasyserie, inspiriert von Cinderella, welche mit einer sehr selbstbewussten und sehr vielfältig begabten Heldin aufwartet. Um es freundlich auszudrücken.

3 Sterne


The Rithmatist
The Rithmatist
Preis: EUR 8,11

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5.0 von 5 Sternen Einfach magisch!, 5. Januar 2015
Rezension bezieht sich auf: The Rithmatist (Kindle Edition)
Nichts wünscht sich Joel mehr als ein Rithmatist zu sein, denn Rithmatisten haben die Kraft ihren Kreidezeichnungen – den sogenannten Chalklings – Leben zu verleihen. Als der Sohn eines einfachen Kreidemachers an der Armedius Akadiemie kann Joel den angehenden Rithmatisten jedoch nur zuschauen. Doch dann beginnen Studenten zu verschwinden: Nachts aus ihren Räumen gekidnappt, nur eine Spur aus Blut hinterlassen …

Als Joel einem Professor bei Nachforschungen zu den Verbrechen hilft, finden er und seine Freundin Melody sich auf der Spur unerwarteter Entdeckungen. Stehen die Ereignisse mit Nebrask in Verbindung? Dort kämpfen die Rithmatisten gegen die wilden Chalklings, welche beinahe das Gebiet von Nebrask überrannt haben und nun alle amerikanischen Inseln bedrohen. Zudem scheint es auch noch einiges auf dem Gebiet der Rithmatistik aufzudecken zu geben …

Meinung

Ein Jugendbuch aus der Feder von Brandon Sanderson. Gelingt es ihm, die Komplexität zu reduzieren und dennoch seinen Stil beizubehalten? Aus meiner Sicht ein eindeutiges JA! Das Niveau der Story war aus meiner Sicht angemessen: Zwar weist sie längst nicht so eine Tiefe wie beispielsweise Mistborn auf, aber entscheidender ist für ein Jugendbuch meiner Meinung nach, dass die Story zügig beginnt und alle paar Seiten wieder etwas passiert.

Mit Joel hat die Geschichte einen sehr sympathischen Hauptcharakter: Wer würde in einer solchen Welt nicht liebend gern zu den Rithmatisten gehören? Seine Faszination und Leidenschaft werden gut herübergebracht. Das Kontrastprogramm bildet die angehende Rithmatistin Melody, die sich kaum für die Kreidemagie begeistern kann. Aus nachvollziehbaren Gründen, wie sich im Laufe der Handlung zeigt. Ihre Freundschaft entsteht nur langsam, stammen sie auch sonst aus völlig verschiedenen Welten. Doch nach und nach werden sie einem wirklich unschlagbaren Team.

Mit seiner Magie hat mich Sanderson wieder einmal begeistert, er scheint sich ein faszinierendes System nach den anderen aus dem Ärmel schütteln zu können. Im “The Rithmatist” beruht das System auf Mathematik, die Zeichnungen müssen perfekt proportioniert werden. Das reicht von einfachen Linien bis hin zu komplexen geometrischen Figuren. Damit der Leser diese Kreidestriche besser visualisieren kann, steht jedem Kapitel eine Seite mit Zeichnungen voran, welche die unterschiedlichen Linien und diversen möglichen Verteidigungsstrategien zeigen. Der Illustrator Ben McSweeney hat sich hier Lob verdient, indem er den Zeichnungen eine angemessene Krakeligkeit gab und fraglos zum Charme des Buches beitrug.

Ich bin schon sehr gespannt auf dem zweiten Teil “The Aztlanian”, der auf jedem Fall noch folgen wird, auch wenn seine Veröffentlichung wahrscheinlich noch ein paar Jahre auf sich warten lassen wird. Vielleicht 2017 …

Fazit

Ein spannendes Jugendbuch mit tollen Magiesystem und den Charme eines Harry-Potter-Buches!

5 Sterne


The Infinite Sea: The Second Book of the 5th Wave (5th Wave 2)
The Infinite Sea: The Second Book of the 5th Wave (5th Wave 2)
von Rick Yancey
  Taschenbuch
Preis: EUR 9,20

3.0 von 5 Sternen Clueless, 12. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Cassie Sullivan und ihre Freunde haben die vier ersten Wellen überstanden, doch der Kampf ums Überleben beginnt jetzt erst richtig: Während die fünfte Welle durch das Land rollt, zieht der Winter auf. Ohne Vorräte und eine geschützte Unterkunft werden sie ihn nicht trotzen können und so sind sie gezwungen, ihren Unterschlupf zu verlassen …

Ringer macht sich auf einen potenziellen Zufluchtsort zu erkunden, doch dies geht schrecklich schief. Die Zurückgebliebenen um Ben und Cassie stehen derweil vor der Frage: Bleiben, um auf Evan und Ringer zu warten, oder Ringer folgen? Dies führt zu einigen Konflikten. Unterdessen trifft Evan eine alte Bekannte, welche die Situation erheblich verkompliziert. Werden die Freunde wieder zueinander finden? Immer drängender wird zudem die Frage, wozu dieser Vernichtungsfeldzug dient: Was steckt wirklich hinter der Alien-Invasion?

Meinung

Dies Buch hat mich … enttäuscht? Ratlos zurückgelassen trifft es über weite Strecken vermutlich besser. Es fängt schon mit dem Titel an: Während “The 5th Wave” DAS bestimmende Thema im ersten Band war, weiß ich bis jetzt nicht so recht, was mir der Titel des zweiten Bands sagen sollte. Die Bezüge im Buch sind da sehr schwach. Das Cover ist zwar sehr interessant, aber ich bin verloren, auf welche Stelle in der Geschichte es sich beziehen soll. Fehlen in meinem Buch die entscheidenden Seiten?! Aber da geht es mir ähnlich wie den Charakteren in der Geschichte, die sind nämlich auch durchgehend ratlos. “Clueless” wäre allerdings kein so toller Titel gewesen, das gebe ich zu.

Eigentlich fängt die Geschichte gar nicht so schlecht an: Es ist zwar ein Klassiker, dass eine Gruppe sich – zumeinst unfreiwillig und häufig länger als geplant – aufteilt, aber da lässt sich einiges daraus machen. Leider scheitern viele Autoren mehr oder weniger deutlich daran. Der interessanteste Handlungsfaden ist meiner Meinung nach der, mit dem ins Buch eingestiegen wird. Ich fand es allerdings schon hart, dass dieser dann überhaupt nicht mehr dran kommt und auf einmal die letzten 110 Seiten nur noch aus dieser Perspektive sind. Dieser Teil artet in fröhliches Rätselraten aus und beinhaltete zudem einen intensiven Rückblick in die Vergangenheit des Charakters. Am Ende beschlich mich das Gefühl, dass die Person mehr weiß als ich, aber erst am Ende von Band 3 diese Weisheit teilen wird. Dann gibt es da den anderen Erzählfaden, der sich zwar sehr vielversprechend anlässt, aber dann in der bloßen Überwindung eines Hindernis zu enden scheint. Beim dritten Erzählfaden treffen vor allem die Meinungen zweier Personen aufeinander und sonst passiert eigentlich herzlich wenig. Ein vierter Erzählfaden hat mich ziemlich kalt gelassen, was ich ziemlich schade fand.

Die Unvorhersehbarkeit hat hier doch sehr gelitten, mangels Handlungsfortschritt passierte kaum etwas und damit auch selten etwas unvorhergesehenes. Ringer war für mich der einzige Charakter, der immer mal wieder für eine Überraschung gut war und wo wirklich ernsthaft spannende Momente eintraten. Es gab auch wieder ein paar filmreife Szenen, aber das sorgt für kein gutes Buch. In der Alienangelegenheit ging es nur sehr schleppend weiter, auch wenn im letzten Drittel eine sehr interessante Entwicklung gab, die Auflösung aber natürlich in den nächsten Band verschoben wurde. Allerdings musste ich beim Ende schon ganz schön schlucken. Wenn das die Höhen sein sollen, zu welchen die Menschheit aufsteigt … Insgesamt war das Buch zwar ordentlich geschrieben, aber aus meiner Sicht hätte der Autor hier von Beginn an einen Gang hoch- und nicht runterschalten müssen. Wehe dir, Rick Yancey, wenn es im finalen Band keine gelungene Auflösung gibt!

Fazit

Enttäuschender Mittelteil, der nur wenig Handlungsfortschritt bringt und lediglich eins, zwei interessante Fragen aufwirft.

3 Sterne


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